Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1902 (1.6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980985--19166-3006291- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ffe. MS Wien, Sonntag Wiener.' MovaemerkuttK. 1. -Juni 1924' Ve«eH aber fofcefe Presse als eine Mt Auskmdsvevtvetung der ruWchev Anden. DrÄe Briefe, die an Smotenssi gerichtet nmrven Md nicht gedMckt werden konnten, gingen verlorenda er keinen Wert auf -« Sammlung der Hm eingesimdteu Handschriften legte. In dem Archiv befindet sich nach ein Artikel, welcher die Vertreibung aus Temruck, einem Dorfe in der Nähe von Jekatermodar, schildert und der in» Jahve 1874 an Smolenski gesandt und von, ihm nicht geiwuckt wurde, aber von Smolenski als Stoff für seine ErzahLmgen verwendet wurde. Dann ist ein Artikel eHMrr, der an Smolensk mit der Bitte gesandt wurde, ihn ins Deutsche zu übersetzen und in der „Neuen Freien Presse" veröffentlichen gu lassen. Der Artikel ist nicht unterzeichnet, aber Drnaburg hat aus verschiedenen Andeutulngen seststelleu können, daß sein Verfasser der Dichter Sch. S. Dürre ist. Der Artikel enthalt viele unbekannte Einzelheiten über di« Pogrome der Achtzigevjahre. Bon diesem selben Lurie ist ein Brief vorhanden, der über die Wirkung eines zionistenfveuMichen Artikels berichtet, den er in der russisch-jüdischen Zeitung „Ruski Jetvrej" veröffentlicht hatte und der ihm den Zorn von Zwi Hirsch Rabinow-its ch, dem Herausgeber der Zeitung, gezogen hatte. David Gvrdon, der Redakteur des „Hamagid", schrieb au Smolensk im Alai 1882, daß ihm verboten worden sei, ein Wort über die Besiedlung Palästinas zu schreiben. Wer Nicht nur die Regierung arbeitet,, gegen den Zionismus von, Jerusalem aus — so schreibt David Govdon im Jahre 1884 an Smolenski —schreiben die Rabbiner an alle Rabbiner nach Rußland, man möchte das BoK von dem Gedanken des Jischnw abbringen. „Und diese unsere Rabbiner können mehr schaden als die türkischen Beamten." David Gordou berichtet auch att Smolenski, daß 1884 400 zum jüdischen Glauben lübergetvetem Russen (Subotniki) Boten nach Palästina gesandt haben, die ihnen einen Platz für die Anstedlung aüssuchen sollten. Bon großem Interesse ist ein Brief, welchen BenJchuda im Sommer 1882, kurze Zeit nach feiner Ankunst in Palästina, an Smolenski gerichtet hat. Der Brief enthält einen großen Plan für die Besiedlung des Landes durch die Juden. Da ist ein Wort, das die Parole des Nationa'lsonds sein könnte: ,Moden kaufen, kaufen, kaufen. Guten oder schlechten, viel oder wenig, was nur gelaust werden kann, müssen wir lausen." Frau Leoni Smolenski hat durch die Uebergabe «dieses Archivs an die NationaMbliochek in Jerusalem der jüdischen Geschichte einen -wertvollen Dienst erwiesen, Walter Der vielbeschäftigte , Walter Riehil ist, wie bekannt, jüngst von seiner Partei mit Elan hinauAgeschmissen worden. Es muß schon schr arg gewesen sein, wenn seine Getreuen sich gegen diesen Menschen zur Wehr setzten und ihm die Türe wieisolr. Riehl ist eines der geistigen Häupter der nationalsozialistischen Bewegung, und er wäre jetzt in der für jeden geistig Interessierten unerträglichen Lage, den Schatz an Ideen, die sich in fernem Gehirn zur Rettung der deutschen Hochziele, der völkischen Bewegung und der arischen Rasse auffpeichern, ungenützt liegen zu lassen. Zu seinem und des deutschen Volkes Schaden. Da man ihn nun in Men mit deur eisernen Besen