Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1873 (3.5.1924)
- Date
- 1924-05-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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: Veite ,'4 Men, Scunstag Ser Budatzester Jeitungsstreik. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Budapest, 2. Mai. Der Setzerstreik dauert trotz der Derhandlungen an, die mehr informativen als.greifbaren Wert haben. Während man gestern noch auf eine Verständigung hoffte, werden die Aussichten im Augenblicke wieder ganz Pe s -s i m i st i s ch beurteilt. Das Gewerkschaftshaus besetzt, . In später Abendstunde wurde das Gswerllschaftshaus der Setzer durch P o I i z e i b c s e tz t; es soll aber den Arbeitern gelungen sein, ihre Kasse rechtzeitig in S i ch e r h c i t zu bringen. . , Ärne ftüemrschc Debatte in der Nationalversammlung. -Budapest, 2. Mai. In der heutigen-Sitzung der Nationalversammlung begründete der sozialdemokratische Abgeordnete P ei dl'in längerer Kode, weshalb er und seine Genossen für heute eine Sitzung einbernfen -ließen. Cs müsse Protest eingelegt werden' gegen die auf das Verbot des Erscheinens der Tagesblätter und der Abhaltung von Maifeiern bezüglichen RegierungsverftigungLn.Die Arbeiierschaft strebe keinen allgemeinen Streik an und kämpfe bloß , um ihren Lebensunterhalt. Jener Teil der Arbeiter- : fchaft, der im Bnchdruckergewerbe die Arbeit zuerst einstellte, habe allerdings den bestehenden Ko ll ek't i v vertrag v e r! e tz t. Der Abgeordnete beantragt, die Nationalversammlung möge auHprechen, daß die Regierung sich in den Lohnkämpsen der'Setzer einseitig zugunsten der Unternehmer eingemengt und die Pressefr e i h e i t verletzt habe. Das. Haus möge auch morgen eine-Sitzung abhalten und die Schaffung von Lohnvermittlungsämtern beraten. Ministerpräsident Gras Bethlcn erklärte, er habe nicht durch Spione erfahren, daß die Arbeiterschaft im Mai einen allgemeinen Streck inszenieren wolle. Die Abhaltung von Versammlungen und Aufzügen am 1. Ä-ai sei aus dem Grunde verboten worden, Werl die öffentliche Ordnung gefährdet gewesen sei. Es sei ein Zusammenstoß zwischen Sozialdemokraten und Erwachenden zu befürchten gewesen. Der Lohnkanrpf sei ein berechtigtes Mttel der Arbeiterschaft, und es könne keiner - Regierung obliegen, sich mit Gewalt in einen Lohnkampf einzumengen. Ein Teil der Presse habe in den ersten Tagen der Löhnstreitigkeiten dieselben Löhne wie früher bezahlt und trotzdem sei es diesem Teil der Presse gelungen, aus politischer Grundlage ein Abkommen zu troffen. (Stürmischer Widerspruch aus der äußersten Linken.) Abgeordneter Gömbos (Rassenschützler) ruft: Das ist eine Lüge! Den: Abgeordneten Gömbös wird vom Präsidenten der Ordnungsruf erteilt. Ministerpräsident Graf Bethle n (fortfahrend):- Nach meinen Informationen wurde dieses Abkommen von zwei Abgeordneten, geschlossen. Da es zwischen zwei Abgeordneten zustande gekommen ist, nmß es als politisches Abkommen bezeichnet werden. Die vasserrschützlerösche und die sozialdemokratische Propaganda sollte frei entfaltet, jode andere Meinungsäußerung aber verstummen gemacht werden. Die Wiederckehx von Zuständen wie im Jahre 1918, daßes vom Diktat der Arbeiterschaft abhänge, welche Zeitungen erscheinen dürfen und -welche nicht, den Terror politischer, Parteien in der ungarischen Presse werde ich, so lange ich diesen Platz einnchme, nicht dulden. So« dann vertagte sich das Haus. Israel zu jeder Zeit einen Iosephus Flavins hat. Ich Me, wie Sie ja schon feDst erwähnten, fern von der Welt und dem Treiben der