Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1885 (15.5.1924)
- Date
- 1924-05-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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GeNe 8 --'iEEMO.i'' Men, DonnerÄag > *»“?*-■'•- - -' - — - -.- »»>>» '■'■«'■" Sie Affäre Schreier—Bettauer. Wir erhalten von der Zionistischen Organisation Nesterreichs folgende Mitteilung mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: „Der Parteirat -er Zionistischen Organisation hat sich mit den im „Morgen" enthalte ne n, tzegendenPrttr sidente.n der Organisation, Oberbaurat Robert Stricker, gerichteten Angriffen beschäftigt und sestgestellt, -atz das jedem Begriff von Anständigkeit widersprechende hinterhältige Vorgehen des Redakteurs des „Morgen" Maximilian Schreier nicht geeignet ist, die Ehre des Präsidenten -er Organisation irgendwie zu berühren. DerParteirat sprichtHerrn Oberbau rat Stricker sein uneingeschränktes Vertrauen ans. Die Vizepräsidenten: Dr. Joses Löwenherz, Dr. I. H. K ö r n e r." Herr Maximilian Schreier hat nun auch von der Zionistische Organisation die ihm gebührende Antwort erhalten, die ihn darüber informieren wird, wie man. Menschen beurteilt, die sich in versteckten Drohungen und Verleumdungen ergehen und sich dann weigern-für. ihr Verhalten einzustehen. sicht stützt sich auf die Genfer Konvention, die ja auch den Positiven -Schutz Oesterreichs gegen Angriffe ' auf seine territoriale Integrität gewährleistet. Dies auf dem wirtschaftlichen Gebiet fruchtbar anzuwenden, wäre die wesentlichste Aufgabe der Regiemngspolitik. Oesterreich hat das so oft ««gekündigte Netz der Handelsverträge mit feinen Nachbarn noch immer nicht vollendet. Es ist dadurch in seiner wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt und zur Beseitigung dieses Uebelständes ist der Vertreter des Völkerbundes der beste Vermittler. Seine Autorität kann die vielfach. aus Mißgunst und alten Vorstellungen entspringenden Schwierigkeiten am raschesten beseitigen. Diese Funktion, ist für Oesterreich tausendfach wichtiger als der ziemlich müßige Streit dev Parteien, der ja nicht in Oesterreich, folgern nur von den Kreditstaaten entschieden werden kann. Es ist klüger, diese Seite der Angelegenheit ins Auge zu fassen.. Amerika für eine Beteiligung an der deutschen ßmisfionSbank. Washington, 14. Mai., (Tel. der ,Wiener Morgenzeituug".) Der NvMeM^Wsjchuh'^r^^Mswservebank'- hat der Direktion der Bank in' einem Memorandum empfohlen, alle Maßnahmen zuergreifen, * um' die im Dawesplan vorgesehene -Emissionsbank zu unterstützen. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß der Dollar seine gegenwärtige bevorzugte Position nicht beibehalten könne, wenn nichtdas überschüssige Kapital der Vereinigten Staaten für diejenigen Länder verwendet werden würde, die ihre .wirtschaftliche und finanzielle Lage wieder normalisieren müßten. Wenn die deutsche Emissionsbank aus der Grundlage des Dollarkurses geschaffen würde, so konnte dies als Basis für di« Rückkehr zur finanziellen Stabilisierung der Welt dienen. Wiener MorttenzeLtung.mmm" is. Mot 1 m im -; ' V ,1, Jt. ML, »TT I—.1.».m,in «»,»>». .. — —: >' - - Landwirtschaft—Rennsport—Automobil ordnuna. Don der sehn wesenNchen Verschärfung der Situa ti on, die Dr. Bauer gelegentlich Mer Kontro* Verse mit dem Bundeskanzler über die Dauer der Kontrolle angekündigt hatte, war in der gestrigen Sitzung des Nationalrates nicht das geringste zu merken. Doktor Bauer scheint also den Säbel wieder eingesteckt