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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-06 · Heft 1876 (6.5.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1876 (6.5.1924)
Date
1924-05-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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SIE MM MM ÄWLs! M .~ r*' -ÜBte«, Sfettfeg ••fjqKjgKTir'C-^ ' Wien, 6. Mai. * Ein Wiener Bankier verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat die Verhaftung des Wiener VankiersL-so R o S m a n n wsgen Betruges anflevvdnet. RoSmann hä-t angeblich 1-5 Berliner Häuser einer Wremer Gesellschaft. deren Mitglied er war, ohne Wissen der übrigen Mitglieder derkailtft, obwohl nur der, vierte Teil der Häuser ihm gehörte. Rosmann hat bei den Frankettfpekulationen. viele hnnderttaulseude Franken verloren. * Die Autoraserei. Gestern vormittags wurde in der Freudenau ein MjÄhriger Kn ade beim Uebevsetzen .der Rennbahnstraße von dem Auto 203 522, das der Chauffeur Karl Schilds lenkte, erfaßt, nicdergestoßen, 20 Schritte güsMsifft und erlitt Brüche des linken Oberschenkels und des Schädelavuindes. Me durch Zeugenaussagen sestgestellt ist, tröfft den Lenker des Autos, der mit 60 Kilometer-Stundengeschlwinidigtkeii gcfahren ist und so spät die Hrchpensignale gab, .daß sich der Knabe nicht mehr vor dom Auto retten' konnte, die Schuld an dem Unsall. * Eine Ausstellung von Schülerarbeiten im Parlament. Irr einem Ausschußsaal des Parlaments wurde gestern sine Ausstellung von Schülerarbeiten aus dm Bundeserzichungsan-- stalten eröffnet. Neben künstlerisch hochwertigen Zeichnungen, Scherenschnitten, Leder- und Holzschnitten und Radierungen sicht man Erzeugnisse des einfachen Handwerks, wie Ledersandalen und. Buchbinderavboiten. Auch -die Schlossevkunst wird namentlich in.der Traiskirchner Anstalt mit großem Erfolig unterrichtet. Die Bundeserziehungsanstalt im 13. Bezirk hat sehr schöne Holzarbeiten ausgestellt, die BundeserzichungsanstM für Mädchen Wäsche und orrginelles Spielzeug. Mit künstlerischen Photographien hat die Bundeserv-ichungsanstalt in Mener-Neustädt ganz hervorragendes geleistet. Die Ausstellung ist täglich von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags allgemein zugänglich. * Die Gastwirte gegen die neue Sperrstundenverfiigung. Die Polizeidirektion hat bekanntlich mit Wirksamkeit vom 16. April neue Sperrstundenvorschriften für das Gast- und Schankgeüverbe herauSgegeben, wonach di« Sperrstunde allgemein um eine Stunde täglich und außerdem dreimal wöchentlich bis 2 Uhr hinausgeischvben wurde. Aus blonderen Anlässen werde auch eine Verlängerung bis 3 Uhr früh gewährt, und zwar gegen monatliche Lösung von EingMizenzen, wofür eine MaterialieNsatzgelbühr von 10.000 K. pro Stunde zu zahlen ist. In der letzten Ausschußsitzuing 'der Gastwirtegenossenschaft er- Mrte der Vorstcher HolMann, daß die allgemeine Sperrstundenvevlängemng mit erhöhten Spesen verbunden sei, wes- HM er empfahl, so selten Wie möglich davon Gebrauch zu machen. * Städtische Mutterhilfe für mittellose Frauen. Der Ge- Meiulderat hat Ende Marz nach den Anträgen des Stadtrates Professor Dr. Ta udler die Einführung einer städtischen Mutterhilfe für mittellose Frauen, die auf keine IKvankenLasienhilse 20nspruch haben, gemhmigt. Die