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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-04 · Heft 1874 (4.5.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1874 (4.5.1924)
Date
1924-05-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Mtre b Wien, Sonntag Wieüer Morüenzeitung. '4. Mi 1924 Nr. 1874 Graetz, das seine Notizen trägt, aber das im städtischen Mnsenm befindliche Lazarus-Zimmer, das ich vor Jahren hier gesehen habe und setzt wieder sehen wollte, existiert nicht mehr; dasselbe sei. so wurde mir gesagt, für die fremden Besucher von keinem Werte - . . Nur ein gut gelungenes Oelgemälde wurde noch dort belassen, und das ist immerhin etwas. An solche Lichtgestalten wird man gemahnt, wenn man dem Meraner jüdischen Friedhof auch nur einen 'kurzen Besuch abstattet. Die ".Hunderte von. Namen, die im Meraner Genesungsheim auf marmornen Tafeln angebracht sind, entbehren des Schmuckes des hebräischen Ausdruckes. Soweit ich sehe, ist nur ein Zimmer, uitb zwar im alten Trakt des Gebäudes, mit zwei Tafeln geschmückt worden, die die Namen des Stifters und seines früh verstorbenen Sohnes auch in hebräischer Sprache enthalten — sie. betreffen, einen Mann aus Dwinsk, also ans dem viel geschmähten Polen!' Wie diese Tafeln mit hebräischer Inschrift doch ganz anders' wirken als jene, die bloß einen deutschen Namen verzeichnen, der so gar nichts Jüdisches an sich hat!..Es kann freilich nicht verlangt werden, daß alle diese Tafeln individuell gestaltet werden, und . zudem werden auf der großen Tafel, im Vestibül des Hauses die Namen der Wohl-, täter immer einfach nachgetragen, aber unseres Erachtens könnten all diese Namen unter eine gemeinsame hebräische; Formel gebracht werden, die etwa den Rahmen der Tafel' ziert, und daß sie dieselbe wirklich zieren würde, des mögen die Verwalter und Kuratoren dieser gemeinnützigen. Anstalt sicher sein! Meran. , Prof. Dr.Gamuel Krauß. Re LMtifche Augenttalikhett. Eine neue Behandlungsmethode. . Von Dr. Jakob Rosenberg. In den letzten Jahren wurden an verschiedenen Augenabteilungen Versuche angsstellt, die darauf abzielen, .<• die lange dauernde Behandlung des Trachomsdurch neue Heilmittel zu verkürzen. Gilt doch das Trachom-bei. vielen Laien als unheilbar fchon durch den oft jahrelangen chronischen Verlauf dieser Krankheit. Die Behandlung, die hauptsächlich . im täglichen Aetzen der erkrankten Bindehaut mit dem Blaustift (Kupstvöitriol) besteht, der- , langt viel GeduV», Zeit und materielle Opfer der meist minderbemittelten Krarcken. Diese Infektionskrankheit ist ans der.ganzen Welt, verbreitet, den größten Anteil liefert Aegypten, wo. selten Eingeborene.'.ohne Trachom gefunden werden. Als Napoleon nach seinem Kriegszuge aus ' Aegypten nach... Frankreich zurüGchrte, brachten seine ' Soldaten' "das ' Trachom, das früher in Europa stur seltenwar,mit.