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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-13 · Heft 1854 (13.4.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1854 (13.4.1924)
Date
1924-04-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Ti'.s y^y*“*7' Äestie b Wien, Sonntag Wiener Morneneettn'Ns. 13. AM 1924 Nr. 1851 Methusalems Alter — ein Stick ftoffvrodlem. Wesen und Wandel von Stoff und' Kraft. Es P - ein ganz unvergleichliches Hochgefühl, wenn man im Ofen aus dem gebauschten Papier, dem splittrigen Holz und der schwarzen Kohle das helle, heiße, rot lodernde, reine, prasselnde Feuer entfacht. Denn mcm hat aus den haßlicherr toten Stoffen heißes Leben, Sonnmurkraft, hervorgezaubert. Und. die Sonne ist die Mutter alles Lebens. Die Strahlen des glühenden Scmnenb-alles, die auf unsere Erde auf grüne Pfanzenblätter treffen, werden in dort Blättern im Verlauf des pflanzlichen Lebensprozesses gespeichert und in chemische Spannkraft' umgewaudelt, die alles Leben «lf der Erde ermöglicht. Nur der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, kann die' Sonnenstrahlen in chemische Kräfte wandeln, indem es organische Stoffe erzeugt: Die Blätter finden aus der Lust die. Kohlensäure heraus, obwohl in 10.000 Teilen Luft nur 3 Teile Kohlensäure enthalten sind. Durch die mikroskopisch kleinen Spaltöffnungen tritt die Kohlensäure in die Blätter ein. die Gefäße (Adern, Nerven) führen ihnen aus dem Erdboden durch den Stamm von der Wurzel aus Wasser zu — und M'den Chorophyllkörnern der Myriaden Blätter erfolgt im'Sonnenlicht seit ewigen Zeiten still und unbemerkt die Urdildung der Lebensstoffe (Zucker, Stärke), in denen die Sonnen kraft sestgchalten ist. - Die Bildung dieser organischen Stoffe geht durch chemische Prozesse vor sich, in deren Verlauf sich Wasser mit Kohlensäure chemisch bindet und Sauerstoff abspaltet. Diese Mfpaltung des Sauerst »Ms fesselt die Sonnenktast als chemische Spannkraft in den entstandenen Substanzen. Die Wiedervereinigung der Grundstoffe (Kohlenstoff, Wasserstoff) mit Sauerstoff, Verbrennung genannt, entfesselt die Sonnenkraft wieder, damit sie in anderer Form wirke. In der Blutbahn des tierischen und menschlichen Körpers - wandelt sich-die Sonne in organisches Leben. Durch die Verbrennung der verdauten Nahrungsstoffe, die entwedeo von Pflanzen öder von pflanzenfressenden Tieren stammen, durch die Vereinigung ihrer Grundstoffe mit dem emge>- atmeten Sauerstoff in der Btutbcchn wird die in den Nahrungsstoffen latent gebundene Sonnenenergie aktiviert. Dadurch, durch diese Oxydation von Kohlenstoff und Wasserstoff, entsteht wieder Kohlensäure und Wasserdampf, die beide. mit der Ausatmung der Luft zurückgegehen werden. Die Kohlensäure wird nun wieder von den Pflairzen assimiliert unter Abspaltung von Sauerstoff, der in die Lust entweicht, Diese Sauerstoffzufuhr durch die grünen' Pflanzen wirkt erfrischend auf Tier und Mensch, weil sie ihnen die Atmung erleichtert. Die beiden gewaltigen Naturreiche, Tier- und Pflanzenwelt, leben in einer großen Symbiose, sie schaffen sich gegenseitig ihre Lebensmögttchkeiten. Die Endprodukte des- Stoffwechsels sind unentbehrlich für das Leben der Organismen des anderen Reiches. Auch nach dem Äbsierben wird der Organismus innerhalb