Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1874 (4.5.1924)
- Date
- 1924-05-04
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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WMM MoegMzelkÄK Wiäir'1 *-s 4. Mal 1924 ^WT“ SeÄe W TerichtssM. Schwere Solgen einer Bemrteilnng wegen Beleidignng der Braut. , selten hat eine Vevurteiliung wegen , ibÄeWgun'g so schwere Fölgen nach sich >Mogen wie in einem Falle, der kürzlich den Vcrfassuugsgerichtshof beschäftigte. Der chema-kige Genevalst-abshauptmann Johann Jellinek wurde z 4m Jahre 1923 von seiner früheren Braut wegen Ehrenbe- ldidigung geklafft und im Sinne dieser Klage' zu sechs Wochen vevschärf-ten Arrests verurteilt. Diese Verurteilung, so ungewöhnlich hoch auch das Strafausmaß war, war noch nicht das - Schkinrmste.Mlein Jellinet war im Jcchre IM vom Landesgericht wegen Betruges durch Vorweisung eines gefälschten DienstzettÄs zum DoppelbeWg seiner NovemberbeHuge als Ober- Peu-tnant bedingt, mit Oveijähriger Bewährungsfrist, zu einem Monaten strengen Arrests verurteilt worden. Da zur Zeit seiner VerurtsÄung wegen Ehvenbeleidigung die zweijährige BelwähvMgslfrist noch nicht M Ende war, mutzte er nicht, nur die sechs Wochen wegen GhrerchÄeidigung, sondern auch den'Monat Arrest wegen BettugeS Mitzen, dje Rechtsfolgen dieser Verurteilung lebten wieder aus und er. wurde vom Hoevesmmisterium verständigt, daß er infolge dieser Rechtsfolgen seiner LMrleutnantscharge und aller gebühren-rechM-che, Ansprüche verlustig geworden sei. Jellinek brachte mm gegen das Heeresnnnisterium beim Verfassungsgerichtshose eine Klage ans Feststellung seines. DvenstverhäKnisses als aktiver Hanptmann des Ästerrelchischen. Bundesheeves und Nachzahlung der fällig gewordenen Bezüge seiner Beföldungsgruppe ein. Das Heeresministevium legte als Erwiderung ein Konvolut von Akten vor, aus denen hervorgehe, das die Er-nennun>g'des Klägers zum Hauptmann >im Gmeralstäb nicht nachweisbar sei, ein amtliches Dokument über diese Ernennung liege nirgends vor. Auch in der liquidierenden Militürkanglei sei eine solche Ernmnung nicht bekannt.. Der Verfassungsgerichtshos erkannte aus Abweilisung der Klage, weil mrt Rücksicht aus § 26 des Strafgesetzes (gesetzliche Wirkungen jeder Verurteilung wegen eines Verbrechens) die Ansprüche des.Klägers als unbegründet -albzuweisen fvien. _ Rn Monstervrozeß. 138 Personen angeklagt. Morgen findet im-Schwuvgerichtssaal ein Monsterprozeß hegen 81 Angeklagte unter dem Vorsitze des Hofrates Müstinger statt. Es handelt sich um die seit dem Jahve IM im Schlachthause St. Marx von Lohnschlächtern verübten N-eWdiebstäh'le, die einen großen Umfang annchmen. bis endlich die Behörde einschM upd zahlreiche Verhaftungen vornahm. Gegen nicht weniger als 188 Personen hat die Staatsanwaltschaft die Anklage teils wegen Diebstahles, teils wegen Dievstchlsteilinehmung durch Anika-uf von gestohlenem Fleisch erhoben. Gegen die erste Partie der Beschuldigten wird morgen der für sechs Dage anheraumte Prozeß beginnen. In dem Raum vor dem Richtertisch werden lange Rechen von SessM Kr die Ange- Nagten aufgestellt, die Geschwornenbänke und der Kr Zengen bestimmte Platz werden von den Verteidigern besetzt fein. Wir werden Aber den Verlaus des Prozesses berichten. Alle Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank, Agram Kredit^und Bankgeschäften Wien, I. SeltZergaSfe 4 'ÄS" Warengeschäfte Telephone t 60-4*82, 60-4*93, 63-4-85, 64-442, 68-4-78, 694-82 10465 Telegrammadresse: Frapobank Volkswirt. ' Richter. und