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Wiener Morgenzeitung · 1924-05-01 · Heft 1871 (1.5.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1871 (1.5.1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wtt WM, Tonne rZtag >■.....— ..’--—-- Bo» Bürgerrecht der Minderheiten in der Airkei. ÄüNstantiMprl, 29. April, (I. T. A.) Die 4tatio»aldersammlung irr Angora hat irr - der SpeZialdcüattc die letzten Punkte der Konstitution angenommen. Sodann Jtmrb* «die neue Verfassung als Ganzes angenommen. In bezug auf das türkische Bürgerrecht für Äe Angehörigen'der nationalen Minderheiten im Lande wurde beschlossen, dein Artikel 88 der Konstitution rkne einschränkende Wirkung zu verleihen. Ursprünglich, gab der Artikel allen.türkischen Untertanen, ohne Unterschied der Rasse und der Religion das Recht, sich'Türken zu nennen. Die Einschränkung besagt nun, daß die Angehörigen der nationalen Minoritäten nur soweit Türken genannt werden sollen, als sie wirklich Kinder des Landes sind. Dies ist so ausgelegt worden, daß versucht werden soll, Griechen und Armenier, so« weit cs angelst, von dem Genuß des türkischen Bürgerrechtes ausznsch l i cßen. Im Falle der Juden und anderer Minoritäten heißt es, daß das türkische Bürgerrecht allen denjenigen gewährt werden wird, die in der türkischen Armee gedient, türkischeSch ulen besucht haben, der türkischen Sprache völlig mächtig sind und türkische Kultur angenommen haben. Die letzte Bestimmung ist besonders dehnbar; das Angora-Regime setzt sich durch diese Bestimmung über die Friedenspakte abermals hinweg. Ne neue dänische Regierung. Das Expose Staunings. Kopenhagen, 30. April. Ministerpräsident Stannin g hat heute eine Erklärung über das Programm des ,Ministeriums a^ege'ben, worin es heißt, das Ministerium sei aus der sozraldomoLratvschen Partei hervorgegangen, deren Programm das Ziel seiner Arbeit sein werde. Die Außenpolitik des Ministeriums wolle diejenigen Ziele, verfolgen, die mit Zustimmung aller verantwortlichen Stellen in den letzten Jahren verfolgt worden seien und. deren Zweck sei, Dänemark ein gutes und sreümdschaftliches Verhältnis zu allen anderen Nationen M sichern. Des weiteren wird eine Reihe von Maßnahmen zur Stabilisierung der dänischen Valuta, zur.Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Förderung der dänischen Produktion angeNndigt. ' _ Minister Sboratel, der Nachfolger Tusarr. Prag, 30. April. Der bevollmächtigte Minister Ing. Johann Dvoracek ist zum Nachfolger Tusars als Berliner Gesandter ausersehen. Ing. Dvoracek wird seinen neuen Posten tvahrscheinlich erst nach Beendigung der gegenwärtigen HandelsvertmgsverhaMungen mit Oesterreich antreten. Dvoracek nirmn-t seit dem Umsturz eine Mrende Stellung in der tschechischen Handelspolitik ein. Mssolink läßt Ritti Mt ins «Maud. Neapel, 39. April. (Tel. d. ,Mener Morgengeituug".) Dsm gewesenen Mmisierprälsidenten Nitti, der sich zu einem längeren Aufenchalt in die Schweiz begehn wollte, wurde die Ausstellung des Reisepasses von der italienischen Regierung nunmehr zum dritten Male verweigert. Wiener Morgenzeitung. Ae letzte» Kurse. (Eigendienst ver „Wiener Morgenzcirnng") London, 30. April. (Radio.) *Der Eindruck..des Budgets war ans die City ausgeZe.ich.net. Daß die Mac Kenncr,Zolle ansgehoben werden sollen, wird reichlich ausgewogen durch die vielen anderen Vorteile für die gesamte Industrie und den