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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-23 · Heft 1863 (23.4.1924) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1863 (23.4.1924)
Date
1924-04-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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WreW MöikgMzeiLMs.^ pBE, 1VV».. . .-MM, MKWoch .- .. Die Kant-Feier in Königsberg. f, AuS Königsberg wird uns berichtet:. Die Kauttztccht ehrte das Gedächtnis des großen Philosophen an« LMich der 200. Wiederkehr feims Geburtstages am Ä. Apvirl in solenner Weise. Den Auftakt 'bildete eine Fest« Mmg der Kant-Gesellschaft, 'bei der ein Bortrag de's greisen ^Kant-Forschers Professor BaihNiger (Halle), der durch Krankheit verhindert war, nach Königsberg zu kommen, veÄesen wurde. Im KönigSberger Dam fand Montag eine ^Gedächtnisfeier statt, hieraus wurde ans dem Donchcs das ^rreue von Pvosessor Lahr (Königsberg) geschaffene Grabma> l Kants feierlich der Stadt Königsberg übergeben. I Die KönigSberger Universität hielt ihre Kant-Feier im Stadtcheater ab: Mehrere hundert Gelehrte des In- und Auslandes, Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden haben sich eingefunden. Nachdem die Beethovensche -Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vevAnngen war, hielt der Rektor der Universität, Professor U ctele y, eine Begrüßungsansprache, worin er Machst aus die Bedeutung Kants für die Universität Königsberg hinwies. Der Name Kant bedeute jedoch viel inehr, -Deshalb die Universität den 200. Geburtstag Kants nicht anders feiern durfte, als indem sie die gange Kukturwelt diesseits und jen- Ms des Ozeans zur Mitfeier anfries. Kant sei der ganzen Menschheit Führer zu Licht -und Wahrheit geworden, der tiefgründige Erkenner dessen, was das KulturhandÄn der Menschheit bestimmt. Svdann hielt der KönigSberger Philosophieprofessor Dr. G ö d e ck e - M e y e r die Festrede, an die sich einte Rede des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und BoUSbAdung, Dr. P o e l i tz, schloß. Soda-nn erörterte Staatssekretär Professor Becker die Brldmtg'skvise der Gegenwart, um zu zeigen, was Kaut gerade für die Gegenwart 'bedeute. Anschließend an diesen Portrag hielten verschiedene Vertreter der inländischen und der ausländischen Gelehrtenwelt Ansprachen. Für Oesterreich sprach Professor Reininger. _ Sttlanb. LieLerhandlmgeu Wer die Besvldungsreform.! Die Verhandlungen mit den Bundesangestelltenvertretevn wurden gestern wieder ausgenommen. Die Regierung machte den Vorschlag, die Beratungen über die Revision der Reihungen und über die definitive Bssoldungsordmmg gleichzeitig zu führen. Da die Grundzüge der definitiven BchMnngsordrmng noch nicht Vorlagen, wurden die Beratungen des 25er->Auschusses der BnNdesangestellten auf heute vertagt. Bi's -dahin hoffen die mit der Führung der Verhandlungen betrauten Seiktionschefs die genauen Gvundzüge des neuen-BesoGungSgesetzes bereits mrtteilen zu können. Me Ängeftelltenvertreter erklärten sich damit einverstanden, da die Revision der Reihungen sich ohr^ehin noch nicht aEvivken könnte, weil der hierzu notwendige Stellenplan noch fehlt. In der Debatte wurden die Regievungsvertveter darüber interpelliert, was es mit den