Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1866 (26.4.1924)
- Date
- 1924-04-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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4TV.' 'iSJÖCW,; Uj ,'. Uttfmf. v-;v:r« Der Vorstand der E i n Heft, Verein zur Errichtung un-d Erhaltung von Bollsspchehallen, schwibt uns: Das ganze Jahr i^Mltch kommen zur Einheit alte Männer und Frauen, erwerbsunfähige Fwuen und Männer und Kinder armer Eltern,. ErwerMose und Unglückliche, wie Fremde, die wegen Krankheit die Wiener Aerzte aufsuchen, sie suchen in der Einheit gute und streng koschere Nahrung. Zu Pesiach ist die Zahl dieser gerne gesehenen Gäste bedeutend größer. Zu Pessach sind sie all« mehr wie sonst auf die Einheit angewiesen. Auch die Schul- Nndevausspeisuug, die wir seit dem Herbst vergangenen Jahves jeden Freitag abends durchführen, um den Schülern und Schülerinnen die Weihe des Sabbaies vor Augen zu führen, wird an den Pessachfeiertagen in verstärktem Maße durchges führt. Die Kinder sollen dadurch sehen, wie jüdische Feste gefeiert werden. Die AuLspeisung von je 60 Kindern wurde an beiden Sederabenden durchgeführt, dasselbe wird auch an den Letzten zwei Feiertagen durchgesührt werden. Aber diese vergrößerten Pflichten erfordern auch vergrößerte Mittel. Die Einheit ist a-ber arm, reich an guten Absichten, aber stets im Kampfe um die Existenz. Darum bitten wir alle herzlich, daß sie unS behilflich seien bei unserem Werke, den Armen den Pesiach zu bereiten. Jeder denke, daß unsere Gäste die seinen seien und laste uns nach . Vermögen Gaben zukommen.. Insbesondere an dem Maskirtage, wo der teuren Dahingeschiedenen gedacht wird, möge jeder auch der Hungernden gedenken. Das Bureau der Einheit, Wien, 2. Bez., Malzgaste 12, nimmt Spenden entgegen. veredle. Bortriige und Versammlungen. Akabemische Sertion H 1 tachduth, 2. Beiirk, ZirkuSgasie 89. Heute, Va8 Uhr abends, äußerst wichtige Zuommenfunft. Unter anderem wird auch Über den Stubenenkongreß referiert. Pünktlicher Erscheinen Pflicht! — Kulturgruppe der Zionistischen Bezirkssektion Brigittenau, 20. Bez. Karl Meißl-SLraße8. Heute, Vj5 Uhr, Vorlesung von S. Schwager; V,7 Uhr, Chormitgliederversammlung. LeopoldstädterDolkSheim, 2. Bez.,ZirkuSgaffe 48. 7 Uhr r Kant-Feier. Festrede Dr. Edgar Zilsel. Eintritt stei. — Morgen geologische Exkursion nach Zillingdors, Leithagebirge. unter Führung von Professor Dr. Max Fritz. Abfahrt Wieu-Südbcchnhof 7.48 vormittags nach Ebenfurch. * Ein blinder Klavierstimmer, den in der letzten Zeit Schwerhörigkeit an der Ausübung seines Berufes hindert, hatte vor einmen Wochen da8 Unglück, daß chm seine grämten, geringen Mittel, die er zum Leben besaß, gestohlen wurden. Der Mann steht heute völlig mittellos da und sein Gebrechen hindert ihn an einer Verdienstmöglichkeit. Findet sich niemand, der dem b^auernSwerten Manne durch materielle oder Arbeitsmittel besipringt?'Die Adresie des Blinden ist der Redaktion bekannt, die auch Spenden entgegennimmt. , An die zionistischen Lrgauisationen. iw Hl An die rlonWschen Lrgauisationen. