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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-10 · Heft 1880 (10.5.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1880 (10.5.1924)
Date
1924-05-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m'" t’rr' %£. x39Ö iien, Wiener wrKtzenzertrrnK. 10. Mar IM Ae wmeWche ’♦ V«m «. bis 11. Mai 1924 A» unsere Mitarbeiter; Nützet die Letzten Tage der Sste«rerchr?chsn P-lLftrmpWoche, Hamit der Erfolg gesichert -\u Erlahmet nicht in der heiligen Arbeit; tzasiet euch durch MLtzerfolge nicht entmutigen; Nicht der Besucher, der Zeit und Mühe opfert, der Besuchte erniedrigt sich, wenn er seinen Beitrag fiir den Aufbau von Eres Israel verweigert. Nach Abschluß der Palsiftina-Woche wer? den wir alle tzns wieder versammeln und über unsere Erfahrung und Erfolge aussprechen. .. ..... . <3*v- Heute Samstag, 8 Uhr abends, rm Saale des Gasthauses Oarchplatz, 1 e r n b a m Bez., AMsches Meeting. Nednerr Prof» Artur Freu Dr. Israel Taube Dr. ZF. -Kinkel r n. ^U«v* i A ch tun g l Alle Mitarbeiter der Brigittenau versammeln. sich morgen Sonntag um 9 Uhr vormittags im Vereius-- lokal, Karl MeißLftraße 3. FaZrhundertWM«« der tzisenbahn. Am 7, d. I. jäljvt sich jitm h u n d r v 1- (tc n M a i L bet T a g, an dein die österreichische Regierung oem Professor am Wiener Polytechnischen Institute Franz Slttttm Ritter v. Gerstner das Privileg zum Bane einer zwischen Maut Hausen (später Linz) und Budweis die Donau mit der Molüdau verbindenden Holß- und Eisenbahn cy* H'ift, -und ztvar mit der sofortigen Bestimmung als öffentliches Transportmittel. Die ösNrveichischo Regierung hat als erste auf dem europäischem Festlande eine Bahn gebaut. Di? Berkehrssektion im HaOelsministermm besaht sich Kreits angelegentlichst mit der Vorbereitung einer Feier dieses va? hervorragende jüdische QeschicHtjwerk GRAETZ, GESCHICHTE DER JEDEN ln 8 eleganten Qeschenkbänden (ca. 2000 Seiten stark) erhält Jeder, der die „OTIKMER OTORaENZEITUNG“ abonniert «Mt nnd die Bezugsgebühr auf ein Jahr im vorhinen* entrichtet // Jahregabonnernentsgebflhr K 420,000 Falls Zustellung in? Haus gewünscht wird, sind überdies für Porto K 15.000 zu entrichten Für da? Ausland beträgt die Jahresbezugsgebühr das 12fache des am Kopfe des Blattes ersichtlichen Monatsabonnements* preises zuzüglich K 25.000 für Expedjtionskogten lywggg» tHese Prämienausschreibung wird bis 80. Mal 1. J. geführt, ------_• Sie Sperre lies RordwObahnhofes. In der gestrigen Sitzung des Geme'mderates reilte Bürger- .neister Seitz mit, daß er bei der Negierung Md bei der Ge« nevaldirektion der Bundesbahnen entsipoechenid dem sozialdemokratischen DringlichMsantmg wegen der Sperre des N o rdw estbahnhoses und der Ueberleirnng der Schnellzüge ans dem Ostbahnhos protestiert hat. Leider sei es nicht gelungen, auch nureine der beiden Maßnahmen rückgängig zu machen, Nachdem hieraus einige AcnderunM. der Statisten des Kredit- Vereins der Zentralfparbasse der Gemeinde Vien -ahne Debatte genehmigt, ein.Uietvertmg mit dem Land Ni-ederöstsrreich und eine Banliuicn!l>cstmUnu.ng für Siedlungsgebiete in AltmannZdors gleichfalls ohne WorimMung zur Kenntnis^genommen morden war, wunde die Sitzung nach viertelstündiger Tauer g efchlo s j e n. Fleisch biSiser. Aus hi Vichmävkien sowie ipt Woßh-vldsl in der Groß« mar.'hstl» ist ftit gestern eins wesentliche Senkung hex Preise für Kq über und SGlltzipa zu verzeichnen. Mix den HMigen Altzii^erlaus in der Großmarkthalle werden Häher billigere Preise für KMfleiisch und ^hweniaft«isch erwartet.