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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-27 · Heft 1897 (27.5.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1897 (27.5.1924)
Date
1924-05-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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flte 1897 Wien, Dienstag' Sine Mische BöllerbuMiga in Litauen. , Aowtlo, 24. Mr. (I. T. A.) Dieser Tage fand itt Sfatono iw Gründimgsvevsammlung der jüdischen Bölker b u dliga für Litauen statt. Es wurde ein Komitee eingesetzt, welches für die Legalisierung Ulw Popularisievung der Liga sorgen soll. Das i Komitee soll auch den Kontakt mit der Zentrale der BSlkechuMigen wie mit der litauischen Liga aufrecht erhalten.; Mmeichuang de» tschechisch-ttattenischerr Berttaeer. Taormina, 26. Mai. WußemMnister Dr. Benasch ist ftt Begleitung dirS LegationMretSrs Fan MafaryE nach Rom abgerefft, wo die Unterzeichnung des Vertrages mit Italien erfolgen wird. Dr. Beneisch fährt wahrscheinlich am 1. Juni nach Prag zurück. Ae Srschießung des Mgen Kugel. Warschau, 24. Mai. (I. %. A.) In der letzten Sitzung der sinMschen SeMkommission interpellierte der jüdische Sozialist Lieb er man« wegen der Hinrichtung des 19jährigen Sämuel Engel, der dtzn > Geheimagenten Luezak erschossen hat. Die Gerichtsvechandlung habe ergeben, daß Engel eine Affekthandlung begaMn hÄbe. Er schoß ans Luezak, als ihn: bükcmnt gervoriden, daß Luctzäk sowohl ihn als auch die anderen Kameraden der PtWizei verraten hat. Er konnte gar nicht wissen, daß Luezak Pol-izokbeamter sei, da er ihn Ln seinem Kreise als Kommunisten kennen gelernt hatte. Dennoch hat das Gericht das Todesurteil gesprochen^ well er einen Beamten der öffentlichen Sicherheit geOtB'hat. Es war Wicht des Austiziminsters gewesen, den Staatspräsidenten aufmerksam zn machen, daß hier ein Uebergriff der Justiz vorliegt nnd daß der 19jährige junge Manu zu begn-cchigen sei. »rchlenr Versöhnuugskurs. Budapest, 26. Mar. (Del. der ,/Wr. Morgenzeilung".) Bor einer Woche hat sich LetauuNch eine Demonstrarion gegen die jüdische n Studenten aiuis der Budapeister UwiversttÄt ersinnet, und feiOem wagten die jüdischen Studenten die Universität nicht nrÄhr zu betreten. Nun mußten sie alber, mir ihr Someister nicht zu verlieren, ihre AnnteDchücher -zur Uuteuschvist den Professoren vorlegen. Ms sich heute nach dem Vortrag des Professors Dr. Kurl Tan gl die Mischen Studenten vereinigten, «tut ihre Anmckdei'bücher uutevfchreiben zn lassen, wurden sie von einem aubiftmitischsn Detachement der Erwachenden" ükberfaill'LN Md, nachdem sich der Professor aus dom HvriM entfernt hatte, in demiselbon eingeschlofsen nnd s.chwe-rmr iß handelt. Erst auf die Intervention des PoofeMs . ist es geluingen, die Studenten ans ihrer .Lage zu befreien!.' Der neue Fall macht großes Mchsehen, nnd man will -Schritte unternehmen, -daß man wenigstens den wenigen jüdischen Studenten, die infolge des Numerus clausus noch an der Universität inskribiert sind, das Sttchium nicht auf solche Weise unmögjlüch Mcht. M Kein Feuilleton!. Auf jener Halbinsel des Gardajs-ees, die wie eine Kirsche auf langem Stiel sich in die wiuiwdoriblM'M, stets launisch geKvausäten Wasser streckt, gelbranche ich die heUkrÄftige Quelle, die mitten im See entspringt. Na ja — das beginnt schon veridammt