Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1866 (26.4.1924)
- Date
- 1924-04-26
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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'Wrk 8 Mm' NMW Dochenipielplan des R a i m u « dt Be« t c r S Sonntag, V-4 nachmittags. Kindervorstellung: ,DerOsterh af e", V*8 Uhr abends, „Ich liebe dich" ntt Elisabeth B e r g n e r und Anton Edthofer. Montag, bienStag, Mittwoch Md Samstag, V,8 Uhr abends, „Ich iiebe dichI" mit Elstabech Berg » er and Anton k d t h o f e r. Donnerstag geschloffen. Freitag, V.8 Uhr abends, „S e ch S P ersonen such en einen Autor*. -W o ch e n s p i e l p l a n d e S A - o l l o t h e a t e r S. Sonntag, 8 Uhr nachmittags, „BruderStraubinaer*, '/,8 Uhr abends, „Ein Ballroman". Montag und Dienstag, '^8 Uhr abends, „E i n B a l l r o m a n*. Mittwoch. Freitag and Samstag, V,8 Uhr abends, „BruderStraubinger*. Donnerstag geschloffen. _ mentv Msr-MMim«. ZF. mt m. 1868 «« Alle: Arten von Kommandite der Kroatischen Eskomptebank. Agram Kreditma Bankgeschäften Wi6!\, I. LSltrSegSttS 4 tÄff' Warengeschäfte Telephone: 60-4*82, 604-93, 63-4-85, 64-4-42. 68-4-78, 69-4-82 10(65 Telegrammadresse: Frapobank Leopold Kramer hat im Deutschen BolkStheater sein diesschriiges GMpiel in Molnars „Teufel" begonnen, bekanntlich eine der Vesten Leiftungen^des geschätzten Künstlers. Die mrtwivkenden heimischen Kräfte, insbesondere F«m Steinsiek und Fräulein Keller, teilten sich in dir Ehren des Abends. v' Ein ständiges jüdisches Theater in Wien. Die Freie jüdische. Volksbühne hat eine Wtion ffrr die Sicherung eines ständvam jüdischen Theaters in Wien eingelertet. Als eHe Deranstaltunig ftir diesen Zweck wird morgen nur halb 9 Uhr nachmittags in der Jüdischen Bühne. 8. Bez., Tabovstraße 13» eine Revue unter den: Titel „Fünfzig Jahre jüdisch.-es Theater" statPnden. Das Ertragnis flieht dem Dheateranflcmfonds zu. Richard Strauß seligster Geburtstag. Im Rahmen der Richard Strauß-Aeier finden, wie schon gemeldet, in: Großen Mnsikdereinssaale drei große Orchchterlonqcrte statt, von denen das erste, am 7. Mai, Proseffor Franz Schalk, das.zweite, am 10. Mai, und das dritte, am 14. Mai, Dr. Richard Strauß dirigieren werden. Das endgültige Programm dieser Konzerte ist folgendes-: Erster Abend: 1. Festliches Präludium. 2. Aus Italien. 3. Deutsche Dwtette (der Geisamtchor der Staatsoper). 4. Tod und Verklärung. Zweiter Abend: 1. ,Ä sprach Zarathustra". 2. Orchesterlreder: a) „Ter Einsame : b) "Tas Dal", Richard Mayr, 3. „Ein Heldenleben". Dritter Abend: 1. ,/Don Quixote". 2. Symphonia dom<stica. Die Richard Strauß-Feier in Weimar. Das Deutsche Rationälcheater in Weimar veranstaltim Juni dieses Jahres eine dreitägige Richard Strauß-Feier unter Leitung des.GensralmusitDi.re.nors Julius Prüwer. Die Feier beginnt' am 8. Juni mit dam ,Ao;enkavalier". Am 9. Inn: werden in einer Morgenfeier alle Lisder zum Vortrag gebracht, die Strauß m Weimar Ärmponiert hat Die Feier schließt am 11. Juni mit einem Konzert der StaatÄapelle, in welchem die ersten und letzten symphonischen Dichtungen zur Äuffführung gelangen. Die nächstjährigen philharmonischen Konzerte. Felix Weingartner wird im nächsten Winter nur fünf phtt^ harmonische Konzerte dirigieren, da er durch Verpflichtungen