Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1873 (3.5.1924)
- Date
- 1924-05-03
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Ur. MK Men, Ta-mÄa^ * -er Plan der Wischen Krimkolonisation. Offizielle ZMmmung -er Ukrainischen Sowjettegierung. Aus Kiew meldet I. T. A.: Die Regierung der ukrainischen Sowjetrepublik hat in ihrer letzten Atzung folgettbat Beschluß gefaßt: Ms eine Folge der Bedrückungsmaßnahmen der früheren zaristischen Regierung, wodurch die Juden gehindert wurden, sich auf dein Lande niederzülassen und die Landwirtschaft zu pflegen, befindet sich die jüdische Bevölkerung der Ukraine in einer außerordentlich tristen sozialen und wirtschaftlichen . Lage. Da es jetzt ungefähr acht M i l l i o n e n Deßjatinen besten Bodens gibt, der noch nicht bebaut ist, und da der Beginn einer Kolonisation großer: Stiles in dieser unbebauten Gegend als dringende Notivendigkeit für das wirtschaftliche Wohlergehen des Larrdes erscheint, so wird beschlossen, daß die Sotvjetrepublik der Ukraine in Verbindung mit der föderativen Regierung in Moskau Schritte nnterniimnt, die es der ökonomisch ruinierten jüdischen Bevölkerung in den Städten ermöglichen, sich irr den: unbebauter: Land i nt Süden der Ukraine und in: Norder: der Krim niederz ul affen. Ferner wird beschlossen, daß die Frage der Kapitalien, welche für diesen Kolomsationsplan nötig sind, mit der Moskauer Regieru ng und der: auswärtigen jüdischen Organisationen, die in den Sowjetrepubliken tätig sind, geregelt wird. rir Der Plan der Krimbesiedlung durch jüdische Ackerbauer, über welchen wir schon mehrfach zu bersch bei: Gelegenheit hatten, hat bisher in der: verschiedenster: kolonisatorrschei: Kreisen starkem Skeptizismus begegnet, nicht deshalb, weil eine solche Besiedlung durch Juden nicht möglich wäre, sondern vor allem aus dem Grunde, rveil die für die Durchiührung eines solchen Planes nötiger: Kapitalien so groß sind, daß sie von der Sowjetregierung nicht cmfgewendet werden können. Es ist aber mehr als fraglich, ob irgend eine Hilfs- oder spezielle Kolonisatior^orgarüsation die Sowjetregiernng in einem mehr politischer: als wirtschaftlichen Motiven entsprungenen Plane unterstützen würde. Die oben wiedergegebene offizielle Entschließung der ukrainischen Sowjetregierung ist übrigens gerade im Punkte der Aufbringung der Fonds für diese Kolonisation mehr als verschwommen. Die beratende Körverschast des Huffeinschen Kalifats. Jerusalem, 28. April. (I. T. A.) Es verlautet, >datz -er Mufti von Jerusalem, Ha>j Amin el Hussein i, der eben zu evnMr Besuch Bagdads ansgebvochen ist, guim Vertreter Palästinas bei dem Adpi,sor 1) Council (beratende Körperschaft) des Kalifats. das, wie bereits, berichtet, von König Hussein eintzesetzt wurde, ernannt worden ist. Nach dem Besuch bei König Feisul wird der Mffti wahrscheinlich mch Mekka reisen. Der arabische Naturforscher Ahmed Z a k i Pascha aus Kairo, der eben von König Feisnl zmn Direktor des Irak-Museums ernannt worden ist, wird in dem Council als der Vertreter Aegyptens fungieren. Der Mufti von Hedschas wird Hedschas vertreten; auch 'wird ein indischer Vertreter im Rate sitzen. Wiener: Mongenzertung.