--Sä' sie sich über den ganzen Kontinent ergossen, verbreiteten sie diese Krankheit, wie doch jede Epedemie durch Not, Massenquartiere, mangelnde Reinlichkeit, kurz durch aste im Gefolge von Kriegen austretenden Ueibel, weiteste Vergrößerung findet. Von diesem Ursprungslande stammt der Name: die ägyptische Augenkrankheit. Auch heute noch ist es gewöhnlich die Krankheit, der Armut und der mangelnden Reinlichkeit. Kommt nun ein Erstklassige! Portal* ^Geschäfte DEN DISKRETEN. RASCHEN, undvollkommen vorspesen-j FREIEN AN-u.VERKAU F VERMITTELT JOSEF SALZER BEHÖRDLICH AUTORISIERTER. SENSAL UI’öEUSAUQASSE *46’ . . (OEI ANFANG CRDBERGSTR ) - ■TfUVI/J3^;-w;. SPRECH5T,2-4-Dh» solcher Patient in ein Waisenhaus, Kaserne oder Schule, so sind in der kürzesten Zeit durch gemeinsames Benützen 'eines Handtuches oder ähnlicher Gebrauchsgegenstände Neuerkrankungen zu konstatieren. Die beste Verhütung dieser Infektion ist Reinlichkeit, Isolierung und Behandlung des- Patienten-. - , Die Erreger der Krankheit sind kleinste, in den Deckzellen r bet Bindehaut Trachomkranker liegende Körperchen (Chlaniödozoon), Diese Körperchen wurden auch im Genitalsekret von Frauen und Männern gefunden, so daß letzten Endes das Trachom auch eine Geschlechtskrankheit besonderer - Art ist. U-ebertragungsversuche. mit diesem Sekret auf Äffen ergaben ein dem Trachom ganz ähnliches.Bild. Die. vom Trachom befallenen Patienten klagen über. Schwere in den Augenlidern, Brennen und Tränenträuseln. Oft ‘ tritt auch Schwellung der Lider bei beträchtlicher ' Eiterabsonderung dazu. Die Bindehaut ist dabei stark verdickt, samtartig, mit vielen kleinen durchsichtigen Körnchen dicht besät. Im weiteren Verlaufe der Erkrankung zieht ein dünnes Häutchen über die klare durchsichtige Hornhaut, wodurch ein gutes Sehen verhindert wird. Oft treten noch kleine Geschwürchen hinzu,, welche das ohnehin schon schlechte Sehen noch verschlimmern. Die Bindehaut zeigt nach dem Abklingen des Prozesses zahlreiche Narben, welche das Lid veckürzen ü-nh' es oft so stark zusammenziehen, daß die Lidränder und mit ihnen die Lidhaare nach innen gekehrt sind. Die Hornhaut wird bei jedem Lidsch-lage gerieben, ein höchst schmerhafter und unangenehmer Zustand,.der die Patienten oft dazu zwingt, die Augen geschlossen zu halten. So ist der Patient oft mit noch erhaltenen Augen praktisch für jedwede Arbeit unfähig. In den schwersten Fällen gesellen sich noch innere Erkrankungen des Auges hinzu, welche seine Entfernung erfordern. Doch sind diese zuletzt genannten schwersten Erkrankungen verhältnismäßig selten, Die Beihandlung besteht, wie schon evwäht, im Aetzen der Bindehaut; die'Körner werden auS der Bindehaut herausgepreßt. Die Verkrümmungen der Lider werden durch Operationen nur teilweise gut gcheilt. Die nach innen wachsenden Lid'haare -werden oft elektrolytisch entfernt. Gegen das Häutchen, das über die Hornhaut wächst, und gegen die Weißen Einlagerungen in dev Hornhaut ist man heute noch ganz machtlos. Wichtig ist eS, die Krankheit sehr bald zu behandeln und der Heilung zuzuführen; denn nur durch die lange Dauer derErkvankung kommen alle diese schlimmen Folgen zustande. Die letzten Versuche, die mit Radiumstrahlen an Trachomkranken ängestellt wurden, scheine« den Wunsch, den Krankheitsverlauf möglichst abzukürzen, zu erfüllen. Bei der Erkrankung beider Augen ist die Kontrolle über den Erfolg der Behandlung am besten'.zu sehen, indem die Bindehaut des einen Auges mit Radium bestrahlt, die des. zweiten mit Blaustift behandelt wirdi Das Auge selbst wird durch entsprechende Haltung vor einer schädlichen