des Erdbodens zum Herd neuen Lebens. Bakterien siedeln sich im..ganzen Körper an und' zersetzen die Körpcrstoffe im Verlauf ihres Lebensprozesses, den wir Fäulnis - nennen, so lange, bis als Endprodukte nur mehr Kohlensäure, Schwefelwasserstoff und Ammoniak, elementarer Wasserstoff und. Stickstoff, vorhanden sind. Auch der Stickstoff gehört zu den lebensnotwendigen Grundstoffen aller Organismen und auch er wird itt den Blättern der grünen Pflanzen verarbeitet und zur Erzeugung der unentbehrlichen Eiweißstoffe verwertet. Aber weder das stickstvffhältige Ammoniak,' das von der. Erdkrume absorbiert wird, noch der freie Stickstoff, der im Lustmeer. überreichlich zur Verfügung steht, kann von der Pflanze ausgenommen werden. Sie muß. den Stickstoff in einer sauerstofchaltigen Verbindung Übernehmen, damit sie chn' assimilieren könne. Salpeter ist das einzige Material, aus dem die Pflanze den unentbehrlichen Stickstoff gewinnen kann. Ammoniak muß also, mit Sauerstoff zur Verbindung? gebracht, oxydiert werden. Diesen Prozeß können die Fäulnisbakterien nicht durchführen, es müssen andere Kleinlebewesen eingreifeu, die sogenannten nitrit fizüerenden Bakterien. Sie oxidieren. Ammoniak zu Salpetersäure, die in Verbindung, mit Kall Salpeter ergibt. Durch Fäulnis und Nitrifikation werden die Körperstoffe abgestorbener tierischer und pflanzlicher Organismen, die im Erdboden unter Luftzutritt verweilen, wieder in den Lebenskreislauf eingeführt. Auch jene geringen.Stickstoffmellgen, die durch die Verwesung organischer Stoffe in freiem Zustand in die Luft.gelangen,, werden dem. organischen Leben.wieder gewonnen, Es. gibt nämlich. Äakterienarten (Bacillus amylobacter, Azotybacter chroococcum, Clostridium Pasteürianum, Bacterium.xa^icieola, in den Wurzelknöllchen der Leguminosen. oder. Hülsenfrtichtler) und einige Algen, deren LebensprozeßV..hie Assimilation des elementaren Stickstoffes erheischt,, best sie nach chemischer Anlagerung an bestimmte organische Vexbindungen ihres Organismus den höheren Pflanzen in-dieser für sie nun verwertbaren Form liefern. In diesem- Prozeß erfolgt keine Bindung zwischen atmosphärischem - Stickstoff und Sauerstoff, so daß sich der Stickstosfgehält. der Luft verringert und ihre Sauerstoffkonzentration-erhöht. Denn auf diesem Wege, wird der Lllft mehr.'Stickstoff entzogen,, als her. Verwesungsprozeß ihr zuführt. ES erklärt sich daS auS der ziemlich großen Verbreitung der stickstoffbindenden Organismen. Man denke «ur an die weiten Flächen, die, vornehmlich auf atmem Boden, mit-Hülsenfrüchtlern-bebaut sind. Haben doch diese wichtigen'Nähr- und Futterpflanzen ik Hren Wurzelbakterien, bas Werkzeug ausgebildet, mit Hilfe dessen sie den -Luftstickstoff verwerten und auf alle.Bodenstoffe, auf jede Düngung verzichten können: Durch diese Vorgänge in der freien Natur wirb also der Luft immer mehr Gttckstoff entzogen. Nun hängt aber von dem gegenseitigen Mengenverhältnis zwischen dem Stickstoff und dem Sauerstoff der Luft die Lebensdaueo ab. Denn je mehr der Sauerstoff in der Atemluft durch den chemisch indifferenten Stiickstoff verdünnt ist, desto langsamer erfolgt in der Blutbahn die Verbrennung, desto gemächlicher und länger ist daS Leben. Wenn wir' nun annehmen dürfen, daß per Stickstoffgehalt der Luft