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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-09 · Heft 1879 (9.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1879 (9.5.1924)
Date
1924-05-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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"1 7% '■''S? <P tw* *-" i. ■'’■"> *•*, '' -w * c, v (»w«?*«!? inerte 8 Wen, Freitag' - Der Mann: Ich bin sin freier Bürger und Habs oa& d-ckt. sirrer öffentlichen Verhandlung berzuwohnen. — V o r >: I« eine Diskufsioin lasse ich mich mit Ihnen nicht cm, cs »ave aefcheitex, wenn Sie sich Arbeit suchten. . <r\;a fsTßft muftic oertaai »erde», -J. ctu vo r geladen werden können. Sie Freunde Hsrthtz» und Hohler». SS „Das Schächtmefstt." ' - Aus Budapest. 7. d., wird uns geschrieben: Unter dem ^irel' .'.Das' Schächtmeffer" veröffentlichte das erwachende ^udelblE „A N«P" am 8. Dezenrber 1933 einen antmmit?imen Artikel aus der Feder Lehel Kad ar s^Den Anlatz orergr Sot, die Verhaftung des Geffügel^indlers Jc^ef L o b l nn.er dem Verdachte, .den Soldaicn Matthias Tremmel erstochen zu haben. Eine wohltätige Tischgesellschaft veranstaltete rm Lerember v. I. eine Weibnachtsbescherung Kr arme Schulkinder!>N'Ease Aa^ar in der Dob-utoa. Nach der Bescherung blieben die Mitglieder, deren überwiegende Drehrzcchl Juden waren, im 'Kaffechäus zunick. Eine Rotte Soldaten trat in das Lokal und geriet "mit den Gästen in Streit. Bei dieser Gelegenheit unn es ^vischeli den Soldaten und mehreren Gästen zu Tatü-chkrrren, im deren Verlauf Matthias Tremmel erstochen trmrde. Leye! Kadär stellte nun den Vorfall als ein vorsätzliches V er» b-reche-n des Judentums dar. Die staaisanwalrichgft erhob ans Grund dieses Artikels gegen den Verfasser die An- Nage wegen des Verbrechens der Aufrs iguu g gege^n die indische Konfession. Heute verhandelte der Vtrasgerichtshöf diese Angelegenheit. Die öffentliche Anklage vertrat Vizepräsident der- Staatsanwaltschaft Dr. Theodor Metz«er, die Verteidigung versah Dr. Franz Ulain. . . -Der ÄngÄagte betritt, daß er gegen eine Koimgron Ausräumg begangen hatte. Er stehe lediglich.einer Rasse gegenüber. Seine' Schriften bezwecken, die antisemitische Stimmung t;n Lande' wach zu halten. Sein Zweck war,- die Behörden anfzn« rütteln, um gegen die R a t t L n n e st e r i m u vt gar:; ch e n Getto vorzugehen. Als Kampfmittel gegen das Judeutuin Tjofic er die Presse nicht für geeignet. Für.dieseu Zweck stünden den Antisemiten ganz andere Waffen zur Verfügung, unb diese werden sie auch, wenn der Zciipun! r g e k o mm e n sein wir d, benützen. Der öffentliche Ankläger bat um Verurteilung des Angeklagten wegen Aufreizung. 'Der Angeklagte habe ei-m ganze Gesellschas!»Kasse, die mit diesem bedauerlichen Vorfall ostenoar gar nichts zu tun hatte, in einem ungerechten Angriff verau:- wörtlich? machen wollen. - - Verteidiger Dr. U l aiu benützte die Gelegenheit, um das Parteiprogramm der Rassenschützler zu entwickeln, gegen den Imperlalismus der jüdischen Rasse losprzichen. - ' Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu 14 Tagen Gefängnis. In der Begründung dieses Urteils Wird ansgefübrt, daß -der- Angeklagte die Grenzen emer berechtigten. Antik der wirtschaftlichen und politischen Gegensätze zwischen Inden und Ebrrsteir überschritten und den TatkbH'tand der Aufv'.izung erschöpft -habe. Der Gerichtshof betrachtet seiner bisher:g?.n Gepflogenheit gemäß auch diesmal das Judentum nicht als Konfession. sondern als separate Gesellschaftsklasse, es liege, also die Aufreizung zum Klassenhatz vor. Der öffentliche Ansager appellierte wegen Zubilligung mildernder Umstande, ^r Verteidiger wegen Vernrteilu-ng des AngeKagten. .