Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1902 (1.6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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AKm, OMMK WßwviM-W, ÄL so deiMch und angeblich unabwendbar! k* voffsteht. Es wird an pazifistischen Proteen natürlich nicht Mvn- Aber das genügt nich^. Hier bietet sich beat Pazifik sten sine große .Gelegenheit, zum Angriff gegen die Kriegsfreunde votGlgehmr. Denn wer heute ein FreunddeS Krieges ^st, überzeugt von sermr Naturnotwendigkeit und: Größe, kr muß dnlsequenterweise auch ein Anhänger des Gaskrieges sein. Aber ein Krieg, der mit den Mechvden der'. iUugeziefervernichtung geführt wird, verliert den letzten Kchimmer von Heroismus und Grüße, er sinkt herabzu einer chemisch-mechcmjischen Massenausrottung, er Sst Zeugnis einer nicht zu überbietenden zynischen Schändlichkeit. Kanonenfutter konnte noch heldenhaft h er a^sg-e putzt werden. Der Mgeziefertod aber ist das Ende von Menschenwert 2ld -Würde. KMunttm. Wissen -Sie, was das ist? Es laßt sich nämlich schwer erklären. Konjunktur, das ist, wie soll ich sagen? Nso, jetzt ist keine. Oder ja? Mein zwöWhriger Neffe, der sich in - Marken und Valuten anskennt, sagt nein, und DitM Gustav j •Den der Börse, der alte Gauner, der seinerzeit iteku -den! Schuhen gegangen ist — jetzt geht er neben den Socken —, \ ^behauptet dasselbe, weil Konjunktur, wie er meint, immer! •mit der .Hausse zusannneuhängt. Eigentlich ist das nicht! ganz verständlich; denn jetzt, wo keine Konjunktur ist, gibt! es beispielsweise eine .Hausse in Falliments und im Landesgericht. Für arme Mädel, wenn auch mit Ausstattung und Möbeln für ein Schlafzimmer, gibt es natürlich auch - keine Konjunktur. Und in solchen Mädchen gibt es doch bekanntlich eine große --Hausse, was man auch von den Scheidungen sagen kann. Geschieden ist bald, aber geheiratet wird schwer. Die Sommerfrischen sollen heuer auch gar keine Konjunktur haben, -weshalb die Regierung -den biederen Landleuten durch die Lebens Mittelzölle unter die Arme greisen muß. Das Publikum bleibt diesen Sommer in Wien, wo schließlich auch iGelsen genug find. Die Schn-eiderateliers haben sebbstvevstündlich auch -keine Konjunktur. Die Damen können sich die teueren Dekolletes nicht mehr leisten. Weniger als -nichts kann man doch nicht ansichen u«d das kostet sehr, viel Geld. Auf dem Korso kann man sich kaum mehr blicken lassen. Damm geht man jetzt zum Ersatz in die Strombäder. Auch mit den Operetten war heuer nichts. Obwohl sich die Herren Macher so gut „angel-chnt" hatten, find sie umgesallek, und wenn einer einmal einen eigenen .Einfall gebracht hat, war es doch "van Haus ans Essig. Das Kino hat noch immerhin eine ganz gute Konjunktur. Dort wird etwas geboten, dort gibt es Kr jfcben etwas. Lachen und Weinen, Freude und Schmerz, Licht und Mnsterms. Mt dem Boxen war bei uns auch nichts. Mchit, weil die lokocken Sitten und Gebräuche oder der Umgang mit Menschen sich verfeinert -hätten. Aber das Fußballspiel genügt uns vrMommen. Auch Kr abgebauie Waatsobev- Mrpter