im Ausland starr in Anspruch genommen ist. Zwei der übrigen vier' Konzerte worden von Richard Strauß und Franz Schalk geleitet werden. ■ Eerichtssaal. Sie Gattin in Die Sonmt gestoßen. Der Tater zu 16 Jahre» Kerker verurteilt. In der Reihe der Ehetragödien der letzte» Zeit Satin« zeichnet' den Fall Ostermeier besondere Grausamkeit. Der Wjahrrge Tischler Karl Ostermeier stcht vor der AMagÄxmk. Er hat am 1. D^ember vorigen Jchres seine Frau Therese bei Nußdorf in den Donaustrom gestoßen, wo sie in -den Wellen vevsanL Ostevnrsier hatte feine Frau, die Köchin Therese Hahn, im Februar 1816 geheiratet. Die Ehe war ungetrübt, bis er im Jahre 1801 die Köchin Anna K r e a 1 kennen lernte. Er vernachlässigte nun seine Frau, es wiederholt Streitigkeiten zwischen den beiden» und die Frau hatte auch Mißhandlungen von ihrem Manne zu erdulden. Im Mai des vorigen Jahres suchte Frau Ostevnreier die Krcal auf, üm sie zu hcwegen, ihren Gatten stehen zu lasten. Dke Folge.-.war, daß Ostermeier seine Frau in der whchten Wcist mißhandelt« und verlangte, daß sie seine Beziehungen zu dcr anderen dulde. Er bemühte sich, sie zur Einwilligung m eine Scheidung zu bHtnmnen, worauf sie jedoch nicht eingchen wollte. Der Krval gegenüber nannte er zuletzt den 35. November als den Dag» an dem sie zu ihm ziehen känn> An diesem Tage wollte er nämlich seinen schon längst gefaßter Entschluß, . sich, seiner F«m zu enttedigev, zur Ausführung bringen. Sein Verhalten an diesem Tage mj5f dem Donaudamm bei Kahlenbergevdorf war jedoch so auffallend, daß die Frau Verdacht schöpfte und ihn fragte, ob V sie vielleicht in die Donau werfen wolle, so dcH Ostermeier den Mordplan damals aufgock. Während der folgenden.Tage bemühte er sich, das Vertrauen seiner Gatttti wiederzngewinmn, was ihm auch gelang. Am 1. T^zember nachmittags machte Ostermeier seiner Frau den Vorschlag, nach Nußdvrs in das Restaurant ,^ur Rose" nachtmahlen zu gche«. Dort , schlug er vpr, nun noch das Gasthaus im Kahlenbergs:- darf. äuMsuchen. Die beiden gingen am Donaudamm entlang Inzwischen war völlige Dunkelheit eingetret^ch -Osterineier -klagte plötzlich über Kopfschmerzen und sagte, ßr wolle sein Sachtrrch ins Wasser tauchen, um «8. zur KöchluHg auf M Stirne zu legen. Knapp am Master sagt« er Plötzlich, er habe sein Sacktuch vergessen, und bat seine etwas abseiß stehende Frau um ihr Taschentuch. Bereitwillig näherte M Frau..Ostermeier^ auf dem unsicheren Randstein dem GatteK Da Packte '.ex s.ie am Arm und schleuderte dM Fraut mit älier Kraft in das Waff-er hinauq. Die Unglückliche fiel kopfüber vom Ufer ins Wafler und versank.iOstermerer''Segab sich ruhig' in die Stadt zurück, besnM eine Wemhalle/ holte die Krcal ab und ging mit chr in em K i n y. Rach, der - Tat zeigte Ostermeier dieselbe KattWLtrgkcht wie vorher. Er erzählte, daß seine Frau ckbgereist sei. Schtßi am 3. Dezember Vevanlaßten Hausbewohner eine Anzeige vosi dem plötzlichen Verschwinden der Frau. Er wurde in Hast genommen, vcrstoup es aber, jeden Verdacht zu erttkräften. Nach seiner Er.tbaftnng lebte er mit der Krcal zusammen. Im Februar lvgte Osterineier ein volles Geständnis ob. Seine Dcxanbwkvtnng gipfelte, darin, daß er um die Krval besorgt gtzwosen sei, Werl seine Gattin gedroht habe, sie werde