notwendigen Vorarbeiten für die Durchführung dieser Aktion sind nunmehr soweit gediehen, daß am 5. d. die Aktion in den städtischen Bezirksstl'genbamtern in Angriff genommen wird. Frauen, die sich um die Mutterhilfe bewerben, haben sich spätestens im vierten Schwangevschaftsmonat in diesen Amtsstellen zu melden. Die mit der Muttechi-lfe verbundene Geldunterstützung von s« 50.000 K. durch vier Wochen wird Ahnen dann unverzüglich Mssig gemacht. Auskünfte über die Aktion sind jederzeit in der Magistvatsabteilung 7 oder in den städtischen Bezirksfugendämtem zu erfragen. * Baden im Frühjahr 1924. Baden ist seit Jahrhunderten unstreitig einer der bestbesuchten Kurorte und eine der beliebtesten Sommerfrischen Mitteleuropas. Die Stadtverwaltung und die KurVomurUion. von Baden sind bemüht, alle 'für den Fremdenverkehr in Betracht kommenden Einrichtungen den aktuellen. Notwendigkeiten anMpässen. Privatwohnungen stchen in entsprechender Anzahl zur Verfügung, und zwar sowohl vornehm Äs auch mittelmäßig und bescheiden ausgestattei«, ferner ganze Wohnungen und «inzelue Räume, in 6er Regel mit Gavtenbenützung. Die Saison ivährt in Baden sehr lange, nämilich vom 1. Mai bis zum 15. Oktober. In den Hotels kostet für die Saison ein einfaches Zimmer 20.000 K., ein vornehmes 160.000 K. Zwischen diesen beiden Grenzen variieren die Zimmerpreife, nach der Qualität des Hotels und nachher Beschaffenheit des Logis. In den erstffaffigen Hotels sind die Preise auch der luxuriösesten Ummer billiger als in den großstädtischen Hotels gleichen Ranges. Die Preise in den Pensionen schwanken zwischen 80 und 160.000 K.. in den Mittelstaudssanatorien zwischen 80 und 120.000 K.» in den Sanatorien zwischen 160 und 220.000 K. Dazu kommt die Freindenabgabe pro 20 Prozent; die Kurtaxe wird etwas höher sein als vm Vorjahre, jedoch auch nach den BermögenKverihÄtuisseii des Kurgastes sowie nach der Zahl seiner Familienangehörigen abgestuft. In den Gasthäusern sind gute Menüs um 10.000 K. zu haben, bessere kosten 12.000 bis 15.000 K., sehr rvrDiche' Menus 20.000 K. Die Marktpreise halten sich in den Grenzen der Wiener Preise. Die Schwefelbäder — es wurde eine vierzehnte Quelle erschlossen —, ferner alle übrigen HeilmittÄ Badens sind zur Genüge bekannt. In allen iKuranstMeu werden Wasserkuren. HeiWsEuren, elektrische Lichtbäder, Schlammpackungen mit Badener' Schweisolschlamm, Kohlensäürebäder, Sauerstoffbäder, alle Arten Medizin« Bäder, Radium'bäder, Radiuminhallationeu. Heilighnmastök, Höhensonne, Luftbäder ustv. verabfolgt. * Ein chemischer Großbetrieb im Film. Im Hörsaal der Klinik Kermauner fand gestern die Vorführung eines im Betrieb der Farbenfabriken vorm. Naher n. Co. (Leverkusen) ausgenomeMnen Filmes statt. Privatdozeiit Dr. Ko fl er hielt den erNuternden Vortrag. Man sah die Erprobung neuer HeHliuittel im Tievexperiment wie rum Beispiel die Heilung künstlich mit der gefürchteten SchlaffranHsit inisizierten Mäuse. Einer Katze wurde das neueste Schlafmittel, Lldalin, eingegeben und kurz «nachher lockte di« schönste MauS vergeblich. Andere Givder zeigten die Prüfung der fevtMestellten Präparate uuib die Verpackung, die jede Berührung mit den Händen vermeidet. Die Dorfmirung, die zeigte, daß der Film auch UnicrrichMvecken mit Erfolg zugänglich gemacht werden kann, wum mit großem Beifall aufgenommen. Kleine Chronik. * Die jüdische Bevölkerung!