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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-28 · Heft 1898 (28.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1898 (28.5.1924)
Date
1924-05-28
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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m&s VeNe 8 Wien, Mittwoch T-utsckeS Volkstheater. Heute IbseuS -BrhiiVFreitag SudermannS „Blumenboot^ 8 a m m e r s p t e l e. Heute „Lissv, dieK ock o t t e morgen „® i e 2JI c t y" mit Erika G l ä ß n e r in den Titeltofftg. T h eater i« der Josefstadt. Heute, */»§ Uhr abend», „D e r Kaufmann von V e u e d i g . SamStag „Der Diener zweier Herren". . Raimund-Theater. Heute und morgen „K om ö d t e um Rosa". Freitag beginnt Irene T r i e s ch in der Titelrolle von ,H e d d ä Gabler" ihr Gastspiel und setzt dieser Sonntag in „RoSmersholm" fort. ' Wiener KomSdienhans. Heute Erstaufführung deS Wiener DolkSstückeS mit Gesang „Eine m t t T a l e n t von F. Materfeld und AloiS Berla mit Mizzt Z v e r e « z. Reuaisfancebühne. Sonntag, 4 Uhr nachmittags, gelangt Hermann Heinz O r t u e r s Wiener Stück »Sumpf" zur Aufführung „ , Johann Strauß-Theater. Bis 6. Juni täglich .Haschisch". Am 6. Juni Erstaufführung vou „Des K-nigS Nachbarin", eine Operette aus dem deutschen Rokoko in drei Akten von Fritz Grünbaum und Wilhelm S t e r k, Musik von Lson I e s s e l. ,, Modernes Theater. Heute und morgen, Vs» Uhr abeudr, „Flucht «ach Venedig". Freitag, zum ersten Male, „B. G. B. 8 1312", Komödie von Otto Emst Hesse. ___ Erich Manu vom Josefftädter-Dheater und Steffi < Landei 8 veranstalten Mittwoch den 4. Juim um halb 8 ttfcr abends «n Steinen Konzerthaussaak einen Vortragsalbend, an welchem sie Gedichte von Liliencron, Dchmel, Rilke, Ctzokor und dem tschechischen' Dichter Machar zu Gehör bringen weiden. Eröffnung der Jubiläumsausstellung E. M. LilienS. Am Sormtag den 86. d., 12 Uhr mittags, fand im Berliner Logenhaus (Meffffttaße) die feierliche Eröffnung der E. M. Lilien-Ausstellung aus Anlaß des 50. Geburtstages des Künstlers statt. Zcchlreiche Angehörige der Berliner jüdischen Gesellschcfft sowie viele Künstler und Fremde Lilien8 halten sich eingebunden. Der Direktor der Jerusalemer NationaMbliathek Prof. Dr.. Heinrich Löwe begrüßte die Anwesenden und entwarf, rin Bild des Künstlers urw Juden Ephraim Mose Lilien. Er sagte,^ das Judentum könne sich beglückwünschen, einen solchen Künstler hervovgebracht zu haben, da Äliens Kunstlschafisen ^gerade au8 seinem Jickvsein hervorsprießt. Hieraus ergriff E. M. Lilien sekbst da8 Wort und sevgte, er sei zu bescheiden, um all das Lob widerspruchslos emstecken zu können. Er weiß es, daß in den letzten Jahren die jüdische Kunst sehr weit gekommen ist und daß jetzt starke und eigenartige Mische Künstler. am Werke sind. Er erbot sich, den Gästen eine Erklärung seiner ausgestellten Bilder zu geben. Die Anwesenden folgten gespannt den künstlerffchen Darlegungen LilienS zu seinen «ÄHelnen Bildwerken. Aus der Ausstellung sind Werke aus allen Schaffensepochen Lmens vertreten. Einstellung des Theaterbetriebes in Baden. Gegen das Bcchener StadWeater, das rm vergangenen Winter den schweren wrrffchcüstlichen Verhältnissen nur mtt den größten Opfern standhaften konnte, wurde vom