- Las FMMm der Ansichtskarte. Par fünfzig Jahren wurde sie geboren. In einet kleinen Residenz des Nordens. Schulz« hieß ihr Vater, und «ine Mutter — hatte sie nicht. Aber Schwestern bakd Me ungeheure Zahl! Und fine Rrchkoimmnschaift, wie sie zahlreicher kaum gedacht werden Lonn. Es gibt keimn, dex sie nicht kennt, keinen, zu dem sie nicht gekommen ist. In Tausenden von Mgen ist sie dahingesiogen, und in Millionen von Hä'usern ist sie eingekchrt. Sie hausiert mit Schönheit: sie vertreibt alles, was merk- und schenswilrdig ist; sie zeigt Standbilder, Häuser, PMste, Straßen, Denkmäler, Berge, Flüsse, Mlder, Seen — kurz, sie trügt auf ihrem Rücken Bilder ans der ganzen Welt. Denn diese FünfztMhrige ist die Ansichtspostkarte. - In den siebziger Jahren wurde sie van dem Verleger Hchnlze in Oldenburg zum ersten Male hergostelli, als sin einfaches, schlichtes Bildchen, das eine Kanone und einen Artilleristen darstslltr. Doch dis Höhe des damaligen Partys und die Langsamkeit des Verkehres standen ihrer Verbreitung zunächst -im Wage. Als dann aber die Useuhahmn gebaut wurden und die Portpkosten sich verringerten, nahm sie in kurzer Zeit einen großen Aufschwung. Einerseits regte die nun aufkom? mende Reifelust das Interesse für fremde Gegenden und deren Behauswürdigkeiten mächtig an, andererseits machte die Technik dca Ansichtspostkarte hedeulende Fortschritte. Man lernte die Photographie zur Hilfeleistung heranzuzichrn, und man benutzte nnd vervollkommnet^ den Farbendruck. So gelangte die Postkarte auf die Höhe, die sie heute imie hat. Für die Verbreitung der Erdkenntnis, für die Erweckung des Mißverständnisses, für die Geschmacksbildung bedeutet die AnsichtSpostskarte mehr als manches Buch. Sie ist ein A n« scha UU n g sn n t!tz r r i ch t, wie er angenehmer und wirksamer kaum erteilt werden Könnte. Und nicht nur daß. Wie so ganz anders wird uns zu IDcuk, wenn in unserer Häuslichkeit, wo wir mit den Mtagssorgen geg Mens kämpften, mit einemm-al Me sDveizepische GeibirgAanÄschalst, ein oibeNbayrischer See, ein südliches Straßenbild, ein nordisches Fjord oder der Ostseestrand awftaucht! Wr vergessen für einen Augenblick den grauen Alltag; und M ist es uns, als trüge Ms «in FMgel üder Lcmd und See in jene Ferne, die so oft das Ziel unserer Sehnsucht 'ist. Zer RinMeatersonds in Not. Fach dem Brand des Ringtheaters, dem in der Nacht des 8. Dezemlber 1881 viel-e MenschrnMen zum Opfer fielen, wurde in gan'j Oesterreich eine große Sawurlnug veranstaltet, aus deren Erträgnis ein Fonds Kur Unterstützung der HintevMebenen der Todesopfer gübiWet wurde. Infolge der Geldentwertung reicht das Fondsvermögen jetzt aber nicht einmal mehr ans, um den noch lebenden 15 hilDbcdnrftigen Hinterbliebenen nennsnswcrtc Unterstützungen zukommen zu lassen. Die. Wiener Landes^ regiernng hat sich nun, wie das „Weltblatt^ erfährt, entsthlossen, die Fondsfrage knrzechand zu Men, Sie wendete sich in einem Rtt-ndschreiihen an die Vezugstzerechi-i'gten mit dsm Ersuchen, ihre Zustinnnung zur U e b e r w e i >s u n g des F o n d s v e rmö genSanken äffen tlich en Ar me nfonds zu geben- Die Gemeinde Wien beziiffert das Vermögen mit einer MilkiM tKxonen. Dach .da daSseAu: