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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-20 · Heft 1861 (20.4.1924) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1861 (20.4.1924)
Date
1924-04-20
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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AHe fl ..Men, Sonntag _\_Wiener Moraienzettuns. Sind die Falaschas Zuden? Sine neue Theorie von Univ.-Prof. Scheftelowitz (Min). Gegenüber den Herrschenden Anschauungen, daß die in .Mtzsiimen wohnenden Falascha's dem Stamme und der Mligion nach als Juden anznsthen fvien, behauptet UniverisitätKprofessor Schestelowitz m Köln, daß die Falaischas weder AbkoMMlinge von Juden «och auch der jüdischen Religion zuzurechnen seien. Der bekannte jüdiische Gelehrte, welcher umgehende Forschungen bezüglich 'der Falaschas durchgeiführt hat, stellt fes^ -daß die dem semitischen Zweige zugerechneten AeWopier, wolche heute Abesimien beherrschen, nicht zu den ältesten Bewohnern dieses Landes gehören. Vor ihnen war das äthiopische Hochland van den Kuschiten besiedelt, deren Nachkommen die heutigen KaWsche (der Stamm im Hochlande von Kaffa) sowie der Stamm der Agau siÄd. Dreist Agau, welche von dunkelbrauner Hautfarbe sind, gekräuseltes Haar und lange Schädel haben, befaßen noch im ersten Jahrhundert der heute geltenden Zeitrechnung in AeDopien ein ausgedehntes Königreich mit Namen Kusch, das jedoch nach einem unglücklichen Krieg mit den Römern Unter deren Botmäßigkeit geriet. In. den folgenden Jahrhunderten breiteten sich die aus Südavaibien gekoimmemn .stmitischen H a b e s ch i st ä m m e im Gebiete von Kusch aus. und wurden die Beherrscher,des ■ kuschitischen Reiches, biis sie im 10. Jahrhundert von den Kuschiten Wögt 'wurden. Damals erfolgte die Errichtung des Falaschaköuig re ich e s. Die frühesten historischen Nachrichten über die Maschas stammen aus der Mtte des 10. Jahrhunderts. Sie werden von den christlichen Abessiniern 'wohl als Juden bezeichnet/ nennen sich aber selbst stets entweder Fala s ch as . oder Beta-Isräe l. Siei\wohnen heute vornehmlich in drn Hochgebirgen von Senien, und die in diÄstr Gegend ebenfalls ansäffi-gen Stämme der Tigreer und A m h ares bekennen sich zur g l e i ch e n R e l igion wie die Falaschas. Was nun die Religion be-r Falaschas betrifft, so weist Schrftelo-witz darauf hin, daß aus beim Umstande, daß manche religiöse Brauche der abessiniischen Kirche, wie zum Beispiel die Baschneidung, die Speise- und Schächtgesttze sowie das Ver'bot des Blutgenusses, mit denen, der Maschas Mvemstimmtzn, zu folgern sei, daß die Mehrheit den semitischen Abessinier vor ihrer Bekehrung zum Christentum (im vierten Jahrhundert der hentigen Zeitrechnung) derselben Religion angehörten wie die Maschas. Wohl sind die Falaschas Monöthefften, halten streng den Sa'bbat, feiern entsprechend den biblischen Gesetzen da's Pessachfest stöben Dage lang und erwarten auch den Messias, Wen ferner mehrere biblische Gesetze aus, die während des Bestandes des Tempels galten, wie das Opfer des Pesicvchlarmnes und die Reinigung durch die Asche der roten Kuh; aber eine ganze Anzahl von religiösen Bestimmungen der Falaschas stehen in unvereinbarem Gegensatz zu -d e n j ü d i s ch e u R e l i g i o n s g e s e tz