Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1871 (1.5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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.. *nnit«; v»» p^rwgtttw»11^ --; .*- Baitmwollmarkt. Stew-VorK» 29. April. BaumwoNzufudren in den atlant. und Golfhäsin ltz.000, im Innern 8000 Ausfuhr nach Großbritannien —. nach dem Kontinent 17.000. . Lolalmarkt;«nid«11ing;s 2&.80 (letzt. Kurs 29.6YV Henbenz: Stetig. — Terminer .Avril —-.—. Mai^ 29.44, ' Juni t-Vtv- Juli 27:8b, August 26.30. Sevien'ber 25 —. '-Oktober 24.25, November Dezember 23.70, Jcinneo 28.88 : Februar —, Marz 28.50. , Berkiner Börse. Berlin» 30. April. Mit.der ohne die befürchteten fälle vorübergegangenen Beendigung der UItim»Ugt".dation staben auch die beinahe täglich stattfiüdeüden Exekutionen aufgehört. Die Börse atmete auf und eine freundlichere BermÄagüng war unverkennbar. Dies äußerte sich infolge von Deckungen' und Rückkäufen sowie angeblich wieder einsetzenden Auslandsertvevbtlngen, welche, zu Kurssteigerungen für schwere Pariere von durchschnittlich 1 bis 3, vereinzelt auch darüber, Billionen Prozent führten. Eine Beb"b>ntg des Geschäftes war aamit trotz vereinzelter Ansätze im allgenreinen aber nicht verbunden. Der ) Geldmarkt lag weiter gespannt. Auf dem Devisennrarkte tvar -henl-e eine angebliche Abnahme, der Anforde nnngen für die Hauptdeviffn sestzustellen. ...Nene Zwcmgsverlegenheiten sind auch gerüchtweise nicht bekannt geworden. (Alles in Billionen hon Mark.) S ch l u st k u r l er Türkische Lose 19.75.. Oellerr. StaotSbabn 27.5, Nordd. Llotzd 4.75, Der. Elbeschifsabrt 2.3, Berliner Handelsgesellschaft 26.—, Kommen. Privatbank 4.—,-Tarmstädter Bank 6.62. Deutsche Bank 8.75, Diskonto- Kommandit 8.9. Dresdner Bank 5.25, Rationalbank für Deutschland —, Oesterr. Kredtt 0.4. Oesterr. Länberbank —, Aeichsbank 23.5, Wiener Bankverein 0.325, Wr. Unionbank 0.3, Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 7.87, Bockumer Gnßstahl 37.5, Daimler Motoren 2.9, Deutsch-Luxemburger 32.—, Deutsche Maschinen 5.26. Dynamit Nobel 487. Felten u. Guilleaume 20.25, Gelsenkirchener Berg. 37.62, Tb. Golbichmidt 9.75, Harvener Bergbau 47.5, Hirsch Kupfer 24.25, Höchster Farben 10.1. Hohenlohe-Werke 19.25 Laurahütte 8.25, ManneSmminröbren 25.—, Phönir Bergbau 21.67, Cchuckert n. Co. 25.5, Siemens u. HalSke .32.25, Telephon Berliner 3.1, Dollarschatzanweisungen 80.5.. Prager Börse. Prag, 30. April. Die heutige Börse stand im Zusactmnenhang mit der Baisse cm der Wiener Börse wieder rm Zeichen heftiger Kursrückgäirge, die namentlich in Arbitragspapievon zum Ansdruck kamen. Die schwache Stimmung übertrug sich auch auf den Bankenmarkt. Wiener Banlpapiere konnten jedoch ihren letzten Kurs nveist behaupten. Berkehrswertelagen schwacher. Auch Kulissepwp-iere gingen zurück. Inr Schranken waren Alpitrc, Prager Eisen- und Textilwerte behauptet. Dagegen erlitten Zucker-, Brauerei-,'Österreichische ..Hütten-, i Königshoser- und Bergntann'-Aktien größere Verluste. Die gestern bei einigen Anlagewertien zutage getretene mäßige Besserung erwies sich als vorübergehend n-nd .trotzdem,düs Geschäft etwas reger war, schwächte sich die Mehrzahl der Kurse ab. Am Cxotemnarkt wama.VSchstnPisieseMr-schwach. Dve Schlußtendenz war sehr schwach. ' . S .cb t u ß t N r i e: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken —.r-, Böhm. Unionbank 442.