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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-27 · Heft 1897 (27.5.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1897 (27.5.1924)
Date
1924-05-27
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Bette 8 Wie«. Dienstag Löirver Dlorgenzeitung. «riro88elr uo^ireirrnav88aat. Wladimir Jabotinsky spricht morgen Mittwoch den 28. Mai. 7 Uhr abends, über Je Krise im Zionismus und ihre Lösung'4 (Keine Wiederholung) Karten von K 5000 aufwärts an der Konzeithaasktttut; Kehlendorfer, I. Krugerstrasse Nr. 3; Buchhandlung K.Löwit, I. Rotenturmstrasse 22; Bücherstube, II. Tabontrasse 30a Kammerspiele. MoMn: ,/Lissy die Kokotte". Donnerstag: „Die Marb". An beibm Averiden spielt Erika Mäßner die Titelrolle. Im Raimund-Theater spielt Irene Triesch, die Freitag ihr Gastspiel in Ibsens ,.H«dda Gabler" eröffnet, als zweite Rolle die Rebefka West in „Rosmers h o l m". T h e a l er i n 2 e r I o s ef ft a ö t. Heute: „De rKau sm a n n van V ened i g". Im Johann S t r a u ß T h e o r e r beginnt heute das Ballettgastfpiel des Budapester Operrchauses mit der Erstaufführung des Tanzmimodramas „H aschis ch" unter Leitung des Komponisten .Henry Bereny. L n st s p i e l t h e a t e t. Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, bei ermäßigten Preisen znm ersten Male: „Die Firm g o d l aus A m e r i f a" von Emil IanLo. Täglich, abends halb 8 Uhr: „Sie und ihr Zimmerherr" mit Hanfi Riefe. Modernes Theater. Herrte, halb 8 Uhr abends: Die Premiere des Schauspieles „Die Flucht nach Venedig" von Georg Kaqer. Ausstellung Uriel Birnbaum. Dir .Wiener Zeittunsr" eröffnet heute im Saale des Neuen FraneMubs, 1. Be-., Tuchlauben 11, die dritte Kollektivansstellung der Werke Uriel Birnbaums. Geöffnet von 9 bis o Uhr, Sonntags von 10 bis 1 Uhr. Im Rahmen der Ausstellung werDen auch Vorlesungen des Künstlers aits eigenen Werken stattfinden. Herr Werner-Kahle — „Tchmierendirettor". Es handelt sich trotz des verfänglichen Namens unt eine seriöse Angeleaenhen. In Berlin wurde nämlich ein Dhoaternnternchmen gegründet, welches sich „Die Schmiere" benennt. Es wird eine Wanderbühne in modernster Form sein. Ein Schauspielerensemble wird in eigenen Autos in die Bäder mtb Kurorte fahren imb auch die Künstler werden auf einem modernen Thespiskarren, nämlich einem Postauto, befördert. Auch die Dekorationen, die übrigens von Tony Impekoven entworfen find, wandern per Lastauto mit. Dos Repertoire aber wird ans gutgewählten Einaktern bestehen und die Besetzung wird erstrangig sein. Die wir nun erfahren, beabsichtigt das Mitglied des Deutschen Bolkscheaters, Herr Werner-Kahle, ein ähnliches Unternehmen in Die n zn begründen. „Reue Musik." Eine reizende Anekdote erzählt das Berliner „Tagebuch": Maria Ivogün, die berühmte Münchener Sängerin, will dem .Komponisten Walter Braunfels die „Neue Musik" b-inonstrieren. Zu biesem Zwecke setzt sich die ebenso reizende luie mollerte Sopranistin ans die Tasten des Klaviers. ,.O." sag: Braunfels, ,chas kann ich auch, nur ist mein Anschlag nicht so weich." Trotz des 9hunent* clausus. Aus Budapest wird uns geschrieben: UrrbÄümmert nm den dhnnerus clausus und die Vertreibung jüdischer Talente aus Ungarn arbeiten die jüdischen Künstler im Lande Horthys unter den unglaublichsten Schwierigkeiten