£r" WieMr MorsertzKiuns. . ' ‘ 'S. Mai 'im .. " ' Mr. IM Alk “litten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram KteüTuni > Bankgeschäften |||f 161%, I. LsitrSFgSttS 4 ‘"ätafcSST Waren3^chifh? Telephone: 60-4*82, 60*4*93, 63-4-85, 64-4-42, 68*4*78, 69-4-82 iott5 Telegrammadresset Frapobank j Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Volkswirt. Insolvenzen. Der KredrtorenvereM meldet: Gös chäst saiufsichtt Jergitsch Ferd. Söhne A.-G., alpenländische ' Drchtindüstrie, Wien, 1. Bez., Friedrichstraße 4. Gerichtliche Ausg le iche: Rogenhofer Karl und Theodor, Tischlerei, Wien, з. Bez., Dichlgasse 11M; GaM u. Prvißler, Textilwaren, Wien, 1. Bez., Eßlinggasse 1; Ldkay Alois, Kaustnaun, Wiett, 9. Bez., Asterstraße 4 a; Einöhrl Helene, Hausbesitzerin, Men, Z. Bez., Keinergasse 11; Ledl Mktorra, Private, Men, M Bez., Ameisgasse 29. Vom Handelsgericht ivuv'de Wer Ansuchen der Firrna Hngo.UMy u. Eo., 7. Bez., Ziegkrgasse 29, das AusglÄchsversahren eröffnet. Die Passiven betragen fünf Milliarden. Ferner ist das Ausgleichsverschren gegen den ReichAdrutschen Wirtscha-ftsvevband, Wirstchaiftsve^baud in Oesterreich G. m. L. H., 1. Bez., Heiligerrkreuzerhaf, eiwgeleitet worden. Der Verband wurde vor ungefähr vier Jahren gegründet und verfolgt den Zweck, die in Oesterreich lbLfindlichetr reichsdsustchen Staatsangehörigen mit Lebensmitteln wnd Gebrauchsartikeln zu versorgen. Das Unternehmen hat bei der MatzkenÄveviung angLvlich gwtze Verluste erlitten. Mau schätzt die Passiven, auf ungefähr 1,75 Milliarden. — Gegen die Firma F. Garkifch и. Co., 1. Bez., Friedrichstraße 2, ist das Ausg'loichsvcrfahrett cilia^Ieiiet wordetl. Bexueteilte Kerdatarc. Am 26. April wurden die drei Inhaber der Firma Brüder Weiß u. Kohn, zufolge der durch den Kre-ditorenverein erstatteten Dtvasanzeige zu sechs Wochen Arrest verurteilt. Anr 3. Mar wurden die Inhaber der Firmen Jgn^qz Hacker, Wien, Baumwollwarenerzeugung und Hondelsggfelstchaft m. b. H., Wien, Restenmarkt, Wien, und Lasos Neumaam, Wien, wegen Vergehens nach § 486, Ms. 1 und 3, verurteilt u. zw., echiillterr Jgna; Hacker sechs Wochen, Jos. Fischer einen Monat und Laijos Reumann drei Wochen strengen Arrests. Damit hat das Treiben gewisser Nemente seirte SBhnr gHmden, ' 28700.— 87a.— 876.- l6.15 3694.- 0.81 359.- 9330,- 12180,- 8. Ma? Geld Ware 26800,- 880.- 7. Mal Odd Waifc 880.- 16.45 3706.- 0.87 361.- 9870.- 12220.— 26700.— 877.- 877.- 16.10 3734.- o.8l 359.— 9680.- 12180- 311100— 312100— 311300— 3122.0.- 9780— 3174— 70935— 4532— 2083— 514— 18570— 12635— 70460— 499— 479— 2030— 15.70 is!ro 4510— 26100— 3 t 60— 3130— 873— 863— 9710.- 76— 71— 355— 335— 9820— 3186— 71185— 4548— 2033— 518— 18630— 9630, 3189— 70935— 4612— 2080— 516— 18570— vmicuum» Mluteururse. (Diitgeteilt von der Oesterreichischen Nationalbauk.) Vi8ta ^«sierOam f. , voll. Gulden A&&m l iue. Kronen . .; Beinrad 1 Dinar . Berlin* 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs . Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei. Christianla 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronof London 1 Pfund Sterling » . Madrid 1 Pesetas Mailand 1 Lire New York 1 Dollar!!!! * Paris 1 Francs ...... Prag 1 tschecho-slow. Kronen , Sofia 1 Lewa ..... i , Stockholm 1 schwedlscheKronor; Warschau«* 1 polnische Mark. Zürich 1 schweizerische Francs * Noten Amerlkan, Noten v. 5 Dollar au!w, o? kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten ru 1000 Leva . » p 100 i n kleinere. . . Uänische Noten 100 Kroner » , Deutsche Noten* ■ " i4 » ♦ . „ j v kleinere* ... Engl, Noten von 5 Livrest, sukw. » , kleinere ..... FranzBsische Noten 100 Francs , Holländische Noten 100 Gulden . italienische Noten v. 100 Lire aufw, , ».. . « kleinere . . . »ugosf, Noten ungest, tu 1000 Dinar » n n 100 „ i. .» i. kleinere . , Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten **. . „ >. » kleinere** .. . . Rumänische Noten zulOOO u. 500 Le? „ » .. - kleinere . . . Russ, Noten (Romait.) zu 500 Rubel V »Bl, 100 I _ b .. . b kleinere . , Schwedische Noten 100 Kroner . Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.lOOOaufw, „ kleinere . Ungar. Noten (neueEm.) zu lOOOKr. , . zu 10.000 Kr, . , . . kleinere ..... * Für 1000 MÄ, ** für 10.000>!& M.' 28800.- 831.- 881.- 16.4k 3756.- 0'8* 38i." 9723.- 12229— 9729.- 3201— 71185.- 4628- 2090— 520.“ 18630- 12635— 12635— 12685.- 70860— 704M— 70860.- 70761— 368,5— 70360— 369S— 717760.- 2728.- 507— 501— 500.- 437— 481— 48ö!- 12110— 12030— mio.- 16.10 15.80 16.2* 16— 15?6Ö lb'!- 3f«90k1.— 309500— allioo.- 310700— 309»O— 310900.-, 4540— 4585— 4615.- 26600— 26400—. 26600.- 3180— 3175— 3195.- 3150— 3145— 3185.- 879— 874— 880.- 869— 864— 870.- 9790— 9560— 9640.- 82— 76— 82.- 77— 71— 77- 359— 356— 360.- 339— 336— r 346.- —— —— —— —— “—V“ —.— — 18370— 18470— 18370— 18470*.- 12560— 12640— 12550— 12640.- 9660— 9740.- 9560— 9640.- 2064— 2080.— 2064— 2086- 2059— 3075— 2059— 2075.- 0.76 0.83 0.78 0.» 0.71 0.77 0.73 0.7* „Siwmer »r. 65.“ . Em Senfati-usprozetz i« Belgrad. s . ^Zelgrad. d. Mai. fTe?. der .Mener Drsrgenseilnng".) Grll:.'lHgann vor dem diesigen Gerichte der mit 'UngÄenrer Spannung erwartete Senfationsprozeß zogen den fvantzofischen Haupt mann ud Mitalied der S P i o n a g e a b t r r l u n g des stranz ös-lischen Generalstabes Carrier, der angektagt ist. im Herbste vorigen Jahres im Hotel Patace ,in BÄgrab seinen kängsährigen Freund Jselli, einen skemrorchen schweizerischen Hot^händler, ermordet zu haben. Der mysteiMe Fall,-der inden Belgrader Blättern lange Zeit hindurch unter deni Titel .Das Geheimnis des Zimmers Nr., 61?' leidenschastlich 'besvrochen wurde, ist noch immer nicht gÜngAch ausgeMart. Äe AnKogeschrift gibt an, datz Jselli in seirrom Hotel- Ummer, bat er mit stimm Freunde Carlier seit mehreren Wochen gemeinsam Gewohnte, nachts durchweinen Schuh schwer verwundet wurde. Als mutmaßlicher Täter wurde sostrrk (Larlier 'vechaftet, da das Zimmer im .