en und sind mit den primitiven Negerbräuchen identisch. Bei ihnen können Priester auch Eunuchen,sein, wa's bekanntlich durch die. Bibel verboten ist. Die Maschapriester bringen Tieropstr aus einem Sieinaltar dar, während nach dem biblischen Gesetz nur im Tempel zu Jerusalem geopfert werden durfte. Die Falaschas (Wrigens auch die christlichen Abessinier) 'beschneiden nicht nur die Knaben, sondern auch die Mädchen am achten Tage nach der Geburt, ein Brauch, der.im Judentum vollständig unbekannt ist, jedoch bei dem Stamme der KaWscho und bei den Masainegevn sich «findet. Die Mascha kennen ferner. auch Totenopfer,, welche bekanntlich in der Bibel streng verboten sind. Ebenso ist es «im mosaischen Gösetz streng verboten, daß bei eiue-m Todesfall-die Leidtragenden sich die Haare scheren und sich das Gesicht blutig schneiden, wie es bei den Falaschas Brauch ist. Nach Art der Primitiven Religionen bringen sie Sterbende in eine einsame Hütte außerhalb des Dorfes, wo auch der Lei chnam bis zum Begräbnis liegen bleibt. Die Maschas haben im Monat November einen Fest- und Fasttag, Ast er io oder Segdet genannt, der angeblich mit den Klagen Jakobs um seinen verlorenen Sohn Joses zufammenhäugt. An diiesem Tage iverden von Männern und Frauen Prunktänze aufgeführt und am Ausgang 'des Festes streut jeder Teilnehmer Getreide aus die Erde' und aus die Hausdächer. Dieses Fest, welches auch bei Negerstämmen bekannt ist, schämt nun einem primitiven, mit dem Fmchtbarkeitsritus zusammenhängenden Brauch zu entstammen. Die Verbindung mit Jakob dürfte Wohl nachträglich durch einen jüdischen Missionär bewerkstelligt worden foin. Es ist überhaupt anzunehmen, daß unter 'den Maschas jüdische Religioüsbräuche durch Missionstätigleit öingesührt wurden. Die Missionäre, welche-die Falaschas zu dem von ihnen noch jetzt geMen Monotheismus mit altwstamentarischem Anstrich bekehrten, der aber mit der jüdischen Religion durchaus nicht identisch ist, waren wahrscheinlich a l e x a n d r i n i s ch e I u d e n, welche griechisch sprachen. Alexandria war ja tatsächlich in den ersten Jahrhunderten der hsuw -üblichen' Zeitrechnung das Zentrum jüdischer Missionsbestveibungen. Auf die jüdisch-alexandvinifche Mission mit griechischer Religionssprache deuten verschiedene Umstände hin: So nennen die Falaschas den Meffias, welchen sie erwarten, nur mit dem griechischen Namen Theodorvs. Der 'hebräische Ausdruck Sabbat ist ihnen unbekannt, sie nennen den Ruhetag „S a n b a t". Bekanntlich wurde in 'der urchristlichen alexanidrinffchen Zeit nicht die griechische Tran'ftviption - Säbbatos, sondern vorwiegend der AuÄruck „Sambata" oder „Sanbata" gebraucht. Erhalten ist diese kkorvumpierbe Transkription übrigens in der jüdischen Sage in dem Namen des Flusses Sambation. Es muß ferner darauf hingewiesen werden, daß den Falaschas die hebräische Sprache völlig fremd ist; sie kennen nicht einmal die gewöhnlichsten hebräischen Kultausdvücke und in ihrem ganzen Sprachschatz gibt es kern einziges hebräisches -oder avamü'lsche's Fremd- oder Lehnwort. Ihre heilige Schrift ist nicht hebräisch, sondern in altäthiopischer Sprache abgefaßt und besteht ebenso wie der Kanon der griechischen Bibel, den die alexandrinlischen Juden besaßen, aus den fünf Büchem Moses, deim Buch