gBßtrntcils -in guten Wert-- papleren, wie GMrente, angelegt ist und die -Pernlutnng nahe« daß die Verwaltnu-g den Wert des Wermögsns bloß nach dem Nominale der Wertpapiere ahgcfchätzt hat, so ist sicher anzunetznen, daß der effektive Wert bedeutend höher ist. Das genannte Watt schlägt eine Aufteilung des Fonds an alle Bezugsberechtigten als die einzige und gerechteste Wsnn-g der obschltvelbenden Frage vor. Mn verschwundener Ctndrnt. Die Nachforschungen bisher ergebnislos. Die polizeilichen Nachforschungen nach dem Studcnt-m Emund K o m l o 8, dessen Zlbgängigkeit wir gestern berichteten, führten noch zu keinem Ergebnis. Komlos stammt aus dem Orte Lakenbach im Burgenland und ist der Sohn wohlhabender Eltern. Um kritischen Tage weilte, wie wir erfahren, sein Vater in Wien zu Besuch und kaufte ihm die Karte für die Oper. Es war ein Sitzplatz h der 3. Reihe der s. Galerie, wie seine Kollegen, mit denen er zusammen wohnt, erzWen. Sein Vater ftchr um 5 Uhr nachmittags nach Hanse, während ein Kollege Komlos, der sich in die Oper begab, noch mn halb 7 Uhr in der Rotentnrmstraße sprach. Komlos wird als mustk- und sportlichend bezeichnet. Besondere Neigungen des Studenten sind den Kollegen nicht bekannt. Auch von weiblichen Bekanntschaften weih man nichts. Ev dürfte einen Betrag von höchstens 000.000 K. und eine silberne Taschenuhr btzi sich getragen haben. Der junge Mann ist groß, hat längliches, bartloses Gesicht, brsungeteiltes Haar.' Er spricht deutsch, ungarisch und ein wenig englisch. Bekleidet war er mit braunem, weih gestreiftem Gakkoauzug und kurzem UeberroS, Ae Anselegeuheit der Sanlhauses Tausfig tt So. Vom Rechtsanwalt Dr. Otto Zeisl echalten wir p unstve-m gestrigen Berichte folgende Zuschrift, welche unsere gestrige DarstellMg bestätigt, der wir aber loyaler Weise gern Raum geben: „M Vertreter des Herrn Bruno Taussig, öffentlicher Gesellschafter des Bankhauses Taussig u. Co., ersuche ich Sje um die Bekanntgabe, daß Herr Bruno Taussig sofort, nachdem er erfahren hat, daß ihn die Wirtschastspolrzei wegm eingelangter Strafanzeigen einvernehmen will, sich zur Wirtschaftspolizei begeben hat -mch daß er wach erfolgter Einvernehmung, die einige Stunden dauerte, sofort auf freien Fuß gestellt wurde. Auch Frau Marta Dauss'g wuche nach ihrer Einvernehmung sofort.enthaftet, da Seine strafbare HaMung vorliegt. Herr Taussig ist das Opfer der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise, so wie zahlreiche Bankgeschäfte und Kausleute." Lao Wetter. Durch den gestrigen Kälteeinbruch hat sich die Wetterlage abermals verschlechtert, Es ist andauernd kühl und die Regenschauer sich sehr häufig. Die Voraussage ist unverändert: veränderlich; Sonntag wahrscheinlich schon wieder Bewölkungabnahme. Schneefall in Tirol. Innsbruck, 9, Mai. Der fast ununterbrochene Rogen de» letzten Tage hat ein starkes Ansteigen drS Inn und der Sill zur Folge gehabt. Gestern ftüh ist fast bis ins Tal herunter Schnee gefallen. Das Mittelgebirge um Innsbruck war heute friih in Schnee gehüllt. Am Laufe des Vormittags haben di'e ’m K oDc=6toffe Wien, 10. Mai. * Personalnachricht. Der Bundesprästdent hat dem Bozlizeioberbezirksarzt Regierungsrat Dr. Ludwig L a mm den Tiwl eines Hofrates verliehen. * Der Zadhik von Dryhybtzez in Palästina gestorben. Aus Iernsalom berichtet F. T. A.: Am 3. d. starb hier der Zaddik von Dr oh ob h cz, RMi