Men- ' scheu, äber ich wäre sehr überrascht, wenn die Juden nicht auch heute auf verschiedenen Wegen wandelten und nicht in ansehnlicher Zahl auch Ihrer Partei angehörten." „Es ist wahr, einige sind in der Dai auf unserer Seite," antwortete Herr Terremondre, „einige erwarben sich sogar hervorragende Verdienste um die Bewegung." „Das dachte ich mir gleich," sagte Vergöret, „es gibt unter ihnen talentierte Menschen, die es im Antisemitismus noch zu etwas bringen. Vor dreißig Jahren zitierte man häufig den Ausspruch eines geistreichen' Senators, der die Fähigkeit der Juden, in allem, was sie beginnen, Erfolge zu erzielen, außerordentlich.bewunderte. Ms Beispiel pflegte er einen Hofgeistlichen jüdischer Abstammung anzuführen. „Sehen Sie," sagte da der Senator, ein Jude ist unter die Geistlichen gegangen, und schon wurde er Monseigneur." Wolle:! wir also nicht immerfort barbarische Vorurteile halben, untersuchen wir nicht, ob jemand Jude ist oder Christ. Sondern bloß, ob er ehrlich 4Mb dem Lande von Nutzen ist." Das Roß des Herrn Terremondre begann unruhig zu werden und der Hund blickte flehend auf seinen Herrn, wedelte ungeduldig mit seinem Schweif und wartete, daß der unterbrochene Spaziergang sortzefetzt werde. „Glauben Sie ja nicht, -daß ich alle Juden mit Haut und Haar in die Hölle verwünsche," sprach jetzt Herr Terremondre, „ich besitze unter ihnen auch ausgezeichnete Freunde. Abör ich «Mn aus Patriotismus Antisemit." Hieraus reichte er Herrn Bergeret die Hand und ritt »davon. Er war einige Schritte geritten, als ihm Herr Bergeret nachrief: ,/Heda! Mein Lieber, noch einen guten Rat! .Steht ihr schon auf diesem Standpunkt und habt euch auf diese Weise mit den Juden verbandet, so seid wenigstens bestrabt, nicht ihre Schuldner zu bleiben. Man sollte ihnen ihren Gott zurückgeben, den -ihr ihnen genommen habt. Denn ihr habt ihnen -ihren Gott genommen . . Wiener MovgenzeiLung.! 3. .1924 m. 48» > Die in unserer Nummer vom 20. April 1924' wiedergegebene Ansicht ' des bekannten Jranvlogen - , Professor Scheftelowitz in Köln, der denMach- <! weis zu führen sucht, daß die in Abessinien wohnen- ' ' den Falaschäs, für die' bekanntlich Professor' F a i t- - .low Lisch eine rege Propaganda entfaltet, weder dir Abstammung noch der SMtijtoit nach Juden seien ■ (wobei Scheftelowitz allerdings zugeben mußdaß den Fälaschas der. MpsaiDmüs durch die Propaganda von jüdischen Missionaren vermittelt Wurde), veranlgßte uns. Herrn OberrabLiner Dr. Chajes um feine Beurteilung der Scheftelowitzschen Hypothese - . zu ersuchen. Dr. Chajes war bekanntlich einer der Gründer des ersten Falascha-Komitees, das sich 1904 in Italien gebildet hät und' kurz vor dem; Kriege zu einem internationalen Falascha-Komitee erweitert wurde. Mehrere iunge Falaschas waren zur, Zeit der Lehrtätigkeit Dr. Chajes' in Florenz - seine Schüler; er beabsichtigt auch in der nächsten Zeit einen jungen Falascha ngch.Wic.n zu bringen, der hier seinen Studien obliegen soll.'Oberräbbrner Dr. (Majes hatte die LiJ>enstvürdigkeit, Ihrem Berichterstatter ans die Frage, ob die Falaschäs, als Juden anzusehen. seien, folgendes zu erwidern: Die Ansführungerr von Pros. SchesteIo w i tz, die ursprünglich in der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" in Breslau erschienen sind, ivaren mir bereits bekannt, als, ich vor einigen Monaten Meineid Bortrag über die Falaschas hielt, über den auch die , ,Miener Morgenzeitung" berichtet hat; sie erscheinen mir je- . doch nicht beweiskräftig g e n u g, um u reine seit. .Jahren verire-bene Ansicht über den Ursprung der Falaschas < zu revidieren. Bor mehr als zwanzig Jahren, im Jahre'. 