Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1871 (1.5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Sette 4 Men, Donnerstag Wiener: MörgenAeitANg. 1. »t 1024 m Sie IftmeMche Wim - Saite Vom 4. bis 11. Mai 1924 Stärket die Arbeitsfreude, die Zuversicht unserer Palästinensischen Jugend durch wahrhaftige Opferleistungen! Sie bauen Straßen, entfiumpfen das Land, bestellen den Äcker, errichten Städte. Gebt ihnen Mittel für Saatgut und landwirtschaftliche Geräte, für Einwanderer- Heime und Spitaler und lasset die Lehrer ihrer Kinder nicht darben!’ Widmet diese einzige kurze Woche mit aller Hingabe der Arbeit für den Keren Hajessod, bringet Opfer und veranlaßt alle, ans. die ihr Einfluß habt, Opfer zu bringen. Sitz der Aezirksleitungen. Misrachi - Landeszentvale. Bez., Pratersicaße 43, Telephon 40-4-91. Alle Zuschriften in Sachen der österreichischen Palästina-Woche sind zu richten an das Bureau des Keren Hajessod, 1. Bez., Bauernmarkt 24. . Die Wiener Die Pionierarbeit des Keren Hajessod. In Vorbereitung dev großen Werbeaktion für den Palästina-Ausbaufonds fand gestern im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Konferenz der Mitarbeiter statt, denen Herr Adolf Böhm in Form eines Vortrages Wer den Aufbau Palästinas einen Leitfaden der Bedeutung des Keren Hajessod gab. Es ist schwer, sagte er, ein Land durch Spenden aufzubauen. Aber so lange die Privatinitiative und das Privatkapital nicht eingreifen, weil die finanziellen Möglichkeiten noch nicht ergiebig scheinen, muß der Keren Hajessod 1. Bezirk: Dr. Josef Berger- 1. Bez., Eßlinggässe 7, täglich 9—12, 3—6 '(Telephon 63-7-81- — Nächste Sitzung: Freitag, 2. Mai, 8 Mr nachmittags. 2. Bezirk: Leiter: Lehrer ..Aron Schwertfinger, Bezirkssektion, 2, Bez., Taborstraße 20 a, Telephon 46-3-26, täglich 2 bis 8 nachmittags. — Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr abends, Cafe Stadt Wien, 2. Bez., Taborstraße 8. Pratersprengel: Leiter: Die Herren Bartfeld, Katz, Dr. M, N. Gelber. Sitz:.Vereinsheim, 2. Bez., Junggasse-8. Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr abends dortfelbst. 3. Bezirk: Leiter: Oberfin-anzrat Dr. Benedikt. Sitz: Cafe Lovrana, 3. Bez., Löwengasse. Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr dortfelbst. 4. bis 5. Pezirk: Leiter:/Herr Schreier, 5r Bez., Spengelgasse 7. Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr abends,' Terassencafe. 6. und 7. Bezirk: Leiter: Bezirksrat M. Kohn und Frau Berger. Sitz: 8. Bez., Bennoplatz 1. Nächste Sitzung: Sonntag, 4.. Mai- 10 Uhr vormittags dortfelbst. - 8. Bezirk: Leiter: Dr. Alfred Löwh. Sitz: 8. Bez., Bennoplatz 1 (Vereinsheim). Nächste Sitzung: Freitag, 5 Uhr nachmittags dortfelbst. 9. Bezirk: Wird biS auf weitere sbon der Keren Hajefsod-Zentrvle geleitet (1. Bez., Bauernmarkt 24). Nächste Sitzung: Freitag, 2. Mai, 4 Uhr nachmittags dortfelbst.' 10. und 11. Bezirk: Leiter: Dr. Robert Weiß, Favoritenstraße (Sekiionsheim). Nächste.Sitzung: Samstag, 8 Uhr abends dortfelbst.. 12., 14. und 15. Bezirk: Leiter: Oskar Goldfchmidt, 15. Bez., Herklotzgasse 21. Nächste Sitzung: Samstag, 8 Uht dortfelbst. ' 13. Bezirk: Leiter: Herr G. Sprinzeles, 13. Bez., Remdlgasse Nr. 44. Nächste Sitzung: Samstag, 7 Uhr dortfelbst. 16. und 17. Bezirk: Leiter: Dr. Nathan Korn. Nächste Sitzung: Samstag, 8 Uhr abends dortfelbst.' 18. Bezirk: Leiter: Frau Erna Patak. Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr abends, im Zionistischen Landeskomitee, 2. Bez., Taborstraße 20a.~ 19. Bezirk: Leiter: Ing. Freundlich, 19. B., Dollinergasse 3, Tempelgebäude, Nächste Sitzung: Donnerstag, 1. Mai, 8 Uhr abends, Cafe Döblingerhof, Billrothstraße 49. 20. Bezirk: Leiter: Die Herren Miwes und Griffel, Karl Meißl-Straße 5 (Vereinsheim)/ Nächste Sitzung: Donnerstag, 1. Mai, 8 Uhr abends, dortfelbst. 