Chaim S ch apiro, der seit chm-ger Zeit seinen Wohnsitz in Palästina genommen hat. Er war ein entihnsiastischer Anhänger der zionistifchen Bewegung und genoß in allen Kreisen der jüdischen BsMkevnng Palästinas große Verehrung. In Galizien Wd Polen war der Bevstor'bene als „Rabbi Chasmel" eine schr populäre und fast schon lsgeMre Figur. Erbetrachtete es ms Hauptaufgabe seines Lebens, Frie^ ven Mischen den jüdischen zionsfreundlichen Gruppen zu stiften. * Ein russischer PagromMrer zum Tode verurteilt. Aus Kiew berichtet I. T. A.: Das hiesige Departe-mentsgericht verurteilte >den früheren Agenten der O -d e s s a e r T s ch eft a, Pr iw a l o Ko, zum Tode, weil er als Offizier der DenikinMrmee an -dam Pogrom in Tsches l assi hervorragend beteiligt war. * Politik und Tierschutz. Daß der Schutz der Tiere von der politischen 'Konstellation abhängig ist, bleibt unserem lieben Oesterreich Vorbehalten. Wie an der jüngst stattgefundenen Generalverlammluug des Tierschntzveveines hervorgehoben wurde, ist das bereits in den parlamentarischen Ausschüssen fertiggestellte Ti erschntz ge setz nicht eingebracht worden, da plötzlich daraus ein Politikum gemacht -wurde. Die politische „Cinigungsform-el" brachte es dgM dazu, daß betrunkene FnhpwerkÄiltscher weiter ihre durch den Wohol entfesselten sadistWen Trielbe an den Pferden auslassen, daß schwache HnM zum Ziehen schtveper Karren.verwendet werden dürfen u. dgl. In der Generalversammlung des Tierschutzvrreines wurden auch einige Daten über die „Frequenz" des Tierschutzhaufes mitgeteilt, die hier wiedergegMen feien'. Ins Tierschutzhaus Wurden im abgelaufenen Jahre emgebracht: >5842 Hunde, 108 Katzen, 3 Ziegen, 3 Dauben, 8 Hühner, 1 Drossel, 6 Schwalben; in Kost und Wege -hatte dev Verein 122 Hunde, 32 Katzen, 2 Pa.pagemM, 8 Kanarienvögel, 2 Tauben und 40 mm. In unentgeltlicher ambulatorischer Behandlung standen 2Y3 Hunde, 17 Katzen, 280 Hühner, 4 Hasen, 9 Ziegen; bei Unfällen 'interventexte der Vevein bei 68 Pferden, 116 Hunden uud 2 Katzen. Nit Rücksicht auf die insbesonders im heurigen Winter zahlreich aufgetvetenen Tierquälevsien wurde vom Verein wieder ein Tievschutzinspoktor angestellt. * Die Passive Resistenz der Niitelschullehxer eingestellt. Der Lohn-kantpf dev Wiener Mittolschnllehrer ist betgelegt. Die Passivs Resistenz der Mittelschullchver wurde gestern eingestellt, so daß an sämtlichen Mittelschulen wieder die normassn Zustände eingeNirt sind. Tie Wünsche der Mittelischullehrcr sind in allen wesentlichen Punkten erfüllt worden. Im allge>memen -wilche den Mittelschirllehrern eine äüprozentxge Erhöhung der Mchrleistungsgobühr»n zugebilligt. * Tod bei der Hebamme. Die 24jührige Comptoiristin Olga Preis ist am 7. d., abends, in der Wohnung der Hebamme .Rsischf bei der sie sich unangemellvet aufi)islt. nach hmtigen Unterlsibsblutungen gestorben. Rach ärztlichem Gutachten und den ErhsbimMn des PolizeikümmissariatoS Wqhring wurde an dem Mädchen wahrscheinlich ein verbotemer Eingriff Vorgcnonimen. der den Tod der Unglücklichen verursacht hat. Es tvurde festMellt. daß die Preis zwei Tage vorher von einem Frauenärzte der He-bamme Reischl empfohlen worden ist. Die Reis chl tvurde dem Landesgerichte ei-ngeliesert. Der Arzt wurde der Staatsanwaltschaft yngezeigt. Wi .. _ , ... r^siis,' WIIH.t, Apl5 h /t,o f*f Tv

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