Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1887 (17.5.1924)
- Date
- 1924-05-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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‘H '■ ' 'iv * * fe.!S8T S8i«K, dämitag W1R53®'' Wlenev Moraenzettttng. C¥ 17. Mar 1924 Seit» f Pi Airs Deutsch- Adler. Ws SiW, Tischler. Nikritine .«nid chetuli, Steinhardt.asw- WS Polen: : Hosowick, Gftaim und Molylwik. Diese Ausstellung ist dadurch bemerkenswert, daß Mische Mstlrr aller Achtungen und Stilarten gemeinsam aüftreten, wodurch der 'Zweck, »ine Schau Wer-das gegeMvärlige Schassen btt jüdischen Künstler, wesentlich gefördert wird. Hetder ist von ßsterxpichischen Masern nur Piktor Tischler, das bekannte Mitglied des Wiener Hagenbundes, vertreten- Gmanttel Reicher. Mit Emanuel Reicher, -essen Tod wir gestern melden Km, ist einer der bedeutendsten Schauspieler dahingegangen, llus dem Wischen Osten stammend, kam er nach bitterdn Lehrnnd Wanderjahren nach Berlin und wurde unter der Führung Brahms einer der grüßten Charakterdarsteller - keiner Kit. Insbesondere in Manschen Rollen erwies er seine TarstelmngZknnst. Als Hjalmar und Baumeister Sslneß, aber auch in Schnitzler-Gestalten trat er wiederholt mit dem Brahm-EnsanEe vor das Wiener Publikum. Uebervagsnd war der EWok dieses jüdischen Künstlers und noch im Vorjahre hat er in Wien mit seinem Leiser Frankel sin Tschyrikows „Juden") wahrhaft erschüttert Emanuel Reicher, der Ostjude, hat bekanntlich in seinen reifen Jahren den Weg Kur oMdischeu Bühne gesunden. Gr wirkte lange Zeit am jüdischen Kunsttheater in New-Nork, dessen Mitbegründer und erster Leiter er war. Untex anderem trat er auf der Wischen. Bühne in David Pmskl's historischem Drama „Der stumme Mflias" auf und unter seiner Leitung gelangten HaMmanns Mnsame Menschen" und Ibsens Mym" an dieser Bühne in Mischer Sprache zur Aufführung. Sein Schn Frank Reicher gehört zu den bekanntesten Darstellern . des jüdischen Theaters. Anläßlich feines jüngsten Wiener Gastspieles nahm einer unserer Redakteure Gelegenheit, mit Gmanuel Reicher über das Wische Theater zu sprechen und seine bemerkens.verten Neuherungen erschienen in unserem Blatte. Ein charaktervoller Mann, ein Schauspieler von inbrünstiger Hingabe an seine Kunst und von ungewöhnlicher Bildung ist Mt mehr. Am dm Ämtern. D o l k s o p e r. Heute „Die Meistersinger bonNürnberg". Morgen ,,A i d a". Im Theater an der Wien unterbleibt die für Sonntag, den 16. d., v#3 Uhr nachmittags, angesetzte Vorstellung „G?8ftn Mgriza". Im Carltheater geht Dienstag den 20. d. neu inszeniert die Offenbachsche Operette „Blaubar t" mit Erich D e u t s ch - H g n p t in der Titelrolle in Szene. Apollo-Theater. Morgen bis 24. d., </,8 Uhr abends, „DieKSn.igin vomMontmartre*. M p ch ensp je lp l NN d e 8 B u r g th e a ter s. Sonntag, r/zg Uhr nachmittags, „B i e l L ki r m um N ich t 8", 7 M abends, „Die rote Mühle«. Montag «Der A l p e n jk ü n i g und d e r M e n s ch e n s e i n d". Dienstag „D e r Schwa n". Mittwoch „U e b e r allen Zaubern die Liebe". Donnerstag „Antonius und Cleopatra". Freitag „Die Karakomb»N^ Samstag „H er ob e» und Mgriamne". Wochenspielplan de? Akademie-Theaters. Sonntag, 8 Ubr nachmittag», „Das G l a W a s s e r" »/,8 Uhr abends, „Garten d e r Z n