hinausgekchrt hat, kommt ihm der Salzburger „Eiserne Besen", ein SchmieMatt niedrigster Sorte, zu Hilfe, und an dieser Schändung Guterchevgs numnt nunmehr Walter Richl lebhaftesten Anteil. Er sudelt in der „Folge 16" euren Artikel herunter, der sich gewaschen hat. Ein SchmuMbel und wcchplich kein leerer. „Christliche Mädchen und Väter! Furchtbares aus einem Tag Anwaltspraxis. Ein Sittenbild von Wien" heißt der Titel im unverfälschtesten Hakenkveuzjler-Deutsch. Der Inhalt dieses Artikels soll in den: Leser zunächst den Eindruck erwecken, daß dieser Richl eine nennenswerte Anwaltspraxis besitzt. Das kann man dahingestellt sein lassen. Hören wir aber, was dieser sogenannte Anwalt in seiner Praxis im Laufe eines Tages an Caasen abzuwickeln.hat. Es sind int ganzen vier, was auf' den Beschäftigungsgrad dieser Kanzlei immerhin einen interessanten Schluß zuläßt, aber auch die moralische Beschaffenheit der Klienten irr ebenso interessantem Licht zeigt: „Die Tochter eines braven, echt deutschen Maschinenmeisters hat sich mit einem jüdischen Studenten eingelassen und ihrem braven Vater eingeredet, sie werde von dem Juden verfolgt, wolle aber keineswegs mit ihm etwas zu tun haben. Der erbitterte Vater wirst den Jriden zur Tür hinaus." „Sie hat sich eingelassen." Das ist hübsch ausgedrückt. Sie hat sich aber nicht nur eingelassen, sondern auch noch den Vater angelogen. Wacker, o deutsches Mädchen! Es kommt aber noch schöner: „Folgen: Der rachsüchtige Jude zeigt den Vater »wegen Körperverletzung rnt. Seine Tochter hat ihm gestanden, Alimente aussichtslos, verdorbene! deutsche Rasse der einzigen Tochter eines Mannes rmd einer Frau, die alles für ihr Klick geopfert haben." Also Rasse verdorben »nd nicht -einmal Alimente!? Ist das sin Anwalt? Und wie war das Familienleben in diesem Haus? vielleicht hätte etwas nuchr zutraulicher und herzlicher Ton zwischen Bater und Tochter, rassische Belehrung, rechtzeitig Vas große Unglück der Vernichtung einer reinrassigen, biederen Familie vechnckem können." Da kommt man aus die Vermutung, daß der Ton zwischen Vater »nd Tochter nicht so zutraulich und herzlich war, wie zwischen der- Tochter und diesem verdammten jüdischen Schwerenöter. Rassische Belehrung tut in solchen Fallen Wunder. -7 Das ist der Vormittag. Ein Fall. WaS ist am Nachmittag los? Riehl plaudert anmutig: „Nachmtttags: Es erscheint ein hübsches, blondes Mädchen mit echt nordischem Gesichtsmib Körperbau, Tochter eines noch dazu christlich organisierten Staatsbeamten. Das Mädchen war angestellt' als Verkäuferin in einem jüdischen Warenhaus. Dort lernte sie einen ftMschen Prokurfften kennen. Wie immer ist ihr Unglück die Schön- Wt und der gevadMl germanische Typus, aus den es die Juden abgesehen haben." WaS tut der, natürlich Mische Prokurist mit dem Mädchen, dessen nordischen Gesichts- und Körperbau Walter Richl so gut studiert hat? Er führt Vas Mädchen in einen soMtde-mokratischen BWmvgsverein, verschafft ihr billige Theaterkarten, die auf- Äärncke Kunst des Ratmund-Dheateas tut ihr übriges . .. A«S dem Sexualleben kann ich die gleichzeitig empörenden irrimmer wisderstihrenden typischen Merkmale hier nicht im Sinne des (Aon rm dritten Male, ihre i 144 *&•©. aufs Spiel m setzen." G<uug an deml Walter Richl erzählt nicht alles, toaS « weiß, auch schweigt er Wer die erlaubten Bor- Vevg«ngSmitLel. Wenn chn sein Freund Jerzäbek mt nicht ttwischt! Dessen Jargon ahmt Richl