niederöstvrveichffchen LattdeSalbgabencmrt die Exekution wegen der rückständigen LustbarreitsabgÄbe mffchrt. Da die Thsatevdireiktiou nicht in der Lage -ist, ßur diqe bedeutenden Beträge aMukommen, war die Stadkgememde Baden gezwungen, den Pachtvertrag.sofort »u lösen. Der Betrieb wird somit unverzüglich eingestellt, da die Direktion außerstande ist, auch alle übrigen aushaftenden Zahlungen zu leisten. Eine Ehrenpension für eine Künstlerin. Der städtische Finanzausschuß hat am Montag einen Antrag «mgen-oimmen, nach dem der seinerzeit als Sängerin sehr gefeverten Karoüme Charles-Hirsch eine monatliche Ehrenpension von 350.000 Kronen gewährt wird. Frau Charles-Hirsch wirkte bet der Erstaufführung der ,JTedermaus" als Adele mit und ist in einer Reihe von Operetten sowie im Fach der Spieloder mit großem Beifall an verschiedenen Wiener Bühnen ausgetreten. Sie steht heute im 71. Lebensjahre. Eine Freundin Richard Wagners. Am W. d. waren 50 Jahre verflossen, seitdem Marie v. Mouchanow« Katergis tte Augen für immer geschlossen hat, Ihrer kunffbegeistevten. Initiative hatte Richard Wagner die Äusführuns des „Tannhäuser" in Paris zu verdanken, sie erst setzte die Intervention der Fürstin Paulme Metternich bei Napoleon dem Dritten durch. Der Meister hat ihr durch die Widmung der Schrift ,,DaS Judentum in der Musik" eine« zweffel« S Gefallen erwiesen. Ihr FreundeÄreiiS, zu dem viele e Juden gehörten, hat eS Hr schwer verzeihen können, t drese Widmung angenommen hat. Kleine Kunstnachrichteü. Der Frankfurter Maler Wilhelm Rnnze stellt' zurzeit tm Berliner Salon „Schulte" eine Sammlung von 45 Landschaften und Porträts aus. — Die Ausstellung der Berliner Secession wird Ende dieses Monats geschloffen. — Die Berliner Galerie Flechtheim zeigt Werke des in Rumänien geborenen, lange Zeit in Deuffchland und Paris wirkenden Malers Julius P a 8 c i n, der sich während des Krieges in Kuba und Neu-Mexiko auf- "j&öJten hat. _ Gerichtssaal. Aammersönger Nezak als Angeklagter. Die Affäre Lwn. DaS Strafbezirksgericht 1 hatte sich gestern mit einer Ehrenbeleidigungsklage zu befassen, welche der Opernsänger Hermann Wiede mann gegen dm Kammersänger Leo Slezak erhoben hatte. Slezak soll am 17. und 18. Oktober vorigen Jahres auf dem Korridor des t^erngebäudes in Gegenwart mehrerer Personen den Kläger als einen Schuft und Schurken bezeichne! -haben. Zu der Verhandlung war Slezak persönlich erschienen. Der Antrag aus Vertagung der Verhandlung, da Wtedemann infolge einer Probe verhindert sei, zur Verhandlung zu erscheinen, wurde abgelehnt. Zu dem Vorschläge auf Ausschluß der Oeffentlichkeit, erklärte der Angeklagte und fein Verteidiger, daß sie mit der geheimen Durchführung der Verhandlung nicht einverstanden sind, weil Wiedemann erzählt habe, es hinge nur von ihm ab, daß Slezak überhaupt noch in der Oper auftretr. Wenn etwas derartiges geäußert wird, dann müssen wir die Oeffentlichkeit zu Hilfe rufen und auf Durchführung der Verhandlung in voller Oeffentlichkeit bestehen. Auf die Anregung des Richters die Sache eventuell durch eine EtKärung auszugleichen, erklärte der Klagevertreter, daß sch» Klimt jg einem Ausgleich bereit fei und von SlMk _Wlener MoeKM?krMS. n» r MMeilungen aus dem Publikum. ims RESTAURANT ws M.OPERER WIEN, II,TABORSTRA//E 12 HOTEL