g e n d". Dienstag „G e s p »n st e r s v n a t e". Donnerstag und Sai tag „Der Z e r i s s % n e". Freitag „Garten der Ingen d". Wochenspielplan LerBolsoper. Sonntag, 7 Uhr ahends, „Aida« Montag „DaS Rh eins old«. Dienstag ,,C a y a U e r i * rn »ttonna" und „Der Bajazzo". Mittwoch «La T r a y i a t a". Donnerstag „Die Ns.rikan.erin . Freitag „Hoffmanns Erzähl N N g e n", Samstag „DieIüdin". WochensPielplandeSDeutschenBolkStheaterS, Sonntag, V*8 Uhr nachmittags, „$ e 13D7 e i neit> ÜaNe r", V«8 Ubr abends, „M ama Koltbr i". Montag „Brand". Dienstag ^.Erich XlV". Mittwoch „Peer Gynt". Donnerstag „Der lebende Leichn a m". Freitag „Mama K o l i b r i". Samstag zum ersten Male „D e r B o r k a m p f", Burleske von Bernhard Shaw, und „Der Mann des Schicksals", Komödie von Bernhard S li a w. Wochenspielplan des Josef städter T h e s t e r S. Sonntag und Montag, 7 Uhr abend», „D e r G ch tp i e r 1 g e". Dienstag und Samstag „AimL e". Mittwoch und Donnerstag „K a h a l e n n b L i e L e". Freitag „D a m e K o b o l Ir, Wochenspielplan deS Raimund-Theaters. Sonntag, V*4 Uhr nachmittags, „G a s" (l. u. II. Teil). '/,8 Uhr abends, „Ich liebe Dich!" mit Elisabeth B c r g )\ e r. Montag „F r ä u l e i n I u l i e" mit Elisabeth B e r g n e r und „Debet und K r e d i t". ' Dienstag ..Ich l i e b e D i ch! (letztes Gastspiel Elisabeth B e r g n e r). Mittwoch „S e ch S P er s o n en s u ch e n ein en Autor". Donnerstag zum ersten Male „Komödie um R o s ß' Freitag und Samstag „Komödie u m R o s a". nus St. Moritt*Bad (SCHWEIZ) Hotel Edelwetss (Besitzer: L. Hermann) Eröffnung: 15. Juni 90 Betten // Schöne Gcscltscheftsr&ume Geschäftshandwagen Bunwt, »ierr and xweirlderit, »tvik onA gef*4®rt. in ert>tklBBsi^ter Aosffihrnng, in gani kankartBniloten Freisen, stets lagernd Klosterneuburger Wagenfabrik A, G., Wien, 12. Bezirk« Grleghofgaese 16, Telephon 82-4*39 :st beauftragt. Das Thsatir wirb dieselben Dimensionen md da8» selbe Aussehen haben wie die Pariser Oper, Md 4000 Persomn fassen. Die Baukosten werden auf 90 Millionen Lire akschätzt. Der Staat wird die Administration des Theaters überwachen. — Das berühmte Konservatorium der Mnsir zu Leipzig wird zur kommenden Herbstmesse in ein Messehaus mngswandelt werden. DaS Konservatorium hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um seiner seit Jahren bestehenden schweren Notlage entgeganzuwirken.' Es wird der Industrie für MHkinstrwmente und dem Musikverlsag wahrend der Messen zu Ausstellungen zur Verfügung stehen/Inhaber dieses Musik-MessehauseS, das einen herrlichen KonzertiM, 60 vollkommen schalmcht abgeschlossene, große, hell» Rämne sowie 200 Plätze für weitere Aussteller' enthält, verblecht das Konservatorium. Sie Leiche im Schrebergarten. Die Geschworenen bitte« um Milde. — 18 Jahre schweren Kerkers. Daß Schönbrunner Schloßcheater. Die Eröffnung des Schönbrunner SchlotzttMters im Mas ist, wie wir oeveitS mit« geteilt haben, tatsächlich noch nicht sich erg «ft eilt, DK verschicidenen bauliäM Reparaturarbeiten sind noch nicht beendet. Di>e StaatsgMudevevwalttmg erklärt, daß Hinchernisse siir die Eröffnung seitens der Theaterllovalkommisston nicht o«. stehen, da diese nicht in der Lage sei, die Eröffnung deS Neaters zu untersagen. Prost RSber aestorbe«. Der