Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1873 (3.5.1924)
- Date
- 1924-05-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wen, SamIkag St 1973 *f. Sfwui JWeiM 78. @c6ttrtBl08. : Minister a. D, Dr. Franz Klein Wevsendet folgende DaBeswörte: »MÄn 7V. GMrrtstcvg war der Anlaßzu Kundgebungen. dir weit Wer meine Verdienste Achen.-Neben derFreude Wer diese AusMchrmngen steht der Wunsch zu danken obenan. Me Kreise , der Geisellischaft halben meiner, gedacht. Die leitenden Personen deS Staates, der Gemeinde Wien, mehrere deutsche Regierungen, Univevsitüten des Jn- und^ Auslandes, viele Behörden, Hfentliche Körperschaften und Bereinigungen haben mir ihre GWckwnnsche dargelbxacht. Hochstehende Gelehrte halben sich schriftstellerisch vereinigt »und mm mit einer Festschrifft dauernde Freude güscheM. Die Poesie hat mein Wirken in freunNichster Weise gewüsidigt. Freunde aus allen Kreisen haben meiner gedacht. Main Wunsch, den ich schweren Herzens unterdrücke, wäre persönliche EriwMvung in Wort und Schrift. Die nvrr in diesen Tcmen so viel geschenkt haben, mögen diesem Wunsch noch eine Mist gewähren und einstweilen meinen wiMten Demi ümpssaiMn. _ Franz Klein." Las Saljbmkger Bürgerrecht. Nichtarier ausgeschloffen. Salzburg, 2. Mai. Der Landtag ist heute Wieder znsmninengetreten. An Stelle des zurückgetretenen Abgeordneten Ober (deutschftmheitliche-r Bauernbund) trat M>- geordneter Frcundlinger. Eine Reihe von Vorlagen, 'fcmmter einige Finanzvorlagen der Stadtgememde SaWuvg, wurde den zuständigen Ausschüsien zugswiesen. Unter andersm beschäftigte sich her LaMag mit einer Abänderung des Gemeindestatuts für die Gemeinde Sallzlburg, wobei der Landtag aüf dem fömerzeit gefaßten Beschluß beharrte, daß nur Arier das Bürgerrecht erwevbenkönnen. Nächste Sitzung Donnerstag den 8. d. Der amtliche Bericht besagt nichts darüber, welche Haltung die Regievung zu diesem Mental der Haken-- kreuKer gegen das Staatsgvundgesetz und-den Friedensvevlrag eiuniimmt. Irr Mieterschutz. Eine Hausveptzerdelegatio« beim BÄckeßtzuizkr. Wie wir erfahren, haben der alpenlandische Haus- und Krundbesitzerbund in Graz und der Zentrabverband der hauKbe>Mvverei«e in Wien eine ständig« Dsbegatlon ge- »ildet, die die gesamte organisierte HausLesitzevfchaft Oesterreichs .repräsentiert, Di^e Delegation wird Montag den ». d. vom BundesiKanzler Dr. Seipel in Wbanes des Metengefttzes empfangen werden. Wiener Meegen Zeitung. Mai 1024 Ein Geschenk! Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ hat sich entschlossen, ihren Abonnenten die Möglichkeit zur kostenlosen Erwerbung des bedeutsamsten jüdischen Geschichtswerkes „GraetZyi Geschichte der Juden11 zu bieten. Diejenigen unserer Abonnenten, welche die Bezugsgebühr für ein Jahr Im Vorhinein entrichten, erhalten als ’ , PRÄMIE: Graetz, Geschichte der Juden 9 r a tisi Mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der uns zur Verfügung stehenden Geschenkwerke können wir diese Aktion nur bis 15. Mai 1. J. führen. Es werden, daher nur solche Bestellungen berücksichtigt, welche bis sptttestens 15. Mal I» J. in unsere Hände gelangen. Zugleich mit der Bestellung muss, die Ueberweisung der für ein Jahr entfallenden Abonnementgebühr erfolgen. Diese beträgt: Für