Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1891 (21.5.1924)
- Date
- 1924-05-21
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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©ei|e 6 Wien, Mttwoch Mienev MorgeriLHitungch " S1. Mai 1S24_Mr. IW 4.0WEN-KIN0 III. Löwen-_ gass« 33 Nur noch haute und morgen I1RÄPÄEL SC HERMANN IM FILM!! Das grosse Krimlnatdrama ln den Hauptrollen: lda Koor, Erika Q1 äs8ner, Max Lande u. Oskar Beregi u, das übrige Schlagerprogranira Beginn der Vorstellungen: V45, l/tl, Vß Uhr Bühne und Kunst. Ltt Umbau des Schönbrunner Schloßtheaters. Erweiterung des Zuschauerraumes. — Der neue Schnür;« boden. — Neue Zugänge und Garderoben. Noch Ende dieses Monats IjoTteri die Vorstellungen des Burgcheaiers ln dem umgestalteten Schönbrunner Schloßcheater beginnen. Sehr bemerkenswert find die Adaptierungen» welche unter Leitung des Architekten Oberbau r at Alois H a u ck vorge-normnen wurden. Durch entsprechende bauliche Veränderungen wunde der Fassungsraum um 124 Siitzplätze erweitert. Ein neuer Schnürboden, in modernster Gffenrechnik erbaM, wurde geschaffen, was schon deshalb von Bedeutung ist, weil der frühere ziemlich niedrige Schnürboden durchaus aus Holzteilen bestand und feue r« gefährlich war. Die Bühne ist viel breiter geworden und der vorgetschviebene eiserne Vorhang ist jetzt vorhanden. Er besteht aus zwei Schiebetüren. Die Dorderbühne wunde abgetragen, wodurch eine erkleckliche Airgahl von Sitzplätzen gewonnen ist. Da jetzt auch eine Heizungsanlage eingebaut ist, kann dieses Dheater das ganze Jahr benützt werden. Die letzten baulichen Veränderungen an diesem historischen Bau, dessen herrliche Innenarchitektur intatkt blieb, wuchen tint Jechre 1760 vorgenommen. Begrüßt wird die Aenderung werden, daß zu jeder Sitzgattung einte eigene Garderobe gehörst und daß von der Vorhalle aus zu jeder Sitzkatvgorie besondere Eingänge führen. Die Kosten der Adaptierung betrugen zwei Milliarden. Kronen. Dä das Mauerwerk ganz ungewöhnlich stark ist, somit die nötigen Arbeiten sehr umstänidlich und zeitraubend waren, sind diost Kosten als niedrig zu bezeichnen. A«r den Theatern. Im Vurgtheater gelangt morgen, 7 Uhr abends, Shakespeares Trauerspiel «Antoniusund K l e o p a t r a" zur Aufführung. ' . . Als Vorstellung der Burgtheaters im Akademiet h e a t e r geht morgen, */88 Uhr abends, die Posse „D e r Zerbissene" in Szene. VolkSoper. Heute „T radial a". Morgen Meyer« beer- „A f r i k a n e r i n". De u t s ch elS' V oTk s t heat e r. ' Heute, 7 Uhr 'chendS, Ibsens «B e e r G y n t". Morgen, '/,7 Uhr abends, Goethes «Faust". Raimund-Theater. Morgen Erstaufführung von Fred Antome Angermayers Kleinstadtscitire «Komödie um Rosa". Johann Strauß-Theater. Bis SamZtag den 24. d. „M a r i e t t a". Sonntag den 25. d. das Ballett« gastspiel deS Budapester OpenchauseS mit „H a s ch i s ch", Oper ohne Worte von Andor Kardos, Musik von Henry Bersny. Für die Novität «DeS Königs Nachbarin" wurden die Soubrette Mizzi Weißmann, der Operettentenor Franz Jentsch und der jugendliche Komiker Gustav Wtlfan verpflichtet. TheaterinderJosesstadt. Heute, Donnerstag und Sonntag «Kabale und Liebe". Von heute ao beginnen die Vorstellungen mit Ausnahme der Premiere