—. Böhm. Eskomhtebank 429.—. Böhm. Industrialbank 424.—, ZivnostenSkaL Banka 404L0. Angloban! 120.50. Oesterr.-^Kredit ,90.-?-., Wiener Unionbank 82.—, Wiener Bankverein 65.75, Buscktiebrader Eisenbahn Lit. A Lit. B FerdinandS-Nordbahn 5900.-. i Prag-Tnxer. 173.—, Ausstg-Tevlitzer Eisenbahn -—' Restomitzer Zuckerindnstrie 1420.—. Vereinigte Elektrizität Wien 125.—.. Brosche 1026.—, Koliner Spiritus 1008.?-, Königshofer Zement 985.—, Breitfeld-Dünek 469.—, Ninghoffer 670.—, Simmerinaer 107.50, Aotbkosteletzer Textil 318.—, Alpine; Diontan 242.—, Poldihiitte 275.—. Prager Eisen 918.—, Oesterr. Berg u. Hütten 2180.—. Skoda 558.^-. Jnwald 241.—. Bubiipester Börse. Budapest, 30. April. Der Verkehr trug wiederum ein flaues Gepräge. Während des ganzen Börsenverlaufes setzte sich die Abwärtsbewegung der Kurse, fort, so daß sich bis zuim ■ ilnft trotz der Rückkäufe, die in der zweiten Börsenhälfte xzam .... op»C.: Ufa getätigt wurden. Kursrückgänge bis--zu * 5 Prozent ergaben. Exekutionen wurd>en heilte in großen Posten, vorgenommen, weshalb die Aufnahmsfähigkeit des Marktes ganz zusammenschrumpfte. Wochvnaeld war ch großen. Mengen zu haben, konnte aber zu den hohen Zinssätzen .nicht planer, -."rden. Der Schluß war bchau^Eder Verkehr mmimäl^ (Alles in Tausenden voü Kronen.'' S ch luß k u r s e: Britisch-Ung. Bank 70.—, Üng. Streblt 670, Oesterr. Kredit 524, Salgo Kohlen 755,' Nimanmranyer 140, Südbahn 93.—, Staatsbahn 605.—- Anglobank — Gran- Szaszvarer 435, Oberung. Berg- Hütten 580.—, Drascke- Ziegrl -290,' Ung. allg.-Kohlen. 3450,. Urikann «Kohlen 9Y0,A Kobnrg —i—, Spodium 233, Clotilde chem. Fabrik 90. " Uno- Eisenbahnverkehr 240, Verein. Holz 38. Adria 1620. Ae Vevilentmse. Zürich» 30. April. (Devisenkurse von 12.15. Uhr. — VoN der Schweizerischen. Kreditanstalt mitaeteilte Mittelkitrie.) Berlin pro Milliarde —Holland 210.— (209.50), Reiv-Pork 560.- (562.50\ London 24.59 (24.65V Paris 36120 (36.301, Mailand 25.10 (25.15), Brüssel 30.75 (31-). Kopenhagen 94.50 (94.501, Stockholm 148.- 1148.-.), Cbristiania! 77.50 (77.50). - Madrid 76.75 (77.50), Buenos Aires 182.- (184.-), Prag 16.44 (18.50), Budapest 0;0073 (0.0074), Bukarest 2.90 (2.90), Belgrad 7.02'/, (7.05), Sofia 4.10 (4.15), Warschau ■ (-.-), Wien 0.0079 (0.007925). Dvrlitr, 30. April, cDevisenkurse.) (Zn Goldmark für^ ,100 Einheiten mit Ausnahme von Buenos, New-Dork, London,Javan , und Rio für 1 Einheit, Wien nnd Budapest für 100.000 Einheiten.' Amsterdam 157.36 (157.il/, Belgien 23.04 (2314), Cbristiania 57.85 (58.10), Kopenhagen 70.82 (70.52), Stockholm 110.47 (110.47), Italien 18.95 (18.75,, London 18.405 ' (18.4051, - New-Aork 4.19 (4.191, Paris 27.23 (27.23). Schweiz 74.61 (74.61), Spanien 67 61 (57.96), Wien 5.98 (5.98), Prag 12'46 (12.46 ,, Budapest 5.38 (5.38), Sofia 9.09 (3.09); Belgrad 5.28 (5.38). ■ ' Derli». 80. April. (Notenkurse.) (In Golbmark für 100 Einheiten mit Ausnahme von Dollar und Pfund für 1 Einheit, österreichische für 100.000 Einheiten und polnische für 1'Million Einheiten.) — Noten: Dollar 4.19 (4.19), Pfund 18.40 (18.40), Italienische- 18.85 (18.86), Oefterreichjsche 5.62 (5.98), Polnische 4.36 (4.385), Tschecho-slowakische 12.47'- (12.86). Budapest, 80. April. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 31.700 bis 32.600, Bukarest 430.- bis 450.-, Kopenhagen 14.300 bis 14.70p.Christiania 11.700 bis 12.050, London 371.300. bis.381.300/ Berlin bis —Italien 3790.-- bis 3900.-, Paris 5460.- bis 5620.-, Prag 2480.- bis 2650..-, Stockholm 22.300 bis 22.950, Zürich 15.100 bis16.600. Wien 1.1925 bis 1.2245, Sofia 615.— bis 635.-, Agram 1060.— bis 1090.-, New-Rork 84.500 bis 86.800. Warschau bis , Brüssel 4640.-. bis 4780.-. Prag, kV. April. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Dankamte des tschecho-slowakischen Finanznnnifterinms.) — Berlin») 8.05 (8.05). Zürich 605.50 (605.50), Paris 223.75 (224.25), London 149!30 (149.30), New-Pork 34.05 (84.05), Belgrad 43.37'/, (43.37'/I, Bukarest. 17:70 - (17.60), Wien 4.83'/, (4.76), ' Warschanchl 3.42. (3.42),' Agram Budapest 4.12'/a (4.07'/9), Jugoslawische 48.37'/, (43.25), Oesterreichische gestempelte Krene 4.80. (4.80), Polnisches 2.90 (2.90). Ungarische 4 05 (4.05). , *) Pro Billion. D pro Million. ■ AgraM, 30. April. (Deviien.) Wien 0.1135 ki4 ' - 4 'BerN«"—.— bis —.—, Budapest 0.12 bis —, Bukarest.42 G. bis Italien . 359.70 bis —London. 352.- bis New-Pork 80.— bis.—.—, Pafts-62012 bis —, Prag 235.— bis Sofia —bis—.—, Schweiz 1432.— bis —, Brüstel bis Warschau bis Amsterdam 3012.50 bis Stockholm bis . Belgrad» 30. April. (Devisenkurse.) London 352.25, bis , Paris 516.- bis New-York 8007.50 bis - Genf 1429.50 bis Saloniki bis Mailand 359.25 bis Drag 235.25 bis Berlin bis Men 0.1134'/, bi« Bukarest 41.50 bis Sofia —bis —, Budavest —bis —. Brüssel — bis —, Amsterdam 3010.— bis —.—, Warschau — Hi8 . i Warschau»30 April. (Devisen.). Berlin —. London 2275 bis New-Pork 516 bis 521, Prag 1517 bis 1532, Men 728 bis 734. ---- -‘ . .T ——; , ~ ^eziHNnc,swei^e Stangensetzen besorgt In. den'Witierungs-,.. verhalkülssett rst"'eine Besserung zu verzeichnen und werden im Lau^fe der Woche-die letzten , Nachzügler mit dein Hopfengeschäft fertig sein. In der öffentlichen Hopfensigniechalle in Sacp;,. wurden insgesamt 18.681 Ballen Hopfen der Ernte,1923.''das sind 43.340 Zentner zu 50 Kilogramm, beglaubigt. , Am N ü r n b e r ff.e r Hopsenmarkte war das Geschäft gleichsglls. rnHig. Die Nächfrage nestültete sich, schwäch, dagegen verchEeir sich oie Besitzer von, Hopfen stets abgabewilliß. Bei eine^Wochenzusühr von 30 Ballen wiw nur em Umsatz von 26 Men gemeldet. . ~ Börse für landwirtschaftliche Produkte. (Eigenbericht der „Wiener Moraenz-eitung".) . Die Besterunig der Absatzverhältnisse m M-chlen habeyr auch eine Vermehrungder Getre-deumsätze bewirkt. Speziell in Werzen und Korn hatsich das Geschäft wesentlich frettMicher .gestaltet, es gelangten: .ziemlich umsanareiche Tstengen. in öst-erreichrschen, ungarischen und ruintän'.schen Provenienzen zum Verkaufe.' Ingoslawilsche Ware ist schr knapv offeriert, da im Lande selbst höhere Preise bezahlt ivevden nls ans '»nt Wiener Platze ,jn erzielen sind. In Hafer herrscht monretttan eine außerordentliche Kitappheit, die indes bald wieder überwunden sein durfte, da Nchzuschmde. in Aussicht stehett. Die verschiedenen Käufe zur'Deckung des LokaWadarfes