übrigens ganz Mt nach. D»S Mäd«^"' acht zu der Mutter des Prokuristen. Boi tan Anwalt heißt daS der alten Kalle". Bei NßE» gWc« Sdollr wich daS Mädchen „bffchmwft. hinaus- Rechtsanwalt. geworfen, bei den Haaren gerissen, geschlagen und nicht unerheblich verletzt." Me Kallen pflegen nämlich die Sitten bet Riehl-Partei zu üben. Welche erlaubte Vorbeugungsmittel empfiehlt nun Walter RiehL? Wäre es nicht Pflicht, durch auftlävende Schriften an alle die 16uüd 17jährigen Mädchen solchem Unglück entgegen-' zntveten? Und hatte nicht auch der Vater, der gewiß für sich und seine Person ein ganz guter und strammer Antisemit ist, vor allem bei seiner Famitte anfangen sollen? Ein etwas mehr heimlicherer Don hätte vielleicht mehr gefruchtet, da wir ja doch gerade bei hübschen Mädchen, die so schr durch ihren Beruf den Gefahren ausgesetzt sind, durch hanebüchene und etwas zopfige Langeweile gar nichts ausrichten!" Riehl fürchtet also bereits für die 16- und 17jährigen Tochter guter und strammer Antisemiten. Das ist merkwüMg. Ist in diesem Alter bei germMischen Mädchen die Gesicht so groß? Der Nachmittag wäre demnach ganz amüsant eingeleitet. (Wobei uns auffällt, daß Richl unheimlich diskret ist und absolut keine Namen nennt, weder der Verführer noch der, ach, so armen Gretchen!) Also .. nun kommt noch eine alte Bekannte, die hübsche, ebenfalls blonde und echt germanische Frau eines biederen Ehegatte und die Mutter sorgen vorbildlich für den Rässennr,schling und versagen sich ein eigenes Kind, damit der jüdische Sprosse nicht dadurch 'beeinträchtigt wird. Meine Aufgabe habe ich erfüllt und den jüdischen Kerl wenigstens ordentlich geldlich gepackt!" Da hat einmal die Gerechtigkeit gesiegt. Heil! Hell! Der christliche Ehegatte mck die Mutter versagen sich . . „ Ja, ist denn der § 144 schon aufgehoben? Darf so etwas in einem arischen Haus Vorkommen? Nick wenn schon, darf der Anwalt das erzählen? Ihm kommt es natürlich darauf arr, „Öen jüdischen Kerl wenigstens ordentlich geldlich zu packen". Das ist zlvar nicht gut deutsch, aber Mießlich kann, man das von dem Awvalt nicht verlangen, wenn es ihm in diesem einen Falle gelingt, ordentliche Mimeltte hcrauszuschinden. Wieviel hat die Monde und echt gsvmamsche Frau" (was ist da echt, die Liebschaft mit dem Irdischen Bankbeamten oder das peinliche Versagen?) davon bekommen? Im vierten Fall gcht es schauderhaft zu. Ein Dienstmädchen aus Kärnten — schau, schau — läßt sich von einem 16jährigen Juden verführen. An diese Verführung glauben wir nicht. Cher schon, an.das Folgende, das Richl knapp und scharf hevausbringt: „Es wird abgetrieben. Ein alter Verchrer heiratet das Mädcheir. Er weiß von nichts." Das ist schade. In Kärnten pflegen die alten Verehrer so was zu wissen. Und die Moral aus diesen vier Fällen, die den Dag Richls ausfüllen? „Immer handelt es sich nur ganz prächtige, HMschh hoher strebende (gerade das ist das Unglück!), blonde Mädchen nordischer Rasse. Und da wundert man sich noch Mer den Rückgang der rein germanischen Elemente in unserem Bolle! Auf ein Vermischen mit dunklen, gedrungenen 0stischen Typen haben es die Juden nicht abgesehen, die heiraten, werk sie bescheidener utüb zütmMcher srnd, die nrchr bequemen Jnnglnrge unseres Bottes, die sich niemals so anstvengen Mid bewerben wollen wie die Juden. Am meisten aber ärgert mich die geradeM hohnvolle Frechheit und zugleich Verachtung des Juden und seiner