Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1898 (28.5.1924)
- Date
- 1924-05-28
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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mmi1»: »wv Nr. 18Ü8 Men, Mittwoch GROSSER KONZERTHAUSSAAL spricht heute Mittwoch den 28; Mai, 7 Uhr abends, über „Die Krise Im Zionismus und Ihre Lösung“ (KeineWiederholung) Karten von K 5000 aufwärts an der Konzerthauskassa; Kehlendorfer, I. Krugerstrasse Nr. 3; Buchhandlung R. Löwit, I. Rotenturmstrasse 22; Bücherstube, II. Taborstrasse 20a Sie Lebensmittelmiirkte. Die stsigende Tendenz der Flieischpveise begann sich bereits gestern.in der Großmarkchalle b-emevLbar zu machen. Im Klöinhaudell blieben die Pvoilse noch unverändert. In der Groß« Markthalle Maren i>m ganzen bloß drei Waggons mit verschiedenen Fleischgattiungen eingstrofsen. Ans den Grnnwarenmävkten.war gestern infolge des küheren Wetters mehr Nachfrage nach «Kohl, Kohlrüben und Spinat als nach Salat zu beobachten. Gestern war auf dem Naschmavkt Mm erstenmal Spargel aus Niederösterreich angeboten. Solofporgel, gebunden, stellte sich auf durchschnittlich 13.000 bis 16.000 K. Pro Kilogramm, Suppensipa'rHel auf 4000 bis 7000 K. im Großhandel. Aus Triest.war eine größere Sendung von Kirschen angekommen, die im Großhandel 16.000 bis 18.000 K. pro Kilogramm kosteten. '. W i e n, 28. Mai. * Die Vortragstournee Jabotinskys. Wladimir Jab otinsky spricht heute um 8 Uhr abends im Großen Kowzerthaussaale über zionistische Fragen- * Gemeindesubvention. für die Rettungsgesellschaft. Der Wiener Stadtsenat hat beschlossen, der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft, so wie im Vorjahre, auch für das Jahr 1924 eine Subvention von f ü n f z i g Millionen Kronen zu bewilligen. Auf Grund des Berichtes dieses Institutes kann festgestellt werden, daß die finanzielle Lage im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich günstiger ist, was vor allem auf das günstige Ergebnis des letzten Sammeltages zurückzuführen ist. * Goldene Hochzeit. Am 24. d. fand im Döblinger Tempel die goldene Hochzeit des Vorstandsmitgliedes Hermann König mit seiner Frau There.se geb. Schüller statt. Der gesamte Vorstand des Tempelvereines Döbling, eine Abordnung des Mariahilfer Tempelvereines, dessen Vorstandsmitglied'Ider Jubilar durch 20 Jahre gewcisen war, der Döblinger und Mariahilfer Frauenverein sowie Delegierte des Humanitätsverernes „Nachlat Jefchurum" mtb des ersten Wiener jüdischen Turnvereines nabst zahlreichen Freunden wohnten dem Festgottesdienste bei. Die Kultusgemeinde ließ sich durch Herrn Dr. Jakob Engel vertreten. Rabbiner H. Dr. Frankfurter hralt an das Jubelpaar eine Ansprache, in der er die verdienstvolle Tätigkeit der Gefeierten auf humanitärem Gebiete., hervorchob. Nach, dem. Gottesdienste würdigte Kommerzialrat PH. K o h n, Präsident des Döblinger Tempel- Vereines, die -Verdienste des /Jubilars um die/Gemeinde und überreichte ihm eine Adresse/ Herr Dr. Jakob Engel,.der ebenfalls eine Adresse übergab, überbrachte die Glückwünsche der Muttevgemeinde und hob die vieljährigen Leistungen des Herrn König im Tempel. Mariahilf als auch im Humanttäts« verein „Nachlat Jefchurum" hervor. Hierauf sprachen Frau Sidonie Kahn als Präsidentin des Döblinger Frauenvereines, und Frau Jda Wolf als Präsidentin des Mariahilfer Frauenvereines. * Selbstmord eines Grafen Monteeueeoti. Aus Baden wird uns berichtet: Der der hiesigen gräflichen Familie Monteeuceoli entstammende Raimugd A. F. . Mich., (Graf) Montecuceoli-Polinago, gewesener Seekadett, Ingenieur der Elinwerke A.