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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-18 · Heft 1888 (18.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1888 (18.5.1924)
Date
1924-05-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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MMltz L.E, SoMräg" jwie ihr ja wißt, gleichna;ni^c' ElektrizitäteyStoßen einand.-r iah und ungleichnamige ziehen einander an. Die kleinsten ' Quanten der negativen Ele -kirizitä t nun nennt; man negative Elektronen und die kleiinsten Teil-! chen der PositivenElektrizitätPositive Elektronen. Nun denkt man sich nach-den'Forschungen Bohrß, di« vor ganz kurzer Zeit, im Jahve 1921, veröffentlicht wurden, jedes Atom durch eine positive Kernladung aufgebaut, um die negative Elektronen kreisen. Die positive tKernladung ist gewissermaßen die Sonne, um die sich die inegativen Elektronen als Planeten bewegen. Die An-; zahl der negativen Elektronen wächst mit dem Atomgewicht i der Elemente und wird zugleich als'Ordnungszahl der Elei mente benützt. Die negativen Elektronen kreisen in Bahnen vort ganz bestimmtem Radius um die positive Kernladung. ^Wenn nun durch Erhitzung oder andere Einflüsse diese -negativen Elektronen, diese Sonnentrabanten, aus ihrer -Bahn in andere Bcchnen geschleudert werden, wenn in dieser feinsten Welt ein so ungeheures Elementarereigwis Eintritt, so erfolgt eine gewalttze Erschütterung. Diese lpflavtzt sich wellenförmig nach allen Richtungen des Raumes i fort, innerhalb dessen überall elektromagnetische Kräfte von 'bestimmter Richtmrg und Größe wirken. Wenn also inner- :halb der Atome Elektronen aus ihrer Bahor gerissen werden, so wird dadurch die Richtung und Größe der elektro- : magnetischen Kräfte rings im Raume strahlenförmig nach allen Richtungen periodisch geändert, die positive, nord- ,magnetische, Kraft zum Beispiel schwächt sich allmählich ab, wird null, gewinnt dann negative, südmagnetrsche, GigensHaften, die bis zu einem Maximum anwachsen, sich wieder ÄS zu dem Wert nM abschwächen, worauf die positive, nordmagnetische, Kraft wieder zu einem Maximum ansteigt, sich wieder, abschwächt usw. in infinitüw. Jede solche Periodische Aenderung, die in gleichen Zeiten die gleichen Madien in stetiger Fotze durchläuft, nennt man Wellenbewegung. Die elektromagnetische Wellenbewegung,, die entsteht, wenn EI e k t ronen aus ihren Bahnen geschleudert werden und sich mit der größtmöglichen Ge- ^chwindigkeit von 300.000 Kilometer in der Schunde fortpflanzen, ist das Licht. Die Elektronen können aber auch durch sehr starke elektromagnetische Kräfte vollkommen aus ihren Atomen herausgerissen -werden. Das geschieht, wenn zum Beispiel ein Kupferdraht zwischen den Polen eines starken Elektromagneten bewegt wird. Dann werden nacheinander 'aus den einzelnen Atomen Elektronen in dieselbe Richtung hineingeschleudert und formieren den elektrischen Strom im Draht. Auf diesem Prinzip beruht der Bau der Dynamomaschine, wie ihr euch Wohl erinnern werdet.'Wenn sich hingegen ein stromdurchflossener Draht zwischen den Polen eines starken Elektromagneten befindet, wenn also ein Elektronenstvom im Draht fließt, so wird 'dieser durch die Kraft des elektromagnetischen Feldes ans seiner Richtung äbgelenkt und drängt den Draht' demgemäß in eine andere Richtung, da er nicht aus dem Draht heraüst.reten