und die Rasierrschützier können es nicht verhindern, daß die wirtlich wertvollen Mischen Künstler auch ihre Anerkennung finden. So erhielten anläßlich der Ausstellung der bildenden Künste in Brchapest von 29 mit der! großen goldenen Medaille ansgezeichnelen Künstlern sieben Juden diese höchste Auszeichnung, und zwar: Leopold Horow i tz, Bela I v a n y i - G r ü n w a l d, Philipp 8 a S z l o, Gustav Magyar-Mannheime r, Isaak Perlmutter, Joses R o n a und Eduard T e l c s. Die kleine goldene Medaille wurde 29 Künstlern znaeurteilt, darunter den folgenden zehn Juden: Max Brno, Julius Glatter, Frau; H a t v a n y Bela Ivanyi-Grünwa'ld, Nandor K atona. Philipp Laszlo, Magyar-Mannheimer, Ludwig Mark, Perlmutter/ Rona und Stephan Z a d o r. Das hebrätsch« Theater in Berlin. Dar hebräische Theater aus Palästina wird in Berlin zuerst das Drama Belsazar" zur Aufführung bringen. Die szenische Leitung hat M. G n eine n, der Gründer der Moskauer .Habmrab". mm. Ferner wird ein „Biblischer Abend" und die Musikalische Komödie „M e g i l a t h E st h e r" von I. Engel vorbereitet. Neue Kammermusik in Donauffchiugen. In Donaue s ch i na e n wurden anläßlich 'des Mn-siffestes wie alljährlich neue Kammermnsikwerke gespielt. Pa,kl Hindemith war mit zwei Werken vertreten, einer Sonate für Biola-Solo, op. 31, uui) dem Streichquartett op. 32. Ernst Krenek Hatzte sein drittes Streichquartett beigesteuert, von Ekpn Well es z wurde das Streichquartett H. 28 zur Aufführung «bracht und von Philipp I a r n a ch lernt« man drei neue Klavierstücke, op. 17. kennen. Das Amar-Quartett nahm sich der schwierigen Werke in hervorragender Weise an und sicherte ihnen einen durchschlagende Erfolg. Eine neue TheatergrLndung in München. In der nächsten Zeit soll München um ein Theater bereichert werden. Unfern des Rationaltheaters wird ein eigenes staatliches Schau-- s p i e l h a n s errichtet. Tie Kosten wurden von einem ungenannten Mäzen zur Verfügung gestellt. Dieses neue Hans wird ausschließlich dem Schauspiel gewidmet sein, wÄrend das Residenztheater nur mehr für die Anfsührnno von Spieloprrn und Kanrmeospielen dienen wird. Aus der Musikwelt. Die Stuttgarter Staatsoper tvird ihre kinistierischen Veranstaltungen, die ans Anlaß des „Stuttgarter Kilnstsonrmers 19Ä" geplant sind, morgen Mittwoch mit der Aufführung von Marsch ners romantischer Oper „D11 Vamps r" in völlig neuer Einstudierung beginnen. Die musikalische und szenische Leitung liegt in den Händen von Hans Psitzner, der die Over einer durchgreifenden Neugestaltung unterzogen hat. Die Titelpartie wird Heinrich N e h k e m p c t singen. Karl Futterer, der Baseler KoMPomst, dessen Opern „Das Damenduell". „Don Gil mit grün e n Hoseu" und „Der Geiger von Gmünd" starken Beifall fanden, arbeitet an' einer neuen Oper ,R o s a r i o". Eerichtssaal. Btt Seism-rrMsch vor Gericht. Gestern hat, wie gemeldet, der Prozeß gegen den Reifem T r ebi tsch und zwei Mitangeklagte begonnen. Trebi.tsch erklärte sich als nichtschuHdig und gab an, tt sei mit 270.000 Franken, die er in der Schweiz erworben hatte, zusammen mit anderen Gramer notablen PevsönLichfoiten, dem Bürgermeister und d«n früheren Iuschmmister Hochenburger, in eine Styria KonservenfabrÜk eingetreten^ die Gvsellschwft sei zugrundegegangen und er habe sein ganzes ®*Gb ein gebüßt. Don