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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-21 · Heft 1891 (21.5.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1891 (21.5.1924)
Date
1924-05-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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VV)1'' '1 'w,t Vf ILsJ' ' 1 >, Nr. 1891 » iyi Wien, Mittwoch versationen zwischen den Außenministern Englands und Rumäniens während des rumänischen Königsbesuches stattfanden. Die insormativien Unterredungen waren ganz allgemeiner Natur ohne spezifischen Charakter. Es seien auch keinerlei Abmachungen oder Verträge geschlossen worden. ' ' - ' Der Antrag der Regierung aus Erhöhung der Kriegs- Pensionen wurde von allen drei Parteien als ungenügend, beinahe als geizig angesehen und wäre 'bestimmt abgelehnt worden. Sie wurde daher zurückgezogen. ,Mestminster Gazette" berichtet über gute Fortschritte, die in der Komiteesitzung der englisch-russischen Konferenz gemacht wurden. ' , , , t Kanada fordert nunmehr die gleiche diplomatische eigene Vertretung in Washington wie Irland. Sie wurde mMagt. __•*!,;. Sie Bonus Bill wieder angenommen. New-Dork, 80. Mai. (Radio.)' Die Bonus Mll, also die Entschädigung von einem Dollar täglich für Ueberseedienste der Soldaten, erzielte auch im Senat die nötige' Zweidrittelmehrheit mit 69 gegen 26 Stimmen, wodurch sie Gesetzeskraft erhielt, gegen jCoolidges erstes Veto. Sie internationale ««rwauderuugsloukereur. Rom, 20. Mai. Aus der internationalen AuSwanderungskonserenz hat die erste Kommission die Anträge betreffend den Sanitätsdienst und die JmpßMg der Auswanderer angenommen. Die zweite Kommission hat eine Entschließung betreffend Regierungsmaßnahmen Kr die Ubikationen für Auswanderer und über besonderen Schutz von Frauen und Kindern Wie. über den Rechtsschutz der Auswanderer mtgenomMw ' H SiureiseerleWerungea für HochschAer in Amerika. '' - Wgendienst der ,Mener MvgenMtNg".) * ' New-Zork, 20. Mäi, Das Staatsdepartement ln Washington hat bezWich 6er Einveiseerkeichtermrgen -für Hochschüler folgende Richtlinien ausgegeben: Als Student wird -nur eine solche Person anerkannt, die außerhalb der Vereinigten Staaten von Nordamerika eine Mittelschule mit Erfolg absolviert hat, die der amerikanischen Mittelschule entspricht, und -die die Absicht hat, in Amerika die' Universität oder eine spezielle höher Mdungsanstalt behufs Fortsetzung der Studien zu besuchen. Solche -Studenten werden jedoch' nur für die DaUet ihres Studiums eingelassen -und können das Bürgerrecht in Amerika, nicht erwerben. Hingegen braucht ein solcher Student zur Einreise kein Affidavit. Zur Bescheinigung dessen, daß der Betreffende - ein Student in Hern oben bezeichneten Sinne ist und auf das Einreiserecht Anspruch Hai, muß er äußer seinem Paß-und GebMtKschein dw Bestätigung einer amerikanischen . höheren Bildungsanstalt darüber besitzen, daß er gleich nach seiner-Ankunft in Amerika in die Anstalt als. Student ausgenommen werden wird. ZU diesem Behufe ist es notwendig, daß der Student bei der Hochschule, die er in Amerika zu besuchen beabsichtigt, rechtzeitig seine Perfonaldoku-Mente und Schulzeugnisse einreicht. Außer diesen -Dokumenten ' ist ein -Zeugnis darüber erforderlich, daß der betreffende Student die englische-Sprache in einem Maße vcherrscht, das ihn befähigt, den Vorlesungen an einer englischen Hochschule zu Wen, -ferner daß er über die nötigen finanziellen Mittel verfügt,, um sich in Amerika, ohne einen Verdienst suchen -zu müssen, sich ausschließlich dem Hochschulstudium widmen zu können. Milderung der australische« kinwanderungsbeftimmuugeu. London, 19. Mai. „Daily Delgraph" - meldet ans Sidney, die australische Regierung habe eingewilligt, das Einwanderungsgesetz vom Jahre 1920, das.