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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-26 · Heft 1866 (26.4.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1866 (26.4.1924)
Date
1924-04-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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..-'"MM, MMSWtz f Dienstag, 29. d>, 7*8 Uhr abends | findet km grossen Saale des »Bayrischen Hof“, i Wien, 2. Bezirk, Taborstrasse Nr. 39, eine Stoße Versammlung MIWNNllNWMIMNNllllMIll statt lllllllllllillllllltlinillllllllitlllllltnnil Es werden sprechen: 0b“Ä Stricker, 0emtln%i Plaschkes, _jo°ri Löwenherz_. Set Fremdemuord in Albanien. Verhaftung der Mörder. (ErgeMenst der „Wiener Morgenzeitnng") Mhm, 25. Apvvl. Die zwei abbawischen Mörder, die Zwei amerikanische Kauflsnte ermordeten, wurden in unmitteWver Nähe van Tirana in Albanien verhaftet. Der Prozeß gegen die Hitlerchen. München, 25. April. Heute wurde!das Zeugeu- /erhör begonnen. Der Portier der „Münchener Post" gab an, die Stoßtrnppler hätten im Redattionsge'bäude ärgere Verwüstungen angerichtet, als sie nach den Schlachten, die er mitgenmcht habe, zu scheu waren. Er seLbst sei mit einer ,Kugel in den Bauch" bedroht worden. Dieser und auch andere Zeugen stellten fest, das Ge-. bäude sei von den Stoßtruppbuben systematisch ausgeplündert worden: aus den offenen Schränken sei auch die Garder obe des Personals g e stohl e n worden. Frau Auer, die Gattin des Sozialdemokraten. Auer, und deren Schwiegersohn Dr. Luber schilderten die Vorgänge beim Uebersall auf die Wohnung Auers. Man hielt ihr den Revolver vor die Brust; als sie um Schonung der Einrichtungsgegenstände, die zerstört wurden, und um die Erlaubnis bat, die Wohnung verlassen zn dürfen, riefen. ihr die Burschen zu, sie möge das Maul halten, und versetzten ihr und Dr. Äüber mehrere Stöße gegen die Brust. Ferner wurde als Sachverständiger der Buchdruckereibesitzer Lindl einvernommen, der angab, 'daß sich der Schaden bei der „Adünchener Post" n i ch t feststellen lasse. Das Typenmaterial sei unbrauchbar geworden und müsse eingeschmolzen werden. In der Nachmlttagssitzung wurden die Zeugen über die Geiselverhaftungen, vernommen. Bürgermeister Schmidt gab an, daß die in dem Domonstrationszug der NationalsoMlisten eingereihten Geiseln nicht erschossen, sondern erschlagen werden sollten, falls ein Teilnehmer des Zuges fallen sollte. Auf die Frage des Staatsanwaltes b^eichnet der Bürgermeister mit aller Bestimmtheit den Angeklagten Kn ob loch als denjenigen, der den Beschl gegeben hatte, die G e r s e l z u e r s ch läge n o d e r z u e r st e ch e n. Die Darlegungen des nächsten Zeugen, des Stadtrates Nußbaum, deckten sich mit den Aussagen des Bürgermeisters Schmidt. Im Laufe der weiteren Verhandlung teilte der Staatsanwalt noch mit, daß der gefluchtete Angeklagte Frösch! verhaftet worden sei. Die Beweisaufnahme wurde heute geschlossen. M-orgen beginnen die Plaidoyers. - Wiener: Vrorgenzekkung. " 26. April IM 'Seite 8> Re letzten Kurse. (Eigeudienst der „Wiener Morgenzeitnng".) Lon-on, 25. April. (Radio.) Devisenschlußkurse: Wien 309.500, Prag 148,25, Netv-Aork 4,37-'/«. Paris 68,90, Brüssel 80.625, Rom 98.5626, Züüch 24,69, Madrid 31,525. Amsterdam 11,765, Kopenhagen 26,105, Christiania 31,476, Stockholm 16,66, Berlin 19,25 Billionen, HelfingfvrS 175,5. 