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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-24 · Heft 1864 (24.4.1924) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1864 (24.4.1924)
Date
1924-04-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9lt 186? r"r:' Men. MMsr^iaS -; ———r~- Polens neue Wöhnmg. " Aus Warschau wird ES bKvichiet: Mit hem 1. Juni. 1984 i tritt Polen offiziell in dve l a t e i n i s ch e Münzkon-- vention ein, der bisher Frankreich, Belgien, Italien, dis Schweiz, Rumänien, Jugoslawien und Bulgarien angeschlossen find,,Der Zloty (Goldgulden), gegen den vom 1. Juni an die pülnssche Mark eingetaufcht wird, wird einen Monat später, mn 1. Juli 1984, gesetzliches Zahlungsmittel, während die polnische Mark als solches von diesem Datum an die Geltung verliert. Bereits am 1. Juni beginnt die EinwechsÄrmg der polnischen Mark gegen Noten und Münzender polnischen Emissionsbank. Der Umtauschiermiu für die polnische Mark endet am 31. Mai 1926 und vom 1. Juni 1926 an werden sich bloß Zloty im Umlauf befinden. Der polnische Zloty ist im Goldgewicht und Wert dem Goldfranken gleichgesetzt. Goldmünzen werden jedoch erst in Umlauf kommen, bis auch die anderen der lateinischen Münzkonvention angehörenden Staaten ihre Banknoten gegen Gold umt-auschen. Mit der Ausgabe von Hartgeld wird aber schon jetzt begonnen werden. In Polen selbst werden Kupfermünzen zu 2 und zu 5 Groschen cher Zloty ist in 1)9 Groschen eingeteilt) ausgeprägt, die Warschauer Münze prägt täglich 490.009 Stück dieser Scheidemünzen, die in e'ner Gesamtsumme von 8,600.000 Zloty in den Verkehr gesetzt werden spllen. Ferner läßt der Polnische Staat Nickelmünzen zu 1.0, 20 und 60 Groschen in W i e n und in der S ch w e i z prägen. Der erste Transport dieser neuen Nickelmünzen ist am 82. April aus Wien in Warschau oingetroffen. DaS Silbergeld, welches Polen als einer der eisten europäischen Staaten nach dem Koiege w Verkehr bringt, wird in Paris geprägt. Es werden Silberstückzu 1, 2 und 6 Zloty im Gesamtbetrag von 30 Millionen Zloty in den Verkehr gebracht werden. Zur Ausprägung dieser Silbermünzerr hat der polnische Staatsschatz 120 Tonnen Silber nach Paris gesendet. Me Ausprägung der G o l d.n ü n z e n zu 10, 20, 50 und 100 Zloty wird von der Warschauer Münze in Angriff genommen weiden, sobald sie mit der Ausprägung des Kupfer- Herdes fertig ist. Der Staatsschatz besitzt nach dem letzten Bericht 28 004 Kilogramm 842 Gramm Feingold und 110.577 Kilogramm 410 Gramm Feinsilber; dabei sind Edelsteine Schmuckstücke aus GM oder Brillanten, welche Polen von der Sowjetregir- «ung auf Grund seiner im Rigaer Friodensvertrag anerkannten Forderungen an Zahlungsstatt erhalten hat, nicht emgerechnet. Der Wert des genannten Goldbestandes beträgt 83,943.868 Goldfranken, der Wert des SilbervorrateS 12,089.146 Gold franke». Zu diesen inSgesamt fast 96 Millionen Goldfranken kommt noch der Wert der erwähnte« Sowjetzahlungen in Schmuck in der Höhe.von etwa 48 Millionen Goldfranken. Dir Valutareform erfordert den Umtausch von 630 Trillionen polnischen Mark chorunter die Staatsschuld in der Höhe von 291 Trillionen), was ist imsMNche Kauft? Ein Vortrag Anton KuhS. Man kennt Anton KuhS Kunstbetrachtung und mau chnnL feine aphoristisch-sarkastische Art, sie zu dokumentieren. Darum mußte auch eine Conference unter dem scheinbar lehrhaft anmutenden Titel „Was ist ««sittliche Kunst" das Interesse jener sozial an der Grenze von Bürgertum, Bohemetum und