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit: Die Eingänge aus der Parteisteuer sind bis nun Mhr als ungenügend. Nur die wenigsten Organisationen und Gesinnungsgenosien sind dieser fundamentalen zionistischen Pflicht nachgekonrmen. Welcher Schaden daraus der Organisation und mittelbar dadurch der gesamten Bewegung erwachsen kann, soll nicht erst besonders hervorgehoben werden. Die Gesinnungsgenossen haben die Pflicht, der Partei die Mittel zuzuführen, die sie zum Leben und zur Entfaltung ihrer Energien benötigt. Die Sektionen werden aufgefordert, die Parteisteuer -einzuheben und sie mit größter Beschleunigung dem Landeskomitee abzusühren. ilii m'iii (Mk NWe und Kunst. vurgtheater. NeuvinslMert „Herodes und Mariamne". Dieses Diebesdranm, das sich Ähne Umarmung, oihne- Kußwechlsie^ auif gewviltigvm Worischem Hintergrund Vvllzioht, hat ein Genie entwarfen und trotz schwerstem technischer Hemimungen wuchtig gestaltet. Mit einer UnbelkÜUiimerchevti, welche Äve> Nestvoy- Draiveistie hemusifordert, wi-rd die Ha-Mung in je zwei auseinander folgenden Men wiede-chM. Herodes erträgt den Gedanken .nicht,!daß Mariamne nach seinem Dolde einem anderen gehören Tonnte. Er stellt sie unters Schwert, fo* von er .der lebenKgeifaihrlichen Vorladung 'des Antcnms Folge «leHstet. Mariamne, die MaTkabäerm, hätte sich aris fvei-en Si'ückeu in ihren Dolch gestürzt, wäre Heindes nicht zurückgekehrt. Nun sie entdeckt, daß er einen Henlker für sie bestellt hatte, ist sie in ihrer Mnschenwürde getvosfen und gibt, in einem Schillevschen Dialog mit dem universehrt wiederlchvenden Gatten, ihrer Empörung Ausdruck. Gleichlwvhl siegt noch diesmal ihre Liebt zu dem Fürchterlichen. — Aber Herodes muß wieder in lebensgefährlicher Angellegenheit fort und tut im dritten ebenso wie im ersten Mt. Sein Sachwalter -hat Mariamne zn morden, fo wie die Nachricht öintvifft, daß ihr Gatte mit Tod abgegangen ist — und Marianme kommt wieder rechtzeitig dahinter. Schematisch dargestellt, hat die Handlung die Form ei-ner Schraube. Wenn' Hercdss am-Schluß des vierten Aktes aus dir ' Bühne stürmt, hurtig und unevwarwt mir er in der letzten Sgene des zweiten .Aktes kam, ist man am nämlichen Punkt der -nächsthöheren Schraubenwindung angelangt,. den man, ein Spirale tiefer, unter gleichen dramajischsn^ .Po-rauSsetzungen, passiert hat. Nur.^ daß d»x Agsgieich nicht mehr erfolgt. Mariamne. -der doch: MrS Gatten liebenswürdige Dorkehrn-ugen -bei Auslandsre'si-il jetzt schon vertraut sind» ist aus das tiefste verletzt und Miyfrer Woraenzestirna. 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Nur ein gang Großer ikrn'nt« diese Konzeption '.»'agem Es kam kein Dramatiker nach dem nordischrn Maurerschn, dem es bei solchem Vorwurf geglückt wäre, den wingiM Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen nicht zu Ütn. „Bei mir tritt zum Schluß erst die gange Schönheit in die Blume," notierte Hebbel, als er den maitten Schuß von Grillparizers „Ottokar" gelesen hatte. In dieiser Tragödie entfaltet sich tatsächlich der Schlußakt herrlich. Das Gericht über Mariamne, ihre letzten Bevse, schon aus öem Jenseits 'herUerKingMd, da^s Nahen der drei Könige aus >dem Morgenlaude, di« Raserei des verzweifelten Heroldes, die Anordnung des bech-lehemitischen KindermordenS' — eine Sgenvn,folge von hinreißender dramatischer Kraft.