seuilletonilstifch, und oben steht, daß es ftin Feuilleton sei. Mso will ich von Catull erzWsn, dem 'üsgMen Wnjgeu Mann aus dieser Gegend, der etliche enMckende, weit mehr ober altberne Keine Gedichte schvich (was übrigens der größerer Produktion auf diesem Gebiete.sMstberfMiMch ist, denn imnwr gibt es unter zehn Dutzend Gedichten — so viel sind von Catnll echaltM geMebeu — höchstens ein halbes Dutzend gute, Lei Catull sogar M eMche mehr); besagter Catull, der sonst eine recht stveribare, in seinem Haß gegerr den Meschmvckben PavvenL Cäsar sehr sympathische Feder führte, 'bereimbe — oder besser gesagt — berhythmeie mit d en zartesten und Üutmlmsten Worten, wie sie nur echte Diebe eingeben tan, eine gewisse Leslbia hvas niicksts mit der bei MS pvozeffuB bekannten erotischen Uebung zu tun hat, die Pur mcmche Frauen Woße Bar- oder Nebenübung ist); diese ÄeMcv war, was wir ein Luder aus der besten römischen GoftHhaft nennen; sie hat denn guten Catull M Zn schafftn gemacht (m Mem wie in Wechtem Sinne) und so stach er etwa dreißig Ich« allt. Sollten nicht alle -> iwie sagt man doch? —- /MWMMcheln DetcM", die ich hier erzähle, siÄWMk, ft fti chre der historischen Unwahrheit gemäße Bochesseruütz den WlosoiWschen Armiffchkevtn ÄbeMssen, weiche den CatM durch öde Uebersetzungerr für sein ganzes NöWebeu heiWas talprsmittiert hoben. KW diesem Mi 1A» schlag» ich mich hiev auf SchM M DW Hevu»«, Md man wich meiner — wie ilmrte-t der terwinus technicuS? — „kMfchen Objektivität", die fachen «in ft! ltebmswlürdiges Bild von ihm entworfen hat, um ft kvchr Almchemllmg zollen ncksftn, wenn ich sage, daß ich Len Keril M einigon Lagen ehrlich hasse. Gr hat den wiMlderfchSnsn EvdewWiMl, dessen hiUMlltsche Stille zemMbten Nerven losendes Labsal ist, g^vadeW ve-v- WW — die eiuhe^mWe Wd jmstW,*w attnt Mich _Äienev Mvrgenzertunss. _ Ae Wen Wse. Radiodienft der '„Wiener Morgenzeitung"? London, 29. Mai. Die markanteste Erscheinung des heutigen Marktes war die neuerliche "Befestigung der österreichischen Anleihe. Bei der Emission der australischen Anleihe wurde bereits die ganze Anleihe im Betrage Von10 Millionen Pfund gezeichnet. Oesterreichische Anleihe 94,73, tschechische Anleihe 99,26, Skoda 01, Bankverein 9, Bodenkrsdit 19, Central Mining 10,50, Diamond 16,50, General Mining 11,75, Royal Dutch 32,50. London, 26. Mai. Devise nschlußkurse: Prag 147,25, New-York 4.34»/., Paris 79,85. Brüssel 93,68-/«, Rom 98,31',^, Zürich 24,61,'Madrid 31,65. Amsterdam 11,62 Kopenhagen 25,75, Christiania 31,37Vr, Stockholm 16,36, Helsingfors 173,l2-/r, Berlin 18,75 Billionen, Wien 808.600, Athen London» 26. Mai. Die tschecho-slowakische Anleihe wurde heute mit Agio iV^/o notiert. Baumwolle: Im weiteren Verlause der Liverpoolex Baumwollbörse kan: es zu einer außerordentlichen Steigerung der Preise. Um 3 Uhr 15 Min. waren die Notierungen um 35 bis 38 Punkte höher, und zwar Nai 18,03, Juli 17,46, Oktober 16.68, Jänner 15,11. Der Schluß Mai 17,99, Juli 17,39, Oktober 16,63, Jänner 15,37, Marz 14,94. Aegyptische Baumwolle 30 bis 32 Pmlkte höher. New-Uork 6 bis 27 Punkte höher, New-Orleaus 15 bis 20 Punkte höher. Zucker: Raffinierte Ware Lei mäßiger Nachftage neuerdings rückgängige Preise. Englische Ware wurde bevorzugt. Weißer Java, Mai-Juni 21.3, Juni-Juli 20,6, Juli-August 20. Tschechoslowakische grauulierte Ware schiffsöereit. 