« Estland. Nach der letzten Volkszähluitg beträgt die Bevölkerung Estlands 1,104.877 Seelen. Unter ihnen find 4866 I u d e n, das sind 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung (I. T. A.) * Die füdasrikflnische Regierung und die Juden. Aus IohanniÄburig wird uns gemeldet: Die Unions-Regierung «ist den Vorstellungen deS südafrikanischen Rates der Mischen Deputierten wegen des Gesetzentwurfes bezüglich der städtischen GvbietSabgrenzungrn für gewisse Rassen im vollen Sinne entgegengekommen, indem sie eine die jüdische Gemeinde zufriedenstellende Klausel beigefügt hat. ES besteht keinerlei Handhabe mchr dafür, daß die Statuten von späteren Regierungen ettva auf die Juden augewendet werden könnten. So wie das Gesetz fetzt entworfen ist, kann eS nur auf Au gehörige 'dunkler Rassen in Südafrika ang/'neuder werd'. Wiener MorFenzeitrrng. 6. Mai 1924 «ette i für unsere in 3 eleganten agai äeschenkbänden Die Verwaltung de# „Wiener Murgenzeitung“ hat sich entschlossen, ihren Abonnenten die Möglichkeit zur kostenlosen Erwerbung des bedeutsamsten jüdischen Qeschichtswerket Geschichte der luden» zu bieten. Diejenigen unserer Abonnenten, welche die Bezugsgebflhr HS? tf'-i Jahr Im Vorhinein entrichten, erhalten als PRÄMIE: draetz, Geschichte der luden gratSs! Mit Rücksicht aui die geringe Anzahl der uns zur Verfügung stehenden Geschenkwerke können wir diese Aktion nur bis 15, Mai 1. J. führen. Es werden daher nur solche Bestellungen berücksichtigt, welche bis sptttOBtens .13. Mal 1.1. ln unsere Hände gelangen. Zugleich mit der Bestellung muss die Ueberweisimg der für ein Jahr entfallenden Abonnementgebühr erfolgen, Diese beträgt: Für Öesterjeich K-42000Ö. (Bei Postversendung des „Graetz“ sind überdies als Ersatz der Porto- und Verpackungsspesen K 1^:000 zu zahlen.) Für alle Auslandes,taaten das swülffache der monatlichen Bexugsgebühr zuzüglich K 25.000 für Porto und Verpackung in der Währung des betreffenden Landes. Unser Qeschenkwerk „Graetz, Geschichte der Juden“ bildet nach Ausstattung und Inhalt die Zierde jeder Bibliothek Diese bisher unübertroffene Darstellung des jüd. Geschieh18Verlaufes gehört In eile Hand eines Jeden Juden! Verschleisser haben keinen Anspruch auf die Prämie. Die Verwaltung der „Wiener Horgenzeltung“ Wien, II. Taborstrasse 1—3, Telephon 44-0-38, 43-3-19 * Schulen für jüdische Farmerkinder in Amerika. In diesen Tagen sind die ersten drei Schulen für Kinder jüdischer Farmer in den Staaten New-Aork und Coneeticut eröffnet worden. Es sind spezielle Schu-lfarms eingerichtet worden. Die Einrichtung weiterer Schulen wird geplant, um den Kindern der jüdischen Farmer, die oft sehr weit voneinander entfernt wohnen, eine jüdische Erziehung geben zu können. (I. T. A.) * Die Reise zum Mond. Selbst in golchvten Köpfen spuken manchmal Pläne, deren sich Jules Berne nicht $n schämen brauchte. So enthält der „Observer" dieser Tage dre sllachricht, daß der in England und Amerika bekannte Professor Godard daran denkt, eine Kanonenkusel aus den Mond zu schießen. Das ist zwar reine neue. Idee, .bemerkenswert erscheint es aber, daß das Projekt den Morch m 36 Stunden erreichen soll. Das Unternehmen wird von Amerikanern und zwar