Direktor der Düsstldofer Kunstakademie.' Prof. Fritz R ö b e r, ist gestew gestorben. Aus der Musikwelt. Der Ehkkaaoer KoMowisj Simon B u ch a r y f s, dessen „Sakahr a" nächsten Herbst in Frankfurt a. M. die MtauWrmg in Deutschland haben wird, arbeitet zurzeit an smer neuen Oper „Der Golem", wozu Rudolf Lothar he« Text geschrieben hat. — Anfang» Juni wird zum ToukünUerfeste des Allgemeinen Deutschen Mnsikvereims im Homhurger Theater eine altenglisch-r Oper ,/Dido untzAentzas" von Heurtz PL^kEU Er^Hermann S ch e r ch e n s Leitung zum ersten Male m DeMchland gegeben. Wi>e wir bereits berichtet haben, hat der ttalieniiche Mimsterrat bWwssen, «in Nalionalitheater in Rom ß« rMchesn. KrchjAA .viaee«U«t «pÄ-e S« In der gestrigen PechaMung bcharrie der des meuchlerischen Raubmordes angeklagt- Gustav Riischel bei seiner Berantwortung, den Studenten Staudacher im Streit nach gegenseitigen Beschimpfungen und Tätlichkeiten getötet zu haben. Demgegenüber steht RitschÄs Geständnis vor den rumänisch en Gerichtsbehörden.denen er zugab. den Studenten im Schlafe ermordet zu haben. Der Angeklagte stellt diesen Widerspruch so dar, daß chm das Geständnis von hen rumänischen Polizisten durch PrÜM mit GummrknütteLn erpreßt worden ist. Hartnäckig erklärt Ritschel: „Ich bleibe bei dem, was ich schon gesagt habe." Das Beweisverfahren belastet'Lest Angeklagten. Die Gerichtöwediziner erklären in Hrem Gutachten, daß es aus her Art der Verletzungen an der Leiche Staudachers hervorgche, daß der Täter mit der linken Hand den Schlafende» erwürgte und gleichzeitig mit einem stumpfen Gegenstand wuchtige Schläge gegen die linke Schläfe geführt hat. Die Bewohner des Hauses, in dem die Dat ausgeführt Wurde, geben an daß hie dünnen Wände jeden laut geführten Streit in einer Wohnung den Nachbarn vernehmlich machen müssen. Der Vorsitzende richtet einige Fragen an den An-- geklagten. Auf die Frage, warum Ritschel seine Mutter nicht davon verständigt habe, daß das Kabimtt vermietet sei, erwidert der Angeklagte: „Ich habe ja gleich nach Rumänien abreisen wollen." — Vors.: Sie haben behauptet, daß sie die goldene Uhr des Staudacher dem Siebert gegeben haben, Warum haben Sie da» getan, — Angskl.: Ich wollte die Uhr nicht behalten. — Vovs,: Warum nicht? — AnM.: Ich Hab' sie nicht wollen, ' mir hat gegraust vor der Uhr. Einige Jeugen erzählen nun über die Zusammenkünfte, die sie mit Riischel im Cafe Aigner in der Linzerstraße hatten, wo ein Schachverein seine Abende abhielt. Einmal abends fuhr Ritschel im Auto vor, ließ dem Chauffeur 50,000 K. bezahlen und gab damals überhaupt mehr aus als er sonst im Kaffechaus konsumierte. Ritschel soll damals besonders zerstreut gewesen sein- Der Hausbesorgerin Riischels war es aufgofaUen, daß er plötzlich einen' eleganten lichtgrauen' Ueblörrock trug' Die Zeugin erzählt noch, daß sie tags vorher Ritschel beobachtet habe, wie er im Schrebergarten ein Loch gruh. Die Zeugen Schiller und Berger besichtigen über Aufforderunig des Vorsitzenden einen Anzug. Beide erklären, daß die Hche, eine Modehos>e, sicherlich dem Staudacher gchört habe. Der Verteidiger spricht seine Zweifel aus, da solche Hosen sehr häufig sind. Sodann wird die Großmutter des Angeklagten vernommen, bei der er im Knabenalter drei Jahve verbrachte. Daun