21. Bezirk: Leiter: Herr Präger, Am .Spitz 2. Nächste Sitzung: Samstag, 3. Mai, 8 Uhr abends, Tempelgebäude, -volzmeistergasse 12. MisrachrHen! Meldet euch jeder in seinem Bezirk zur oben angegebenen Zeit bei der betreffende:». Bezirksleitung und erscheint bei den oben angegebenen SiZungen. . alle Pionierarbeit leisten. Denn das Land kann nicht warten. Es müssen gemeinnützige Zwecke erfüllt und Werke wirtschaftlicher Nahat unternommen werden. Die Gründung von Schulen und Spitälern, die Ausstattung der. Einwanderer, die Errichtung von Häusern sind dringende Tagesnotwendigkeiten. Der Ausbau der Kredite für die Agrarwirtschaft, für das Bauwesen und die Handwerker, die Förderung der eminent wichtigen Arbeiterbank, die Gewähbnng von Jndusiriekrediten an kleine, aber fachkundige Unternehmer sind die dringendsten Verwendungszwecke des Keren Hajessod. Sogar für ausgesprochen materiell aussichtsreiche Unternehmungen, wie das Ruthenbergsche Elektrizitätsprojekt, dessen umfangreiche Konzession die kühnsten Möglichkeiten für Kapitalisten bietet, für den Ausbau des Hafens von Haifa, der sich auch heute schon rentieren würde, ferner für die Ausbeutung der Schätze des Toten Meeres hat sich das private Kapital noch nicht praktisch interessiert. Daher muß der Keren Hajessod all dies in seine Einflußsphäre bringen. Hitachduth! Sämtliche Mitglieder haben bei der Donnerstag, 1. Mai, halb 8 Uhr abends, stattfindenden Sitzung, 2. Bez., Zirkusgasse 33, zu erscheinen. Es ist zu betonen, daß die Investitionen des Keren Hajctod wirtschaftlich zum größten Teile erhalten bleiben und produktive Werte darstellen. In diesem Sinne ist der Keren Hajessod zu verstehen. Er stellt gewissermaßen die Kriegslasten des jüdischen Volkes für die Befreiung des Landes dar, zu denen die 300.000 Juden Oesterreichs bisher 0,4 Prozent bei einer Leistungsmöglichkeit von fünf Prozent beigetragen haben. Die Beiträge-müssen .wesentlich erhöht werden, um die Eingöwanderten in ihrer Existenz zu sichern und neue Einwanderungen dorzubereiten. An die mit großem. Beifall aufgenommenen klaren Ausführungen Böhms fchloß ' Oberbauvat Stricker einige Worte. Er wies insbesondere darauf hH daß die Mion der Beginn einer Mernakscheri Arbeit sein müsse. Sodann referierte Dr. Blauer über die Organisation der Werbearbeit und erklärte die Prinzipien der Sammlung bei Zionisten und Nichtzionisten. Er Mzierte das PropaMndämäWrM/ worauf die SektionsMer in den Bezirken nominiert .wurden. In der Debatte wuÄ>e aus dem Schoße der Mitarbeiter htzi Betrag von 50.000 Kronen als geringste Zeichnungslsumwe bestimmt, Äie Aktion der österreichischen Palästina-Woche wird von der Zentrale der österreichischen Keren Hajessod-Kommisfion geleitet. Nodene SSÄSSNlSgSN Waschtische u. Klosette GEBRÜDER HflEDEK III. Ungargasse 47 5011 Telephone 1B53,1040, 70107 , Mt Wohltim! Von Siegfried Schmitz. . " Die Wohltätigkeit - und Mildtätigkeit, wie' sie guimeist ' geübt wird, bedeutet im Grunde gewöhnlich eine Art Loskänfens von dem,-womit sie eng verbunden sein mühte, von der Hilfsbereitschaft. Für gewöhnlich geben die Leute, nicht, um zu Helsen, sondern um . nicht helfen zu-müssen. Denn helfen ist weit schwerer denn geben, erfordert mchr Liebe und vielleicht auch mehr Mut. Wenn man auf der Straße die Leute beobachtet, die dem Elend oder dom Siechtum geben, so sieht man auf ihren Gesichtern Furcht;-nicht die Furcht vor dem namenlosen Unglück; das ihnen gegenübersteht oder entgegetthockt — die wäre ausdrucksloses Entsetzen-—, sondern die Furcht, die feige Angst, dieses Unglück könnte sich aus sie.zu bewegen, sie umklammern und Hilfe verlangen, die Hilfe, die es berechtigt' ist zu empfangen, weil es Meuschennnglück ist. Und die armseligen paar. Groschen, mit äiigstlich abwehrender Handbewegung hingeworfen, sie sind das Lösegeld; um die .Forderung, welche, das Unglück an die Glücklichen stellt, welche die- Schwachen mit - vollem menschlichen Recht gegen die Gesunden erheben, die Forderung nach der menschlichen Hilfe nnd Hilfsbereitschaft abzuschütteln. . . Aus diesem. Empfinden heraus habe ich eine -unauslöschliche Abneigung.gegen Wohltun und Mildtätigkeit. Wo ist