__ _ Sie letzten Kurse (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Lolwon, 2. Mai. Der gestrige Börsenverkehr ergab keine Anhäufung von Geschäften. Der Markt, hatte ein freundliches Aussehen.' Beachtung fand die Festigkeit der südaftckamschcn Mineuwerte wegen der günstigel: Dividendenevklarung vor: Centrewiilillg. Eine weitere Steigerung verzeichneten die Tabakaktien, die die Erleichterung infolge des Budgets durch die Steigerung reichlich eskomptierten. Ausfällig war weiter die weitere. Steigerung der österreichischen Anleihe bis zu 94,50. Diese dauernde Festigkeit eines Wertes aus dem Markte fremder. Anleihen ist vereinzelt. Die Wechselkurse waren wenig verändert, mit Ausnahme Argentiniens, das eine Steigerung verzeichnest. New-Aork 4,38*/„ Paris 67,63, Brüssel 81,25. Berlin 18,5 Bill., Men 310.500, Prag 149, Amsterdam 11,70V,, Christiania 81,705, Stockholm 16,63, Kopenhagen 25.905, Schweiz 24,695, Rom 97,75, Madrid 31,725, Warschau 39 bis 44 Millionen, Athen 217,50, Sofia 605, Bukarest 84,759. Konstantinopel 816, Budapest 340.000 bis 420.000, Riga 2275. Tschechische Anleihe 98, Centremining 3,68*/«, DeLeers 10,75, Generelming 12,75, Diamonds 17, Rio Tinto stark schwankend. Durchschnittskurs 33, Wiener Bankverein mehrfach» Bewegung 9 Schilling höher oder Kleinigkeit darunter, Royal Dutch 38, Shells 4,625. London, 2. Mai. (Radio.) Devifenschlußkurse: Wien 312.500, Prag 148-/«, New-York 4,38^«, Paris 67,45, Brüssel 80.37V,, Rom 97.62'/-, Zürich 24,69, Madrid 31.77'/-, Amsterdanl 11,70, Kopenhagen 25,90'/«, Christiania 31,70, Stockholm 16,62'/«, Berlin 18-/, Billionen, Helsingfors 175.'/-. London, 2. Mai. (Radiomeldnng.) Schluß: Die Aktien der Bodenkreditbank wurden am Freitag fühlbar niedriger notiert und zwar 18 bis 20. Baumwolle: amerikanische Ware 13 Punkte höher. Mai 17,08, Juli 16,50, Oktober 14,29, Jänner 13,78, März 13,52, Aeghptische BaunWolle Mar 21,92, Juli 21,63, Oktober 19,95, dwvember 19,16. Baumwolle New-Aork Eröffnung Mai 30, Juli 28,40, Oktober 27,33, Dezember 24,92. Kurse nur 11 Uhr: Mai 29,82, Juli 28,21, Oktober 24,50 Dezember 23,81. M e t a l l m a r k t: Kupfer fester. Kassa 63,7,6 bis 63,10, drei Monate 64,7, Elektrolyt 68,15 bis 69,6, Zinn etwas fester, Kassa 239, drei Monate 238,12,6, bis 238,17, englisches Blei 31.17, ausländisches Blei 30,7,6 bis 30,29, ausländisches Messing 30,11,3, Barn Silber 33 Pence pro Kasse, zwei Monate 33 Go ld 94. Zucker. Die Preise blieben unverändert bei ziemlich lebhafter Nachstage. Weißer Javazucker Mai-Juni 24,9, Juni--' Juli 23,9, Tschechische Granulate 29,6, Mai-Juni franko Hamburg. Weißer Terminmarkt fest, Mai 28, August 25,9 bis 25,7'/g, Dezember 22 bis 22,17a. Baumwolle: Amerikanische Terminware anfangs 12 bis 17 Punkte höher, Mai 17.16, Juli 16,56, Oktober 14,41, März 13,73. 11 Uhr vormütagr 11 bis 13 Punkte höher, mittags 12 bis 10 Punkte höher, Jänner 13,85, März 13,74, sullmidling 17,83. London. 2. Mai. Baumwolle Schlußkurse: Verkauft 5000 Ballen, importiert 9440 Ballen. 