26 Schilling. November- Dezember 20,6 ftanko Hamburg, amerikaursche granulierte Ware Mat-Juni Dampfer 25,6, weiße Termiuware ruhig, bei abbröckelnden Preisen. Mai 23,4Va bis 23,1V*, August 22,3 bis 22,1 V,. Dezember 20. Londoner Aketallmarkt. Kupfer Kassa 61,18,7, Termin- Ware 62,6,21!*, Elektrolyt 66,7F, englisches Blei 31, ausländisches 29,8,7V-, Nkessing 30,6IV-, Fcinsilber Kassa 39,0,6V^, Gold 94,11. Liverpooler Baumwolle. Verkauf 17.000 Ballen, amerikanische Termlnware 32.Punkte höher. Brasilianer 32 Punkte höher, ägyptische Baumwolle 10 bis 15 Punkte höher. Amerikanische Terminware anfangs 14 bis 20 Punkte, mittags 25 bis 35 Punkte hoher. Mai. 17,94, Juli 17,34, Oktober 15,52 Jänner 14,97. Amerikanische Esfektenkurse: Kanaüian Pacifie 148,50, Union Pacific 133, Aikinson 102,62V-, Nordische Pacific 52,62V-, Southern Pacific 91*1?. Paris, 26. Mai. Der Umfang des Geschäftes nimmt stets ab. Da außerdem noch die Liquidation heraurückt und das Pfund eher schwach wird, geben alle Kurse nach, um so mehr als die geringen Verkäufe urtr sehr schwere Aufnahrne finden. Wechselkurse London 77,99, dlew-Vork 18,41, Prag 54,10, Bukarest 8,55, Wien —. Paris, 26. Mai. (Radio.) Effektenschlnßkurse: Banque de France —.—, Pragobanka 400,—, Credit Lyonais 1523, Suez 13,352, Platine 744, Dabrowa 776, Banque Ottomane 793, Central Mining 766, Rio -Tinto-, Le Naphta Russe 398, Succerie d'Egypte 1006, Baku 2495, Cautchoues sin 154,60, Chartered —, Deveers orbin. 1009, Goldfields 76.75, Huanchakas 305, Jagers Fontain 236, Malaeea ordin. 137,60, Maltzoff 416, Mexican Eagle 78, Padang 351,—, Rand Fontain 83,25, Randmine 238.50, Silva plana 164.—. Tanganhika 141, Tubice soie 621,—, Utah Copper 1283, Shell 360,—, Royal Dutch 305.50, Burmah Triest, 26. Mai. Amsterdam 840 bis 855. Brüssel 104,50 bis 106, Paris 122.75 bis 123.25, London 98,25 bis 98,50, New-York 22,55 bis 22,65, Zürich 398 bis 401, Bukarest 10.60 bis 11. Prag 66,60 bis 67, Budapest 0,025 bis 0,03, Wien 0,0315 bis 0,0325, Zagreb 27.70. Mailand, 26. Mai. London 98.47»/., Paris 122.60, Zürich 400, Prag 67, Belgrad 27,90, Amsterdam 850, Brüssel 105,75, New-York 22,68. ' - ' " Aew-Bork, 26. Mai. (Radio.) Devisenschlüßkurse: Taggeld 9% Wechsel auf London 4,34,62, A' TagEpchsel 4,31,62, Paris 5,43, Amsterdam 37.37, Prag 2,94V-, Berliner Schleims 23'/« bis 23V„ Silber 66V«. zw fein — Soilidrten, sicht Mmd aus «Md Hai prächtige Knüder, deren Augen das Bbain des Sees m ihre Iris ein* gefangen höben; Aortitis Vuetim konnte ich bisher, dank meiner inicheiMchen Mchigkeit, ohne es zu wollen, die inttintlsten AnMtbejMheiwn der frsmdssten Miiwenfchen zu er-» fahren, nur Leim Obevkelln-er des Hoteils festistellen — und "der ist aus Wien. Mso, wie gchagt — die BödMevwNig ist, da der OLerikellner erst ganZ kurze Zeit hier ist, bisher ge-. strnd, aber gairz und gar don Catiullitis chwniioa infiziert. Der mehrfach erwähnte GcMl besaß nämlich hier eine Billa und hat dvefe in mohrsachsr Hinsicht erfrsuLiche Tatsache in einem — leider echailtenen — Gedicht ftsiTesteM, das die ,-GavteiMwbe"-Wcktci!nWcvuu'NA ausdrückt, es sei ersveulich, sich mr eigenen Hause aus einem beka>Mtsn Bstt „in Rulhstand zu setzen" tzdas sich in Ruhstaud fetzen hat ein Größerer eüsuwden, einer, dem es wirOch nur das Ende bedMten konnte). Diese