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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-24 · Heft 1894 (24.5.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1894 (24.5.1924)
Date
1924-05-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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r Skr. im Wien, Samstag Wiener Morgenzertung. 24'. Acar 1922 ' Seite 8 VleMenste wirkt jetzt Hosnrann als Schädling, -er in echt >jIKdi^ch«r W«ei!se vaterländische Werte zerstört. Ich' . bitte, aus sich heraus zu schrieben. Nicht meinen Name« zu erwähnen." . Kritsch in TätME. Bttlin, A3. Mai. (Del. dev ,Mimer Movgenz.iittng".) We dev „Boöivävt^ ntitteilt, geben hie VMschen die „Protokolle der Weisen von Zion" nunmehr in neuer Aufüäige M'tLv dom Titel ,Me zionistischen Protokolle der internatLonaleN Gcheimregierung"; «heraus. Dieser Blödstn« geWicht. auf Anregung Theodor Fritsch', des iGermWeVers des^ ^Hammer". Fritsch, der wegen Geheimbündelei «eine «Gefängnisstrafe hätte antveten sollen, ist durch die W^l KW ObAooMeten strafftet geworden. GROSSER KONZERTHAU SSAAL Wladimir Jabotinsky spricht heute Samstag den 24. Mai, 7 Uhr abends, über: „Is 1 ain, Europa und Juden“ Mittwoch den 28. Mai, 7 Uhr abends „Die Krise im Zionismus u. ihre Lösung“ Karten von K 5000 aufwärts;an der Konzerthauskassa; Kehlendorfer, I. Krugerstrasse Nr.3; Buchhandlung R.Löwit, I. Rotenturmstrasse 22; Bücherstube, II. Taborstrasse 20a Polens Außenpolitik. Kin Expose des AußeamiMterr zamoirki. Warschau, 23. Mi. In der heutigen Sitzung des AußenausschnsseZ des Sejm erstattete Außenminister Zamoyskiem Expose über die außenpolitische Lage Polens. Kd der Einleitung betonte der Minister, daß das ' Verhältnis Polens zum Völkerbünde sich immer günst'iger gestaAe. Die Bündnispolitik werde unverändert bleiben. Die nächsten Verbündeten Polens seien Frankreich und Rumänien. Die Beziehungen zu diesen beiden Staatelt gestalteten sich immer enger. Die Dauerhaftigkeit der Bündnisse mit den beiden Staaten beruhe aus der Gleichheit der Interesseu. Diese Basis könne weder von dem Ergebnisse der französischen Wahlen, noch von der parlamentarischen Umgruppierung beeinflußt werden. Das Gleiche gelte von England, Lessen Arbeiterregierung an der Aufrechtcrhältnng und Durchführung der Friedensverträge 'interessiert sei, Deutschland sei von der Revancheidee beherrscht, biie nicht nur Polen und Frankreich, sondern die ganze Welt beunruhige und die selbst in Deutschland einen Zustand der inneren Erregung und eines wirtschaftlichen und politischen Chaos herbeigeführt habe. Polen erwarte jedoch eine einheitliche Mion der Ententemächte, welche Deutschland überzeugen werde, daß jede Hoffnung auf Beseitigung oder Revision des Versailler Friedensvertrages trügerisch sei. Erst wen:: Deutschland zu dieser Überzeugung gelangt sei, werde die Zeit zur Erledigung aller zwischen ihm und Polen bestehenden strittigen Fragen gekommen sein. Was Rußland anbelangt, sprach der Minister die Hoffnung aus, daß sich' die polnisch-sowjeLrussischen Beziehungen in nächster Zukunft normal gestalten werden. Die polnisch-litauischen Beziehungen bezeichneto der Minister als im 'höchsten Maße unbefriedigend und als größte Gefahr für den Frieden Osteuropas. Bezüglich des polnifch-Lschecho-slowakischen Protokolls erklärte der Minister, durch die UnterferLigung «des genannten Protokolles sei die Spannung, welche zwischen den beiden Ländern im Zusammenhänge mit der Jaworinafrage so lange angedauert habe, endlich g c m rldert worden. Die nächsten wirtschaftlichen Aufgaben der Negierung seien die Abschlüsse von Handelsverträgen mit allen europäischen Mächten. Nach den: Expose des