- ' Die Neueinstüdierung des Burgtheaters,' am/dietsem Abendsichtlich-noch nicht fertig, ist ^bemerkenswert. Sir' hak klastisches Maß, meidet billige, schrÄende Ausmachu.ng (insbesondre das Ta-nzstst der Mariamne ist mit vorwohmster Zurückhaltü-ng - bildhaft und eindrucksvoll gestellt' --- vielmehr hinter die Szene gestellt) und sie geht aufs Ganzei Aber sie geht erst dorthin und läßt sich :Zoit. Lotte M « d rTs k h s Mariamne hat Hebbelsches FbWät. Die KüMeriu^saind sich'eM-ick wieder. Die böise' Perwde'chylsteriischvv.W'rzer«! zmm* ülxnwunden. Eine Königin schreitet ' SÄ« die Bretter und trägt ihr Schicksal hohertsvoll, wie den Kronreis. Gelegentlich,. wenn die Frauen Bleib treu (Alexandra) und Maier (Salome) ihre PairtneMindn sind, weht wieder Burg-theaterluft -im Burgtheaber. Herr Heine ist, ein merkwürdig trockener, verärgerter Heväxs. Er Söpft nicht MH seine Mannen mit Ingrimm. Auch den Hebbolschen Text zerhackt er mit BeUserberwut. EH im Schlußakt läßt er sich zum Sprechen und Agieren Zeit. Ausgezeichnet der Joab des Herrn Karsten. Hier ist künstlerischer Ernst am Werke, was diesmal von dem begabten Herrn S ch m ö l e nicht gesagt werden kann. Er scheint schon ferne Koster gepackt zu haben. Tüchtig, wie immer, die Herren S i e b e r t rmd S t r a ß e r und gar nicht übel Herr Höbl-ing. MS Herr ASlan als König aus dem Morgenlaude kam, um einige Sätze warm zu sprechen, fragte man, warum er nicht an Stelle des Herrn Philipp Z e 8 >ka den Josef gespielt hatte. O. A. An-stl» - »vybuk" bei Reinhardt. Wie verlautet, wird An-—PiS dramatische Legende „Der Dybn^ im Monate August rm Max Reinhardts Jofefstädter Theater zur Nüfsühruing golangeu. Ms diese astjüdischs Dichtung durch die »Milnaer" in Wien zur Aufführung gelangte, wohnte Remhavdt einer Vorstellung be.i und äußerte seine Bewunderung für das Werk und die Darstellung. An der R-öinhardt-Bühue wird dor „DydiF^in deutscher Uebertragung aufgeführt werden. Reinhardt hat für die Jnifzeuievimg den großen rustischou Spielleiter Stanislaw'Sikr gewonnen. Ler M der Me. Die New-Porker Zeitungen beschäftigen sich immer noch eingcherck) mit den Einzelheiten der Krankheit und des Todes der Düse. Do wird unter arckerom mitgeteilt, daß Eleonore Düse während chrer amerikanischen Tournee sich wiedecholt bitter über die Z u g l u f t in den Garderoben beklagt habe. Mit Rücksicht auf den leidenden Zustand der Künstlerin wurde sine tvansportadle Ankleidekabine für sie konstruiert. Wenige Tage vor ihrer Erkrankung richtete Eleonore Düse ein langes Telegramm an den bekannten New-Aorker Theaterdirektor Morris Gest, in welchem sie sich über ihren schlechten-Gesundheitszustand beklagte und ihm mitteilte, sie zähle die Tage bis zur Rnckkchr nach New-Aork und nach der italienischen Heimat. Wenige Stunden vor ihrem Tode klagte sie ihrer Umgebung, daß dieMelt sie vergessen habe und kein Mensch in Prttsburg sich um sie kümmere. Dann richtete sie sich in chren Kisten auf mnd vief mit starker Stimme: „Wo finö meine Schauspieler? Man führe sie zu nrir." Sie macht« sodann ihre berühmte Gebärde, irchem