Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1864 (24.4.1924)
- Date
- 1924-04-24
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2980947--18689-3005776- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
•74v '.V.V ' "" T7, ' tl> '-'<t 1 f ,1-, .KSjw— v/»' '•*,■ i , ** 'H- <- ^erie 8 Men, Donnerstag in die mosaisch e 237 Personen (54 Männer, 183 Frauen), in sonstige Religionsgenossenschaftsu 52 Persoren (23 Männer, 29 Frauen). Konfessionslos sind gemeldet. 20.403 Personen (12.226 Männer und 8177 Frauen). Streif in HerrenwSschewarenfabrlkea. Die Firma T a u s s i g u. S1 ernberg hat vor einiger Zeit einen Teil ihrer Arbeiterinnen ansgesperrt, ein anderer Teil ist in den Streik getreten. Nun haben sich die A.-G. LandeiS und die Firma Königsberg angeschlofsen. Die Arbeiterinnen haben die ursprüngliche Forderung auf Lohn« erhöhung von 30 Prozent auf 15 Prozent ermäßigt, doch haben die Unternehmer bloß 2 b i S 4 Prozent angeboten, weShaD «S bisher zu keiner Einigung gekommen ist. Die bisherigen Stundenlöhne werden mit 6000 bis 35 00 K. angegeben. Da die Preise der HertenwSschewaren sehr höhe sind, werden die Verdienste der Firmen als ziemlich hoch bezeichnet. Allerdings ist setzt wie bei anderen Branchen auch hier eine starke Stagnation zu verzeichnen, Sie gefälschte Shematrii. Der Findling als Erbschleicher. Der reiche ägyptische. Unternehmer Graf Habib Sa kakln 1 Pascha hatte den dreijährigen Findling Josef Philipp Bictoris im Jahre 1893 adoptierte gegen den Willen seiner Fr«r Marietta, die die Adoption anfocht. Die Adoption wurde aufgehoben. Alim Juni o. I. Sakänini starb,, legt« B i e-> toriS Dokumente vor. wonach Graf Sakanini noch vor feiner Ehe mit Marisita i-m Jahre 1877 zu Grödig (?) im Bezirke Salzburg ein« erste Ehe mit Mavguerite Schwartz geschloffen halbe, der ein Sohn, eben der Josef PH. DittoriS, entsproß, so daß diesem die Erbschaft zuyufallen habe. CS wurde mm festgestellt, daß im TrcmungSbuche deS Pfarrers in Grödig daS Blatt mit d r Eintragung der Trauung des Grasen Sakakini in fast nicht wahrnehmbarer Weise e t n g e k l e b t war. Tatsächlich hat in Grödig niemals eine Trauung des Grafen statlychmden. Es wird angenommen, daß BictoriS selbst die Fälschung im vorigen Jahre begangen hat, als infolge von Renovievungsavbeiten im Pfarvhause die Bücher im Vorhause uneingesperrt Aiekben. Auch daS zweite DoSument, der Tmt-ffchein von 'Liesing, wird als gefälscht bezeichnet. Sar Wetter. Das ungünstige Wetter hält an. Es ist an danerltd schlecht und eine Besserung ist noch nicht zu erwarten. Die Temperaturen - waren gestern um zwei bis drei Grad niedriger als Dienstag und. am Ostrande der Alpen nahe an Null. In Wien war 3 Grech, ungefähr um 6 Grad unter dem langjährigen Durchschnitt. In ganz Oesterreich ist das Wetter vorwiegend trüb, an verschiedenen Orten hat,es geregnet. Voraussage: Veränderliches, kühleS, zu leichten Niederschlägen neigendes Wetter. Aus Berlin wird Schnee gemeldet und auch alle anderen Teile Mitteleuropas haben unter einer für diese Jahreszeitganz abnormen Kältedepression zu leiden. Sogar im Süden Europas ist die Temperatur ganz ungewöhnlich niedrig. Kalte in Deutschkmd. Aus Berlin wird gemeldet: In ganz Deutschland, ^besonders aber in Südostdeutschland) herrscht seit gestern starker Sturm und ziemliche Kälte, wobei es wiederholt zu Schneegestöber-kommt. Am heutigen Morgen hat sich das Wetter anscheinend etwas gebessert, aber die Kälte dauert noch, immer an. Schneewetter in Prag. Aus Prag wirb berichtet: Hier hat früh ein Schneesall eingesetzt, der einige Stunden attdauerte. Es herrscht starke Kälte. Ae LebenrmittelmSrtte. Der Verkehr war gestern auf allen Märkten infolge deS schlechten Wetters äußerst gering. 