von «Kaufmann von Venedig", welche um 7 Uhr beginnt, erst um ‘/»3 Uhr abends. Apollotheater. Herr Dr. Lothar R i e d i n g 41 wird, mit Herrn Franz H ö b l i n g alternierend, die Partie de- Iaequtzs in der Operette «Die Königin vom Montmartre" spielen. Rabindrenath Tagcre in China. Die Castern News Agency Service mvldvt aus Schanghai, daß Nabindranach Tagor emit fünf Begleitern dort eingetroffen ist. Es wurde ihm ein überaus ehrender Gmpfaivg ber-effel. Einem Pressevertreter erklärte Tagore, daß er rn Chinaeine Reihe von Vorlesungen abhalten werbe. Er wolle die orientalischen Völker darüber aufklären, daß die westliche Kultur vor dem Zusammenbruch stehe und es daher ein verhängnisvoller JrMm sei, wenn man die Studenten des Orients in hen westlichen Wissenschaften erstehe. Die Völker können nur gerettet werden, wenn oie alte östliche Kultur zu neuem Leiben erwacht; und um dies Herde iMühren, müssen die orientalischen Rassen sich zusamimenschließen und zusammen« hallten. Tagore te-iilte noch mit. daß er nach Beendigung seines Bortragsiwklus in Ehma nach Japan setzen werde, um auch hört aufklärend zu winken. Das Biertelton-Klavier. Alois H a b a, der junge tschechi« sche Komponist, ein Schüler Franz Schrekers, Hat bereuS zwei Gtreichgu artet re .geschrieben, m denen Werteltöne zur Verwendung kommen. Das Berliner Havemann-Quartett hat au>f seinen Welten Reffen für diese neue Musik -u werben versucht, die, fern von theoretischer Spekulation, durch Ihren frischen, dem gerriialen Dworcck verwandten Mustkantenhumyr ihre Echtheit und Bedenstänldigkeit beweist. Wie wir bereits gemeildvt haben, ließ Ha!bo für seine Zwecke ein eigenes Biertelston-Kl-avier konstruieren. Anläßlich des bevorstehenden Prager Mustßfestes wird der Erfinder fein Instrument verführen. Mitteilungen aus dem Publikum. Orchesterkonzort WACEK "If Schweizerhaus (P. r a t e r) Cafe-Restaurant Das beste Pilsner Bier in Wien! / Auch vorzügl. Wiener Biere und Weine I ns Kalte und warme Küche RESTAURANT m M. OP ER ER WIEN, II.TABORS7RA//E 12 HOTEL STEPHANIE Erstklassige Wiener Küche / Spezialität; Pfefferkarpfen und gefüllter Hecht Neu! ORIGINAL Neu! 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Der nach Paris zuständige 77 Jahre alte Private Samuel August Schwöb, .war gestern wagen Verbrechens der gefährlichen Drohung angeklagt, tveil er am 10. d. in einem Zimmer des Grand Hotel aus den Bankier A. I. Rost au einen scharsgülade-nen R-voilver angelegt und ihn mit dom Erschießen bedroht hatte. Schwöb hatte mit Rostau geschäftliche Differenzen. Als Rastau 1912 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war^ uni, ein Darlehen aüfnchmen mußte, lei st eie Schwoib BünMast, die ihn späterhin sein ganzes Vermögen , gekostet hat. Seine Bemühungen, von dam Bankier die Schüldforderuug cinzutreiben, blieben jedoch ohne Erfolg. Im Schtember 1921 kam Schwöb nach Wien, stieg im selben Stadt» Hotel äb, wo Rostau zu wohnen pflegte, und Märte, solange hier bleiben zu wollen, Bis die Schuld begjlichen sei. Rostau hat dem Schtwpö nach und nach 260 Millionen österreichische Kronen bezahlt. Diese Summe bezeichnet Schivob als Zinlfrntilgung für das dem Bankier zur Verfügung gestellte Kapital von rund fünf