kann. Auf diese Tatsache gründet sich ja, wie ihr wißt,, die Konstruktion-des Elektromotors. Damit 'habe ich also deine Frage von letzthin beantwortet, Berta, und ich möchte nun gern wissen, ob ihr das alles richtig verstanden habt." .. Die Kinder nickten beide glücklich und jedes hatte etwas zu sagen. Das Mädchen fragte eifrig und'doch zaghaft, ob man sich auf den einzelnen Trabanten dieses Sonnensystems, das jedes AtoM darftellt,' nicht auch belebte Wesen vorstellen könne. Die Mutter lächelte. „Diese Vorstellung bleibt dir unbenommen. Es kann niemand 'etwas dagegen haben, wenn du dir denkst, daß jedes Atom des Fadens, den du jetzt in er. Arbeit hast, belebte Wesen beherbergt, für die du das hohe, unfaßbare Schicksal bedeutest. Und es kann dich auch niemand hindern, dir vorzustellen,- daß unser ganzes Sonnensystem, so unermeßlich weit und groß' es auch dünkt, nichts anderes ist als ein Atom, ebenso wie du dir die vielen anderen Fixsterne als Atome irgend eines Stoffes vorstellen kannst, aus dem ein Gegenstand in der Hand irgend eines unvorstellbaren Wesens gefertigt ist. Es steht dir frei, diesen phantastischen Gedanken beliebig weiter sortzuspinnen. Und wonach sinnst du, Ernst?" »Ach möchte diese neue- Vorstellungswelt gerne in irgend einen-handgreiflichen Vergleich bringen, Mama, es fällt mir aber nichts Gescheites ein." „Das wird ein vergebliches Bemühen sein, mein Kind. Denn alle diese Vorstellungen selbst sind ja 'schon Vergleiche, um diese Begriffe mit ihrer Hilfe - überhaupt' faßbar zu machen. Diese Elektronen, die wir uns vielleicht als winzige Kügelchen oder Stäbchen vorstellen, sind ja das gar nicht. .Denn alle diese Begriffe sind nicht erschaut, auch nicht erdacht oder erfunden, sondern errechnet. Und errechnen lassen sich eben auch -Zusammenhänge, die wir uns nicht, vorstellen können. Das ist ja eben der Triumph -der modernen Rechenkunst, unserer Mathematik, daß sie die . Fähigkeit besitzt, uns jenseits -der Schranken und Grenzen der menschlichen Sinne Erkenntnisse zu gewin- .n Y:-: weit über uns selbst emporheben." Athen, 14. Mai. (I. T. A.) > Die griechische Regierung erließ eine Steuerverordnung, wonach die vom Militärdienst befreiten 'Mohammedaner und Juden, auch die wegen körperlicher Untauglichkeit befreiten, eine Steuerzu entrichten haben. Die Juden werden mit einer Ex traft euer belegt, die über die Rormältaxe hinausgeht.. Msener WürgenzerrüM? f— 18. im fäc. gS&.j dv Von Walter Finkler. ♦ Ui-C;A, E-> ist zwar nur -ein SoPhiSma, aber immerhin lehrreich: Was ist eift typischer Jude? Offenbar derjenige/ der alle die Eigenschaften besitzt, die -den meisten Juden zuliottumot. Nun besitzen aber die meisten Juden nicht alle Eigenschaften der Jrtden in - einer Person, die meisten Juden sind also nicht typische Juden. Da nun der typische Jude alle Eigenschaften der-meisten Jitden in sich vereinen muß, darf er kein typischer Jude sein. Demnach der typische Jude ist der nichtthpische! Wie gesagt, ein blenderrdeö Paradoxon, weiter nichts. Und doch, wir Muffen uns bei jeder Völkercharakterologie diesen BegriffSirvgarten vor Augen -halten, wollen wir nicht selbst ahnungslos in eine gefährlichere Falle stürmen. ' Man weiß — der Eros im Menschen ist-stark. Er ergreift Besitz von Dützen, die ihm ursprünglich ferne liegen. Die Naturobjekte bekommen in der Sprache ihr Geschlecht zugesprochen, männlich, weMch