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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-08 · Heft 1878 (8.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1878 (8.5.1924)
Date
1924-05-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Bäte« Wk«. NMkMW Keine veepachwng der Tabalmonohols. An Anbetracht verschiedener Gerüchte betreffend das .öÄakmonopol, legt das Generalkommissariat des Völkerbundes Wert darauf, zu erklären, daß der jüngst vom italienischen Experten Ing. Aliprandi erstattete Bericht keinerlei Vorschläge bezüglich einer Verpachtung des Tabakmonopols und auch sonst nichts enthält, Mas auch nur im entferntesten auf den Wunsch deutet, dem Ausland in welcher Form immer Einfluß auf die österreichische Regie einzuräumen. Die Schlußfolgerungen und Ansichten, zu denen Ing. Aliprandi in seinem Bericht über das Tckbakmonopol gelangte, biDen den Stoff eines gemeinsamen Studiums des Generalkommiffärs und des Bundesministers für Finanzen. BerMngeruug dir Fahrzeit der klektrkschen. Keine Wiedereinführung des AeberfülluugsverboleS. Wie wir erfcchren, denkt die Direktion der Wiener elektrischen Straßenbahnnicht andreMedevemfuhrungdesU ebe rsLHungsve rbotes, obwohl ein solches besonders für die Mittagszeit und für die ersten Abendstunden am Platz« wäre. Die Ablehnung wird damit begründet,' daß weitere Züge nicht mehr eingeschoben werden können. Die Frequenz der Straßenbahn sei viel zu staÄ, als daß sie durch ein solches Verbot behjMrt werden wurde. Dagegen verlautet, daß unter gewissen Voraussetzungen an eine Verlängerung der Fahrzeit für den Somme v gedacht sei. Dieser Absicht stellen sich jedoch vorläufig besonder Hmdermste in den Weg, die speziell darin bestehen, daß die BerlÄvgerung der Fahrzeit nur für bestimmte Strecken und bestimmte Bezirke m Aussicht genommen wäre, so daß es zu Unstimmigkeiten wegen der von der Begünstigung unbeachtet gebliebenen Strecken käme. Man hofft, eine solche Regelung durchführen zu können, die alle befriedigt. Inzwischen haben in HeUigenstadt die Räumu-ngsarbeiten für die Elektrifizierung der Stadtbahn begonnen. Ende die- '"s Jahres wird ein Deil der Stahtbcchn wieder in B eieb gesetzt sein. Ae Richter und die Mittelschuilehrer. Me Richtervereinigung hat beschlossen, 6er Negierung einen vom Vizepräsidenten der Bereinigung, Hofrat Dr. Peutlschmid ausgearbeiteten Entwurf vorzulegen, in welchem die Richter in acht Verwendungs-i gruppen eingeteilt sind, für welche Monatsgehalte von 4 his 24 Millionen Kronen vorgesehen sind. Der Mindestgehalt von 4 Millionen Kronen ist für Hilfsrichter, Richter und Stimmführer der Gerichtshöfe erster Instanz Äjstkmmr, die alle in die erste Verwendungsgruppe eingereiht sind. Der Höchstgehalt von 24 Millionen monatlich '(achte Verwendnnigsgruppe) ist im ganzen für Mi Pyq-s sonen benimmt: den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes und den Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes. Der erste Srnatspräsident des Obersten Gerichtshofes, der Vizepräsident des Verwaltungsgrrichtshofes und die Oberlandesgerichtspräsidenten (Wien, Graz- und Innsbruck) sind in der siebenten Verwendungsgruppe mit 20 Millionen inonailich eingereiht, die Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes, des Verwaltungsgerichtshofes, die