sie die beiden Handflächen vor der Brust kreuzte und sie dann langsam am Körper. niedergleiten ließ. Darauf sank sie in die Pölster zurück und fiel in einen tiefen Schlaf, aus dem sie nicht mehr erwachte. Aur den Matern. Im Deutschen Volk8tbeate.r beginnt di^ heutige AuMrung des Lustspiels a p a" von F l e r 8 und T a i l l a v e t mit Leopold Kramer in der Titelrolle pünktlich um 7 Uhr. . Das Johann Strauß-Theater wird heuer den ganzen Sommer durchspielen und nach Abschluß der Aufführungrserie der K o l l o s ch e» Novität M a r i e t,t a" Neustudierungen der Operetten „Blaubart" von O f f e nb a ch. „G i r o f l 6 - Girofla" von L e e o e q, „D e r „Bizeadmira l von Millöcker und „F a t in i tz a" von S u p p 4 bringen. > In der Neuen Wiener Büh ne findet Dienstag, 29. d., '/,7 Uhr abends, die Wiener Erstaufführung von Karl K r a u 8' „T r a u m t h e a t e r" und „T"r a u m st ü ck" statt. R e u a i s s a n e e b ü h n e. Freitag den 2. Mai, 6 Uhr abends, Erstaufführung von S i l - V a r a S dreiaktiger Komödie „Mit der Liebe spielen". Regie r Oskar B eregi. Wochenspielplan des BnrgtheaterS. Sonntag, 2 Uhr nachmittags, „Alt-Heidelberg", 7 Uhr abends, „Herodes und Mariamne". Montag, 7 Uhr abends, „Der Bauer als Millionär". Dienstag, 7 Uhr abends, „K ö n i g R i ch a r d d e r Z w e i t e", Mittwoch. 7 Uhr abends, „Der Alpenkönig und der Menschenfeind". Donnerstag geschloffen. Freitag, 7 Uhr abends, „Der Kaufmann vonVenedig". SamStag, 7 Uhr abends, „D i e r o t e M ü h l e". Wochenspielplan des Akabemiet h e a t e r S. Sonntag. 8 Uhr nachmittag«, „Quality Street", >/,8 -Uhr abend«, „Die rechte und die l i n k e H a n d". Montag „Der g u t e K 8 n i g". Dienstag „D i e S ch m e t t e r l i n g S i ch l a ch t". Mittwoch „M i tt a g S w e n d e". Donnerstag geschloffen. Freitag „Jolandas letzte« Abenteuer". SamStag, neu einstudiert, ^Garten d e r I u g e n d". WochenspielplanderStaatSoper. Sonntag, '/,6 Uhr abends, „Die Walküre" (Fricka: Fr. Marie Ö l s z e w » k a a. G.). Montag, 7 Uhr abends, „D e r Maskenball". Dienstag,'/,6Uhr abends, „Siegfried" tErdar Fr. Marie O l i»e w s k a a. G.). Mittwoch, V,8 Uhr abends, „S a l o m e". Donnerstag geschloffen. Freitag. 7 Uhr abend», Richard Strauß-Feier Ir „Feuersnot" und >3 o s e p h S l e g e n d e . SamStag, 8 Uhr, abends. Richard Strauß-Feier I! r „Salome" (HerodiaS: Fr. Marie O l s z e w S k a a. G.). G p i e l p l a N i m R e d o u t e n s a ä l. Sonntag, V,8 Uhr abends. „L a S e r v a P a d r o n a" und „Abu H a f f a n". Montag, ytS Uhr abend», „D e r Barbier von Sevilla". WochenlpielplandeSDentschenVolkst h « a t er S. Sonntag, '/,8 Uhr nachmittag», „D i e I o u rnalisten", Vs8 Übr abend», „Papa" mit Leopold , K r a m e r. Montag, „D er G a r b e o f f i z i e r" mit Leopdld Kramer. DienStagund SamStag „Papa" mit Leopold Kramer. Mittwoch „P r o f e f s o r B e r n h a r d i". Donnerstag geschloffen. Freitag „Die Ionrnalisten" mit Leopold Kramer. W o ch e n s p i.el p l a n der K a m.me r s p i e l e. Sonntag und Dienstag „L i f s y, d i e K v k o t.t e" mit Erika G l ätz » e r. *r> ka <8 laßner. ssh. Montag und MUtwoch ,G r e t ch e n" mit