Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1879 (9.5.1924)
- Date
- 1924-05-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980962--18873-3005975- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
:.'7‘r<^«c‘Vi,*i -f^rvJjT M 187S ~im, ®m ""T 9. Mr IM GeW«- SÄ Ae österreichische Vom 4. bis 11. Mai 1924 Mitteilungen aus dem Publikum. r Parfümerie „LORRAIN** Savonnerie Führende Marken: Eau de Cologne Russe . .Eau de Cologne Chypre Creme Lorignon CrSnie Lorignon- Chypre Lorrain ‘Toiletteseife, Badeseife, Speikseife AMnerzeui?er der C /fl El /fWI/I** RasteraeHen ln Stangen bestbekannten »wfiQnr\ IH und Würfelu Wien, XX. Taborstrasse Nr. 93 ---------------- Telephon Nr. 424*65 --------------- 1V2 STRENG ORTHODOX An unsere Mitarbeiter! Nützet die letzten Tage der österreichischen Palästina-Woche, damit der Erfolg gesichert ist. Schon die Tatsache, daß ihr in so großer Zahl und mit solcher Hingabe am Werke seid, hatte auf die Jndenschaft eine große moralische Wirkung. Erlahmet nicht in der heiligen Arbeit! Lasset euch durch Mißerfolge nicht entmutigen! Nicht der Besucher, her Zeit und Mühe opfert, der Besuchte ernied ri gt sich, wenn er seinen Beitrag für den Aufbau von Erez-Jsrael verweigert. Nach Abschluß der Palästina-Woche werden wir alle uns wieder versammeln und über unsere Erfahrung und Erfolge aussprechen. Sämtliche Mitarbeiter werden anfgeford'ert, mit ihren Bezirksleitungen in Fühlung zu bleiben und täglich zur festgesetzten Stunde Bericht zu erstatten* sowie auch abzurechnen. Die Zentralleitung der österreichischen Palästina - Woche befindet sich: 1. Bez., Bauernmarkt 24. Miß man schließlich auf dem Gänfthäufel nicht aber dort aus dem Trockenen sitzen werden. ES ist ja möglich, daß jetzt schon viele hiMntevwandern und sich wenigstens ausziehen werden, um dort für 12.000 Kronen drei Stunden lang — besonders, wenn sie Junggesellen sind — im FamilienvM S plänkeln. Der Frühling ist bis jetzt ins Wasser gefallen. ir sind vom Aprilregen in die Maitraufe gekommen. Wenn auch der Gefrornesmann tapfer mit dem Regenschirm durch die Stadt marschiert und die ältesten Leute, wenn am Himmel xufällig für ein Paar Minuten ein ungewohnter blauer Fleck erscheint, aus gründlicher Lebenserfahrung heraus konstatieren: Amol muß 's ja. schön wer'n, ist eS nicht ausgeschlossen, daß die kommenden Eismänner unsere Wintersportler befriedigen werden. Vorläufig dürften nur die .Madowafchel" da unten „schwömmen". Für die Gemeinde Wien ist mir kein Opfer zu groß. Ich gehe für sie durchs Feuer, aber durchs Wasser derzeit nicht. Ich ziche für Herrn Breitner mein letztes Hemd MS (denn foldrft du nicht willig, so brauch ich Gewalt), aber Nicht, um mir bei dieser Wetterprognose eine Schwimmhose anzüziehen. Ich bin nicht gegen die Wellen, aber vocher wünsch ich ein ordentliches Sonnenbad wenigstens bis Mitte Juni. Bis dahin, meine Herrschaften, Gengan S i e baden! Ali. * Mucherbeschuldigungen gegen einen Rat des VerwaltungSgerichtshoses. In einem Wiener Blatte wurde gegen den Rat des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Schüller die Beschuldigung wegen. Wuckervergehens erhoben. Der Genannte hat aus diesem Anlaß vei seiner Dienstbehörde um die Einleitung desDisziplinarverfahrens gegen sich selbst gebeten, mit dem Beifügen, daß er bei der Staatsanwaltschaft aus dem gleichen Anläße die Einleitung von Borerchebungen gegen sich in Antrag bringen werde. * Ein verschwundener Student. Seit vorgestern abends ist der 80jährige Student der Medizin Edmund Komlos, 2. Bez., Große Sperlgasse 11, verschwunden, ohne daß man irgend welche Anhaltspunkte über seinen Verbleib hätte. Die Nachforschungen sind eingeleitet. * Ernennungen