Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1869 (29.4.1924)
- Date
- 1924-04-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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WM.MMMtz Dionierzug des J.-R. 6 trat in Aktion. Der Brand wurde vm HM 3 Uhr nachmittags lokalisiert, so daß die um diese Zeit emtveffende Wiener BerMfsfeuievwchr keine Gelegenheit hatte, emzugreisen. Fünf Häuser sind vollständig einseäschert, ' KMcher Stand ka der Bottrodersrage. Die verharr-limgen abgebrochen. Der Weiterbestand der Bolttoper. in Frage gestellt. . Das zur Schlichtung des Musikerstreiks an -er Bolksoper vorgeschlagene Schiedsgericht ist gar nicht zusammengetveten, da sich die strebenden Musiker der Büdingtmg der Direktion, vorher den Dienst wieder anzutreten, nicht fügen wollten. Dadurch ist die formelle Entlastung der' 79 streikenden OrchsstermiiWeder eine Mische geworden. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Musikervevbcmd über die Volksoper die Engagementssperre verhängt, da die Verhandlungen mit dem gestrigen Tage abgebrochen sind. Das Haupthindernis für eine Einigung bildet die Forderung der Direktion auf SchadensgutmaHung durch die Musiker aus der Orchesterkaffe. Diese Kaffe besitzt ein Vermögen von mehreren hundert Millionen Kronen. Die Forderung der Direktion beträgt derzeit 160 Millionen. Die Direktion ist in einem längeren Schreiben gestern abends an den Musikerverband mit dem Ersuchen herangetreten, ein neues Orchester zusanrmenAustellen. Der Musikerverbarch hat hierauf noch nicht geantwortet. Sollte dem Ansuchen nicht stattgegeben werden, erscheint der Weiterbestand der Bichye als Operrmnterrvchmen in Frage gestellt, da sich der BerwaltungSrat der Bolksoper BolksoPer-Betriebs-Ä.-G. -energisch weigert, weitere Opfer unter solchen Umstanden zu bringen. Wie wir ferner erfahren, haben die jetzigen Geldgeber in das Unternehmen feit vorigem Jahve z w e i M i lliarden unvestiert. Das Ensemble der Volksoper wurde bis auf weiteres für. die Abhaltung auswärtiger Gastspiele beurlaubt. Herrte um halb 8 Uhr abends wird in der Volksoper „Anatol" von einem Ensemble des Deutschen Volkstheaters aufgeführt. Morgen findet ein Gastspiel des Raimundtheaters mit,>Bruder Martin" statt. In der kommenden Woche .beginnen EnfemAegastspiele des Burgtheaters.. LSnnszenen in der Staatsoper. Bei der gestrigen ,MaWre"-Borstellung kam es zu stürmischen Auftritten auf der vierten Galerie. Eine jugendliche Enthusiastin, die nach Frau Werbt gerufen hatte, wurde von den diensthabenden Polizeiorganen aus der Menge herausgezerrt und ihr das Nationale abgenommen. Als das übrige Publikum gegen das allzu energische Vorgehen der Polizeiorgane Stellung nahm, sahen sich diese „veranlaßt", einige Verhaftungen vorzunehmen. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Auftritte darauf zurückzusühren, daß die Fercha-Anhänger keinen anderen Hervorruf dulden und die Besucher, die der Meinung sind, daß es auch andere hervorragende Sängerinnen gibt, hindern, ihrer Zustimmung für diese Ausdruck zu geben. Als nun Lei den Hervorrufen für die Jeritza eine Besucherin wagte, mich nach Frau Weidi zu rufen, kam es zu den stürmischen Szenen. Es würde im Interesse der Frau Jeritza liegen, die amerikanische Reklame abzustellen und ihrer Garde mehr Mäßigung zu mipschlen. An Selbstmordversuch im Serichtssaal. Gestern mittags spielte sich im Äandesgericht für Strafsachen 1-eine aufregende Szene ab. In dem Augenblick als Hosrat Schachner über Friedrich Ehn das Urteil, das auf vier Jahre lautete, ausgesprochen hatte, stürzte sich der Verurteilte auf den neben ihm fitzenden Justizwachebeamten, entriß ihm das Bajonett und stieß eS sich gegen die Brust. Der Jrfftizwachebvamte rang mit dem Angeklagten, aber erst imchdenr Saalauffeher und mehrere andere Justizwachebeamte ihm zu Hilfe gekommen waren, gelang es, Ehn zu bändigen. Währelld des Ringens wurde der Justizwachebeamte durch einen Biß des Verurteilten an der Hand verletzt. Ehn selbst hatte sich, wie sich ball» herausstellte, mit dem Bajonett nur den Sweater durchbohrt, im Ädrigen war er unverletzt geblieben. Ehn war beschuldigt, in der Wohnung deS Verkäufers Karl Leut Huer einen Einbruch verübt und Kleider, Wäsche sowie Uhren im Wevte von über 15 Millionen Kronen gestohlen zu haben. Re Wohnhausbauten der Gemeinde Me«. 1500 neue Gemeindewohnungen. — Die Baukosten 142,8 Milliarden Kronen. Es sollen in fünf Wiener Stadtbezirken Wohnhausartlagen erbaut werden, in denen zusammen 1606 Woh nungen, 27 Ateliers, eine große Anzahl von Werkstätten und Geschästslokcklen, sowie eine Reihe gemeinnütziger In stitutionen projektiert sind. Die Kosten'diefer Wohnhaus- Lauten belaufen sich auf 142.575,000.000 Kronen. Bau« referent Siegel wird Dienstag die Annahme dieses Bauprogramms beantragen. Die Baugründe im 12. Bezirk werden so verbaut werden, daß schone malerische Platz- und Straßenbilder und im ganzen ein reizvolles städtebauliches BW entstehen. Die gesamte zur Verbauung gelangende Fläche hat ein Ausmaß von rund 16.000 Quadratmetern. Die WohnhauSanlage wiÄ 595 Wohnungen enthalten, die von 38 Stiegen aus zugänglich sind. Die Anordnung ist wm ^«rnf aus durch- WkE-r W. WvK im Mitteilungen aus dem Publikum. psrlümerie „LÖRRfllN” Savonnerie Führende Marken: Eau de Cologne Russe Eau de Cologne Chypre Creme Lorignon CrSme Lorignon- Chypre Loirain - Toiletteseife, Badeseife, Speikseife A,,,KK£ ,,5/IBflRifl“ SÄ51"'« Wien, XX Taborstrasse Nr. 98 ---------------- Telephon Nr. 434-65 k========±= Nr. 1880 L yoD STRENG ORTHODOX Hotel und Restaurant Barschak II. Grosse Schiffgasso 3 see t Tel, 40-1-39 Wiener Mktwäsche -Anstalt Tel 43.135 Wienf XX Wa.llensteinpla.tz 7 Tel 43.135 liefert leihweise hygienisch gereinigte Wäsche an Bureaus, Fabriken u. Geschäftshäuser Verlust-Anzeige Samstag den 26. April l. I. wurde auf dem Wege AuSstellungSstraße—Hauptallee eine Perlenschnnr verloren. Der redliche Finder wird gebeten, dieselbe gegen hohe Belohnung 2. Bez^. Sebastian Kneippgasse 11/23, oder Polizeiwmmissariat Prater abzugeben?s,s * Kiudenmfölle. Klosternerrbnvgerstratze Gestern nachmittags wurde in der L»a«t. vierand zweiräderig, stet! and gefedert, io erstklassigster -Aasföhrang, za gsnt konkurrenzlosen Preisen, stets lagernd Klosterneuburger Wagenfabrik A. G., Wien, I2.1ier!rk, Grieshofgasse 16, Telephon 82-4-39 381 derart getroffen, daß vom schnMich drei bis vier Wohnungen erreichbar sind. Durchschnittlich werden die Gebäude außer dem Keller und dem