Vizepräsifcenteit der Oberlandesgerichte in der sechstel: Verwendungs-- gruppg: mit 16 Millionen monMch, 'Im ganzen sind die GHaitsabstufungen folgmde: 4, 5, 6,5, 9, 12, 16, 20. und 24 Millionen. .Alle diese Monatsgehalte sind Ansangsgehalte. Auch die Mittelschullehrer, die besonders ungünstig gestellt sind, da chre Gehälter zwischen zwei und zweieinhalb Millionen schwanken, haben begonnen, sich zu rühren. Da die Mehrleistungsgebühren und die Mrektorszulagen infolge Widerspruches des Finanzministeriums bisher nicht erhöht wurden, wird von den Mittelschullehrersill ipde Mchrleistung eingestellt. Die passive Resistenz der Mitteilsch,ullehrer wird schon rn diele,r Woche beginnen. Aursralnmgea i« siarnuntum. Bekanntlich hat die Gemeinde Wien bis zur Trennung Wien von Niederöfterreich den Bervin Eaimuntum finanziell nicht ünrcheblich unterstützt. Durch dies« Unterstützung tvar es möglich, die Ausgrabungen bis nach Petronell zu erstrecken und reiche Funde aus der Römerzeit zu machen. Durch die Trennung Wiens von Niederösterreich entfällt für die Gemeinde Wien eigentlich die Verpflichtung, die Ausgrabungen auch wertechm finanziell zu unterstützen, da die Fundstätten ja außerhaW ihres GMeteS liegen. Run hat aber gerade in der letzten Zeit e-jne Reihe interessanter- Funde das Interfle der Oeffent* lichkeit erweckt, so daß die Gemeinde Wien, um die Ausgrabungen im Interesse der Wissenschaft zu ermöglichen, dom Verein Carnuntum wieder eine größere Subvention gewähren wird, zumal das Land Niederöfterreich infolge seiner finanziellen Schwierigkeiten nicht in der Lage ist, diese historischen Fundstätten mit Erfolg Mfzuschließen. Wie wir erfahren, sollen schon in den nächsten Tagen seitens des Vereins Carnuntum die Ausgrabungen mit verstärktem Eifer fortgesetzt werden, und man erwartet, baß besonders in dem zur Donau gelegenen Teil noch viele interessante GegenstärÄe aus dieser römischen Ansiedlung zu finden sein werden, ' ' WSkm e. »ri® •Tirfn” m. m * V»m 4. bis 11. Mat 1S24 Gestern nachts ging von Men ein MschEcher Transport jüdischer Pioniere nach Erez Israel ab. Nützet die Palästina-Woche, bringet ansehnliche Opferleistungen für den Keren Hajeffod, damit immer größere Scharen jüdischer Pioniere nach Palästina befördert werden können. Atz der Bezirksleitungen: 1. Bezirk: Leiter: Dr. Josef Berger, 1. Boz., Eßlinggasse 7, täglich 9 bis 12, 3 bis 6. Sonntags 9 bis 12. (Telephon 63-7-81). 2. Bezirk: Leiter: Lehrer Aaron Schwertfinger, Bezirkssektion, 2. Bez., Taborstraße Ma, Telephon 45-3-28, täglich 2 bis 8 Uhr nachmittags. Prater sprenge!: Leiter: Die Herren Bartfeld, Katz, Dr. R. M. Gelber. Sitz: Vereinsheim, 3. Bez., Junggasse 8. 3. Bezirk: Leiter: Die Herren Oberfinauzrat Dr. Benedikt und Bruno Rabinowitz. Sitz: Cafe Lovrana, 3. Bez., Löwengasse 36. 4. und 5. Bezirk: Leiter: Herr Schreier, 5. Bez., Spengergasse 7. Besprechung und Abrechnung allabendlich,. DempelgMudc, Siebenbrunnengaffe. 6. und 7. Bezirk: Leiter: Bezirksrat M. Koh» und Frau Berger. Sitz: 8. Bez., Bennoplatz 1. Herr Bezirksrat R. Kohn ist täglich, 8 Uhr abends, im Cafe Palaoe, Mariahilserstraße 99, zu sprechen. 8. Bezirk: Leiter: Dr. Alfred Löwh. Sitz: 8. Bez., Bennoplätz 1 (Beremsheim). , - . . Bezirk: Leiterin: Frau Min.