Gtchowscheibenbevse stehen natürlich in allen Reiseführern., Prospekten Und Bäder- Mawen. Das wäre noch zu ertragen, denn es gehört zur Sache. SWeWrch, ob es mm heißt: „Fritz i Massary über Gau de CoilvM'e 4711" oder „CatM über Sirnrione", das kommt ans. eins heraus; lvHrscheiMch hat sich der ge-» fchäststüchtige Bvescianer, der die Gchwese'lchevmen von Sirmio gepachtet hatte, diese Reklame Lei Catullus für das BädeviniseraL in den Mnis-chen acta diurna bestellt. Wenn dieser talentierte Lebe- und DichterDnAing auf Bestellung Börse auf den Schwätzer Cioero schrieb (übrigens heim- Nckisch zweideutige), warimn soll er nicht auch ReAarnederse für seinen SomuiemMusds'ort gemacht halben? Diese Wirkung des Catnll ist nicht ft MiMm; viel WAnimer, daß die «inhettn-We Bchö'Kevung ihn sozusagen zn'm OrtAPatron gemacht hat. Qb^ Lei Catnll schwören, Miß ich nicht; aber daß sie ihn. ohne Anllaß >iim Wunde Khren, das stcht fest. Ich eckläre dem Schneider in meineur Kr iZ-taliMveistn Mrechtgelegjen, aus Latein, Französisch und Deutsch gemenigten Idiom, mit dmr ich sehr gut dmchkomne, daß ich ni-eine AujKge gebügelt haben will; was antwortet der Kerl, den ich - ersuche, ominen lichten.Anzug nicht mit der bloßen Hand anznfassen» da es hier keine chemische Picherei gibt: „Ich führe Sie, wenn Sie es wünschen, zu den Grotten des Eatul." W> WÄHaMe weM jd^v WM eines WojWoBes.;, die 27. Mar 1924 «eite 8 Die Borbrreitungeu für Genf. Die Beratungen des Hauiptau s.fchu s s eS ü-bct . die Vorlbeveitnngsn für die Gen f e r T a g u « g" des Völkerbuindrates sind gestern vornrittags fortgesetzt worden. MvndeskanFle-r Dr. Seipel machte nach Eröffnung der Sitzung Mitteilungen über die Detailziffern des NornmiLbudgsts, worauf die Vechandlinng auf kurze Zeit nnterbwchen wurde, um den Parteien Gellegenheit zu Sondev'befprechungen Zu gchsn-. Um 11 Mr trat der HwuhtauSschutz wieder zftsammen, um die Debatte durch-- zufühven. Die Beratung wurde um 1 Uhr abgebrochen, u>m den Parteiführern Gelegenheit zu geben, ihren Klubs zu reserieven. Sie wird Mittwoch vormittags sorigesetzt tvevden. Lr. Arisch über die Sanierung (Eigendienst der „Wiener MorgelHeitmrg".) Berlin, 26. Wai. Auf einer Tagung -des Hansa-iBnudi. in Hamburg hielt Dr. Reisch, Präsident der Oesttrreichischen Nationalbank, eirren Vortrag über die österreichische Sanierung. Er betrachtete die Gründung der Nenienbauk und der Golddiskonkbank in Deutschland, als die Grundlage der Stabilisierung der deutschen Währirng und damit der Gesundung der deutschen Wirtschaft. Unter Hinweis aus das Sauierung'sProgramm des Völkerbundes betonte Dr. Reisch, daß au erster Stelle das Verbot der Kreditgewährung seitens der Nationäkbank an den Stadt stehe. Die Völkerbundanleihe von 650 Millionen GoMronen sei vor allem eine m o rali Ische Tat gewesen, denn materiell haben die VWerbundstaateir dabei fein Risiko übernommen. Oesterreich habe sich noch einmal zusaumreugerasst, nin aus eigener Kraft an der Sanierung mitzuavbeiten. Leider 'habe es sich miteiner Kontrolle des V ö l k e r b u nde s absinden müssen. In ganz kurzer Zeit habe Oesterreich den Ausgleich in seinem Haushalte wiedechergestellt, denn schon seitNovember 1923 sei Oesterreich n i ch t nt e h r aus Zuschüsse des Völkerbundes angewiefeir. Die Frage der Aufhebung der Kontrolle soll im Juni in Genf aufgeworfen