2 Uhr 10 Min. notierten Mai 17,20. Juli 16,60, Oktober 16,41, Jänner 13,85, Aegyvttsche Mai 21,95, Juli 21,55. Paris, 2. Mai. Die Boche beendete die letzte Woche des Monats in guter Stimmung. Zwar -waren die Küche etwas weniger fest als gestern, was hauptsächlich aus die Gewinnrealiscrtioneu zurückz-usühren ist. Bezeichriend für die Geldflüssigkeit und die langsame Genesung.des Marktes ist der Umstand, daß diese Geschäfte au comptant gernacht werden, da das große Publikum sich während der Barssepani-k viele Papiere angelegt hat und nunmehr das Kapital zu verwerten sucht. Petroleumwerte litten unter Gewinnreal-isationen, ebenso Zuckerwerte. Südafrikanische Papiere waren eher etwas schwach doch fanden alle Verkäufe mit großer Leichtigkeit Ausnahme. London 67,72, New-York 15,43.5, Prag 45,50, Bukarest 8, Wien —. Paris, 2. Mai. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banqne de France —, Pragobanka 395, Credit Lyonais 1552, Suez 114,10, Platine 678, Dabrowa 785, Banqne Ottomane 775, Central Mining 759, Rio Tinto 2325 Le Naphta Russe 340, Sueeeried Egypte 1015, Baku 2230, . Cautchones fin 164,50, Chartered 62,50, Debeers orbin. 859, Goldfields 70,—, 3. Mai 1924 ' Seist 3 Hnanchakas 274, Jägers Fontaiu 208,—. Malaeca ordin. 141 Malyoss 360, Mexicän Eagle 78,—, Padang 359,—, Rani Fontaiu 77,—, Rändrnine 200,—, Silva plana 176,50. Taüganyik« 135,—,' Tubice soie 600,—, Utah Copper 1050, Shell 318,— Royal Dutch 26,100, Burrnah —, Soeiete generale — New-Borli. 2. Mai. (Radio.) Vorkurse: Canadian Pacifi« 14,76,25, Union Pacific 131, Union Steel 99,75, Royal Dutch 55 Aew-Dovk» 2. Mai. (Radio.) Devifenschlußkurse: Taggeld 3l/a Prozent, Wechsel auf London 4,38,62, 60 Tage-Wechse! 4.35,62, Paris 6,46, Amsterdam 37.41, Prag 2,94, Berliner Schlußkurs 23-/« bis 23>/„ Silber 64'/,._ . Ar zarWchen Judengesehe in Polen ungültig Warschau, 30. April. (I. T. A.) Der Klub der Mischen Deputierte!: und Senatoren Heim Jüdischen Natioualrat in Polen erläßt ein C o m m.u n i q u e an die jüdische OeffenÄiWeit, in welche!!: bekannt gegeben wird, daß das Oberste polnische Gericht in einer Entscheidung vom 16. Fobruar 1924 ausgedrückt hat, daß die aut der Zarengeit bestehenden jüdischen Beschränkungen durch die polnische Vevfaflnng faktische n st gehoben wird. Gegen Entscheidungen der Gerichte aus Grund dieser Beschränkungen soll jedesmal an.die höhere Instanz appelliert werden. Ae Wdlschen vemindewahle» in Polen. Warschau, 2. Akai. In einer.Konferenz,^die der von der Regierung bestimmst Komlnissär für die jüdischen Genteindewahlen Czwieczewski mit den Mitgliedern der Gemeinde-Verwaltung -in Warschau halst, wurde der Termin für die dortigen Wahlen in die jüdische Gemeinde auf den 15. Juni festgesetzt. Die Vorbereitungen zu.den Wahlen sind in vollem Gange. In der Gemeinde Jedrzejew ereigllete sich bei der Ausnahme der Wählerliste ein 'bedauerlicher Vorfall. Zwischen den Vertretern der verschiedenen Parstien entstand.ein Wortwechsel, der schließlich tu eine blutige Schlägerei ausartete, bei der ein siebzehnjähriger Bursche den Tod fand. Republik Hellas. Athen, 1. Mai. Wgenee dM'henes.) Heute vormittags wurde in der Kathedrale ein feierliches Tedenm anläßlich der Einführung der Republik a'bgchälten, bei dem der Präsident der RepMiT, die Minister und alle Beamten den Treueid leisteten. Nachmittags leistest die Armee ^mf dem Paradeplatz den Treueid. Jugoslawien anerkennt die griechische Republik. Belgrad, 2. Mai. (Tel. d. „Memr MorgeiMtumg") Die Regierung hat den jugoslawischen Gesandten in Athen, Markovic, beauftragt, der Athener Regierung die offizielle Anerkennung der hellenischen Republik durch das Königreich S. H. S. zu übermitteln. Jugoslawien ist der e r st e Balkanstaat, der die durch die BoKsabstimmung vom 13. April geschaffene Lage in Griechenland anerkennt. Ae Lage im Srak. Bagdad, 2. Mai. (Reuter.) Die in dev Nationalvechaurmlung zutage getretene Opposition der tiberwiegenden Mchcheit gegen den Vertrag, zwischen England und dem Irak erschwert die Situation. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Blätter dürfen nicht erscheinen-. Die Wahabiten greifen die Grenzstämme an. Mur. Von Analste France. Herr Terrenrondre war m der Provinz Antisemit urck» ganz besonders war er es während der Jagdsaison. In den Wrntewnonastn, wenn er in Paris seinen Sejonr hielt, pflegst er bei Mischen Finanziers zu dinieren und benahm sich zu ihnen wohlwollend, denn diese Juden pflegten ihm Bilder für seine Privatgalerien zu sehr günstigen Bedingungen zu verschaffen. Im Stadträt lvar er MtioMfft und Antisemit, weil vor diesem Forum jeder andere Standpunkt als unanständig galt. Da jedoch «in der kleinen Provinzstadt keine Juden wohnten, bestand der Antisemitismus hauptsächlich darin, daß man den Proststanten das Leben verbitterst, die denn auch eine streng geschloffene Gemeinde in dem Städtchen bildeten. „So wären wir dem Gegner, mein lstber Bevgeret," sprach Herr Terremondre, ,/das bedaure ich sehr, denn Sie sind ein Mann von tstfem Mick, leben jedoch außerhalb der sozialen Bewegung. Würden auch Sie in die Dinge so tief h'meingroisen wie ich, dann wären auch Sie Antisemit." „Sst überschätzen mich sehr," antivorstte Herr Bergevet, „ich, Antisemit! Dst Senristn, die einst Chaldäa, Assyrien und Phottizien bevölkerstn, längs des ganzen Mittelmeeves Stadst gründest«, teilen sich heute in Juden, die auf der ganzen Welt zerstreut sind mrd in unzMige arabische BAkerstämme, dst in Asien und Afrika loben. Fürwahr, mein Herz ist nicht groß, genug, um so viel Haß in sich aussunehmen." „Sie scherzen, älter Fremtd." erwiderst Herr Tervemondre, dst Zugel straffer anziehend, da fein Roß dst Ziveige der Sträncher auf dem Wege zu whaschen trachtest. „Sie wissen ganz gut, daß es sich diesmal vornehmlich unr einen gegen die in Frankreich lebenden Juden gerichteten A::- tisomitiSmus handelt." „Dann müßte ich cckso 24.000 Menschen hassen. Das ist mir noch immer Viel zu viel.. Das übecheigt meine .HaßfahiMten." & „Aber es verlangt doch niemand von Ihnen, daß Sie gerade Haffen mögen," erklärte Herr Terremondre, „aber das müssen Sie doch zugeben, daß dst Juden und Franzosen sich nicht miteinander Vertvagen können. Dieser Antagonismus ist unüberwindlich, er liegt schon im Wesen der Raffen." „Ich bin in: Gegenteil davon überzeugt," warf Herr Bergeret ein, „daß die Juden sich außerordentlich leicht assimilieren, sich uns anschmstgen mch in uns aufgehew wie einst Esther, die Nichte Mardochais, bereit lvar, in den Harem des Ahasver einzutvestn, finden sich heutzutage die Töchter unserer jüdischen Finanziers bereit, dst Gattinnen der Erben der ersten Familien des christlichen Frankreich zu wevden. Da wir nun schon häufig Gelegenheit hatten, solche Vereinigungen zu erleben, sind Sie ein wenig zu spät gekonrmen, tvenn Sst mir jetzt von der Unmöglichstit der Verschmelzung der Raffen sprechen wollen. Ueberdsts halte ich es für schädlich, wenn in einem Lande Rassenunterschrede gemacht werden. Denn