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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-13 · Heft 1854 (13.4.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1854 (13.4.1924)
Date
1924-04-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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!'•?} wm l'«^W)*jy^ ©eftc 4 Men, Sonntag Wiener Morgenzettnng. »er fMere______r — Ehrenbürger der Stadt Mem In der vorgestrigen vertraulichen Sitzung des Ge.meindetates beantragte Bürgvrnveister Seih, daß denz Schöpfer der österreichischen Zivilstrafprozeßordnung Dr. Franz Klein anläßlich der Feier seines 70. Geburtstages in Würdigung seiner mannigfachen Verdienste auf verschiedenen 'Gebieten der Rechtspflege und der sozialen Verwaltung das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wien zu verleihen seft Der Antrag wurde angenommen.' ■;h . Dr. Franz Klein würbe ch»!34.-April- Iköftzu Wien geboren und widmete stch nach Absolvierung der juristischen Studien zunächst der Advokatur und habilitiere sich 1585 an der Wiener Universität für Zivllprozeß-und römischesRecht. Sein«, Schrift über dis „Probleme der Zivilprözeßform in Oesterveich" war die Grundlage, zur österreichischen Zivilprozeßordnung, die am 1. Jänner 1908 in Kraft trat. Im Jahre 1905 wu:ve Franz Klein die Leitung des Iust.izm inisteri ums übertragen. Während des Krieges stellte er fein, reiches Wissen und, Können wiederholt in den. Dienst der Kviegsfürsorge. Er war auch zweiter Delegierter bei den Friedensverhandlungen in St.-Germain. . Welches Interesse Klein dem Wohnungsproblem widmete» erhellt daraus, daß der 9. Internationale Wohnungskvngreß, der in Wien stattfand, von ihn: vorbereitet wurde und die Eröffnung dieser bedeutsamen Tagung umer seinem Vorsitz erfolgte. Eine neue Srgauisation zur Wischeu Ausbau' arbett in Europa. Das Hauptbureau in Wien. . Wiebereits gemeldet, solldurch Zusannnenarbei: des I o r n t D i st r i b u 1 i o u Committee, das seine bisherige jüdische Aufbauarbeit in Europa liquidiert hat, und der Ica eine neue Organisation für. die jüdische Aufbauarbeit geschaffen werden. Wie der Vorsitzende-des Aufbaukomitees des Jomt, Kolonel' Herbert Lehmann, dem New-Dorker Vertreter der I. T. A. in einem Jntewiew mitteilte, wird beabsichtigt, in den Bereinigten Staaten oder in einem Lartde in Westeuropa eine Z entraleinrichtung zu gründen, der die Befugnisse der Aufbaukomitees übergeben werden sollen. Palästina wird in diesen Plan nicht einbezogen, da für. den Aufbau Palästinas andere Vmteihrungen getroffen sind. Die Neugründung soll von einem ManzigKi-edrigen Vorstände verwaltet werden; sechs Mitglieder sollen, durch den Joint, sechs durch die Jca gewählt,.. die Mr'gen acht auf Grund von Vorschlägen des Joint kooptiert.werden;- es dürften zumeist Vertreter jüdischer Organisätivnm' in 'Osteüropa sein. Das ganze Direktorium ivird von Zeit zü Zeit aneinem zu bestimmenden Platz in Europa . zusainmentreten. Die Verwaltung soll in Händen . zweier Direktoren, des jetzigen Exekutivdirsktorsdes Joint,-Dr. Bernhard Kahn, uich des Jca- Direkrors, L. Oungie, li^en,- die«irrem., fünfgliedriger: Exekutivkomitee Rechenschaft abzulegen häben. Das Haupt-, -bnreau der Organisation wird vorläufig in Wien unter der Leitung von Dr. Berrchavd Kahn seinen Sitz haben. Das Joint Distribution Committee verfügt über eine Sunnne von etwa 750.000 Dollar zu freier Verfügung, die der neuen Gründung übergeben werden würden. Dazu kommen noch crwa 300.000 Dollar, die schon vorher für gewisse Zwecke endgültig festgelegt sind und die dem neuen Unternehmen ebenfalls übergeben werden. Dieses Geld darf aber von der neuen Leitung nur für die schon vorher bestimmten Zwecke verwende: werden. Die dem Joint zustehenden übrigen Auf- „»er Ausbmt PMtzluas". , Die gesamte Inlandsauflage der „Wiener Morgenzeitung." vom 20. d. wird eine reich illustrierte Beilage, „Der Aufbau Palästinas", enthalten, welche die österreichische Keren Hajessod-Kommission veratrstaltet. Die Beilage wird unter anderen: folgende Beiträge enthalten: „Drei Jahre Keren Hajessod" von SCbotf B ö.h m. „Die jüdische Heimstätw in Palästina" von Ramsay Mac Donald. „Fehlurteile über Palästina" von Kommerzialrat Max Kle in.