Einwirkung der Radiumstrahlen geschützt. Die Bestrahlungen werden ein- bis zweimal wöchenÄich vorgenommen und dauern nur einige Mnuten. Die Zahl der Bestrahlungen hängt vom Gefamtzustand des Krankheitsbildes ab. Die bisher gemachten Erfahrungen lassen es als nicht unmöglich erscheinen, daß man dieser schweren und infektiösen Krankheit mit guter Aussicht auf Erfolg entgegentritt. '• ' Sie Wische Migration aus Rußland nach Amerika. Das jetzt in Kiew veröffentlichte statistische Material -über die Mische Emigration! nach Amerika seit 1881 enthält die AuÄvandererzahlen von 1881, dem ersten Pogromjahr, bis zum Jahre 1923. Es M folgende Ziffern: . In den Jahren 1881 bis 1884 wanderten insgesamt 74.310 Juden aus Rußlarid aus. Seit 1886. vogÄte sich das Tempo, auf durchschnittlich 25.000 Emigranten jährlich. -Das ging so bis 1891. Ir den Jahren 1891 und 1892 erreichte die Einig Nation eine sprunghafte Höhe. 1891 wanderten 69.139,. 1892 wunderten 60.325 Juden aus. Von da a n stell die Emigrationsziffer progressiv; im Jaihre 1899 wanderten im ganzen 16.021 Inden aus. . Seit 1901 erhöhte sich Wieder die Emigvationsziffer.. Sie erreichte ihre höchste Stufe in den Jahren 1904 bis 1908 (es. sind dies die Jahre des Krieges, der Pogrome und der Reaktion). Jur Jahre IM betrug die Emrgvationsziffer 58.098;- im Jahre 1906 betrug sie schon 153.748. Vom Jahre -1909 - be-. gann die Emigration wieder zu sinken. (der jährliche Durchschnitt unter 60.000). Im. Jahre 1913 erreichte sie aber wieder^ 101.330, im Jahre 1914 schon 1 3 8.0 5 1. Mit Beginn des Krieges im Juli des Jahves 1914 sieb die Gmigrationszrffer wieder. In: Jahre.1916 betrug sie nur. 26.108, im Jahre 1919 bloß noch 3066, im Jahre 1920 erhob sie sich wieder ans 14.299 und im Jahve 1921 erreichte sie wieder, die hohe Zahl 119.03 6; im Jahre 1922 fiel die Zahl der. judi-, schen Einigranten auf 49.726 und im Jahve 1923 betrug fic v 45.440 Juden. . / . Im ganzen betrug die Zahl der Mischen Emigranten aus Rußland nach den Vereinigten Staaten in den Jcchren 1881 bis. 1923 1,681.683, das sind 11 Prozent der gesamten JmmigrdIlion in Aanerika. Nach Kanada wanderten aus Rußland in den Jahren 1901 bis 1923 87.4 87 Juden (9 Prozent aller Immigranten) aus, nach Argentinien Wanderten in.den Jahren -1910 bis 1923 4 0.6 61 Jrrden (4 Prozent der Immigranten). ihre -Pflicht getreulich erfüllt zu -haben. Bensch war ein frommer Mann und noch nicht alt an, Jahren.und seine- Gemeinde mit den acht -Familien war gleichfalls fromm-und - duldete nicht, daß ihr Schächter, Vorbeter und Schammes lange unbeweibt bleibe; so hatte Berisch Schochet bereits das dritte Weib genommen und war, peinlich auf sein Recht.. bedacht, -fast ununterbrochen auf Hachnossas-Kalloh .für Kindswäsche und auf der Suche nach einem fetten Gevatter unterwegs. Mirl, die Braut, die Pinches Dorfgeher am Lag-baomer heimsühren soll, ist das.erste-Kind aus.der Ehe Berisch Schochets mit seinem ersten Weib Ziporcch. - Sie -war zehn Jahre alt, als Berisch zum zweiten -Male, aus Hachn-ossa- K all oh ging. Berisch nahm Mirl auf diese Tour mit, weil die Zweite Frau.darauf bestanden hatte, es müsse, 'bevor sie das Eheleben mit Berisch wieder dort aufnähme, wo Ziporäh aus göttliches Geheiß es hatte unterbrechen.müssen, die große. Tochter aus dem Hause kommen. Ueberdies hatte sich Reb Jtzig -Faßbinder damals, als Mirl noch Embryo war, bereit erklärt, wenn -da's erste Kind des Berisch ein Bub wird, Gevatter zu sein.