und entschieden werden. Ein moderner Staat und eine sozial gerichtete Wirtschaft seien nun freilich komplizierte und kostspielige Apparate, ein gewisser Beamtenstand fei daher unerläßlich für einen Kulturstaat. Die Frage der Gehaltserhöhung der öffentlichen Beamten und die Verhältnisse der Msenbchnen stäu- ' den immer noch als drohende WoKen über der Stabilisievu>ng der Währung. Alle Hemmungen einer günstigen CntwiGung der Privatwirtschaft seien durch das Genfer Samevungsprogramm auch noch nicht beseitigt. Jedenfalls biete die Stäbiltsierung der WährU'W das feste Fundament für die Entwicklung der Oesterveichifj^n Nationalba uk.! Oesterreich fei eine wiriklicheStabilisierung der Währung gelungen.! Man habe in Oesterreich Via facti durch die Praxis eine; «eite 'SfrelaHo«: zwischen Krone uud Gold-! Währung hergestellt, welche die Legi'sbatide wird gm-! heißen müssen. Schon im nächsten Monat werden s i ll Lerne Schillin gm üuzen herauÄkommen. Route des Tages, erKäre ich, werde ich Msamiureniftellett.! ,-Zuerst Müssen Sie zur Grotte des CaAll fahren" — ist die Antwort des Bootlenbers, Md an dieser Route hält er -vielhartnäckiger ftst als an dem uUverschälmten Preis, den er mir anstnW genannt hat. Auf dorn SpWevMtig bc- - tarnte ich Hunger; von weitem fche ich ein Schild, -das -ein delÄates Fischgericht aupreist, Schleien aus deut Gardasee, deren Fleisch ft zart und weiß ist wie Kinsch- Wte» und Würzig den Gaumen reizt. Die Verheißung bosWgM meine Schritte; Wie ich näher komme —- „Gast-! haus zur Villa des Catull, aus den echten Ouddern des Ländhaulses des Dichters er'ba^. Mein i Appetit ist fort, > aneine gute Laune verdorben. Die Wahrheit nämlich ist: Catüll hat ja hier eine Billa gehabt, (wofern nicht die Stelle in seinem Gedicht,! die das büfagt, arvch nur eine ReAameniotiz für eine Sivmio-Dervam-Gesells'chast m. b. H. oder, um ta Brauch M ftlltzen, für die „Siteg" war); aber was als „Grotte des CaE" hier existiert und iu der Bevölkerung soMfttzen! luimkäuist, das ist Gemäuer, dessen Mäteriäl und Bauart auf eine mindestens eibwa siäben bis acht Jahrhurrdorte spätere EübaUnW schließerr läßt. Und die deutschen Ober-! lehvevgrsichter, die sich dort in gottgewollte Ehrfurcht legen, deren Träger daibei in ihrer Auslegung Eatüllsther Erotik die locker-^schtvaWMgerv Arme ft, diese ärmÄtost Mode!) ihrer BetchMosfinnen 'befingern, die schreckliche Ausidlültstung des Respekts vor einer aus der Rclumw entstandenen und von ihr beniützton Gefchichte (Geschichte ist Wohl imime-r nur a»ts Reklame enfftauden) — das ist der schwere Schaden, den Catull tbiefau paradiesischen Ort gebracht hat. DckhaW lebe ich seit einigen Tagen mit Herrn Catull in Feindschaft, während wir bis dahin -im Verhält- - nts wohAvvllender gegenfeibiger Nichtlbeachtu-lig, tvelches das angenehUffte zwischen Zeit- und Vorzeitgeuossiu ist, gestanden waren. Was aber nicht hindern soll, daß ich ehrlich sage: Die Wche Grotte ^s CaM ist enu herrlicher Erdettsteck und Catull ein . stMiPachiischer junger Manu von kMiVievtem, dichterischem Wesen und artiger evo tisch er —! m sagen wir — ,Mdie". Ich gebe für ihn den ewig ju-uge.: > HoGmcvmrsthÄ mitsamt einigen Änderen chronischen PubeMtstalsuten, ft bis heute „altneu tönen". HirWio.ne^.-' Ssigfrsid SHmitz.

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