von dem wissenschaftlichen Institut „Smithsoman" finanziert. Damit die Kugel wirklich nur diesen geringen Zeitraum benötigt, um den WMraum zu dmchqueren, braucht es ungeheure Energiequellen, um dem Geschoß die große GeschwindiKe.it zu geben. Unter den amerikanischen Gelehrten Mt es in der Tat Phantasten, die dem Experiment mit großer Zuversicht entgegensehen. Die meisten Fachleute sind aber etwas skeptischer aufgelegt und glauben, daß dem guten Professor Godard di« technischen Träume von H. G. Wells und IuleS^ Berne sin bißchen' in den Kopf, gestiegen seien. Trotzdem will aber Godard im Juni-sein Experiment tmter allen Umständen durchführen. * Deutsche Menoniten bieten jüdischen Kolonisten zwei Dörfer an. Eine Gruppe deutscher Kolonisten im Gouvernement Iekoterinostaw, die der religioisen Sekte der Menoniten angehoren,,hat jndrschen. Kolonisten ein interessantes Angebot gemacht. Die Menoniten sind an einen jüdischen Agronom oer Gesellschaft „Ort" mit dem folgenden Vorschlag herangetreten: Die, Einwohner der beiden deutschen Kolonien Grünseld und Steinseld beabsichtigen seit langem, nach Kanada zu ihren dortigen - Religionsfreunden auszuwandern. Sie möchten nun ihr« beiden- Dörfer samt lebendem und totem Inventar gegen Entgelt der jüdischen Kolonisation zur Verfügung stellen. Der Kaufpreis müsse nicht sofort ausgezählt'werden, devselbe könnte in jährlichen Raten innerhalb drei bis vier Jahren nach Kanada übersendet werden. Die angebotenen Koloinen bieten Raum für mchr als 500 Kolonistenfamilien. (I. T. A.). * Die älteste Schreibfeder. Der Korrespondent der „Times" in Bglgdad schrMi, daß bei den Ausgrabungen von Kisch die älteste bekannte „S ch r e i b f e d e r" zutage gefördert worden ist, nämlich ein Gnabstichol zur Herstellung von Keilschriften, über dessen Gestalt bisher nur MutNmßnngelr hatten onttvickett werden können. Es handelt sich um ein-rn sechs Zoll langen Knochen mit eiu>em dreieckigen Querschnitt nrck geschnittenen Enden, also unr ein viel einfacheres Jnstrumeitt, als man vennutet hatte. Professor Langdon> der Leiter der archäologischen Expedition, könnt« durch wenig Uebuwg sich di« FertigLeft aneignen, mit ihm auf Tontafeln Keiffchrrften mMbrilWn. Keren HMod. Hakoah-Zeichnungen 1924. N a m t Zeichnung f ritz Stein 600.000 r. Josef Menke» 600.000 Fritz Baltaxe 1,800.000 Walbhäuser 860.000 Klimt HanS . 600.000 Dr. I. Rosenblatt 1,200.000 Dr. E. Friedmann 360.000 Rubolf.Schöu 1,200.000 Holüb -Otto - 1,000.000 Karl Weinmann 860.000 Leo Mondschein 2,000.900 Erwin Wengraf '360.000 Karl Trümer 1,200.000 Dr. Willheim 1,200.000 Dr. Erwin Mayer 360.000 Artur Baar 1 eoo.ooo Isidor Löwtz 360.000 Ferry Fixel . 860.000 Benno Spira 1/300.000 Richard GenSler 1,200.000 monatlich Vierteljahr, halbjähr. Krone» 50.000 — 150.000 — 150.000 — — 90.000 — . — 150:000 — . — 300.000 — -7 90.000 ’ — — 800.000 — 80.000 - — — 500.000 r- — — 180.000 — — 600.000 — 90.000 50.000 — — 90.000 —, 100.000 — — 100.000 - - Suschristen an die Redattlon sowie unverlangt elnlaugende» Manulkreipten walle man stets Rückporto beilege«» da fonft eine Seoul mmtung, beziehungsweise Äückfendung nicht erfolgen kann. Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Neindorfgasse 42. _ (Entgeltlich.) Vereine, Bortriige und Bersammlungen. Zionistische Sektion für den 6. bis 8. Be« t x ff. Heute, 8 Uhr abends, im Deremsheim, 8. Byz.. Beiunolatz lä, Gesellsthüstsabeud mit Tanz. Wanderlieder: Ausgeührt von den Sängern des B. I. I. W. unter Leitung van )tta Wallisch. Leo Masion: Licht5:lderoox:rag über di« große BIitm’.Ti. 'S) vv* 5 w.'ViU'UUHJ^iKu^t>. tjjs.u'cu; >uav rüste Vorträge. Anschließend Tang. Gäste, i!nsbcfondere Iuigendiche, willkommen. — Ziou:stische Bezirkss' k^ion ieopoldstadt. Heute, präzise 8 Uhr abends, spricht Herr lmtsleiter D. Rosenseld in der Tischgesellschaft Barschak, Bez.. Große SchUgasie 3, über MatrÄölwesen und StatDÄ m Judentum". Im salben Lokale jeden Dienstag zwanylose, ret zugäugltche Zusammenkünfte mit Vorträgen. — Zto nisttche Jugend gruppe Leopoldst ad t. Heute, Prägst« fcrlB 8 Uhr äbends, Plenawersammlung. Erscheinen der Mitglieder Pflicht. Gäste willkommen! — Ä. H.--B',erbäud der ü d i s ch« n L e s« h a l l, c. 'Heute, haW 8 Uhr abends, Cafe Stadtpark/'Züsammenkuust. ' * Keren Kajemech ^Israel (Jüdischer NationalsoNds). Die Sitzung der Laudeskoummsston der Jüdischen Nationaffouds findet 'morgen um viertel. 7 Uhr abends im Bureau, 8. Beiz., Zivkusgafse 33, statt. __ „Satten der Zugend." Akademietheater. T-haddauS RrttnerS romantische Komödie wurde nach längerer Pause mit Glück wieder in den Spielplan auf* genommen. Auch die Verpflanzung vom großen Haus« in das Akaiwmietheater kommt dem Werke zustatten. Wehmütige Erinnerung an einen früh vevstorbenen Dichter/ dem noch die Lust zu fabulieren geschenkt war (eine Gabe, iwelche so ziemlich allen izeitgenöffffchen Dramatikern verloren ging), und der mit überlegenem Lächeln auszog, die blaue Blume der Romantik zu pflücken. Ein wunderschöner Abend des Buvgcheaiers. Ganz charmant mit zarter Selbstpevstfl-age spielt Herr A s l a n den alten König, der Sklave seines Wunderdoktors «ist, mit zitternden Knien die Last der künstlichen Jugend trägt, und seine Freiheit erst gewinnt, wenn er endlich ein Mann gesetzteren Alters fein 'darf. Als Königin mit angegrautem Haar nracht Frau Albach-Retth, die Naive von gestern, ausgezeichnete Figur. Und der Sohn dieses Köuigspaaves, Herr Hans Thi mig, ist nicht nur der Stolz seiner Königin-Mutter, sondern auch des Burgihcaters. Schade, daß er sich seiner bürgerlichen Familie anschließt und zu Reinhardt geht. Frau Mayen, seine Partnerin, ist ihrer Jwngmädchenrolle schon ein wenig entwachsen. Vortrefflich Herr Arndt als Silvius und Frau Witt als Laura, voll Verdienst alle anderen Mitwirkenden. Ein erquicklicher Abend, sorgfältig vorbereitet, bis in kleinste Detail auf hchenl' künstlerischem Niveau. — Sehr ersreulich. daß trotz ewiger Burgtheaterkrisen solche Vorstellung gelingen kann. „Lame Kobold." Theater in der Josefstadt unter Max Reinhardt. Wenn ein Buch und ein Kopf zusammelltreffen und eS klingt Wortschwall daraus, liegt das denn allenral am Buche? Es liegt an Hosmannsthal. Die Herrschaften in „Dame Kobold" haberr die PhwsenatmoMre eines späteren Iahchlmderts vovweggenommen, sie sind literatuvbeflifien, sie haben fleißig in den Gedichten Hosmannsthals gelesen und wahrscheinlich auch die Proben zls „Eloktva", „Rosenkavalier" ulitgonmcht. Das ist ihnen nimt gut fa* wnuneu. Aus Menschen wurden Figuren

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