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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-03 · Heft 1904 (3.6.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1904 (3.6.1924)
Date
1924-06-03
Page
Seite 3 (sequence 5)
Language
German
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jjr VwmfwwrKWftfi &wt v-* rgww* *- **? n^^ry «*-\ M. 1304 ., Wien, Dienstag Wiener Morgenxeitung. 3. Juni 1924 Seite 8 Der deutsche Reichstag beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit dem Attentat; Reichstagspräsident Wallvaf sprach rramens des Reichstages der österreichischen Regierung seine Teilnahme aus. Präsident Milleraud hat seine Teilnahme an dem Befinden des Bundeskanzlers dem österreichischen Gesandten in Paris ausgedrückt, bei dem auch der ^Generalsekretär der Repnrationskomnrission seine Wünsche für eine baldige Genesung des Bmtdeskanzlers ausfprach. Im Auftrag der französischen Regierung sprach ei» Vertreter deS Außenministeriums beim österreichischen Gesandten Eichhofs twr, um anläßlich des Attentats gegen den BundeskMzler Dr. Seipel der Teilnahme und der EntrüsKmig Ausdruck zu geben, mit dem Ersuchen, die wärmsten Wünsche Kr eine baldige Geneisung des Kanzlers zu übermitteln. Die polnische Negierung hat den polnischen Gesandten in Wien sofort nach Eintreffen der Depesche über das Attentat telegraphisch angewiesen, im Namen der polnischen Regierung und des Staatspräsidenten dam Präsidenten der österreichischen Republik das tiefste Bedauern auszudrücken, Pasie. „Eben vernehme ich, daß ein schändliches Attentat gegen die Person Eurer Exzellenz begangen worden ist. Ich bin glücklich, daß die Vorsehung Sie am Lüben gelassen hat zum Besten Ihres Vaterlandes. Ich übersende Ihnen den Ausdruck meiner wärmsten Sympathie. Pasie." * Weiters - erhielt Minister Dr. G-rünberger noch folgende Depeschen: „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie dem Herrn Kanzler den Ausdruck meiner wärmsten Anteilnahme nmd meine aufrichtigsten Wünsche für seine baldige HeNing -übermitteln wollten. Jouvenal." „Tief erschüttert durch die Nachricht von den: verabscheuungswürdigen Attentat auf das Alben des Kanzlers, bitte ich Sie, ihm meine aufrichtigste Teilnahme und wärmsten Wünsche für eine rasche und vollständige Medechörstellung zu Mvmitteln. Sir Strakolsch." Recherchen der Budapest« Polizei. Budapest, 2. Juni. (Tel. der ,M. MongenzeittuitH".) Wie Est" mitteA, hat die Budchester Polizsi honte vormittags die Untersuchung in der Angelegenheit des Attentates auf den österreichischen Bundeskanzler Doktor SeM ausgenommen. Anläßlich der Einvernahme des Metallaübsiters Alexander Stztaron, der einen MordanschAg auf den ReichsveMeser geplant hatte uind kürzlich zu sechs Jahren Kerker verurteilt worden ist, hatte dieser nnler anderem ausgesagt, daß er lange Zeit in der Pottendorfer Spinnerei gearbeitet hat, wo auch Karl Javorek angchellt war. Sztaron gestand damals, daß er in dieser Fabrik mit mehreren k o mmunistischen Arbeitern Mordpläne gegen Negievmrgschefs und Staatsoberhäupter ausgcheckt habe. Heute mittags find nun» dem Blatt zufolge, mchvere Detektivs, die fsinerzeit die Uuteivsuchnng gegen Sztaron geleitet hatten, nach Wien gereist, um der Wiener Polizei bei der Ausforschung der Anstifter Javorcks behilflich zu fein. Ae letzten Kurse. Radiodienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 