Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1891 (21.5.1924)
- Date
- 1924-05-21
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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M'Mk Mir, MeMv MoöMttMünü. *• m^arn: sr. Mi im mt i) Vom Wiener PalMna-Amt. Das Wiener Palästina-Amt teilt mit: Auf Einladung ber Zionistischen Exekutive in Jerusalem begibt sich der Leiter des Wiener Palästina-Amtes, Dr. Nahum Blauer, diese Woche zu einem dreiwöchigen Aufenchalte nach Erez Israel, um dort die Einwanderungsverhältniffe zu studieren. Gleichzeitig wird er einige wichtige Projekte betreffend die Gründung von Industrien in Palästina mit der Exekutive behandeln, nachdem die Vorarbeiten hiefür, die bereits seit längerer Zeit in Angriff genommen wurden, beendigt sind und ein gutes Resultat erwarten lassen. Unter anderem wird der Exekutive auch ein großzügiger Plan zur Hebung des Touristenverkehrs aus Zentraleuropa nach Palästina vorgelegt werden. — Während der Abwesenheit des Leiters werden die Geschäfte des Wiener Palästina-Amtes durch das Bureau im ständigen Kontakte mit dem Präsidium der Palüstina-Z'mtskommission erledigt weÄen. , Sie Moreformtagung. Der Bund der Filmindustriellen in Oesterreich schreibt. Uns: In den Räumen der Urania fand verflossene Woche eine Kinoreform tag un g statt, an welcher verschiedene Persönlichkeiten deS In- und Auslandes, insbesondere Pädagogen, teilnahmen. Wiewohl unsere Vereinigung von dieser Tagung erst auf dem Umwege Mer die Tagespresse Kenntnis erhielt und wiewohl sich in dem Aktionskomitee kein Vertreter unseres Bundes befand, machte sich dieser doch erbötig, zu den Beratungen fachlich erfahrene Vertreter zu entsenden, um zu den einzelnen Fragen Stellung zu nehmen. Da jedoch unsere Forderung, zu den einzelnen Punkten das Wort ergreifen zu dürfen und an der Diskussion teilzunehmen, von der Leitung der Urania abgelehmt wurde und unsere Redefreiheit auf das äußerste eingeschränkt werden sollte, zogen wir es vor, dieser Tagung fern zu bleiben. Daß unter solchen Umständen die ganze Kinoreformtagung aus das Niveau einer fruchtlosen Debatte herabsyrken mutzte, wird jedermann begreiflich erscheinen. Es hat sich hier der Fall ereignet, daß eine fachliche Tagung unter Ausschluß der berufenen Fachleute veranstaltet wurde. . Sie Behörde« und das Feuerwerk in Lttakring. Anklage gegen Zak. Aus dem Räthause wird' mitgeteilt: Die Genehmigung für die .Abhaltung eines Feuerwerks obliegt der Wiener Polizeidirektion. Der Wiener Magistrat hat zu überprüfen, oV. die feuer- und sicherheitspolizeilichew Vorschriften erngehalten ' werden. Eine solche Ueberprüfung anläßlich der Veranstaltung des Pyrotechnikers Zak hat auch am 18. April stattgefunden. Der Pyrotechniker Zak hätte «erklärt, daß er nur Raketen und Effektbomben ohne starke Detonation abbrennen werden Er wies der Kommission auch Papiermacheemanschetten vor, in welche die Triebladung und Feuerwerkskörper hiueinkommen sollen, wobei er noch hervorhob, daß er zur Adjustierung nur Papier und Spagat verwende, so daß weder Draht noch! Nägel benützt werden. Es konnte daher die Kommission nicht annehmen, daß Zak gefahrbringende Sprengstoffe verwenden werde. Zak hat wiederholt in Wien und auch, auswärts große Feuerwerke anstandslos abgebrannt. Ausdrücklich wurde ihm die Verwendung von Knallbomben verboten. Leider hat er dieses Verbot nicht beachtet, wodurch das Unglück entstanden ist. Zak war offenbar von dem Ehrgeiz beseelt, den Wienern ein besonders glanzvolles Schaustück zu bieten, um dadurch die Konkurrenz zu schlagen, weshalb' er sich, an die behördlichen Vorschriften nicht geh alten hat. Wie von anderer Seite bekanntgegeben wird, dürfte gegen Zak die Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben werden. Das Feuerlverk 8er Brüder Pinto. Das Feuerwerk der 'Brüder Pinto wird, im Falle threm Rekurs gegen das behördliche Verbot stattgegeben wird, am 24. d. tfuf der Hohen Warte stattfinden. Bedingung für die Bewilligung wird die Weglassung jeglicher Knalleffekte, genaueste Untersuchung jedes einzelnen Feuerwerkskörpers durch den Sprengsachverständigen Ing. Münich und Beibringung der Konzessionsurkunde der Brüder Pinto fern.'