oder sächlich. Nach der Ähnlichkeit mit Mann' oder Weib: Wenig natürliche Ausnahmen blieben von dieser Aveiteilung verschont. -Solche die von vornherein männlich und weiblich zugleich sind: hie Völker. Und auch sie blieben nicht verschont. Die Griechen waren das weibliche-Volk, die Römer das männlich e Pendant. Bon den noch lebenden VöAern will jches das männliche sein und in dem anderen das weibliche sehen. Der Germane sagt, die Romanen seien klein und zierlich, geschmeidig und behende, -unstet und leidenschaftlich, mehr ästhetisch als moralisch, Freunde des Zuckers statt des Weines, mit einem Wort: -weiblich. Der R omane sagt, die Ger^nanen seien dick Und fleischig, von weißer Hautfarbe, rotbackig, -sorgsam und vorsichtig, geschaffen für eintönige Arbeit, mit einem Wort: weiblich! Diese Gegenüberstellung, glaube ich, spricht für sich.. Das Geschlecht der Juden ist weiblich — so behauptet und begründet Meininger. Dem Juden fehle wie dem Weibe Pietät, Glaube, Wertung, Seele. Aber nicht allen Juden, nicht allen Weibern, sondern nur dem Typus. Und jetzt halten wir wieder bei dem einleitenden Sophisma. Bei der Irrealität des Typus. Die Zweiteilung der Geschlechter stimmt schon in der Wurzel nicht. Die Biologie definiert das Löbeüvesen als Mann, das männliche Keimdrüsen-hat, das als Weib, welches weMÄ hat. Und die meisten DesmitiouLweiber haben viele nranw liche, die Männer viele weibliche Charaktere. Seelische mü körperliche.-Zwar wurde durch eine ganze Reihe biologischer Experimente festzestellt, daß die Geschlechtscharaktere dov den Keimdrüsen abhängen und bestimmt werden. Um so gewichtiger aber Wird die-Lücke in der Theorie bei Per« sonen mit fvemdgeschilechtlichen Eigenschaften. Man ivar zu der paradoxen Annahme gezwungen, daß es auch Leim streng eingeschlechtlichen Keünidvüsen gebe. Die - samenerzeugende Drüse müsse auch nach innen (durch di« innere Sekretion) weibliche Stoffe absondern. Und umgekehrt.' -Jetzt können toit schon ganz frech fragen: Ja, was berechtigt uns -dann,-seelische Eigenschaften als geschlechtlich e zu bezeichnen, wenn -sie nicht an das sinnfällige Geschlecht ihres Besitzers gebunden sind? Ich WM nicht mißverstanden werden — körperliche und. seelische Mutter« instmkte und alles, was mit dem G^chlechtsleben zuisammenhängt, bleibt selbstverstäMich WeMch, ibezichungswei.se männlich. Aber warum die Vorliebe für Süßigkeiten ein weiblicher und das Moholtrinken ein männlicher Charakter sein soll, ist mir unerfindlich. Etwa -wegen der, rein deskriptiv-jstatistijfchen -Feststellung!, daß die Frauen lieber naschen als die Männer? Mich dann das eine Volk, weil es mehr nascht als das -andere, werblich sein? Dann müßte Tinte süß sein, .weil sie auch so schwarz ist -wie-die schwarze Schokolade. Man blättere nur im -LogikbUch nach! Sicherlich ha'ben auch die Juden, richtiger äusgedrückt' viel» Juden, Eigenschaften, die auch viele Werber haben. Der besonders von der völkischen Wiffenschaft (so etwas' gibt es!) breitzetretene, untergeschMtzgeLte Fehlschluß ist, daß die Juden „überhaupt in allem wei'bisch" seien. Man könnte übrigens das ganze Exempel umgekehrt machen. Die These, daß der Geschlechtscharakier des jüdischen Volkes männlich sei, ließe sich ebenso gut, will heißen ebenso schlecht begründen. . UebeM-es: allerneuestens -führt die Biologie die Ge-' schlechtscharaktere auf