an den Hochschulen. Der Bundespräsident hat den außerordentlichen Professor an der Universität in Tübingen Dr. Friedrich W. Müller zum ordentlichen Professor der Anatomie an der Universität in Graz und den Privatdozenten an. der Universität in Graz Dr. Mols Ja risch zum außerordentlichen Professor der Pharmakologie an der Universität in Innsbruck ernannt. * Mißwirtschaft in einem Restanrant. Schon vor einigen Wochen waren Anzeigen gegen das Restaurant Fran Rieder im 1. Bezirk. Felderstraße 2, erstattet worden, we das Küchenpersonal, das 12 bis 13 Stunden arbeiten mußte, sehr schlecht verpflegt war urid in feuchten Kellerräumen übernachten mußte, in denen das Wasser von den Wänden tropfte. Dieser Tage ist ein Kellner infolge der schlechten Kost erkrankt. Da die Organisation der Angestellten bisher .keine Besserung durchsetzen konnte, sind gestern von <0 Angestellten 16 m den Streik getreten. Das Restart rant mußte infolgedessen gesperrt werden. Hotel und Restaurant Barschak 18. Gross« Schiffgasse 3 sss Tel. 40-1-39 HOTEL „ZENZ“ II. Leopoidsgasseld, Kleine Pfarrg. 2 neu renoviert und neu eingerichtet, ab/1, Mal wieder In Betrieb Ermässlgte Preise, auch für Monatsparteien sm * Das tödliche Unglück durch Starkstrom. In Brettelsdorf, dem nächst der Militärschießstätte gelegenen Teile des Praters, wird seit einigen Tagen an der Herstellung einer elektrischen Lichtanlage gearbeitet. Hiebei' wurde der Fehler begangen, daß der Ankerorccht zu nahe an den den Starkstrom führenden Draht vorbei.geführt wurde. Als Mittwoch avends die drei Brüder Banicek spazieren gingen, griff der 15jährige Vmavd im Vorbeigehen nichts ahnem, den Draht a n und erhielt Strom. Sein Bruder, der 14jährige Karl, der den Draht ebenfalls berührt hatte, wurde auch von dem elektrischen Strom getroffen, und beide sanken bewußtlos zu Boden. Beide wurden für tot gehalten. Nach einstündigen, Bemühungen gelang es, Karl zum Bewußtsein zu bringen, während der andere tot war. Gegen der verantwortlichen Ingenieur, wurde wegen fahrlässigen Vorgehens die Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet. * Gegen die Zölle auf Sportartikel. Ueber Einberufung des Verbandes der Sportartikelhändler Oesterreichs fanden sich gestern zahlreiche Delegierte der Wiener Sportvereinigungen mrd -Verbände im großen Saale des Hanfes der Kaufmannschaft zu einem gemeinsamen Protest gegen die von der Regierung geplanten ganz exorbitanten Hochschutzzölle ans Sportartml und Sportbekleidung ein. Der Einberufer der Versammlung. Präsident Lazar, verwies darauf hin, daß die gegenwärtigen Zollsätze auf Sportartikel um 100 Prozent erhöht werden sollen. Der Vertreter des Verbandes der Arberter- und Soldatensportvereinigungen Oesterreichs schloß sich ebenso wie das Vorstandsmitglied I u r a vom Banken-Sportverdande der Protestresolution an, in der unter anderem cm die Nationalräte aller Parteien die dringende Aufforderung gerichtet wird, mit Rücksicht aus die großen allgemeinen Jnteresien, denen die Sportpfleae dient, eine namhafte Herabsetzung der Zolle auf Sportartikel vorzunehmen. * Karlsbad. Der Jüdische Volksverein „Zion" in Karlsbad schreibt uns: Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, in dieser Saison nach Karlsbad zu kommen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Jüdische Volksverein. „Zion" auch dieses Jahr wieder seine regelmäßigen VereinSabende im Hotel Glattaüer, Parvsträße, ckbhalt. Der Verein wird auch Heuer bemüht sein, durch regelmäßige Vorträge, Referate und Veranstaltungen dem jüdischen Publikum Gelegenheit zu bitten, anregende und angenehme Abende zu verbringen. Auskünfte erteilt der Obmann, nteb: Dr. W. Kohner, Haus „Riva". * Die jüdischen