ist jetzt keine Konjunktur. Sie warten -umsonst. WcÄ ist also KonjunAur und wann ist sie? ES läßt sich wiMch schwer umschreiben. Pak-riotismuS zum Beispiel kann man desinreven. Wenn sin armer Invalide mit! einem Bein auf der Brücke das Gottevhalte umWert, dann ist das ein Pateriotismus ohnegleichen. Pol itü k ist, wenn die,,-Rechte" nichts weiß mch die ,Mcke" auch keim Ahnung W. Glück, -wenn man die 'Abendblätter in die Hand nimmt und seine JnsolVerH darin noch immer nicht steht. Karriere, -wenn es einem gelingt, ins Ausland zu entkommen. H ochv chtung genießt einer, der -sein Auto noch nicht verkauft hat. E r-fo l g, wennman nicht die Jeritza ist und es einem doch gelingt, auch ohne Leibgarde Beifall zu Wommen. Z u s r i e d e n h e i t? We r kennt die nichts Datz ist das, was man bei keinem Menschen findet. En tchasibsam k-e i t hat Busch def-rmeri, das Vergnügen m Dimgen, welche wir nicht kriegen. Aber -ivas ist iKo-njun-k'-iu.^ Wjo hören Sie: Sie. sind ein Kmchmarm und man hat 'Ihnen zu- Beginn des Krieges km irgendwo einen Waggon Ware gchhickt. Der Waggon sit verschwunden, akr nach zwei Jahren ist er wieder ausgetaucht und an Ihre Adrche gebangt. Drei Bit.rlel der Waren waren se!bstverständl:ch gestohlen, aber der übriggebliebene Rest hat Sie auch zum Verdiener gemacht. Sehen Sie: Konj-un-cktur! Oder einer war wichtzsinMg und hat ftott gelM. Jede Woche hat er sich einen A-rMg aus Kredit machen lassen und sich -dazu immer ein Paar Hosenträger gekauft. Der Krieg kam, wir Men, daß wir nicht siegten, und -was glauben Sie, was der Mann d«nn nur Kr seine alten Hosenträger bekommen hat,- wie die. Kou-junltur da -war? Ja, wenn .man -das gewußt hätte! Stakt atte Römer zu studieren, hatte ich alte -Hosenträger sammelnsollen! Aber jedem ist es nicht gegeben. Ein anderer Fall: Einer hat Zigarettenst-ümpse, auf -deutsch „T-schick^", »Uftzchoben,- jahre lang, und sie dann -mit ein-or guten Mem-rwaA- M'schung als „Aegypüsh'.. dritte Sorte", hevansgebracht. als es nichts mehr zum Rauchen gegeben hat und die K o njunktur ausgenützt. Ein anderer hat Dag und Nacht Romane geschrieben, mit Mord und Tod und Mist- .irrib Alkohol und Groß-stadtsumpf und Enthüllungen, skHu/ druckreif, einseitig, aber man hat die Sachen uM nähtnen wollen. Aus einmal ist eine große PaPie'rnot.aWtzöbroHrn.. iss» Das hervorragende jüdische Qe sebieh t s veist GRÜEST3S, GESCHICHTE DER ki 3 eleganten Geschenkbänden (ca. 2000 Seiten stark) erhält jeder, der die „WXEItfKm MORßEMXKJTUB?©“ abom»ie*t 3SBS und die Be*ugsgeöühr auf ein Mir im vorhkien entrichtet // Jahresabonnements^ Falls Zustellung ins Haus gewünscht wird, sind überdies kür Porto K 1-8:000 zu Für das Auaktod beträgt diejahresbeztr gebühr das 12fache des am Kopfe des Blattes ersichätcteeri fl ' prr-e zuzüglich K 38.000 füt Expeclltionskoercn KttO*0& und ein namhafter DeMattsienihändler hat die paar Zemmer Mamsikripte um schweres Geld aufgekrruft. Konjunktur. Einanderer -hat sich mit allen Tapferkei-tsmedaillen hingestellt und die Hand a-usgehalten. Die Le-utg