-G. in Weiß, hat in Weiz Selbstmord begangen und wurde die Leiche in der Badener Familiengruft beigesetzt. * Brückeneinstürze. Vorige Woche stürzte die S chw e chMb rü ck e, welche den Fuhrwerksverkehr vom Hotel Sacher im Helenental bei Baden zur Villa des Erzherzog Eugen und weiters zur Weilburg vermittelt, ein. Vor längerer Zeit ist auch die A n t o n 8 b r u ck e beim Durchbruch eingestürzt und auch der vom Hochwasser weg geschwemmte Steg vom Promenadöweg zur Regenfeldevstraße ist noch nicht hergestellt. * Der betrunkene Chauffeur. Gestern nachts stießen an der Ecke der Währingerstraße und Kolingaffe ein Autobus und das Privatauto E 197, das der Chauffeur Jirak lenkte, zusammen. An dem Zusammenstöße ist Jirak schuld, der vollständig betrunken war. Sein Fahrgast, der mit ihm . m Grinzing gezecht hatte, würde schwer verletzt. Beide Autos sind bis zur Unbrauchbarkeit schwer beschädigt. Jirak.wird der Führerschein entzogen werden. * Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge. Als gestern abends ein Straßenbahnzug der Linie „I" in der Hattestelle Buraring,. Ecke der Babenbergerstraße stand, fuhr ein in der Richtung gegen das Parlament kommender Straßenbahnzug der Linie in ihn hinein. Es erfolgte «in heftiger Zusammenstoß. wobei zwei Personen leicht verletzt wurden. , ■ (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) * Hotel samt Haus und Wohnmrg, Leopoldstadt, 30 Zimmer, neu eingerichtet, zu verkaufen. Selbstreflektanten melden sich Theresien-Kino. Mariähilferstraße 70, zwischen s und 8 Uhr abends. * Tanzinstitttt Hermann Braun. 14. Bez., Reindorfgasse 42. Vereine. Borträge und BersMMlnugen. Verein TikwathJeh u.d a, 8.' Bez., Benno" Platz 1. Heute, 7,9 Uhr, Klavierkonzert des 13jährigen Meistervianisien Robert Goldsand. Kammermusik. Ansführende: Fräulein Anna Goitein, erste Geige; Fräulein PiroSka Goitein, zweite Geige; Viktor Gombocz, Klavier. Programm: BrahmS, Chopin, Drdla, Hubl, Mozart, Polliakin, Mendelssohn, Sarasate, WieniatoSky. Anschließend Tanz. — Z i o n i st i s ch e Sektion und Jüd is ch e Ti s ch g e s e l l s ch a ft L a n d.st r aß e. Heute, 7,9 Uhr abends, im Caft Lovrana, Zusammenkunft. Vortragvthema Vorbehalten. Schekelabrechnung. DaS Erscheine«'der Damen der Sektion ist dringend erwünscht. Nahalal-Bögen mttbrtngen! — Ingen dvereinAhawat Zion. Alle Teilnehmer an dem Ausflug in die Wachau treffen sich Mittwoch, 5 Uhr abends, mit'.vollständiger AuSrüsttrug am Sterneckplatz zweck? gemeinsamen Abmarsches zum Schiff. ' . . - Wiener Morgenzettung. Urania. Heute, 7,3 Uhr (Großer Saal) : Schülervortrag r Tiergeschichten, II. Elfenzauber. 5 Uhr (Großer Saal) r Unter Kannibalen. 7,6 Uhr. (Kleiner Saal): Prof. Dr. Karl Re i S h o f e r und Prof. Karl König: Eine Osterfahrt der Äiener Mittelschüler in die.Schweiz. 6 Uhr r (Kurssaal): Privatdozent Dr. Wolfgang H i m m e l b a u r: Geschichte des Arzneipflanzenbaues vom Altertum bis in die Neuzeit.il. 7,8 Uhr Moßer Saal): Es war eine köstliche Zeit. (Aus dem Leben des Komponisten Albert Lortzing.) 