STEPHANIE Erstklassige Wiener Küche / Spezialität; Pfefferkarpfen und gefüllter Hecht Neu! ORIGINAL Neu! Sämtliche Speisen fertig und am Rost Erstklassige Biere und Weinspezialitäten wie Szamorodnier, Tokayer Ausbruch Alleinverkauf der lg. Klein’schen so, Original Polüstinn Medizlnalweine SCHWEIZERHAUS Caff-Restaurant im Prater täglich Orchesterkonzert n Ci Bm Das beste Pilsner Bier in Wien, auch vorzugl. Wiener Biere sowie köstliche Weine / Kalte und warme Speisen nichts anderes verlange, als daß er sich wegen seiner Aeußerungen entschuldige. Slezak erklärte, daß er nicht daS Bewußtsein habe, den Kläger beleidigt zu haben, er habe lediglich das Vorgehen des Klägers kritisiert. „Wenn ich Unrecht habe, so werde ich halt verurteilt werden. Ich kann eine Erklärung nicht a>bgoben und nichts widerrufen. Slezak gÄ> hierauf an, daß WiedevümN die ganze Affäre Lion aus eigenem Antrieb ins Rollen gebracht habe, obwohl er-Lion zu großem Danke.verpflichtet fei, da Lion ihn seinerzeit aus dem Schützengraben hevausgeholt und außerdem durchgesetzt habe, daß Schalk, als WiedemannS Vertrag abgelaufen war, diesen auf weitere sechs Jahre reenyagiert habe. In einer Mitgliederversammlung, die Slezak einberief, habe er gesagt, eS sei hier im Hause eine. Schurkerei begangen worden. „Wir haben einen Denunzianten in unserer Mitte". Daraus fragte Wiedemann: „Wen meinen Sie?", uitd Slezak erwiderte: ,Jch habe Sie gemeint". Das Motiv des Wiedemann dürste darin gelegen sein, daß die Frau deS Wiedemann, die ein Engagement in der Oper anstrebte, nicht engagiert wurde, nachdem sie dem Lion 'vorgcsungen hatte. Als erster Zeuge wurde Karl Lion vernommen, der angab, daß er jetzt Letter der Bukum-Gesevschast, überdies, allerdings derzeit beurlaubt, noch Direktionsrat in der Oper sei. Er habe den Wiedemann, der preußischer Offizier war, nach Wien gebracht und auch bewirkt; daß er stets von drei zu drei Monaten enthoben wurde. Wiedernänn hat gemein gegen mich gehandelt. Ueher Aufforderung deS KlagevertreterS erklärt der Zeuge, daß er die in seiner Erregung gemachten Ausdrücke zurückziehe, jedoch dabei bleche, daß Wiedemann seine Karriere habe vernichten wollen und -aß er ihn um die Stellung in der Oper bringen wollte. Er habe von Redakteuren erfahren, daß Wiedemann gegen ihn losgehen wolle. Der Klagevertreter richtete an den Zeu^m die Frage, ob es wahr sei, daß er als Direktionsrat der Oper an der Theateragentur Frankfurter beteiligt war, so daß er in der Lage war, Persönlichkeiten, die durch die Agentur an die Oper kamen, zu bevorzugen. Herr Lion erwidert, daß er an der Agentur beteiligt war, jedoch mit Erlaubnis des Ministers, daß es jedoch ausgeschlossen war, daß er Leute, die durch die Agentur an die Oper kamen, bevorzugt habe. Er habe auch keine Provision von den Künstlern, die durch die Agentur an die Oper kamen, bekommen. Der Schriftsteller Ludwig Karpath gab an, daß er von Herrn Flandrak, dem Gatten der Opernsängerin Schöne, erfahren habe, daß Wiedemann in München bei der Frau Frankfurter, der Witwe des Inhabers der Theaterogentur gewesen sei, die dar erste Material zpr Beschwerde gegen Lion gegeben habe. Wiedemann sei der Initiator dex ganzen gegen Lion eingeleiteten Aktion gewesen. Die Parteienvertreter beantragten die Ladung einer Reihe