31.65, Warschau 40 600. Bukarest 885, 420.000, Riga 22.64, Lvvöou» 25. April. Der Valutenmarkt zeigte keine großen Veränderungen, nur Argentinien war schwächer, ebenso Oesterreich. New-York 43743, Paris 69.45, Brüssel 81,43. Berlin 19»/8 Billionen. Wien 310,000, Prag 149.62*/*, Amsterdam 11,7525, Christiania 31,475, Stockholm 16.67*/,, Kopenhagen 26,075, Schweiz 24.69'/«, Rom 98,187. Madrid ' ' Millionen, Brief, Athen 21,950, Sofia Konstantinopel 816, Budapest 320.000 bis Yokohama 21,25 p. Wegen des unmittelbar bevorstehenden JahreSbudaets und der schwächeren Valuten war das Geschäft auf dem Aktienmarkt minimal. Die 5°/«ige Stadtanleihe von Sidney 'in der Höhe von einer Million Pfund wurde heute mit 97*/« zur Emission aufgelegt und überzeichnet. Die französischen Renten bröckelten ab. Am Minenmarkte waren Debeers schwächer und sanken um 129/Ig wegen der niedrigen JnterimSdividende der Premierdiamond, da die Debeers-Aktiengesellfchaft Großaktionär der Premierdiamond ist. Silber stieg um 7» Pence, gleich greifbare Ware und Terminware waren im Preise unverändert. Gold stieg um 2 Pence. K u p f c r: Tendenz sinkend. Standard Kassa 68,126, dreiruouatig 65,11, Elektrolyt 69,15, Zinn, schwach, Standard Kassa 240,7, dreimonatig 241,5, Blei schwach, englisches 32,05, ausländisches 30 bis 20,10. Messing ausländisches 32 bis 31,15. Baumwolle: Bei Beginn deS Marktes amerikanische Ware Ternrin auf Termin 13 bis 25 Punkte höher. Mai 17.40, Juli 16,80, Oktober 14,54, Mittags notierte Mai 17.38, Juli A6,76, Oktober 14,76, Jänner 13,87. Verkauft wurden 5000 Ballen. Aegyptische Baumwolle war um 20 Punkte höher, verkauft wurden 2000 Ballen. Oester r e i ch i s ch e Anleihe 92.50, tschechische Anleihe 97,50. 7>/,prozentige Prager städtische Anleihe 90,37*/., Bodenkredit —. Wiener Bankverein —, Ottawi gewöhnliche 23,9, General Mining gewöhnliche 12,75, Dianwnd 17,4, Debeers 12,56*/., Centre Mining 10,75, Royal Dutch 38, Shell 26,87*/-, Rio Tintö 33,37*/.. Paris, 25. April. (Radio.) London 68,75, NewHork 15,70, Prag 47, Bukarest 8,30, Wien 22. - Paris, 25. April. Das Steigelt der Devisen'ßuvse wurde von der Börse mit einer allgemeinen lebhaften Hanßsv begrüßt, die sich fast auf alle Abteilungen des Marktes erstreckte. Nach längerer Zeit zeigte die Börse wieder ihre gewöhnliche Physiognomie und der Umfang des Geschäftes erreichte das normale Niveau. Französische und fvvmid-e Bankwerte waren fest. Petrolemnaktien wacken stärker gefragt. Fest, aber weniger stark rm Fortschreiten waren die südafrikanischen Minenwerte, während der russische Markt Weyen de>r Unsicherheit der Londoner Verhandlungen still war. London 69,55, New-Aock 15,885, Prag 47,60, Bukarest 8,60, Wien WM. Die FProFentige Staatsanleihe von Sidney, die irr der Höhe von einer Million Pfund gn önwm Kurs van 97F aufgelegt wurde, ist überzeichnet worden. Französische Renten bröckelten alb. Am Mmenmarkte waren Debeers schwacher und sanken auf 129/60. Bodewkredit notierte 22 bis 24 Schilling. Baumwolle: Schlußverkchr 3 Uhr. Amerikanische Terminware zieMch fest, da irgendwelche Verkaufsangebote nicht auf den Markt drückten. Mai 17,40, Juli 16,77, Oktober 14,46, Jänner 13^3. Zucker: Raffinierte Ware wurde m bescheidenem Urnfang zu alten Preisen gefragt. Weißer Javazucker Mai bis Juni 25, Juni bis Juli 25, IM bis Oktober W,3, franko London. Paris, 25. April. (Radio.) Eß'ektenschlußkurft: Banqne France —, Pragobanka 389, Credit LyonaiS —, Suez 107,50, Platine 678, Dabrowa 796, Banqne Ottomane 755, Central Mining 753, Rio Tinto 2335. Le Naphta Russe 330. Sncceried Eghpte 1080, Baku 2226, CautchoueS für 158.