Oesterieich K 420000, (Bei Postversendung des „Graetz“ sind überdies als Ersatz der Porto- und Verpackungsspesen K 15.000 zu zahlen.) Für alle Auslandsstaaten das zwölffache der monatlichen BezugsgebUhr zuzüglich K 29.000 für Porto und Verpackung in der Währung des betreffenden Landes. Unser Geschenkwerk „Graetz, Geschichte der Juden“ bildet nach Ausstattung und Inhalt die Zierde jeder Bibliothek. Diese bisher unübertroffene Darstellung des jfld. Geschichtsverlaufes gehört In die Hand eines ieden Juden! Verschieisser haben keinen Anspruch auf die Prämie. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung“ Wien, II. Taborstrasse 1—3, Telephon 44-0-38, 43-3-10 arbeitet zu finden. Sein ausgezeichneter Charakter, und seine stete Hilfsbereitschaft haben ihm einen unendlich großen Kreis von Freunden und Verehrern erworben, die mit; inniger Trauer das plötzliche Dahinscheiden dieses herzensguten Menschen zur Kenntnis nehmen werden. Das Leichenbegängnis findet, Sonntag den 4. d. um halb 11 Uhr vormittags vom Zentralfriedhof (1.. Tor) aus statt. > ’ fitt Hakenkreuzlermord in Nerli«. .Der Tater verhaftet. (Eigendienst der „Wiener. Movgenzeitung".) Iröffmmg de intemationalen jüdischen ötvdentenkongresses in Antwerpen. AuS Antwerpen berichtet I. T. A.: Am 29. April vurde in Antwerpen der erste Weltkongreß der jüdischen Sludentenorganlisationen feierlichst eröffnet, bei der Eröffnung waren 80 Delegierte aus 16 Ländern anwesend. Etwa 3600 Inden MS Antwerpen wohnten jiem feierlichen Evoffnuivgsakt als Gäste bei. Vertreter der staatichen und der Stodtbchörde sowie der jüdischen OvganHatüm Belgiens begrüßten den Kongreß. Mittwoch den 30. April be- Mete der Bürgermeister von Slntwerpen den studentischen Deirgierten emen offiziellen Empfang im RiachMS. Am 1. tv fand im Opernhaus eine von der Stadt Antwerpen veranstaltete ^stauffühoung z» Ehren der Delegierten statt, bei welcher, die Op« „Der goldene Hahn " von RnnSki-Oorstckoff zur A Vhnung gkSangte. __ ReWnalrat »r. Mor Samseltz gestorben. Gestern ist plötzlich, im Alter von 72 Jahren, Börsenkrzt Dr. Isidor Samuelh gestorben. Am 30t März feierte der Verblichene unter großen Ehrungen seiner zahlreichen Freunde sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Doktor Samuel h gehörte zu jenen bescheidenen und selbstlosen jüdischen öffentlichen. Arbeitern, die im Stillen Großes! tollbmigen und sich> den Forderungen der Zeit stets, aw- »assen. Ms angesehenes Mitglied der B'imi-B'rith-Organijation war er einer der ersten Präsidenten der Wiener ,Eintracht-Log^ und hat in dieser. seiner Eigenschaft auf dem Gebiete der. Jugendfürsorge Hervorragendes geleistet. Kr gehört zu den Grürrdern der Wiener Toynbechalle, He er vfele Jahre hindurch, oft unter den schtvierigsten Verhältnissen, mit vielem Berstäsrdnis und großer Auf- »pfcrnng leitet«. Seinem Einfluß ist e8 zudanken, daß die Toynbeehalle heute ihr eigenes, von dem verstorbenen Heinrich M en dl . errichtetes Heim hat. Er schuf dann die „Heimstätte, für . verlassene jüdische Kinder", deren Präsident er war. Auch, im Kultusvorstand, dem er lange Jahre »cks Mitglied angchörte> widmete er sich, hauptsächlich den Fragest der jMschen Kinderfürsorge und als, vor nicht fanger Zeit die Zentralstelle