Rechtsanwalt. Dem. Landesgerichtsrat Doktor Fuchsig. Strafbezirksgericht 1, lag gestern eine beincrkenswerte Ehrenbeleidigungsklage vor, welche der Rechtsanwalt Doktor Isaak Engel st ein gegen den beim, Bezirksgericht , Innere Stadt amtierenden Einzclrichter Hofrat Dr. Karl Pro ding er eingebracht hatte. Me in der Mage -ausgoKIhrt wurde,, hatte sich der Mager als Vertreter einer Partei in einem-Kündigungs- Prozeß veranlaßt gesehen, den damaligen Verhandlungsleiter Hosrat Dr., Prödinaer a'bzrvbehnen, welcher Abl'chnnng auch von der Vorgesetzten Behörde Folge gegelben wurde- Ms Dr. Engelslein gegen einen von Hosrat Prodinger ausgefertigten «Kostenhcskimmungsbsscheid einen Rekurs evgviff, soll Hosrat Prodinger gegenüber seinem Kanzleipersvnal die Aeutzerung ' gem-acht haben: ,/Dieises Schirein hat wieder einen RMrs überreicht. In der über die -Klage des Dr. 'Gng-ölstein statigchabten Ber- >haMung erklärte Dr. Hugo Schulz als Verteidiger des nichterschie'iieinen Klngeklagten, daß sein Klient die iulkriminiertv Aeußerung äuch nicht dem Sinne nach gemacht halbe. Es sei ihm absolut nicht -erinnerlich. eine derartige Aeutzevung gemacht M haben und -auch daL von ihn: befragte Kanzleiperlsonal häbe erklärt, sich >aN eine solche Aenßerung Nicht erinnern zu können. Der Verteidiger hob hewor, daß in der Mage'Zeugen nicht ängeisÄhrt sind und daß die Mage erst knapp vor Ablauf der Verlährungsfrist erhoben worden sei. Der Klagevntreter kDoAor Rolbevt Steinet erwiderte, daß er Zeugen in der Mage nicht angeführt habe, . weil er nicht damit gerechnet habe, daß' Hosrat Prodinger «die Aeutzemng jn Abrede stellen und die Verantwortung ablehnen werde. Die Klage selbst wurde erst irr einem späteren Zeitpunkt«; i'rberreicht, weil der. Präsident des Landesgerichtes Hofrat P l e t a-bemüht war.'die Angelegenheit außergerichtlich zu ordnen. Ms diese Bemiihungen scheiterten, sei die Klage erhoben - lvordeu. Der Verteidiger machte vier Zeugen nahmhaift, welche bestätigen sollen, «daß die inkriminierte Aeuß-erung tatfächÄch'seitens des Beischuldigten'' gefallen sei. Der Richter 'beschloß, zur Vorladung der Zeugen die Verhandlung zu vertagen. Der Hund vor dem Frifturladeu. Hunde sind oft die besten Fvounde der Menschen. So ein treues Tier hilft einem nicht selten über vieles hinweg und ist als Giefellschafter so manchem Menschen vorzuziehen. Hunde sind setzt überhaupt modern; ihre Zahl hat sich bedeutend erhöht und man ist in der letzten Zeit sozusagen auf den Hund gekommen.' Allerdings, wenrr er nicht Ammerrew ist, dann ist so ein Hund Kr die Katz. Wenn er sich aber anständig benimmt, dann hat sein Herr einen ungetrübten Genuß. Doch des einen Freude ist des anderen Leid, wie man dieser Tage beim Bezirksgericht-erfahren konnte. Das fragliche Dier, ein Prachtexemplar von einem Wolfshund, hat ebenfalls die bisher noch unerklärliche Vorliebe seiner Rasse Kr Ecksteine, was ja ganz in «der Ordnung wäre, wenn der in Betracht kommende Eckstem 'nicht hart an einem Frifeurladrn läge. Das Forcieren dieses Ecksteins von feiten des . Hundes beeinträchtigte die Freguerrz seines Geschäftes, bchauptete der Friseur. Eines Wends, der Hund '.chesnchte" gerade seinen Stammplatz,, stürzte «der Barbier ans seinem Laden und schütteten aus einer Flasche verdünntes Karbol auf den Hund, der vor Schmerz Krchtibar an-fh'eulte. Der Hund war erblindet, müßte - operiert werden, )vas 60.000 K. koste-te, und sicht heute wieder wie früher. Richter zum Angeklagten: »Diese 60.000 K. müssen Sie./ersetzen." Der frismr: „Schön, aber unter