Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1904 (3.6.1924)
- Date
- 1924-06-03
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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' AM Z Men, Dienstag --..... . . -ks gestrigen Nachmittags auch mit Dr. Danneberg als dem Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion Fühlung. genommen. Die letzte Redaktion dieser Kundgebung wird heute vormittags erfolgen. - Sämtliche Parteien des Hauses 'hielten Sitzungen ab. Gegen 5 Uhr nachmittags ließV^okanzler Dr. Frank, der oerfassungSgemäß die- Vertretung des Bundeskanzlers übernimmt, im Wiedener Krankenhaus ansvagen, ob er den Bundeskanzler besuchen könne. Von seiten der Zkerzte wurde erklärt, daß dies nicht möglich sei, da der Patient 37,8 Fieber siabe und - in seiner Ruhe nicht gestört werden dürfe. Um viertel 8 Uhr abends wiederholte Dr. Frank die Anfrage, und diesmal wurde ihm von .deN'Aerzten gestattet, gemeinsam mit dem Minister für soziale Verwaltmrg Schmitz das Krankenzimmer zu betreten. Der Aufenthalt dauerte kaum eine Minute, da die Aerzte einen längeren Besuch nicht Zulieben. Auch ein vorherge-gangener Besuch des Führers der Großdeutschen Dr. Dinghofer war nur von ganz kurzer Dauer. Der Generalkommissär Dr. Zimmerman gab einem Vertreter der Amtlichen Nachrichtenstelle gegenüber die folgende Erklärung ab: Das Attentat hat mich mit t i ef e-m Absch.eu erfüllt. Ich bin ganz sicher, daß im Auslande nur eine.Sttmme gegen diese abscheuliche Tat laut werdenwird, die.gegen einen Staatsmann verübt wurde, der ohne Rücksicht aus seine persönlichen Interessen und auf seine Gesundheit, in den letzten zwei Jahren j ed e S t-u nde s e i n e s L eb e n.s, seinem Vaterlande gewidmet hat, einen Staatsmann, kirr dessen Charakter und Begabung jeder, der mit, ihm in Berührung kommt, nur die größte Bewunderung hegen muß. Dis Tat wird auch'rmAüZlände, wo 'der Kanzler eine große Autorität besitzt, einen tiefen Eindruck machen. Es Wäre aber unrichtig, wenn durch das Attentat . Zweifel an der Stabilität der Verhältnisse.auf öffentlichem Gebiete in Oesterreich entstehen würden. Einer solchen Annahme würde ich auch entgegen treten. Es ist selbstverständlich, daß ich die Schwierigkeiten, die das Attentat für die Regierung zur Folge haben.können, ganz rinschätze und ihnen vollstes Verständnis entgegenbringe. Der Attentäter Javorek. Der Hilfsarbeiter Karl Javorek ist, wie l ereits in der gestrigen Mittagsausgabe berichtet, am 16. Oktober 1895;n St. Georgen am Steinfeld geboren, dahin zuständig, katholisch, verheiratet und Dater zweier Kinder. Cr war zuletzt in Pott enstein an der Triestinig beschäftigt, von wo die „Arbeiterzeitung" über-ihn berichtet: „Javorek ist unter d:r hiesigen Arbeiterschaft nur wenig bekannt. In der politische Organisation betätigte er sich niemals. Er. istaa.ch.ni.ch t - politisch organisiert.