Josua, dem Buch >der Richter und dem Buch Ruth. Außerdem kennen sie das apokryphischv Buch- Henoch. Auch Mige biblische Namen, «welche die Maschas führen, wie zum Beffpiol Jeremias, Jffayas, tvorlstn in ihrer Form auf die griechische Vorlage hin. Bei iden Maschas wird auch die Beschneidung nie am Salbbat vorgenommen; wenn man nun daran denkt, daß nach jüdischem Gesetz eii>n Pvost-lyt nicht am Sabbat beschnitten werden'darf,-so ist auch hier ein Hinweis auf jüdische Mission unter den Falaschas gegeben. Die Wichtigen bMfchsn Feste Rosch-Haschcvniah und Joni-Kippur sind den' Falaschas unbekannt (das Pesiachstst ist ihr Nsujahrsstst), ebenso kennen sie nicht Purim und CharmKa. Ob das Bala-Metstlestst, das sie im Oktober feiern, mit -dom jüdischen SuMothstste identisch ist, erscheint fraglich, da sie weder den Feststvauß noch die Laubhütte kennen. Die jüdischen Zeremonialgesetze (Mesulfoth, Tesiilim, Kiddusch) sind ihnen unbekannt. Es ist also wahrscheinlich, daß die Religion der Falaschas von jüdischen Missionären aus Alexandrien künstlich geschaffen wurde; sie kann mit der Machen Religion nicht identifiziert werden. Die Bcike'hrung der Falaschas zum Monotheismus in judaffi-erender Form dürfte Wohl noch im ersten Jahrhundert «der heute üblichen Zeitrechnung, in der letzten Zeit des Bestandes des Tempels zu Jerusalem erfolgt se-in, als noch das Pessachopfer und die Aschs der roten Kuh eine wichtige kultische Rolle spielten. Darauf läßt auch die dem jemsalemifchen Tempel adäquate Bruiweife ihrer Gotteshäufer schließen. Die Darlegungen Schöftelowitz', ^welche das heute so viel -böfprachene Fala«schaproblsm Von eimx neuen Seite aufrollen, sind geeignet, die Frage einer neuen Diskussion zuzufühven. Ae Zulassmg aurlündrscher Amte im Staate Rew-Vork. Der osterveichifche Generalkonsul in NewHovk Doktor Fischerauer teilt in einer Zuschrift an das Bundeskanzleramt ü«ber die Zulasiung von ausländischen Aerzten das folgende mit: Mt in sämtlichen Staaten der Union bestehen Vorschriften wegen Zulasiung zur ärztlichen Praxis von Aerzten, die aus anderen Staaten der Union kommen, und gewöhnlich besondere und strengere Vorschriften 'für die Zulassung von ausländischen Aerzten. Im Staate N e w - I o r k, der in meinem Amtsbezirk hauptsächlich in Betracht kommt, gelten die Bestiimmungen eines Gesetzes, das am 1. Mai 1923 in Kraft getreten ist. Es wird zur Zulasiung von Kandidaten zur Prüfung neben der Bezahlung einer Taxe von 25 Dollar die Beibringung von durch stinen eigenen Eid erhärteten dokumentarischen Beweisen verlangt, dahingehend, daß der Kandidat über 21 Jahre alt und Bürger der Vereinigten Staaten ist und daß er ferner vor Beginn seines ersten Studienjahres der medizinischen Wisienschaften jenen Grad von allgemeiner BoMldung erworben hat, der durch die Aovschrrften der Kommission verlangt wild. Zwecks Zulassung« zur Prüfung, bezichungsweise zur Dvxis, P somit im Staate Nsw-Aorr nach dm Meisten Bestimmungen der Erwerb der amevikkanffchen Staatsbürgerschaft, somit e in mindestens fünfjähriger Aufenthalt in den Vereinigten' Staaten unbedingt erforderlich. Ich möchte agch nicht verabsäumen, hinzuzufugen, daß die Prüfung selbst für ausländische Kandidaten, wenn nicht besondere Uimstände, wie der ganz besonde>ve ärztliche Ruf