zu haben, nachdem ihm Dienstag wohl in der Hitze des Gefechtes das. Mundwerk durchgegangen war. In aller Ruhe -wurden gestern die Budgetkapiteln „Land- und Forstwirtschaft und Domänenbetriebe" zu Ende beraten. , Der Ackerbaummister B uch i ng er sprach von seinem Bestreben, die durch die Kviegsverhältttifie besonders zu- . rückgegangenen Hektarcrträge bei Getreide und Kartoffeln zu erhöhen und teilte mit, daß an dem Entwurf eines neuen Weingesetzes gearbeitet werde. Die Wälder seien in den letzten Jahren so übermäßig genützt, worden, 'daß heute mindestens 180 Hektar unaufgeforsteter Wald- - flächen vorhanden sind. Der Minister gab dann in Bespre-! chung der Verhältnisse bei der Staatskommisston für Rennangelegenheiten Aufklärungen über die finanzielle Bedeutung der Rennen. Die Bundescinnahmen aus den Pferderennen betragen '30 Milliarden, die der Gemeinde Wien 12 Mili liarden.. Das Finanzministeriu-m unterstützt die Rennen mit einem Betrage von 800 Millionen. Die Ernährung s l a g e bezeichnte der Minister als befrieldigend. In Obst und Gemüse war die Versorgung ausreichend, auch die Fleischversorgung wickelte sich veibung'slos ab. Ein erfreulicher Fortschritt sei in der Milchversorgung zu verzeichnen. Der Tagesdurchschnitt der Bahnzufuhren von Mich nach Wien erhöhte sich im Jänner des Vorjahres auf 4.44,538 Liter und hält sich in den letzten Wochen dieses Jahres konstant auf einer Höhe von rund 550.000 Liter. In Erörterung der Verhältnisse bei der Forst- und Domänendirektion verwies der Minister auf die Stagnation aus dem Holzmarkt und teilte mit. daß die Fovstverwaltung im Jahve 1028 einen Abgang auswoise. Sie erscheine jedoch aktiv, wenn man die kolossalen Holzvorräte in Rechnung zieht. Die : Landwirtschaft hat unter dem außerordentlich hohen Zinsfuß zu leiden. Sie sei nicht in der Lage, 20 bis 80 Prozent 'Zinsen zu zahlen/ Mm --- die lcmdwirtfthaftlichd Kreditfrüge nicht ehestens in dem Sinne gelöst wird, daß die Äandwirtschaft Htzpothefark-redite zu. eMMl mäßigen Zinsfuß erhalte, sei zu befurchten, haß stür.w^er hon der intensiven in die -extenstve BMetWsty^^HmMommen.^ . .. Abgeordneter Ei s e N h u t (christlichsozial) ivirt für einen wirksamen Zollschutz für die Agrarproduktion ein. Abgeordnetr Müller, (Geralde mokvat) wendete sich gegen die Absicht, G e t r e i d e z ö l le einzu-führen, durch die auch mehr als die Hälfte aller Dauern nur eine namhafte Verteuerung der Lebensbedingungen erleiden würde. Abgeordneter Bichl überreichte eine Resolution, in der die Regierung aufgefordert wird, im Wege der Nationalbank der Landwirtschaft billige Kredite, zu verschaffen. Es wurde sodann der nächste Abschnitt ,-Handel und Verkehr, Eisenbahn, Post, Telegraph, Telephon,. Postsparkafsenamt, Montanbetriebe, Bundes fabrik Blumau und Kartographisches Jnstiku't" ln BerhanÄntz WöM Der Berichterstatter Partik erwähnte die daß si ch ' » . " V "4 die Handelsbilanz von Monat zu Monat verschlechtere. Eine VeÄefiermH könne nur durch .Hebung des Fremdenverkehrs hevbeigv' führt werden. ' In der Debatte verlangte Mgeovdmter Forstnei die Crlafiung einer den modernen Verhältnissen angspaßter Verordnung über die Regelung des Automobil. Wesens. Die PrüfungSvorschriften für die Ehauffeure sollen streng gehandhabt werden, und zwar nicht nur gegenüber Berufsfahrern, sondern auch gegenüber Herren sahrern. Mas die Fcchrtgefchwindigkeit betrifft, so kann man mit der in der Mmisterialveror^ nung festgesetzten unmöglich auskommen. Die Kraftwagen- .lenker ^wollen durchaus nicht schneller fahren als jetzt. Unter keinen Umständen soll in geschlossenen Städten,. besonders in Wien, schneller gefahren werden als jetzt. Mer mit einem 6 bis 15 Kilometertempo geht es absolut nicht. Würde man in Wien mit einem solchen Tempo fahren, so würde sich der Verkehr derart stauen, daß überhaupt niemand mehr vom Fleck kommen würde. 