Außenministers entwickelte sich eine kurze Debatte, an der sich nur wenige Abgeordnete beteiligten. ' Sitzung des Board of -eputies. Dit österreichische Optionssragc. — Das rumänische Staatsbürgerschaftsgesetz. — Das Krim-Projekt. London, 22. Mai. (I. T. A.) Am 18. "d. fand in London eine Sitzung -des Depuiiertenrates der englischen Anden (Board of Deputies) statt. Mr. H e n r i q u e 's berichtete über die in Angelegenheit'der Naturalisation von Ausländern zu dem Innenminister'um geschickte «Deputation. Auf die Vorstellungen wegen der Verzögerung von Naturalisationsangelegenlheiten hin wurde der Bescheid gegeben, daß alle diese Angelegenheiten einer nochmaligen genauen Prüfung unterzogen werden sollen. Mr. Davigdor Goldsmid legte den Bericht des Jo'mt Foreign Committee vor. Betreffs der „Optronsfrage" in Oesterreich wurde Herrn Lucien Wolf seitens des Bundeskanzlers Seipel und des Ministers «für auswärtige Angelegenheiten versichert, daß die Klagen von Juden über Ungerechtigkeiten in der Optionsfrage auf 300 schwere Fälle reduziert seien, daß die Regierung alles daran; setzen würde, daß deutschsprechende und dem Deutschtum sympathisch gegenüber- «st >e he n de I u d e n, die in Oesterreich geboren sind. oder dies ch o n l a n g e % i it O e si e r r e i ch wohnen, nicht von der österreichischen Staatsbürgerschaft ausgeschlossen werden. Bezüglich., des neuen Staatsbürgergesetzes in Rumänien wird berichtet, daß, soweit dem Komitee bekannt ist, dieses Gesetz die Rechte der Anden nicht wesentlich bedroht. Es sollen aber weitere Informationen darüber eingezogen werden. Mr. Davigdor Goldsmid berichtete weiter, daß er über die Frage der jüdischen Siedlung in der Krim mit Dr. B >ogen, Herrn Felix Marburg und anderen Vertretern des Joint Di st r i b u t i on Eo m m i t e e s gesprochen habe. Der Plan befindet sich in seinem ersten Stadium., Der Vorschlag, daß die SiedlmrgsaMou aus Grund einer politischen Autonomie vor sich gehen soll, ist nicht in dem.Originalentwurf vorgesehen und er wird auch von den Behörden nicht günstig beurteilt. Die vorgeschlagene «Konzession sicht keine Rassen^- oder Religionsuntevschiede vor. Es ist möglich, daß ein Versuch, diese Bedingung zu umgehen, den ganzen Man scheitern lassen kamt. Herr Covdon Liwermau bemängelte, -daß.kein Bert ch t üb e r U n g a rn vorläge, wo die Bedingungen M die Anden noch immer nicht befriedigend seien. Amerika und der Weltgerichtshof. Washington, 23. Mai. Senator Popper hat im Senat einen EnÄvurf betreffend den Anschluß an den Weltgerichtshof vorgelegt. Der Entwurf wurde an den «Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten verwiesen. In dem Entwurf wird unter anderem auch die Einberufung einer dritten Haager Konferenz zur Auslegung und Festsetzung des internationalen Rechtes qesordert. Re letzten Kurse. Radi-odicnst der „Wiener Morgenzeituug".' London, 23. Mal. Dev i s e n sch l u ß k u r i e: Prag 147,25, New-York 4.33'/„ Paris 80.70, Brüssel 95,25, Nom 98, . Zürich 24,545, Madrid 31,5525, Amsterdam 11,6215, Kopenhagen 25,755 Christiama 31,275, Stockholm 16,345, Helsingfors 173,75, Berlin IS8/* Billionen, Wien 308.500. Lorrdo ,, 23. Mai. (Radio.) Zucker raffinierte Ware hatte regen Markt bei unverändertem Preise. Weißer Java Mai bis Juni 22, Juni-Juli 21, Juli-August 20.9 franko London, tschechische Granulata greifbar 25,3,franko Hamburg, amerikanische Granulate 6, Mai-Juni 2 franko London, weiße Terminware ruhig bei schwächeren Preisen. Mat 24, August 22,10% bis 20,30, Kupfer Kassa 60.176 bis 61, Zink Kassa 201,5. Blei englisches 30 Pfundr ausländisches 28,12, Messing 30,6.3, Aluminium unverändert. Baumwolle: Verkauft wurden 3000, importiert 797 Ballen. Schluß Mai 17,14, Juni 16,82, Oktober 14.99, Jänne, 14.44. New-Iork eröffnete 17 bis 28 Punkte niedriger. Triest. 