Schulen in Rumänien. In der Bukowina existieren gegenwärtig 27 jüdische Volksschulen, in Beßarabien 38. Interessant ist, daß in C-ernowitz aus je eine jüdische Schule 410 jüdische Kinder und auf je eine rumänische Schule 115 rumänische Kinder gezählt Werden können. In Beßarabien kommen auf je eine jüdische Schule 6600 jüdische Einwohner, auf je eine rumänische Schule 1600 rumänische Einwohner. * Tanzinstitut Hermann Braun,-14. Dez., Reindorfgafle 42. (Entgeltlich.) Vereine. Borkige und Versammlungen. Studentische zionistische Organisation Hechawer. Heute um 8 Uhr abends im Lokal der Lese- und Redehallo, 9. Bez., Türkenstraße 9, allgemeine - Versammlung. Tagesordnung: Presieübersicht, Dr. M. Andur 8 ky. Organisationsfragen. Gäste willkommen.; Oesterreichisches Museum. Heute Eröffnung einer ArchitekturauSstellung. 1. Bez., Wollzeile 45. Sie ist Dienstag bis SamStag von 9 bis 8 Uhr, Sonn- und Feiertag von 9 bis 1 Uhr f r c i zugänglich. * „Kinder auf's Land." Der Israelitisch Huma-nMZvevein der westlichen Bezirke Wiens Nachlat Jeschurunervffnet seine Ferienkolonie VöSlau am 12. Juni d I. Schriftliche oder mündliche Anmeldungen für die noch rest lichen Plätze für Knaben Und Mädchen von 6 bi» 14 Jahren übernhnmt bis 30. Mai von 8 bis 7*10 Uhr und von 7,2 bis 8 Uhr Herr Ignaz Neufrld, 7. Bez., Mariahilferstraße. 80. „Das Tribunal." Die soeben erschienene Nummer 3 der Internationalen Justiz- und Kriminalzeitung „Da» Tribunal" enthält außer zahlreichen Illustrationen eine Reihe hochinteressanter Prozeßberichte. Vrobevorträge. Fre-itag den S. d., dreivierteil 8 Uhr abends, und SamStag den 10. d. um J/*9 Uhr vormittags finden im großen Leovoldstädter-Tempel, 3., Bez., Tempelgasse, Prohevorträge de» Herrn Bernhard L i n e tz k y, Oberkantor am Tabaktempel in Budapest statt. Achduth Israel. Anläßlich de8 Wbleibens des BesratSmitgliede» Herrn Baruch Sternberg wird von der Vereinigung Sonntag den 11. d. um 10 Uhr vormittags im Betbause Schomer Israel, 9. Bez.. Hetzgaffe 40, eine Trauerandacht veranstaltet. Die Mitglieder werden ersucht, möglichst vollzählig z» erscheinen. Bühne und Kunst. Au« den Matern. Burgtheatrr. Heute, 7 Uhr, »Der Alpen» könig und der Menschenfeind". Morgen, 7 W abends. „DerTeufelsfchüler" von Bernhard Shaw Dienstag den 18. d., 7 Uhr abends, zu erhöhten Preisen „D i>. rote Mühle". Mittwoch den 14. d.,7Uhr abends, Shakespeare; „Was ihr wollt". Akademietheater. Heute, 7,8 Uhr abends „M it t ag » wende" von Paul Claudel. Morgen 7,6 Uhr abends, die Posse „Der Zerrissene" vor' Johann N e st r o v, Musik von Adolf Müller, zum erster Male. Dienstag den 19. d., 7,8 Uhr abend», Thaddäuk Rtttners „Garten der Jugend". Mittv-4-h der 14. d., 7,8 Uhr abends, „Das Konzert" von Hermam B ah r. VolkSoper. Heute „Fürstin Tanagra" Morgen Wagner» Jß a t f i b a l". Der bekannte Klavier« Humorist Hermann Leopoldt (vom Etablissement Leopoldi« Wiesenthal) wird Sonntag abend» in der Konzerteinlage der „Fledermaus" humoristische Gesangsnummern zum Vor« trag bringen. Für diesen Abend wurde auch da» Heitere Quartett des Wiener Männergesang 3« Vereines zur Mitwirkung gewonnen. Deutsche» DolkStheater. Sonntag, 7,3 Uh» nachmittags. „Die Brüder von St. Bernhard". Für diese Vorstellung gelten volkstümliche Preise ohne Vermerkgebühr. Kamm erspiele. „Die Mary" von Siegftied Geher. Theateran der Wien. Heute zum ersten Male der Budapester Operetteustar Ernö K i r a l y in der Emmerich Kalmawchen Operette „Gräfin M a r i tz a" in der Rolle de» Bela Török. Theater in der Josef stabt. Heute, 7 Uhr abends, „Kabale und Liebe". Morgen, 7 Uhr, gelangt Paul Geraldy» Schauspiel in drei Aufzügen „Atme e" zuw ersten Male zur Aufführung. Die Besetzung