2. Juni D e v i s eni ch l u ß k u r s er Prag Mw-York 4,30-/4. Paris 87.66, Brüssel.100,12'/«, Rom 99,371/2, Zürich 24,50'/,, Madrid 31,65, Amsterdam 11,62Ve, Kopenhagen 25,60-/2, Christiania 31,52'/„ Stockholm 16,26, HelsingforS 17,2^, Berlin 17V, Billionen, Wien 306.600. A uftr 0 - A n l e ih v iexdivibend) 91,26, Tschechische 98,76, Royal Dutch 36,50, Shells 4,31.25, DiamondS 16,50, Centre Mining 10,626, General mining 12, Rio Tinto 31,625 Prager 88,60, Skoda 92,50, Bankverein 9, Bodenkredit 19, Debeers 11,375. ' Metallmarkt: Kupfer Kassaware 61,75, Terminwäre 62,625, Elektrolyt 67,25, Zinn 21,29, Termin 210,375, Blei englisches 32, ausländisches 80,875 bis 28,375, Messing 30,875, Silber Kassa 35,0625, zwei Monate 34,75, Feinsilber Kassa 37,875, Pence Gold 9b Schilling 10 Pence. Baumwolle: Liverpool verkauft 5000, importiert 8508 Ballen, fullmiddling 18,64, brasilianische 17 Punkte niedriger, ägyptische 10 niedriger, ostindische 16 höher, amerikanische Termin- Waren anfänglich 10 bis 1b höher, wegen schwerer Rege» in Texas später auf Realisationen niedriger. Jnli 17,61, Oktober 15,82, Jänner 16,28, März 16.09. Qoittoo 1, 2. Juni. Das Wochenende brachte keine Anhäufung ton Orders. Die begonnene Woche brachte für London eine Hochsaison, beziehungsweise eine Fülle hervorragender Ereignisse, so den Geburtstag des englischen Königs, das Derby und nebenher zahllose sportliche Veranstaltungen. All das lenkte das Interesse von der Politik und von der Börse naturgemäß ab. Letztere litt unter den unsicheren Wechselkursen und dem Wettersinken des Franken. Eine Anregung von der Banque de France blieb aus. Auch das Agio der neuen tschechischen Anleihe hat sich auf 0,375•/„ vermindert. Austro-Anleihe (exdividend) war ebenfalls schwächer/ Wechselkurse: New-York 4,3075, Paris 88,30. Brüssel 160,8750, Berlin 18.06 Billionen, Wien 306,600, Prag 147,25, Amsterdam 11,54125, Madrid 31,74, Christiania 31,625, Stockholm 16,26, Kopenhagen 25.625, Schweiz 24.50, Rom 100,125, Warschau 22,35, Athen 230, Bukarest 985, Konstmtinopel 835, Budapest 360.000 bis 450.000, Riga 28,31. Zucker raffiniert, LMsche Ware wurde zu niedrigen Preisen migesetzt. Import Java Juni 35,6, Juni-Juli 28,9, Juli-August 20,05 franko London, tschechische Granulate greifbar 36, schiffrhrtbereit 24,9 ftanko Hamburg, amerikanische Cranukate Juni 25,6 franko London. Weiße Ternnnware ruhig, Juni 22,6, August 21/71/3, Dezember 20,3. Paris, 2. Juni. Die heutige Börse stand unter dem Zeichen des Steigens der auswärttgen Devisen, welche hauptsächlich auf die Nachricht der Präsidentenkvise stark aMgen. Nichtsdestoweniger verhielt sich der Markt zurückhaltend und nur internationale Avbitragepapiere Wellen Kursfovtschritte auf. Die Liquidation wickelte sich sehr glatt ab und zeigte, daß die Positionen äußerst beschvmE waren. Französische Werte sind im allgemeinen rückgängig, insbesondere Renten. Eisen« bcchnen und Banken, wcchreW sich Petroleumwerte sehr fest erwiesen. In der Kulisse, wo die großen Wertpapiere gehandelt werden, war man im allgemeinen sehr freundlich gestimmt. Auch für russische Jndnstriewerte zeigte sich starke Nachfrage. Paris, 2. Juni. (Radio.) Effektenschlußkmfe: Banque de France —, Pragobanka 420,—, Credit Lyonair 1518, Suez 142,—, Platine 748, Dabrowa 774, Banque Ottomane 765, Central Mining 900, Rio Tinto 27.86. Le Naphta Russe 400, Sueeerie d'Egypte 1025, Bakou 2560, Cautchoues sin 152,60, Chartered 46,50, Debeers ordin. 