die Hilfe, der natürliche Trieb, der bei den niedrigsten Tieren wahrzunehmen ist? Ich leugne nicht, daß Hilfe eine überaus unbequeme Sache ist, ,da sie menschliche Hingäbe erfordert. Oft und oft bedarf es aber wirklich nur geringen Energieaufwandes, um wirklich zu helfen; und doch scheuen die meisten.Menschen selbst vor diesem geringen Anfwand an Menschlichkeit zurück. Ein Beispiel 'für' viele: Jüngst ging ich über den Hof und bemerkte ein kleines, etwa neun Jahre altes Mädchen, welches einen schweren dicken Knaben ans dem Arm trug; das Kind ging zögernd auf eine vorübereilende Dame zu. Ich dachte erst, es sei eines der vielen BetteMnder, denen man nur zu häufig begegnet.'Doch als ich näher kam, erkannte ich.an Aussehen und Kleidung, daß dies kein. BetteMnd sein könne. Die Dame reichte hastig dem Mädchen eine Geldnote und eilte weiter. Nie werbe ich den schmerzlich verwunderten Blick vergessen, mit dem. das/ Kind aus seinen großen tiefen dunkelblauen Äugen der Dame Mchschaute.-Während ich mchemerkt näher.Daur, hatte .das Mädchen einen gemächlich ernherschreitenden Passanten angespvochen und ich hörte die Worte, ariig und guterzogen, wie.sie nur reinliche Häuslichkeit und saubere Einfachheit des Elternhauses -bei einem Kinde formt: ,Mt? schön, gnädiger Herr, dnnen.Sie insr Men, .ollich noch weit nach der Ich kenM'MichW^nWMs?' ,M .häst gär nicht'weit, läutete die Antwort, „geh' nur'weiter". Diese Auskunft-wurde Am Hof erteilt, et-.rä Äreiviertel Stunden Fußwegs von der Heiligenstädtevstraßo entfernt, eiWm-neunjährigen Kinde, , das schwer an.ÄVr Last seines Keinen Brüderchens trug....Die letzten Worte dieser Auskunft, das ,-Geh' nur »weiter" beweisen am 'besten, daß diese Auskunft wohl wider besseres. Wissen gegeben wurde, aber nicht ettva aus Bosheit, sondern nur um. der Mühe zu helfen, zu entgehen. Und es war doch nichts zu tun, als de m Mädchen, welches, .während die von ihm abgöttisch geliebte Mutter krank im Spitale lag, mit seinem kleinen Brüderchen einen langen Spaziergang gemacht und sich dabei verlaufen hatte, zu der dreihundert Schritte entfernten Haltestelle der Linie 86 zu sichren, ihr . eine FahMrtezu lösen und 'sie so »nach Hause , zu schaffen. Die grausame Gnttäu- . schung, die dieses Abenteuer mit Menschen dem Kinde bereitete, drückt sich am besten in den Worten aus, die es sprach, als es sich beim Einsteigen in die Tramway artig von mir verabchiedete: „Was soll ich mit dem Geld der Dame anfangen? .Ich.brauche es Vicht!" Annes »Kind . . . kür unsere Abonnenten Die Verwaltung der »Wiener Morgenzeitung“ hat sich entschlossen, ihren Abonnenten die Möglichkeit zur kostenlosen Erwerbung des bedeutsamsten jüdischen Oeschichtswerkes „Oraetz, Geschichte der luden1' zu bieten. Diejenigen unserer Abonnenten, welche die Bezügsgebühr für ein Jahr im Vorhinein entrichten, erhalten als P RAM I E: Qraifi,@e$chichte dar Juden i s! Mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der uns zur Verfügung stehenden Geschenkwerke können wir diese Aktion nur bis 15. Mai 1. J. führen. Es werden daher nur solche Bestellungen berücksichtigt, welche bis spätestens 15. Mai 8.1. in unsere Hände gelangen. Zugleich mit der Bestellung muss die Ueberweisung der für ein Jahr entfallenden Abonnementgebühr erfolgen. Diese beträgt: Für Oester»eich K 420000. (Bei.Postversendung des »Graetz“ sind überdies als Ersatz der Porto-und -Vetpadcungsspesen K 15.000:zu zahlen.) ' ‘ ' V v Für alle Auslandsstaaten das zwölffache der monatlichen BezugsgebUhr zuzüglich K 25.000 für Porto und Verpackung in der Währung des betreffenden Landes. Unser Geschenkwerk „Graetz, Geschichte djer Juden“ bildet nach Ausstattung und Inhalt die Zierde jeder Bibliothek. Diese’ bisher junübertrbffene Pärstellung des jüd.. e s c h i c h t s v e r 1 a u f e s gebärt in die Hand eines Jeden luden i Verse hleisser haben keinen Anspruch auf die Prämie. - Die Verwaltung der „Wiener Mörgenzeituns“ Wien, li.faborstrassQ 1—1, Telephon 44-0-38, 43-3-19 ■