Erdgeschoß -noch vier Stockwerke, in einzelnen Fällen ein fünftes Stockwerk haben. Jeide Wohnung enthält eine Wohnküche mit anschließendem SMranm, ferner ein Zimmer und bei einem Teil der Wohnungen noch eine Kammer oder ein zweites Zimmer. Außerdem wurde eine Anzahl von Geschäftslokalen und zwar sich einen Konsum- Verein, ferner eventuell für ein Kaffeehaus, außerdem für eine Apotheke und ändere Geschastszwecke sMie eine Reihe von Werkstätten und drei Maler-t und Mldhauerateliers vorgesehen. An gemeinnützigen Einrichtungen werden in diesem Wohnhausbau Platz finden, eine Zen tra lwäscherei, die außer 2g Waschständen eine entsprechende Anzahl von Waschmaschinen, Zentrifugen, einen Mangelraum, eine Kuliffentrockenanlage usw. sowie Trockenboden erhalten wird. Ueber dieser Wäscherei befindet' sich die Bäderanlage/mit acht Brausen und bi er a n n e n b L d e r n für Männer und' vier Brausen und sechsWannenbadern für Frauen. Besonders H&e*' rnerkenswert ist ein städtischer Kindergarten mit vier Befchäftigungszimmern für je 30 Kindern, zwei Spielsälen, einem Reservebefchäftigungszimmer, Garderoben, Waschgelegenheiten nstv. Im Erdgeschoß ist ein Speisesaal mit Spüle und Anrichte. Bei regnerischem oder sehr heißem Wetter werden die Kinder rn einer 23 Meter langen Laube spielen können, vor der ein eigentlicher Kinderspielplatz mit Planschbecken, Sandkasten und Lehrgarten ungeordnet ist. Im Souterrain ist die Anlage eines Kinderbades mit zehn Brausen geplant, außerdem werden sich in dieser Wohnhaüsanlatze zwei Kinderanfenthaltsraume mit zwei großen Sälen und zwei Lehrwerkstätten usw. befinden. Ferner ist die Errichtung einer Bibliothek mit einem großen Leseraum, der gleichzeitig für kleinere Vorträge und Zusammen, künste dienen kann, geplant, schließlich eine Mütterberatungsstelle. Auf den stachen Dächern ist die Möglichkeit zur Errichtung von Sonnenbädern gegeben. Die Kosten dieser Wohnhausanlage werden auf 58 . M i l l i a r d e n Kronen geschätzt. Im WohnhauSbau im 2. Bezirk, Lasallesttaße (Baupläne vom Architekten Hubert Getzner), der einen sieben Stock hohen MittÄtrakt und einen tuvmartigen Aufbau mit einem ächten Geschoß besitzen wird, sind insgesamt 287 Wohnungen zum Teil aus Zimmer und 'Wohnküche, zum Teil aus zwei Zimmer und Wohnküche, znm Teil nur Einzelzimmer, ferner fünf GeschaftÄokak, mehrere Werkstätten, Räume für die Straßen^ pflege und zwei Ateliers vorgesehen. Die Wohnungsanlage wird ferner Räume für die Kinderfürsorge, fiir die Mütterberatung sowie eine VolksbiMothek enthalten. Die gesamten Baukosten werden 26 Milliarden Kronen betragen, ras Wett«. Leider hat die Meteorologische ZeNtralanstM Reäft bchalten. Das Wetter rn ganz Oesterreich ist veränderlich und zeitweise regnerisch und. die Voraussage für den heutigen Tag spricht gleichfalls von veränderlichem Wetter. . ~ " Wien, 29. April. '*■ Außerordentlicher Zionistischer Parteirat. