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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-17 · Heft 1858 (17.4.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1858 (17.4.1924)
Date
1924-04-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Kr KM Meük, D'öMttMg ' " „Hamlet in KrShwintel/ Gastspiel Toni Impekoven im Lustspieltheatcr. ' Der Theaterzettel versichert, daS Stück sei nach „einer historischen Begeibenheiit" verfaßt. Dieser Bevsicherung ist ohne weiteres Glauben zu schenken — schließlich hat das Leben keinerlei Verpflichtung zur Originalität und darf sich Geschichten von verstoßenen Töchtern, Vaterhärten und Großvaterrühvung erlauben. Uebevflüssig zu sagen, daß die Angelegenheit nach Anwendung großer Mühe, einen wirklichen Konflikt zustande zu bringen, in Freude, Versöhnung und Engagement an einer großen (sogar geheizten) Bühne endet. Da sich das Opus bescheidentlich, wenn auch etwas irreführend, „Bollsstück" benennt, obwohl Börne und Heine, die beide benützt werden, bei uns wahrhaftig nicht volkstümlich sind, überdies eine gewisse behagliche Heiterkeit atmet, ist nicht viel dagegen einzuwenden. An Volksftücke darf man keinen großen Maßstab anlegen, die wollen mit dem kleinen gemessen werden. Dom einen oder anderen mag es allerdings ein wenig gegen den Geschmack gehen, die beiden Dichter und feinsten Geister ihrer Zeit herangezogen zu sehen, um schlechte Witze zu machen und Plattheiten zu sagen. Aber schließlich ist ein Volksstück nicht für allzu Feinfühlige, und die Mehrzahl schien sehr befriedigt zu sein. Die Scherze, wiewohl stellenweise etwas kräftig geraten, sind an Harmlosigkeit kaum^ zu überbieten und geben reichlich Gelegenheit zum Lachen, daS wcchrend der Ausführung von „Hamlet" in der Schmiere sogar herzlich und echt wurde. Ganz köstlich die Bauernmufik, die diese Vorstellung einleitet. Es wurde viel golacht und reicher Beifall gespendet. Toni Impekoven, Äs sächselnder Schmierendireltor in Spiel und Maske gleich vortrefflich, wurde von den Damen Ludwig, Jta und Waldner, wie den Herren Paul Mahr, Neckamm und Hübner aufs best« unterstützt. K. M. Mitteilungen aus dem Publikum. 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Montag nachmittags statt „F ü r st i n Tana g r a" bei ermäßigten Preisen Kienzls „K u h r e i g ni". Deutsches V ol 8 theate r. Samstag den 19. d. „E r d e". Für die Feiertage wurden folgende Vorstellungen angesetzt: Sonntag, 7S3 Uhr nachmittags, „D i e zweite heilige Nacht", 7 Uhr abends, „Die Journ a l i st e n" mit Dr. Rudolf T y r o l t als Schmock. Montag, Vz3 Uhr nachmittags, „W i e n e r i n n e n" 7 Uhr abends, „Großstadtluft" mit' Dr. Rudolf Tyrolt als Crusius. In den K a m m e r s p i e l e n tritt Ralph Artur Roberts heute Donnerstag den 17. d., 7 Uhr abends, zum letzten Male als Maxime in dem Lustspiel „Domino" auf. Abends 10 Uhr geht „Der F r e ch d a ch 8" zum letzten Male in Szene. Samstag den 19. d. eröffnet Erika G l ä ß n e r als Grete Gloom in „G r e t ch e n" von Davis und Lipschütz ihr diesjähriges Gastspiel. Ralph Artur R o b e r t s, der in diesem Stücke neben Erika Gläßner in Berlin die Erlaucht spielte, wird die Rolle auch in den Kmmnerspielen darstellen. S t a d t t h e a t e r. An beiden Festtagen, V48 Uhr abends, die „T a n n h ä u s e r p a r o d i e". Im Raimund-Theater gelangt infolge Erkrankung eines Hauptdarstellers statt des Schauspiels „A n a r ch i e in S i l l i a n" heute die Groteske „S e ch s P e r s o n e n s u ch e n e i n e n A u t o r" in der Besetzung der Erstaufführung zur Darstellung, die auch die folgenden Tage am Spielplan bleibt. An den Leiden Feiertagen nachmittags „Der O st e rh a s e". 