-Deutsche von der Einwanderung bis zum Jahre 1925 ausschließt, dahin abzuändern, daß-die Einreise schon hör diesem Datum gestattet werden soll. Eine Beseitigung der Beschränkungen wird im nächsten Jahre vor-Maus des Gesetzes in Erwägung gezogen werden. In der Zwischenzeit wird das Gesetz -liberal interpretiert werden. Obwohl Oesterreich in dieser Meldung nicht besonders.erwähnt wiid, kann doch angenommen werden, daß sich die Entscheidung auch auf Oesterreich bezieht, da dieses Gesetz sowohl -für Oesterreicher als auch für Reichsdeutsche gilt. Sie vetreideverforguug der Schweiz. Lern, 20. Mai. (Schiw. Dep.-Ag.) Der Bundesrat hat den Wortlaut eines neuen Berfassungsartikels festgestellt, wodurch dem Staate die Befugnis übertragen wich, Maßnahmen für die Sicherung der Getveidevevsorgu'ng des Landes zu treffen. Gin Einfuhrmonopol dürfe jedoch, vorbehaltlich einer Zwangslage in Kriegszeiten, weder für den Bund noch für eine Privatorganisation geschaffen wechen. Sie kleine Meute. ' (Ei-gendienst der,Mener MorgenM-Mg".) Prag, 20. Mai. Der Dermin für die nächste Konferenz 0er kleinen Entente, die bekanntlich. diesmal ik Prag statffindet, ist, -nach einer Mitteilung des „Ceske Slovo", für anfangs I u l i-ftstgosetzt worden. An der Konferenz wich auch her rumänische Ministerpräsident Bratianu, der in der nächsten Zeit zum -Kuraufenthalt in Karlsbad ei«trifft, teilnehmen, um, -wie das „Prager Wiener Morgenzettimg.^MM 1 81'. Mai 1924 d '<mm tzsike 8 Der Abbau bei bev Banken. Refomeu im BanküetÜebe. - 1200 Bankbeamte entlaste« oder gekündigt. - Miadestgrenreu für Anlage«. I« Dienst der Wiener Banken und Bankanstalten befanden sich bisher im ganzen 26.000 männliche und. weibliche Beamte. Bon diesen sind im Verlause der seit Beginn dieses Monats durch geführten Aktion zur Reduzierung des Bankbeamtenkörpers bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt 600 Personen abgebaut worden. Es handelt sich.hierbei ausschließlich um provisorisch .Angestellte, also Vertragsbeamte, zumeist junge, ledige Leute und verheiratete Frauen, deren Männer einen entsprechenden' selbständigen Erwerb haben. Ein großer Teil dieser Bankbeamten, zirka 80 bis 70 Prozent, verließ a«S freien Stücken auf Grund größerer oder geringerer Abfertigungssummen den Posten. Außerdem wurden am 18. d, gegen 600 Beamte und Beamtinnen gekündigt. Dazu kommen »och die Kündigungen bei jenen Unternehmungen und Vrnkfirmen, die liquidiert werde«, wie zum Beispiel bei der Allgemeinen Industrialbank und den Firmen Theodor Ket'tner u. Co., F. Kalmar u. Co. und andere. Hand in Hand mit dem Abbau sollen "; ~ ,'! '; ’; Reformen eingeführk werden, die es ermöglichen werden, bisher unrentable oder weniger gepflegte Zweige des Bankengeschäftes zu rentaibWeren. Als Durchschnitt für die Kosten einer Stunde Arbeitszeit wird von den einzelnen Banken der Betrag von 16.000 bis 20.000 K., im Durchschnitt 18.000 K., angenommen. Die Kosten einer Buchungszeile werden mit 1300 K. bewertet. Die .Reform besteht nun darin, gÄvisse Mndestgreuzen ' Mw .Beispiel für Einlagen feftzustelle«. Für Aste Einlagen wird eine Mindestgrenze von 600.000 K. angenommen, für Nachlagen Lon 60.000 K., sowie für die EröfftMNg neuer Konti wird eine Minimalgrenze von fünf Millionen Kronen festgesetzt. Die Eigenkosten der Bank wurden für einen Barerlag am Schalter mit 7836 K. bei 25 Minuten ManipulationSzeit ansgerechnet. ES wird weitert ein Eircheitssdrmat für die einzelnen Dmckstücke geschaffen werden, was durch Vereinbarungen mit den Druckereien gesichert und