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit: Donnerstag den 1. Mai Met um 3 Uhr nachmittags im großen Saale der Sektion Prater, a Pez., Jungstratze 8 (Straßenbahnlinie % oder Ak his MM Lagerhaus und mit B oder Bk bis zur Porgartenftraße) eine Sitzung des Zionistischen Parteirates statt. TagesordnnW: SdMgMde.Part«imiMgenheittS. , ' r«yr rm rairycm Tempo davon. Das am srmZL Kmd'wurde hierauf von einem vorbeifahreiwen Brotwagen erfaßt und gleichfalls überfahren.. Mit'schweren Perletzutigen wurde der Knabe aus die Zweite Unfallstation gevornuttWs stürzte der SchMer Katl Peir lisch beim Turnen und erlitt einen Bruch des EMogens Die ^^^tlsgesellschaft brachte ihn in das LeopoldstÄrter Kinder- * Betrug an Wohnungssuchenden. Gegen den gewesenen BahrMndarmen Franz Philipp sind beim Wohnungscmtte mehrfache Anzeigen des Iichaltes erstattet worden, daß er ver- Leuten, die Wohnung suchten, größere Geldbeträ-qe entlockt habe unter dem Vorivande, chnen Wohnungen zu verschaffen. was er natüÄich nicht wnn>te. In drei Fällen hat Phrüpp a ch t Millionen Kronen erhalten. Als er ans Grund der Anzeigen verhaftet.wurde, gab er die Betrügereien remnütig M urM. vevsuchte, seine Handiungstveffc mit drückender Notlajge ZU erklären. Philipp hatte im Jahre 1922 bei der freiwilligen JbpnwdEtton 22 Millionen Kronen erhalten, von denen er oen größten Teil bei einen:, Geschäfte einbüßte. Er wurde der Staatsmrwaltschaft angezeigt, aber auf fteiem Fuße belassen. * Schwerer Unfall eines Autos. Ein schwerer Unfall, bei . ul drei Chauffeure verrttLglückten, hat sich gestern nachmittags an Döbling zugetragen. Gegen dreiviertel 5 Uhr sah mau ein ' Auto, das der Firma Graf und Stiift gehört, in rasendem Tempo durch die Krottenbachstraße fahren. Plötzlich überichlug sich das Auto und sämtliche drei Insassen wurden aus die Straße geschleudert. Sie blieben schwerverletzt liegen. Die Rettungsgescllschaft brachte die Verletzten auf die Unfallstation. * Volle Sonntagsruhe im Lebensmittelhandel. Vorr mehreren Handelsgenossenschaften ist beim Magistrate die Eür- ''ührunig der vollen^Sormtagsuche im Lobensnntteilhandel beänragt worden. Darüber fand am 24. d. im Rathause eine Ansprache der Interessenten statt, bei der sich die meisten Genossenschaften grirndsätzlich für die volle Sonntagsruhe im Lebens mittel Handel anssprachen. Ausnaknnen wurden lediglich für die Zrtckerbäcker und Zuckerwarenverschleißer und für den Milchverschleiß befürwortet. Speziell in Anschmrg des Milchverschleißes konnte eine Einigung nicht erzielt weä>en. * Eröffnung des kaufmännischen Genesungsheimes rn GießhM. Das dem Gremium der Wiener Kaufmannschaft gehörende igemeinnützige Genesungsheim in G i e ß h ü b l wird am 6. Mai d. I. eröffnet. Dasselbe ist für Gremialmitglieder und AngestelLte sowie dererl Angehörige zugänglich. Der Preis beträgt pro Tag für Unterkunft itrtb Verpflegung 454)00 K. * Ein Riesenfeuerwerk aus der Höhen Warte. Gestern früh sind hier die Gebrüder Pinto aus Neapel eingetroffen, um die VorbereitnniMn zu einem Riesenfeuerwerk zu troffen^ das Mitte Mai auf dem Sportplatz Hohe,Warte ckbgebvamtt werden wind. ' < '' V * Sensatiouetter Juwelendiebstahl in London. Aus London wird gemeldet: Emr sensationeller Juiwelendiebstahl macht in der Londoner Gesellschaft großes Aufsehen. Diebe drangen vermittels eines Nachschlüssels rn eine Villa.des Wöstens ein und staWen dis Schnmckkaffette der in der Londoner Gesellschaft wohlbekanten Mrs. Conrpten. Der Diebstahl geschah bei Hellem Tage. .Der Wert des gestohlenen Schnmches. belauft^ sich aus 6000 Pfund. ■ ■ * * Umwandlung