diesem AiugeMicke sei er in großen finanziellen Schwierigksrten gewesen, habe auch bei Eintreibung von Forderungen Malheur gehabt. Er sei in Wien zu fünf Monaten schweren KeaSers wegen Veruntreuung verurteilt worden, erst später habe sich herausgestellt, daß die ihm anverttxmten Gegenstände vom Magistra. idschen BeziiEsamt in Verwahrung genommen waren. ,/Jch war", sagt der Angeklagte, „der erste in Oesterreich, der die lange Kriegsdaner vorausgesehen hat und bemüht war. Seife aus dem neutralen AuÄand einzuführe n und Seife zu strecken". Schon 1918 hatte ich einen Zusammenstoß Mt der Leifenfirma Schicht. Nun erstattete der Haüptver'band für Seffenmdustrre gegen mich eine Strafanzeige wegen Schädigung der Wehrmacht, ein DeMt, woraus Tod durch den Strang stand und ein Attest ans dem Schicht-lLabovatorrum war der Anzeige beigelegt. Im Kampfe gegen Schicht habe ich „Di>e Seife" gogrÄndet, und, «m mich an der Hevausgabe zu hindern, bin ich fortwährend in die entlegensten Winkel transferiert worden. StaatsanwM: Warum sind Die enchoben worden? — Angekl.: Ich wurde nicht enthoben, sondern bekam nur als erkrankter Mmdertaugkicher einen dreimonatigen Urlaub. Enthöben wurde ich erst im Jänner 1918 ans Intervention von Schicht, nachdem wir Frieden miteinander geschlossen hatten. Ich hatte fünf FachtznGchriften zu leiten, außerdem die Betriebe der „Gedes", das Aeroformwer<k^ die Fabriken in Theben und in Preßburg. Diese Unternehmungen vergrößerten sich täglich, und mn mich rühren Pi können, habe ich die österreichische VoKsbank gekauft, damit sie für mich >eine Dearincfftelle werde. Im März 1932 hatten wir allein 400 Millionen Umsatz. Eines Tages erschien zu meinem Entsetzen in einem Abendblatt eine Not'itz, daß die chemischen Werke info&reni seien. Das hat mir das Genick gebrochen. Es folgte dann Schlag auf Schlag, und eines Tages wurde ich verhaftet. Ich kann mit Sicherheit sagen, meine wirtschaMche Lagr war damals nicht so ungünstig^ wie sie hingestellt «wurde. Mer nun, da ich in Hast war, konnte ich meine Geschäfte nicht weiter abwickeln, auch trat damals der Sturz der Krvne ein, und Waren, die kurz vorher erstanden, sanken enorm im Preise. Alle diese Umstände zusammen haben meinen Ruin herbeigeftrhrk." Um hatb 1 Uhr wurde die Berhandlung unterbrochen, sie wird harrte früh fovtlgestcht werden. Ae Mage de« Schwerindalide« Sallos. Minister Schmitz als Zeuge. Bor dem Schwurgericht hat gestern die Beohandluiig über eine Klage des Obmannes der SchwerilnvaUdenvereinigung Gal los gegen den Obmann des Landesverbandes der KrisgLvüvalödeu Br and eis und dessen. ^Sekretär Wolfmüllrr wegen mehrerer tu der „AÄreiterzeitung" veröffentlichter Artikel begonnen, in denen dom Gallos unter anderem vorgswochen wurde, daß er in innigen Beziehungen zu den Monmchisteir und de>n HakenlreuAern stehe und daß er für seine GeWvumÄuwgen eine von ihm selbst nachgemachte StampiWr mit dam Namenszuge des Ministers Schmitz ^braucht dadurch den Leuten Geld heremsgolockt habe. D« Angeklagten erklärten, die Artikel gchchrreben za HMn, mW boten bm WechchvUsbewvis an. Bon 500 Millionen «gcham-metter Gelder seien nur drei Millimren für FürsmyrMvecke verwendet worden, ^während der Rest aus Provisionen und Drucksachen anfgmq, die bei tweim Verwandten bät bestellt wurden. Der Mieter für s^öaile