-Rat Rebekka Weiner. Sitz! 9. Bez., Servitengasie 13, täglich 8 bis 1Ö£ 1 bis 8^ ß biß 8 Uhr.! 10. und 11. Bezirk: Leiter: Dr. Robert Weiß, Favoritenstraße 130 (Sektionsheim), Der Leiter ist unter Telephon--. Nr. 54-2-60 zu erreichen. 12.. 14. und 16. Bezirk: Leiter: Oskar Goldschmidt, 1ö, Bez., Herklotzgaffe 21. 13. Bezirk: Leiter: Herr Max Sprinzelis, 13, Dez., Reinlgasse 44. 16. und 17. Bezirk: Leiter: Dr. Nathan Korn, 16, Bez., Brunnengasse 34, Telephon 29-1-28. 18. Bezirk: Leiter: Herr Rabbiner Dr. David Feuchiwang und Frau Erna Patak. 19. Bezirk: Leiter: Herr Ing. Freundlich, 19, Pez., Dollinergasse 3, Tempelgebäitde. 20. Bezirk: Leiter: Die Herren Nttves und Griffel, Karl Meißl-Straße 5 (Vereinsheim). 21. B e; i r k: Leiter: .Herr Prager, Am Spitz 8, Ae heutigen Veranstaltungen: Beginn der Versammlungen 8 Uhr abends. 9. Bezirk: Saal der Bezirksvertretung, Gemeinde, haus, 9. Bez., Währingerstraße. Redner: Betzirksvat Dr. Georg Weiner, Ämtt« Müller-Cohen, Dr. Nahm» Blmter. 10. und 11. Bezirk: Bauers Eichenfäle, 10. Bez., Favoritenstraße 71. Redner: Frau Auitta Müller-Cohen, Obesibaurat Ing. Stricker, Dr. M, Rofenblüth, Dr. Leopold Soser. 12. bis 15. Bezirk: Vortragssaal Herklotzgasse 21. Redner: Dr. Desider Friedmann, Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Erna Patak, Dr. I. H. Körner, Präsident der Hakoah. 13. Bezirk: Saal des Bethausvereiues, 13. Bez., Reinigasse 33. Redner: Gemeinderat Dr. Plaschkes, Dr. Josef Löwenherz, David Nebenzahl. , Passive Resistenz in de» Fondskrantenanstalten, Ein einstündiger Demonstrationsstreik der Aerzte. Die Beamten und das KvLnkenpslege-PevsoMl der Fowdskrankenanstalten haben bereits vor.längerer Zeit Zuwendungen verlangt, die sich vor allem ans die Auszahlung eines halben Monatsgehaltes beziehen. Da bloß den Arbeitern vim 5Prozentige Erhöhung ihrer Bezüge zugefichert wurde, sind gestern um halb 12 Uhr nlittags die Aerzte und das KiMMripfloger-- personal in die passive Resistenz getreten. Diese erstreckt sich einstweilen nur auf den administrativen Dienst, das heißt die Abfertigung in den Kanzleien und in der Materialverwaltung wird verzögert werden. Die Arbeiten im Dimste der Krankenpflsge werden durch die passive Resistenz bisher nicht berührt. Sollten die Forderungen nicht bald bewilligt werden, wird .«in einstündiger Demonstratioinsstreik sämtlicher Aerzte an einem der nächsten Tage erfolgen. Die Arbeiter haben sich trotz der Erfüllung ihrer Forderungen mit der Beamtenschaft solidarisch erklärt und werden sich nötigenfalls gleichfalls an der passiven Resistenz beteiligen. Es besteht die Gefahr, daß die Passive Resistenz in einen Streik übergreifen wird. Die Gewerkschaftskonuniffion setzt die Verhandlungen mit dem Ministerium für soziale BeAvaltuing fort, um eine gedeihliche Mu-ng des bedrohlichen' Konflikts herbeizufühven. Ae Wohnhausbanten der Gemeinde Men. In der heutigen Sitzung des Wiener Gemeinderates werdend die Errtwür^e von 1300 ' neuen Kleinwohnungen, dem Reste des diesjährigen Wohubanprogramms, vorge- 'legt werden- Diese werden.'noch, in diesem Jahre restlos zur Durchführung gelmrgen. Die Kosten dieser .Bauten betragen 130 Millionen Kronen. Me uns mitgeteilt wird, ist bas Sladtbäuanit unter Leitung des amtsführenden Stadlrates Siegel bereits mitten ist der Arbeit, um