desselben, andere Gesichtspunkte walten lassen, eine sehr rigorose unid absolut nicht bloß formelle ist. Sin englische» Konsorttum zur SrploMem«g Malowescher Mlder. Mus Warschau wird uns geschvickben: Zwischen dem Landwirtschaftsministerium und einer englischen. Gösellschaft ist ein Abkommen für zchn Jahve betreffend den Verkauf der jährlichen Holzschläge des Forstes von Bialowesch unterzeichnet worden. Zur DurchfühvUiNg des Abkommens ist -!in England die internationale Gesellschaft T i m b e r Corporation gegründet worden. Die Konzessionäre dürfen durch vierzig Jahve 72 0ÜOO Kubikmeter Holz jährlich schlagen. Die in englischer Währung festgesetzten Holzpreise sollen, während der Dauer des Abkommens gemäß dem Schwanken des Weltmarktpreises überprüft werden. Die Abrechnungen werden in jedem 'Semester erfolgen. — Der Vertrug sichert von seiten der Gesellschaft eine normale, mit keineÄei raub- 20. April 1922 '_ Ur. wirtschaftlichen Methoden geführte Exploitation zu;' dä pol irischen Staatskasse ist ein bedmtender Zufluß engl bischer Valuta — das Konsortium zahlt der polnischen Ro gierung drei Millionen Pfund jährlich — garanttert, (Dieser ungcheure Komplex, der ein Territorium von etzvo 50 Millionen Morgen umfaßt, war frühe» Privatlbesitz des Zaren und durch das Vorkommen de» letzten europäischen Wisente berühmt; im Kriege versuchten die deutschen Okkupationsbehörden, das Waldgebiet für sich ausWbeuten. Organisator dieses Betriebes war danrals der durch die Gründung der bayrischen Einwohnerwchren bekannt gewordene Fovstrat Escherich, nach 'dem die bewaffneten deutschen Organisationen mit'der'in Deutschland so beliebten, die deutsche Spmche' völlig MtstelleUden Abbreviatur „Orgesch" genannt wurden. Die. räuberische Waldwirtschaft der Deutschen stiftete schweren! WaMschaden und führte auch dazu, daß die wenigen Wisente in den tiefen Wäldern von Bialowesch eingingen oder als Spielzeug für Wilhelm nach Berlin geführt wurden, wo sie bald zugrunde gingen. Das Waldarevl, das nach der Gründung Polens polnischer StaatIbesitz wurde/ ist uugchuer groß und erfordert zu einer rationellen Bewirtschaiftung riesige Kapitalien; das ist auch der Grund, weslhakb eine umfassende Verwertung des wevtollen Wa'ldbetstandes bis'her nicht vorgenommen werden'konnte.) Frühjahrseinläufe. , .Eigentlich war es ein Sommereinkauf, was ich dem Frühling zu verdanken habe. Jawohl, andere mögen dem Lenz zürnen, mir kam her holde Knabe in seiner heurigen Verfassung sehr gelegen. Denn die Frühlingstoiletten konnte ich überspringen und wir gingen gleich in den Somnrer himin. Es handelt sich nämlich um meine bessere Ehehälfte. (Heimlicher Stoßseufzer, der aber nur mich angeht.) Für mich kommen ja Neuanschaffungen nicht in Betracht. Ich habe ein raffiniertes System des Wendens meiner Kleider, eine Kombination 'beider StoMiten entdeckt, und komme dadurch so ziemlich aus. Also für mich sind Neuanschaffungen, wie gesagt, schon lange abgeschafft, wie bei einem österreichischen Hofrat. Ich kann ja nicht klagen, mein Chef ist eine Perle und hat mir, bevor er seinen Ostererholungsurlaub autrat (nämlich zur Erholung der anderen), versprochen, für die (eventuell) heißen Sommermonate einen entzückenden Tennisanzug aus reinstem Rotationspapier zu bewilligen. Ich