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Wiener Morgenzeitung · 1924-06-01 · Heft 1902 (1.6.1924) · p. Seite 15

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1902 (1.6.1924)
Date
1924-06-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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m mm Wtzlk, VöMMA MtzMS MSdKWMM " I. MK 192®- SeVs Ttz . » » M 0 V (Bf R I ( Zum Derby. Bisher war es Sitte — in Paris und in Wien —, zu Ostern die neue FriHlingstoilette W irra-ugurieren. Wer die heurige verspätete Sonne hat dieses Ereignis hinausgeschoben: Ms in die ersten Maiitage hinein war dieses Jahr W aktuellste Mode — der Pelzmantel. Die großen Rennen itt Frankreich beachten eMich die definitiven Toilettenrevuen, die Mr größten Teil den Bochersagungen der Modellkünstler vom Jahvesanfrirg recht gaben. Eng, kurz, knalpip nach allen Richtungen hin erschienen die Tailleurs, gerade, halbtveit stveibten Paletots, Jäckchen und Mäntel herab, immer wieder sah man weiße, fein plissierte, einfache oder doppelseitige Lingeriejabots, kleine, mnde, einfache oder doppelte Umlogdkrägelchen in Batist und Organdi, bunt gestickte Batistkrcvgen — zum marineblauen Ton des Ganzen. Die Mantelkleider. waren zumeP faikkoartig gelschnitten, ganz taillenlos oder ties gegürtet. Breite, einfach eingelegte Äedergürtel oder schmale glatte Rmggürtel, auf die seitlich ein rundes Täschchen für das Seidentuch gesetzt worden war, kamen dann zum Geleite. Und das Seidentuch selbst trat in allen Varianten der VevlveMmg und des Musters Ms. Dem schlanken strengen Schnitt unterwarfen sich auch die Mäntel.Ms schwarzem Atlas nüt mäßig hohem Kragen oder auch nur gerader Kragen- und Reversbelgrenzung aus weißem Marabu. Auch, schwarze Marabus dienten diesem Zweck, mitunter bildeten sie am unteren Mantelvande breite Verbrämungen; rnefft Web der Mantel imgeschmückt, rmr die Lichter her verschiedenartig - verwendeten Stoslfrichtungen und Crepearteu brachten einige Bewegung. und hoben die Schnittdetaiils plastisch hervor. Immer noch tauchten der faMg gestickte Mantel und der bunt geblümte Brokatmantel auf, ms der Begierde nach Farbenrausch güschafsen, MSgeschnittene Blmnemnotive, von Goldfäden festgehalten, fanden sich auf schwarzen Crepamänteln, in reichsten Farben glühend, die Ne-lgung zum allevedelsten Luxus doikummtierend. Der Luxus des winterlichen RedoUtenzcmbers, des großen Wendkleides, wirkt weiterhin nach. Allen Dingen hat er'seinen Stempel aufgedrücktr den Puderbüchsen, die ms Gold oder Silber, den Parsümflakons, die aus Achat und Elfenbein verfertigt sind, den Handtäschchen ans Platin- Maschen mit echten Steinen, dem Strvh der Hüte, der Paletotwolle Und den Stickereien. Auch diese find bedeutend kostbarer geworden. Der Strumpf zeigt reich gestickte Seitenzwickel, dev Schuh gestickte RaUdvertzierungen, die Sandale Mit der Hand ausigeDhrde -Perlenstickeveiien. -Und das Kleid! Bald ganz, bald nur im unteren oder DeA .HMckt, «chält es. eine gestickte. Schürze oder einen vok oben ÄS unten durchlaufenden Stickereieinsatz. Auch der gestickte Hut ist nichts Außergewöhnliches. Mit dem gestickten Tüllschleier und mit der mit Stahlpevlen gestickten Handtasche wich Wh jede Dame vertraut sein. Und selbst der Kasfisch gewordone schmucklose Handschuh wich bald Mit gestickter Manschette erscheinen. /KAUFEN /IE: BILÜC/T : IM tfDB»- II. TABOR/TR. M? 18 (HOTEL NATIONAL), reuPMon «v4-rr * VIKTOR ME IS ELM AN N SALON FÜR FEINSTE MASSANFERTIGUNG KOSTÜME/MANTEL KLEIDER / PELZE WIEN, 9. BEZIRK, HÖRLGASSE 9, TÜR 12 —- TELEPHON NR. 3744/«- MIEDER UON K 170,000 AUFWÄRTS Modellhüte aüö erstklassigem Stadtsalon wegen vorgerückter Saison zum Preise yon K 200.000 aufwärts abzugeben »KARGOY*, WflEN, I. DEUTSCHMEBSTSRPK.ATZ 4 Die Wiener Mode macht nicht all diese Extravaganzen mit. Sie.