- „Die Gesellschaft der Freunde des Palästina-Aufbaues" von Anitta Müller-Cohen. „Gutachten über die jüdische Arbeit in Palästina" von Professor Me ad. Ausführliche Mitteilungen über die Arbeit des Keren Hajessod in Palästina und Nachrichten über die Keren Hajessod-Propaganda in Oesterreich ergänzen die bemerkenswerte Publikation. baubofugniffe, wie Anleihen, Gewinne. Investierungen, Einrichtungen ufw.,. werden ebenfalls der neuen Verwaltung unterstellt, wevden.. Das aus der Veräußerung dieser Mtidposten ei'nfließende Geld soll der weiteren Aufbauarbeit dienen. Stimmrecht den Milchen Frauen! Von Anitta Müller-Cohen. Wer würde es glauben, daß die Jude»:, die in den fortschrittlichen politischen Parteien aller Länder die Gleichberechtigung der Frauen erkämpft haben, in ihrer eigenen Gemeine der Frau dieses selbstverständliche Recht verweigern? In den ' meisten jüdischen Gemenrden und auch in Wien hat die jüdische Frau weder das aktive noch das passive Wahlrecht! Dieses Wunder macht halbwegs erst erklärlich der Umstand, daß diese nämlichen sortschrittlichen Juden in ihren Gemeinden zumeist das allLLkonsevdativste Wahlrecht auf der Welt, häufig noch nach dem Verpnvgenszensus, erhalten haben. Das schreiende Unrecht, das die jüdischen Gemeinden der .Frau durch ihren Ausschluß aus den Körperschaften ihrer Solbstvestvaltnug getan haben, muß gcsühnt toerden. Allerorts find die-jüdischen Frauen 'bemüht..das . Wahlrecht in dm Kultusgemeinden zu erkämpfen. In Deutschland veranstaltete der Bund Fionistischer Frauen, der Jüdische Frauenbund und etliche ^andere Vereinigungeneine-KundgÄung für das aktive und passive Wahlrecht der Frau in der jüdischen Gemeinde. Aus ' diesem -ÄMß wüvde" qüf die 'MteÄke ^tzechingÄvieson. 'Ae daraus evtstcht, daß eine Frau daS verfassungsmäßig gewähr^ leistete politische Wahlrecht besitzt' und nichi das. Recht der Teilnahme an dem öffentliche« Leben der Mischen Gemeinde. Selbstverständlicheuweise nahmen die Mion für das Frauenwahlrecht die Zionisten mit lebhaftester Genugtuung, aus, waren sie doch die Erstcn, die schon lange vor dem Durchbruch der These der Gleichberechtigung der Frau, der Mischen Frau dieses Recht uneingeschränkt gewährten. Auch in Wien müssen, dieser - Tradition entsprechend, die Zionisten sich an die Spitze jener Bewegung stellen, welche den Frauen das aktive und passive Wahlrecht in der Mischen Gemeinde sichern will. Tut 13. April 1924- „ - Rr. 1884 es überhaupt not, diese Fordemrvg gu begründen? Äie Äns , gaben der jüdischen Gemeinde' ans' sozialem. Gebiet und. aus ' dpn: Gebiet, der. Erziehung find' so groß, daß auch biWr die Mitarbeit der Frauen nicht"enwchrt werde« wevschichenen Konunistionen; Aktionen hatten die Frauen den; Löwenanteil, der Arbeit imte. Sie blieben ' trotzdem' nur „Ghrendamen", die nicht die Ehre habenihre Pflicht ÄS Recht anfehcn zu dürfen.. .Es wird niewändsm einsallen, zu be« ' 'Zweifeln, daß die Fraüm die Fähigkeiten besitzen. wÄche'zür Einflußnahme ans die Gemeinde notwendig ist. Sind doch die-' Arbeitsgebiete der Gemeinde, vornehmlich die oben angWhrtenj ganz eigentliche Arbeitskreis« -der Ftau. Man könnte höchstens meinen,daßvon rÄigWom Standpunkt aus