3>tc Vorräte reichten überall wett über den Bedarf. In der Großmarkthalle waren acht Waggons mtt verschiedenen Fleischgattungen eingela-ngt. Die Preise blieben vollkommen unverändert. Auch auf den- Grünwarenmärkten waren kernewesentlichen PreiSdff-fevenzen gegen den Vortag *u beobachten. Wien, 24. April. * Außerordentlicher Parteirat. Das Zionistische Landeskomitee teilt mit: Donnerstag den 1. Mar um 3 Uhr nachmittags findet eine außerordentliche Parteivatssitzung statt. Tagesordnung: Dringende Part eiangelegenhe i te n. * Unveränderter Brotpreis. Nach der gestrigen Errechnung der Gestehungskosten bleiben in der kommenden Woche die Maximalpreise für Brot und Kleingebäck unverändert.. * Dr. Robert Davy gestorben. Dienstag ist hier im 53. Lebensjahre Sektionschsf Dr. Rcdert Davy nach kurzer Krankheit gestorben. Bei der Landesregierung in Tropsrau trat er m den Staatsdienst und wurde bald m das Minstevvum des Innern berufen. Eine ZeitlaUg stand Davy an der Spitze des Pressedepavtements im Ministerratspräsidium. Dann tvat er wieder ins Minstevvum des Innern über, wo ihm die Leitung der damals neugeschaffenen Kommission für die Verwaltungsreform übertragen wurde. Als daS Burgenland Oesterreich -navgliedert wurde, war Dr. Davy damit betraut, die Verwaltung dieses neuen Bundeslandes in dem wichtigen Uebergangsstodmm der Anpassung an den Gesamtorganismus des Staates zu leiten. * Postnachnahmeverkehr mit der Tschecho-Slowakei. Vom 1. Miri v. I. anaefangen können Pakete aus Oesterreich nach der Tschecho-Slowakei mit Nachnahme bis zum Betrage von 6,0 0 0.0 0 0 österreichischen Kronen, in der Gegenrichtung bis -Um Betrage von 3000 ischechit^lowakischen Kronen belastet werden. Die Bchbrinaung einer Bewilligung der Nalionavbauk für Nachnahmepostanweisulrgen, deren Gegenwert in österreichischen Kronen 2 Millionen Kborsteigt. Ättener Morgenzeltung. ~ ist nicht evsqDrlich Die NachnahnWlastung von Edn.'chreivseudungen und) Wertbriefen, ist in-MH; Mchtuwsen bis auf weiteres nicht Melastsn. * Eine große Tierschau in Wien. Ein langerwogenes Projekt — einest Tiewark in zentraler Lage in Wien zu schaffen — acht seiner Endigung entgegen. Wenige Schritte vom Praterslern enttern:, anschließend an den Zirkus Zentral, wird m^. kürzester Zeit groß und klein die Tierwelt der Neberseeländer bewundern und aus nächster Nähe ftufbiercn Kinnen. Zwischen herrlichm Gavtenanlageu stehen Monnnmrralbauten von Käfigen — fiir die Bären wild ein eigener Zwinger ^.gebaut —, das Affenhaus ist fertig, - mit einem lustigen, von Künstlerhand gemalten Hsttrigen-Hiuteogrund, — 50 riesige Löwen haben einen eigenen Pavillon in Form eines indischen Tentpsls als Logis, in geräumigen Boxen stehen schon Zebras, Gmrs, Elofanten, Kamele, Dromedare — Shettlawdsponh — eine große Bollere wind alle Pracht der Ttopenvögel zeigen. Men wird um eine Sehenswürdigkeit reicher sein. * 80.000 Schulkinder als Gaste des Zirkus E. Hagenbe«. Während der bisherigen nun zu Ende gehenden diesjährigen Spielsaison des Zirkus C. Hastenbeck in Wien wurden in den Nachmittagsvovstellüiigen der Wochentage Kinder der Wiener Schulen zu ba'onders ermäßigten Preisen, die Kinder armer Familien ganz unentgeltlich, als Gäste des Zirkus Hagenbeck geloben. Nach Schulen eingetM, bauchten sie diöse Nachmittagsvorstellungen unter Ärkfficht ihrer Lehrkräfte und derart waren 81.245 Schulkinder Besucher dieser Nachmtttagsvarstellungen, bei welchen das lustige Lachen der Kleinen und das reiche Bsifallsspenden den Vorführungen eine besondere Signatur gegeben haben. Waisenkinder. Kinder der Taubstummenschulen um) ander« tvaren ebenfalls Gast« dieser Kindervorstellungen, ohne daß sie ei« Entysld dafür zu entrichten hatten. * Zehnte österreichische Klassenlotterie. Bei der am 28. d. adgwaltenen Ziehung de» siebenten Tages der. fünften Klasse gewannen: 60 Millionen Kronen das Los Nr. 51.717; 6 Millionen Kronen das LoS Nr. 48 498; ie 5 Millionen Kronen die Lose Nr. 16.172 und 20.940; je 4 Millionen Kronen die Lose Nr. 2162. 