6 Kilometer sind das Tempo von einem Einspänner m i t e i n e m recht schlechten, lahmen Gaul, für den es wirk, lich besser wäre, wenn er schon in die Würste, käme. Es wäre ein höherer Genuß, von einem solche «'alten- Krampen Würstel zu essen al's mit ihm zu fahren. (Lebhafte Heiterkeit.) Dieses Tempo-eines aUe^ Einspännergauls, der vielleicht schön Reitpferd des Radetzky gewesen ist (lebhafte Heiterkeit), kann ein Automobil gai^ unmöglich aushalten. Es müßte endlich eine BestimmunZ getroffen werden, wonach die Fahrges chwindigkeil dem Ermessen des Chauffeurs .anheimgeistellt wird. Gin anständiger Chauffeur, der feinen Berns gelernt hat und versteht, wird immer wissen, in. welchem Dempe' er zu fahren hat. Durch' MizeiMHüHMp" Kßt '.sitz''M' Tempo durchaus nicht bestimmen. Das Verkehrsamt her Wiener Polizei gibt sich die'größte Muhe,-an 'KrejW«Kpunkten und an stark frequentierten Straßen die DiSzrsM halbwegs aufrecht zu erhalten. Aber das PMikümlaßt av MerkehrSdistziPlin fahr viel zu wünschen Mvrg, -Der Passant empfindet die Verkehrsregelung'durch sftv 'Sicherheitsbeamien, die doch in seinem eigenen Interesse : wie in dem Interesse der anderen gelegen, ist/ getpisfermaßer -als einen .' Eingriff in die demokratischen Mmichtungen her Republii Ebenso wie vom Wagenlenker die strengste Einhaltungbei' -Derkehr'sdis-iplin verlangt werden muß, muß sie auch der -Passant einhalten. Aber auch hier werden PolizÄMaßnahmen versagen. Es kam nur AnfklävungSaVbeit zu dem gewünschten Ziele führen. Der Sozialdemokrat Tüll er kritisierte die Tävif-- Politik der Bundesbahnen, durch die die Industrie erschlagen werde. -; .- - . -. Nächste Sitzung: Heute 10 Uhr vormittags. : : Sie Ieutschnattomleu wolle» regieren, Forderung nach Rücktritt Dr. Marx'. Berlin, 14. Mai. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) Die PavteÄeiAng der Deutschnatio.nalen tritt morgen zu neuen Beratungen über ihre Stellungnahme zur gegenwärtigen polittschen Lage zusammen. Aus der morgigen Konferenz wird beschlossen werden, die Reichsregierung kategorisch .aufzusordern, ihren Rücktritt zu erklären und sich bis zur Bildung einer neuen Regierung jeder Weitersührung direkter oder indirekter BevharÄ>liungen über die Sachverständi-' gengutachten zu enthalten. Die deutsche Volkspartei für eine -ürgerliche Koalition. Berlin, 14. Mar. (Wolff.) Reichstagssraktion und Parteivorstcrnd der deutschen Bolkspartei stellten in Anwesenhett der Reichsmrnister Dr. Stresemann und Dr. Jarres in einer Sitzung fest, daß -nach Mcktvitt der Reichs^sgierung außen- und innenpolitische Gründe die Zuscamnensaffung der staatSbejahenden bürgerlichen Parteien erforderten. Dieses Ziel sei nicht dmch -die Schaffung einer sogenannten Fraktionsgemeinschast der nationalen Mitte zu erreichen, die die deutsche BolkSpartsi M uzrans- Dhvbar Halle.' . v« SergarbeltrrAre» im Ruhrgeblet. Die Einiguugsverhandluugen in Berlin. Berlin, 14. Mai. (Tel. d. ,Me. Mvrgenzeitung".) Die Verhandlungen der Delegierten der Bergarbeiter und der Zechenbesitzer mit dem Reichsavbeitsminister über die Möglichkeit der Beilegung des BergarbsttevkonfliktS im Ruhrgebiet