- Mit seinen Arbeitskollegen hatte er wiederholt KonfMe, ebenso, hatte er schon einige Male. Konflikte mit dem Arbeitslosvnamt. Javorek ist als strutsüchsiget Mensch bekannt." Javorek ist der Sohn eines Schweinehändlers. Der Batet Javoreks dürfte ans Ungarn eingewandert sein und hat es zu ansehnlichem Wohlstand gebracht. Der junge Jaoorek - hat in Pottenstein die Schule besucht und wird von einem seiner Mitschüler als braver Junge bezeichnet. Der Vater ist vor mehr als zehn Fahren gestorben. Bekanntlich wurde bei Javorek ein Abschiedsbrief borgefunden, den er an seine Frau Margarete gesendet har. Der Brief ist, wie die Aufschrift besagt, während der Fahrt von Graz nach Bruck a. d. Mur geschrieben und irrtümlich statt vom 1. Juni vom 1. Juli datiert. Dieser Brief ist vollständig unorthographisch geschrieben und hat folgenden Wortlaut: ,.Liebes Weib! ' Du erbarmst mir, und noch mehr die zwei kleinen Waisen, kann aber leider nicht anders mehr einen Ausweg finden. Scheide soweit ganz gerne, ja sogar schr gern von der Welt, venn für mich hat das -Leben keinen Wart mehr. Du weißt ja auch ganz gut, was Mich am meisten quält, und die wirtschaftliche La^e.dazu. Ke>in Wunder ist, wenn man labensüberldrÄssig wmd oder ist. Friede und Liübe ist für Mich erloschen und keine Aussicht, daß ich nochmals glücklich sein könnte. Deshalb ist es besser so. Mach Dir nichts daraus und kränk Dich nicht, denn das schadet Dir nur. Schau Mr, daß die Zwei Waffen gesund bleiben, und wenn sie einmal groß sind, s-agst Du ihnen, euer Vater ist gestortben. Daß ich das Geld unterschlagen habe, tue 800.000 Kronen für mich, bekommst Du in der Fabrik für meine Abrechnung und hoffentlich werden sie Dir auch meinen Urlaub ausbezahllen. Daun kannst Du meine Schulden alle begleichen und die 561.000 Kronen von der Mizzi. Dann gibst Du ihr meinen Gummimantel und Ueberzieher uNd wenn es noch zu wenig ist, so hast Du ja noch ein paar Hemden und UMtschosen, dann bin ich , niemand aus der Welt etwas. schuldig. Meinen _ Leuten brauchst Du nichts mitzuteilm, oenn die wissen ohnehin schon, beiläufig, was geschehen'ist und warum es so'weit gekondmen ist. Mit allem Elend ist es - dann vorbei. Ich habe es mir in den Kopf gesetzt, spurlos aus der Welt zu verschwinden, daß mich niema-M mehr findet, aber dann habe ich mir gedacht, daß Du unter diesen Umstanden kein Geld hast und so will ich meine Leiche auiffindig machen, damit Du noch von der Krankenkasse,460l000 -Kronen bekommst. Mit mir brauchst Du keine Geschichten machen. Wo ich liege, dort soll man mich einscharren, Samstag nachts habe ich in Graz in einrem Gaschof geschlafen, da hat Mir geträumt, daß ich bei Dir und meinem Kärli gewesen bin und war schr froh. Wie ich wieder wach wurde-,-war es nur ein Dvmrm. Nun, wenn es gelingt, geht-noch - einer mit mir, den ich gern haben möchte, der Seipel. Dam: bin ich vollkommen Zufri-edön in meiner neuen Welt. Zum Schluß meines letzten Schreibens die besten Gvühe, und 5küsse von eurem unglücklichen Karl. Lebt wohl!" Javorek gab bei seiner ersten Einvernahme an, um 5 Uhr nachmittags in Wiener-Neustadt von-der Fahrt'des Bundeskanzlers gehört und den Entschluß gefaßt zu haben, mit dem gleichen Zuge nach Wien zu fahren, um hier das Attentat ft verüben. M er tzie Schüsse gegen den Pundes- _WiEr MorgMzeltüW._ kanzler abfeiuerte, warf sich die Menge aus ihn, und er war in Gefahr, ' ' > ' . . gelyncht zu werden. Dr.. S e rpe I 'bemerkte dies und sagte: „N i ch.t s ch l a g.e n!" Javorek konnte seine, rechte Hiand noch frei machen und. g egin -,f>ich Schüsse richten. Gin Schuß ging, durch die L u NH«. Javorek hatte den Kanzller nie vorher gesehen. Er ' erkannte ihnnur am geistlichen Gelände. ES' war zwar noch ein Prälat sin der Begleitung