23. Mai. WienO,0315 bis 0.0325, Rom 840 bis 850 K.. Brüssel 104 bis 106, Paris 122 bis 123, London 96,40 bis 98.60, New-York 22,55 bis 22,65. Zürich 399 bis 402. Bllkarest 10.50 bis 11„ Prag 66,60 bis 67,- Budapest 0,0250 bis 0,03. Mailänder M i t t e l s ch l u ß k u r s e. London 98.45, Paris 122,50, Zürich 475, Prag 67, Belgrad 28, Brüssel 105,16, New-York 22,67 V*. Paris, 23. Mai. Das stetige Steigen, der, auswärtigen Devisen desorientierte die heutige Börse völlig, so daß sie nrchr und mehr Zurückhaltung zeigte. Die Umsätze der Geschäfte zeigte eher eine aib-, als eine zunehmende Tendenz. Natürlich besserten sich alle VÄntenpap'rere mit dem Steigen des Kurses, während svaHÄsische Renten, französische Eiisenbahnen und BaNkMien still lagen. Russische Renten und Petrolmma.'ktien waren etwas befestigter. Eine ähnliche Tendenz der Festigte it war auch ’ in d er Kulisse vorherrschend. WechsÄLlrse: London 81,00, New-York 18,80, Prag 54,60, Bukarest 8,70, Wim . Paris, 23. Mai. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banqne de France —.—, Pragobanka 450,-r, Credit Lyonais 1530, Suez 13,525, Platine 758, Dabrowa 764, Vanque Ottomane 765, Central Mitling 922, Rio . Tinto 2705. Le Naphta Russe 406, Suceerie d'Egypte 1025, Baku 2646, Cautchoues sin 168,—, Chartered 59„ DebeerS ordin. 1028, GoldfieldL 75.- HuanchakaS 306, Jägers Fontain 242, Malacca ordin. 139,60, Maltzoff 423, Mexican Eagle 78,60, Padang 353,—, Rand Fontain 84,26, Ratldmine 247.—, Silva plana 166.60, Tanganhika 142, Tnbice soie 622,-, Utah Copper 1320, Shell 370,-, Royal Dutch 32,200, Burmah —.—, Societe generale — Aew-Bork, 23. Mai. (Radio.) Devisenschlußkirrse: Taggeld 3°/g, Wechsel auf London 4,34,50, 60 Tage-Wechsel 4,3150, Paris 5,38, Atnsterdam 37.32, Prag 2,5l/„ Berliner Schlußkurs 23*/s bis 23‘/„ Silber 66l/s. Set Streif im Ruhrgebiet. Betnebseinsiellung wegen Kohlenmcmgels.. ' Essen, 23. Mai. Von den Kruppschen Gnß st a l w e r k e n wird mrtgeiM, daß infolge des Kohlen, mangels ein Teil dev Feuerbetriebe morgen früh, ein anderer Teil Sonntag früh stillgelegt werden muß. Die Zinkhütte in Bergeborbeck hat helll Wogen 'Kohlenmangels den Betrieb geschlossen., ' Sie RegienmgsbMmns in Berlin. Berlin, 23. Mai. In den heutigen VechaMunM bet Parteiführer hat eine eingehende Besprechung Mer die sachlichen Grundlagen einer gemeinsamen Regierungsbildung stattyefunden. Dev Besprechungen lag ein von der deutschen Volkspartei herrührender, mit anderen Parteien besprochener E n t w u r f zugrunde. Die VechaMungen wurden allgemein als v e rtraulich bezeichnet und wechrn morgen fortgesetzt, ^_ Deutschlands Sanierung. Die Reparationskommiffion arbeitet. ' Paris, 23. Mai. Die Arbeiten der Repa.ra» tionskommission zur Vorberatung des Planes der Experten haben begonnen. Die vier Mtglieder, die ernannt worden sind, um die Bildung der E i s e n b a h n- Aktiengesellschast für Deutsthland.vorzubereiten, haben ihre erste Sitzung abgehalten. Es handelt sich -iruumehr, im Rahmen des Expertenberichtes alle Einzelheiten der Bildung der Eisenbcchngesellschast sostzustellen, welche die deutschen Eisenbahnen übernchmenffoll. Die Mtglieder beschlossen, vorläufig keinen fünften Sachverständigen zu ernennen, so lange nicht vollkommene Einigkeit herrscht. Das Komitee für die Obligationen Mer die industriellen Hypotheken wird am 2. Juni seine Arbeiten beginnen^ ______ Soziale Arbeit des Unterhauses. London, 23. Mai. Das Unterhaus. hat einen.Gesetzt antrag mehrerer Mtglieder, der für Blinde von 30 Jahren an eine Pension von 