Millionen französische Franken. In der letzten Zeit mahnte Schwöb den Bankier immer ftüvmischer und ließ ihm durch eine befreundete Dame mitEen, er werde ihn evschießen, wenn er nicht binnen kurzer Frist fünfzehn Millionen österreiGiche Kronen bezahle. Am 8. d. kam Schwöb in das Hotolgimmer des Bankiers, veriangte 60g französische Franken. Da der Bankier sich weigerte begehrte er einen Scheck ans Mi bis drei Millionen Kronen. Der Bankier erlwiderte, er verifüge in der jetzigen Stagnation nicht über eine, solche Summe. In diesem Momente zog Schwab füintn geladenen 'Revolver aus der Rocktalfche und l-sgie ihn auf den Bankier schußbereit an. Die Gattin des BanIkierS und ein zufällig anwesender Rechtsanwalt vechinderten das Vochäben Schwöbs. Bei! der gestrigen Verhandlung gab Schwab den Tatbestand zu und teilte mit, daß Rastau ihm fünf Millionen F r a ir k e n s ch u s d e, die er niemals zurückbekommen werde, so daß er ruiniert sei. Er habe damals eiinen kleinen Betrag verlangt, dessen Zahlung abgelehnt wurde. Er habe dem Rostau nur eine Ohvftige gvbm wollen. In seiner Aufreigung habe er, aus der Tasche der Revolver genommen, der ihm von der Wau Rostau dann abgenonMen wurde/ ■ '-t j ' Der Pvidatbetailigte Bankier Rostau und seine Frau gaben an, daß sie durch da» Verhalten der Geklagten in Furcht und Schrecken versetzt wurden. Für Schwab seien monastlich .HotLlrechnungen bis zu 12 Millionen gezahlt worden. .Bert, (zu Rostau): Sind Sie imstande, Geld von der Continentalen Bank flüssig zu machen?— Zeuge: Nein. Bert.: Sie haben einen großen Dei>l der Wien dieser Bank. Dieser alte Mann muß hungern und der andere verfügt Über großes Vermögen. Herr Rostau, lauifen nicht so und so viele Strafanzeigen gegen Sie? — Zeuge: (verlegen): Ich weiß nicht.. Der Staatsanwalt erklärt, nvit einer bedingten Verurteilung einverstanden zu fein, doch müsse er die Landesverweisung verlangen. Dr. Israel Waldmann als Vertreter des Privatbvtei'ligten erklärt Ersatzansprüche stellen zu müssen. Rostau sei infolge von Angst und Schrecken in einen KraMheitsznstand versetzt - worden. Er verlange daher nur als Demonstration 10.00g K. Schmerzengchd. Der Angeklagte wurde wegen des Verbrechens der öffentlichen GewaUtätigkeit, bagängen durch geifähvliche Drohung, zu einem'llllonat strengen Arrest-, jedoch bedingt, verurtM. Gleichzeitig wurde die L a nd e Sv e rweis uug Ger den AngAagten auSgGirochen. Ferner hat der Richter dem bedrohten Rostau das SchmerzenSgsld in.der Höhe von 10.000 Kronen zngesprochen. Der Angeklagte, er-lärte, sich BedenWt Vor-Ge-Wten. — Richter: Sie sind landeSdevwiesen und müssen Oesterreich verlassen. — Angeikl.: Md mein GeNd? Wie soll ich dabekommen? — Richder: Das müssen Sie mit Jhram Verteidiger beraten. Schwöb wird der Polizsi überstellt werden. Richter und Rechtranwatt. Bor dem Strafbszirksgerichte 1 g-la>wgte gestern die Vhr«nbslc.idignngsklagL zum Abschluß, die der Rechtsanwalt Dr. Isaak Engel stein gegen den beim ZivfflandeLgerichte Innere Stadt amtierenden Richter Hofrot Dr. Karl Prodinger eingeibracht halte. Der-Klager hatte sich vor einiger Zeit, heran'latzit geschen in einem- KündigungSprozesse, in wolchom er als Vertreter, deS Beklagten interveniert'hatte, den