Snobtum liegenden Menschenschichte' erweck», die die Berechtigung ihrer Sehnsüchte auS dem Munde eineklugen, geistreichen, freien Schriftstellers bestätigt haben will. Kuh war gescheit genug, um zu wissen, daß man von ihm, dem AußenlinkS- und daher schon fast wieder Rechtsstehenden, keinen Dozentenvortrag erwarte, und nahm gleich die Entschuldigung für das Paradoxon Kunst— Ansittlichkeit vorweg. Er mußte sich zum Geständnis bequemen, daß er für eine kurze Zeitspanne die Möglichkeit einer sittliche» und einer unsittlichen Kunst anerkenne, i« moralischer und ästhetischer Hinsicht. Damit war die Rechtfertigung für seine Conference gegeben. Und was seine Ausführungen für ihn charakteristisch machte, war die Ticksache, daß er zuerst seine Definitton gab, um sich dazu den „Fall" zu konstruieren. Die sittliche Kunst ist wahr, sachlich, chsichtslos, tatsächlich. Unsittlich wird sie, wenn sie verschleiert, jesuitisch „enthüllt", d-S Tatsächliche als einen Jdealzustand, als etwas neben, außerhalb der Welt Stehendes, Vortäuschen will. Die Welt als Wahrheit und Wirklichkeit ist das Objekt der Kunst, aber diese Welt ist sinnlich in doppeltem Sinne, lustvoll, erotisch, daher wird das echtem sittliche Kunstwerk, sinnlich, lustvoll, erottsch wirken. Eine Sublimierung, Verfeinerung erotischer Erlebnisse, ist der Ausdruck snobistischer Anschauung, ist Lüge, Verhüllung, Angst vor sich selber. Der Mucker, der Bramarbas, der Illusionist, ist der Schöpfer der unsittlichen Kunstwerke. Diese These demonstrierte Kuh an einigen Werken der. Literatur und der bildenden Kunst, zeigte die Schwächen des bürgerlichen Menschen auf, der im Kunstwerk die Wahrheit seines schönen Lebens verschleiert, und dadurch schuldig werdend, büßt. Daß ei« Kunstwerk immer nur aus einem starken Gefühl heraus entstehen könne, und, um groß zu sein, höchste Formvollendung verlange, da die Vernachlässigung der Form Sünde auch gegen den Geist sei, diese» abseits der Sachlichkeit liegenden Weg wollt« Anton Kuh nicht betreten. Hingegen spürte er einige treffende deutsch« Sprachspielereien Ms, die gerade jene erotischen Knabenvorstellungen verrieten, die Hm a priori den deutschen Sexualsprachschatz verdächtig machen und den deutschen Bürger itttit dem Brandmal, einer verlogenen, verdorbenen, jesuitischen, tatsachenfremden Sittlichkeit behaftet, erscheinen lassen. Aber wie der Conferencier die bürgerlichen Dogmen vor das Tribunal seiner analytischen Verachtung schleppte und «nt diabolischer Freude zum Tode verurteilte, war ein so überraschende- und ül^rzeuge'.heS Schauspiel, Ns man Wiener Morsenzeltun^^ U. April 1024. ~~ Seite 8 vlJVvIlUffv UW UUUvIIUIIII94 Sie Wischen Lehrer an der Wiener stniversttüt. i - Ein .Hakenkreuzorgan teilt mit, daß sich das ,Mrlturaint" der deutschen Studentenschaft der „verdienstlichen Ausgabe" unterzogen hat, Erhebungen nach der Rassenzugehörigkeit der Professoren, Lehrer, Licktoren und Assistenten der Wiener Universität anzustellen. Die Ergebnisse dieser DenunzratenschrmMei liegen vor. Darnach besitzt an Mitgliedern „nicht arischer Herkunft" die medizinische Fakultät: ** Adler Ludwig. Alexander Gustav, Aller- Rudolf, Aschner Bernhard, Bauer Julius. Bauer Richard. Bauer Theodor. Beck. Oskar. Blau Albert, Blum Viktor, Bondt Samuel. Bondy Gustav, Breuer Robert, Bum Anton, Deutsch Felix, Donath Julius, Ehrmann Salomon, Eisckenschütz Jqnaz, EiSler-Terramare M., EliaS Herbert, Engelmann <B., Erben Siegmund. Erdheim Jakob. Fttchel Alfted, Fischer