17. AM 1924 / Seite 7 Das Carl-Theater bleibt I eute Md mvrgei wegen Vorbereitung der neuen Operette „D / e r Lieb l 1«i v o n L o n d o n", deren Premiere Samstagl den 19. d>, 7 Uh, abends, stattfindet, geschlossen. Eine öffentliche/ Generalprobe finde! nicht statt. An den Feiertagen findet Sonntag, y,8 Uhr nachmittags, bei ermäßigten Preisen eine AuMhrung der Eyslerschen Operette „Die Schützenliese l" und Monjag nachmittags bei Leharschen Operejte „Der Rastelbinse r" statt. Johann Strauß-Theater. Sonntag nachmittags „Rund um die Liebe". Montag nachmittags „Die C s a r d a 8 f ü r st i n". Täglich, abends Vs8. Uhr, „M a r i e t t a". Bürgertheater. Sonntag, 3 Uhr nachmittags, „F r a u e n f r e s s e r". Montag, 3 Uhr nachmittags, „Herb stmanöver". Modernes Theater. Heute, 7 Uhr abends, Premiere der drei Einakter „Der Spatz vom Da che", ,,D a s M ä r ch e n" und „D i e tote T a n t e" von Curt Gütz. L u st s p i e l t h e a t e r. An beiden Feiertagen, V»4 Uhr nachmittags, das neue Kindennärchen „Das verzauberte Osterei" von Emil und Leontine Janko. An allen Abenden „Hamlet in K r L h w i n k e l" mit Toni Impekoven als Gast. WienerKomödienhaus. Sonntag und Montag, '/8 Uhr nachmittags, gastiert Frau Jenny R eingrub er im Wiener Komödienhaus in der Titelrolle des Drächsler-Manftedschen Volksstückes „Marianne, ein Weib aus d e m V o l k e". Im Apollo-Theater findet heute die 50. Auf- Wrung der Robert Stozschen Operette „Ein B a l l r o m a n" („Der Kavalier von zehn b i 8 v i e r") in der Premierenbesetzung statt. Die Jnbilämnsvorstellung der „Fledermaus". Die Jubilämnsvorstellung der „Fledermaus" findet am 26. d. im Theater an der Mi e n statt. Leopold Kramer, der DirÄtor des Prager Landescheaters, spielt den Frank. Die Rolle der Rosalinde soll Frau K u r z oder Frau I e r i tza übernehnren. Den Eisenstein gibt Marlischka, den Alfred Grosavescn, die Adele Frau Schumann, den Frosch Herr Treßler. Im Staatsoprrnorchester wird behufs Besetzung einer Stelle für das Instrument Viola ein Konkurrenchpiieil aibyehaltvn, zu welche.m sich nur bsstqualHizierte Bewerber bis lälkqstcns 30. d. in der Direktionsiöcmzlei des Operrrtheaters schMliich anmelden wollen. Aus dem Prager Kunstleben. In Praig ist gagenwärtiig eine Reihe höchst bemerLenswerter Ausstellunlgen zu sehen, darunter auch solche deutscher Künstler: Münchener Künstler im Kunstverein für Böhmer (Künstlechaus Rndoffinum); Gomäldegalevie der Gesellschaft patriotischer K u n st s r e n n d e (Parlaimentsgabände.); Ne'uerweübuniien ans der Hei min düst rie (Kunstgewerbsmuseum); Frühjahrsansstellung der Jednota u m eilen vytvarnych (Gemeindehaus der Stadt Prag). Ende April wird im Kunst- Verein die gegenivärtiig im Wiener Mnistlechans befindliche Enrlil N o Ld e - Ausstellung