19.173, 27.675 und 36.339; je 8 Millionen Krotten die Lose Nr. 3486, 42.675, 48.945 und 61.486; je 2 Millionen Kronen die Lose Nr. 2960, 10.486, 24.865, 25.507, 28.507, 48.320, 461 62, 47.494, 48.399, 56.226, 58.275, 62.675, 96.486, 96 940 und 97.275; außerdem wurden 1973 Gewinne zivischen 1 Million und 300.000 Kronen ausgelost. . > * Danksagung. Die vielen Beweise von Zutrauen und Zufriedenhott, welche ich von meinen Stammgästen anläßlich der Sederabende im Restaurant „National" erfuhr und insbesondere die in der gestvvgen. Nummer der .Miener -Morgenzeituua" erschienene, an mich gerichtete Dansia-Arng, haben, nrir große Freache ’ und Gemlotuung bereitet. Ich nehme gerne Anlaß, allen meinen liebeu Gästen und insbesondere Herrn Harry Lerner für die mir und Meinem Unternehmen gez« igte Auhäuglichteit herzli chstem Dank zu sagen. Ich werde auch weiterhin, bemüht [«•in, mir durch schmackhafte Zubereitung der Wener und spezM-orientalftchen Speisen. sowie durch Verabreichung erst- Lassiger Getränke MÄ» güte Bedienung die Zu fr re de nhe t t uuid das Vertrauen meiner p. t. Gast« zu verdienen und hosif« ich, zu meinen zahlreichen alten Freunden viele neue zu erwerben. W. Spritzer, Jrchaber des Restaurants „National". (Entgeltlich.) * Weibliche Mumienrache. AMßlich. der vielbesprochenen Fälle der Dtttankbä-meu-,Mache" erinnert ettte engAsche H ütttug an eine im.Bvitischen Museum zu Londonbefmdnche weibl-iche.Mumie, von der gleichfalls die Sage geht, sie Hove an alle«, die ihr, natürvich im Tode, zu ncchegetteten. seien, fürchterliche Räche gekommen, und zwar hatte sie es -aber besonders aus die MotvFrcqHen äbgoschen. Die englische. Aeettttm schreibt draüber: - Eilte ver schönsten Mumien, des British Museums war die einer ägyptischen Priesterin, die um 1400 vor Christo zu Theben M Tempel des Gottes Amon«Ra gelebt hat. Um dich« Mumie wob sich ein gMer Lagetrdenkreis. Es hieß, sie dulde tricht, daß man sich, ihr nähere, und nehme, an jedem, der eS versuche sie anzurühven, Rache. Zwei Mitglieder jener Expedition, die die irdische Hülle der emstigen Priestwin in Aegypten güfuttden ustd mich Lotchon gebracht hatten, sollen durch Selbstnwrd ihrem Leben ein Ende gemacht bähe«.. An. einem bekannten' Mumiewfammler, in dessen Privokbesitztum sich die kostbare Reliquie einige Jahre htwdurch befand, soll sich die Prteslerin durch große Vermogensvevluste gerächt y-ben, die er kurz noch der Erwerbung der Munrie erlitt.- Der - Mtrmrens'ümmler war. jedoch nicht abevglättbfsch und ließ .sich durch Vvese Vermögensverluste nicht sinschüchtertr. Er brachte eines Tages die Mumie zu einem bükatmten Photyaräphen in der BcÄerstreet und gab dort den Anftvag, die Mmnie zu Kotagvaphieren. Zwei Tage später suchte der Photograph den AegyptÄoaen auf. Der Mann, der ganz außer sich War, er- Slte, baß er die Aufttahme persönlich gemacht, Und das Neiv und die fertige Platte in feiner WerchnnÄasse verwahrt" habe. SÄn Erstaünen sei daher unbo'chreiblich gtzweten, Äs er feststellen nmßte, daß die Photoqrapb'le nichts die Züge der Mumie, ■ sondern ' die ein er Lebe nde n m i t bä