durch die natürliche Stickstoffbindung ständig rcknimmt, so müssen wir daraus schließen, daß vor vielen Jahrtausenden verhältnismäßig viel größere Stickstoffmengen in der Lust vorhanden waren als heute, die.denn auch zu Methusalems Zeiten die hohen Lebensalter der biblischen Epoche bedingt haben dürften. Wohl wird der Reichtum an Nahrungsmitteln durch die Bindung des atmosphärischen Stickstoffes ständig vergrößert, aber' nicht in dem Maß, wie die SauerstoffkonzcMrnÜvtz, deren lebenverkürzende Wirkung daher im.Laufe der Jahrtausende deutlich zum Ausdruck kommen kann. Denn wenn mit der Atemluft immer größer-' Sauerstosfmengen in die Lungen strömen, so wird die Verbrennung in der Blutbahn und damit die Atmung beschleunigt, daS Lebenstempo vecschnellert, das Leben vielleicht intensiviert; es verflackert aber auch unverhältnismäßig bald und wird immer rascher aufgezehrt, immer rmHr verkürzt. Die biologische Stickstoffbindung erfolgt im Dunkel, die Sonne ist daran vvükominen im&fetekjflt. Wo sie mit der Kraft, ihrer Strahlung nach Transformation in elektrische Energie Stickstoff aktiviert, dort wird der Stickstoff mit einer gleih großen oder größeren Menge Sauerstoff zur Verbindung gebracht, so daß dadurch der Pwzentgehalt der Luft an Sauerstoff ifatc ab, als zunehmen würde, wann diese Vorgänge nicht viel zu selten wären, um irgendwie in Erscheinung treten zu können. Die elekttischen Entladungen während der Gewitter sind Ls, die den Stickstoff zur chemoscheu Vereinigung mit Wasserstoff und Sauerstoff bringen, in welchem Zustand er mit dem Regenwasser in den Erdboden gelangt. Diese natürliche elektrische Aktivierung' des Stickstoffes wird künstlich durch Elektrische Anlagen nachgeahmt, die.in dem Maße. weitere Verbreitung gewinnen sollen, als sich der elektrische Strom durch den Ausbau von Wasserkraftwerken verbilligt. Mit Wasserkräften wollen wir beu Luftstickstoff nutzbar machen! Bon Lust, Sonne und Wasser wollen wir leben!! Denn auch im elektrischen Strom wirkt Somrenenergie. - Die Transformation der Sommnkraft im elekttischen Sttom wird entweder duH Wasserkräfte oder durch Berv brenNung -er? Kohle. ttr.HampfMaschinen büverkstettigt. DasWafser wird vrm ber SoNnehinauftransportiett und tteSbt im Äbsturz die Dynamomaschinen in den Wgfsepkraftwerken an. Die SonnenrnttZie, die zur Kevung, zur ^rwtnstung des Wassers investiert wurde, wird mr elektrischen Strom wieder frei, der durch die Kraft des hinabströmenden Wassers in der Dynamomaschine erzeugt wird. / Die meisten Elektrizitätswerke werden heute noch mit Dampfmaschinen betrieben und die Spannkraft des Dampfes wird auS der Kohlenfeuerung gewonnen. Kohle entsteht aüS Pflanzenresten, die unter Luftabschluß Millionen Jahr« in per Erde liegen. Die Riesenpflanzen des Karbon, die nicht zur tierischen Nahrung verwendet wurden «nd aus Luft» mgnLel auch nicht in Fäulnis übergehen konnten, deren Kohlenstoff also, noch nicht mit .Sauerstoff zur Wiedervereinigung gelängt war, die haben ihre im Leben gespeicherte Sonnenkraft bis heute in ihren umgewandelten Resten, in der Kcchle, bewahrt. Und wenn daS Kohlenfeuer entfycht ist, dann wird in dem Hellen, heißen, rot lodernden, reinen, praffelwden -Feuer Sonnenurkraft hervorgezaUbert» Dr. Adele Wiener. Me Shrlichkettrprobe. assssssMs