Bedenken gegen eine Teilnahme der Fväu an der Leitulvg der Gemeinde entstehen könnte. Demgegenüber.müßte man sagen, daß beispielsweise in den Vorstand.der Gemeinde.,, von Frankfurt a. M eine gesetzeStvcu« "Frau gvwÄhlt worden ist, und gegen diese Wahl von konservativer Seite kernerkei' Einwände erhoben wurden. Es ist ab:r nicht nur recht und billig, daß man der Frau, der Pflichten mannigfachster Art in der jüdischen Gemeinde aufgobürdet werden, auch di« Rechte eines Gemewdemirgliodes gewähr:, sondern es liegt auch im eigensten Interrsse der Gcmenive. die Frau an der . Verantwortung und., an dm Pflichten teittuhmen zn lasten. Die Mische.Frau muß nicht nur cie Einigkeit der (Scmevrfbc fördern, indem sie naturgemäß geneigt ist, die Schürfen der gegensätzlichen Ansichten abzuschwächen, sie nruß auch tt: den: schleppenden.Gang der sachlichen Tätigkeit der Gemeinde leben können, damit diese nicht bis zur Bedeutungslostgkeit verkümmern. DaS Familienleben der Inden hat in der letzten Zeit viel van seiner Reinheit «ingebüßt und die sittlichen Grundlagen deS Judentums, die Grurtdlage deS VollSzusattvmengchörvgkeitKgefühles ist dadurch unterminiert. Aufgabe der Frau ist, hier Wandel zu schaffen. Bon ihr muß eine religiös« und nattomKulturelle Erneuerung des Jirdentum ausgehen. Das Wahlrecht der jüdischen Frau ist der beste Schutz dann gegen die AsftmAation in der jüdischen Gemeinde. Die jüdischen Frauen, so sagt sin Ausruf deS Mischen Frauenbttndes in Deutschland, fühlen sich &% treue GvmeindH» Mitglieder, bringen Opfer für.we/.j<Vecheinde, MeMtzm' Hse Einrichtungen und Anstalten durch Mitarbeit und Spenden, zahlen ihre Steuern: u-nd dafür enthält man ihnen noch immer ihr wohBegründetes MitKiedsrecht vor und läßt sie an dm Wahlen des Vorstandes und der RepräsentMten nicht fefflk nehmen und auch nicht geeignete Frauen in diese Körperschaften entsenden. Die Gleichberechtigung der Geschlechter^ ist die Grundlage der Staatsverfaffung und die jüdische Gemeinde hat gar nicht das Recht, den Frauen das Wahlrecht zu versagen. Nicht etwa aus Machthunger, aus theovstisch« Frauen- . rechtere i, smidern ausder -Usherzm-gung heraus/ daß zur kulttlvellen Entwicklung der jüdischen Gemeinde Frauenarbeit notwendig ist, und daß die Fvauen gevckde, wM fie Fvouen sind, in den Aemtern der Gemeindevertretung Gutes wirken. können. Wir Juden sind nicht so stark und unsepe Gemestche ist Ächt so mächtig, daß wir uns den Luxus erlauben köntkben, .auf die. Mitarbeit der Frauen zu verzichten. Sollte ober die jüdische Gemeäitde nicht zu dieser Einsicht gelangen und eine Revision des Wahlrechtes im demokratischen Geiste durchführen, dann sollten die Mischen Frauen ihr Recht zu eMmpfen wisien, und dürfen dH::« Zweifel in chrer Mion auch auf die Teilnahme und Unterstützung des größten TMeS der männlichen Gvmvindom'ftglieder rechnen. , Fahrendes Bott. Au? der Serie „Schwindende Ghettog e st a I t e n".) Don Jakob Krausz. Aus dem Tagebuch des Berl Sträselmann. *) - 2. " Fast zwei Jahre sind vergangen, se>:t ich von Bendett Schulklopser Abschied nahm und die endlose, bald geradlinig, -bald wieder im Zick-Zack verlaufende Heerstraße W meiner Welt erkor. Die erste Zeit wanderte ich allein, geradeaus, -immerzu, ziel- und -planlos durch die ungarische Ebene und machte nur dann in einem Dorf oder Marktflecken halt, wem: mich der Hunger überwältigte oder mich plötzlich die Sehnsucht überkam, Menschen zu sehen und mich an ihren kleinlichen, nichtigen Schicksalen zu ergötzen. Ter Mer:>sch soll nicht immer ungebunden, sorglos leben wie das Tier im Wald, der Baum aus dem Felde, die Vögel in den Lüsten oder der Wurm unter der Erde. Das rnacht ihn stolz und hosfärtig. Seit ich draußen