Sh a f t leuchtenden Augen zeige. Man war allgemein deS Glaubens, daß der Photograph, der chnehin an schwerer Neurose litt,- die Platte mit einer anderen vertauscht, habe Kurz nachher starb er plötzliche Der Aexchptologe ließ sich min überreden, dte Unheimlich« PriMevin dem Britd'chen Musermr -zu schenken. Gleich'nach der Jwstallreruna der Mumie v sollte wieder eine dhoiiägrcWsche Aufnahme bön ihr gewacht werden. Der Photograph deS Musettms wurde bestellt, doch er fätüd die Beleuchtung des Saales, in dem die Mumie stcmd, mtgüitstiiq, und eS wurde verei.itlbart, daß er und sein Gchtlfe am nächsten Tage, diesnml rnftdcms. kommen sollten, um dte. Ausnahme zu ntachen.- Auf der Heimftchrt tüurde aber dem Photographen beim Veplossm des Wagens sin Daumen zer» qi'et cht nNd als sein Gchil.se zu Hause angekomMen ttxrr,. erfuhr er, daß eines seiner Kiwder durch einen Siurz in eine Glasscheibe sich schwer verletzt habe. Mn war der Photograph um kemen Preis zubewegen, di« gewünschte Ausnahme zu machen. Der Premievtninister.Asyuich .soll einmal den Wunsch geäußert haben, die asführbiche Mumie gu besichtigatr. Seine Kollegen fttzten sich jchoch der. AiMbrrrng dieser Absicht entgegen, denn sft gloubteu, daß die Mi-mie den Sturz des Kavkrsits herhevführen könne. Schließlich entschloß sich die Direktimr des BrttS chM, MttteumS, die gsfährttche Reliquie nach Amerika;gu, verkaufen. Dw Mumie wurde an Bord. oineS großen DomwferS gcbräckt, um nach Amerika befördert m werden. Der.Dachpser hieß ^Diwrttc". Mtt der firrchtharen Katastrophe ^«ses großen OzeastdainpferS soll die rachsücht.ige Ptlestertn deS Ammr-Ra in den 'Wellen ihr Grab gefunden haben. — Erstaunlich genug, daß der menschliche Aberglaube stnicht, noch für deN'Unttvgang des Schiffes verantwortlich gemacht hat. . Bettine. DorttS-e «nd Bersamminnge«. Den jüdischen Bundes, und BnndrSbahnbediensteten hat i-, Rotennutenden 94. April 1924 ~ Nr. 1864 Hochrotes Leder für Kleideraufputz : «« 6 E WIT S G H Westbahnstrasse Nr. 18 Bühne und Kunst. «Lee Aebiing von London-. Carl-Theater. Fekix Do r ma n% als Librettist nicht mehr unbescholten, hat in seinem Buche auS der Erfolglosigkeit der veralteten SentimentalitätÄmselei die Konsequenz gezogen und in Anlehnung an John Gays „Bcggars Opera" Mut zur Travestie gesunden. War das Milieu der englischen Detttewper durch . nationale Lieder und Tänze bedingt, so ist hier der inter- Mtionale Charakter der HaMung durch die schwüle Lust der Großstadt gegeben. In dem Warenhaus des Herrn Peach, der sein reichlich sortiertes Lager nur durch Käufe von Waren, die aus Diebstählett herrühren, vermehrt, 'fchlt auch nicht der Artikel, den selbst die passioniertesten Diebe und Straßetträuber gegen redliche Bezahlung einkaufen: die Liebe. Polly, die junge Tochter, wird zwar angchalten, sich nur den: Höchstbietenden zu verkaufen oder wenigstens den Geliebten ihres Herzens, den Chef einer Straßenräu-berbande, an den Galgen zu bringen, da der Pater die ausgesehte Kopfprämie erlanM will. Mer dro soliden Belehrungen sirrd vergeblich. Sie scheitern Ün der Glut des jungen Mannes und an seinen technischen'Fertttzvciten, wenn eS um Eroberung von Fvauenhergen geht. Selbst in der KaNtine von Newgate, wo neben einem halben Dutzend von Dirnen noch die kleine Lucy, die Tochter deS Gsfangettenattfsehers, in seine Netze und an sein HetrcttSvevfpvechen gerät, ist der Zorn der holden Weiblichkeit bald verraucht/ sobald der Führer der Räubergarde in' dem prächtigen Kolorit seines Kostüms auf der Bildfläche erscheint. Es ist ganz lustig, wenn sich im dritten Akt« herausstellt, daß der Räuberhauptmann