!<?• i u. i :lj; Radlobriefe. bEigendiensl der ,Wiener MorgenKeitnUg".) Prag, 20. Mai. Die Ischecho-sloiwakische PostverKaltung hat Frankreich den Vorschlag gemacht, zwischen den beiden Staaten einen Ra di viele gram «verkehr in Form von sogenannten Radioletters einzurichten. Diese Briefe werden des Nachts bei einem niedrigen Tarif ausgesandt und am Morgen des nächsten Tages in Paris den Adressaten als Dviefpostsendungen zugestellt werden. . ■- — ,,t, S«s Wetter. Die Hitze dauert an. Die Temperatur stieg gestern meist über 86 Grad, nur in Obersteiermavk hat es unbedeutend geregnet. In Retz gab es ein Gewitter. Auch in Wien sah es abends so aus, als ob wir! ein Gewitter zu erwarten hätten. Es ging jedoch, vorüber. Die Wetterlage wird als unsicher bezeichnet, doch soll das schöne, warme Wetter nach den Mitteilungen der meteorologischen Zentralanstalt heute anhalten, wenn es auch durch lokale Gewitter unterbrockurv. wird. ..........GRäETZ... iGefchicht&ier Juden I Drei schöne Geschenkbände gratis! s fiel Aufgabe eines Jahresabonnements: auf die ■ „WIENER MORGENZEITUHS“ ■!■■■■■■■■■■■■ für K 420.000 ■■iBiiBiBiui Wien, 21 SUhit. * Verhaftung eines Kaufmannes. Der 39jähria>e Kausmmn Jakob Grün, ein gebürtiger Buidapester, würde am 17. d. aus Anzeige des Easetiers Josef B l ü m, wegen Betruges verhaftet. Er hatte bei Blüm eine silberne Tabatiere verpfändet. Als er sie cmÄöste, wurde ihm statt der silbernen ehe goldene Tabatiere ausgvscllgt. Cr nahm sie entgegen und vevpfäudete die mit 20 Millionen bewertete Tabatiere. Grün, dler wtedevhM vorbestraft ist und von den Budapester Behörden gesiucht wird, war im Besitze , eines falschen Passes, der aus den Namen Eugen Greiner lautete. Er wurde dem Laudesgerichte eingeliefert. * Eine sozial-hygienische Ausstellung. Demnächst wich in Wien eine große sotz'ml-hygieinischL Ausstellung veranstaktöt werden. * Was der Wehrmacht noch gefehlt hat. Bon nun an tvagen außer Dienst die Offiziere, Offiziersstellvertreter und sowitige Unteroisfiztere sowie nach den origauischen Bestimmungen für das Bundeshver berittlene Wchomtannchargen und Wchrmänner den Säbel und das Bajonett alle übrigen Wehrmannchargen und Wehrmänner. * Goldene Hochzeit. Vorige Woche überreichte Stadtrat Speiser in Vertretung des Mrigermeffters dem go-ldenen Hochzeitspaare Hermann und Therese König (16. Bez., Medkerg-asfe 5) die Glückwünsche der Gemeinde Wien. * Straßenbahnlinie 4. Die Linie ,,4" wird in der Fähvtrichtung zum Güldibcrhnhof alm Donnerstag den 22. d. wieder Wer die Kundmanugaffe geführt. * Die Versuchsexplosion in Frankreich. Freitag den 23. d. findeit um 8 Uhr abends unserer Zeit und Sonntag den 2ö. d. um 9 Uhr vormittags eine Wiederholung der B e rsuchsexplosion in Frankreich statt. Aus österroichlschem Boden ist die Becibachtungszeit am 23. d. von 6 Uhr 15 Min. bis 9 Uhr 30 Min. abends, am 25. >d. von 9 Uhr 15 Min. bis 10 Uhr 30 Min. vormittags zu empfehlen. Der Schall trifft in einzelnen Partien ein, die durch Zwischenpausen bis über 10 Minuten von einander getrennt sein Wunen. Täler von Ost nach West, weite Talmulden sind gjünstig. Höhen im allgemeinen Ungünstig. * Telephon Wien—Zosingen. Von nun an ist der zeitlich unbeschränkte Te-Iephoriverkehr Krischen und Zosingen allgemein Mgelasfen. Die Gebühr beträgt bei Ableitung über Innsbruck - 360 Ms. Gold (61.900 K.). über München (aus besonderes Verlangen) 450 Cts. Gold (64.600 K.)