des BiuudeAkanzlers,- der AttenÄer zog seine Schlüsse Ms dem Umstand, daß Dr. Seipel vovanging. Sofort nach dem ersten Verhör, das Polizeipräsident ' Dr. Schober persönlich vornvhm, wurde Javorek in einem städtischen Krankenwagen Mvansport-iort.Er befindet sich aus der Unfallstation des Pro§. Eiselsberg. Er liegt von den anderen Kranken abgesondert in einem Jsolierzimmer und wird v o n z w e i K r i min n € b-ea m t e n bewacht, die jeden Besuch von ihrn fernhalten.. Die Aerzte sowie das Pflegepersonal haben strikten Auftrag, niemanden - etwas übet:- das -Befinden.des' Verwundeten MittzutM-en. Sein Zustand ist ernst, doch, nicht lebensgefährlich. Eine Operation Wurde bisher an Jcworek nicht vovgienammen. Der "beabsichtigte- Transport * in das Jnquisitenspital des Landesgerichtes mußte uuteM-etben, ,da der Arzt die Verantwortung nicht übernehmen wollte. Javorek hatte große Schmerzen und es mußten ihm im Laufe des gestrigen Tages zwei- Morphiuminjektionen gegeben werden. Bis > gestern abends haben ihn seine Mutter und 'feine FvM nicht besucht. Die Mißhandlungen, die Javorek iw Bahnhof erlitten hatte, sind schr geringfügig. Gestern vormittags wurde Javorek Mt BowillWng der Spitalsä-rzte polizeilich emvernommen. Er war der Tat im wesentlichen geständig. Nach seiner Angabe befinde er sich, da er nur als Kurzarbeiter befch-Digt wäee, in Not, zumal er nicht nur für sich, sondern auch noch für eine Gattin U-nd zwei.Kinder zu sorgen habe. Er habe wiederholt vernommen, daß der Bundeskanzler an dem. Elend der breiten Massen schuld trage nnd deshalb schon vor l a n,g e r e r Zeit den Entschluß gefaßt, ihn zu beseitigen. Am. Samstag habe er in der Beziirkskrankenkasse in Baden für'seine Gattin .und eine Verwandte Krankengeld im t Betrage Don ungefähr 700D00 Kronen bchoben. Anstatt nach. Pottenftein zuvüchukchren und diesen Betvag. ab- Mlisfern, hübe er der Bechuchnug nicht Widerstehen können, däs.Geild füx sich"zu detbrauchen. Er sei noch äm zekbm -R-achmitta-g.von' Baden nach Graz gsfahren, halbe . dorüselbst in einem Hotel Mrvmchtet und sei tags darauf von Graz über Bruck an der Mur nach Wiener-Neustadt gefahren. Dort habe er die -Nachmittagsstuirden verbracht und auch den Abschiedsbrief an seine Frau geschrieben.' Diesem Boies habe er geschrieben, um-dadurch seine Antze-, hörigen wissen zu lassen,-wo er anr fetzten Tage' gewetklt habe. Obwohlim diesem Boies das Attentat auf den Bundeskanzler bereits angekündigt war, bchaMtet Javorek, Veiineswegs die Msicht gehabt zu haben, noch am Men Tage den Anschlag auszuführen. Erst als er im Bahnhof in Mener-Neustüldt kurz vor dem Besteigen-des Balaton-^ExPrehzuges zufällig -durch einen Eisenbalhnbediensteten erfahren hatte, daß auch der Bundeskanzler mit diesem Zuge nach Wien fahre, habe er den' GiH'chluß gefaßt, nunmehr cm die Verübung der Dat zu schreiten, und sei dann in den Zug eingeftiegen. Javorek stellt in Abrede, zür Tat beauftragt gewesen zu sein oder Mitschuldige zu haben. Er gibt an, sozialdemokratisch o-rganisliert zu siein,- sich seit länlgever Zsit jedoch am politischen Leiben nicht -beteiligt^ sondern sich ausschließlich gewerkschaftlich betätigt zu haben. Die Sichecheitsbchörde ist nun bemüht, die MchWeit der Angaben des Täters zu überprüfen unld oiriige Widersprüche aüfzuklären. Die Polizeibirektiion