nicht die Raffe macht das Land und das Vaterland. Es gibt in Europa kein Volk, das nicht aus der Vermischung zahlloser Raffen zu einer Einheit geworden wäre. Als Cäsar in Gallien eindrag, war das Land von Kelten, Gallen und Iberern bowoihut, die alle verschiedener Abstamnüung U!w Religion waren. Jene Stänmre, dst hier die uralten Säulen errichteten, sbnmnstn nicht aus demselben Blut wie die Völker, dst die Barden und Druiden anbestten. Zu dstser Berunschung der verschiedenen Nationen trat noch der Einbruch der Germanen, Römer und Sarazenen hinzu, und so entstand ein hÄdenhastes, grotzarttges Volk... jenes Frankreich, das ganz Europa dst Gerechtigkeit, die Freiheit, die Philosophie lehrte. Denken Sst doch nur an den schönen Spruch Renans, ich wünschst, daß ich ihr: wörtlich zitieren könnte: „Was die Menschen zum Volk macht, das ist dst Erinnerung an die großen Taten, die sie gemeinsam voWrachten, und die Sehnsucht, neue, ähnliche Taten zu vollbringen." „Das ist alles sehr schön," gab Herr Terremondre zu, „da ich jedoch nicht den Wunsch hege, mit den Juden gemeinsam große Taten zu vollbringe!:, bleibe ich eben Antisemit." L „Und sind Sie auch dessen gewiß, daß Sst es imwct und vollkommen tverden bleiben können?" „Ich verstehe Sie nicht, mein Lieber." \ „So werde ich deutlicher sprechen. Sehen Sst mal —* 's ist eine allgemein bekannte Sache, daß so oft die Juden angegriffen werden, sich immer eine stattliche Zähl Juden den A!Meffern anschloß. So war es auch mit Tiü:s." Ms die Konversation soweit gediehen war, setzte sich der Hund Bergerets mitstn auf dst Straße hi>n und blickte , still-resigniert auf seinen Herrn. „Das können Sie auch nicht in Abrede sstllen, daß Titus in den Jahren 67 und 70 unserer Zoiirechnung ein starker Antisemit war. Er schlug Judäa nieder und rottete seine Bewohner aus. Er bemächtigte sich Jerusalems, brannte den Ternpel z>n Asche nstder, verwandelte die Stadt in eine Ruine und einen Schuttha-uftn so schr, daß die Stadt schon nach einigen Jahren, da ihr nicht einmal ihr Name mehr geblieben ivar, Aelia Capitolitm genannt wurde. Zur Erhöhung der Pracht seines Sicgeszuges ließ Titus auch den sivbenarurigen Leuchter nach Rom bringen. Ich glaube nun, daß dies ein so hohes Mas; des Antisemitismus /darstellt, daß Sie es — ich nröchte nicht ungerecht iverden Ihnen gegenilber — gewiß nicht erreichen möchten. Nun gut, Titus, der Zerstörer Jeriffalenis, hatte unter der: Juden eine große Zahl Freunde. Berenice lichte ihn aufrichtig und Sie wissen, daß auch Titus sie uur gegen seiueu Willen verlassen hatte. Josephus Flavins huldigst ihn: und Flavms war tvahrlich nicht der Geringste seines Volkes. Er stanMte von den hasnwnäischen Königen, lebte wie ein -strenger Pharisäer und schrietb ziemlich korrekt griechisch. Als in der heiligen Stadt der Te»npel zerstört war, schloß er sich Titus an und wurde der Vertraust des Kaisers. Er erhielt sogar das Birrgerrecht und den Titel eines rönn- ^scheu Ritters sowie eine ansehnliche Jahresrente. Aber glauben Sie nur ja nicht, Herr, daß er daurit das Judentum verraten wollte. Im Gegenteil, er hing getreu am Gesetz und war eifrig daran, dst Altertümer seines Volkes zu sammeln. Kurz, er war Jude und ist es auch geblieben i:uo war ein Freund des Titus. Mn, die Sache sieht y:-, ‘.\v;