> * Der Sammeltag der Rettungsgefellschaft findet am 1. und am 2. Juni statt. Die Musikkapellen ifämtlicher in Wen stationierter Regimenter werdet: die Straßen der Stadt' spielend durchziehen und Pkatzmnlsiken abhalten. Bei diesen Gelegenheiten werden WehrmäUner in Uniform zugunsten der RMungsgesellschaft Sammlungen vornehmen. Uebevdies werden die hervorragendsten ZivilMusMapellen die BevAikevnng ans den Sammcktag der Rettunigsgeselllschaft aus.innffam machen. * In Monte Carlo erschossen. Nach einer Ms Monte Carlo eingetrosfenen Nachricht, hat der in der ungarischen Gesellschaft hehr bvkannite frühere Sekrebär des.Auswärtilgen Amtes Geza Papp de Bilke dort Selbstmord verübt. Zweifellos haben ihn SpiÄvenluste in den Tod getrieben. * Vor Freude gestorben. Ans Braila wird gettnebdelt, daß der Lei-Milliaridär und Reeder Empericos, einer der reichsten Männer' Rumäniens, plötzlich gestorben ist. Empericos erhielt eine Depesche aus Äondoni, worin ihm mitgeteilt wurde, daß ein großes Geschäft, das ihm eine Million Pfund Sterling Nutzen' sicherte, glatt albpewickelt wurde. Die freudige Nachricht erregte den Milliardär derartig, daß er einen Schlaganfall erlitt, der feinem Loben ein Ende bereitete. Kleine Chronik. * Weltschachbund. Aus Paris wird uns geschrieben: Im Rahmen der Pariser Olympiade findet im Jul: in Vevbrndmitg mit einem internationalen Schachkongreß Sch achwertfv:e,l iü r die A m a t? n-r we ltmer st e rschaft statt. Zu d'esem internationalen Amateurwettspiel kann jede Nation vier An:ateurschachmeister entsenden. Einen der Wtchtrgstcn Progran:mpunkte des internatmalen Schachkongresses bildet der Antrag der französischen Schachföderatron auf Bildung eines rnternationalen Schachbttndvs. Zn dem Kongreß wurden die Vertreter der Sch ach v erbände der folgenden Staaten eingelade::: England, Belgien, Vereimgtze 'Staaten von Nordamerika, Holland, Italien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Schwe:z, Ocherreich, Tschecho-Slowake:, Jugoslawien und Ungam. Wie man sieht, haben Deutschland und Sowjettußland keine Einladung erhalten. Im übrrget: wurden sämtliche Staaten, in denen es Schachsptelerzentren gibt, berücksichtigt. * Minchhausen als Angler. Ein Anrerikaner erzählte seinen g:rtet: Freunden von seinen Abetrtöuern, die er im Sommer erlebt hatte. Das Hauptstück war eine ungewöhnliche Fi'ichgeschichte, die sich in dem Badeort albgespiell chatte.^ wo er wohnte. „Aber," sagte er schließlich, „das Aterkwüvdigstc, was ich an Fischfang erlebt habe, ereignete sich am Tage, che ich nach .Hcmise fchr. Ich glaube, oht:e Ueber'treibnng sagen zu können, daß mir danmls der größte Fisch entging, den es in: Weltmeer gibt." Und damit beschrieb er ansführlich und dramatisch, wie er wchl ein Paar Stunden lang vergebens daran gearbeitet hatte, einen ungeheuren Fisch ins Boot zu ziehen, der sich an >der Angel gefangen hatte. „Schließlich brach die Schnur, und ich fiel rückwärts ins Boot, zu erschöpft, um noch etwas saget: zu können." „Stag muß ein Wal gewesen sein," bemerkte eurer der Zuhörer. „Nein, das war's nicht," anttvortete der Erzähler bestimmt. ,,Aber so sage uns doch, wie dt: das so bcstvnrmt be^ haupten kannst?" fragte der Freund. „Ja," antwortete der Fischer triu-ntphierettd, „weil ich einen Wal als Köder an der 21,«wl fortitc!.» Budapest und Angora. Budapest, 20, Mai. («. L.