das Bauprogramm für das Jahr 1925 vorzubereiten. Es gelcurgeu bekanntlich 5000 Wohltungen zur Ausfiihrung. Die neuen Wohnbauten werden, wie wir erfahren, auf 28 Baublöcken errichtet werden. Auf.sieben dieser Baublöcke wird das Stadtbauamt selbst Wohnbauten errichten, während alle übrigen Baublöcke einzelnen Architekten und .Archiiettengruppen in Arbeit gegeben werden. Ii'Äii* . •. llnverstndertn Brothrris. v. ^Nach der gestrigen Errechnung der Gestehungskosten bleiben die Maxtmalpreise für Brot und Weißgebiick in der n ä ch st e n Woche ««verändert. Ae LebensmittelmSttte. Auf dem Naschmarkte war gestern eine Mustersendung von italienischen Kirschen emgetroffen,. die sich auf >70-000 K. pro Kilogramm stellten. Als Erstlsirgsware waren auch hiesige Karotten angeboten, die pro Büschel 5000 bis 6000 Kkosteten. Die Grunwarenmärkte waren im allgemeinen besser beschickt, doch waren die Vorräte mit Rücksicht auf die hohen Preise noch immer ausreichend. Die Preise blieben im großen und ganzen ziemlich unverändert, nur Häuptelsalat hat sich etwas verbilligt. Ein Stück kostete gestern 1200 bis 3000 K. Aus Mgarn war Gruudsalnt e-ingetroffen, der sich im Kleinhandel ans 1500 bis 2000i Kronen stellte, während Neusiedler Grundsalat mir 2000 his 2200? K. pro Stück notierte. Dar Wett«.! Das Weiter hat sich etwas günstiger gestaltet- Mitteleuropa ist es um einige Grad wärmer als. am Vortage, doch ivollen uns die Meteorologen bi-e wärmere Witte-' rnng nicht gönnen/ und haben für den heutigen Tag ständiges, veränderliches Wetter und zunächst wieder Verschlechterung angekündigt. > Das Hochwasser der Donau. < Aus dem Amstettner Bezirk wird berichtet: Jnsolgr ätthaltender Regengüsse im Nieder schlagsgeb iete bei Doimil und ihrer Nebenflüsse ist die Donau aus ihren Ufern getreten und hat im Bereiche der BezirkshWptmannschafij Amstetten ein Gebiet von 900 Hektar überschwemmt, und zwar in den Geineinden Stephanshart und Markt Ardogger. In den tiefer gelegenen, überschwemmten Teilen diesen 'Gemeinden, ist der gesamte Getreideintb Kartoffelanbau vernichtet. Die Donan fließt in einer Höhe von ein bis eineinhalb Meter über den Straßen. Einzelne.Häuser sind Pom Verkehr abgeschnitten, und stehen im Wasser. Jnsnsgr >Ansye-ter!iilg vi die Donau nunmehr im Fallen. Wien, 8. Me:. * Der Salon der Zuriickgewiesenen. Das Zeitalter dei Organisierung trcrbt seltsande Blüten. Nachdem: sich die Schris!- stelier, die M'chnenantoren, die Mnisikschriiflisteller, die Komponisten, kurz alles, was da gedruckt wird, zu Vereinigungen Manrmenge-schlossen haben, erdönt nun aus Währing der erlösende Ruf: „Ungedruckte Autoren aller Länder, verein/igi euch!" Zweck: „In gemeinsamer Aribeit das Ziel der Müusw.' aller Schicksalsgenossen— gedruckt zu werden — zu erreiche'.'.." So lautete der Ansrnf, dm Ludwig Kornmüller. Wien. 18. Bez., Sternwartestraße 12 (mit der Bitte, Anfragen und - Mitteilungen, Porto für die Rückanbwort bc^n'sngrn),' an di.' ungedruckten Autoren richtet. Was dmr Embryo das Gebor-.':'< werdm. der Raupe ihr Schmetterlingskleid »vfw..'(Vergleich? nach Belichen ausfinführen) bedeutet, das ibcdenttt für den Menschen, der, wie es in dem Ausruf so sinnig beißt, .,:m reiae Bolle, slir PlisseeröSe H KO'.i

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