Von allerbester Quellt*! sind di« bekannten Streng koscheren Strum-Mazzoth aus der unter Aufeicht Seiner Ehrwurden dee Ober* rabbineaa Chaim Gelernter aus Kuty Mazxothbäckerei H. STRUM Wien, II. Rotetisterftgstse 11 / Tel. 47-7-17 Nur erstklassige Ware itgisev Erzeugung MT Billigste Preise ^VG isuo -« Echachwml« i» Ae»>-ott. Reck-Avrk, 12. ApvÄ. Heule wutdsn die beiden Hängepartien des Turniers edlchigt, die Bogoijubdw gogen Notes Md Aljechin auszutvagsn hatte. Lr/getvann Men AateS und remisierte mit AHechttn, so daß er jetzt mit 8,5 Zätzlem vor Tortakckvtt. knapp hmter Marchall an sechster Stelle rangiert. Der errdgMge Stand noch her' 18. Runde ist somit: Dr. Emaüüe! dasker IS, Üiapalblanea 11, Aljechin 10, öteti Marshall S, Vogoljubow S^ Doktor Lärta7ow«r 7.L, AateS ü^, Eduard LaSker 5, JanowSki i$, Turnier wird Donnerstag den 17. d. beendet fein. Me Pariser Zeitung „8c Soir" ist vor kurzem auf oim originelle Idee gekommen, nur fsstzuftellen, Ivie weit der Krieg die Moral des Durchschnittsfrar^zosen erschüttert habe. Der Redakteur des genannten Blattes suchte aus dem Telephonbuch hundert Namen auS den verschiedenen Gesellschaftsklassen heraus und überwies an jeden du>rch die Post Ms Franken mit einem BegleitschveiHben, in dem es hieß: ,/Zehr geehrter Herr! Ich übersende Ihnen mit gleicher Post die alle, kleine Schuld. Verzeihen Sie, daß ich mit der Zahlung bis >heute gesäumt habe." Unterschrieben war ein 'Strohmann -des Redakteurs, mit genauer Angabe feiner Adresic. Nun ergab sich folgendes. Bon den Adressaten >ha>ben 67 Personen das Geld einfach eing e ft eckt, ohne auch nur zu fragen, nur tvas für . eine Schuld es .sich handle. Unter denen, die so handelten, waren auch zehn Geistliche, eine Anzahl hochstehender Diplomaten und Regierung'sbeamter, mehrere Bankiers. Fleischhauer, Restaurateure ufw. Bier Geistliche, die das Geld annahmen. antworteten in einem Schreiben, i>n welchem sie den Absender wegen seiner Ehrlichkeit lobten, indem -er die Schuld, wenn auch etwas verspätet, abgetragen -habe, denn „fremdes Gut behalten, i-ft eine Sünde, die der liebe Gott bestraft". Als nach einigen Tagen „Le So^ daö Ergebnis seiner Änderbaren Probe auf die Ehrlichkeit der Menschen veröffentlichte, lachte ganz Paris über den tollen Ginstill, und wenn zwei Leute sich in Gesellschaft trafen, konnte man der Fvage gewärtig sein: ,/haben Sie die fünf Franken znvuckgoschickt?" Und mu kanr erst das Komif.che. - Die Geistlichen, die Metzger und die Gastwirte versuchten durch Zufchr-lstm im „Sc Soir" die Reputation ihres Standes zu retten. „Ein Geistlicher für alle" schrieb: „Wir haben da's Geld angenvrmnen, weil wir gewohnt -sind, >daß uns fromme Spenden gewidmet werden. Leute, die zu uns dichten' tommen, um sich von der Last i-hver Sünden zu befreien, pflegen uns einen Sühnepfenwig zurückzrtilasserc. Wir konnten nun annehmen, daß der, welcher uns die fünf Franken eiufandte, einer von denen ist, die 'bei uns bÄchteten, an den Gühnepfermig vergaß, und nun das Gold einschickte, um des göttlichen Segens sicherer-zu sein." Auch die Metzger verwahrten sich dagegen, daß aus dem Verhalten gegenüber den ifiueu zugeflogemn fünf -Franken ein Schluß auf ihre Ehrlichkeit gezogen werde. Alle wollen der Mckmuug gewesen sein, daß