für jüdische WohlfahrtS- Lngelegmheiten in Wien eine Lentrale für jüdische Jugend- Fürsorge schüf, .wurde Dr. Samuetj Zum.Präsidenten -iestr OrgaüÜ^iön ernannt. Sdnvtzeit-. schloß sich Dr. Samuely der Jtobewe- «mg Israel Z ang w i l l s an, die allerdings in Wien und öesteneich zu Liner großen Geltung gelarrgen konnte. Doktor 8am'tzH»':wtzp.Aetzäkl, wo es galt, eine Aktion zur Rettung fex. MschÄ JugMd durchzusühren, als werktätiger Mit- Berli«, 2. Mai. Aus PMtrschen BeweMünden wurde/ heute nachtS in K öpe.ni ck ein junger Arbeiter erschossen. Dieser.stand um Mitternacht vor dem Amtsgericht, als mehre« ftvnge Männer HakeEeWeitel an die Mauer Ae'öen wollten. Der, Arbeiter ärgerte.sich über.dieses Vorgehen und suchte, das AMeben zu verhindern. Er geriet dabei mtt den anderen in KonftU. Einer von denselben zog plötzlich einen Revolver und schoß den Arbeiter nieder. Die Kugel.$ht& dem Arbeiter durch die Brust und traf das Her^. Nach der Wache gebracht, .starb er schon nach Vurzer Zeit. Die polizeilichen Nachforschungen nach dem.Möcher des von Hakenkreuzlern erschossenen Arbeiters haben ergeben, daß der Mörder ein 24sähriger Ladengehilse namens-Karl Tepe ist. Bei einer Vsrnehmnng , leugnete er zunächst hartnäckig, den Schuß ckögegeben zu Hülben, und behauptete, er.Me zum^tztenmal vor 14 Tagen die 'bei ihn: gefundene Waffe denM.. Ein sofort^ 'beigezogener Waffensachverständiger stellte jedoch fest, daß aus dem Revolver vor wenigen Stun? den. ein Schutz abgegeben worden war. SchlieMch verlvickelte -sich Tepr so sehr in Widersprüche, daßereMichgezwungen war, die Tat einZugLstehen. Ae Pilgerfahrt nach Ferasalm. Alijath - Ha«gel. > Jer ufaleM) 24. April. Der alte Brauch der Pilgerfahrt nach Jenrsalem ist schau m den vergangenen Jahren erneuert worden. Schon zu Pessach 1921 kamen die Ehaluzim mit ihren Zelten, nach Jerusalem. Diesmal kamen jüdische Pilger aus der ganzen Welt. Besonders aus dem östlichen Europa trafen'in den letzten. Wochen über Triest und Konstanza Hunderte , von Touristen in Palästina ein. Zu Pessach sammelten sie sich alle, in Jerusalem; unter den Touristen befanden sich eine ganze Anzahl bekannter ziorästischer Persönlichkeiten: ans allen Ländern. Besonders erfreulich war die Ankunft einer ganzen Gruppe Studenten aus Rumänien. Unter ben Tonri- \ sten befan-d sich eine ganze Anzahl von Mitgliedern des Ordens P'nai-B'rich, welche von der Jerusalemer Loge feierlich begrüßt wurden. Hierbei wiesen sowohl die - Mitglieder der hiesigen Loge als auch die aus allen. Ländern gekomrnenen Gäste auf den Stimmungswechsel hin, der sich im Orden B'nai-B'rith in allen Teilen der Welt in bezug auf Palästina vollzogen hat, mrd dessen erste Folge die aktive Teilnahme deS Zentrums des Verbandes in Chikago an dem Aufbau Palästinas ist. Ja, es wurde sogar der Wunsch ausgesprochen, daß die Zeit nicht fern sein möge, wo das Zetitrum des Verbandes in Jerusalem sein wird. In den Mumen der Lämelschule wurde am ersten Tage Cholhamoed Pessach die pädagogische Ansstell nng eröffnet, tvelche von der Erzichungsabteilung der Zionistischen Exekutive veranstaltet wird. .Die Ausstellung ist in 16 Schulzimmern pntergebracht und nach, Fächern geordnet: Bibel,. Hebräisch, Geschichte, fremde Sprachen, Zeichnen, Handarbeiten, Naturkunde, Heimatkunde, Rechnen, Schülrequisiten, Blindenunterricht, PfadfiNderbewegung, Zeichnungen und Diagramme, Schulpläne usw. Am 20. April eröffnete Sir Herbert Samuel auf einem Spielplatz des Makkabi in Bech Kerem, der neuen Vorstadt von Jerusalem, das Sportfest. 