sogenannten Notstands Unterstützungen für eine Bewandtnis habe, die in einzelnen Asmtevn bereits zur Auszahlung gelangt sind. Es wurde mitgeterlt, daß eine generelle Ermächtigung an die Ressorts himmsgegeben wurde ohne spezielle Genehmigung des Finanz-min istervums. NotstandsauShilfen zu gewähren. In einer Anzahl von Ministerien, darunter auch im Ackerbauwinisteriium, sind solche Aushilfen bi's zur Höhe des halben Monat'sbezuges auch schon am letzten Samstag auSgezahl-t worden« Ein Werreichisch-denMes Arbeitslosenübereinlommen. Börtzn, 22. April. (Tel. der ,M-r. Niorgenzeitung".) Zwischeir der deutschen und der österreichischen Regierung ist . ein GegellseiilgLeitsübevemkounneu über die Arbeitslos enfürsorge abgeschlossen worden, demzjusolge die in Deutschland lebenden erwerbslosen Oesterreicher und die in Oesterreich lebenden erwerbslosen Reichsdeutschen gesetzlichen Anspruch auf die staatliche Unterstützung haben. Re letzten Kurse. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 22. April. (Radios Die Börse stand unter dem Eindruck einer weiteren starken Besserung des Pfundkurses, die auf den steigenden amerikanischen O-ttmiSmuS bezüglich der Neparationsftagen -mrückgefübrt wird. Auch der Kurs der Portier und Brüsseller Devisen besserte sich weiter, während die japanischen Werte schwach und holländische Werte sogar fühlbar schwächer ' waren. Auf dem Aktienmarkt stiegen besonders lokale Verkehrswerte wegen des zu erwartenden Verkehres zur ReichSausstellung. Auch heimische Staatsanleihen waren gefragt und im Kugrse höher. Von Petrolemnwerten besserten sich nur Mexikanische Ne gles, von Minenwerten General. Wechselkurse: New-Bork 4,38,6k,7 Paris 68, Brüssel 80,667, Berlin 19 Billionen. Christtama 81,62'/-, Stockholm 16,54'/», Kopenhagen 26.17Schweiz 24.84'/,, Amsterdam U,74'/s, Rom 98,06 67, Madrid 31.02V,, Wien 309,000, Prag 14,77'/„ Warschau 40 Millionen. Athen 22,75, Sofia 600, Bukarest 83,25, Budapest 32,5 bis 42.5, Riga 22.71. Baumwolle: Am Anfang der Börse war Terminware um 89 bis 58 Punkte höher, Mai 17,32, Juli 16,72. Ottober 14,44. Zu Mittag war Terminware um 53 bis 37 Punkte niedriger als bei der vorigen Notierung. Am Schluß wurden mnaesetzt 5000 Ballen, um '/«2 Ubr notierte April 17 60, Mai 17,38, Juli 16,71, Oktober 14,43, Jänner 13,84, Full Middling 18,30. Kupfer: Standard Kaffa 64.12,6. dreimonatig 65,8, Ekektri Lit. 70.12, Zinn Standard Kassa 248, dreimonatig 248, Blei englisches 34, ausländisches 32.15 bis 31.2, Messing: ausländisches 32,10. Oesterreichische Anleibe 92, tschechische Anleihe 98, Royal Tutch knapp 38, Shells 4,28, Centre Mining 10,75, Gern. Mining 13, Debeers 12,46. Lori-ou, 22. Avril. (Radio.) Devisenschlußkurse r Wien 310.500, Praa 148, New-York 4,37'-/,«, Paris 68,65, Brüssel 80.50, No« 97,875, Zürich 24,80. Madrid 31.175, Amsterdam 11,7475, Kopenhagen 26,216, Christtania 31,625, Stockholm 16,575, Berlin 19 Billionen, HelsingforS 174,25. Paris, 17. April. (Radio.) Effektenschlußkurse: Banque de France —, Pragobanka 400, Credit Lyonais 1555, Suez 97,—, Platine 652, Davrowa 760, Bangne Ottomane 730, Central Mining 729, Rio Tinto 2274. Le Napbte Russe 328, Sueceried Egyptv 934. Baku 2190, Cantchoues sin 151.50, Chartered —, Debeers ordin. 