der Bedingung, daß der Hund nicht nvehr hinkommt, sonst.nicht." Die Hundelievlhabervn: „Das kann ich nicht versprechen." Richter: „Sie werden dem Hund sagen, dagk eikünlcht mehr hinkommen darf." Urteil: Wegen boshafter Sachbeschädigung Geldstrafe von 60.000 Kronen 'und Matz der He'ilungskosten Kr den Hund. »krfte Hilfe" oder Saniermig. Bon Dr. Heinrich Schreiber. Wir stehen inmitten einer schmerchaften Börsenuüd Aktienkrife. Die Aktie hat nicht gehalten, was man ihr zngetraut und was man von ihr erwartet hatte. Ihre Kraft, die einen Schutzwall gegen die Geldentwertung geboten hatte, ist plötzlich zersplittert und die Aktie ereilt das Schicksal des Geldes, das auch sie in den Wirbel eines unaufhaltsamen Abbröckelungsprozeffes zieht. Wie ist dies gekommen; wie ist dies zu erklären? Für die Vernichtung des Geldlvertes lag die Begründung klar zutage. Der wahnwitzige Gang der Noten- Presie, die Unmassen papierener Zettel herausschleuderte, hat mit der Inflation den Geldwert zerstampft und zerrieben. Als es mit Hilfe der Äölkerbundanleihe gelang, den Notendruck zu stoppen und die Notenflut äbzudämmen, ist der Geldwert im Siebe der Nationalbank wieder durchgesickert und kleinweife in der Tiefe festgchalten worden. Damit fteilich war der stärkste Auftrieb für die gelberhaltenpe Funktion der Aktie gedrosselt. Indessen mochte man meinen, daß mit der Stabilifierung des GeÜies auch eine Stabilisierung des Aktienwertes sich paaren werde, was als schlüssig gelten konnte, wenn nicht etwa eine Inflation in Aktien eine Verwässerung des Aktienwertes nach .sich zöge. Möglich ist es immerhin, daß darin gesündigt und des Guten zuviel durch Kap italsv er Mehrungen getan wurde. Allein scheinbar haben sie sich gelohnt; sie wurden gerne und willig ausgenommen und aufgesaugt. Doch auf einmal kanr der Mckschlag, der gewailtsge Rückstau, der mächtige Aktienpakete, anschwemmte. und mit seinen Ablagerungen den Markt versumpfte. Interventionen und Stützungen wurden aufgeboten, um dem Uniheil zu steuern, den Dammriß, der sich unversehens aufgetan hat, zu verstopfen und die ärgste Gefahr äbzuwenden. Natürlich ist dies bloß die Mrste'Hilfe", die Heilüng selbst ist'dies noch picht.^Me - eigeMche^HKilku-nH, ,#3^. ahplich wie die Sanierung des Geldes, auf die'. Sanierung -ex"Borfe uich der Akftenkvlseaus, und diese erfordert' eine ümfasseiidere Therapie und grünWchere RWpte, die erst verordnet werden können, ivenn die Ursache und die Art der Erkrankung, erforscht iss. Dies äber' ist es,' was den praktischeü MedWmqunern mjb den «gelehrten Spezialisten noch viel Köpfzerb'rechen verursacht. Sie sind allesamt und unablässig'dahinter, die richtige Diagnose festzustellen, ob cs die Neberproduktivn in Aktien ist, welche, als „Wassersucht" emgesickert ist und die Gesundheit erschüttert.hat, oder ob die U eb e r s p e k u l a t i o n in Franken den Nervenzufammenbrilch verschuldet, oder ob die Ü eb'evsteü'erü.n g .dev Börse" Und ' der Aktie die funktionellen «Störimgen hervorgemfen hat. Äm' .Ende. wird, es offenbar, djaß alle, diese Erscheinungen z u s d mm c n g en o m m e n syrnptomattfch als Krankheitsherde anftvöten, und daß es nötig wiüd,.'sre ordentlich auszurauchern. Dieser dicke Ruß, der sich angesetzt hat, ist gründlich zu-kehren/uitd die Luft zu scsilbern, damit die-Miasmen, welche an dem Wirtschastskörper wu«chcrn, zersiäM ünd-verscheucht werden. Was bisher geschehen -ist,-genügt also mach nichts. um die Zerstörungsarbe'it der -veödnb-- lichen. Keime, die den Kreislauf der Aktie gestört und