1901, wurde bei Ausgrabungen in Assuan und El e-- f.a n t t:rt e eine Reihe von.Pa p tz r j gefunden,.die uns d^n. ' s'i ch e r e n B e w e i s erbringen, öaß seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert eine,jüdische Kolonie — in persischen Zeiten -war es eine Militärkolonie — au der Grenze zwischen Aegypten und Nubien bestand. Diese Kolonie 'beisaß einen eigenen Tempel mit. Opfevkultus. Wannsie sich aufgelöst Hat, wissen wirnicht. Es erscheint mir sehr wahrscheinlich, daß diese Kolonie oder ein Teil von -ihr zu den Stammvätern der Falaschas gehört, das Heißt, daß die aus Assuan, boziehungSweise Elefantin« ausgetvanderten Juden sich in -Abessinien ansässig 'Machten und durch eine ganz naturgemäße Propaganda ^icht-jüdische Stämme' für den Üebertri't't' zunl Judentum gewonnen'haben. Daraus würde sich auch erNären, daß die alten mit dem Opferkultns und den -Reinheitsgeisetzen zusammenhängenden Bräuche bei ' den Fa- 'läschas erhalten geblieben sind, während die später, zur Zeit des zweiten jüdischen Staatswesens entstandenen Sitten und Feste, wie zum Beispiel, Pur im und Chanukka-, den. Fälaschas vollkommen unbekannt sind. , i.- . , - . --„i Daraus würde sich , der hebräischen Sprache bei den Falaschas eNaren; -dann auch t>ie Kolonien in Assuan und Elefantine halben nicht H ebräisch sondern neben dem Aramäischen persisch nüd vielleicht ägyptisch gesprochen. In den erwähnten Dokumenten, die auss-Dieß- - Ach in aramäischer Sprache äbgesatzt sind, fmden wiv von der Kenntnis des Hebräischen-keine Spur. Daß auch die aramäische Sprache allmählich und vor allem durch den Zufluß der nichtjüdischen und zum 'Judentum 'bekehrten Elemente in- Vergessenheit geraten mußte, ist ohneweiters Kar. Im übrigen finden wir-,-bezüglich des Hebräischen die gleiche Erscheinung bei den. Juden in Indien -und China. I Wenn Herr Professor Schestelowitz, der ein ausgezeichneter 'Jranologe ist, aber von dem mir nicht bekannt ist, daß er sich eingehender mit dem Jalascha-Pvoblem beschäftigt hätte, es für nnfüd isch hält, daß die Falaschas bei' Todesfällen sich die Haare'scheren "und das Gesicht blutig' schnöden, was vom Mosaischen' G-eis-etz verboten ist, so ist darauf hinzuiveisen, daß auch die Propheten (vergleiche Amo's VIII. 10, Jeremias XVI. 6 und andere) diese Bräuche kennen: Das Totenopfer, welches das alte- Judentum allerdings nicht kennt, findet sich doch zum Beispiel im 2. Buch der Makkabäer, Kap. 12, V: 43. Der Apostel der Falaschas, Dr. Faitlowitsch, berichtet in seinem Buche „Quer durch Abessinien" (Berlin 1910, Verlag Poppelauer) im fünften Kapitel Seite -94 f. über die'Rosch- Haschana'h- und Jom-Kippur-Feiern bei den Falaschas, die ebenso wie bei uns im Herbstmouat stattfinden. Jedenfalls steht fest, -daß die seit langen Jahrhunderten außerhalb jeder Fühlung mit dew Juden der Übrigen Welt befindlichen Falaschas.,,die größten.OpferMi: Uitz -Crhaltung'ihres Audentüms gMächt HM» mird daß' sie schon deshalb allei'N' verdienen, von den Juden unterstützt und gefördert zu werden, zumal' sie keine aHeve. ails kukturelle Hilfe von mfc verlangen.