875. Goldfields 66.50, HuanchakaS 285, JägerS Fontain 204, Malacea ordi«. 182.-»-, Maltzoff 340, Mexican Eagle 75.—^ Padang 327.—, Rand Fontain 77.—, Randmine 199.—, Silva plana 161.—, Tauganyika 121.50, Tnbtce ioie 570. Utah Copper 1060. Shell 310. Royal Dutch 26.650, Burmah —, Soeiete generale —.—, Steana Roman« —, Schneider u. Cie. —, Metropolitaine —.—, Thompson Houston Raffinerie say ord. —, Russe eons. 4*/0 —, Ruffe eons. 3% 1891/94 —, Russe eons. 3«/0 1896 Russe eons. 3'/«»/« 1894 Ruff, cons. h% 1906 Russe eons. 4'/,°/» 1909 —, Serbie 4% 1895 —.—, Dette Ottomane 4% —, Ottomane 5°/« 1914 Aew-BorK, 22. April. (Radio.) Devisenschknßkurse: Taggeld 4 Prozent, Wechsel auf London 4,38,75 60 Tage-Wechsel 4,84,75, Paris 6,72, Amsterdam 37,01, Prag 2,96'/,, Berliner Schlußkurs 238/<, Silber 64*/8. 23. Apvik 1924 .. .. Gelte 3 Tagesbericht. Professor Richard Pattaaf gestorben. Der hervorragende. Pathologe der Wiener Universität Hostat Professor Dr. Richard Paltauf ist gestern gestorben/ Palt-auf war Vorstand des Instituts für allgemmne und experimentelle Pathologie und ist 66 Fahre alt geworden. Seit 1892 hatte er ben Lehrauftrag. Er war auch in Paris am Pasteur-Institut tätig gewesen. Seit ungefähr dreiviertel Jahren war er schwer krank. Die Diagnose des Leidens schwankte zwischen Lungentuberkulose und Luftröhvenkreb8. - -r- Eine Würdigung Paltaufs. Mt den: Tode des Professors Paltauf verliert die Wiener. Medizinische Fakultät einen 'ihrer Besten. Seit 82 Jchren bekleidete Professor Paltauf die Kanzel für allgemeine und experimentelle Pathologie. Er war in dieser Stellung der richtige Vertreter der alten Wiener medizinischen Schube und trug durch seine hervorragenden Arbckten auf dem Gebiete der Krebsforschung viel zum Ruhm der Fakultät in den letzten drei Dezennien bei. Speziell der „Wiener Kvanlkheit", der Tuberkulöse und deren Bekämpfung, galt sein Wirken. Ms Vorkämpfer der allgemeinen Tollwutprophylaxe fand er bei den Behörden nicht die nötige AufmerSsamkeit. Ms Bskämpfer der Epidemien, besonders während des Krieges, war er an allen betroffenen Orten selbst erschienen oder durch feine Schüler vertreten. An allen Gesellschaften und Kongressen, die der Be-, kämpfung des Krebses und der Tuberkulose galten, nahm er' hervorragenden Anteil. Das serologische Institut verdankt seiner Leitung und persönlichen Mitarbeit den Ruhm seiner Heilsera, bestmlders des^ Diphthsrieherlmittels. Unzählig sind seine Arbeiten über die! Drüsen mit innerer Sekretion. Trotz st'mer vielfsitigen wissenschaftlichen Arbeiten und seiner lange dauernden Krankheit war er fast immer im Dekanat dar medizinischen Fakultät tätig und freudig stellte er seine Erfahrungen dem jeweiligen Dekan zur. Verfügung. Durch seine Mitarbeit wurde so manche Ungerechtigkeit des Dekanats gemildert. Nach dem Zusammenbruch war er einer der wenigen Professoren, die vorurteilslos und ziemlich energisch dem kleinlichen Wirken vieler Professoren ent-, gegentvaten und ihnen bewiesen, daß Wissenschaft nicht vom Rassenstandpunkt aus betrieben werden kan«. Ms guten Lehrer und gerechten Prüfer werden ihn alle seäne Schüler immer im Andenken bewahren. Dr. R, Nie» HM« - PrMdent der schwedischen Akademie der Wissenschaften. Rach