H're Be-- liÄbtheit'- vernichtethaben, rnifzuhalten und ihren Angriffen Trötz zubieten. Die „Erste Hilfe" tut es 'allein nicht; sie darf' in ihren eiligen imd vorläufigen Hand'grifftn nichtstecken bleiben; sie darf sich mit dem Samariterdienste -nur der' Mitleitung -der künstlichen Wm-üng nicht bescheiden^ - Da , heißt es, die Aermel aufschürzen und -zu ausdauernder, wirksamer- Sam-eruug überspringen. Ist die Sanierung' fürden Staat geglückt, die allerdings mit fremdem Beistände untern'oinmen -wurde, -darf auch kein Mittel unversucht bleiben, um das für das Wirtschaftsleben und Finanzwesen gleich bedrohliche Siechtum der Börse und der Aktie zu bekämpfen und 'sie von den schweren Gebresten, die sie befallen haben, zu be- - freiem '' _ gntenWemn« der BrmkeiMkuilgsMorr an der Wiener »Srfe. . ES, Verlautet, daß die Stützungsaktion an der Wiener Börse, welche bisher auf nicht allzu große Erfolge hinzuweisen hat,.nunmehr^-eine Ausgestaltung in der Richtung einer Intensivierung erfahren soll. Bekanntlich wurden bisher für diese- Stützungsaktion auf das• Eingreifen des General!ommissär^. Zimmerman 200 Milliarden bereltgestellft - Die Stutzme-istz noch nicht aufgebraucht. Es -dürften noch zirka ^0 Milliarden .Mrückgeblivben sein.. - - $; j Trotz dieser aufgswendeten Mittel waren die Erfolge -nichs ajllzn groß. Sie waren in erster Reihe vorbeugend, indem sie die ^Zertrjlmmerung gewisser Kurse verhüteten. Andererseits'.hatte ober doch nicht dje Stützungsaktion erreicht, daß eventuell das Niveau her Kuvse gehalten -.worden wäre. Im Gegenteil, eine Reihe vpn Schrankenwerten. ist noch weiter gefallen..Aus diesem Grunde wechen.: in der Oeffentlichkeit gegen das Stützungskom-itee Vorwürfe erhobssn^ daß es zu engherzig ber seinen Aktionen vorgehe. Die Banken haben sich diesen Rekriminationen nicht verschlossen. Es verlautet nun, daß daS Stützungskomitee eine ganz neue Taktik, einschlagen will. Es sollen nicht mehr wie bisher bloß die auf den Markt kommenden Posten systemlos ausgenommen werden, sondern es soll die ganze Aktion nunmehr systematischer geführt werden, so daß die Kurse nicht mehr sinken, sondern im Gegenteil sich auf sin besseres Niveau erhole». Der Beamknabban in den Banken. In den letzten Apriltagen, knapp vor dem 1. Ma-i haben hie meisten Mener Banken eine große Zahl ihrer Beamten durch Kündigung abgebaut. Es ist fast keine größere Bank^ die nicht zu dieser Maßnahme.gegriffen hätte. Jn erster Reihe' wurde ein Teil der Vertragsbeamten gekündigt. Diese Kündigungen wurden mit . der Begründung vorgenommen, daß erklärt wurde, die jetzige Stagnation des Geschäftes zwinge zu einer starken Resttiktwn des Personaletats. In Widerspruch damit aber steht, daß einzelne Banken gleichzeitig den anderen nicht gekündigten Beamten nahegelegt haben, ihren Urlaub noch vor dem Monat Juli in Anspruch zu nehmen, da im Monat Juli alle Beamten schon bereits vollzählig im Amte sein sollen. Durch diese Maßnahme soll-einerseits erreicht werden, daß die durch die gekündigten Beamten entstandenen Lücken rasch ausgefüllt werden, andererseits aber ist es ein offenes Geheimnis, daß in den Bankkreisen in der zweiten Sommer- Hälfte mit einer Vergrößerung des Geschäftes gerechnet wird, da nachher durch einen verdoppelten Geschäfts-, gang sich die bisherige Stagnation wahrscheinlich wird paralysieren lassen. Tatsache ist, daß die Banken ganz und gar nicht verMeifelt in die Zukunft schauen, trotzdem die Börsenstagnation dies vermuten ließe.. Sie rechnen auch für das nächste Jahr mit einer ebenso