erfolgte ontf Bans vollst beilMvpteter Preise. Die Gerstetendenz in der Slowakei sprach sich>eher Wer. aus, dä die Bestände aus letzter Ernte rmr mehr gersttge Mengen umfasien. Auf dem Wiener Platze ist wohl Bedarf vorhanden,' doch, scheitern Abschlüsse streziell in slowakischer Ware an den tnangelndcn Offerten. Das Matsgeschäft zeigte weniger befriedigendert Umfang, doch gelangte auch hier prompte. und schwinnmende Partie znm Umsätze. Das Geschäft in Feiumohlen hat . sich neuerlich gebessert. Der Krmsrmr greift wi-cher, ein und besorgt Ankäufe in Feinmnchlen. wobei er auch die unveränderten Pveissorderrmcien schlank beloilligt. Noggeitmehle, Futtertnchle, eib'enso Kleie sind voll preishailtend. ' ES notieren pro Kilogramm ab Men inklusive der Warenumsatzsteuer: Weizen inländischer 3350 bis 3375 K., .jngöflawischer 3560 bis 3600 K., nunänischer 3350 bis 350Q K„ Roggen inländischer 3150 bis 3225 K., ungarischer 3050 bis 3075 K., rumänischer 2850 bis 2875- K., Gerste inländische 8450 bis 3600 K.. tfchecho-slowakische 3600 bis 3900' K.. 1.70 bis 1.80 tschech. K. ab Marchegg. Futter- gerste 2750 bis 2850 K., Mais 2700 bis 2800 K.. Cinquantin 3300 bis 3400 K., Hafer 2800 bis 2900 K., Weizengrieß inländischer 6000 bis 6100 K., ungarischer 5800 bis 5900 K., Weiz'enmeltl Nullet inländisches 5600 >i8 5750 K., ungarisches 8- 5400 bis 5500 K.. g 5200 bis 5300 K., amerikanisches Voll- .patent 5700 bis 6100 K., Brotmehl Ia 4000 bis 4100 K.. Futtermehl 1» 2700 bis 2800 K., Rogaenmehl l& 4600 bis 4700 K.. Wchenklete 2150 bis 2200 K., Roggenkleie 2050 M 2100 A. - Mehmörkte in 6t. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) R i n d e r m a r k t. Der gestrige Auftrieb belief sich auf 52 Stück inländisches, > 95 Stück ungarisches, 107 Stück iugoslatvisches und 79 Stück, rumänisches, zusammen 333 Stück Schläch- .vieh, worunter sich 302 Stück Mast- und 31 Stück Beinlyieh befanden, Der Gattung nach waren 226 Ochsen. 57 Stiere und 50Mhe. Bei Marktbeginn machte sich bessere Nachftage bemerkbar. Im Lause des Verkehres jedoch trat eine flaue Stimmung ein, so daß - die Montagpreise in Geltung blieben. Schweinemarkt. Aufgetrieben wurden 161 Schweine, darunter.. 06 .Fleisch- und 95 Fettschweine. Letztere notierten Wie>:nestern,'.während Fleischschweine um 500 K. pro Zkilogrmnm im Preise gestiegen sind. Es notierten: Fettschschweine 22.000 bis 25.500 K. und Fleischschweine 24.000 bis 26.000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. S t e ch p i e h m a r k t. Die Gesamtzufuhr belief sich ans 2449 Stück ' Kälber,' 698 Weidnerschweine, 159 Weidnerschafe, 60 Ziegen, 2607 Kitze und 226 Lämmer. Primasorten Kälber blieben im Preise behauptet. Alle anderen Qualitäten haben sich nm 1000 K. pro Kilogramm verbilligt. Fleischweine sind um 2000 bis.3000 b- und Fettschweine bis zu 3000 K. pro Kilogramm gestiegen. ES notierten: lebende Kälber 16.000 bis 26.500 K., WeidNerkälber 19.000 bi» 30.000 K., Fleischschweine 24.000 bis. 30.000 (31.000) K., Fettschweine 26.000 bis 29.500 K.. Schafe 8000' bis 18.000 K., Ziegen 4000 bis 12.000 K., Kitze, r.md Lämmer 12.000 bis 24.000 K. pro Kilogramm. . Copyrigth by 19*3 - Nachdruck verdaten. Dentsch-vesterreichischer Verlag, Wien. 83. Fortsetzung. Me