weiterer Zeugen, darunter auch der Direktoren Richard Strauß und Schalk. Dcr Richte': gab sämtlichen Beweisanträgen Folge und vertagte die Vechandlung. Me Klage de« tzchwerinvalide« Gallo«. Gestern wnche in dem VhrenbelridigungSprpzeß Gallos gegen Brandets und Wolffnüller estw Reche von Zeugen vernommen. Der Sekretär des Bundes der österWchischen.Lichtspiescheater, Dr. Bauer, gibt an, der Bund habe dem Gallos- Bevband eine Spende von drei biviex Wllionen im Mai 1926 gemacht, wancht geschchen wättr wem er gkwüßt hätte, 28. Mai IM Nr. 1898 daß von den Spenden nur ein geringer Teil den Bedüvftigen Natickialrai Geber bezeugt, daß er seine Zustimmung nicht.dazu gegeben habe, .daß sein Name auf den Austmftn des JnvalcheWechanbeS figurieve. Der Zeuge hatte einmÄl ÄalloS erklärt, &r halte ihn für unfähig^ die Jntereffen der Invaliden zu vertreten. Der Vorsitzende verlas einen Boies des Bürgermeisters Seitz, cmS welchem hsrdorgcht, daß sich der Verband an all« möglichen Koopooationen um Unterstützung gewendet habe. Einige Zeugen sagten aus, daß den Bitten um Unterstützung seitens dieser Körperschaften meist entsprochen wurde, waS sicherlich nicht geschehen Wäre, wenn man gewußt hätte, daß nur 40 Prozent dem wohltätigen Zweck zugeführt, 60 Prozent für Spesen verbraucht wurden. Das Urteil wird heute gesällt werden. -er Selfen-rrebitsch vor Gericht. In der gestrigen Vechandlung wurden die beiden MW angMagten Ellner und Butlermann vernommen. Der ersteve erklärt, daß die Volksbcmk allen Verpflichtungen nachgekommen sei, weshalb von einer Krida keine Rede sein könne. B u t t e r m a n n gibt an, daß er im Jahre 1919 nach Palästina ausgewandert sei. Er hatte die Absicht, dort eine Kunsteisfabrik zu errichten und habe sich auch die dazu erforderlichen Maschinen mitgebracht. Kurz vor Eröffnung der Fabrik wurden aber anläßlich emes Pogroms von den Avabem die Maschinen zerstört und die Fabrik in Brand gesteckt. Da er nun völlig snbsistenzlöS geworden war, kchrte er nach- Dien zurück und trat bei dem Aeroformwerk in Stellung. Er sei nur ein subalterner Angestellter gewesen, der sich -stvikte an die Weisungen seines Chefs, des Trebiffch, zu halten hatte. Das Lieferungsgeschäft mit der Biedermannbank im Jahre 1922 — es handelte sich um 20 Waggons ausfuhrfreie- Ammonioffeckz im Betrage von 13,5 Millionen Kronen, die die Bank bestellt hatte — habe er über Anordnung deS Tvebitsch abgeschloffen. Der Prokurist der Biedermannbank!, Links, sagt «ns, daß er wohl mit Buttermann den Kaufvertrag abgeschloffen habe, der Schlußbrief aber fivmengemäß gezeichnet war. Die Ware wurde nicht geliefert, obwohl 60 Prozent de- Kaufschillings als Anzahlung entrichtet worden waren. Zum Nachweis der Ansfuhrfreiheit der Ware habe Buttermann Ihm eine schriftliche Bewilligung vorgelegt, die sich später gefälscht erpneS. Auf Grund der Strafanzeige der Barck wurde Trckbttsch später verhaftet/ Letzterer erklärt hierzu, die Lieferungen von Ammonioksalz hätten sich ohne sein Bsschulden verzögevt. Nach seiner Verhaftung seien tatsächlich nicht -weniger als 67 Waggons Soda beim Spediteur an seine Adresse eingelangt. Tttbitschbemerkt schließlich, der Staatsanwalt trage allein die Schuld, .daß dos Geschäft mit der Biedermannbank nicht zustande gekommen sei. Die Verhcmdlung