Artchavaktere zurück. Durch Kreuzung gewisser . Schmetterlingsraffen! konnten sexuelle Zwischenstufen erzeugt werden. So unglaublich es auch klingt: Die Rasse des Geschlechtes ist das zeitgemäße -Problem und nicht — das Geschlecht der Rasse. Leise und melodisch, Wohl schon von den: ersten zagen Anhauch des Lenzes und den Wohllaut-Wellen des fernen Südens gewiegt, in einer Luft: wie voll Jiebensüße, sinn-, licher Bezauberung und.so lockender Bersührungsgewalt, daß deine Adern gleich den jungen Frühlmgstrieben in Blatt und Baum zu schwellen scheinen, träumt diese schöne Stadt-für sich dahin, gleich' einer reizvollen Frau, der ihr Buhle Frühling zarte Geheimnisse. ins Ohr flüstert. Alle Seelen scheinen in ihren warmen Hauchreichen leicht und von ihren. Sorgenlasten gelöst, und staunend beäugt der von den feinen Strahlenspitzen der Sonne noch einmal gleichsam nachgeschliffene Riesenedelstein des Vierwaldstättersees eine heitere Spaziergängerschar, welche die vogeldurchzwitscherte Lust mit ihren schweizerischen, kernigen Heimatlauten, ihrem milderen Reichsdeutsch und mit ihren gleichsam musizierenden oder fast metallisch aufklingenden englischen Sprachkonzevten am volkreichen Kai erfüllt. Als trutzige Hüter dieses Riesenedelsteins aber, der in seinem grünlichen Blau mit goldenen und braunen Farbenzwischentönen die reine HimmelslauterkÄt noch einmal festlicher nachspiegelt, starren gipfel- und gletschcrreich der schneebärttze Pilatus und die in ihrem Flockenhermelin fürstlich aufprangende Rigi. So ist Luzern ein anmutiges Gedicht der Natur, dessen runden und ruhigen, Weichen Rhythmus die Meisterhand eines Künstlers nicht edler hätte formen können. Du erwachst in aller Frühe, melodisch geweckt vom Schellengeläut der bereits ans ihren saftigen Weiden grasenden, reich gefteckten Kühe und Ochsen, und dieses Bild der ganze' Halmbündel mit einem Male rupfenden wohlgenährten Tiere gemahnt dich an die Zeiten homerischer Beschaulichkeit. Und es stört durchaus, nicht den Frieden dieser Stadt, wenn längs der DillenrÄhen mitten auf dem Straßendamm, vom Glockenläuten des Schaffners der elektrischen Bahn kaum beunruhigt,.ein stolz gehörnter Stier mit seinem goldgleißenden Halsgchänge und dem Prunk seines Kummets der leicht im Winde, wippenden Antreikberpeitsche seines. Hüters' folgt, als wollte dieser gleichsam seinen Wirtschaft-' lichen Stolz und die Kraft des Landes, -das so stattliche Tiere und so. üppige Weiden aufweist, in einem Sinnbild den oft in.Kraftwagen'. dalhinsausenden Fremden, unter denen man auch zahlreiche'Amerikaner und Engländer gewahrt, zeigen. Der . Geist Jean. 'Jacques Rouffeaus scheint dieise Stadt fittichleicht zu ü'bevschweben und es ist. sehr bezeichnend, daß seine Mahnung zur Rückkehr zur Natur auch als Tafelinschrist an den Wänden einer Sehenswüvdtzkeit von Luzern, des sogenannten ,Metschevgartens", in goldenen Letterstanzen aufglänzt. In dieser Stadt besinnt sich der Mensch auf sein Menschentum und auf feine Herkunft, deren Zeugnisse hier in den Schä'deMbilduntzen des Nvandertalmenschen,'in den Na'chf-ormungen' uralter Pfahlbauten und Handwerkszeuge sowie in der plastischen Versininlichnrtz unserer iaüsendjähritzen,Erdgeschichte, besonders der Schweiz, wahrnehmbar sind. Au's deinen Träumen, in die' U-rväter- 8eit reißt dich ein Fabelspiel der Gegenwart in den Alhambrahallen zurück, in