1085, GoldfieldS 79.75, Huanchakas 295, Jägers Fontain 258.—, Malaeea ordin. 135.50, Maltzoff 434, Mexiean Eagle' 78,50, Padang 847,—, Rand Fontain 91.26, Raudmins 262.—, Silva plma 149.—, Tanganyika 147.-, Tubiee fotc 612.-, Utah Copper 1455, Shell 3.81-, Royal Dutch 31.200, Burmah —. Triest. 2. Juni. Amsterdam 8,60 bis 8,70, Brüssel 100 bis 102, Paris 113.50 bis 114,60, London 99,75 bis 100, New-Aork 23,10 bis 23,20, Zürich 408 bis 411, Bukarest 10 LiS 11.60, Prag 67,50 bis 68, Wien 0,0317'/, bis 0,0327'/,, Agram 27,90 bis 28,10. Aew-Vork, 2. Juni. (Fondsbörse.) Iltchison 101,60, Milwaukee 12, Baltimore and Ohio 64,125, Canadian Pacific 145, New-Aork Central 102, Northern Pacific 52, Southern Pacific 88,50, Union Pacific 129 (ex Dividende), Union. Steel 95,876. Boi der Demission Mllerands. Paris, 2. Juni. Die politische Lage hat sich heute morgens nicht wesentlich verändert. Es' ist eine weitere Entwicklung in dem Sinne festzustellen, daß nunmehr die Dem i s s i 0 n M i l l e r a n d s als sicher angenommen werden kann. Mast glaubt daher in den Wandelgängen der Kammer, daß die Wahl des Kammerpräsidenten am Mittwoch evfo-lgt und Miller«, nd die Präsidenten des Senats und der Kammer zu sich rufen wird, um ihren Rat Wer die Krise anKwhöven, worauf Herriot mit der Bildung des Kabinetts betraut werden wird. Der Präsident würde die Demission Donnerstag oder Freitag geben. Die Miionättevsamm'ttrng tritt in diesem Falle 48 Stunden später, also am Sonntag öder Montag, zur Wahl des neuen Präsidenten zusammen. Es ist bekannt, daß die radikalen Senatoren nicht immer einer Ansicht mit ihren Kollegen in der Kammer sind, Wer es ist wahrscheinlich, daß Senat und Kammer in der Frage des Wechsels, im Präsidium einig sind. Unterdessen tagt der PL-rteiLongreß der Sozialisten, um über die Frage der Teilnahme an der Regierung eine Entscheidungzu treffen. Da die Anhänger der Teilnahme und der Nichtteilnahme sehr «entschieden ihren Standpunkt vertreten, wurde eine Kommiss io -i eingesetzt, die eine Resolution ausarbeiten soll. Das ResolutionsLom-itee, welches nach dem System des absoluten Proporzes gewählt wurde, besteht aus 14 Gegnern und 10 Anhängern der Teilnahme an der Regierung und man glaubt dcher, daß sich der Kongreß mit schwacher Mehrheit gegen die Teilmchme aussprechen werde. Es sind jedoch Überraschungen und Kompromisse nicht unmöglich. Ae Kabinettsbildung in Zeutsch land. Berlin, 2. Juni. In der Frage der RegiemingS^ bildnng ist heute eine neue Situation aus Grund eines Briefes einget-reten, den der Führer der dmtschnationaßen BoKspartei au den Fichrer der deutschen Böltsportei gerichtet hat. In dem Briefe wird erwähnt/, daß die Möglichkeit weiterer Vevhamdilnngen bestehe und daß es Wege gäbe, um die strittigen Fragen zu lösen-. Obwohl in dem Schvetben nicht direkt der Rücktritt Dr. S t r e s e m a n n s gefordert wird, wird doch erwähnt, daß dieser Rücktritt für die Schaffung des großen Bürgerbilocks unbedingt nötig sei. In einer Evklärumg dev deutschen Bolkspartt i, die heute veroissentbicht wird, wird Dr. Sires emanm m unAweiselhafter Weste fallen ge-lassen. Trotzdem gjlaWt man aber nicht, daß es geliingw wird, eine Regierung ans der GruMage des großen Bürger-' blocks M schaffen-. Die Deustchnationaleu