konnten heute noch nicht zu Ende geführt werden. Sie werden m o r g e n f o r t g e s e tz t. Sämtliche Beteiligte haben sich verpflichtet, strengstes Sitills ch w e i g e n über die Verhandlung^ ßg höwflhrey. Leister protestiert geatn feine Lntlastnng. München, 14. Mai. Wie die ,,MÜnchmr Neuesten Nachrichten" - zur Verabschiedung des Poliz-eiobersten Seisser erfahren, hat dieser gegen die ihnvon der Staatsvegierung mitgeteilte Absicht der Kündigung RechtSbeschwerde beim StaatsgerichtShos erhoben." Seisser 'behauptet, daß die Kündigung nicht zu Recht bestehe. , / , _ : Mackensen verunglückt. - Königsberz, 14. Mai. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung") Feldmarschall Mackensen ist auf einem Spazierritt vom Pferd gestürzt. Er erlitt einen Bmch des Schlüffelbemes und mehrere Quetschungen. Der Feldmavschall .mußte vom Platze getragen werden. »ach dm Muster van Halle. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung") Berlin, 14. Alai. Die Vorfälle in Halle werden noch ein parlamentarische Nachspiel haben. Die Konmm- Niisten haben im pveuhischen Landtag einen Antrag eingebvacht, der den Landtag auffordert, die Angehörigen der erschossenen und verwundeten Arbeiter aus. der Staatskasse zu unterstützen, die verhafteten Arbeiter sofort freizulässen und für die Haft zu entschädigen und die Schuldigen an den blutigen Zusammenstößen, namentlich den Oberpräsidenten HLrsing, den Polizeipräsidenten und die Polizewfsiziere, -sofort ihres Amtes zu entheben und zu bestrafen. Ferner sollen der preußische Innenminister und die übrigen Mitglieder depreußischen Kabinetts sofort zurücktveten. Der preußische Innenminister hat den für den nächsten Sonntag in Breslau geplanten Mafien* aüfmarsch rechtsradikaler Organisationen untersagt, und nur eine Versammlung in einem Saale gestattet. In Schwerin wird am kommeMn Sonntag vom Mecklenburger Grenadierbund ein j§ dLUtfchex Kas vMMMt. M dÄm BmMW m Mmmmmmmmmmammmmrnmmmmmmmummmmmmam. Umzug durch die Straßen der Stadt und eine Parade vorgesehen ist. Die' Arbeiterschaft hat bvvoitS Gegendemonstrationen angekündigt. ' ,- Die Schlagetev-KundgeMng in Berttn verboten. Berlin, 14. Mai. (Wolff.) Der Polizeipräsident hat einem unter dem Vorsitz des Generalmajor a. D. von der Goltz in Berlin gebildeten Ausschuß, der am 24. d. im Stadion unter Beteiligung einer großen Zahl von vaterländischen Verbänden eine Schlagetev- Gedächtnisfeier veranstalten wollte, mitgetM, et könne politische Versammlungen mit dem Ziele, ungswühnckich große Menschenmengen an einem bestimmten Ort unter freiem Himmel zu vereinigen, zurzeit-grundsätzlich nicht gestatten. > Irr drutsch-rnssische. Konflikt. Deutschland soll sich entschuldigen. . , Betlin, 14. Mai. Zwischen dem deutschen Gesaiidlex m Moskau B r b ck d o r f f - Ran tz a u und L i i w i n o w haben in den letzten Tagen mchrfach längere Unterredungen sta-ttgefun-e.m Die dabei erörterten Fovdevunigsn Rußlands find in eine Note zufammengesäßt worben, die der deutschen RetzievUng züigMtet Wird, Die Förde r u n gen Ru ß l a> ü d s buchen ' in folge Mir Punkten: - - ' - 1. - In einer den internationalen Gebräuchen entsprecheinden En-tschAld ir-g u n g wegen. dov - polizeili-- chen Handlungön. 2. Bestätigung der im Abkommen vom Mai -1921 festgelegten Ezter-rito rialität der Handels- Vevtvetung als Garantie gegen eine Wiedecholung des Zwischenfalles vom 8. Mai. 8. Bestrafung der Initiatoren Md Deitev der KMVuWuchung. ■ ' r! 4. Wie d e r gu tm a H U n g des «MichM»