sagt die Mutter des Angeklagten aus.: Ihr Mann war Wachtmeister - in Stockerau.. Er .hatte t« seiner Jugend viel getrunken und starb im Jahre 1© 10 im 37. Lebensjahre. Der Knabe war damW acht Jahre Ät, In die Schule ging er sehr gerne, ex lernte auch brav und gab keinen Anlaß zur Klage. Mt 14 Jahren kam er in die Lehre. Vors.: Warum haben Sie im Ium, als Sie verreisten das Kabinett in Ihrer Wohnung nicht, mehr vermietet? Z e it* gin: Die Hausbesorgerin hat es immer heanständet, daß die Meter allein sind und daß sorrst niemand in der Wohnung rst. Bors.: Ist es nicht'schr auffallend, w?nn dann Ihr Sohn nach feiner Rückkehr aus Berlin hie WohMNg ohne Ihre Kenuinis vermietete? — Zeugin; ist niM so ausfällend, weil wir doch vorher ' nnEr/Meter" hatten. - Bozs-: Aber gerade vorher haben Sie gesagt, daß die Haus heisorgerin nicht damit einverstanden war, wenn di« Wohnung leer geblieben ist.. Er ist ja begreWch, daß Sie Ihrem Sohn Wen wollen, aber müssen sich schon etwas mehr au die Wahrheit halten! Der Vorsitzende uuterbvichi hierauf das Verhör mit der Mutter, da der Oberbuchhalter Siegmuud Siebert auf «wer Tragbahre vom Sanatorium, wo er operiert wurde, in den Gerichtssaal gebracht wird. Da der Zeuge nur im Flüstertom sprechen kann, wie-decholt der ihn begleitende Arzt seine Wyrte. Der Zeuge .gibt an, vor acht Jahren bei der Mutter des Angeklagten gewohnt und mit diesem freundschaftlich vechchrt zu haben. Später habe er von Ritschel wiederholt Lebensmittel gekauft und chm öfters Geld geliehen. Siebert sch den AngMagten zuletzt vor seiner Abreise nach Rumänien. Damals hat Ritschel beim Zeugen 54 Lire golvechselt und 'ihm 100.000, K. zur Aufbewahrung übergeben, die er durch Paluteuischleichhandcl verdient haben wollte. Ritschel trug damals einen schönen, neuen Mantel. Der Zeuge wird gelabt und wieder hinaus? Miragen. Der chemavige Lehrer RitschelS in der Bürgevschule sagt von diesem, er sei in der Schule sehr begabt, jedoch jähzornig und streitsüchtig gewesen. An einen Delbstmovdversuch RitschelS kann sich der Zeuge noch dunkel erinnern Das Gutachten der Psychiater . Prof. Dr. Bischofs Mrt aus: In der FaMie M Angeklagten sind feine Spuren von Geisteskrankheit zu konstatieren. Der Vater hat in seiner Jugend wohl Alkohol in größerem Maße genossen, doch war er kein Trmker im pathologischen Sinne. DK Mutter ist emo aufgeregte, spannte Frau, aber sonst völlig normal. Von einer schweren erblichen Belastung kann keinesfalls die Rede sein. Der Angeklagte zeigte auch keine Symptome einer GeisteÄkvanHe-it, seine über den Hergang der Tat gemachten Angaben sind präzis. Sollte ein Totschlag vorliegen, so hat sich der AngoNagte keinesfalls im Zustande hochgradiger Erregung befunden. Im Gegenteil, er ist äußerst be-onnen und überlegt x, Werke gegangen. Nach den Ausführungen des Sachverständigen, denen sich auch der zweite Psychiater, Prof. Dr. Hövel, auschließr. verliest der Vorsitzende einige Briefe Ritschels m seine Mutter In ihnen befftrdet sich wiedecholt der Satz: ,Lch brauche Geld!" Der Verteidiger stellt den Antrag auf Einholung Fakultätsgutgchtens über den GePeszustarch deS Angeklagten. Der Ger'.chtKhyf lehnt den Antrag ab und stellt au HK Ges>chwyrenen folgende Schuldft'agen: 1. Haup:- ftage auf meuchlerischen Ranbmoch. 