haben nichts gegeben, -bis ihm die Augen aufgegangen sind und er als Blinder angetreten ist. Der Mann hat sich geholfen und, : wenn er heute an einem Minden vorüber kommt, gibt er : ihm reichlich, spricht freundlich mit ihm und sagt dann: Auf Wiedersehen! Bon einem Fall habe ich gehört, wo einer! einen Frencken aus Uruguay schief angeschant hat. Dir > Folge war eine Ohrfeige und der Mann besieht jetzt eine! Rente in uruguayischer Valuta. Das war eine Kvnj-unkturi ohrfeige. VÄlie haben ihr MäntÄchen nach dem Winde ge-! dreht und es geht.ihnen sehr gut dabei. Ob man davon leben kann? Jawohl, wenigstens in der PoMÄ, daher der Name KonijuMrrrpolitiker. Es ist verschieden. Mancher war Praktikant und ist dann durch die Konjunktur irgend ein Präsident geworden. Heute wäre er gern wieder Praktikant. Es soll Leute gx-'ben, die nicht in Frauken spekuliert haben imd auch fertig sind. Das ganze ist KonfunDursache. Zur Konjunktur gehört eben auch Konjunktur. An mir ist sie immer vorbei gegangen. Vor Jahren habe ich ein Spar-, kafsabmh mit 5069 K. geerbt. Das habe ich heute noch. Were nettes TMWAMAMMM Die Nachtwdaktion der „Wiener Morgenzeitung" ist: (ab' 6 Mr abends) unter den Nummern: 29ML lOI zu. erreichen VÜMWWklMW Hi ■wHi >Ffi * > i#-1~» tAMji sSWjvlwJI iWW Die. Satzburger Sommechvischsn Lviaren bei den Menern sehr bekidbt. CM dem Jahre 1W2 ist eine Aendermtzg einMvetew DamcM tauchten die erstem WWdmMN Wer omtisemitiische AuSIfchreitu-wgon und -AuslbsuttkLig der SomMschvilWer aus. Mechings -wenden M jetzt noch Lue wenWeNl davem ervMeVu, wie im Jahre ML Mtzli-ch die Fvemldelnisaiso-n geschilosien wurde .und alle nicht Uüch iAaG- Wtz WDinsd-tzen das Land vorlasien mußten. J-.zwischen haben M Hakenkr-eu^ler dtzrt. am Maß gewonnen, weshaM». es nicht uc-iuvcichig ers^cknit, sich von dor - LvnWvMkevung auÄseuten und StM moch ^beWiWsM W lassen. MN a- M Mmvmnt die Pertje des PiinWmes, hat uns Wende bMnntgegMn: Mr 'M-lme r Wo Pvtt umjd Aatz vo>» MMY bis 15XXX) K. a-u .-f-w äro-tts, Mv eine PvtGom, ohne Zimmer vom 7&0Ö0 K. austvLrts. In -W HoW erster MHe find diese Preise enchprechemd er- Mst. Mm MivtzWMm MmidsibeM kostete fax -Äwiigeu MamÄ ateOOO W 3Ö'.0®0 K., ein- KiloMMm KaÄWeM NO00 As 36.090 K., ein Ei 1600 Gis im K., ein ®ltee Mch Ä> m SW K. Eftr BeschW dsr Gsmeichechrtvottmg gsHM Mische Wste besteht nW und sie Wt «heMo Me die auf de-m StamiditzuiM W womiach Mtze und das Wne Nch-<W> Mt. DK Ä M,^zP8rWttk^tM -E Mn HDcher MMWO^K., ,NÄk K-, WWM -MttaNuudMbbndesfeu Pvo Datz mch W9SÜ K. BMHtzystdn-60-.M m 98,000 K.. eftr RiBflM mm K., M MsgMMm mfc Ä M SMV-Ä., M'A Och m kW A m m» MAch! 4000 K. - BWVMdev-WliMme WMr Wdr vWhe v.i-s die GÄre-indever-treMW WkMchkvche ,Msae-r - * vosn A. --md vt do-rtigen meiden lvE. Zlus Ha klein wind gsWiebsiv: IkmiMlschrviK brÄ 10MY K. aufwärts, mit sivoi Betten -Vom 20-009 K. würts. Pensi-on-spveise 40.000 M 80-000 K. solhm Z-immer). Ein Kilog-mmm Fleisch 34.000 bis 30:000 K.; ein Ei iiÖOO K., ein Liter MW 4200 K., än KiiloMMM, Butter 50.000 K. Antisemitische Stvölmungen