Angehörigen Km die Rasse seines Opfers. Die schäbige I ü d t tt, die tter des im zweiten FMe gemnuten PrMrvisten, hat im VsÄaufe chrer Beschinchfungen dem am Boden siegenden Mädchen die Worte zugeschleudert: ,Mauben Sie vielleicht, mein Sohn hat es notwendig, eine dämme Chrlltin zu heiraten? Kümmern Sie sich um das Kind, mein Schn heiratet nur eine Jüdin, die Geld hat!" DaS mit den dunklen, gedvmtgenen ostischen Typen muß Richl geirauer erklären. Wir verstcheu das nicht. Es ist auch aufzuklären, wieso hcher strebende, blonde Mädchen nordischer Rasse inwrer dom Vermischen anheimfaillen. Ein Jude würde eine solche Behauptung nicht so ohne weiteres aufstellen. Mer Richl muß das besser wissen. Was wir Her besser wissen, ist, daß eine schäbige Jüdin, das ist die alte Kalle von vorhin, die Mutter des Prokuristen, niemals so zu Mutter ihres Enkelkindes rprechen würde, wie das Richl erzählt. Das llt bei Inden yicht der Brauch. Vielleicht in den Kreisen Walter Richls, der seine Schinrpserei ntit der wehmütigen Klage beerbet, daß man ihm übel üiurmt, das; er „die bxutaleü Mittel des Antßsemitts-- m u s b e s ü r w 0 r t e, die gerade jene Mädchen, auf die eS «- kommt, rettungslos abstoßen". Und deshalb die weiitae kummervolle Frage Riehls: „Wer hat schon ein hMscheS, blondes^ Mädöl in einer antisemitischen VevsaMnkmg gesehen?" Da hilft nur eine geistige Gegenbewegnng, „gekettet nur von den gelbildetstsn und bedeutendsten Köpfen unseres Volles". Als solchen geistigen Gegenbeweger empfehlen wir mit gutem Gewissen Walter Riehl, den Rechtsanwalt mit vier Fällen an einem Tag. Holl! Heil! HM! Wie die Jugend verdovben wird. Wie berichtet, haben avr letzten Montag die Bvüder Peter und Franz Harter in SabHnrg den Schuhnracher Alois Schulz und seine Frau Marie in: Schlaf MerfaKen mrd ermordet. Der eine Mörder ist 21'Jahre, der andere noch nicht 18 Jahre alt. Em Leser in SaliMrg schreibt uns unter dem 26. d. zu diesem Geschchnis: „Die Stadt des .Eisernen Besens', der vöNscheir Hrrrra- und Stoßtrupp-Politik, wird heute von einem grauenhaften Mord in Atom gehalten. Ein 18jähriger Jüngling, Mitglied des kacholffchen Jünglingsvevemes, hat aememsam mit seinenr Bruder Meister und Frau überfMen uwd gemordet. ,Kantig und handlich' wurde die Hacke, das Mordwerkzeug, vorbereitet und mit ,zwei scharfen Hieben' wurde gemordet. Das waren die eigenen Worte der Mörder 'beim Bechör. Liest sich das nicht gevadeZu ivie etwa ein ArtM des Mernen Bqens'? Hort man da nicht die scharfen Kommandotöne heraus? — Kantig und haMich! — Wie erfrischend das klingt. Man sicht sie förmlich, die beiden Jungen, stramm in Windjacken, Ueberschwnng und Sturm- Helm, aezrert mit Hakenkreuz, erfüllt von demr eingetrillten Gedanken, mtt Taten ihr Heldentum beweisen. Sollten solche Jungen ihren Tatendrang unbefriedigt lassen? Ist es wirWich nur das Kino, das im engen Hirn den Gedanlkcn §mn Mord erweckt? Unsere Seelen sollen saniert lverdeu und ringsherum wird Haß gesät, werden junge Hirne mit Phrasen vollaestopft, denen MovvgMnken entsprießen. ,Er war bloß ein y § Jahr im Jünglingsvevein und konnte in dieser ~ Irckrm ' .