^Weiten Stock klag und dort innen abgesperrtwar. so datz kein Dritter in daS-Hmmer gelangen konnte.' Der Revolver, mit dem die Tat verübt wurde: konnte abertrotz sorgfältigster Nachforschungen Ns heute nichh Münden werden. Hanptmann CaÄier bestritt während der 'gaussu Zeit jede Schuld und Jstlli wußte bei fernst BernM mung nach der Tat auch nichts Postiives Wer den Liter ausKusageii, da er im Schilase angeschosstn wurde. Einige Lage nach dkmnächtlichen -Aeberfall starb Jselli. Die gerichtsäiFtliche. Obduktion stellte fest, daß der Tot nicht durch die Schußver» letzuug "verursacht worden, sondern die Folge einer durch längere.-Ae-it^' durchgefülhrten Morphiiirmvrrgistuug ist.: . Die Unter-suchimg ergab, datz Jlselli feit Wochen vor dem Artentht von dxr Außenwelt förmlich abgeMrrt war und dst ga'.p.e Zeit in Kesellschaft seines franWstchen Freundes Vevebr acht e,-drr^ keinen Dritten in feine Nähe ließ. Ullber die muN maßlichen Motive des Revoliverattentates und des GWmordes konnte nichts Sicheres festgestellt werden. Der Bruder Jsellis gab noch, vor dem Untersuchungsrichter an. daß die Frau deZ Ermordeten'feitmeheren Jahren ein DiebesderhAtnis mit Carlicr '.rnterhielt und:daß die Frau als U-nid ersaler-bi st Jsellis gegolteü hat, dessen Vermögen aus mehrere M i U l i o ne nSchw e izer Franken beMevt wurde. Im Inrerejse Cartters wurden seitens der franMfstchen Gestmidstchoff mehrere Male Interventionen versucht, jödoch «HoWos. Für die Pechandlung macht sich rÄsigeS Jnterefse geltend, »l.hrcre englische und fmnMische Zettungen sind durch Spe» zialberichterstatter vertreten. Nach BeÄchung der Anklagesch-vifkivirrde. Larster mit, Hilfe eines Dolmetsch verhört. Er leugnek jede Schuld. .Hieronf gäben die Köstlichen^ Sachverständigen ihr Gntächtrir ah. " _ '; Eine Woche Arrest wegen WachebeleidiMng. Vox dem Lcurdesgerichtsrät Dr. Kramer des Strasbeynksgerichtes i war drr .frühere Schriftleiter des „Alldeutschen Tagkblatt", Ottq Frvtz, derzeit Sekretär eines MindenvevemS, wsaen Wachet belridiauilg. angeklagt. Der Bsschuldiate war vor emiger Zest nach einer Versammlung in größerer Gefellschast in einem Gast» hüus.gethrsen. Die Gesellschaft, bst sich sehr lärmend verhielt^ wurde, ^umÄ tß bereits nach Mitternacht war. von feem Oberwvchuicknu Hawelka zur Ruhe gemahnt. Der Angeklagte soll nun auf'die Abntcchnung des Wachnrarmes die BemeMmg gemacht häben: „Der blöde Hund steht noch immer draußen." Als der Wachmann ihn auffchrieb, erwiderte er: „Es wird mir ein Ver« gilügen sein, tvegen Wachedeleidiguna angeklaot zu weriistn." Zu der ftattgehäbtem Bechandlung war ver AngMaate, oer bei der Polder die Schimpfworte in Abrede güstölt yatte, nicht erschienen. Der -Oberwachmann HawEa bestätigte valliuhaltlich den Inhalt lenxer Meldung. Der Richter verurLeilte den wögen Wachebeleidiguug iviederholt vorbestraften Aug.'llvmen «st irnör ZV och ^Arrest. .. Insolvenz VeS Bank- und WechsLeLhäuses M. GevstLmtev. Das am KohLmaM 9 etablierte Bank- und Wechflerhaus M. Gerftbauer (Inhaber Ernst HavUtzwickl), hat gestern die Kassen geschloffen und um das handelsgeriWichL Aus-gleichs-- tzerfahrm angchrcht. Es wird eEärt, daß die'Firma intt Judustrien verbuiÄen ist, die eine JlnmoWistevuwg nach sich, gezvgen M»en, und die Firma außerfftande gesetzt haben, Gre Ver.