irgend eine Hausfrau, die gerne schuldig bleibt, einen SchNldenrest .bogl'ichen habe. Am Plausibelsten klang die Rechtfertigung der Gastwirte Und Barbösitzer. Diese schrieben ganz einfach: ,Der uns verkehren Leute, die bis zur BewußtlcWkeit trinken;" da kömmt es oft vor, daß einer, der sonst ein vollkommemr Gentleman ist, -beim Zahlen im Rausch -werÄger ansagt als er genoflen -hat. Hat er sii-nen R<ttrfch äuZges-chläfen, ist er wieder der tadellose 'Gentlonmni An einen solchen dachten wir, ÄS wir die fünf Franken ftiäschweigeud, Hinnahmen." Alle GesellschaftMafsen hielten es für notwendig, ihr Vorgehen zu rechtfertigen und den guten Glauben zu dokumentieren. Nur die Diplomaten und die Regierungs-- beamten haben das Geld eingesteckt und geschwiegen. Und darüber lacht man in Paris evst recht. Stickereien als hkstorMe Loluraeute. I« Wiener jüdischen Museum.*) Bei dem allgemeinen Mangel historischer DM-montr Volks- und familiengeschichtlicher Art für die Geschichte' des Judentums sind die mit Inschriften verschonen Stickereien synagogaler und häuslicher RiMalren oft von besmrderer^ .Bedeutung. In den Truhen der Tempel — in SÄdmöhven gibt es darunter viele bereits aufgelassen« — Modem diese geschichtlichen Kronzeugen und gehen dem Forscher verloren. Deshalb ist eS doppelt erfreulich, wenn hie und da derartige wertvolle Stickereien dorthin kommen, wo sie vor gÄrMcher Zerstörung geschützt und daher für die jüdische Geschichte gesichert werden. Das Wiener jüdisch« M u se n m besitzt unter den meistens auS Spenden hervührendm Stickevesen — Vorhängen für die Thoralade, Thoramäntel, Decken für den zur Thoraverlesung bestimmten Tisch (Schulchan) — interessante Stücke, die Aivfschluß über Attwiener Judenfamilien göb-in uivd auch von klmfthistorischem Standpunkt aus als Erzeugnisse jüdischen Kunstfleißes Beachtung verdienen. Die Familien Wertheimstein, ESkeles, Biedermann,Königswart er «. a. nt. erscheinen hier alS ftomme Spender synagogaler Stickereien, aus Anlaß der Konfirmation (Bar nttzwat) eines FamiliennlitMedeS, seiner Verlobung oder Verheiratung in daS GotteShMs gebracht. Höchst bchoutungSvoll ist aber ein T h o r a v o r h a n g aus dem Besitz des Hosiüden Elchanan Henle und seiner Ehefrau Schenle, der um die Wende deS achtzehnten Jahrhunderts als sinzöger Jude die Erlaubnis besaß, in Bozen zu wohnen, während bekannilicherftwise seit der Vertreibung der Juden aus Tiros im Jahre i.818 bis zum Jahre 1818 Juden die Mederlasirmg in diesem Lande wie in Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Kvain nicht gestattet war. Der silberbrokatene Thoravorhang des Hofjuden Hecke, eines Hohenems«-, ist also sin bedeutsames Dokument zur jüdischen ^schichte. ES wäre vor allem zu wünschen, 'das) die in Wiener Tempel« alS unbrauchbar beiseite gelegten Stickereien dem jMchen Museum übergeben würden, um andere wertvolle Aufschlüsse zur Familien» und Bottsgeschichte stcherzustellen. Dr. Br. *) Samstag und Sonntag von 11 -iS 1 Uhr, 2. 18c& Malzgasse 16. Daselbst auch Annahme von Spenden und Jtauf* anbote. W i Weine uni] Sliwüwi:z^ES Wl„drts,ch ,^ II. Haidgasse 7 «LA der Firma M, BEICI1, Weinkeller ei, II. Taboiratr. 59 m MT SretklMfllge Qnautftten «ad billigste Pieise Mtz

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