Isidor, Fleischman« Leo, Frankel Alexander» Frankel Siegmund, Frankl Oskar, Freund Ernst. Freund Ernst, Freund Leopold, Frey Hugo, Fttedsung I. K.. FröschelS Emil, Fuchs Alfted. Gerstmonn I., Gläßner Karl, KlaS Emil, Gomverz Benjamin, Gottlieb Bernhard, Haiek Markus. Halban Josef. Hammerschlag Viktor. Haß Julius, Haudek Martin, Hecht Adolf F., Herz Max. Herzfeld Karl, Heß Leo. Hochsinger Karl. Jellinek Stephan, Karplps Job. Paul. Kaufmann Rudolf. Knöpfelmacker W., Königstein Hanr. Latzko Wilhelm, Lazar Erw'n, Leidler Rudolf, Ljndner K. D., Löwenstein Ernst, Mannaberq Julius, Marburg Otto, Menzel Karl M.. Moler Paul. Müller Rudolf, Müller- Duham Alb., Neuburger Max. Neumann Heinrich. Neumann Julius, Neurath Rudolf. Nobel Edmund, Nobl Gabor, Ovvenüeim Älbin, Oppenheim Moritz. Dal Jakob, Pavvenbeim Martin. Daschkis Rudolf. Perutz Alfted. Peter Franz, Pick Franz, Pollak Eugen, Pollak Leo, Pollitzer Hans, Povver Huao. PoraeS Otto. Reich Felix. Rothberger Jul., Ruttin Erich, Sachs Motttz, Sacks Otto, Saxl Alfted. Saxl Paul. Schacherl Max, Schenk Fritz. Schick Bela, Schiff Artur, Schiffmann Josef, Schilder Paul, Schlesinger Herrn., Schlesinger Wild.. Schnitzler Julius, Schüler Artur, Schütz Emil. Sckur Heinrich, Schwarz Emil, Schwarz Gottwald, Schwarz Oswald, Sgalitzer M.. Sicher H., Silberstein Fried., Singer Gustav, Spitzer Alex., Spitzer Betthold, Stein Konrad, Stein Rob. Otto, Stern Hugo, Stem Richard, Sternberg Karl, Sternberg Marimil., Stoerk Oskar, Tandler Julius Thaler HanS, Ullmann Karl, Volk Richard. Weinberger Max, Weltmann Oskar, Winterberger Heinr., Zack Emil, Zweig Walter. Die Philosophische Fakultät: Abel Emil. Adler Guido, Arnold Robert Franz, Billiber Jean. Blaschke Emst. Burgenstein Alfted; Conrad Viktor, Ehrenbast Felix, EiSler Max, Flamm Ludwig. Gal Hans, Geioer Bernhard,.Gomperz Heinttch, Haas Artur. Hahn Hans, Hanskik Erwin. Hartmann Ludwig M., Hatsche! Betthold, Helly Eduard, Heirich Josef. Herzig Josef, Hock Stephan, Jellinek Max Hermann. Jockl Norbett, Kappelmacher Alfted, Kohn Moritz, Kornfclb Sigmund, Kubitschek Wilhelm, Lamhn Anton, Löwy Emannel, Meyer Stephan, Moßler Gustav, NomeSheimer Eugen, Oppenheim Samuel, Pole! Jakob, Pttbram Alfted Francis, Vrzibram HanS, Drzibram Karl, Przibram Richard, Reich Emil, Richter Elise, Roth PM, Stein Emst, Tauber Alfted, WaleSz Egon. Die Juridische Fakultät: Adler Max, Braßloff Stephan, Goldman« Emil, Grünberg Karl, Hermtttt Rudolf, Hupka Jolef, Kanfmann Felix, Kelsen HanS, Klane H., Komfelb Felix, Lenhoff Artur, Löffler Alexander.. Menzel Adolf, Mi'es Ludwig, Petichek Georg, Pilcz Alexander, Pisko Oskar, Pollak Rudolf, Rapvapott Achill, Redlich Josef, Schey Josef, Schiff Walter, Schilder Sieqmund, Schlesinger Wilhelm, Schmidt Karl, Stttsower Leo, Schwiedland Eugen. Tezner Fttedttch.; Das waren im ganzen 109 Namen, davon 12l6 Mediziner, 45 Philosophen und 28 Juristen, demnach eine für das Judentum sehr ehrenvolle Liste, die den imponierenden Anteil der Wischen Geistigkeit an dem 'wissenschaftlichen Leben Europas dartut und dies an einem einzigen Punkt beleuchtet. Der Zweck dieser und ähnlicher Publikationen ist ja klar. Er soll der Propaganda für den Numerus clausus dienen. Uns freilich beweist diese Liste, daß man ein Volk von so starker geistiger Regsamkeit' für die Dauer nicht unterdrücken kann. Mag auch die Arbeit' dieser Präskribierten derzeit noch anderen Völkern als güte Annexionsbeute in den Schoß fallen, es wird einmal der Tag kommen, wo die