durch Uebereinkommen mit den Nachbarstaat« wegen Nachahmung des Druckbeffpieles ergänzt werden soll. Eine Arbeitsersparnis wird weiters bei der ... ,* Manipulation der Bezugsrechte ' eingsfuhrt, indem der Couponbogen der Aktie in Zukunft eiw Anzahl von .Abschnitten tragen wird, die die Bezugsrechte repräsentieren. Diese Bezugsrechffcheine würden die umständliche Manipulation mit den Aktienmänteln (bei der Abstempelung ufw.) ersparen. Es würden auch der Aktientränsport und die Mtieneinsendung von auswärts erspart werden. Im Depotgeschaft wird ebenso Me beim Einlagengeschäft eine Mindestwertgrenze festgesetzt. Die Zwergd'epots sollen vermieden werden. Es war beabsichtigt, diese Mindestgrenze in der Mitte zwischen 10 und 60 Millionen zu erhalten, doch ist man schließlich zur Ansicht gelangt, mit.' einem niederen Betrage zu -beginnen und ihn sukzessive zu steigern. Di« ZwergdepolS würden zurückgegeben werden. Die Banken Müden, durch diese Maßnahmen.einen weiteren Abbau von 600 Beamten durchführen zu können. Sie scheinen sich jedoch hier in einem Irrtum zu befinden, da der Bankbeamtenabbau, der-schon so große Dimen- . sionen angenommen hat, nicht zu weit fortgeführt werden! kann. Der Mbau bei den Bundesangestellten könnte hier ein I Warnendes Beispiel bieten. Tagblatt" erfährt, gewiffe MßvsrsiänWiffe auWklären, die hinsichtlich der russisch-rumänischen Frage in der tschecho-flowMKN Republik und in Jugoslawien entswnden sim. ,']•_; , , ASrgeMeg in Manien. (Ergendienst der ,Wiener Morgenzeitung".) Belgrad, 20. Mai. Die heutige „Politika" bringt eine Nachricht aus der rnontemgvinischen Grenzstadt P odgoriea, daß iw.GeMet vonSkutari Unruhen ausgebroHen seien..Die Mallifforen und andere nördliche albanische Stämme hüben schon ihre Mfstruppen dem Führer des Aufstandes, Redzep Salja, geschickt. Der Aufstand dieses Whrers Alt eine große Verschwörung der Ofsiziersliga zutage gefördert. Die Aütorität der Zentralregiernng in Tirana sei völlig gefunken. Die einzige Ho>ffnnng wird noch in die Mion des Expräsidenten Achmed Zogu gesetzt, der in feluem Heimatsgebiet Matja den Widerstand gegen.die albanffchen' Separatisten organisiert. Der momentane Erfolg der RegiemngSt-vupPen gegen Bajram Zur konnte nicht behauptet ^werden. Die Regievungstvuppen -wurden von neuem von dm Aufftandischen geschlagw. Der Bürgerkrieg soll auch im Süden von Balona ausgebrochen sein, wo die Separatisten in Verbindung mit der OWersliga einen Angriff auf die Negierung in Tirana vorbereiten. Bewaffnete Zusammenstöße lokalen Charakters feien schon -im Gebiete von Elbassan vorgekommen. Nach Informationen der hiesigen albanischen Gesandtschaft seien die Nachrichten übertrieben und unrichtig. Da's ^widerlegt die Gesandtschaft auch durch eine offiziell Depesche von gestern aus NrgW, die alle diese Gerüchte dementiert. Sie Borbereltnngen zum russischen Kommnniftenkongretz. (EigeMenst der „Wiener MorgenzeitWig".) ' " s - Moskau, 20. M-ai. Die Vorbereitungen zum 13. Kongreß der kommunistischen Partei-sind im vollen Gange. Seit dem 17. b. arbeitet die Mandatskommission des Kongveffes. In ganz Sowjetrußland werden Gubermal-Vovkongreßkonserenzen abgehalten. In der Moskauer Konferenz trat Kamenew mit einem umsassendeu Bericht über die auswärtige und innere Lage hervor, nach ihm sprach der Volkskommissär für die Inspektion der Arbeiter und Bauern, Knibischow, der über die Tätigkeit der Generalkommissäre Bericht erstattete. Alle diese Vovkongreßjkouferenizen widmen einen Teil ihrer ErwägMgen der kürzlich erlegten Parteidiskussion, verurteilen die oppositionelle Minderheit und' schlagen eine Resolution vor, welche die Politik des Außenausschusses genehmigt. Diese Resolutionen werden durchwegs gutgeheißen. scheint sicher zu sein, daß es aus diesem 13. Kongreß überhaupt keine Opposition geben wird. ■ x . ' ,7.