halben nicht die Absicht,' Me anderen ' Fordemugen, insibesoudere die gegen Preußen gerichteten, auszugedm. Da jedoch Marx unter allen Umständen fein Kabinett schon morgen gebildet haben will, Witt» das GugielbniZ der lanUwiierügen Verha-Mungen das sein, daß das alte 5laAnett neueMch -ausgestellt werden wird. , Irr Streik im Rchrbrrgbau beendet. Essen, 2. Juni. Jnr gesamten Ruhv'berOau sind heute 85 Prozent der Belegschaft zur Frühschicht eingefahren. Im. Bevgrsvier Duisburg, wo die Kommunstten am stärksten vertreten sind, betrug die Zahl der Arbeitswilligen sogar 97 Prozent der Ge^mtlbelegschast. Das Internationale MusiM in Prag. (Bon unserem Sonderberlchlterstatter.) Prag, 1. Juni. Das Prager Muisistest, über dessen ErÄffnuug wir -ereiils berichtet haben, nahm Montag mit der Ausführung von Friedrich 'Sm et an as „Dali der" seinen Fortgang. Wenn auch der ursprüngliche Wan, einen GchamtMns der Opern Friedrich Smetanas^ zu Vevanstalien, fallen gelassen wurde, so kann-man sich doch aus der Darbietung der Hauptivsöke des Meisters ein Bild machen, mit welchem neuen dvamatischHeaitvaLstchen Geilste an die unverwelvkt frische Atusik hövawgekreten wurde, deren Wiedergabe dem Qpernches des Niation-Mheaters in Prag, Prof. Otakar Ostr eil, anvertraut wurde. Prof. Franz Khsela, von dem die Gesamtausstattung stammt, hat im Verein mit dem Ziogisseur Ferdinand Pujman reizende Bühnenbi'ldcr ersonnen, die im Rahmen des glücklich - betonten Nati-onalkolorits mit der stilisierenden Geste der Darsteller nicht in Widerspruch geraten. Am Dienstag stand Vaclav Tal ich an der Spitze der Berettvigten Orchester der Tschechichlschen . WMarnwnie und deS, Sta-atskonservatorinms, uirt Friedrich Smetanas Zyklus symphonischer Gedichte „Mein Vaterland^ in berauschender KlmrMlle dachubi-Äen. Der Donnerstag war ein Musittag ersten Grades. Am Bomiittag hatte der Verein zur Pflege des Liedes ius Mtzarte-ltM geladen, um den freuideu Mirsikern „Das tschechische moderne Lied"/in Proben vorzuifühven. Sie sind" allzu reichlich ausgeifallen und waren in der Aufeinanderfolge auch nicht glücklich. gewählt. Denn eine ununterbrochene Reihe von Liedern im langsamen Zeitmaß ermüdet den Zuhörer auch daM, wenn es die Sonne weniger gut meint. Trotzdem konnte man sich von der Entwicklung des tschechischen modernen Liedes ein Bild machen, dessen Konturen ein zweites Ködert verstärken wird. Die mmntische Einstellung ist bei den meisten tschechischen LichoMuponis^n noch vorherrschend, die EmfiMung in das Wort ist oft nnorganisch. Am glücklichsten ist der stchechlische Musiker dann in seiner nrelvdischen Ersindnng, wenn er sich im Bollsliede verankern kann, wirkunMcher auch iu der Ausdeutung der Texte, die eine Auslösung in stimmnugsgeiträntte Impressionen mirö>glicheu. Aber N-enes und Bemerlenswett-es bot allein Jrroslav KriÄa, dessen ,/Dvei Fabeln", op. 21, den tschechischen Mu- Manteuhmnor in Karer Weise spiegeln und durch originelle Charakteristik sich aus dem Rahmen der sonstigen Darbietungen hermsheben. Erwähnt seien »ach Ladislav ByepaHek mit seinen mährischen Balladen, die an Wirkung gewinnen würden, wenn sie koMntvieriter im Ausdruck wären, und Jan Kune mit dem Zyklus „Aus dem Leben", op. 10, dessen erstes Lied, „Wer springt in die Bresche", die herrlichen Worte Peter B e z r« c' in Töne zu fassen versucht. Alle Mtwivkenden auijtzuzählen, verbietet