damaligen VerhaMungsleiter, Hosrat Dr. Prodinger, abzillchnen, welche Abilchnnwg auch' von der oberen Instanz als. berechtigt anerkannt lvurde. Alls Dr. EngeMsin gegen einen Kostenböstinintungstbeischeid,. der von Hosrat Prodinger ausgestellt war, einen Rekurs einbrachte, soll Hosrat Prodinger in Gegetwart mchrerer KanAeilbeamten mit-Bezug auf den Kläger die Avußernng gemacht halben: „Das Schwein hat wieder einen Rekurs eingabvachi". Der Klage- Vertreter hatte die Vorladung mchrerer/Zeugen beantragt, die bestätigen sollten, daß Hofvat Prodinger die inkviminierte Sleußerung tatsächlich gemacht hatte. Der Richter hatte auch zur Vorladung der namhaft gemachten Zeugen die erste Ver« Handlung vertagt. Vor Anberaumung der neuerlichen BerhaMnng war der. Ausschuß der RechitSanwaWammer eifrig bemüht, die Sache durch einen Vernich beizuleigen. In der gestrigen Vechandlung kam auch vor Einvernchme der Zeugen ein Ausgleich in folgender Form zustande: Der Berteidiiger gab im Namen ProdmgerS nachstehende Erklärung ab: „Ich kann mich beim besten Millen nicht erinnern, die inkrimniert« Aeußerung gemacht zu haben. Sollte dies trotzdem der Fall gewesen sein, so habe ich die inkriminierie Redewendung nicht in beleidigender Absicht, sondern als «ine burschikose An 8d r u ck Sw« is e g «b raucht, ohne diese zu überlegen und ich erkl8re, diese Aeußrrung mit dem Ausdrucke des Bedauerns zurÜckz u z i e h « n." - Hierauf erklärt« der Pvivatkläger, daß er im Hinblick auf den Standpunkt des Ausschusses der Reckstsanwaltkammer, welche uns friedliche Austragung von Konflikten zwischen Richtern und Anwälten dvn größten Wert legt, hie Erklärung annchme und auf die Kosten verzichte, worauf das Verfahren gvgen Prodinger eingestellt wurde. Die Hu-ndspeitsche für den untreuen Ehemann. DaS Zl villandeSge,ncht hat die Drohung mit der HundS« heitsche gegen den untreuen Ehemann für berechtigt erklärt und demgemäß die Scheidungsklage debedrohten Ehemannes gegen die drohende Frau abgewiesen. Der Kläger Franz R. stützte seine Ehescheidungsklage gegen sein« Gattin auf wiederholte schwere Beschimpfungen und ganz besonders ans ihre vor Zeugen ausgesprochene Drohung, sie werde ihn auf -der Straße mit der HuudSpeitsche züchtigen- Die Geklagte gab dieS zu, rechtfertigte sich aber damit, daß ihr Gatte ein Verhältnis mit einer anderen Frau unterhalte, .mit der er nach der Scheidung eine DiSpenSehe eingehen wollen Seine Scheidungsklage habe den Zweck, st«-und ihr kleines Kind aus der Wohnung zu vertreiben, damit er und feine Dispsnsgattin in dieftlbe einziehen können. Dar ZivMandeSgericht wies die Ehescheidungsklage des Mannes, ab, weil di«. Frau di« 83c«' Wmpsungen und Drohungen in begreiflicher GrrcMng und als natürlich« Reaktion auf die Untreu« des Gatten auSg«-' stoßen habe. Das OberlansdeSgericht bestätigt« als Bern« fungsgericht das erstrichterliche Urteil. SONNTAG den 25. Hol Ilin holt 11 DU «MlIItoN Im „ATLANTIS-KINO“. U. Weite MMe 108 krfte Hnflfilnmt iN— ie— ns^t i naiw de, WWmRlm,UII KegleUen4er Vortrag! LW«7. oJT. KK. K£«Sirmifiix*a PräHldeht der Hakonh Kartenvorverfcauf hef Hch. Wehs, K Laxcnhurgersirasse 75. Am Tag der Vorführung sind Karten von K 5000 aufw. von 9 Uhr vorm, an im Kino zu haben ^1411