10 Schilling wöchentlich sowie Er'leichtemngen bei Beschäftigungen von MMn Vorsicht, einstimmig in zweiter Lesung a n g e n o m w e n Ferner wurde ein Antrag in zweiter Lesung angenommen, der bestimmt, daß alle Arbeitgeber einen bestimmten Prozentsatz von K r i e g s i n v a l i d e n.einstellen müsien' Zuwiderhandelnde werden mit einer GeWrase von 106 ..Pfund Sterling belegt. Die Regierung hatte. ihre grundsätzliche Zustimmung zu beiden Anträgen ausgesprochen xw* dem Vorbehalt eventueller späterer Abäudemngeu. . Wiederznsammentritt der Anpschtina. (Ekgendienst der ,,Wiener Morgenzeitung".) Belgrad, 23. Mai. Hmte.wird offiziell mitgeteilt, daß die nächste Sitzung der Skupschtina Montag vormittags stattsinden wird. Aus der Tagesordnung dieser Sitzung steht die Feststellung der TageZordlMng für die nächste Sitzung. In informierten Kreisen , behauptet man, daß in derselben Sitzung die Mandate der Radic-Partei werden verifiziert werden und daß dann die Sitzungen der bis zum 20. Oktober v e r t a g t. Werder: Die Todesstrahleu. London, 23. Mai. Wolff.) Im U n' (t u Z wurdb an den Lustunterftaatssekretär Lea ch die ^.age gestellt, ob er wisse, daß ein s r a n z L s i s ch e s. S y n d i k a t gebi'lde t worden sei, >um die als Todes strahlen bekannte Erfindung des britischen Gelehrten Gvindell Matthe w s zu erwerben, und -ob Schritte unternommen worden seien, um das Patent für England zu sichern. Leach erwiderte, das Lustministerium stehe mit Matthews i n Verbindung; gegenwärtig sei es nicht ratsam, eine ErMrung äbzngeben Die Auswandemngskonserenz in Asm. Rom, 23. Mai. In der KommissionZsitzUng der Aus» wandevunigskonserentz in Ro«m, die über die Definitivu des. Begriffes „Auswanderer" entschiöd, erAävte dev österceichi'sche Delegierte Ministerialrat Montel, Liest' Beschlüsse Mr unter der BovaussetzuW anzunchmen, wenn darunter auch der intellektuelle Ausiwanderiev Vevstaniden wird, da auch in den anderen Verhandlungspunkten de» Konferenz auf den intellektuellen Auswanderer bezug ge. nomnren wird. ' Die Kommissionen der Konferenz haben ferner das V er siche rungswesen, für Auswanderer, die internationale Hilfe si'ir Kriegsinvalide und die Unterdrückung der gcheilnen Auswanderung beraten und den italienischen Antrag betreffend die intellektuelle Auswanderung angenoiwuen. Horthtz-Zuftiz. Nicht der Angreifer, der Angegriffene ist schuldig. Budapest, 23. Mcai. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".') Vor einigen Wochen verhandelte das Gericht von Kap o sv a r die Angelegenheit des Spitalsarztes Dr. H n sza r, der den Grundbesitzer Emst Fried mann im Verlaufe «einer nächtlichen Rauferei mit einen» S e z >i e r m e s s e r in die Brust gesto che n hatte, so daß der Grundbesitzer, ein Jude, wochenlang zwischen .Leben und Tod schwebte. Der Gerichts^hof von Kaposvar sprach den S p i t a l S a r z t von der Anklage der schweren Körperverletzung frei, weil er der Beriteidigung des Arztes Glauben schenkte, ivonach nicht er, sondern der Mische Grundbesitzer der aNgreifende Teil gewesen sei. Unter dieser Boraluslsetzung verurteilte das Gericht «den schwervevwunldeten Grundbeisitzer Ertijsi Frredmaun Zu einem Monat Gefängni? und dessen Begleiter, einen christlichen Studenten n.nuens Tabak, der die Partei «des Fvichmann ergriffen yatl?. 'u Zwei Monaten GefäWms. Der V e rtei>d ige r des schwerverlwuindeten Grund «beisitzers meldete gegen das Urteil, welches in Mnz Ungar-.: Auffchen erregte, die Nrchtigkeitsbeschwerid e au, über welche gestern: die Fünflirchner königliche Tafel verhandelte. Sie ordnete eine Wiederans:mh:ne b;v- .suchttwgsverMrens. <wu.

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