-Folgerichtig-brachte-Berisch, als er das Urteil seiner künftigen zweiten Frau vernommen hatte, Mirl m das -Haus des Reb Jtzig Faßbinder, dessen Pflicht es ja sei, sich -des Kindes anzunehmen, das doch-gewiß unschuldig daran war,-daß es eine Mirl und nicht ein Mordechai g-eworden. „Gevatter Reb Jtzig," begann Berisch, als er eintrat, „hier-bringe ich Ihnen unser Mirele. Ich werde mit Gottes Hilfe bald wieder heiraten und mein künftiges Weib, sie soll mir leben, ein sehr gescheites Geschöpf, stellt die-Bedingung, daß Mirele aus dem Hause gehe. Was tut man nicht alles, Reb Jtzig, des Hausfriedens wegen! Da Hab' ich mir gesagt: Meine Zukünftige spricht nicht aus Wswilligkeit.so, sondern weil.der liebe Gott, dessen Absichten und Wege unersorfchlich sind, nicht will, daß Reb Jtzig Faßbinder seinetwegen um eine Mizwah, eine Gelegenheit, ein gottgefälliges Werk -zu tun, gelbracht wird." Reb Jtzig Faßbinder war eine grundehrliche Seele mit einem weichen Herzen, da's die Habgier nicht kannte, außer dem Verlangen, während seines Lebens recht viele gute Taten auf sein Guthabenkonto buchen zu können, damit er einst vor dem allerhöchsten Richter nicht zü leicht -befunden werde. Da auch seine Frau mit ihm eines Sinnes war, blieb Mirl als Dienstmädchen im Haust des Reb Jtzig Faß-. Linder. Eines Tages erschien Pinches Dorfgcher, der nach dem Tode seines Vaters, Awrom Dorfgeher, dessen Kram und Kündest in den Dörfern geerbt, bei Berisch Schochet, der inzwischen zum -dritten Male geheiratet hatte, und erklärte ihm, ohne Mirl nicht leben und in die Dörfer gehen zu können. Seit Jahren schon komme ersetzen Monat einmal in das große Wirtshaus des Reb Jtzig Faßbinder und je öfter er dort.-Mirele gesehen und gesprochen habe, desto tiefer niste sich in ihnen die Ueberzeugung fest, daß Gott sie füreinander geschaffen habe. Berisch war.sehr erfreut, gab seinen Segelt zu bent Bunde, packte sich sofort zusammen und — ging auf Hachnossas-Kätloh. .Eines Morgens fand man ihn vor dem Blntwirtshaus am Waldesrand, einige Kilometer weit von Reb Jtzig Faßbinders.Wirtshaus, als Leiche. Die ganze Schnorrerg-ilde war.entsetzt aus ihrer Sorglosigkeit-aufgescheucht. Es war klar, daß ihr nunmehr die-Pflicht erwuchs, Mirl mit Pinches.Dorfgeher zu vereinigen . . '' * ' Die Scheune beim großen-.Wirtshaus -des Reb Jtzig Faßbinder war festlich geschmückt. Alles, was Rang, und Namen in der Republik des fahrenden Volkes halte, war zur Stelle. Auch Schlojmele Chasen, der, seitdem er wegen eines skandalösen Liebesabenteuers mit-der Frau seines Bassisten von [einem Posten gejagt wurde, nirgends mchr ankommen kann und jetzt davon lebt, daß er von-Gemeinde zu Gemeinde zieht und dort, wo der CHasanposten unbesetzt ist, „Probe singt", > war herbeigeeilt, um,. wie ersagte, der Tochter des verunglückten Kollegen einen schönen Hochzeitstag - zu bereiten. Die herumziehende „jüdische Zigeunerbande" mit Joffele Primas an der Spitze war auch pünktlich eingetrosfen. Von der Heimatsgemeinde