einer Meldung des „LolalauZeiger" aus Stock- Holm ist SvenHedrn zmn Präsidenten der schwedischen ADadeMir dev Wiffmfchaiften gewählt worden, Howard Sorte» in Amerika. Der wissenschaftliche Erforscher deS TutaiEhavten« Grabes, Howard Carter, sst in New-Aork angekormmn, Er veranstaltet eine Dorleisungstonrnee durch die Boveintigten Staaten. Bor Zeituugsberichterstattern drückte er die Hoffnung aus, daß die MeinnngSverschisdenheiden zwischen chm und der ägyptischen Regierung bald bei gelegt fein werden. Er gedeE nächstes Jahr die Ausgrabungen fort^utzetze«, _ :;.l.-V der driftsche Weltrundflng. Rach den letzten Meldungen ist der britische Weltfttegch Mae Daren aus Bagdad in BaShir (Persien) ««getroffen u^ nach Bander-Abbas weiter geflogen. KM in poetischem Gewände. Bon S. Meisels. Man würde es nicht für möglich halten, wenn man es nicht Schwas auf Miß besäße: Immanuel Kant schreitet nunmehr auch rn der anmutigen Toga der Poesie -mit Rhythmus und Reimklang einher. Max Epstein, ein ^Philosoph, der sich in den schier unermeßlichen Räumen der Kantischen Ideenwelt vorzüglich auÄennt, hat den Versuch gemacht, Kants Kritik der reinen Vernunft" in -deutschen Stanzen einem denkgeükbien PMikum näherzubringen. Der Versuch war gewagt, aber er ist gelungen. In dem Werke Epsteins, das im Verlag der WertbuchhaMnng in Berlin erschienen ist, wird die Gedankenwelt Kants in gutgebauten Strophen nachdenkend und nachschaffend gestaltet. Epstein hat nach dem Plan des gedanklichen Riesenbaues, den die Kritik der reinen Vermtnft darstellt, ein zierliches Reimgebäude aufgeführt, zu dem die Zugänge fteier sind als zum ursprünglichen Bau. Dieses didaktische Reim- und Lehrgedicht ist jedoch nicht als Durchgangshalle gedacht, durch die der Weg zum inneren Bau der Kantischen Philosophie abgekürzt und erüichtert würde; das war durchaus nicht der Zweck der Uebung. Epstein betont nachdrücklich, daß sein Kant im -poetischen Gewände weder eine Einführung in die Kantische Philosophie noch einen Kommentar zur Kritik der reinen Vernunft bieten will. Das Werk Epsteins , stellt lediglich den Versuch dar, durch das Morgentor des Schönen in das Reich der Erkenntnis zu gelangen. Derartige Versuche sind von Dichter-Denkern häufig genug gemacht worden. Das Lchrgedicht nimmt in den Literaturen aller Völker einen ziemlich breiten Raum ein. Freilich, man hat bezweifelt, ob man die Lchrpoesie überhaupt als Poesie ansprechen darf; man hat sie als eine Zwittevgattung bezeichnet, die zwischen Poesie und Prosa die Brücke bildet; man hat die Ansicht vertreten, daß DidaW uK Poes« einander anschMsen, weil die wahre Poesie eine Belastung mit Reflexionen nicht vertrage. Dessenungeachtet haben nicht nur spekulierende Reimschmiede, sondern auch wirkliche Dichter didaktische Poesie geschrieben. Um seinen Versuch zu rechtfertigen, beruft sich Max Epstein auf Theodor August Tiedges philosophisches Gedicht „Urania" und auf Voltaires Discours en Vers für l'homme. In diesem Zusammenhang wäre auch die philosophische Dichtung in England zu nennen. Neben Tiedges „Urania" wäre Albrecht von Hallers Lehrgedicht ,^)om Ursprung des Uebels" zu erwähnen, das Ideen der Leibnizschen Theodizee zur Grundlage hat. Goethe hat vielfach Hinozistische