- Achtungen zu erfüllen. Ein Status liegt noch nicht vor. Die ünmrttMare Veranliaffung für diesen Beschluß waren, wie verloutet, Verträge, welche die Firma mit Jnduftvieunt>Lrnehmu>ngen. äbgsschlosstn hatte, die unter den veränderten Verhaltmsstn Mver zu erfüllen sind. Die Firma GerWauer hat bis in die letzte Mi sich eines ungLschwächten Kredites evfreui. Sie war seit Jahrzchnten Mmentlich auf dem Aullagsmarkte tätig und hatte aus dieser Zeit schr wertvolle Btzichuugen zu den soliden Ka^it-alskrersen. - 1 ÄapiüllsvennehLung. iNiederösterreichi scher Bauverein beantragt in der o,ußerovdsrrtliicheL GenMlvevs.ammLmvg am 23. ,d, die Erhöhung aus 600 Millionen Kronen mit dem, Äezugsrecht einer sungen -Mir auf vier uiTt.c• SÜfttett.; Die Prager Kontermine ru Wien. In der letzten Zeit wgr die LätvKeit der Prager Kontermine, wie die ,Keue Wirtscha^ meldet, nicht mir in Prag, sondern auch in Wien Äeutlich^ zu beobachisn. Berfchiedeirv Gerüchte nabMn von . Prgg ihren Ausgang und wrvkten drückend auf das Kurs- Niveau. Ueber die Ursachen dicher Kontermine wurde mancherlei gomuukelt. Es hieß, daß bei diesen Transaktionen uatiottglistische Motive miHpielan, da der Prager-Platz durch ich? Äontermmem-anöver daS Vertrauen gum Wiener Platz erschüttern .wolle, um dadurch die Spekubttion von Wen abzulenken/ Wohl iwsiden von der Prager Presse diese Gerüchte , «ls unstichchältvg b^eichnst. Es »müde seidoch «uchgewiÄen, daß seinerzeit eine Prager Bank das Gerücht über die Schwierigkeiten - eines Woner Instituts ostentativ verbreitet hatte. Hinter diesen Berichten scheint ein Teil der Prager chauvinistischen Mrffchaftsikre.ise zu stchen» welcher planmäßig die KönstrmMe «mmutigt. Der Grundgedanke dieser Mion besteht darin, die Aktien der tschechischen UnteMchuien auf 'billige Weise in die Tschecho-Slowakei zu repatriieren. Dadurch, daß dir' Kurse der ffchecho-Mvakischen Papiere stark gedrückt werden. ist e§ den ischecho-is'lmvaLischen Banken leicht möglich, große Mieirposten aus denr Wiener.Markt mit verhLttnismaßig geringen Kosten zu erwerbm. So sind in den letzten Wochen große Pakete van Obernngarffchen Hütten, Berg- und Hütten, SchünpvistsEr, Schoellvr Zucker, Pilsener Brau, Kön>igshoftr, Wckdr/Auff^Leplitzer usw. sehr billig anfgeikauft worden. Auf: diesem Wege werden dem Wiener Markt wertvolle Eb'Men en-tzviAen, von denen mau cvnnchnren kann, daß sie nichts so bald chvsn Weg nach Wien gurückf.iuden werden. .Der Sturz der Pietrolemnwerle. Die Kursrückgangs, die die Whreyden Petroleumpapiere in den letzten Monaten erlitten Wien, waren, wie die .-Börse" 'berichtet, relativ größer als' die der anderen Papiere. Die EmMoMmamiöver der Wtrbleumgesellfchaften halben schon ftAher das Vertrauen des PulbWums eHchLttvvt. Die Smckellung der FMito-Mtien, die erst vor kut^emierfolgt ist, hat nicht wenig HÄgetraaen, dieses Mißtrauen noch Lvoiter nr hevschürsen. Dir FantoMkle, die vor der AnWn-- " uuna der Etückenmg bei MllimMwf'rdv^e — m Knvs, der im Verglich aus den HöchsKurs des BovWres als tief p. bezeichnen war, hat durch die SGMung einen wstteren lbe« . trächMchen Verlust erlitten. Die neue Fanto-Mtie, die auf 20 Schweiger Franken NomiMe 'kautet, sank am Dienstag aus - 260.000 K., was.umgerechnet einem Küche von 1-3 Mlliow« der alten Aktien entspricht. Der Kurs von 260.000 entsprich dem Nominale von 20 Schweizer Franken. Dadurchist M Mögllichkeff Mr AapitalÄvhvhungen wieder dcheitigt urch die Äbsicht der Fanto-Gefellschaft, durch die Sttickelung einen Kurs, der höher als das Nomin-Äe bautet, zu erreichen, -ist gäuzlist fehl geschlagen. Bor der Stückelung notierte die