der Hearst-P«sse in eine Aktiengesellschaft. Ms New Jork wird gemeldet: Me der ..NvwJork American" ankmtdiK, beabsichtigt Willicm.r RandoLph" Hehr ft, die ihm' gehörenden Zeitschriften und Tageszeitungen in eine Aktiengesellschaft umzuwandsln. Es handelt sich um 8 Zeitschriften und 28 Zeitungen, welche im Jahre 1928 insgesamt . einen Reingewinnvor: 125. Millionen Dollar aib--- geworfen haben. f Die Neubesetzung des Rabbinats ln Salzburg. Aus Salzburg wird uns berichtet: Am 11. d. fand die feierliche Einführung des Herrn Rabbiner Dr. Felix Aber aus Breslasu rn sein Amt' statt. In Vertretung der Landesregierung wohnte Vizepräsident B a i l l 0 n s dem ssievkichen Akt bei. Die SalMlvger Gemeinde hat mit Rabbiner Dr. Aber einen modernen Lehrer gewonnen; diesen Ruf hat er sich noch während seiner Breslauer Tätigkeit erworben. * Der Jüdische Nationalrat in der Tschecho-Slowakei für die rituelle Verpflegung der Reservisten. Ueber Aufforderung des Prager Oberrabbinats hat die Jüdische Nationalrat in Prag bei der tschecho-flowakischen Militärverwaltung Schntte unternontmen, damit in HnEck auf die konservative Lebensführung eines großen Teiles der Juden, besimrders in der Slowakei und in Kavpachorutzland, den einrückenden jüdischen Reservisten das Berpflegsrclutum cnlsbezahlt werde. Dem Präsidenten des Jüdischen Nationalrates, Herrn Dr. L.- Singer, sowie dem Vizepräsidenten des Jüdischen Nationalrates, Herrn A. Kauders, die 'in dieser Angelegenheit mtervenierten, hmrde eine günstige Erledigung in Aussicht gestellt. * Der proletarische Rabbiner. Airs Kiew berichtet I. T. A.: Die jüdische kommunistische Zeitung ,/Komnrunistische Fon" berichtet, daß der Ortsrabbiner von Bvhuslaw ein treuer Anhänger .des Kommunismus ist. Seme Predigt schließt er statt mit dem traditionellen „Es komme der Erlöser Zions" mit den Worten „Es lebe der Kommunismus und die heilige Religion". Die ülbrigen Rabbiner hätten deshalb gegen ihn den Bann ausgesprochen, doch er setzte sich darüber hinweg. Cr soll ünter dem Pvoletariat eine große Anhängerschaist haben. In dem Städtcheil U'lijanöw, erzählt die Zeitung weiter, halben die ärnteren Elemente einen eigenen „proletarischen" Rabbiner als Protest gegen den „bourgeoisen" Rabbiner eingejeht. * Die jüdischen Gemeindewählen ln Polen. Der jüdische Nationalrat in Polen veröffentlicht aus Anlaß der am 1.' Juni stattsnrdenden Wahlen in die jüdischen Kultus gemeinden des ehemaligen Kongreßpolen emen Ausruf an die jüdische Oeffentllchkrit, in welchem daraus hmgewiesen wird, daß die fetzigen Wahlen auf Grund einer Wahlordnung vor sich gehen werden, dre mit den Prinzipien der Demokratie in grellstem Widerspruch steht. Frauen haben keinerlei Wahlrecht. Me Versuche, die Wahlen *u demokratisieren, seien fehlste« schlagen. In Anbetracht der Wichtigkeit der Mischen' Gemeinden für das öffentliche Leben der Juden in Polen werden die WWer ersucht, nur solchen Kandidaten die Stimmen ^» geben, die für eine neue Wahlordnung, und für eine Modern (st er ü n g der Berwältu n'g der jüdischen Gememdon eintreten wollen. Die jüdischen ^Gemeinden sollen MüMen Md slMlökcktoNlij.chen BMrfnisse der Mischer Massen befriedigt und der Aufbau der mttonalvn Heimat st Palästina tzefördert -werden können. .