Hermütlofm. Don Wilma Bukellch. Und -Iemde hier in Parias! Wo sie das >laute, gesteigerte Debtzn witterte, das -sie liebte und dem sie sich sofavt hmgab. Sie fieberte mit, in der gleichen Intensität, selber eleiktrffche Wellen ausstvahlettd, und wer immer ihr nahelkam, mußte gleichfalls -mitfiebern. Und immer und überall hatte sie diese Wirkung erzeugt und -tvar es so gewöhnt, zu wirken,-wie sie'gewohnt war, zu gehen, sich zu betasten und seDber zu fühlen. Und sie war sprachlos und konnte nicht fassen,'da'ß'sie. gerade dort, wo sie die letzten Bozichungett zu einem-Menschen angebnüpst hatte, daß sie gerade ihrem Manne gegenüber versagte. Ja, mit gvenzenlrsom Staunen^ beobachtete sie, wie immun Arpad ihren Ausstrahlungen gegenüber war, und daß er überhaupt nichts von dem Fluidum zu Mren schien, das alle, die je in Lydias Nähe geraten waren, berauscht und entzückt und zu ihren Knechten gemacht >hatte. ' Wie war das? HaÄe er,sie nicht lieb? Oder war es nur, weil er-ein so korrekter und tadelloser Gentleman war, einer, der immer aus der Höhe ist. Ein Mann, der Lydia als Brautgabe eine Penlenschn-ur geschenkt hatte, sdlche Perlen, daß, man ' in Raserei geraten könnte, wenn man daran!,dachte. Den Höhepunkt.eines ganzen Fra-uenlebens stellte, rine solche Perlenschnur dar, von, der Millionen tväüimen,-aber nur eine bekommt sie. Einer wird sie in den Schoß'geworfen, und ein Mann, der solche Perlen ^verschenkt, ist immerhin.einer, ftir den man sich Mühe, geben davs, hatte Lydia gedacht. Das. heißt, am Anfang hatte sie so gedacht und hatte sich auch alle Mühe gegeben. War Lhdra geivesen: lockend, lauter Dust, lauter Frische. Hatte imrüer gellacht ünd ihre drolligen Ideen vor Arpad ausgeikMlvt. Aber Apard' war sehr für Diät und hütete sich Peinlich-vör'jeder Aufregung. . Er vertrug nur homöopachische Hofens' fürchkete sich vör. jedem Luftzug, Scheute jeden halblaliten Torff' beva-Vscheute' jedes' Sichge^nlassen und war selbst in der Bvautnacht von so klassischer und tadelloser Korrektheit, daß Lydia noch Monate nachher in der A-oßen Erinnerung an jene Nacht bittere Enttäuschung empfand, da sie dem „Großen" sehnlfüchtig und scheu entgegengelebt hatte, während er programmgernäß mit dem Kellner, das stilgemäße Souper besprach, sein > Badewasser parfümierte, seinen seidenen Pyja-ina der Farbe der Bettdecke und der Tapeten anpaßte und im Stil und der Korrektheit fo.weit ging, daß Lydia, nachdem sie, den ersten Gesang von Aranh Iauos^ Toldi nach vorm und nach vückivä,rts memoriert Attte, schließlich einschlief und noch im Schlafe vor Langerweile seutzte und träumte, sie ginge Wer eine dürre und sonnenverbrannte Pußta an der Seite Arpads dahin,, wo es von summenden und stechenden Mücken wimmelte, und sie brauchte Hände und Mhe, um sich dieser unausstehlichen Blutsauger zu erwehren;-und die Pußta nahm kein Ende, und die Mücken summten monoton und trostlos und saugten an ihrem Blute, und vor Mißbehagen wachte sie auf und da lag Arpad, gar nicht mehr stilgemäß, aus dom Rücken und schnarchte greulich, und sie vermeinte aus ihren Lippen noch immer den faden Geschmack seiner Küsse zu spüren. Und Arpads Schlafgeisicht war so leer und von einer fo durch und durch unausstchlichen Dummheit, daß sich Lydia auf