der Raum. Aber Marie Lalma-Besela sei für die glänzende Wiedergabe der „Drei Fabeln" von Kricka gedanR. Am Nachmittag des gleichen Tages spielten Ervina B r 0 k e s 0 v a und Erwin Schulhofs nroderne Violinsonaten. Dem Werke des tschechischen Komponisten Emil Axman glaubt man nicht recht das Entstchungsjahr 1W3, so alt klingt dem Zuhörer die Musik, die im ursprünglichen Sirme des Wortes „komponiert", zusammengesetzt ist, ohne ein persönliches Zeiterlebnis zu verraten. Die Biolinsonate op. A deS englischen Komponisten Eugen Gvos.sens stammt aus dem Jahre 1918 und ist ganz aus dem Verständnis .für Bau und Klang der Geige hevvorgegangen. Schon in: ersten Satz fessÄt der weite Bogen eines schönen GesangsHemas, das am Schlüsse wie ein Hauch sanist verklingt^ Die weichen Klänge des zweiten Satzes zaubern eine Debussy-Sdimmmtg hervor und sind doch gehaltvoll an musikalischer SuWanz. Jnr dritten Satz sirgt die Violine wieder am Anfang ein zartgesiponnenes Motiv, um. dann für ein sein ziseliertes Scherzo zu werben. Eirw beachtenswerte Leistung. Erwin Schulhofs selbst war mit eitlem Werke aus dem Jahve 1923 vertreten. Aber es ist schon der gange Schulhofs .in dieser Jugendarbeit., Rhychmische LebeMMit fesselt den Zuhöver. Im ersten Satz lodert da!l Temperament des Musikanten aus, im zweiten verspinnt sich der MnsÄant in ein sonniges, weiches Thünm. ,Den dritten; Satz dnvchwirkt eine Kette xavt>er DanMotive, prickelnd im RhychUt-us und von differenzievtem Humor. Eine Aussprache i zwischen Klcwier und Geige im vierten Satz ist ganjz aus den Wechsel von Marsch und Fanisare gestellt, nur im Mittelteil von einem lyrischen Intermezzo unterbrochen. Evwin' Schulhoff zeigt in dieser Jugendsonate hervorragende kompositorösche Begebung, daß er als Pianist immer mit einer Extmleistung aufwavtet, ist bÄa-nnt. Aus die vorAgliche Geigerin Ervina Brokesova kann nur mit größten: Nachdrück hingewiesen werden. Am Abend weilte iit'rn im Tschechischen Nati-onaltheater,-um einer Wiedergabe der Oper ,^Kata Kaban'0va" von Leo Janacek beizMohnen. Es ist dies das zweite Werk des Mestttrs, dessen Schaffen lange verkannt war und mit dem man sich erst seit der sensationellen Aufführuttg der Oper ,^Jenufa" an der Wiener Staatsoper in weiteren Musrterkr^iisen befaßte Der „Kata iKabanova" liegt das Drama „Gewitter" von A. N. Ostravski zugrunde. Es ist dies eine dörfische Eisersuchtsgeschichte, schwach in der dramatischell EharrckteristA, aber glücklich in der Ausrollung von Bildern, 'die das russische BaUlernlebeir betreffen. Janacek hat es 1 meisterhaft verstanden, aus dem Vvlkswn Anregungen für seine rtt'elodische Sprache zu schöpfen und landschaftliche Stitllinnugen in feiner Musik eiiuzusangen. Die Anffichrnng unter musikalischer S-citmig von Otakar O st r e i l und szenischer von Robert Pola? war mustergültig. - Marie Horvatova als dirreiche KauftnanuAvitiwe Marfa 'Käbanova war stark im dramatischen Ausdruck. Kanttla Ungrova als Kata Kabanoda bot die beste Gesangsleistung. Kata Kabanova hat in Deutschland bereits in Köln am Rhein in der Uebersetzuug von Max B r od seine deutsche llrauWhrung erlebt. Das Werk müßte in einer glanzvollen Anffi'chvllng an der Wiener Stvatsoper fürdiese nicht nur ein Nnstleriischer, sondern auch ein finanzieller Erfolg sein. Wie lange wird sie zögern?

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