jüdischen Wissenschaftler für das jüdische Volk wirken werden. Um zu'zeigen, welche Werte uns verloveen gehen, bringen auch wir die Liste zum Abdruck, obzwar sie, wie daß Hakenkreuzblatt wehmütig bemerkt, noch nicht vollständig ist. Die „verjudete Philosophie". Die in München erscheinende „Deutsche Hoch» schulzeitung" bringt unter der Ueberschrift „Philosophie und Judentum an den Hochschulen Deutschlands" eine Zusammenstellung, die eine Verjudung der philosophischen Lehrstühle an den deutschen Universitäten Nachweisen soll. Nach einer Polemik gegen Feststellungen des Heidelberger Professors Dr. Bruno Alt mann in-der „WienerMorgenzeitu n g" heißt es unter anderem: „Gehen wir von Basel, wo Herr Joel das Philosophengewerbe ausübt, nach dem benachbarten Freiburg hinüber,. so finden wir zwei Lehrstühle in den Händen der Herren H usse rl und Jonas Cohn. In Heidelberg, wp bis zu- Kriegsbeg'mn auch ein ehrenhaft gefallener Herr Lask (eigentlich Laster) neben dem zu den sichersten Stützen des Judentums zahlenden Herrn Rickert die Philosophie vertrat, sind außer den in der Antwort bereits Angeführten auch noch ein Herr E h r e n b e r g und ein Oesterreicher namens F r a n k habilitiert, die gleichfalls Wischer Abkunft sind; im benachbarten Darmstadt vertritt das Fach der Philosofphie gleichfalls ein Jude, und zwar ein Herr Goldstein, dessen Wiege in Galizien gestanden haben soll. In Gießen sitzt Herr Professor August Cl esse r, der Jude ist; in Marburg war bekanntlich lange. Jahre als Ordinarius Herr Cohen tätig, der es gewissermaßen als seine Lebensaufgabe betrachtete, den modernen Liberalismus Wischer Färbung dem deutschen Volke als die Erfüllung der philosophischen Lebren eines Kant aufzureden. Nach Göttingen ist unlängst als ordentlicher Professor der Philosophie ein Dr. Moritz Geiger berufen worden ... In Hamburg haben bekanntlich die Herren C a s s i r e r urch William Store Lehrstühle inne; in Erlangen ist das Ordinariat in den Händen des Professors H e n sel, der mütterlicherseits aus der Berliner Bankiersfamilie Mendelssohn itammt. . . Ja» sogar die Lehrstühle für katholische Philosophie, sind, wenigstens im deutschen Westen und Nordwesten, zum Teil in den Händen getaufter Juden; so 'sind rein indischer Abkunft Herr Dr. Max E t t l i n g e r aus Frankfurt, der in Münster katholische Philosophie lehrt, und das gleiche, gilt für den bekannten Dr. Max Scheler an der Universität Köln . . . der sich in dicken Büchern als Vorkämpfer und Erneuerer einer unverfälscht ka th o'lis ch e n W el 1u n d Lebensanschauung hervortut" sich sogar an einzelne» Widersprüche» und Lufthieben er- I gartenausstellung eine große Anzahl von Preisen götzte. I für die Ausschmückung der Fenster und Bal- Zum Schlüsse destillierte Anton Kuh seine eineinhalbko ne verteilt werden sollen, was zweifellos zur Verschönerung stüntnge Stegreifconference zu dem Axiom: Jedes Kunstdes Stadtbildes nicht unerheblich beitragen würde. An den werk ist eine anarchistische Tat. Es richtet sich gegen di« bürgerliche Begriffswelt, es ist eine Kampfansage gegen dien Bürger — womit sich die Schlange in den Schwanz gebissen hat. Man könnte allerdings die Objekte, die Anton Kuh analysierte, um sie seiner These dienstbar zu machen, von der verkehrten Seite betrachten, und würde zum entgegengesetzten Resultat kommen. Aber das ist wiederum ein midereS Kapitel. Die Argumente waren schlagkräftig, die Beispiele, zündend, die Zuhörer getroffen, gepackt.. Die angekündigte