7,8 Uhr (Kleiner Saal): Primararzt Dr. me 6. und phil. Fritz Schulhof: Ueber die Heilbarkeit psychischer Störungen. I. 7-8 Uhr (Kurssaal): Dr. Otto Neurath: Der moderne Mensch in der modernen Stadt. II. 7-6 Uhr. (Klubsaal): Hans Brandenburg (München) r Vorlesungen aus eigenen Schriften. 7-8 Uhr (Lehrsaal l)r Prof. Dr. Hans Bauer: Grundzüge der ntchteuklidischen Geometrien. VII. 7 Uhr (Staatserziehnngsanstalt, 3. Bez., Boerhavegasse Nr. 15): Der heutige Stand der körperlichen Erziehung. V. Min.-Rat Dr. Karl Gaulhoferr Spiele, Bräuche und Feste. Technisches Musen m. Morgen um 7-10, 10 und ,/,11 Uhr vormittags Führungen durch hie Museumssammlungen. Sonntag Eröffnung des Zeitschrtftenlesesaales. sie Lag B'omer-Feier des Bandes indischer eitern. Der Bund jüdischerEltern im zw eiten Wiener G e m e i n d e b e z i r k e, der sich in kurzer Zeit sehr erfreulich entwickelt hat, veranstaltete im Saale des Bayrischen Hof eine wunderschöne Lag Baomer- Feier für die jüdische Jugend. In seiner Eröffnungsrede wies der Vereinsohmann, Postamtsdirektor Herr Gustav K o l m i n, auf die Notwendigkeit und Bedeutung des jüdischen. Elternbnndes insbesondere für die Leopoldstadt hin. Die Gesangsvorträge eines Kinderchores unter Leitung von Herrn Rudolf H e i m a n n, die Deklamationen einiger Schüler und Schülerinnen, die Vorträge der Opernsängerin Hanna Munk und ganz besonders. das Festspiel, welches von Herrn Lehrer Antscherl verfaßt wurde und vortreffliche Darstellung fand, wurden mit großem Beifalle ausgenommen. Das reiche Programm enthielt auch Tänze und einen Festreigen sowie Darbietungen des Geigers Friedrich M ä si l e r. Erster österreichischer Buchhalterverband. Freitag den 23. d. fand die konstituierende Versammlung statt. In die Verbandsleitung wurden gewählt: Direktor Fiala, Prokurist Schittengruber, die Oberbuchhalter Karl Watzek, Meißner, Janovsky, Richter, Bodek, Buchhalterin Frl. Walter und Buchhalter Kreuzinger. Beitrittsanmeldungen und dergleichen sind bis auf weiteres an Oberbuchhalter Karl Watzek, Wien, 2. Bez., Blumauergasse 8, zu richten. Jüdischer Nationalfouds Keren Kajemeth l'Jsrael. Der Palästina-Film des Jüdischen Natioyalfonds „Eine Reise durch Erez Israel im Jahre 1923" wird zum letztenmal morgen vormittags 10 Uhr,!m Burgkino, 1. Bez., Opernring 19, vorgeführt. Den begleitenden Vortrag hält Dr. Leopold I u st h, Sekretär im Wiener Bureau des Keren Kajemeth. Restliche Karten von 9 Uhr vormittags an im Kino. Mhne und Shakespeare im Brunksarg. . „Der Kaufmann von Venedig" bei Reinhardt. . v -> In diesen wunderschönen Kulissen und Prunkgehängen, in. diesen farbensprühenden Kostümen und funkelnden Stickereien, in diesen hundert Regiewundern der Technik und Ausstattung ist. der Geist Shakespeares begraben. Der Sarkophag ist schön, aber der lebende.Shakespeare ist uns lieber. ■* „Der Kaufmann von Venedigs ist eine der wertvollsten und würdigsten Neuinszenierungen des Burgtheaters. Auch dort prachtvolle Ausstattung. Bemerkenswerte Gobelinkopien im Hintergrund, jedes einzelne Riesengemälde eine Ablenkung von den Vorgängen, herrliche Vorhänge in allen Farben, die sich gelegentlich, zum Beispiel bei den Kästchenszenen, teilen, und ein Gralswunder blauer Ampeln enthüllen, das ebenfalls allzu sehr von Shakespeare ablenkt. .Aber der große Dichter wird im Burgtheater doch nicht! aüsgeschaltet und manches Bühnenbild, insbesondere der wette italienische Garten, die magische mondbeglänzte Liebesnacht des fünften Aktes, ist in der Vorstellung des