hohen Divrvende wie für das vergangene, was darauf schließen läßt, daß sie auf eine Besserung des Geschäftsganges in absehbarer Zeit dennoch hoffen. Unter diesen Umständen ist der starke Abbau einer.Unzahl von Existenzen, gerade in der Zeit der größten Wirtschaftskrise sehr zu bedauern. : ...... ... ~ I« Abschiich der Frankevklearins. Die Wiener Borsekamnter Verlautbart: Das Frankenarrangementkomitee hat am 29. April 1924 verfügt, daß infolge nicht rechtzeitigen Erlages. der Differenzbeträge am 26. April 1924 seitens einiger weniger Firmen die Guthaben der Bezieher von Differenzen vorläufig nur mit 95 Prozent am 30. April 1924 in Paris angeschafft wurden. Um Mißverständnissen vorzubeugen,. wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese Kürzung um 6 Prozent eine rein provisorische ist. Der Ausfall wird des in rtiv selbstverständlich nur aus die Gegenkontrahenten der säumigen Firmen überwälzt werden. Alle übrigen Arrangementteilnehmer, welche mit diesen säumigen Firmen kein Geschäft haben, werden die restlichen 5 Prozent sofort nachbezahlt erhalten,, sobald der Ausfall von den Gegenkontrahenten der Säumigen hereingebracht istwas in zirka zwei bis drei Tagen der Fall sein wird. Kapitalsvermehrungen. Wilhelm Kux & Bruder, Schuhfa'brirsakiierrgeseNischaft. Erhöhung von 300 Millionen auf 900 Millionen Kronen. Bezügsrecht: Kr je eine alte Aktie zwei neue Aktien zum. Kurse von 20.006 K. tel quvl. Bezugsfrist: vom 6. bis eiw'chließlich isi. d.-— Alpine Bau. und Holz-A>G. Echöhung von 200 auf 400 Millionen Kronen. Bezügsrecht: fürje fünf alte Mtien .drei neue Aktien. Bezugspreis: 5560 K. tel qu-el. Bezügsfrist: vom 5. bis 10. d. — Tra n sa tl -a nt ie Handels- und Jn'dustrie-Aktienlges-eLlschaft. Echöhung von 200 auf 400 Diillioneu Kronen.' Der gestrig« Privatverkehr. Trotz der Verbilligung des Getdzinsf-atzes und -des glatten Verlaufes der Prolongation war die reservierte Tendenz des Effektenmarktes vorherrschend. Der Wiener Geldmarkt. Die Effektenversorigung gestaltete sich durch die überraschende Geldflüssi-gkeit überaus leicht. Geld wurde zu ih Prozent reichlich anaeboten, ohne daß es entsprechend pl-aeiert werden konnte. Viel mag dazu die geringe spekulative Tätigkeit bertra-gen, die derzeit im Effelktenhandel zu. beobachten ist. Die großen Handelsfirmen Wiens und der neue Zolltarif. Die Vereinigung der kaufmännii chen Betriebe, die sich aus den größten Handelsfirmen Wiens uE-anrmensetzt hat am Freitag den 2. d. in einer Tagung sich mit der Frage deß neuen ZolltarifeS beljchäftigl. Es wurde eine ResoKtion zum Beschlüsse echoben. in der gesagt wird, daß mit Erstaune« Kenntnis davon genoimnen wurde, daß die Regierung oie Einsührung eines ZolltarifeS Plant, der in keiner Weife den berechtigten Wünschen der KauKlannscha'ft entspricht. Es muß vot allem dagegen protestiert tverden, daß durch die Einführung von LebensmittelMllen.eine Verteuerung der Lebenshaltung der breitesten Schichten der Bevölkerung und eine Berringeruna der Konsurnkraft für alle anderen Artikel noMendiger Wesse entsteht. Rechnen wir dazu die außerordentliche Verteuerung, die noch durch die exorbitant hohen Zolle auf Textilwaren, Leder und Schuhe emtreten muß, so kann man eine Steigerung des Index doraus>i-agen, die in entsprechenden Lohnsteigerungen sich auswirken und dadurch auch für oie Jrrdustri« einen großen Teil des Schutzes wieder illtssorisch machen wird. Die Kaufleute verwahren sich energisch dagegen, daß sie als Ursache der Preissteigerung von den schwer betrof-fe- 5915396879485945