Hai auch eiinen Augenzeugen ermittelt, der eines der aus dem Revolver Javoreks abgefmevten Projektil« im Miidbchichof gefundM nnd an sich genommen hatte. Dieses Projektil ist eine acht Millimeter-Patrone mit abgeflachter Spitze. Gestern nachmittags hat e'me Kommission, an der Vertreter der Staatsanwaltschaft, des Landesgerichtes und der Poilize-idirektion teilnähmen, den Lolkalangenschein im Südbchnhof vorgenontmen. Hierbei wurde der. Tatort Photo, graphisch ausgenommen und alle Einheiten über den Standort des Mtentäbers beim Abfeuern der Schüsse »ufo Entfernung des BundeskanAers genau festgeftellt. In Pottenstein. -sind gestern me-hrere Organe der Wienev Polizeitzirektion singetrc.sfen. Beim Pottenstmner Bezirksgericht wurden sämtliche Verwandten des Attentäters einer Einvernahme unterzogen. litt MMerrat. Amtlich wird verlautibart: Bizekanzler Dr. Frank ist gestern ^nachmittags um 3 Uhr 46 Min. in Wien am Nordbahchof eingetroffen, wo er voür -Bundesminister flir Aeußeres Dr. Grün bergen erwartet wurde. Die beiden Minister begaben sich sofort.sin das Bundeskanzleramt. Dopt fand.unter dem Vorsitz des Bizokanzlers ein M i n i ft e r r a t statt. Der M-ftrifterrat beschäftigte sich mit den-aktuellen parla-, rn e n t a r i s ch e m Arbeiten und - den Vorbereitungen zur bevorstshenden Taguug des Bölkerbundrat-es in Genf, bei der, nach einem früheren M-inisterpatsbeschluß, die 3 . Ml « - M. im Bundesminister Dr. Grünberger und Dr. KitznbÜ'h- Oesterreich vertreten werden. In der Hentiigew außerordentlichen Sitzung des Nattonglrates wird Bizekangjler Dr. Frank namens der Retziemntz . eine-Erklärung-abgeben. ' Nach Schluß des Mnisterrates fuhr Vizekanzler Doktor Fr a n k in Begleitung des Bundesministers Schmitz in daS Wiedener Krankenhaus, um dem Bundeskanzler über seinen Wunsch einen Besuch abzustatten, der ganz kurze Zeit währte. In den Mendstunden traten Vizekanzler Dr. Frank wtfr Bui-tdesminister Schmitz im Parlament -beim Präsidenten^ des N-ationalrates Miklas mit den Obmännern der Mehr' heitsparteien zu einer Besprechung zusammen. * In die. im Bundeskanzleramt aufliegende Liste halben sich im Laufe des gestrigen' Tages unter anderen nachstehende. Persönlichkeiten eingezeichüet: Der brasilianische Gesandte Cavalcante de Sa e er da, der britische Gesandte Acker-. Douglas, der niederländische Gesandte van Weede, der-., portugiesische Gesandte Cpnvuire da Costa, der Großprior deS souveränen Malteser-Ritterordens Rudolf Hardegg, Staatskanzler a. D. Dr. Karl Renner, die Minister a. D. Banhans, Gayer, Pauer, Präsident Dr. Weiskirchner, Präsident Dr. Dinghofer, die Natronalräte El es sin,' Gangl und Dr. Straffner, Landeshauptmann a. D? Dr. R a u h of e r, Landeshauptmann-Stellvertreter Doktor Stejsgal, Präsident Dr. Viktor Mataja, Dr. Franz Schumacher, Direktor a. D. Schießl, Präsident Kcmrillo Castiglioni, Sektionsches a. D. Rapp «Port, Präs-ident Dr. Pick und Dr. Friedmann von der Israelit« scheu Knltusgemeinde Wien, sowie Sekretär de Bordes vom Generalsekretariat des BöVerbunhes. Bürgemeifter öeitz über das Attentat. In der gestrigen VMAvevsammlung seines WahllrerseV in Florrdsdorf, in der -Bürgermeister Sertz über den Zolb tarif referierte, kam er zunächst auf 'das Attentat gegen den Bustdeskanzler zu sprechen. Der Büvg-ermeister sagte: .M