Gedanken in einen Akkord harmonischer Töne ansklingen lassen. Diele Partien in Dantes Göttlicher Komödie sind ins Bildhafte getriebene und in WohMang aufgelöste scholastische Philosophie. Und Kant selbst hat in Schiller einen Interpreten gefunden, der seine tiessten Gedanken in das schillernde Gewand der Poesie hüllte. In biejent Zusammenhangs wäre auch dis überaus reichhaltige didaktische Dichtung in der hebräischen Literatur zu erwähnen. Die alten und älteren hebräischen Dichter besaßen eine große Vorliebe fürs Lehrhafte und bevorzugten daher das didaktische Gedicht. Diese Bevorzugung der Lehrgedichtsgattung hat sich bei den hebräischen Dichtern bis Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erhalten. Sie haben nicht nur selbst didaktische Poesie geschrieben, sondern auch aus allen Literaturen das hcrübergenommen, was lehrhaft war, was ein Gemisch von philosophischen Betrachtungen und moralischen Sentenzen bildete. Sie liebten auch in der Poesie das Gedankenreiche; für die Reize einer leicht beschwingten Muse waren sie nicht sonderlich empfänglich. Sie haben selbst tiefgründige, mit nietaphysischen Gedanken durchwebte Gedichte in hebräischer Sprache geschrieben oder von anderen ins Hebräische übersetzt. Wohl in keiner zweiten Literatur ist das Lehrgedicht in gleich großem Umfange vertreten wie in der hebräischen, Dcpbei kann man sehr wert in die Vergangenheit zurückgehen, sogar bis auf dis Pajtanim zurückgreifen, man findet es immer wieder, und darunter auch manches, worin sich Philosophie mit Poesie; in wunderbarer Harmonie aufs engste vevschwistert. Sonst! wandern Philosophie und Poesie Wohl gemeinem in der-! selben Richtung, aber auf verschiedenen Wegen. Das Ge-! meinfame und Uniechhiedliche Mischen Poesie und Philosophie hat Epstein im Borwort zu seinem Kant treffend^ schön gekennzeichnet. Die Poesie fiihrt uns durch liebliche Meen, die Philosophie auf steinig gepflasterten Straßen.! Aber „ein kleiner Weg verbindet die blumige Allee mit der steinigen Hauptstraße; dieser Seitenweg ist das Gäßchen der didaktische« Poesie". Die hebräischen Dichter sind häufig diesen Seitenweg gegangen und haben den Weg entlang manch schöne Blume gepflückt. Aus der Fülle der hebräischen didaktischen Dichtungen möchte ich hier nur zwei erwähnen: Salomo Jbn Gabirols „Kether Malkhuth" (Die Königskrone), ein religionsphilosophisches Gedicht, wie in der Weltliteratur kein zweites vorhanden ist; rmd Adam Hakohen Lebensohns umfangreiches Poem „Hachajjim we-Hamoweth" (Leben uni, Tod), das philosophische Gedanken in den Goldreif echter Poesie faßt. Didaktische Poesie ist also uraltes Literaiurgnt, philosophische Dichtung kein Novum in der Geschichte der Dichtung. Dennoch stellt das Buch Epsteins eine literarische Neuheit dar. Bisher hat die didaktische Poesie nur philosophische Betvachtungen geboten; sie hat Ideen der-! tvertet, Gedankensplitter in poetische Form gegossen und' weise Lchren m Spruchdichtung umgewandelt. In dem Buche Epsteins wird zum ersten Male ein ganzes philosophisches Lehrgebäude in den edlen Formen der Dichtkunst anfgeführt. Und: Die reinen Töne, die dem Ohr sich nahten, Erklingen hent' als schönste der Kantaten-

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