erösifnet. Die erste Ausführung von Beethovens «olsmrrl»" in Ltalre». Beethovens Mssa solemnis" kam im Theatro Augusteo in Rom zum ersten Male in I t a l i e tt zur Aufführung. Dem künstlerischen Ereignis wohnten die Spitzen der römischen Gesellschaft bei. Gerichtrsaal. Aus den Geheimnissen der Technische« Union. Die amilichen Stellen wollen keine Mtteilung machen. Gestern gelangte ein Ehrenbeleidigungsprozeß poh» bischer Matur vor dem Bezirksgerichte 1 zürn Abschlußden der Präsident der TclegraPheWewerlschaft Oberinspektor Fritz Goldn agel gegen die zwei Mitgl.e'der der „Techm-nchen Uititon", den Telegraphenobe ros s i za l Franz t i it g rind 'den Telegraphemverkmeister Rudolf Mudrak angestrengt hatte. Me in der, Klage ausgesührt wird, hatte die Telegraphengemerkschaft, die eine Organisation zur Vertretung gerverkschastl'icher Interessen, .der Telephon- und Telegraphenangestellten. 'ist, und mit der Technischen Unwn. nicht in gutem Einvernehmen steht, die Wahrnehmung .gemacht, daß schwere Mißbräuche in bezug am die P e r s o n a l v e. r t r e t n n g herrschen und beschlossen, diese Mißbräuche zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. In erneut Artikel der Fachzeitung dieser Gewerkschaft wurde mttev anderem angeführt, daß die Technische Union,, me hie Organisation der sozialdemokratischen. Angestellten \)t, bic Personalvertretung beherrscht. ES hieß weiters, daß im Laus- Halte der Personalvertretung' eine grenz e nlose Ve rschwendunq herrsche und daß für das Jahr 1922 das BundeSnml'isterium als Kosten für die Personalvertretung! anderthalb Milliarden K r o we n be,getragen habe. Walters wurde der T e ch nischen U n i o n vorgeworfen, daß Herren, die vom Dienst enthoben waren, nahezu cin'e halbe Milliarde an Gehalt be* zogen haben, daß die Technische Union ferner dre der Personalvertretung allvin zustehenden Begünstigungen bei Benützung von Telegraph, und Telephon für stch ansgenüht hat. In einer Vertraneusmännersitzung brachte der Pra>ident der Technischen Union, Natjonalrat Zelenka, einen von seinem Anhänger Harting gestellten Antrag auf Ablehnung Goldnagels als Vertrauensmann wegen ferner Angriffe zur Abstimmung, wobei der Beamte Mudrak dem Goldnagel zumes: „Sie kämpfen mit Lüge und Verleumdung." Bei der Verhandlung stellte es stch heraus, daß die geladenen höheren Funktionäre der Postdrrektion unter dem Vorwände des Amts geheim^ n i's s e s nicht a n s s a g e n wollten . und das Finanzministerium und Generaldirektor Hoheisl im Namen des Handelsmuristeriums über die Höhe der Kosten der Per" sonalvertretung und die Beistellung von Räumlichkeiten für Organisationszwecke der Tcüinischen . Union jede Mitteilung gleichfalls unter Berufung auf das Amtsgeheimnis ve,.^ weigerten. Die Angeklagten wurden zu je s i e b e n Tagen Arrest, jedoch bedingt verurteilt. In der Begründung tmrd erklärt, dq.ß ein Beweis für die objektive Unrichtigkeit der von dem Wäger' behaupteten Tatsache bezüglich der Hölle der Personalausgaben und der anderen Vorkommnisse bei der T e dänisch e n U n ion schon mit Rücksicht auf die a b l e" " de Haltung der kompetenten Behörde i:! ft. . bracht werde« keante. 51451

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