wurde sodann auf heute vertagt. - Bom Kindermord freisesvrocheu. Die 19jährige Hausgchilfin Amalie Spazier aus Uw ter-Siebenbrunn im Burgerckand war gestern wegen K in d e smoirdes angöklagt. Sie hatte mtt dem Bauernknecht Osterdal ein B-erMtnis. Als sie sich Mutter Mte, ließ sie der Bursche einfach sitzen. In der Gebärklirrik fand sie angeblich keine Aufnahme. Da sie bei Bekannten Niemanden antraf, mußte sie auf dem FeN>e in einer Strohtriste Gemachten, wo sie von Gebwtrwehen überrascht wurde und «inen Knaben gebar, den sie erwürgte. Sie gab gestern an, daß sie dieauS Verzweiflung getan habe, da weder der KiwdeSvater noch ihre Angehörigen etwas von ihr Wissen wollten. Osterdal habe ihr ^gesagt, sie solle sich einen anderen Vater suchen. Der frühere Geliebte der AngeKagten Emil Osterdal sagt auf di« Frage des Vorsitzenden, warum er mit dem Mädchen gebrochen habe: „Ein Kolleg« hat mir erzählt, daß sie mit einem anderen nach Hause gegangen ist." -Bors.: Daraufhin haben Sie sie stehen lassen? Weich so energisch! HÄben Sie nicht gewußt, daß Sie als Vater verpslichtet sind, für das Kind zu zahlen? —Zeuge: Ich habe wicht geraubt, daß ich der Bat« bin. Ich weiß nicht bestimmt, oh ich es bin, — Bors.: Sie glauben also, daß Sie richtig gehandelt haben? — Zeuge: Ja. — Berteidiger: Glauben Sie nicht, daß Sie viel schuA» daran sind, daß das Mädchen heute hier sitzt? — Der Zeuge zuckt nur mit den Achseln. Die ftüheren Dienstgeber der Angeklagten sagen Je^t günstig apS, indem sie ihr daS beste Zeugnis auSstellen. Die Frage ausKindeSmord wurde von den Geschwsrneu mit 11 Stimmen verneint und die Angklagte freigesprochen. Wegen eines Glases Sodawasser — drei Tag« Arrest und 8 Millionen Kronen Geldstrafe. Der Gastwirt Karl Pleier in ge r, U. Bez., Märzstraße 67, hatte sich gestern wegen Preistreiberei vor dem Bezirksgericht Fünfhans (Oberlandesgerjchtsrat^ Dr. N e h o d a) zu verantworten, Ein Hilfsabeiter mußt« für ein Glas Sodawasser, enthaltend einen Viertelliter, 200 0 Kbezahlen. Die Pressprüfungsstelle erffärte. daß am 7. Februar d. J^ für einen Viertelliter Sodawasser höchstens 1000 K. gerechnet werden dürften. Der Angeklagte verantwortete sich damit, daß er außer der Gastauch eine Kaffe ehauskon'zefsion besitze und sich für berechtigt hielt, den Preis zu fordern, den man auch in den Kaffeehauslokalen bezahlt. R i chter: .HabenSie ein LuxuSlakal? Ist in Ihrem Lokal Musik? — Nein, — Richter- 2000 K. zahlt man vielleicht in der Stadt oder in den Schieberkasfees. Hier draußen dürfen 0k bei «mm Einkaufspreis von 500 K, nicht 2000 K. verlangen. Dys nennt nm vulgär; „Räubere i". — A n ge k l,: Ich densss, wenn ich berechtigt bin, für ein Gws Wasser, doS mich nichts kostet, M K. zu verlangen, so ist die Forderung für «in Glas Sodawasser mit 20Y0 K. nicht zu hoch, — Nichtee: Sie dsirfenauch für ein Glas Wasfer ketneöOY Krone« verlangen, es wäre denn, daß Sie sich die Luf t bezahlen ließen und den Unfftand. berücksichtigen, daß der Gast, wenn er Ihr Lokal verläßt, üherhaupt mit gesunden Gltewern davonkommt. — Der Richter verurteilte den Angeklagten zu einer ArrMvafe von drei Lagen und einer GWtrffe von 8 Millionen Kronen. Der Verurteilte melvede die Berufung cm. mtiBssäam «WWW

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