das feierlichste-vornahm, seine Neigungen für getrennte Schlatzimmer eifrigst zu unterstützen; denn sie wollte eS möglichst vermeiden, Nacht für Nacht von den bösen Mücken; träumen zu müssen, ^Und wenn es schon >das Große nicht war, -so wollte sie doch Hre Ruhe haben. Es war das wenigste, waS das Leben ihr schuldig war, Im übtigen war Arpad wirklich eomme il faut. Grandseigneur. Dritte Gemration in. ihrem vornehmsten Extrakt. Sein Borhomd blühte. Seine, Haltung war die eines etwas angelebten SprößlingS alter Dynastien. Sein Geschmack war tonangebend für jene sublimen.Erscheinungen zwischen zwei. Raffen, die in Budapest die Foyers der Devgntügungsorte füllen. Er gehörte,zu. jleneU, die in der Oper gähnen, an das Variete >mit ästhetischen Forderungen hevantveten und sich erst, «ach Ästitterngcht und nachden allerraffluiertesten Nummern etwas beleben und ihre platonffchen Beziehungen zum schönen Geschlecht, in konkretere, ve'rwandelnu s Lydia aber war gelähmt. Ihr Spott versagte. Ihre ^osünde Lachlust erftor. Was war da's? Stand sie vor esnem Eisberg? Betastete ihn mit ihren lyävmen,- bettelnden Händen und >war doch außerstande, Leben in ihm zu e-vtvecken? Geradezu fassungslos stand sie vor diesem Rätsel, >dem gegenüber ihre Sicherheit, ihre Logik, ja, das Hude, das sie auf gebaut 'hatte seit ihren Kindertagen, zusammenfiel, in Trümmer ausemanderbavst. Und Lydia stand vor diesen Trümmern mit gerungenen' Händen und tränenlosen Augen und wußte sich nicht zu helfen. ' Ihr sprudelndes Leben versiegte vor der kühlen Korrektheit dieses in sich vollendeten Stils. Sie verlor die Lust an ihren schnurrigen kleinen Einfällen, denn da war keiner, der sich darüber amüsiert und wa's noch ärger war: keiner, der sich darüber geärgert hätte. Ja, es gelang ihr niemals, Arpad wirklich in Harnisch zu bringen,' so große Mühe fqe sich auch gab. Ihre ewigen Widersprüche überhörte er. lieber ihre Ungezogenheiten war er so erhaben, daß er sich-erlaubte, sie zu ignorkven, wie man die Ungezogenheiten eines Kindes ignoriert, das nichts bedeutet. ' Lydia ballte die Fäuste. Sie beging Dinge, die fönst gar nicht in ihrer Art lagen. Sie benahm sich auffallend, nur um ihn zu ärgern. Tat immer das Gegenteil von allem, was er wünschte, nur um ihn einnral, ein einzigesmal außer Faffung zu s-chen. Er aber zuckte wortlos die Achseln und drehte sich eine Zigarette. Das war sein letztes Argument. Und,wenn Lydia tagelang'schmollte, paffiive, Rssisten-z übte und ihm die Tür ihres Schlafzimmers vor der Nase zuwarf, dann fuhr er eben allein ins Moulin rouge — und^ Lydia Weinte sich in den Schlaf. Das Htte sie davon! Urtd' wenn sitz stritt wie ein. Waschweib, weinte wie eine Hysterikerin,, iwipe'r etwas wollte, aus Prinzip, aus Bosheit, aus Trotz, so merkte, er kaum etwa's. Ja, er merkte überhaupt erst etwas, wenn Lydia schon völlig erschöpft, schon völlig, saffüngslos war in ihrer. Raserei. Er aber mischte ihr sehr rühig ein Glas Brom. und meinte,; daß ihr. in allen: und jedem die Diätetik fthle. Daß das Leben. Biffen um Bissen genössen werden müsse und- Schluck um. Schluck- Und nur Wer. den Schluck zu genießen verstehe, seider richtige. Gourmand, er konöme' auf die Blume-und das Parsiim des Ganzen^ . (Fortsetzung folgt.)