Be-rtvLttung Schmitz sagt als AkML «us, daß er die Zustimmung zur BerwenLnrntz seines Han««S unter ein Empfehlungsschreiben für eme Weihuachts- Epn des Gallos ge^bm yeLe. Nach vielen MonatLn fei chnc MttzrteÄt worden, daß mit seiner Unterschrift GÄder -gestwmrrlt werden. Zur BewiÄfcAtßgp«g der Untr-rffchvift «mittelst .Mächte hckbe der Mnftter keine Zustimmung gegeben. Auf Lhffvqgen des Vorsitzenden Mt tt zu, dvm Gallos für die Wühpachttaktion eine MUstmt aus dem KriegSopftvfonds ge- #ni zu hoben. AngMagter Brandeis: Wissen Sie, Herr Mi- G-star, daß zwrs StaMpfglien m4t Ihrer Nntrrschvift vorhanden wäre«? Mhchwr Schmitz (auÄvrichsnd): Mir >ist nur bekannt, daß eine Stampigbre beschlaignah'Mt wuÄ»e, die sich jetzt in mein«» SchveLbtffch dchindet. SdkKanKches Hock eÄlart, er Lamre nicht bchoupte-n, daß GalloS sich um sirims persönl-ichen BorMs willen M chn wm N«-k«ftützung des Dmdimr gewendet hübe. D«w GenossenschoftSvmlstcher der Kafsechieder Aglhe r S», daß er wiederholt GalwS und andere WEonäve des füt 27. Mi m? Nt 18571 Schwrrinva lidcnverbandes irr lsÄwsm KaffechauZ unentgeltlich bewirtet habe. Zeuge Oberst Wolfs, Obmann der DconarchrstanparM Oesterreichs, «bastLt'igte. die innigen Beziehungen Gallos M seiner Partei. Der Obmal»r der KricgsbUniden, Leutnant Hirsch, brachte Details darüber vor, wie Gallos die Mitglieder für de-n SchwerinvaLldenveobLnd köderte und sich der Blinden als AushangeschAd für eine Demonstration gegen eine Wiener Zeitung bediente. Die Verhandlung, die für drei Tage anberaumt ist, wurde sodann aus heute b er taigt. Wied« ei« Strabenbahnschaffner wegen Be» iewigmlg einer Fahrgastes vor Gericht. Die Fälle, daß Straßenbahnschaftner sich wegen tätlich^ oder wörtlich« Ghrenbeleidigung gegenüber Fahrgästen bei Ge« richt gn verantworten haben, mehren sich in ausfallender WÄse. Jnsbesmwere ist es das Bezirksgericht Fünshans^ das sich mit solchen Beleidigungen häufig zu befassen hat. Ws Kläger erschien geistern der Kaufmann Josebeschuldig war iber Straßenbahnsch a.ffn cr Fmnz Dimltn g e r. In der Klage wird mirtgeteilt: Sonntag den 10. Btärz kam ich vom Amateur-Sportplatz zur Endstation der Straßenbahnlinie 58 Und wollte mit dem zur Mariahilferstraße führenden Train, fahren. Bei der Haltestelle war eine große Menge angesammclr. Es fuhr ein Train vor; ich war der Meinung, daß der Zug stehen bleibe, und wollte, da ich gan; beim Trittbrett stand, aüfsteigen. Der Schaffner versperrte mir den Eingang und tlvollte mit her ab stoßen. Da aber die Massen nachschoben, mußte ich in das Innere des Wagens. Als ich bereits Platz gervommen hatte, fing der Schaffner nii: lauter Stimme an, mich zu beschimpfen^ so daß cs alle im überfüllten Wagen Chören mußten: „Sie ordinärer Lümmel! Wissen Sie nichts was sich gchört, daß Sie nicht aufznsteigen haben, bis ich es Ihnen erlaube, Sie Lümmel. Sic ungebildeter!" Ich entgegnet: im ruhigen Tone: „Sic habeic kein Recht, auch nicht als „Amtsperson", mich in solcher Weise zu bcleidigen. Wenn ich gegen die Booschriften verstoßen habe, so können!