der Schn eines Lords Ft; die Errettung vor dem Tode ist ihm gewiß. Und es ist bestimmt anzunchmen, daß der prompt erfolgende Austrag, vor der Königin zu erscheinen, zu ihrer vollen Befriedigung erledigt wird, auch wenn sie nicht Katharina heißt.' Hans Ewald Heller hat in seiner Musik Mar zu wörtlichen Zitaten aus bekanntest Liedern und Opern gegriffen, aber das Brrch ernst genommen und den Humor hinweggespült. Er hat nicht ans dem Rhythmus der Melodien durch.Umforurung. treue musikalische Kräfte gewonnen, um sie parodistisch darzMetem, i sondern nach Art des alten OPerettenstilS komponiert. Wie W^ sich wird zum Beispiel ein Tristan-Zitat in einÄ ÖPer V0tr Paul- HiNdemith, weil es satirisch die Situation besuchtet — hier wird - Sentimentalität gegen Sentickentalität gesetzt und M musikalische Humor aus Zugaben beschränkt. Für die Inszenierung nsttrde' der Regisieur deS BoMiW^rs Heinz Schulbaur ^bemüht. Schon an der Gliederung der Aitsirit-te, der Anordnung der Abgänge (ganz gegen die übliche Op.retten" schablone) erkannte man einen hier neuen,' mit Phantasie schaffenden Künstler. ' Auch in der Einzelregie manche ftine Züge. So erschien Fräulein Mimi B esc ly in der Rolle der jugendlichen Tochter wie ausg'wechselt. Das/ kortvettt-iönette Spiel, die sich wiederholenden Gesten waren einer freien Unbekümmertheit im Ausdruck gewichen, die der kleinen, aber warmen Stimme Interesse sicherte. D a n e g g e r, noch Rdi'tgÜöd des Burgtheaters, ist scheinbar stolz darauf, Besitzer ein.er uukultivierten Te'norstimme zu sein. Ernst Rolde nnd Relly Stahl ergänzten sich als würdiges Hehlerehepaar, ^Tskar- Sachs als Kantineur brachte den Humor seiner fvawMschen- Dialektsärbung zu sicherer Wirkung. Klara K a r r halk^ Kokottchen niederen Grades, Heinz Fischer als jugendlicher/ aber durch Routine ausgezeichneter Dieb waren'ausgeZeichnew^ Typen. Die Würde des Dolkstheaters tvahrten Lina Wo iw ode und Franz Scharwenka. Joses Holzer war wie immer ein sicherer musikalischer Führer. Der Beifall, durch eine Claque hochgezüchtet, war sehr stark. dt. Goethes „tirfanfl". (Modernes Theater.) , . Renata Mordo, dem begabten Splellvrtn/ gelang eint Aufführung des ^Urfaust", die wirklich festlichen Charakter trug. Mit dem geringsten Austvand an sMischen Behelfen m,,rde eine Fülle einprägsamer Bühnenbilder geformt und die Künstlerschar, begeistert bei der Sache, spielte ganz hervorragend. Bis auf Ferdinand Onnos allztt femininen Faust durchaus bemerkenswerte Gestaltungen. Eine, hie Margarete Trude' W e s s e l y s, verdient sogar das Attribut „meisterlich". Hier ist eine Kmtstlerin herangeveift, wie sie das Burgthea'er dvingend benötigt. Noch nicht vollreif, aber schon ein großes Versprechen, der Mephisto dez Herrn S ch möle. Ueberraschrnd geglückt di« Martha.Maja S e r i n g S und eine Freude der frische, herzhafte Student Herbert W a n i e k s. Das Quartett der Saufbrüder in Auerbachs Keller hatte Laune: — Man lastes Nicht bei dieser einmaligen Vorstellung bewenden A Ler LireNionrwechsel in der Bolksoper. In der gestrigen Sitzung deS .StMcheatervereineS „DoltLl^r" wurde über das Ansuchen der BoVksoPer?PeitriebS- A.-G. beschlosten» das Ausscheiden deS Herrn Direktor Felix Weingartner pro. 1. Maj dpJ- M Kenntnis zu nehmen, undden derzeitigen Direktor, Herrn M a rkowSky, alS dem Verein und den Behörden gegenüber veraNtwortttch im Sinne des Pachtvertrages, sowie als KonzestionSträtzer, zu genehmigen und hierzu die Zustimmung der Gemeinde ÄM« holen. Die Pevfektuterüng-des Vertragsabschlusses mit Direktor S t i e d r Y. lowi» ditz Durchfühvuna der durch diese Bestellung