< ■ ' i'sÄ «enesch in Sizilien. Prag, 20. Mai. (Tel. d. „Wr. MorKnzeitung".) Römischen Meldungen zufolge fft Dr. B e n e s ch i n T a o rmina eingetroffew und im gleichen Hotel abgestiegen, in -welchem .Präsident -M a 's <r r h k wohnt. , Sas neue Kabinett Paste. (Eigendieust der „Wiener Morgenzeitunig".) Belgrad, 20. M-ai. Die M'ldung des neuen Kabinetts wird wahrscheinlich erst morgen erfolgen. Man spricht von einer kleineren Rekonstruktion. Mnn behauptet in -politischen Kreisen, daß Pa sie bloß das Geschäfts- Mandat mit der Verpflichtung, die Radic-Mandate zu verifizieren, erhalten habe, woraus dann die Sitzungen bis zum 20. Oktober verschoben werden sollen. Im oppositionellen Block herrscht Unzufriedenheit. In den Reihen der Opposition bchauptet man, daß eine solche Äsung der Krise unabschbare Folgen für das Äanp Kben werde. Der Eindruck in den Reihen des oppositionellen Blocks in Agram ist ein Peinlicher. Unter den Anhängern des Herrn Prilv'ieevie herrscht Zuversicht. . ,, AntisemMche Krawalle a« der Audadester Universität. Bndapest, 20. Mai. (Tel. der „Wr. Movgenzeitzvng".) Gestern vormittags kam es an der Universität zu nicht unbedeutenden antisemitischen Krawallen, -cÄs eine Gruppe von Medizinern, die dem Verein der Erwachenden Ungarn nahestehen, im anatomischen-Kolleg des Proseffors Bugarskh in stiirmische Rufe ausbrach: Hrügeln wir-die -Juden! Wir wollen jüdisch e L e i ch e n Hab e n!" Diese raffenschützlerischep. Studenten betreiben feit 'längerer Zeit eine Aktion, wonach, jüdische Leichen -für die anatomischen Vorlesungen bereitgestellt werden sollen. Der Vortragende Professor erimhute die -demonstrierenden Studenten zur Ruhe und führte vier jüdische Hörer PersoMch durch eine -Hintevpforte aus -dem Univevsitatsgöblkude, um sie vor Insulten zu schützen. Die Universitätsbehörden haben, wie -sie. versichern, strenge Maßnahmen getroffen, um die Wiederholung sölcher Skandalszenen im Kövsaa-l zu vechmdew. Sir ««üarische Däüerbundanleihe. lEigendienst der ,/Wiener Morgenzeitu-ng^.) - 'Budapest, 20. Mai. Die Delegierten der ungarischen Regierung verhandeln derzeit in London wegen der Placierung der Völkerbundanleihe von 350 Millionen Goldkronen. Wie „Az Eft" erfährt, hat der Führer der ungarischen Delegation, Finanzminister Baron K o r a n y i, in den letzten Tagen an das Finanzministerium die Weisung ergehen lassen, unverzüglich mit der Ausarbeitung des Prospekts für d ie u n g a r i s ch e A n l e i h e zu beginnen. Aus diesem Anlaß ist vorgestern der Beauftragte des Völkerbundes, Pelt, in Budapest eingetroffen. Der Abfaffung des Anleihe'profpekts wollen die maßgebenden Kreise, im Einvernehmen mit dem Völkerbunddelegierten, die östevreichischen Erfahrungen zugrunde legen. .. V.;,, _ Neue krhöhuug der ungarische» Meubahu» tarise. (Ergendienst der ,/Wiener Morgenzeitun^'.) Budapest', 20. Mai. Wie verlautet, bereitet die Direft iion der ungarischen Staatsbahnen eine neuerliche Erhöhungder Personen- und Gütertarife vor, bei der es sich um 'eine weitere SOprozeirtige lineare Erhöhung handelt. Die neuen Tarffe dürlften noch i n d i e s e m M o n a t rn Kraft treten, Ser Beamtenabba« in Budapest. (Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung".) r " Budapest, 20. Mai. In DurWhmng des in den Sanierungsgesetzen vorgesehenen Beamtenabbanes ha- >ben Bechandlu-ngen zwffchm der Regierung und der Stadt Budapest wegen des Abbaues 'der städtischen Beamten br-

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