ihr «etwas antun. Diese Angabe hat sich als gänzlich unwahr evwiefen, Alle Bekannten schilderten die Ermordete als äußerst friedfertige und geduldig« Frau. Die Gerichtspsychiater erklärten den Angeklagten für geistig gstfund. Das Verhör mit Ostermeier. ' Die Verhandlung führt Hofrat Dr. Big ist e, die Anklage vertritt Staatsanwalt Hofrat Dr. Sacher. Bors.: Bekennen Sie sich schuildrg? — Angekl. (mit ksiifer Stimme): Ich bekenne mich der Tat schuldig. Meine Absicht war es wirklich nicht, fwher Gerichtshof, sie damals ins Master zu schmeißen, aber ich Hab' halt die gute Gelegenheit ausgenützt. Ostermeier versucht dann, fein Opfer zu belasten, indem er von chrem angeblichen Verhältnis zu einem anderen Manne spricht. Die Nebeubuhleriu als Z«yin. Die Geliebte des Angeklagten, Anna Krcal, eryählt als Zeugin, daß sie den Angellagten durch «ine Freundin kennen gelernt hat. Ostermeier gab sich ihr gegenüber als ledig aus. Als die Bekanntschaft schon weiter vorgeschritten war, sagte ihr Ostermeier wiederholt, daß er sich ischr unglücklich fühle und sich von seiner Frau scheiden lassen wolle. Ms Grund -für diese Absicht gab er an, daß seine Frau keine Kinder bekrmrme. Cr sei ein Kinderfreund und würde erst cmfleben, tvenn er für eine Familie zu sorgen hätte. Die Zeugin erzählt dann, wie der Angeklagte am Tage des'Mordes an seiner Frau zu ihr gekommen fei. Vorsitzender: Haben Sie da an chm etwas Besonderes bemerkt? — Zeugin: Ich scch nur, daß er wieder getrunken hatte. Sonst war er Wie immer. — Bors.: Haben Sie die Wahrnehmung gonacht, daß er Sie belügt? — Zeugin: Einige Male bin ich daraus gekommen, daß er nicht die Wahrheit sagt. Am selben Tage, als der Mord ausgeführt worden war, suchte der Angeklagte die Zeugin zu bestimmen, in seiner Wohnung zu wohnen. — Borf.: Sie besuchten an diesem Abend auch ein Kino. Wie hat sich hier der Angeklagte benommen? — Zeugin: Ganz normal. Ich habe an ihm keine Aufregung bemerkt. Der Zeuge D w o r a e z e k ist Hausmeister in dem Hause, wp das Ehepaar Ostermeier gewohnt hat. Er sagt, daß das Zusammenleben der Leute anfänglich ein gutes war, dann änderte sich daS. Der Mann blieb nächtelang vom Hause fort. Bors.: Hecken Sie Spüren von MßhaMungen an der Frau gesehen. Der Zeuge bejaht dies« Frage. Am dritten Tage nach dem Verschwinden der Frau sei der Zeuge auf die Wachstube gegangen und habe dort die Anzeige erstattet. Me Gattin des Zeugen sagt in ähnlicher Weife aus und bezeichnet die Ermordete als überaus brave, hochachtbare Frau, welche chrem Manne unbedingt treu war. Bors.: Misten Sie etwas davon, daß Ihr Mann dem AngÄlagten in das Gesicht gesagt habe^ er sei der Mörder seiner Frau? — Zeugin: Ja, ich habe das gehört. — Bors.: Und was sagte Ostermeier dazu? — Zeugin: Sr blieb ganz ruhig und bchguptste, die Frau habe chn verlassen und befinde sich bei ihren In verwandten. Es gelangen nun mchrere Zeugen zur Einvernahme. Aus ihren Aussagen gcht hervor, daß die ermordete Frau sehr gutmütig war und ihr schweres Schicksal mit großer Geduld erttug. Der Mann wirb als leichtsinniger und brutaler Mensch geschildert, an dessen Seite die Frau kein beneidenswert^ Dasein führte. Der GerichtSpsychiater bezeichnet den AngÄlagten als einen g e f ü h l s st u m p f e n Mensche n, doch