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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-15 · Heft 1885 (15.5.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1885 (15.5.1924)
Date
1924-05-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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•ttf ANKMVMSkRI'M Wien: Zum Abholen in der Expedition, 11.,-Taborstr. 1 -3, oder in einer Vierschleisstelle (Trafik) monatl. K 35.000 Strassenvferkäuf In Wien durch, die' Kolporteure der FirmaGoldsiehmiedt, I. B ez., Wollzeile 11. MitPostversarid für Wien n. Oesterr. monatl. K 35.000 Ts eh e eh o-Slowa k eis Mon. Klo. Jugoslawien: Mon. DinaröO. PolentMon. 3V* Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark4, Fr a n k r., Belgiens Mon. Frcs. 12 BflT NaehzahlnnsreD JVI bei Preiserhöhungen Vorbehalten PoIen:poiD.iU50.00C Italien: .Monat!« 12 Lire Ru m ä nie n Mon. 130 Lei Bulgarien Mon.80Lewa S c h w e i z und das übrig« Ausland monatlich Frcs. 4 Redaktion u. Administrator Wien, II.,Taborstrassei—? Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab 6 Uhr abds.19-483,25-282 IX. Uni versitätsstr. 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisehes Postspar » kassen- Konto Nr. 150.693 Nr. 1885 Wim. Donnerstag, 15. Mai 1924 6. Jahrgang Jta* “ Wif. M dem Wege mm Frieden Kuropas." (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 14. Mai. In der heutigen Unterhaussitzung stellte der Abgeordnete Harm Zw orth die Anfrage, ob es jetzt, da die RvPaMionÄommisswn ihre Ansicht über den Dawesplan geäußiert habe, nicht möglich sei,/ eine Konferenz zur Regelung der Kriegsschulden eiMulbernftn, an der auch die Vereinigten Staaten teÄnchmen könnten. Mae Donald antwortete: Bevor die ReparatMWänMssion mit dem Dawesplan nicht - fertig gewor- W M W M. joW Konferenz vwftLht. Außerdem könne die englische Regierung nicht die ZustiMmnng dW geben, zwei gang Voneinander MVßchjieheüye Fratzen miteinander zu verbinde^ ÄH Me aMrtz Frage antwortete Mae Donald, daß die ruMch-Mglische Konferenz erzielt habe, er könne »her nicht sagen, rMst er xrH' vMelle ErMmng im MwcheW abgeberj Eit. Cp ierWeje ferner, die Regiemng HW Mchlosien, üMttlieIhnen, mehrere den Bau eines VersuchsdW vüÄuW werden soll, den Ä mit deu.DoWWwS M vrgamsieve«, chue-r kßrivMtigMelilschiafH ßs MW Wr im WegAlle der Re-- jEeWtznr< London, 18. Wair. MatzaZ-)' Ms Unterhaus hat dm UM dev Mad Kon-na-ZWö EM gegen 252 Mmmm HgeleWH. gfc» SW MWMvni der UMWaM Hat k e i Mß We Stwttts WM die RegiepM üibgegeben; NMv WWKesMtmöm M LiM N-nEg Wl-Wns^ ' ' Während im Unterhause Wer das Vertrauensvotum debattiert würde, hstlt Mae Dtzn'übL eine lange Rede in dev Albert "Hall in eirter FMueMrisammlung^ Durch die Fchlier der AußenpoliÄ.sei das Pvfft'ltzs Eng^ lands im Auslands gesunken/ Das NM ausgeWdtz LW sei auf die ■ neue Antz'enpoliM -er Lavour Party M zumckzusühren. Mae Donald strebe das Vertrauen nicht für seine Regierung, sondern für die Lab.ourpolitiik an, wobei man Keine, untergeordnete Fragen vergessen müsse, unter Hervorhebung der großen, grundsätzlichen Fragen. Hiebei seien die '' - Keinen Mächte besonders wiHtig. " Die AuslandsPolM der Mbit* Party richte sich auch W Schweden, Norwegen, DAnemJrk, HoWa'.n^ Polen und die Tschecho-Slowakei. OhM diese Staaten Ware der Frieden Europas un-ÄvM st ä n d i g, Niemand. tzMe besser als die Wnen AtMM daß eine' -i i " ' Militärpolitik sich nicht. rentiere. Die Großstaaten können Armeen gleich Dämpfwalzen übet oder E'eWMte Ktatzten dixMevem DaW appellierte man an den G eda nken der Ab rüstung, nur dann siegt überall die Gerechtigkeit. Man fragt, warum nicht sofort eine w . internationale Abrüstungskonferenz 1 - einbevusen werde. Die Antwort müsse lauten, daß sie v o rzeitig und daher nicht erfolg