Diskussion unterblieb — wegen Ermüdung des Vortragenden, und weil sich dieser eine in der Spanne eines Abends unantastbare Plattform für seine Kunstbettachtung und -Verachtung konstruiett hatte. _ o. r. Wie« als Blvmenstadt.; Noch unmittelbar vor dem Krieg glich Wien, wenn der Frühling kam, einer Blumenstadt. Nicht nur die öffentlichen Gärten und Parkanlagen, sondern auch die in allen Straßen mit Blumen geschmückten Häuserbalkone und die Peleuchtungsmaste mit chren schönen Blumenkörben gaben der Stadt ein schönes, warmes Gepräge. Der Krieg hat auch hier sein Zerstörungswerk geübt. Trotz eifrigste» Bemühens war es in den ersten Jahren des Friedens nicht möglich, den alten Zustand wieder zn erreichen. Die Gemein-diwerwaltung geht nun daran, alle die Schäden, die der Krieg und die nach dem Kriege aus der Tagesordnung sichenden Demonstrationen besonders den Anlagen auf der Ringstraße zugefügt haben, wieder gutzumachen. Im vergangenen Jahre wurde mehr als eine Milliarde ausgegeben und über 3000 Arbeiter beschäftigt, welche diese Gartenanlagen wieder in Stand zu setzen hatten. Me wir nun erfahren, werden die Arbeiten in dieser Richtung nun fortgesetzt, und es werden zunächst, wenn besseres Wetter eintritt, aus den großen statischen Reservegärtett', die schon horbereiteten Blumen und Blattpflanzen in die öffentlichen Gartenanlagen gebracht werden. Äußerem hat der Gemeinderät beschlossen, daß aus dem Reinerträgnis der letzten Klein- 21 Amtsgeöäuden, in denen die magistratischen Bezrrksexpositüren untergebracht sind, wird die Gemeindeverwaltung ebenfalls Blumenschmuck anbringen, und ebenso die Blumenkörbe auf der Ringstraße, die seit fast zehn Jahren unbenützt geblieben sind, wiÄier mit Blumenschmuck versehen. Man darf der Erwartung Ausdruck geben, daß diese Beschlüsse so schnell als möglich in die Tat umgesetzt werden, schon deshalb, weil in diesem Sommer eine Reihe von Kongressen, die Musik- und Theaterwoche der Gemeinde und die Herbstmesse schr zeitlich abgehalten und viele Fremde nach Wien zichen werden.. KonseffionrSuderungeu in Men im Jahre 1923. Im Jahre 1023 haben laut den AnAaberr der letzten Nummer der „Beiträge zur Statistik der Stadt Wien" 25.729 Personen eine Konfessionsänderung vorgenommen (gegen 11.019 Konfessionsänderungen im Jahre 1922). Auf die einzelneu Koufessionen verteilen sich die Austritte, beziehungsweise Ueberttitte, wie folgt: Aus der r ö m i s ch - k a t h o l i s ch e n Reli-ionsgememschaft 22.888 Personen ausgetreten (davon 13.059 männliche und 9839 weibliche), aus der griechisch-katholischen Rcligionsgenossenschaft 17, aus der griechisch-orientalischen 51, aus der evangelischen A. B. 1117 /801 männliche und 516 weibliche Personen), aus der evangelischen H. B. 85 (23 bezw. 42), aus der alt katholischen 402 (210 bezw. 92), und aus der mosaischen 1158 Personen (649 männliche, 509 weibliche). ' Was die den magistratischen Bezirksämtern in Wien im abgelaufenen Jahre bekanntgegebenen E i n t r i t te in die Religiönsgenossenfchaften betrifft, so sind folgende Ziffern bemerkenswert: In die römisch-katholische Religionsgemeinschaft sind insgesamt 657 Personen eingetreten (278 Adänner, 379 Frauen), in die griechisch-orientalische 44 Personen (10 Männer, 34 Frauen), in die evangelische A. B. 2344 (1050 Männer, 1294 Frauen), in die evangelische H. B. 178 Personen (77 Männer, 101 Frauen), in die attkatholische 1796. Personen (870. Männer, 926 Frauen),

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