Burgtheaters dem unsterblichen Werke dienlich, Unbestritten, daß Reinhardt ein gwßer Könner ist. Unbestritten, wohl auch von seinen ergebensten Anhängern, baß Max Reinhardt wußte (hoffentlich wissen es auch seine unbedingten Bewunderer), für viele Rollen des „Kaufmann" seien die richtigen Schauspieler diesmal - nicht - verfügbar. Warum also diese mißglückte Aufführung des Theaters in der Josefstadt nebeu der recht geglückten des Burgtheaters? Ich kann mir nicht, helfen. Reinhardt besteht auf seinen! Schein. Der Eifer macht ihn blind gegen künstlerischje Einwande, die bei ihm selbst bestehen müssen. Es ist eine Justamenls-Vorstellung. * Einwandfrei gut, mehr noch, ausgezeichnet ist, was aus dem Burgtheater stammt: Der alte Gobbo Hugo T h i m i g s. Und der Lanzelot Hermann Thimigs beinahe so gut wie der Burgtheater-Lanzelot Hans Thimigs, der für diese Rolle den großen Vorzug mitbringt, tatsächlich noch ein Bnb zu sein. — Der Shylok Kort n e r s ist gründlich verhaut. Er spielt einen „Kazew" (einen aus der im jüdischen Osten recht verachteten Gilde der Metzger), Shakespeares Shylok.; aber muß malfls anmerken, daß er viele Stunden des Tages und der Nacht über dein Talmud sitzt, wenn er vom Rialto, der venezianischen Börse, in seine vier Wände zurückkehrt. Wir haben schon bei anderer Ge- ~ 28. Mai 1924 ' &ifc » legeuheit ganz entschieden abgelehnt, wenn das jüdische Pubk^- kum wünscht, daß der Shylok möglichst liebenswert gespiÄk werde. Es ist Vandalismus und tragikomische Ghettoangff zugleich. Man spiele den Shylok nur-so, wie ihn das Genie Shakespeares gestaltet hat. Kortuer spielt ihn nicht so. Mit, jedem Wort, mit jeder Haudlung schreit Shakespeares Shylok hinaus: „Ich bin das, was ihr ans mir gemacht habt.^ Beim Shylok Kortners geht aber just diese entscheidende Nots der Rolle verloren. Und ein Uebermaß von Augenrollen- Kreischen, Um-sich-hauen, nimmt diesem knorrig.en Juden das, was ihm Shakespeare im reichsten Maße zugedacht hat: die Patriarchenwttrde. In der Gerichtsszene, die Reinhardt dynamisch meisterlich steigert, kam nicht nur die Charakteristik Shyloks, sondern auch die dramatische Kunst Shakespeares zu kurz, indem Kortner die Antwort auf die Frage des Dogen, warum Shylok ft grausam sei (nämlich die bezeichnende Gegenfrage, wie denn die edel-milden Venezianer ihre Sklaven behandeln), einfach verschluckte. Von den anderen Darstellern ist nur wenig Erfreuliches zu melden. Frau Wagner als Porzia und Frau Servaes als Nerissa sind bloß sehr angenehm (beide weit weniger herzhaft und anmutvoll wie Frau Wohlgemuth lind Frau Albach-Netty in der Vurgtheater-Aufführung), Frl., Fischer als Jessika eine Augenweide, so länge sie hinter dem Gitterfenster sichtbar ist, später trocken wie Stroh und öde wie ihr Liebhaber Lorenz» (Herr S tauch i ita), jce das Liebesgedicht des Schlußaktes umbrachte. Herr Fo r st er (Antonio) war so leblos und schläfrig, legte zwischen e zwei Worte des Textes derart lähmende Pausen ein, >aß man die Antipathie Shyloks gegen diesen venezianischen!Edelmann unbedingt teilen nmßte. Selbst Herr H a r tm ann, der unvergleichliche Major Ferdinand („Kabale und> Liebe") ward hölzern und unbedeutend, da mail ihn aus dem deutschen Norden in Italiens blühende Gefilde vcretzt hatte. Herr Sima, der Hochbegabte, von Rieinhardt dem Deutschen Volkstheater frisch wegengagiert, einer, der voll des