—, Chartered 5i.2o, Debeers ordin. 889, Goldfields 68.75, HnanchakaS 307, Jägers Fontain 209,60, Malaeea ordin. 138,80, Maltzoff 354, Mexiean Eagle 79,25, Padang 341,—, Rand Fontain 76,—, Randmine 202,50, Silva plana 170,—. Tanganyika 129,-, Tubice soie 604, Utah Copper 1129, Shell 327,50, Royal Dutch 26,800, Burmah —, Societe generale —. Aew-Dorst, 25. April. (Radio.) Devisenschlußkurse: Taggeld 3*/* Prozent, Wechsel aus London 4,37,50, 60 Tagr-Wechsel 4.34.60. Paris 6,27, Amsterdam 37.20, Prag 2,94*/„ Berliner Schlußkurs 23 bis 23*/., Silber 64*/«. Kahr und Seiffer verschwinden. München, 25MtpvÄ. Nach der „München-LlugsburgeL Abelürzeitung" dürften Ka h r und S e i s s e t ihre Stellen als Regierungspräsident von Oberbayern, bszw. Lruides- Polizei-kommandant nicht mehr für Wngeve Zeit übernehmen. Nach Mtteilnngert von informierter Stelle wird der Rücktritt Kahrs noch v.o r dem Zusammentritt des neuen Landtages erfolgen. Kahr, der von seiner „Erholungsreise" bereits nach Miuchen znrückgekehrt ist, hat AmtKgoschäfte n i ch t mehr a u f g e n o m m e n. per Budapests Seherstrett. Budapest, 25. April. Aus AnssordevunT des Minister» Präsidenten hat der Handelsminister V a!t!k>o die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zu sich berufen, um ihnen nahMlegen, den Konflikt im Buchdouckgewerbe so schnell als möglich zu beenden. Auf Grund dieiser Ausfordemng haben im Haudalsministeriuiu n e u e Verhandlungen begonnen. In einer Beratung der Vertrauensmänner der Zeitungssetzer wurde nach tuchvsiündiger Delbatte der- Beschluß gefaßt, in der Frage der Wiederaufnahme der Arbeit von einer meritovifchen Stellungnahme Abstand zu nehmen und die Entscheidung Mer die Angelegenheit der Gesamtheit des Setzerperfouals zu überlassen. Gemäß diesem Beschluß findet im Laufe des morgigen Tages in sämtlichen Druckereien eine A b st i mmung des Personals statt. ‘ y Sie üutsSntierang Bethlens. Budapest, W. April. (Del. der „Wr. Movgenzeiümg".^ Die Ofener Mische KUlt>usgemem>de Vevaustaltete am 39. d. I im Anschluß an eine Kant-Feier einen jüdils cheu Kul tu rabsns. Die Polizei verlangt-ö die Vorlage des Textes sämtlicher im Proigvcmvm vorgescheuer Vorlesungen ilnd Vorträge. WS das Manuskript der vom Erläuer Oberrabbiner Doktor Lazar Schweiger vorMtragendeu Studie über einen Mischen Schüler Kants nicht rechtzeitig hevbeigeschaisst wecken konnte, drohte der Polizeibeamte mit der Stveichnng dieses Punktes. Bedenken erhob die Polizei auch gegen ein'Gedicht von S. F r u g, ^,Der Becher", das der Schauspieler Joses Gonda deklamwren sollte. Der Bortrag des Gedichtes ,Feuerzeichen" von Josef Kiß wurde glatt verboten. Mcht so streng verhielt sich die Polizei geigenWer einer Propagandaversammlung d-er Erwachenden Ungarn, die in großen Plakaten für den 26. d. eiUberusen wivd. Jir diesen Maueranschlägen sagen die Einberufer, daß die Versammlung den Zweck habenden unter der Herrschaft der Juden hi^isiechenden sechsten Bezirk aus seiner Untätigkeit außzrrrütteln. Als Redner sind die berüchtigtesten antisomitischen Hetzredner Eckhardt, Csillery, Ulain und Lendvay-Lehner angekündigt. Es ist kaum anzunehmen, daß sich die Polizei