5000 Personen wohnten dein Sportfeste bei. Sir Herbert Samuel,sprach die eröffnenden. Worte in hebräischer Sprache. An den Festen nahmen die Schulen urck die Makkabi-Organisation teil. . . ' Am Nachmittag des 22. April nahm ein großer Teil der in Jerusalem versammelten Touristen ander Grundsteinlegung für den Bau des Arbeiter- Heims teil, der auf Nationalfondsboden in der Nähe der Bezalelschule errichtet werden wird. Man kann mit Freuden seststellen, daß die Stimmung, welche die vielen Touristen im Lande-vorgefunden haben, eine gehobene und hoffnungsvolle ist. Die. bösen Wintermonate mit chrer Arbeitslosigkeit sind vorüber, der Tabakbau, der überall begonnen har, hat Arbeitsmöglichkeiten tu großer Menge geschaffen, und die Stockung in der Einwanderung ist hierdurch auch überwunden worden. Aus Beßarabien kam eben ein Delegierter von 200 jüdischen Tabakpflanzern, Herr Gitschko, in Jerusalem an und verhandelt wegen der Änsiedlung der Tabatbauern und der Gründung einer Bank für die Finanzierung der Tabakfäbrikation in Paläsüna. Beta. Ser Rundflug um die Wett. ~ (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) LüWon. 2. Mai. Meldungen aus. Tokio zufolge hat die japanische Admiralität drei Kriegsschiffe nach beit Knrile- Jnseln entsandt, wo das Eintreffen der amerikanischen Weltumflieger in den nächsten Tagen erwartet wird. Sechs amerikanische Zerstörer sind ebenfalls dahin abgegäugen. Auf dem Flugplatz vou Kasumigara bei Tokio trifft mau große Borbereitungeu zum Einpfattg der verschiedenen Weltnmflieger, deren Eintreffen in Tokio unnnttelbar bevorstcht. Man nimm! an, daß als Erster das amerikanische Lustgeschwader und als Letzter der Engländer Maclaren in Japan ankommen wird. Man rechnet jedoch auch mit einer Neberraschung von seiten des Franzosen Poltiier d'Oisy. Der amerikanische WelLflieger vermißt. Ter Kommandant des amerikanischenMeltflugge-. schwaders, Major Martin, wird vermißt.' Er flog von Chignik in der Mchtnng nach Dutcharbcour am Mittwoch morgens ab, und ist seitdem v er sch wunden. Kusteudampfer und Fischerboote suchen die Küste ab. Schwere Schneestürme zwangen Martin, die Eismasseu vou seiner Maschine zu entfernen, bevor er abflog. Die. Ersatzteile? für >die Maschinen der britischen Flieger, die.in Simla.festgehalten werden, dürften erst am 7. d. . eintreffen und dann den Weiterflng ermöglichen. ... Die Nachsorschnngeu nach dem vermißten Weltflicger sind bisher, wie die letzten Meldimgeu besagen, erfolglos geblieben. Leutnant Poltier d'Oisy, ist sin C a r a ch i. ickd untersucht seine Maschine.. Der portugiesische Wcltflieger wurde in Buchara wegen Paßschwierigkeiten durch die persischen Behörden aufgehalteu. kleouore Suses letzte Reise. Aus New-York wird uns gemeldet:' Der Leichnam der El-c. ora Düse ist gestern. nach Abhaltung eines letzten TvauevgotteMenftes cm Bord des italieniischen.Dampfers „Giülio" eingeschifft worden, der daraus die Fahrt ',mch Genua antrat.