Handel. Besonders wirkte die Aushebung der Korporations-, stener überraschend, wie auch die Feststellung, Paß die Kriegs- ,, anle-ihe von IM Millioneir Pfund zur Konvertierung gelangt. Trotzdem die Großbanken die Trans-Mion nicht nnterMtzen, bewirkte sie eine Befestigung der heimischen Staatsanleihe,!. Die Tceaktien, die in letzter' Zeit eine günstige Abteilung der Börse darstellteu, waren weiterhin befestigt, ebenso herrschte eine günstige Grundstirmn-ung der besamten Jndustviewcrte, mit Ausnahme der Motorensabriken,-die durchweg im Kurse sanken, weil die Antoinobitindustrie ' durch die französischen Jinporimöglichlkeiien unmittelbar gefährdet ist. Nach der bisherigen Erfahrung wiirde. die Konvertierung von weiteren Posten Kriegsanleihe noch durchgreifenderen Erfolg haben. Ans dem Zuckermarkt war die Nachfrage größer als seit Monaten, Auf den, Engrosmarkt ermäßigte sich der Zentner um 14 Schilling, der Kleinhandel folgte. Die Tecsirmen ermäßigten noch bevor das Budget angenommen war die Teepreise. Im Detailhandel, wurde die gesamte StenerdWrewz nachgelassen, und Kvar 4 Pence. London, 30. April. (Schluß.), Amerikanische Teruünware erholte sich infolge Deckungen. Mai 16,99, Juli 16,44, Oktober 14,34, Jänner 18,74. Zucker starke Nachfrage zu niedrigen Preisen in denen sich die Herabsctzimg der Zuckersteuer aüsdrückt. Weißer Iavazucker 47M, gvoi-Mr Mai 25,3, Juli 24,3, tschechischer Granulate greifbar 43,9, Mai 30, Juni 30, November-Dezember 32,9 franko Hamburg. Amerikanische Gramwate greifbar 30,9 franko Loudon. Weiße Terrninware nnausgeglicheu. Mai 39,6 bis 29,3, August 26,9 bis 26,6, Dezember 22,4,50. Wechselkurse: Neiv-Iork 4,38,25,. Paris 67,90, Briissel 80,87V.. Berlin 18'/, Bill., Wien 310.500, Prag 149,75, Amsterdam 11,71'/,, Rom 97,875, Christiania 81,775, Stockholm 16,685, Kopenhagen 26,025, Schwein- 24,5595, Madrid 31,885, Warschau 39 bis 44 Millionen, Athen 221,50, Sofia 60V, Bukarest 840. Konstantinopel 815, Budavest 370.000 bis 420.000, Riga 22,77. O e st e r r e i ch i s ch e Anleihe 93.50, tschechische Anleihe 98, Bodenkredit 22, Otavi 21,50, Dianronds 17, Debeers 12,875, Centre Mining 11,06,5, General Mining 13, Royal Dutch 38,50, Shell 46,875, Rio Tinto 33,75. N e w - N o r k e r V o r b L r s e: Canada Pacific 147,375, Union Pacific 130, Union Steel 98, Royal Dutch 55,50. Londoner M e t a l I m a r k t: Silber greifbar und Terminware 32U/I(., Gold 94 nnd 1 Penny. Kupfer: Standard Kassa 68,6, Drei Monate 64,4, Elektrolyth 69, Zinn Standard Kassa 236,17, Drei Monate 236, englisches 237,12, Blei englisches 32,15, ausländisches 30,17, Messing ausländisches 30,13,9. B a u m w o l l e: Anfangs um 11 Punkte niedriger, Mai 17.01, Juli 16,42, Oktober 14,25, Jänner 13,63, mittags 16 Punkte niedriger. Der Umsatz betrug 8000 Ballen, ägyptische Baumwolle 1000 Ballen. IV/Uhr: amerikanische Mai 16,89, Juli 16,39, Oktober 14,18, Jänner 13,63, fnllnndllng war «m 26 Punkte Ddriger und notierte 17,45. London, 30. .April. (Radio.) Deviseuschlußkurse: Wim 311,500, Prag 149.75, New-Uork 4,3875, Paris 67,90, Brüssel 80.125, Rom 98,0625, ZüÄch 24,555, Madrid 31,925, Amsterdam 11,7225, Kopenhagen 26,055, Christiania 31,725, Stockholm 16,675, Berlin 18.75 Billionen, Helsingfors 174.50. London, 80. April. An der N a ch b ö r s e herrschte gestern eine starke Nachstage nach österreichischer B ö lk e r b u n d a n l e i h