bin <üsy versorgt. Aber die holde Gattin nmß doch um Himmels willen anständig dahergehen. Frauen kosten Geld, wenn man.sie anzicht, ebenso wenn man sie auszieht. Bis jetzt 'habe ich mich auf den famosen Frühling ausreden können, wo nran die ältesten Wintersachen tragen konnte und daher hat man noch gefroren. Aber vorgestern, sapperlot Noch einmal, vorgestern hat die Sonne angefangen verdächtig zu blinzeln, da man schon so ein klein wenig in Schweiß geraten ist. Ich komme nach Hause und der Angstschweiß bricht mir aus. Meine Frau und ihre Freundin sind.im Zimmer. Die Freundin ist Mitglied eines Damenringklubs. Beide hatten gerade die Berichte über Cavpentters Ankunft gelesxn, was anregend gewirkt haben muß, denn mit funkelnden Augen — Sie kennen diese Augen nicht— spricht die Gattin die großen Worte gelassen aus: „Heute gehen wir einkausen!" (Und das habe ich angebetet und seinerzeit mit mindestens zehn Kilogramm lyrischen Gedichten angehimmelti) Kleinlaut gestehe ich, daß ich zwar gerade den „aliquoten Teil" irgend welcher Bezüge erhalten 'habe, der zwar als Reparattonssunrme für meinen gewendeten Hut ausreicht, aber Einkäufe machen... Da zückt die Freundin einen Zettel: Kreditanweisung bis zum Betrage von ... . . Ratensystem. Man braucht nicht zu zahlen. Was soll ich Ihnen sagen? Auf einmal waren wir vor dem großen Warenhaus. Es war nachmittags vier Uhr. Ich beginne schwere Bedenken zu äußern: ich blamiere mich nicht gern . . . Die Anweisung, wer weiß) was baä ist, das kennt man schon . . . Neulich Hab' ich so was für ein Kino gehabt, ich komme hin: Sonntag ist nichts. Geht man Donnerstag, heißt es, nur Fveitcvg. Freitag: nur nach Maßgabe der Plätze und es ist gerade ausverkauft. So auch hier. Ich kann mir nicht vorstellen, daß wildftemde Menschen Sachen wegtvagen dürfen, ohne zu zahlen. Ich lasse mich wirklich nicht gerne hinauswerfen; in meinem Berufe ist das was anderes. Man wird bestenfalls sagen: „Ja. das ist nur in der Schwemme, für Ausschüßsachen, jetzt haben wir nichts, vielleicht nach den Feiertagen, aber wenn die Dame etwas Schönes haben will, gegen Kassa . . .? Mas machen wir dann? Meine Frau begann rot zu werden, der Floh im Ohr saß. ,Ja, wirklich, wir müssen drinnen sofort sagen..?' „Nein," meint die Freundin (oh, diese Freundin!), „Hann verlangen die gleich mehr. Erst bis der Preis genannt ist, werden wir den Zettel zeigen." Die Gattin wird unsicher: „Nein, das tu' ich nicht! Adolar (das bin nämlich ich), du mußt gleich was sagen, sonst verzichte ich! Ich brauche überhaupt nichts!" > Ich kann keine Tränen sehen. Schließlich standen wir drinnen zu dritt. „Die Dame möchte ein Kostüm," be»- ginnt die Freundin. „Sag' es", flüstert meine Frau, mir zu. Schwül ist's da drin, finde ich. Die Verkäuferin legt vor: blau, grau, grün, die Gattin verfärbt sich immer mehr. Und sicht aus, wie wenn man sie zur Schlachtbqnk geführt hätte. Auf einmal schaut sie mich an — oh, Sie kennen den Blick nicht! Ich wünschte mich weit weg, dorthin, wo mein Chef den Osterürlaub verbringt und wenn es die Pfefferinsel wäre, was aber, nebenbei gesägt, nicht der Fall ist. Diese Frauen! Kaust man nichts, gibt eS Krach, will man kaufen, ist es auch ein Malheur. Endlichi

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