die Texte dieser Reidner vorlegen ließ. Pere; Emolenskm. Von Z. F. Finkelstein. Zu seinem 40. Todestage. Er schvieib «in Halbdutzend Romane, die einer gaitzen Generation Offenbarung bedeuteter, und Meb lediglich eür literarischer Neuerer, dessen SchöpsMraft inr Tendeinziösen zerslatterte. Udb-sr ein Jcchrzchnt baute er rnühselig den „Haschachar" auf, der zur ersten hsbräffchen Welttvibüne emporwuchs, und als in Meran der kaum V'wvrmdvievzigjHvi'ge niederbrach, verschwand auch diese Tribüne Bor Prnsker und LilieMum prägte Smo'lenskiu in ehernen Sätzeer die Lehre der Wischen Uittoemalrzrpation, lauge vor Heyzl verkündeie er die Idee des Juidenstaates uwd vor Achad Haam die Theorie des geistigen Judentums; und als nach Kattowitz der eriste Kongreß der Ghowswe Zion einberufen lvurde, lud man alle, nur er, der Führer mid Kämpfer für nationale Erneuerung, wncke förmlich übergangen. Unter den VMündern der Mischen Wiedergcbtwt unmittelbar vor Hersi Nwhl der tragischeste Typus. X Aus den dunkelsten Niederungell des Mohilewer Goltveruemellt wurde er nach Wien verschlagen, und während er hier in Einsamkeit um die neue Seele des JüdentMns rang, mntoste ihn ein freudiges Echo aus dean ferneil Osten. Deswegen übeckrückten seine Lehren und Mahnungen manche historischen Widerpvüche und Mängel m der Erfassung der Mdisch-ell Realiltät. So verstrickte sich aber auch der Autodidakt Ms der Szklerer Jeschiba, dessen Leben und Lchreil nach Europa verwurzelt wucken, in einen geschichtlichen Widersinll, indenl er Mlebens mit wütendem Haß das Europaertmn in der jüdischen Gasse bekämpfte, und so schlug er allzu oft und ungerecht gegsir foim ChaffidiSnms los, aus desstrl Enthusiaslnns, RomantA und za!W!kischem Starrsinn sein eigenes Wesen stammte. War nicht sein Karltpf gegerl die „Berliner Lügenlchre" ein hoffnungsloses Ringen gegen Gewalten, die ihn selber Ms der Umklammerung der religiösen Tradition erretteten? War nicht sein Haß gegen den Rabbinismus unb die frömmelnde Heuchelei der Zaddiken eine Flucht vor dem Alltoritätsdüntel der östlichen Judenmassen, den er selbst durch die Lehre vonr geistigen Judentum und dessen Führern im Westen aufKurichten versuchte? Smolenskin blieb Sucher und Beickünder, dessen Werschwenglicher Idealismus die Tatkraft lähmte. In seinem „Irrendem ans dem Lebenspfade" vermeinte einst eine gallze Geileration ein Evatlgelium des richtigen > Lebensweges gefnndLn zu haben, dieweil der Schöpfer dieses Dichte VW erkes selber ein Irrender war, der am Wege starb. Er kehrte beit Glarrbenssatz der russischen Haskalah „Sei Jude daheim und Mensch draußen" *ht das Gegenteil um. Denn das ,Melvschentllm", das als Erbstück der srmrMschen Errzyklopädisten von Melldelssohn bis Juda Leib Gordon als Erch- Kveck hmgestellt wurde, artete allrnählich *ht den NachcchnnMgstrieb geblendeter Sklaven aus. So ward die rMbimische Ueberlieferung als ein Hailfen von Dunrmheiten Ver-vorfen (Wraham Korner), der hebräischen Sprache ein erschütterndes Gräblied angestirnmt (Gordons „Lemi ani Mrel"), und die orthodoxe Kirche ward nach Berliner Muster zmn Mekka enÄmiizelter Talnmdjünger. Der nraskilische Schlvürmer, der mit erstaunlicher Eile einige Sprachen Europas erhaschte, erkannte die ganze Berkchrcheit schmarotzender Existenzen, die, kaum aus dem Ghetto hervorgekonrmeu, sich russischer als die Russen gebärdeten. So reiste in