e. Besonders kleine Stücke mangeln. Die Schlußnotierung lautete 92,81'/*, kleine Stücke sogar 93,50. Paris, 30. April. (Radio.) Der letzte Tag des Alanats hat sich an der Börse schr leicht abMiwicköll. Es waren nur eine sehr kleine Anzahl von KommWoinen zu reportierein. Das Geld war sehr flüssig. Jur Schranken wnride zu 3/M Prozent, in der Kulisse zu 7,(25 Prozent repartiert. Me verhältnismäßige Stabilität des englWen Pfund veranlagte zahlreiche Berkänsc zu Rückkäufen, so daß im allgemeine!: die Kurst sehr fest waren. Liquidationen bewiesen neuerdings, daß das Ge- "" 1. Mai 192! ... .. Seite L scbäs: unter dein Niveau rior-rnalen NuflaugeS gesnnken ist, London 67,Ä. Aew-York 15,49,M, Prag 45,60, .Bukarest '8,10. Wien 22. . . ' Paris, 30. Avril. (Radio/ Esierieuschlußkurse: Banqucde France — Pragobauka 385. Credit Lyonais 1550, Suez 109,90, Platine 673 Dabrowa 794, Banqne Ottomane 773. Central Mining 760, Rio Tinto 2305. Le Naphta Russe 335, Succeried Egypte 1040. Baku 2166, Cautchones fin 167,—, Chartered 50,25, DebeerS ordin. 808, Go'ldsields 70,—. Huanchakas 310, Jägers Fontain 209,50 Malacca ordin. ■ 140, Maltzoff 358;" Mexiean Eagle 78,25, Padang 359,—, Rand Fontain 75,—, Randmine 200,50, Silva, plana 168,—. Tanganvika 135.50,. Tnbiee wie 625-, Utah Copper 1092, Shell 325,50, Royal Dutch 26,500, Burmah —, Societe generale —. Aew-Porü, 30. April. (Radio.) Detiisenschlukknri'e: Taggeld 4 V« Prozent, Wechsel auf London 4,37.87, 60 Tage-Wechsel 4.34,75, Paris 6,48, Amsterdam 37.36, Prag 2,02'/, Berliner Schlnßknrs 23-/ bis 23-/, Silber 63'/,. Für die nationale Autonomie der Minderheiten Polens. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 30. April. »Sofort nach dein Wiederzustm» mcnhnit des Sejm wird, wie Ihr Korrespondent erfährt, vom sozialdernokratifchen Klub ein D-rmgl«ichkeitsantrag auf Regelung der Verhältnisse -ni den« sogenannten Randgebiet?il Polens eingebracht werden. Der Antrag, welcher angeblich auf -Grund einer Verständigung mit der „MHwolenk"- Fraktion ausgeavbeitet ist, .soll n. a. den Vorschlag ans Gewährung der nationalen Autononrie für die Mti-analen Minderheiten der Randgebiete enthalten. Dem Bernchnleu nach besteht bei deni Linksparteien des Sejm die Absicht, für das Jnkrasttreten des Gesetzes noch vor den .Par'ia-merltsferien einZutreten. _ Inland. kmpfairg der Merreichischen HandelrmWoa durch Mussolini und den Papst. Die ^Abordnung dev österreichischen Händelskomiinission ist gestern von Rom aibgereist. Sie wurde gestern vom DtiMstevpräsidenten Muss ol in i und vonc Papst empsangerr. __;; j 7 Sie deutsch-polnische» Verhandlungen in Men. , Dienstag sind die Delegierten des. Deutschen Rei ch?s und der RepMik Polen Mr Fortsetzung der Verhandlungen lieber.Fragen der Option und der Staat'szngshöriglkeit (Artikel 3 bis 6 des Muderheitsvertrages) auf Grund des Be-, schlnsses des Bölkerbnndes in Wen eingetroffen. Än!