beweise seine Handlungsweise, wie auch sein Verhalten Pyr mrd nach der Tat, daß von einer Geisteskrankheit bei Osterweier nicht die Rede sein könne. " Nach den PlaidoyerS zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Die Hauptfrage auf Mord wurde von den Geschwornen einstimmig, die Zusatzfrage, ob die Tat auf tückische Weise vollbracht wurde, mit 11 Stimmen bejaht. Auf Grund dieses Verdiktes wurde der Angeklagte des Meuchelmordes schuldig erkannt und zu schwerem Kerker in der Dauer von 16 Jahren, verschärft, durch Dunkelhaft an jedem Jahrestag der Tat, verurteill. Die Untersuchungshaft wurde zur Gänze in die Strafe oingerfchnet. . - . . *; Der Angeklagte, der Derditt und Urteil gefaßt anhärte, antwortete auf die Frage des Borfitzercken, ob er die Strafe annehme oder ein Rechtsmittel ergreifen wolle: Ich über«-' lasse daS meinem Verteidiger. Der Verreäiger behjest sich Bedenkzeit vor.! t« Mrd an der »einen Antschi Pnm. ' Die NichttgkeitSbeschwerde verworfen. , Der Oberste Gerichtshof hatte gestern daS Urteil zu überprüfen,'durch das die 66jähriae Bedienerin Elisabeth Kasper vom Schwurgerichte wegen Ermordung der 9jahrigen Antschi Pum zy acht Jahren schweren Kerkers verurteilt wortat war. - Die Gerichtspsychiater hatten in ihrem Gutachten erklärt, daß hie Frage, ob vre Kcstper die Tat in einem Zustande seniler Geistetzstöruna begangen habe, verneint werden müsse. Der Vertreter her Generalstaatsanwaltschaft beantragte die Berwerfüng der Nichtigkeitsbeschwerde, welchem A n t ha g e der Oberste Gerichtshof st a t t g a b und in der Begründung bewochob, daß die von der Berteidigung beantragtr »doch astgelchnte Einholung eines Fakultätgutachtenangesichts der seltenen GrüMichkeit des Gutachtens der Psychiater untunlich war. Lollrwitt. Sine gewerkfchnWche Betrachtung Wer die Börsenbaisse. Das gewerBschaMche Organ ,Mvöeit mtid M-rtschas^ schreibt in einer Betvachtu-ng üLer die' BeenPussn-ng der WivtlschaMonjunEtur durch die Bövssn-baisse: Die industvielle Krise breitet sich weiter und wölter aus. Außer der Glasindustvie, die sich in einer katastrophalen Lage befindet, hat sie noch einige a-ndere Industrien mi't neuer Wucht ergriffen. Besonders >hart getvcßfen ist die MühleNinduftrie, in der starke Betviebseinfchränlkungen vovgewMrmen, worden sind. Aber auch in der Antonnobil-- nnd Textilindustrie hat sich die Lage empfiMich .verschliechtert. Verschärft wird die Krise n.vch durch die Verluste, die di,e Spekulation in Wien uwd in Paris durch die Baisse der Effekten und durch die Hausse des Franken erlitten! 'hat.' Die Zuisammdrlhänge zwischen -der BVrfenkonsiunIkbur und den Luxusgewerben in Wien sind sehr eng.. Herrscht an der Börse gute Konjunktur, so wächst der LuxusaHwarch, und di« Arbeiter der Luxusindustrien, die Kellner in .den LuxusgafthLuifern und Bars haben bessere Bsschäftigirmg, ihre Kaufkraft wä-chst und ihr Könsum nimmt zu, s o d a ß sich -von hie r ans die Belebung der Konjunktur Wiedie Wellen inr Wasser ausbrechteu, indas man einen Stein hine in wirft. . Dieser Faktor der Konjunkturbelebung ist bei uns fetzt fortgesalle-n. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß zu den Leidtvagendon. bevnr Umschlag der Bövsenkonftmiktur nicht .nur größere Fmanziers, sondern anch - eine Reihe van MittVlstandSexiftvnHen gehört, die in den abgLw»u<femn Jahren ein" teilweise nicht unbeträchtliches NetarMnlkommen aus der BövserGekulativn gezogen Wen." Es verdient Beachtung, daß das Organ der österveichi-. schon sozialdemokratischen Gewerkschaft jetzt, wo die Konjunktur zu Ende ist,-sich Wdltch bewußt wird,-welche Bedeutung die Börse für die gesunde Bolkswirtschast hat, Es ist gerade jene „Börse", über welche gerade diese Kreise nicht genug als „jüdisch-kapitalistische Organisation schimpfen und die sw , müt> ..Uicht ^,gtO.M^ Abgabe« belegen 'konnten. „Die Börse .tficit allen: WuLb, ' war bis vor nicht, allzu wnger Zeit das «beliebte, Schlag wort, /das von dissen Kveiiisen mehr als ^einmal' in dir Masten in dsmagogischer Weife geschleudert wurde. .. Es mußte erst die Borsendewute .mit all ihren schlimlnen Folgen für die gesamte Wirtschaft kommen, um auch diee Kreise davon zu überzeugenwie unrecht sie mit chren Ausfällen ’ gegen die „derijudete Borisi,, hatten. Vielleicht hatte die Börse, wenn sie nicht gerade von diesen Kreisen, gemeinsam mit den chrisÜLchsogialen Agrariem' . fo sehr mit Abgaben verfolgt worden wäre> hmte ein ganz anderes Antlitz gehasbt. Jetzt leiden unter den Folgen 'Nicht nur die ,Dövsen>jude«, sondern auch di^jemgsn ArbeÄerkreife", deren Jnteresten gerade diese Kreise wahren sollten.- LÄHafte Bewegnng ans dem Sentschen HSnsemarve. Aus Berlin, .wird uns gemeldet: . Der Wechsel deS Berliner Grundstückbesitzes hat in den letzten Wochen stark überhand genommen. Wie im Sommer und Herbst des Jahres 1922 stehen wir augenblicklich in einer BWetzeit des Hausverkaulfes, wenn auch nicht in dem außerordentlich starken Maße wie damals; nur ist die Rolle eine umgekehrte. Verkäufer sind jetzt — von verschwindend kleinen Ausnahmen abgcfchen — Ausländer, die Berliner Grundstücke „en gros auf Lager" haben, und als Käufer treten im Hinblick auf das Gesetz vom 13. Februar 1928 ausnalhmAos Inländer auf. Die volkswirtschaftlich bedenkliche Frage bei diesen Hausvevkäufen ist hierbei die Abwanderung des deutschen Zahlungsmittels in das Ausland. Zwar verlangt ein nicht, geringer Teil der ausländischen Verkäufer den Kaufpreis in Devisen ausgezahlt, vornchmlich in Dollar und Pfund Sterling, sie nehmen aber, sofern die Käufer nicht im Besitz von Devisen sind — und das trifft in den meisten Fällen zu . auch mit der Rentemnark vorlisb. Gewöhnlich wird von dem Berkänfer ein Aufgeld zwecks beabsichtigter Anschaffung von . Dollars und Pfunden verlangt und von dem Käufer ver-! gütet. Diese Umwechfkung der Rentenmmk in Dollars usiv. wird aber im Ausland vorgenommen. Um den Abfluß dcr Rentenmark zu vechmdern, werden in bcr Berliner Preste Maßnahmen dagegen gefordert.. Infolge des lebhaften Gsschästes sind die Häuser in der letzten Zeit stark im Werte gestiegen. Weiterer Sinken de« Franken. Juterventtonskaufe der französische« Regierung. Der Franken sinkt weiter. Die Jnterventionskäufe der französischen Regierung beunruhigten die Frankenspekulatipn: in London und New-Nork, zumal da die-Dauer der Stützung der Franken durch die Banque de France sehr Unsicher ist. Die nahenden Wahlen verpflichten die Regierung, den Kurs 'mog- ' ^chst hoch M halten; die Industrie hingegen, die den größten- ^^+.+/.-$2A