Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1854 (13.4.1924)
- Date
- 1924-04-13
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seih 12 Wien. Sonnwq Wiener Mnr"*enr«>»tnnq. 13. April 1924 Nr. 1854 -ft 0 P [ B E RI (HI M -Wiener Mvde Wr die Wienerin. I Modet« im Chapeau srougtii ' ' Es war ein glücklicher Gedanke, gerade vor Ostern eine M'odeschan zu arrangieren, in einem Zeitpunkt, in welchem die Dame' sich' für das Frühjahr rüstet und für den Sommer' neben Reiseplänen Kleiderpläne macht. Die Modeschriftstellerin Mizzi Reu mann, der die artistische Leitung des Modetees im Wapeau Rouge oblag, hatte mit geschmackvoller Vorsichtdie einzelnen Branchen stilgerecht gusammengebracht. so daß' das Ganze sich vornehm präsentierte. Und was sinnfällig zum Ausdruck kam: nicht Bliener Modelle im besonderen wurden vorgeführt, sondern. Modelle, die für die Figur der Wienerin geeignet sind. Die Vorführungen waren nach Gruppen geordnet, wobei jede einzelne Gruppe von einer Schauspielerin geführt wurde. Originell waren schon die Bezeichnungen der Gruppen, die die Charakteristik des Genres gaben: Auf d e r R e i s e./ Hier sah man, die mannigfaltigsten Kleider für die Reise, Kostüme, Mäntel, dazu passend tm Stil Schirme und Hüte in allen Variationen, mit besonderer Betonung der beliebtesten Modefachen. I n d e r H a l l. Das Bezechnendste für diese Abteilung war das Borwiegen der Strickmode, und zwar der S e i d e nt r i'k o t a g e n, die allmählich die anderen Stoffe verdrängen. . Am Vormittag. Typisch für diese Gruppe war das solLe englische Klei d; betont Fischgräten-Covercoat : mit einem tomatenroten Filzhut, überhaupt herrschend das .Covercoat-Kleid,- das der Wiener Geschmack überaus favorisiert. At h ome. Als unumgängliches Stück das P y j a m a und der' T e a -g o w n in den blendendsten Vollendungen, das, Interieurkleid. aus weicher Seide, der unsterbliche Kimono, auf dem die reiche Stickerei wundervoll zur Geltung kommt. M o de ko m Positionen. Hier bÄvährte sich m hervorragender Weise die raffinierte Technik Ladislaus C ze.t t e l s, i«r mit. ein. paar Handgriffen die herrlichen Stoffe, die zumeist Pariser Originale waren, in dezente Umhüllungen verwandelte In der Krieau. Typisch war in dieser Gruppe das wienerische „b l am e Klei d" mit wüstem, belebendem Effekt; hervortretend die . Kasakfasson, , Plissevariationein, Westenkleider, weiße Kostüme mit kurzen Jacken und Verwendung von Carreau-Motiven, wie denn überhaupt die Wienerin Vorliebe für die kuize Jacke zeigt. Sommer. Helle Pastellfarben gaben den Grundton an.,.Auch hier war die Strickm ode dominierend. Dir Pariser maskuline Time. Neuartige Bühnenlleider. der allgememLN Roderichtung forciert das Modell-' haus Jda Reich u. Bruder die maskuline Linie, wie sie in Paris allmählich zum Durchbruch gelangt. Besonders apart wirtend waren einigevom genannten Modellhaus stammende Kreationen, die wir nebenstchend im Bilde vorführen: Frau Marietta D e b e r in „Dommo" (Kammerspiele): 1. Ein ganz leichtes Hochsonlmerklerd aus weißem Crepe Maroquin mit giftgrünen einajouvierten Seidenbahnen,' vorne ein in Aeicher Farbe gesticktes Monogramm-Medaillon: das Ganze der Glutstimmung. des Hochsommers .angepaßt. 2. Ein Nachmittagskleid aus plissiertem, schwarzem Crepe Maroquin, die Corsage aus sehr buntem Creve Maroquin imprmre mit charakteristischem Gaminkragen. Frau Else Volkmar in „Die Wege nach Rom" (Deutsches Volksthea'ter): Ein burschikoses Kleid äuS schwarzen: Alpaka; aparter, glänzender Ledergürtel Spange aus Perlmutter: Gilet, Eatenbohkragen und Manschetten wie beim Herrenhemd glarugeftärkt; dazu eine kleine maskuline Toque und einen Spazierstock mit originellem, männlichem. Krückengriff, r. m. Rennen. Das schwärze Kleid ist nicht ausgestorben, selbst auf dem Rennplätze wird es sich behaupten. Schwarze Crepe marvcain-Kleider, Mäntel aus gleichen Material, Ripsklerder, blau - weiße Georgette- Leider, gemusterte Georgettekleider, dazu passende Hüte gaben ein buntes Bild von der kommenden Freudenauer Rennsaison. Der Schuh paßt sich dem Grundtou des Kleides oder Koistüms an, er war dcher farbig? man sah viel Grün und Rot, Eidechsen, Spangenschuhe, die Sandalenform, kom- Äniierte Schuhe für helle Kleider. Der fleischfar-- beneStrumPf bleibt weiterhin en Vogue. Der Wiener Schirm der heurigen Frühjahrs- und Sommersaison ist sehr reich ajouriett, er zeigt fünfte Madeirastickerei, hin-- gegen wird nicht mehr der Volantschirm bevorzugt, sondew der zwölsteilige, glatte, mit Seidenfranse, oder der mit Stickereien auf dem Dach geputzte Schirm, der schon Anspruch auf kunstgewerblichen Charakter erhebt. t Der Gesamteindruck war ein durchaus günstiger, der Erfolg, nach dem Massenbesuch zu schließen, über alle Erwartungen groß. R. 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