-.der Spitze der deutschen Delegation 'steht )Gcheinstr Rat v. Leiwald, an der Spitze der polnischen Detegatioll der GeneralprHnraior von Polen Pradsy nski. Ten Vorsitz w: ibe.it BLvhanMngen führt der ^Präsident des. Schiedsgerichtes für OberWchen, der Belgier'Georges' K a e s k e nb e e ck. Die Führer der Delegationen hüben gestern dem Wundesminister für Aeußeres Dr. G r ü -n b e rg e r ihren Besuch abgestattet. Die Verhandlungen begannen gestern in den von der österreichischen Regierung zur Vei> fügung gestellten! RäumlichLeiten in.der.Burg. Es.wurde 'beschlossen, der ästerreichichen Negierung für ihre in der znvorPonrmewdsten Weise gewährte Gastfrenndchast den wäruiftcn UIÄ verbindlichsteii Dank zum Ausdruck gn bringen. Sonneusels als Nattonalökonom. Von Dr. Wilhelm Stein. Man loird Lmm 'behaupten können, daß der Mann, benr Oesterreich neben der Begründung des ersten regel- 'nmHigen Dhocvters in Wen mH der Anlfhekbun-g!der Tortur die AuMldung mehrerdr Generationen von Staatsjuristen verdankt, eine sympathische Persönlichkeit war. Schon die ängstliche Scheu, mit der dieser getaufte Jude jede Spur feiner Abstammung zu verwischen suchte, muß gegen ihn e-innehmen. Ms Enkel RaMi Michaels des Fromnien, der als Stadt- und -LandesrMiner in den Jahren 1715 bis 1725 in Berlin Wirkte, ist er wohl schon in frühem Killdesalter ins Christentum eingeführt worden. Sein Vater, Pevlin Lichuran, kam über Eifenstadt nach Nikols'bnrg, wo er schon recht bald mit den dortigen Piaristen und dem Grafen Dcetrichstein in Beziehung trat, was auf den schon erfolgten Uebertritt Mieten läßt. Alois Wiener, diesen Namen nahm Sonnenfels' Vater nach seiner Taufe au, wirkte später als Lehrer für orientalische Sprachen an der Wiener Universität und als Dolmetsch für Hebräisch bei verschiedenen Gerichten und Behörden; feine Frau dagegen blieb dem Judentum treu, weshalb er sich kurzerhand von ihr trennte. Es macht darum einen recht peinlichen Eindruck, daß der fpätere Freiherr Josef v. Sonnenfels seiner Mutter auch nicht die mindeste Erwähnung tat, obwohl er in seinen zahlreichen erhaltenen Briefen recht oft dazu Gelegenheit gehabt hätte. Unaufgeklärt ist aber bis heute geblieben, wann und wofür der Sprachmeister samt seinen beiden Söhnen, von denen der jüngere, Schneeyr Lichmwt, noch in der GelburtAmätrik der MkoMurger JudengeMeinde eingetragen ist, den Adelstitel erhielt. Alols Wiener verzichtete übrigens später auf seine Professur und kaufte eine Druckerei an; seine späteren Lebensschicksale find übrigerrS auch aus dem Briestvechsel seines schreib-' seligen SohneS nicht ersichtlich. . Der junge Josef Meuer, aus dem >dann Josts von Ghunenfels wurde, assistierte übrigens einige Zeit seinrnl Bätev in seine r Dolmetsche rtätigstit, bis er nach siinstährigen Irrfahrten als ganz gewöhnlicher Soldat im Regiment Deutschmeister durch halb Qesteweich und einer recht subalternen Stellung als Schreiber in der Leibgarde mit etwa dreißig Jahren durch adelige Protektion die Prüstssuv an ider eben neu errichteten Lehrkanzel der „Polizei- und Kameralw isstnfchaften" erhielt. Dieses Lehramt war keineswegs das' uvsprüngliche Ziel seines Wünschens und Strebeus gewesen, denn ihn hatte viel mehr der Ehrgeiz gelockt, deutscher Schriftsteller zu werden. Seiner Eitelkeit schuidichelte es, als einer der ersten das bisher in Oesterreich brachliegende Gebiet der Literatur zu bobauen; die Jahrhunderte währende Wsperrung vom Geistesleben draußen i-m Reich ließ jede literarische Betätigung in Oesterreich als bedeirtsain und zugleich patriotisch eckscheinen. In der 1761 gegründeten! „Deutschen Gesellschaft" spielte Sonuenstls nicht nur durch seine orgauisatorische Leistung, sondern auch wegen seiner Reden und Mhandluugen eine große Rolle, hatte sogar die Aufmerksamkeit des Anslandes auf sich gezogen. Die Professur bedentete für ihn anfangs lediglich die gesicherte