alte Akffi um etwa 50 Progeut höher als das frühere ZiominM vor 100 Schweizer Franken. Heute i>st auch diese Differenz verschwunden. Der heutige Kurs der Fanto-Mtie beträgt wenige; als ein Viertel des Höchstkurses. der im Heribst 1028 in Geltung war. In ähnlichem Vechältnis ist auch die Karpachenaiktie zu, fammengebrochen, die heute sich auf dem Nivsau von 170.W bewegt, während sie kurze Zeit nach der im Sommer vorigen Jalhres erfolgten Stückelung einen Kurs von über 900.000 zr erklimmen vermochte. Die. MrrsbeiweWng dieser beiden Papiere hat den untrüglichen Beweis erbracht, wie .schMich eine aHu weitgehende Stückelung fein Eann, die dm Markt der Papier« plötzlich vergrößert. In Lumen konnten vor Lur»öm die tech« nischen Schwierigkeiten beseitigt werden,, was auch die Festsetzung eines Kurses ermöglicht hat..In den letzten Dagen 'HÄ sich scheinbar das Angebot wieder beträchtlich veHäM, wckbsi die Ware keine Unterkiinfft finden konnte.. ' Ein deutsches Konsortium in der Wickel. Aus Berlin. 8. d., nreldet Tel-Kouch.: Ein deutsches Konsortinm hat. nach einer Meldung des ,PeÄner Dageblattes", die kt Milchet ^Dljarbeckir igel-stzeue Kupfermine Arghana Maadech die bisher im Besitz der türkischen Regierung war» auf Grund van in Berlin geführten 'Verhandlungen erworben. Das Konsortium setzt sich tzuscvmuden aus der Reichs« banik, der Deutschen Bank, dem Haufe Bleichröder und einer Si'iu ne s u. C o. genannten Gruppe, welch letztere den Betrieb der Gvulben übernommen hat. Auch tüMche Kapitalien sind an der Mine beteiligt. Der Vertrag soll für die Gesellschaft nicht lbesMders günstig sein, da diese von dem Ertrag 50 Prozent in den NchervefondS legen und von denr Rest volle 62 Prozent an die türikische Regierung aMhren müsse. Es ist geplant, das Schwachkupser mittelst Fluggengen zu transportieren. Große Verluste der ungarischen Zuckerspekulanten. Berichten^ aus Budapest Molge werden in ungarischen Kreisen neuerlich große SpM'ÄltionMuse in Zucker in Frankreich abgeschlossen. Eine Reihe imgarilicher FrnaMers, ZuckechäNdler und auch Industrielle haben anläßlich des Sinkens des ftanlzöstschen Franken große ZuckerMengen in Frankreich angetkauft uüd hoifften große Gewinne zu erziEn, da sie sowohl aus das Steigen des, Zuckerpreises rechneten -als auch durch die Balutäspsku'tcrtton gewinnen wollten. Das Steigen des Frankenlkurses machte einen Streich durch ihre Rechnung und.die meisten HMn diese Transaktion mit großen Verlusten.lignidiert. Wie Mn verlautet, E werden neueMch spekulative TransaWonen vorgenom^ men und mau rechnet nunmehr eieueMch damit, ^daß ,der Kurs des Franken M hoch ist und in der nächsten Zeiti eine Redu« ziemng erfahren wird. Die Auspizien, unter welchen. die uenen SpeMationen begonnen werden, sind sehr ungünstig. Das Einkommen des amerikanischen Volkes. Aus New. Novk. 8. d., meldet Del.-Konrp.: Die Mechanies and MetM .National Bank veröffentlicht soeben eine .iisteresfante StatGik über die Einkommens- und BermogensverlhÄtnisse des amerikanischen VMes. Danach beträgt das tägliche Eiackovvnten der ,100 Millionen Amerikaner ruNd 200 Millionen Dollar. Von dieser Summe iverdsn 30 Millionen erspart und können als Zuwachs des Nationalvermögens betrachtet weiden. >DaS Ge- 5981299819785975

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