des Brautpaares, jener Gemeinde mit den acht jüdischen Familien, war-niemand erschienen. Eine Vertretung der Gemeinde bei Mirls Hochzeit könnte, so erklärte der diplomatische Referent des. Vorstandes, l eW so gedeutet werden, daß die Gemeinde irgendwelche Ansprüche der Tochter ihres ermordeten Schochets anerkenne, und -das sollte vermieden werden, Hingegen drückte der Vorsteher beide Augen zu, als er erfuhr, -daß Pinches Dorfgeher ein altes, verschlissenes Al- M-emortuch, eine längst in die Rumpelkammer geworfene Tischdecke, mitnahm, um sie als Chuppa, als Trauhimmel, zu verwenden. Reb Jtzig-Faßbinder und seine Frau, die, als die Ermordung des-Berisch Schochet bekannt wurde, gelobt hatten, Mirl an ihrem Hochzeitstage die -Eltern zu ersetzen, haben dieses Gelübde mit fürstsicher Freigebigkeit eingelöst. Nach dem Minchagebet wurde das Brautpaar mit Musik in den Hof geleitet, tvo die.Chuppa aufgestellt war. Der große Hof war überfüllt; >das ganze Dorf -war an» wesend. Die -Bauern entblößten ihr Haupt, als das Brautpaar, von Schl-ojme'le Chasen ' mit einem »Daruch haba", ,/Äesiegnet sei der Eintretende", in hohem C begrüßt, unter die -Chuppa trat. Die Bä-uernburfchen, die Mrl seit Jahr und Tag ergebnislos mit.ihren Liebesschwüren umschwärmten, blickten wohllüstig auf das junge, mit dem „Decktuch" geschmückte Weib, das-in dem Brautkleid, in dem -die Frau des Reb Jtzig vor zwanzig Jahren ihrem Gatten ewige Treue geschworen hatte, gute Figur -machte. Auch -Pinches Dorfgeher, der Bräutigam, sah im schwarzen Anzug, mit -de«: Bratenrock und dem hohen Zylinder, einem teueren Erbgut von seinem Vater Awrom Dovfgeher, das Awrom, wie die Sage geht, einmal auf dem Gutshof eines Grafen- .- erstanden hatte, wie ein „echter Magnat" aus. Nach der TrauungSzer-emonie, die ich gemeinsam mit' Schlojmele Chasen voltzogen hatte, ging es in die Scheune - zum Hochzeitsmahl. Reb JtzigS Frau ließ sich -nicht spotten; ' selbst das obligate „ChossenWhndl" fehlte nicht. An die dreißig Schnorrer saßen an dem langen Dvsch, und obgleich Speist und Trank in Hülle und Fülk ausigetragen wurden, fühlte doch jeder von uns, daß die freudige Stimmung, die uns -alle Mb beherrschte, nicht eine Folge des, üppigen Mahles und der reichlichen iGetränke war, sondern dem, ach, so seltenen wonnigen Gefühl entsprang, an der Freude eines Mens-chenpaare's, das M uns gehört, als Gleiche unter Gleichen, als Schnorrer unter Schnorrern teilzunehmen. Joffele Primas und seine Bande brilliertien. Seine - Geige weinte und jubelte alte jüdische Weisen und daS Volk sang und war luftig, wie wenn es nicht noch vor zwei Sinn- - den ein Volk der Habenichffe gewesen wäre und nicht morgen von dem Strohlager, -das Reb -Jtzig seinen -Gästen hinterder Scheune bereitet hatte, als Schnorrer erwachen würde. Plötzlich wurde es still. Die Lustigkeit - verstummte,. Joffele begann im Solo jenes kabbalistisch-mystische Sieb zu spielen, da's, ein Gemisch von-Hebräisch und Ungarilsch, einem Kabbalisten aus dem üngavischen.„Unterland" zugeschrieben wird. GeseEen Hauptes, das Gesicht in beide Hände vergraben, sang alles leist mit:. .Hörst krähen du den Hahn, Der Dag bricht auch schon

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