inaterielle Lebcn'sstellnng, >bald aber beherrschte sein rühriger anpaffungsfähiger Geist die Materie seines Faches lderart, daß das von ihm verfaßte Kompendium seines. nationalökonomiischen Systems in drei Teilen als Polizeiwissenschaft (1765), .Handünigswisstnfchaft (1768), Finanzwissenschaft (1776) nicht uur mehrere^ Auslagen erlebte, sondern bis 1848 als Lchckbuch vorgeschvieben ' bliebe In den Hanptzügen ist weder dieses Werk noch die zahlreichen kleinen Schriften originell; doch findet sich iu -der Detailaussühr-unH .! recht ^. toteX,- was ans Sonnenfels eigener Beobachtung, stineur Deüken, vor allem seinem cigeuen «moralischen Empfinden entstamnrte. Die Richtung seiner Anschauungen war ihm schon durch die damalige Situation Oesterreichs vorgezeichnet, das sich-ebenans! dem Patrimoiüalstaat mit Hilfe des aufgeklärten fürstlichen A'bsM-tiÄnns znur Wohlfahrtsstaat entwickelte. Aber so sehr auch S-onncnstls als „5ka-nieralist" alle Volkswirtschaft vom Gesichtspunkt der Steuereinkirnste betrachtet, ist er «doch von Ronsstan stark beeinflußt, wie er überhaupt die politische Literatur seiner Zeit «beherrscht und ausnützt. Er bleibt nicht in dsm damals eckbittert geführten Streit über «den Vorrangder direMn oder indirekieic Steirern ibesaugen, sondern macht die vo'Mvirtschatstliche Bedingtheit 'der Fmauzpvobleme zum Ausgangspunkt seiner auch heute noch interessanteir Finanzlehre. Dorn Gedanken, «daß eine .möglichst große Bevölke- DNUgsMhl, Ziel jeder Wrtschastspöliti'k sein 'inüsse, ordnet er sovnie Bovschlage unter, denn er glaubt, «daß mit der BcvölkevnnKzahl WWevstäMich auch «die Produktivität «der «Menschen wachse; also Vertrauen ans die endliche Har- «monieder WirtschaftAkräfte. Mit diesem fast' liberalere Bekenntnis stimmt nicht recht seine Anschan>nng von dem Universälrecht des Staates, der ja als Gosanrtwillerri di«e. Summe aller Einzelwillerr cntWt und sogar die Religion, besonders aus ldem stachen Lande, als Loitriomen des Belkes -verwenden dürfe. Darnnr soll auch drrrch staatliche Besoldurrg aller Advokaten die einzige sachkundige Opposition ider Regierung nnmöglich ge-rmcht iverderr. Trotzdenr bleibt Sonnenstls liberaler >für Privatrechte, selbst «wo es ans .Kosten der Staatsmacht geht. Gelegentlich der Grundlasten der Bauern«, spricht er von «ihren älteren und uNverjähritzaren Rechten gegenüber den: auf seine längst vergessenen Dienste pocheivde«» Adel, dessen Gerichtsbarkeit er «ebenso gefährlich findet, wie stine«amd der Geistlichkeit Freiheit von «Stenern; denn sonst seBanch der. Staatstiuer -Schutz- Verpflichtung entbunden. Er ist ja durchaus ein «Kind seiner Zeit, wenn er den Kamps nur eine innere 'Kol0il-isatio>l, das heißt Zerschlagung der Großgrnn-dbesitze, um. eine merkantilistische Zollpolitik, um «die Einschränkung der Zünfte, um 'Spovtelheräbsetzung für «die Armen und zahllose ähnliche Forderungen führt. Das. Neue daran «ist nur, - daß diese Gedanken, die in Frankreich, England, Holland, selbst in Dentchland längst verbreitet sind, i«n Oesterreich ausgesprochen werden nnd?das von einem Manne, .der nicht nur als Rcgiernngs- und später Hofrat Einfluß «bei vier Kaisern hatte und nötigenfalls «mie seine nmtige Hartnäckigkoit in der Frage der Folter zeigt, im gegeben Fall für dir Beiwirklichnng seiner Ideen auch bei ernschaster Gefahr cintrat'

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