-iJH^ gebe ,-gern zu, daß nur ein T ro Pfen a--l t-j ü discheu B lutes . in ihren Adern fließt, aber vom Geist des Judentums sindsie sicher' erfüllt.' Die Falaschas, 'die meine ' Schüler 'wareir, .und die anderen, die ich kennen zu lernen Geki^srtzeit'-'hMe,''' /haben ans mich den Eindruck von Menschengeümcht, die -wie wenige unter uns für 'Ideale zu kämpfen-'und 'zu-ster- - ben -bereit sind. '' ' ' ‘ ' ' Einer meiner gewesenen Schüler, der.Mascha Täam--' rat Eman-Nel, . hat mir vor einigen Monaten aus -^A dis Abeba einen M-kef geschrieben, den, ich 'Ihnen, hier/ in der Uebersetzung aus de>m Italienischen Wiedergabe, damit Sie Sinn und Denkungsart eines Vertreters dieses Stammes kennen' lernen.. Er lautet: / Verehrter Lehrer! Es sind .schon einige Jahre vergangen, ohne daß ich von Ihnen direkte. Nachricht bekommen hätte.. Ms ich in Palästina war, las ich in den dortigen Zeitungen einigewale Ihren Namen Und es gab einen' Augenblick,' in welchem ' ich hoffte,- Siedort >zü sehen, da-die palästinensische Presse beihauptete, Sie wären auf dem Wege nach Erez Jsraol. Mer. „tu. Palästina "eineinhalb Jahre gelebt,, indem >ich dort -das Leben eines Chaluz führte, jo. daß. ich auch von mir. -sagen kann, ich habe zum Aufbau des Landes beigetvagen. Mir ist Palästina in teuerer Erinnerung und wenn ich nicht-geglaubt hatte, daß meine Tätigkeit hier nützlicher ist, so hätte rch - ' sicher unser Land nicht verlassen. Seit ungefähr acht Alonaten ^befinde-ich mich in Wis Abeba, wohin nach der. Ankunft meines Lehrers Dr. Faitlowitsch von allen Teilen des Landes junge Fälaschas gekommensind, und verbringe' Mine . : Zeit, inibent ich. mit ihnen das bißchen -Wissen tersi, das'ich svon jenseits des Meeres.mitgebracht habe. Was aber die Hoff-.... rmngen für die Zukunft 'betrifft, so sind sie in mir sehr groß und dies aus folgenden Gründen: 1. Weil die'Falaschas gro- ' - ßes Vertrauen in Dr. Faitlowitsch setzen, % Werl sie eine ün-' : gcheure Sehnsucht haben, ihr verlorenes geistiges Erbe wie- 'derzugewinnen und dem.Studium großen Eifer entgegenbringen, 3. weil die Jungen, die wir hier haben, trotz der kurzen Zeit, d.a sie mit uns sind, wesentliche Fortschritte gemacht haben.' Die Arbeit wird für mich von Tag zu Tag größer. einerseits wegen des nicht zu sättigenden Wissensdurstes der Falaschas und wegen der Notwendimeit. die Arbeit immer , mehr auszudehnen,, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen. dgß .. der Enthusiasmus abkühle. Die Größe der Arbeit entmutigt -mich keineswegs, ccher imtner stärker wird die Nottowdi^kett-'' Mitarbeiter zu. bekommen. UnMMcherweÄe sind wir jetzt '.nur zwei, Ghetie im Innern des Landes und ich hier in der -Hauptstadt. Dr^ Faitlowitsch hat für Nachwuchs an.Lchrern. -gesorgt, indem er junge Falaschäs nach Europa'brachte;' in! Florenz befindet sich einer, der zu guten Hoffnungen berechitiat, in der Schweiz und Erez Israel sind noch drei andere. Mer wir branchenMeit'^^MhxuMWMüß^ JWen nicht erst s'des näheren cmsMW/daß ün..MeM -sy Mßen.Lande wie Meflinien. wo in .jedem' Winkel Falaschäs vorhanden sind, -die Tätigkeit weniger Lehrer nicht viel bedeutet, Es ist.an! Ihnen, den Falaschäs zü yelftn, indem Sie ihnen Lehrer vor-' ' 'bereiten. Es ist wirklich nicht nötig, daß ich Sie darum bitte. -Ich weiß, wie groß Ihre Liebe für'.meine-armen Brüder ifft, und mit welchem Eifer Sie' unser Volk'gegen seine Feinde l verteidigen. Mer da andere Arbeiten^ denen meiner Ansicht - nach die Ausgabe, die Falaschas' zu retten, nicht nachstcht, - Ihre Tätigkeit in Anspruch nchmen, möchte.ich Ihnen einfach .'in Erinnerung bringen, daß auch.wir noch existieren. Ver- ' gessen Sie uns nicht. Wenn Sie einen jungen Mascha zu .. sich nehmen würden, um ihn auszubilden, würden Sie Ihre ' -Wirksamkeit als Erzrcher der Falascha-Lehrer, die seit einigen Jcchren unterbrochen ist, wieder ausnehmen. Wir haben hier .so viel junge Leute als Sie^-nur wollen, von