deren Labyrinchifcher PsaÄverschlmgunK du von SUegel>wand zu Spiegchvand durch. Strahlenbrechung dich bald sechs, bald sogar tausendmal vervielfältigt erblickst, daß du vor der Uebersülle deiner Doppelgänger schier erschrickst. Unfern dieses Gläsertrugs, umstarrt, dich das berühmte Denkmal des „Sterbenden. Löwen", « einer künstlerischen Erinnerung aus Sandstein/ nach Thorwaldsens Modell, an den Heldentod der sranzüsi-. schen Schweizergarde, die im Jahve 1792 den Tullerienpalaft gegen den Anprall her wütenden Volksrnässen verteidigte. Und gar wundersam begegnen'sich in dieser Stadt, in. der Gotik und Renaissance in oft seltsamer Verschwisterung stille Stilseste feiern, Heroen- und Künstlerträume. Denn hier rastete Hovbein der Jüngere längere Zeit, von hier ließ Goethe seine Sehnsucht nach dem Süden in die nahe Ferne schweifen, hier feierte Viktor Hugo die Reize dieser Stadt,; hier formte Tolstoi seine Erzählung: ,^Luzern", hier fand Richard Wagner auf Tviebschen von 1866 bis 1872 den Rhythmenrausch sowie die Melodiensüße seines. „Siegsüied" und seiner „Götterdämrnerung", hier auch lieh Karl Spit-; teler die Alpengipselstärke .und zugleich sanfte Bluinem sarbigkeit seiner Dichtersprache. .In dieser, zweiten Heimat. der Musen ist gewiß nicht , „jedes Wort eine Blüte, jede Silbe Musik", aber man versteht leicht, wie sich unter.dem . sanften Nachdrnck und der Lockung der bereits südlichen Suft wunderbare Gemütskräste entbinden und sich aus losen Me-, lodienschaukeln genien'haft wiegen lassen und wie der verschwenderische Jarbenzauber des ewigen Brautpaares, des Frühlings und der Flur, auch durch alle Bilderflächen der hier ansässigen Meister des Pinsels und der Palette^ hin- 'durchschilmmert, in deren Gemälden immer wieder das. Lächeln des Aethers Und der Wolken fortzuleben und das. Grün, Blau und Gold des, .Vierwaldstättersees Heimlich zu irisieren scheint. ' Diese Favbensreudigkeit schwingt sich nicht nur in den Blumenbeeten nach Terraffeitart ansteigender Gärten, sondern auch in der bewegten Buntheit der sahnen-,, trachten- und bä'Nderveichen Volksfestlichkeiten aus, deren friedliche Lustreigen der kriegerische Stvlz und Trotz mittelalterlicher. Türme wächterhaft beschirmt. Und es ist ein starker, fesseln-, der Gegensatz reiz, über die greisen, gedeckten Holzbrücken der Stadt junge Menschen unserer Tage wandeln zu scheu. Denn Luzern hat trotz zahlreicher Vergangenheitszeugen ans Stein und Hotz durchMs den Rhythmus unserer Zeit. Autos, Tennis-Mtze, 'prunkvolle, bereits mit Radioapparaten versehene Hotels, -üppige Kaffeehäuser, das weltmännische. Leben 'besonders an den sanften.Seeusern und das bunt« Völker- und Sprachengemisch der zahlreichen Fremden, deren, Eigenartsschärse hier die linde Srnft, die GeruWkeit des aus seine Freiheit stolzen gastlichen Landes und der liebenswürdige Verkehrston der Einheimischen zu verwischen scheint, ^bestätigen nur jenen Eindruck. Wollte man überdies Luzern rhythmisch kennzeichnen, so könnte man es die erste Strophe' des Prologs zu dem noch immer sehenswerten und wundervollen Schauspiel Italien nennen, der erst als zweite, klassisch gerundete, das schöne Lugano mit seinen Palmer:-, fächern, Oleanderbüschen, Myrten und dem hierselbst für ' ^Htenhande. leicht erreichbaren Lorbeer folgte - : Artur S i t V L^'le t t.

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