Gedailkens Blässe nicht airgekränkelt ist und entweder hervorragerld spielt oder völlig versagt, entschied sich als Prinz von Arragon für das letztere. Er war diesmal so ziemlich unmöglich. Bleiben noch der vortreffliche marokkanische Prinz des Herrrr Dieter! e (dem eine wunderbare Mischung von Naivität und ungebändigter Kraft gelang — der teilte Tor aus dem Orient), und Herr Friedell, der iit der Rolle des Juden Knbal sehr amüsant war; er gibt ihm die charakteristischen Eigenschaften jener wohlgenährten jüdischetr Lebenskünstl-er, denen das Wörtchen ulboh" Lebensmaxim ist. Das Publikum, pflichtgemäß begeistert und in großer Toilette, beziehungsweise Smoking (den trägt man jetzt nicht , mehr ins Burgtheater, sondern nur zu Reinhardt) duldete nicht, baß es bleierne Langeweile übermannte und munterte sich, nach , jedeyr Aktschluß durch begeisterte Beifallsstürnte auf. .. Otto A bel es. Metropoitheater. Smetanas ,Lwei Witwen". In: Gegensatz zu Smetmms „Gchoimnis", das nur dM Namen nach le>kne „komische Oper" ist, smd di-e „Zwei Witwen" ein vichtiges mu>si!k>crttfches Lllsiispisl, dessen feiner Kon« . v-eysattonsstil dem vornehmen Milien angemessen ist. Die Wttwengefchichte — eine luftlige und eine -trauernde Witwe treten als Gejgenfpielerinnen auf — und der Wilderer erinnern ein wenig an den „Wildschütz" Lortzings, dessen deutscher Spieloper sich nbviMs Smetanas tschechische Musik gelegent«. sich nähert. Daneben lächett freilich in den „Zwei Witwen" auch Rossinis tändelnde Melodik mit ihrem spielerischen Passagenwerk und Mozarts göttttche Heiterkeit. Ein leichtes,/ frohes Spiel, dessen Mnftk ans den FuHpitzen dahiuschwedt, die luftige und die trauernde Witwe vortrefflich kennzeichnet und im Heger Mumtal eine gelungene Eharalktevfigur schafft/ Reizend wie «immer bei Smetana sind die juigeudsrischen. Chöre, entzückend die aus einem eiivzigen Motiv witzig aufgebaute Ollvertüre und die Schlußpotta mit ihrem echt nationcklon Kolortt. In der gMckl«ich feftgchaltenen heiteren Gruudstnnmllng, in der Grazie der Bewegung und in der feinen Profilierung der wenigen Gestalten zeigt sich die Stdlfichevheit eines ganzen Meisters. Die AuM'chrung verliaf .überaus flott, wozu der leibhafte Chor und das von K. N edib al, einem Neffen des berühntten^ Dirigenten, geleitete Orchester weseiltlich beitrugen. Die So- Usten überragte Frau. L. Mafek -als Karoline mit -ihrer reichen Stinm:e und schönen Erscheinung. Bortresflich auch Herr Jiranek und Frau Banekova, Herr Hajek und Fmu Sponar als ade-liges und als bäuerliches Liebespaar, Herr Havlilk als Heger eine mcirlige, lebenswahre Gestalt. Das kleine Ensemble aus der PrevinAadt Ottnütz zeilgt uns Wienern:, daß mau auch ohne Stcir-Umtriübe und ohne kostbare Dekorationen gut Theater spielen kann, wenn nur der ernste Will.';tt künstlerischer Arbeit vorhanden ist. sid Aus den Aeaieru. V o l k s o p e r. Heute, 6 Uhr abends, findet in musikalischev Neueinstudierung unter der Leitung S t i e d r y 8 eine Aufführung von „T r i st a n und I s o l d e" statt. Beginn 6 Uhr. Morgen „Die schöne Helen a". Re letzte Vorführung des Films Morgen Donnerstag, 29. Hai vormittags 10 Uhr Im BURG-KINO 'Ä Begleitvortrag: Dr. LEOPOLD JUSTH Restliche Karten sind heute zwischen 7 und 9 Uhr in der Turn» halle, IX. Liechtensteinstrasse 20, und morgen am Tag der Vorführunsr. von 9 Uhr vorm. ui. im Kino zu haben