jedem Mer -und von jäder Art. und wenn Herr Dr. Mtlowitsch im nächsten Sommer nach Europa kommt, kynnte er einen jungen Mlascha mit-sich nach Men bringen. - Dies ist der Brief. me-wes Schüliers Taawvat Enw- '.nuel. Mas an mir liegi, M geschehen, um seine Mtte zw ' j Gine Falaschtt-Woche in AmeviEa. - In der nächsten Zeit.wird, wie, I. T. A.. berichtet;, iü. dtzn Vereinigten Staaten eine vom amevikanis-lhen Pro- Falascha-Komitee angeovdnete F.alascha-Woche abgehalten. Es wird angestrebt, einen Dreißigtansen-d- Dollar-Fonds für Kulturarbeit unter' den schwarzen Juden Abessiniens zusammenzubringen. -Eine große Anzahl von Rabbinern hat sich der Mtion zur Ver- Mung gestellt. . ' Sie Gemeindewahlen in Proßnitz. Protznitz, 30. April. Die dürchgeführten «Gemelndeiwahlen .hatten folgendes Ergebnis: Nationaldemokraten, L964- Stimmen (10 Mandate),' tschecho-slolvaikische Sozialdemokraten 30ö5 Stimmen (8 Mandate), Kommunisten' 2291 Stimmen (6 Mandate), Gewerbe-und Händelspartei^1106 Stimmen (3 «Mandate), tschecho-flowalkische Sozialisten 2507. Stimmen (6 Mandate), tschecho-flolvaikische Volkspartei. 2580 Stimmen (7 Mandate), deutsche Sozialdemokraten 135 Stimmen - ('kein Mandat), jüdische Partei 532 Stimmen (-2 Mandate). - - * Dazu wird uns geschrieben: Während sich die tschechischen Parteien bei den abgekaufenen G-emeinider-atswahlen bloß' miteremander befchdeten, konnten es sich die beiden 'de utsHen Parteien, die deutsche soz i-aldemlokra tisch e. und -die deutsch bürg erliche, nicht versagen,, gegen die Jüdischnationalen loszüziehen. die erfteve, „weil die Wiischnationalen- Fabrikanten die jüdischen ' Angestellte ausig-ebentet und dann auf die Straße goworlfen haben," die letzter», „weil wir in Querrreibercieu bchaüptet hätten, die Kandidatur der Deutschbürgerlichen sei. nur eine Zählkandidatur". Auf die erstere Beha^tnu-g haben' die indischen Angestellten -bei der WM sE die Antwort erteilt, jnde-nr sie für uns stinmrten, die letztere Bchauptung, welche von uns gar nicht -aufgest-ellt worden war, hat-sichdurch-dix Wahl feillbst als richtig erwiesen. - Die Wahl brachte uns. einen in Proßnitz noch nie erreichten Erfolg. Wir erhielten 5A. Stimmen uich zwei Mandate (Dr. Robert Sonnenmark und Alexander Br.a tter). Maser Erfolg ist vor . allem der Eimgkoit uinserer Partei und der .rührigen- Arbeit des Wahlkomitees zu. verdanken, . welches uinter Leitung des Herrn Dr. Gustav Zweig ansopfevungsvoll arbeitete. Bei den letzten Wahlen erzielten wir bei 367 Stimmen ein Mandat. Der Stimmenzuwachs beträgt sonach 164.' % - . ‘ Berücksichtigt man, daß. es ungefähr 820 jüdische ^Wähler gibt, so evgibt sich die Tatsache, daß der überwreae-nde Großteil Mischnational gewählt hat.' Die Dentschbürgerlichen erhmten, bei 310 Stimmen kein Mandat, ebenso die deutschen Sozvaldeuwikraten bei 140 Stimmen. - - - . Unser Sie« ist von um so größerer-Bedeutung, als wrr das Züng-l-ein an der Wage zwischen dem bürgevlichen nnd den! soziMtischen Block" geworden sind. . , - . , Die Dschechischbürgevlichen'erhielten 30 Sitze, der soMalisiische Block obensovM. -Welchem von , beiden Blocks sich unsere Partei speziell bei der Bnraevmeisteriwahl' Mwenden wird, darüber, wird der -jüdische Parteirat .M? entscheldeü haben. Das-eine sicht fest,-daß wir es der tschechischen OWewtlichkeit nicht recht m-acheii können, ob wir nun mit der oder jener Partei stimmen. Allei-n das -kann für umsnicht maße, gebend sein. Wir gehen unseren Weg, unbekümmert dämm, vb wir es der einen -oderanderen Partei gut oder schlecht machen oder nicht.