§ie meinen Namen verlangen und mich anzeigen." Er sagte daraus: „No, natürlich! Bon!so einem Lüinmcl wirb man erst den 'Namen verlangen. Ich sage Ihnen nochmals, was und wer Sie sind: Ein Kümmel, ein ungebildeter Mensch sind Tie'." Er meigcrtL sich, seinen Ocamen zu nennen. Bei der Enbschleise Kaiserstraße stieg ich ans und da stang gerade ein Reivifor. Ich bat diesen, er möge den Namen erfragen. Der Revisor war gegen mich äußerst zuvorkommend und höflich und versprach mir, den Namen sofort bckkanntzngeben. Aber auch dem Revisor gegen^ über verweigerte er, den 'Namen anzugeben. Der Richter schlug bei der Verhandlung dein Angeklagten vor, sich zu entschuldigen, wozu dieser sich bereit erklärte. Erst nach längerem Zureden war der Kläger zn einem Ausgleich zu haben und verlangte einen Sühnbetrag von 200.000 'Kronen für die Barmherzigen Brüder und die Bezahlung der Anwaltlspesen. Im Laufe der Debatte über die Ausgleichsfordernng bemerkte der Kläger: Die Straßenbahner stehen sich sehr gut, jedenfalls viel besser als früher. Herr Br ei tue r wird sa gerade in diesem Punkte von den Sportlern unierstüvr. denn in Wien werden allwöchentlich ein bis zwei Äia:che vcransraltet. Alle, die dabei sind benützen die Straßenbahn. Das mindeste, was das Publikum verlangen kann, ist Höslichkei: und anständiges Benehmen, schließlich sind .die Schaffner zn nlhcrer Be-< dienung da. Richter: „Wann werden Tie die Sühne er«, legend „Gleich setz: Herr Richter." Svracks, zog die Brief-« lasche und überreichte dem gegnerischen Rechtsanwalt 200.000 Krotien für die Parmh.'rzigen Brüder und die Nosten in de! ' Höhe von 420,000 Kronen. 3tmgc Burschen wegen Räuber angeklagt. Bor dem Schwurgerichte hatten sici. gestern der Llijährigß Kutscher Johann R n m b o l d und der lOsährige Mvurerlehr«« läng Paul Kilian wegen Raubes, die 22jährige Privats Marie L i nsinaic r und der 20jährige Tgschnerlchrling Karl Rum bald, ein Bruder des Erstgenannten, wegen Mitschuld^ 'letzterer mtßwdem wegen gefährlicher Drohung zn veranÄvorlen^ Es wird den beiden Erstangoklaa>en zur Last aelegtz, die Private Aöarie Schimmlinger, ein: alte Iran, in ihrer Wobttung am 10. Februar d. I., nachts, überfallen, und ihr die Brieftasche, die zirka 1.000.000 Kroneit enthielt, geraubt zu haben. Karl Rumbold leisteite iitzwischen Auspasserdienste, Marie Linsmaier hatte die Tat ungeraten und sich einen 'Anteil am Gewinn ausbedungen. Kart. Rnmoolb hat einige Tage nach Einleitung der Sirafnntcrsnchnng der Beraubten zvge« rufen: ,-Wenn ich nach Hanse komme, werde ich alles heimzahlen", und ist deshalb auch in egen gefährlicher Drohung angeslagt. DRbeiden Erstang^klagten wurden wegen Raubes zu je IS Monaten, die Lins in a i e r wegen Mitschuld am Raube zn 1L Monaten und Karl Rumbold wegen Diebstahlsteilnahme zu vier Morraten schweren Kerkers verurteilt. Bei allen wurde die llnterstkchungshaft eingerechnet. Ein Freispruch. Wie seinerzeit berichtet, wurde der Hek< ausgeber und Ehefredakteur der Zeitschrift „Dic> ideale Ord^ murg" Vom Stmsbeßiriksgericht 1 wegen Gebrauches des bekannten Göh-KiÄnteS Mgemiber der Polizei zu 1.00.000 Kronen Geldstrafe oder 34 Stmrden Arrest ^verurteilt. Gestern hat dal Berufungsgericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. Wessely >den beschuldigten ChesredMeur mit der Begründung sveige« fpvochen. daß tote beleidigende Aenßerung in hhpomaner Au!s^ rsguntg zustande kam,,und der Beklagte nicht die AWcht hatte, me Autorität der Polizei zu verletzen oder zu niüergra^en. STOFFE II ■* <ofon dir. 76

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