- r Das sivbzeZ. kraut zu gedechen? ,Er war' der Sohn eines Bergmannes,* schreibt dasselbe Blatt. Dürfen mrr Bvamtensöhue, wie Novofab, morden?" Es ist kaum zu zlveifeln, woher diese beiden Jungen den Mordgedankett hattem Sie sind rrregeleAete Opfer des herrschenden Zeitgeistes, des chauvinistischen Hasses, der, von oben geduldet und verhätschelt, in Oesterreich und besonders in der österreichischen Provinz, die Jugend betäubt mch ins Verderben führt. Irr vergaste Krieg. Bon Haus Ratonek Es ist beschlvssene Sacher der nächste Krieg wird als Gaskrieg geführt werden. Die ho-lländische Kammer beschäftigt sich schon jetzt mit dieser Gewißheit und scheint geneigt, die Konsequenz zu Men: Wschafstmg des Landhettes, das Lei der Form des kommenden Kriegesi Kberflüssig geworden: M Parallel mit der Debatte über, die Abrüstung des Heeres gcht die Diskussio»t, ob und wie man sich dem Wettrüsten in Gfftgäs «mschließerr sott. Kaum jemals hat sich, ein Parlament mit einer wichttgeren Angelegenheit beschäftigt. Es ist kein Gsgenstand des Augenblicks, aber einer vom übermorgen. Und ziemt es der Politik, ihre» Mick biswelleir auch, über ldaS Herrte hllmuS auf Kommende Dinge zu richten. In den Laboratorien Englands, Frankreichs und. Amerikas sind die Giftgasrüstrmgen in vollem Gange. Die Errungerffchaften im heute noch theoretischen Gasabwehr- und Gasangriffskriege überbieten sich, an verheerenden MögssichMtem Man keMt die Gegner noch nicht, die so gerüstet eines Tages antteten werden, man weiß nur, daß sie destßmmt mit der Gaswaffe! antreten werden, die es möglich! nwjcffo die Bevölkerung eines kleines Landes, wie etwa Holttmd, ür wenige« Stunden durch! Gaswvlken und GaShiomben zu vernichte«. Deshalb wurden ja auch die Nieder- M» als der vrstt Staat vom großen Grauen gepackt. > Die Frage nach, der GruPPiernM der Gegner wäre heute noch verfrüht. ES genügt, daß man weiß: die Gif^ tzaschemAer mtt» Gaskriegstheoretiker sind an der Arbeit. In den Jlchren vor dem Weltkriege wußte man nur: Vers große Krieg wird kommen. Main wußte aber nicht, wie er aussehen wird. Es ist fraglichob die Völker bereit gewest« waren, ihn zu führen, wenn sie gewußt hätten. Jetzt, nM dem Weltkriege, sind wir in der Technik des!. Krieges, wie nicht anders zu erwarten, ein gutes Stück Wetter. Man beschäftigt sich nicht nur mit der Tatsache des neuen Krieges, man glaubt sogar schon Ul wisseil, wie er sich abspielen wird. Es ist höchst charakteristisch: die dcotwrndigkeiL eines kommerrden Krieges ist immer schon lailge vorher.ststgelegt, ehe sich> die Partner, finden, die ihn' führen. Gaskrieg: das steht fest. Für das übrige wird schon das Instrument selbst, werden seine schuldveladeneir Erzeuger, werden die darin üivestierten. Kapitalien sorgen, die nach Betätigung des von ihnen Geschaffenen dräilgen. Wie die Dinge liegetl, kann man offenbar nichts tun, als den kommenden Lroßen Gaskrieg erwarten. Immerhin, das Gas macht die Heere überflüssig. Zeigt das nicht einen Weg? Führt der Krieg sichi nicht selbst ad absurdllin? Der Gaskrieg in seiner vollendeten Form ivtrd vielleicht erreichen, was die Pazifisten mit jahrzehntÄairgeil Msolutioneu durchzusetzen nicht imstandde waren: die Abschaffung der überflüssig gewordenen Heere. Vielleicht nlüssen die schrecken des Gaskrieges kommen als die letzte Lektion der dezimierten Mellschheit, als das Nvll plus ultra der Vernichtung. Die Apokalypse des vergasten Krieges wird gleichzeitig auch die Apotheose des Krises sein. An sich selbst erstick^ wird er die Lust gereinigt zurücklasien. Man kann die 'Bernichtungsgreuel des kommeilden Gaskrieges nicht kraß genug an die Wand malen. Auch ohne die äußerst« Lektion muß es möglich sein eine Geiiaür rfl