den: wauderndelr Lehrer, Kantor und Prediger der Entschluß, Und als sein erster Romair von dom damals tonangebenden „Hameliz" abgelchnt wllcke, indem ihn Zederkuu srng, ob es d<nm wenig Bücher aus den lebendigen Sprachen zri übersetzen gäbe, daß er mm in helbräischer Sprache eigene Bücher verfassen wolle, floh er förmlich nach >dem Westen, um ein untergeherides Volk und dessen Sprache vor der Sintstut Europas zn retten. Es war ein schweres, mühevolles Ringen. Durch ein publizistisches Sprachrohr in hebräischer Sprache, das Selbstzweck tvar und nicht Mittel, durch eine große Zahl origineller Gedeichte, 9tomaue und Allssätze wlrrdoll die schöpferischen Kräfte!be§ Judentuurs erweckt. .Die europäische Moderne wurde im traditiolrellen Judeiltum verankert und das jüdische Gefühlslebell mit liatimmlent BelvußHem erfüllt. Nicht Abkchr sollte ein dirrch Europa geläutertes Leben bodentcn, solrdern Eiukchr, nicht hohles Aüsfiansjudentllm, das ht Zerstreuung dahmsiecht, sollte die Dasoinsber.echti.gMN eines Volkes beweisen, sonderrr Erneuerung aller natimralen Energien und Ausbau eines eiaenerl -fvioio. So ftemmte sich ein einzelner gegen eine hereinbrechellde Flut, die von Berlilr ansging und in Odessa mündete. Noch war es Zeit, noch gab es das Bollwerk der Jeschiba mld eine Jüugerschar, die roilrelr, gläubigen GsnÄes die nonell Wahrheiten Smolenskis mit Heißhurlger einsogen, ' »fr d Er tvar der letzte Erbe Mendelssohns und der uumiitel. bare Vorläufer Herzls. Und zivifcheu diosen zwei Individualitäten fküet die Welle jüdischer Wickergeburt. Der erste übersetzte die Bibel und überstürzte die organische Entwicklung, indem er unreife Volksmassen, die sich noch in Abstrakmonen des VUttelalters MÄebteil, mit Allockveltslultur fütterte, der zweite überbrückte, ahnungslos wie jedes Genie, Jahrtaustlide, indeng er durch die Kvllzeptwlr des Jrldenstaates die Jndell als historischell Faktor in die ellropäische Weltpolidrk einstellte. Perez S>uolcusksu Verbaud Elenlente beider Persönlichkeiten, ohrw die philosophische Abgeklärtheit des einen lmd die visionäre Gewalt des anderen. Im Chaos historischer Uurwälzungen verbrachte er eine diistere Jidgeild urrd, unrbralrdet vou. tausend Widersprüchell ei>nes kaimr begonueuei: Werkes, ging er von dannen. In Rußlaud erwachte seine Kampflust in der Glllt der,,Narvdnaja Wolsa" u>ld im Wcstell erfaßte er die sozialen, politischen lmd kulturellen Lebensfornlen, aus denen er mit dem Instinkt eines Dichters die Quadern des jüdischen Nationalismus ausrichtete. So schuf er die Lchre der kulturellen Wisdergeburt uud staatlichen Exstteuz. So begriff er als erster den tiefen Gegensatz zwischetl der Philanthropie der Alliance utub dein ethischen Wert nationaler Selbsterzichung, und so proklaunerie er als erster das Judentum als geschichtliche Notwendiakeit. Wie er das Hebräische nenbelebte, so leitete er eine ganze ©einenitiou weltfremder Talmudjünger in den -europäischen Allrag, deu er durch die Idee jüdischer Wiedergeburt heiligte. Er ward zmn Bindeglied zlvifchen dem jüdischen Mitielälter, das Adendelssohn jäh beendet hatte, und der europäischen 'Neuzeit. Ist es ein Zufall, daß ciu Jahr^hn-k nach Smoleuski-u gerade in Wien Herzls Weckruf erscholl? Bis zur letzten L-cbensstunde arbeitete Smolenskin fieberhaft an einem Ranran „Der. Erbe".

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