reich wäre, was aber katastrophale Folgen hätte. Die Regierung bereitet einen neuen Weg vor. Zur Ernte komme man nicht im Frühjahr, sondern im Herbst. Die Friedensbewegung schreite langsam und ruhig fort. Die Labourregier uug - sei nicht die einzige Regiemng, die den Frieden durchsetzen könne, aber für diese Ausgabe die ' . . . menschlich begeistertste.: Was die SozialresorMen anlangt, verschmäht die Labourparter eichn Bluff, RMimegeschrei und wählt die M konsequenteMrbeit. Hendevfon besprach die ' "'"i' "• * stanzösischen Wahlen und gab dev Meinung -Ausdruck, daß alle Nationen neuerlich ans deren Ausgang Hoisfuung schöpfen. L)re fmnzösisHett Wahlen bedeuten.eine Bewegung in dev R-rchisin g - des alillgeMeinen Fried en s und seien^ seiner Ueberzeugung nach teilweise der e n g z'u'dankest. ^C WnDmi Wochen wird ein nMs M weMst, M 'M / ' > sechs Mlllonen Favrikstkrbeiter Arbeitsgelegenheit uM sonstige C r l e ich t e r Un gen der Leben s ßMingungen schaM Cv MnV^te auch ein neues Vormund s 'chas t sg e s e tz' an, das er noch vor Schluß der MrlamentZsessron einbringen werde. - Eine Nrederlage der Konservativen in der Mietersrirge. In der ersten Kostnmissiivn des Uintechauses wurde eine iBemtung.über den Gesetzentwurf betreffend den Metevschutz ab!gchHvt. Ditz Konservativen sabotierten alle BoMliäjgö, bis den KomiteemWi ed>em die' GeduA M und ein Antrag gestellt wurde, daß sich das Koimitee insolige der Obstruktion de r Ko ns e rvatiden dem Unterhaus gegenüber als unfähig er- Wreu sollenden Gtzsetzmtwnvf ÄuWuberaetn. Nach leb- Wsten Kontroversen u'nd gegenseitigen persönlichen An- .' wurde der Abßetzungsantrag' mit 24 20 Wimmen; angenommen, Wodurch der E GnWurf gegen den Mieterschutz nie d e rgefHilag'en WuM.- W KMequenzen Pr die Konservativen sind EKWM PÄnG'K, da die Wahrnehmung der IntzreHerv ' MMMer Wen, die Mieter un- Me Bestellung des neuen französischeu Kabinetts. Paris, 14. Mai. In ParlameMrischen' Kreisen nimmt man' an, daß die Porb^Mchungen wegen! Bestellung des ueuen fraMischen Kchiuett'S erst nach de.m sozialistischen Kongrest, der noch vor dem Uuni Kiw». berufen wird, stattfinden kömen. M komm« darauf an, ob dieser Kongreß xntschechen werde, daß' MWieöev dev sozial, Wischen Partei in die Regierung eintreten dürfen, ob er dies ablehnt. In dem ersteren Falle p mit großer m MiniistertlUm' Herr\\ot.zu->ev- ÄMage jaM WMMlWMng Umchen. London, 14. Mai. MA der „Wiener Morgengeitung".) Der Labourabgeördnew Hall hat im Unterhaus eine Vorlage eingereicht, -worin die Nationalisiernng dtzr A?r-Uben-voWschlagen wird. >:#!;(% warten, dem mehrere.SoMisten, wahrscheinlich vor allem B l n m und Paul B v n c o u r, angchöven werden. Das ^Kartell der Linken sei nur-für die Wahlen geschlossen worden und sollte, wir ausdrüÄllch betont worden sei, nicht über die WaWn hinausgehen. RadWle wie SoMisten hätten sich freie Hand Vorbehalten.- Wenn der Kongreß die Entsendung von Mitgliedern her fchiaWischen Partei in das Kabinett ablehne, wüßten - sich - die-"Radikalen mit dm DiMrepubMnern, - das heißt dem - linken ^Zentrum, ver-!Vmden, -Poincaresgehörte. Als vermitteMeS Mbinett känie dann eventuell ein-neues Mniftermm Briand in.Be-tvachk'-;' Set Streit «m de» tzeueraltommffiir. —y. Wien. 15. Mai. Im kommenden Monat wird sich der Völkevb-und^ rat abermals mit der österreichischen Frage zu beschäftigen haben. Es ist bis zum gegenwärtigen Augenblick noch nicht bekannt, welche Anträge die österreichische Regierung gestellt 'hat, und man hat nur aus einem an die Presse verseMten Rundin-teMew des Generabkommisiärs schließen können, daß Oesterreich die Verwendung der Kreditreste zu Jnvesütionszwecken im Auge hatte. ^Inzwischen hat jedoch der Bundeskanzler in emer Rede auf dem christlichsozialen Parteitag erklärt, daß die.se