-iK-Ä,)' Bei Ser Bertzandlung des türkis ch-ungarischen Fre unbschaftS- Vertrages in der Nationalversammlung führte Minister des Aeußern Dr. D a r u v a r y in der Nationalversammlung aus, der Vertrag sei eine geeignete Grundlage für den Au'sbau der Beziehungen zwischen den beiden Ländern, da er den Empfindungen und den Interessen der nngarischen wie der türkischen Nation entspreche. Es handle sich in erster Reihe um wirtschaftliche und kommerzielle, aber auch um ku l t n r e l l e B e z i e h u n g .e n. Die ungarische Industrie tverde an dem Wiederaufbau der Türkei in bedeutendem Maße teilnvhinen können. Die Vorlage wurde einstimmig angenommen. Auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung wurde die Verhandlung des autonomen Zolltarifs gestellt. Der Minister des Aeußern unterbreitete einen Gesetzentwurf betreffend die Jnartiknlierung der im Jahre 1923 in Paris geschloffenen Konvention betreffend das Reglement der t e ch n i s ch e n D o n a u k o m m i s s i o n. Bandenunwesen in Wilna. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 20. Mai. Aus Wilna wird gemeldet über einen Ueberfall des Städtchens Krzywieze durch eine mit - Ma sch ineng ew ehren bewaffnete vierzigköpfige Bande, die nach Terrorisierung die Bevölkerung äusplünderte. In den Kämpfen mit der Polizei gelang es den Räubern, die Oberhand zu behalten, wobei es mehrere Tote und Ver.wunde.te gab. Den Banditen gelang es, über die Grenze zu kommen. Der WilUaer Armeejnspektor hat Vollmacht zur Pazifizierung des Grenzgebietes erhalten. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind entgeltlich.) Machten Sie die Preise für Leinenwaren ln: W a r e n h a u 8 Brüder S ch i f f m a n n, 2. B e z., T a b o r st r r ß e 48. Webe.. . . . pro Meter 10.600 K. 8.590 K Chiffon ....... pro Meter 13.800, 11.009 „ 9.800 . 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Z i o n i st i s ch e S e k t i o n Z w i s ch e n b r ü ck e n. Morgen Donnerstag, 6 Uhr und 8 Uhr abends, Vorführung des Filmes „Eine Reffe durch Erez Israel im Jahre 1923* im Triumph-Kino, 20. Bez., Leystraße 81. Karten bei den Ausschuß- Mitgliedern und an der Kasse. — I n g e n d v e r e i n A h awat Zion. Heute, pünktlich 1lil Uhr abends, beim Südbahnhof Ztlsammeüknnft zt:m Abschied von dem nach Erez Israel abreisenden Herrn Stern.— Verein T t k lo a t h I eh u d a, 8. Bez., Bennoplatz 1. Heute, Uhr abends, Theaterabend : „Die Schule der Autore u", Groteske von Fritz G r ü n b a u m mit Emil F e l d m a r vom Modertien Theater, Otto B u r i a n vom Deutschen Volkstheater und Fritz B u ch st e i n vom Bttrgertheater. Vorher Emil F e l d n: a r: Ernste und heitere Vorträge. Anschließend Tanz. — I. O e st e r r. B u ch h a l t e r - V e r b a n d. Freitag, */,8 Uhr abends, in L. Schorns Restaurant, 6. Bez., Capistrangasse 12, Versammlung. Tagesordnung: Zweck und Ziel des Verbandes. Ernste Interessenten tvillkommen. — Jüdischer Eltern Verein f ü r d e n XII./XV. Bezirk. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag Prof. Dr. Alfred Spitzer: „Jtldentun: und Schule". 15. Bez., Turnergasse 22, Sitzungssaal. Stellenvermiitluttg des Verbandes jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas. E-in Posten für einen Maschinenbauingetneur gelangt zur Besetzung. Bedinattng: Erfahrung im Bau von Holzbearbeitungsmaschinen. Interessenten wenden sich an Architekten D. K o l I i s ch, Wien, 7. Bez., Siebensterngaffe 16s. Nationale Veranstaltung der spaniolischcn Juden in Wien. Die zßouistilsche Vcreinignug der Wictter Spattiolet: Juhuda Halevi veranstaltet heute um!/27 Uhr, anläßlich des Lag B'omer, einen S ch e k e l t a g in der sephardischen Synagoge, 2. Bez., ZirkuSgasse 22. ES sprechen: Herr Rabb. N. O w a d i a sowie Herr Brot. A. F r e u d.