2. Gventualftcrge auf Totschlag. 3. Notwehr. 4. Überschreitung der Notwehr. 5. Vergehen gegen dk Sicherheit des Lebens. K. Diebstahl. Dann folgen.hie Plaidoyers des Staatsanwaltes und des Verteidigers sowk daß Resrnnee des Vorsitzenden, Woraa»' sich di« Geschworenen zur Beratung zurückzirhen. Das Urteil. Unter großer Spannung deß Auditorsums Pelf,il»deLt der Obmann der Geschworenen das Verdikt. Die Hauptfrage auf tückischen Raubmord wurde einstimmig bejaht, mit der Bitte, Mild« walten zu lassen. Auf Grund dieses Mahrs pruch.'s wurde .Gustav Ritschel zu 18 Jahre» schwere» Kerkers, verschärft durch Fasten und hartes Lager vterMjährlich. sowk Dunkelhaft an jedem Jchrest,ag her Tat verurteilt. Be-i der Berechnung des Strafausmaßes wurden als erschwerend dk Vorstrafen, die mehrfache Neigung zum Verbrechen, die große Gefühlsroheit, der seltene Mangel an Reue und der Umstand angenonrmen, daß der Angeklagte bei der Tat äußerst raffiniert und Planmäßig vorgegangen sei. Ms mildernd Wurde das teilweise Geständnis,, die große Jugend, des Angeklagten, die Geringfügigkeit der Vorstrafen, weiters der Mangel M genügend strenger Evzichung und insbesondere die Mte der Geschworenen um mWe Bestrafung angenommen. DK Untersuchungshast wurde dem Angeklagten in die Strafe eingerechnet. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er das Urteil annchme, oder dagegen ein Rechtsmittel ergreifen wolle, antwortete Ritschel, her Veddikt und Weil ruhig angehöxt hatt^ er wolle Bedenkzeit haben. Jda Roland contra Direktor Robert. Gestern fand vor hem Landesgericht i» ZivtlrechtAsachen die Verhandlung über die Berufung deS DirÄwrS Robert gegen >das Urteil des Gewerbegerichtes in dem 'bcLannten Schadenevsatzprözeß der Künstlerin statt, in welchem ihr vom Erstgerichte 21 Mil- Nonen Kronen zugesprochen Wochen waren. Die Parteien, dk mit ihren Anwälten persönlich erschiemn waren, erklärten sich zu einem Vergleiche dahingehend bereit, daß Direktor Robert an Frau Roland unter AuHebuna der gegenseitigen Prozeßkosten den Betrag von 18 Millionen Kronen binnen acht Tagen bezahle, worauf £>i; Verhandlung entfiel. Der antisemitische Abgeordnete Streicher neuerlich verurieill. Aus Nürnberg meldet I. T- A.: Im Prozeß des Oberbürgermeisters Dr. Luppe gegen den. antHmritifchen Propagandisten. Hauptlehrer I. Streicher, der im März stattgefunden hatte und der mit der Verurteilung Streichers wegen übler Nachrede urch Beleidigung zu ein dm Monat Gefängnis bei Bewähruwasfrist brs 1925 unter der Voraussetzung einer Geldbußeleistung von 1000 Galdmark endete, hatte Streicher in seiner Schlußre>de die Behauptung aufgestellt, in einem vorher' stattgefündenen Strafprozesse gegen emen jüdischen Rechtsanwalt Wege» fcchrläMer Tötung wäre dessen Freispruch nicht erfolgt, wenn nicht zwei jüdische Richter bei der Urteilsfällnng rgitgewirkt hätten. .Wegeg dieses Richterbeleidigung wurde vorgestern dm 'ganjß^MMÄhex vor dem evwetterien Schüffengerlcht Nnvnberq gegen StHicher, der inswischen v ö l r i. scher San dt ay Sab ge ordnefer. gewochen ist. vecha». delt. Streicher wurde OwmM wegen Mer Nachrede mit M0. May! Wdstrase-. epentzlell. Al. Tagen. GtzfängM. «ft zur Tragung sämtlicher Kosten verurteilt, so daß er nur, such die erste Slrcist ab büßen muß.