Kredi-treste zur Mbürdung der Schuld an die NationaWank verwendet werden sollen, woraus man ' mit einiger Sicherheit erkennen kann, daß diese Kredite für einen anderen Zweck nicht mehr zur Verfügung stehen. Weiters ist nun vorgestern die Frage der Kontrolle und ihres Endes im Natiönalrat zur Sprache gekommen. Es geschah dies-bei einer Gelegenheit, die sich für eine solche Debatte sicherlich gut ergnet. Dem Hause wurde nämlich die überraschende Mitteilung gemacht, daß in der Person des Beraters der Natronalbank ein Wechsel eingetreten sei. Statt des scheidenden Schweizers ist ein Holländer berufen worden, und so ergab sich automatisch die Frage nach der Notwendigkeit der Kontrolle. Und hier hat sich ein -amüsantes Quiproquo herausgestellt. . Die Sozialdemokraten, die effrrgsten Verfechter von der These der LebensunfahigEeit der österreichPschen Rer Publik, haben ihre Anschäuung, stv die sie einstmals ibte moralischen EnerWen desPrMtarivts zu mobMsieren vedrochen hatten,- gMMkkstMWünchsin^^d^^ durch den GenerülkÄmniMr üM seine MVberater, weil Oesterreich sie heute -gar nicht mehr nötig habe. Mn ist ja, wenn man diese sozialdemokratische Dh'eorie akzeptiert, die Institution dieser Kontrolle gar nichts anderes als Äen die Feststellung, daß der Staat in dem Zeitpunkt der Genfer Konvention und unter den damals gegebenen Berhältnisien keine Lebenskrast entwickeln konnte und daß man ihm durch Kredit und Beauffichtigung der KrMtverwendung auf die Füße helfen wollte. In der Zwischenzeit hat sich Nicht gar so viel gebessert^ daß die Voraussetzungen für die Aufsicht weggefallen sind. Anderersetts scheint sich aber bei den Mehrheitsparteien mn Stimmungsumschwung vollzogen zu haben. Nach ihrer Ansicht war auch damals Oesterreich lebensfühig, hätte aber zusammenbrechen müssen. Die Kredite und ihre Verwendung unter Aussicht des Völkeribundes sollten lediglich im Interesse des europäischen Friedens und zur Vermeidung neuer mitteleuropäischer Konslagrättonen dieses ^Debakel verhüten. Nunmehr aber verteidigen dieseWen Mehrheitsparteien mit Ausbietung aller rhetorischen Effekte die sozialdemokratische Auffassung, usid erklären, daß der Staat noch lange nicht kräftig gemrg sei sind daß er der Kontrolle nicht entraten könne. Sie-sagen das ftei'lich nicht so klar heraus; anders aber kann man die ErMrung des Bundeskanzlers nicht lesen, daß es nicht das Mn nUd Aus der Politik sein könne, möglichst früh die Kontrolle zu beseitigen, es müßten vielmeihr die BerMtnisse hierfür geschaffen und d'e Ueberganysperiode zeitgerecht beendigt werden. Die Ausbalancierung des Budgets sei noch keine Sanierung. .'Der^langen-Rede kurzer Sinn: die Kontrolle ist nicht überflüssig. - ' ' ' -.' Das ist richtig. Die Budgetakrobatik 'kann nicht darüber hinwegtäuschen/daß die Teuerung ansteigt, daß die Steuerschraube von dem sozialdemokratischen Wien und von den Mrgevlich verwalteten.Ländern mit der gleichen verwüstenden Intensität gedreht wird, .daß die Handelsbilanz passiv ist. Diese Entwicklung sieht auch der Generalkommissär, derja als Vertreter des, Völkerbundes zugleich Vertrauensmann der Kreditstaaten ist und der mit seiner Meinung niemals zurü'ckhält. Die Mehrheitsparteien' sind darüber informiert, sie wissen, daß die Kontrolle fortdauert, und so stimmen sie ihr, um 1 einen Konflikt zu vermeiden, je eher, je lieber -zu. ." D'se Kontrolle hat aber auch einen' sehr wertvollen Inhalt,, der,, wie uns scheint, in der Auseinandersetzung zu wenig oder gar nicht hervorgchoben wivd. Die Auf- Regenmäntel «WIWWWIWWWWUIWWWWM englische Stoffe, Herren- und DamenlilRfOIIwasche. Leinen, Teppiche, Vorhänge . , etc. 09" billig** im W§ II.: Taborstraße 48 Teiophosi 47-1-7Q Sn gros .. En SSäi, 8

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