gibt wohl -n'iemanld in ganz Wien, der diesen Anschlag nicht sowohl vom rein persönlichen lwie vom fachlich pMffchey Standpuarkt aus veruvteilen und beklagen würde. Gerade Wien leidet schwer nnt-er dem Mßverftehen des Au-s-i landes, unter den Uebertteibnngen, mit demn in dev Ausland'spresse Wiener Ereignisse dargestellt werden. Ernigki Selbstmorde in Wien und wir haben eine Selbstimord-epide-mie, jeder Streik, jede Demonstration wird äußgebauscht, jede zerschlagene Fenstevscheilbe zum politischen Ereignis gestempelt. Um so mehr ist es Wicht aller Parteien,. d^seS große Er^ehungSwerk der Demokratie nnd der Selbstbs« hervschung zu voWrintzen. Mr können nur wAyischm.-utztihoffen, daß Dr, -Seipel -ehestens genese und . daß -die allM» meine VerurteiAng des Attentats die beiden großen Pap teien, je schroffer sie in den sächlichen Fragen einander gegenüber stehen, sin dem Streben zusammenführe, die Kämpft Mpevsönlich und objektiv auKKUtragen wch alle Mßttel bei. Gewalt ausAUfchalten.!; .. ,. Lie Avteiluahme der Auslandes. Im Läufe des gestrigen Tages sind zahlreiche Beileids kundgebungen aus dem Auslände in Men eingelcmgt. - König Viktor Emannel telegraphierte: „Ich vernehme eben die trauvdge Nachricht potz^. dem schändlichen Attentat und beeile mich, Eurer Exzellenz dir _ wärmsten Wünsche für die möglichst baldige und vollständige. Wiederherstellung zu M^vpritteln. BMor Emannel/st, MufsolM.; ' „Aufs schmerzlichste berührt von der NachviD des gegeü Eure EWÜenz begangenen sinnlosen Attentates, ist es Mr ein Bedüchms, im Namen der königlichen Regierung und im eigeneu Namen die wärmsten Mnfche für eine baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Mussolini." De« Papst ließ durch Genevalsta-atLsekretär G a s p a r r i sowohl dem der« letzten Bundeskanzler wie auch dem Bit-ndespräsibenten sein« Anteilnahme ausdrücken. Bundespräsident Dr. H a i ni s f hat abends hiefür dem Papst telegraphisch gedankt. Nesichspvlisident Gbert richtete nachstehendes Telegramm an den BundeApräsidenteü Dr. Hainisch: „Tief orschÄttert durch die Nachricht von dem ruchlosen Anschlag auf den um Oesterreich hochverdienten, auch von mir sehr gelschätzien Bundeskanzler Dr. Seipel, vevsicheE ich Sie und das österreichische Brudervolk meimr herzlichsten -Teilnahme; dem verletzten Bundeskanzler bitte ich meine herzlichsten Wünsche für eine baldige Wiedergenesung zu übermitteln. . Wert." Reichskanzler: Marx hat an Dr. Seipel folgendes Telegramm gerichtet: „Mit tiesd Bestürzung Mielt ich soeben Kunde von dem furchtbaren Anschlag auf das Loben Eurer Exzellenz. Ich flehe zi'r Gott, daß Sie bald genesen und Ihre erfolgreiche Arbeit zum Wohle Oesterreichs in vollem Umfang aufnchmen können." Außenminister Dr- Stresemann telegraphierte dem Außenminister Dr. Grünberger: „Dü Nachricht von dem ruchlosen Attentat -auf Ihren von Mir hochr verehrten Herrn Bundeskanzler Dr. Soi'pel hat mich tief erschüttert. Hoffentlich bleibt der Herr Bundeskanzler Ihrem Lande, das ihm sovie>l verdankt, echalten, ein Wunsch, der auch vom stammverwandten delttschen Volke ganz allgemein geteilt wird. Darf sich Sie," hochverchrter Herr Bundesm-inister, bitten, dem.Herrn Bundeskanzler meine herzlichste Anteilnahme und den Wunsch für seine baldige Wiederherstellung zum Ausdruck brmgvn zu wollen- ' SivoseWWn,"