find «W vorhanden. Jüdische Gäste werden genau so gern Hesihsu wie arische. Das Hotel Stem, von dam dldse AirMufist sta-mmt, Wie im letzten SoinWer guimeyst Mische Wste. Zu den Zi'mmerpreisen kommt noch die FvsmdisnlstsMr, Vis 30 Prozent beträgt. Man beachte, daß w den mieiftem an' de«Ml. Fällen bei der -Auskunft der ZuMagpr FveMdenfheuer verschwiegen wird, wodurch die ÄwnDme hervorgerufen wi-rd, >daß die Fremdemsteuor im Preise inibegriffen ist. Während das Land SaWuvg wegen der an-ülsemittschLN Stwmurvg soiweit als möglich ist, -wäre gegerr das Salzkaurmergut nichts eirlKUiivenden, wenn es dort nicht so teu Ischl verlangt 100.000 K. Pr gange Pension luden evste-u Hotels, von 70.000 K. au'Mivts in denmittstren^ ein Kilogramm Rindfleisch kostet.32:000 bis 36.000 K^ ein Kilogramm KaWMsch 34.000 M 40,000 K>, ein Liter Milch 5000 K. Bezüglich der BehMdLmg Mdtsch^-r Gäste schreibt die Kurdikettion: Bad Ischl ist diesbeMMh in Wien so -LMunt, -daß die Bocmiwovttmg Aeis-er Frage wohl überMsfig ist. Die BeryNugnntzen, wie Theater, Kurovchester, sportil'iche VemnftaltuWÄv, Feste, Danz- Wende uftv., sind zur Genüge begannt. H-ail-il sta d t gibt an: MnbÄGiMMrMn MW0 bis 20.000 K. aiufwäM, Zweibettzimmer von 20.000 bis 30.000 K. aufwärts, dchu 30 Prozent GeweindeaibtzHe. Än Kilogramm Mjch 30:009 K., «im Ei 1600 K., m MWMGS000K. : Mondfaer ^etzWN^x MM) W M00ü MveibetGMnew 20E bis Mvv K., vylle BechMgM K GaisWem $5Jm MZ 60.000 K., m Elöveu HotM 90,000 fe 100^000 K. Angaben über tzie gMeveni Wlsn. Die LchemAMitWprKvft sind h-ö he-v »M W i e,n. Der Ort Gietst AMveHHe MchMgW, MMKe SeMher, Rudev- Und SWÄWM, DKMantefichsM«, BovtMrj, Konzevte Wv. Sn WolfM NM am WöWaaMee: Ein KÄogmllmr Mmdßchch kostet 26.000 M 30.000 K., SchnitzMflchch 40M efc* m* M5ch M0<K., M Ei M0 K. Weder in der Gems-Wr. noch sonisi KGchi «He antifsmUfche De-NdeG, was sich, attch darin zeigt, dützi k^echtu Ve r-e i'n im OÄe besteH, der den A r^'vip-v-r^r <vzpche-n angenommen Wo. Did PensivnZibetvGe ibÄragM im G r-^and HotM 7' MAwonen, ein Biät vom, IM W 3 GMro^nen aufwärts, vom 4» WH antzchvngen von 2 bis 5 GoWronm aufvMiis (das HMi, daß M mt Reichen berechnet ift und alleMrvM allen KoMsort äHvieist, dürfte es im IM blstitzer g-chen), m -W MWs Peter und ,-Weißes WM" 80r0M As MM) K», vpm 1. Juli am tOOO m 115:000 in dem Mchgvn GaMjan 65.000 iW-.OVO K., WM 1.- M-r an 7O.OM M 95.OOV K. Nur ünt Gasthof Dc^nev und im dar ,HWsmW-e" deivagen oü PemsionHweist M-O>6O bis K:0OO K., vom L JG «n-W-.OO0 bst 70:900-^. , i : Ebe-H» tMv -M es m WUWMmr HWHmmevtjMPMfe von 2&Ö0O’ m 30:060 U aMWrts, Pensionsipreilfe von 8O;OG K. auftvÄW, -chr WtzMaWM Rin-dPeW Wet 28M) W MW9 Ä.,.KMflWs 'Wdv.Ws MM .WMM.ein Gi^MV- M MO K,, ein Wer -Milch 4WO W 4M K. Dre sW«y -MMmMMM Md MWitznWvn M MoMvochMtm, Wrmid- und Äer« Wo, Rsudsr^ Md GDÄWgWm Gv. M Mm-nt. rftcht Wicht ev- 'Sfeuäti a^SigÄ. MhvvO iim V«WW HWe Ke KüMveltionem m jfafym M-L GKA'htzv &mm* wWnMiSMbMfts vemchtet iist", ist LMMV davon Hne Mm PMpn MÜKn.' Wn- HW daß Ke WM chMrÄwlDt.ntzö>n M M, LMN 'wevÄen