ist folgender Aimee — Helene T y i m i g, Challange — I a n s s e n, Henri -— Nomberg. Regie Paul K a l b e ck. Der Verfasser hat dev letzten Proben beigewohnt. Sonntag, 7 Uhr abends, „Kabale und Liebe". Montag und Dienstag, 7 Uhr abend», „De» Schwierige". Neues Wiener Stadttheater. Die heutige deutsche Uraufführung der Pariser Sensationskomödie „D i < schwarze Perle" von Mouezh E ö n Md A. de lo Foucharditzre, deutsche Bearbeitung von Benno Vi g n y, beginnt präzise 7.8 Uhr, die Wiederholungen dann uw 7,8 Uhr. Apollotheater. Für die morgige Premiöre der holländischen Operette „Die Königin vom Montmartre" von Denn S p r a n k l i n, Musik von Vado E n n e m, deutsche Bearbethmg von Mac Steiner- Kaiser, wurde das Pariser Tanzpaar Ler Windsors .mit ihren Apachentänzeu verpflichtet. Im 2. Akt große Modenschau erster Wiener Firmen. Der Konflikt Pieeaver—Staatsoper. Zwischen dem Kamiwersän.g'er Pie ca vor und der Direktion der Staar-Zoper har gestern eine Aussprache über den entstandenen Konfliki stattgefunden.-Es hat sich ergeben, daß woder von der einen noch von der anderen Seite irgend ein Grund zu Klagen und Rekrmrinationen vochanden ist. Das Resultat dieser.Unterredung ist, daß Kammersänger Piccaver Sonntag in der FestauWhrung der „Ariadne auf Naxos" den -Bacchus singen wird. Budapest—Wiener Wechselgaftspiele. Wie der Generaldirektor der. ungarischen staatlichen Theater. Baron B l a s s i c s, nritteilte, hat er während seines Wiener Anfenchaltes Verhandlungen über gegenseitige Gastspiele der beiden Opernerrsembles begonnen. Die Mitglieder der Budapester Over follm m Wien Poldinis komische Oper „Faschingshochzeit" zur Auffiihrung bringen, während vom Wiener Ensemble in Budapest .^Josefslegende" und „Schlagpbers" von Richard S t r a n ß aufgeführt würden. 25jLhriges Künstlerjubiläum Israel I. .CalmanS. Wie I. T. A. meldet, wunde am 28. April in Amsterdam der jüdische Komponist Israel I. Calman ans Anlaß seines 25jäh« rigen Jubiläums außerordentlich ^gefeiert. 28 Amstevdanier Gcsangsvereme brachten ihm ein Ständchen dar. Calman hat unter andevem eine Reihe shnagogaler Gesänge komponiert, welche in holläMschen und ausländischen Synagogen großen Anklaag fanden. Ein eigenartiges Denkmal für Sara Brnhardt. In einet artiger und menschenfreuMicher Art wird das Andenken der großen Schauspielerin Sara Bernhardt von den Franzosen ge« chrt. Es soll nämlich ein Sara Bernhardt-Dorf inmitten von waldigen Hügeln rm SiLden von Paris erstchen, und zwar in der Nähe der Ortschaft Mess^s^Robmson. Diese Ortschaft soll geistigen Arbeitern Frankreichs Erholung bieten. Maler, Schauspieler, Schriftsteller werden im Sara Bernhardt- Dorf wohnen. Während der Jahre chrer Arbeit zur Erholung, im Alter, um einen sorgenlosen Lebensabend zu geniei;cn. Ein großes Komitee arbeitet bereits an der Durchführung dieses schonen Projekts. Eerichtssaat. Kontroverse mit Auhörrrn. Die Strafanstalt Stein läßt.telephonische Zeugenlad,mg nicht z» Der 29sährige Friseur Franz F e i g e r l e war gestern vor einem Schöffensenat wegen eines Einbruchsdiebstcchls, bei.dem ex in Gemeinschaft mit zwei anderen Personen über 100'Millionen erbeutete, angeklaqt. Nach Eröffnung der Verhandlung richtete der Vorsitzende, Oberlvndesgevichtsrat Glogau, an einen im Zuhörerraum sitzenden jungen Mann die Aufforderung, den Saal zu verlassen. Der Mann erklärte, er sei der Schwager der Geliebten des Angeklagten und habe ein Interesse, der Berhcmdlimg veizuwohnen. — Bors.: Ich kann Sie nicht aus dem Saale weisen, sondern nur das Ersuchen an Sie richten, den ich habe meine Gründe, aber vor dem Publikum will ich Sie nicht bloßstellen. reineWolle,sür Plisseeröüe «MtN.I* ADieR«ASS4* *•