-hat.,sich-einen Stil ausgebildet, der ,zum Wesen und zur Figur der Wienerin paßt, die nur das annimmt, was ihre Anmut erhöht, was threnr Geschmack nicht widerstrebt. Das heutige Derby wich dieses Prinzip sicherlich bestätigen. . Harmonisches Ensemble, das war von jeher die Parole des Wiener Schneidergewerbes. -Man wird gewiß bei der heutigen Derbyschau eine Reihe smarter, weißer Tailor made-Kostüme oder einfache Alpaka-Trotheurkleider schen; auch der maskuline Typ mit weißer Hemdbrust, gestärkten Manschetten und glanzsteisen Eatonboh-Kragen wird bei schlanken Figuren auftanchen. Mer die Kunst des Modellschöpfers besteht darin, Kleider zu schaffen, die elegant sind, ohne mit der dominierenden einfachen Linie in Widerspruch zu geraten. Das bannte Modellhaus Jda Reich u. Bruder wird dieser .Aufgabe kt vollem Maße gerecht. Cs wird, beim heutigen Derby, das nicht nur als sportliches Ereignis, sondern auch als Toilettenschau gewertet werden'muß, mit einer Reihe von' Toiletten vertreten sein, die den kultivierten Wiener Klvidergeischnmck dokumentieren, welcher zwar von Paris die Anregungen erhielt, hier aber entsprechend, der.Figur der Wienerin veredelt wurde. In der Abbildung zeigen wir ein interessantes Modell, das von Frau .Claire .Wallentin . (Deutsches BoMscheater) getragen wird: ein .apartes fr anzösisches Complet ans schwarzem Fulgurant; in der Taille bauschen, sich wviß-ischwarze Straußsedevn (Pleureusen), die auch den dazu passenden Schirm stilgerecht schmücken. Das Kleid.selbst ist ebenfalls aus schwarzem.Fulgnrant und zeichnet sich durch ein giletartiges Vorderteil aus bordeauxrotem Crepe Satin aus, welcher über und über mit goldenen Cabouchons mR. verschiedenen Flittern in indischer Manier bestickt ist. Auch das HalÄeistchen der bordeauxrot gefütterten Jacke bringt goldene Cabouchons, so daß zum schwarzen Einheitston die Buntheit der Verzierungen eine wundervolle Farbensymphonie bildet. Schwarze Schuhe, lichte Sönnenbrandstvümpfe und der an der Innenseite bordeauxrote Schirm haben die'Aufgabe, diese Harmonie zu vollenden. Selbstverständlich het Jda Reich u. Bruder für den exquisitesten Geschmack vorgesorgt: Spitzentoiletten, originelle Stickereikleider, AlpEl7 Modelle weÄen in blendender Schönheit aufmarschieren. Auch die Schuhmo d e wird nicht zu kurz koirmum. Diese Bekleidungsindustrie, die ganz auf Gediegenheit in Geschmack und-Material eingestellt ist, hat im Modellhaus Leopold Jellinek gegenüber dem Volkkstheäter einen ideenreichen Propag-ator gefunden. Als führende SchuhweMätte boingt es zum Derby eine Reihe von neuen Modellen, von denen wir. ein Damen- und ein Herrenschuhmodell in der Zeichnung festgchaljen haben. Der Damenschuh, Modell „Cannes", zeigt die Sandalenfo ryr mit charakteristischem geschlossenem Vorfuß und ist Ms dezvntfavhenem -grauen Chevreauleder verfertigt. Für den eleganten Herrn hat die- Firma einen sandfarbenen' Antilopenlcherschuh geschaffen, der' mit weinrotem Glanzbox kombimert. ist.. Besonders ge-, langen erscheint, uns. das. Modell „Monte Carlo": ein voll-; kommen geschlossener Modehalbschuh aus grünem Chevroau--' leider, mit. grünen, eidechsenledernen Ornamentauflageu. Be-I sonders aparten Reiz hat ein den koketten Namen „Mimi" tragendes Modell, das sich durch einen 'origineller^ 'Quasten Verschluß auszeichnet. Das kritische Auge wird beim heutigen Derby Gelegenheit haben, die aus vornehme Wirkung, eingestellte Toilettenschau. zu. studieren und darüber zu staunen, daß bei aller, Einfachheit der -Hochsommer- und DerbyKsidung noch immer Raum geblieben ist für Phantasie und Erfindung, Eigen- , schäften, die das Wiener Modegewerbe in'hohem: Maße besitzt. R. M e n c z e l. Neueste im Mode! Ihaus,s IDA REICH & BRUDER Wien, VI. Mariahilferstrasse 39 I, Kärntnerstrasse. IV {im Hause Nmnam) VIII. Josefstädterstrasse i {Ida JReich) in mod ernst eingerichteten separierten Färberäumen mit garantiert echt türkischem Henne Auch Frisier-, Maniküre- und Massagesalon. «graues PERMANENTE AUSSTELLUNG Kunstgewerblicher Arbeiten aller Art Binsen / Handarbeiten / Hippes Feine Damenwäsche Handgemalte Kleber und Tücher Hausindustrie EXPORT Hanna Menzel & Cie« Kunstgewerbe Wien, I. Burgpassage 10628 Täglich von 9, Uhr vorm, bis 6 Uhr abends. 417 Telephon 77 4 01 ZENTRALBAD, I., Weihburggasse 20. VttRURGG.'S SDMü not OEUtSOCn.VOÜCSWUQKSU * 3)er vornehme 3)erbyschuh für IDamen und Herren * Ohne Badezwang. Kein Oassenladen. 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