aus der Straße lebe und im Schatten eines Baumes, unbeschwert von der Sorge um die LöUiNg einer rätselhasten Stvoitsvage zwischen Geiste'shelden vergangener Zeiten, traumlos, vom Duft der Erde berauscht, die Finsternis der Nacht verschlafe, verstehe ich es erst, warum unsere Alten es ihren Jüngern als großes Verbrechen anrechneten, wenn sie in ihrer seelischen Not, von der Pracht des Frühlings betäubt, selbstvergessen ausriefen: „Wie schön ist dieser Baum, wie herrlich die Flur!" Das sinnlich, gleißnerische Rauschen des Baumes, die lachende wogende Flur sind gofahtliche Verführer eines jungen Menschen, der von der Erde nichts airderes weiß, als daß sie aus Staub zusammengesetzt ist, den: er entnommen wurde, und zu dem er zurückkehren -muß, eines Jünglings, der von all 'dem, .was ihm nicht Mensch und nicht Gott ist, nur den Wurm kennt, foer an seinen Büchern nagt oder dazu geschaffen ist, einst somen si'mdigen Leib unter der Erde zu zerstören. *) Siehe „Wiener Morgenzertung" vom 30. März und i tz. April, . Wenn ich so einsam zwischen Straßensaum und Weide hingostreckt liege, das Gesicht der Erde zugewevdet, das Le'ben und Streben der kleinen, von uns Menschen so hoch- »rütig unverstandenen Lebewesen 'beobachte, wird mir so bange zumute ob der Kleinheit und Hohlheit der Menschen. Ich kannte ein Weib, das den ganzen Tag schwer arbeitete und am Abend in Weisheit'sbüchern las. Verspürte sie ein« Ermüdung, dann trieb sie sich selbst mrt einen: Weisheitsspmch zu weiterer Arbeit an: ,,-Gch' zur Ameise, Faulenzer!"- Und an Feiertagen saß diese Frau stundenlairg auf der Wese, -beobachtete die Ameisen in ihrer ruhelosen und doch so vernünftigen Geschäftigkeit, bis sie eines- Tages sveudestrahlend ihrer Nachbarin ihr Glück kündete: „Nun ich mit Gottes Hilfe eine Ameise!" U-nd als. sie nicht aufhörte, sich stolz für eine Ameise zu halten, lvar das Urteil der Mnschen bald gefällt; eine Närrin, und dazu noch-eine unglücklichere Närrin-als die Frau Vorsteher, die in dem Wahn befangen war, «imc Königin zu sein. Diese nannten sie größenwahnsinnig. So sind die Wkenschen! Sie fasten es nicht, daß die Frau, die sich erkühnte, einer Ameise gleich zu fein, in ihrem Wahn viel Höhere's, Erhabeneres anstrebte als -die unglückliche Närrin, die in ihren: eitlen Ehrgeiz, sine Königin zu sein, ihren kleinen Menschenveristand verlor. Mitunter erwacht in mir die alte Lernbegierde. Dann werden in meinem Hirn die vielen heiligen Bücher mtt >den zahllosen Woilsen und Gelehrten, die ihre Weislheit in den dicken Bänden verewigten, wieder lebendig. Es wizt mich, wie ehedem auf 'der Jefchiwah, in >den nicht immer klarer: Sinn ihrer Lehren einzudvingen und in goisttgem Turnier mit meinen Lehrern und Kollegen, zum Erstaunen der Zuhöwr, den Sieg davovzutragen. Da erinnere ich mich, daß ich an jenem denifivüvdrgen Freitag, an -dem ich zmn letzten Male in: Lehrhaus war, mit meinem Rabbi eine wichtige Disputation ^begonnen hatte, die wir tvegen. der Vorbereitungen zum Empfang des Sabbat unterbrechen wußten. Wer hätte danrals eigentlich recht, gehabt? Ich st-venge mein Gedächtnis an, denke mich in me>'men alten Kampfcssiftr hinein, .da und -dort zeigt sich bereits eine Lücke -in nreinem GLdächrn-is, klafft ein Loch in uwine-ln Wisteu. Wie der Kund, der seinem .Herrn entlaufen ist und sich nach einigem tollen Umhevrrven in der FrvÜhckt ssiue^ guten Herrn erinnert, springe ich auf, Walh Md Flur erscheinen mir in. Finsternis gehüllt, das Rauschen tw* Bäume tut meinen Sinnen weh, und ich renne wie gejagt geradeaus, einem Instinkt folgend, irgendwohin, M Menschen -beisammen wohnen, wo unter den Menschen MLen leiörn, und wo die Juden Bücher haben, dicke FoNanien, in denen ich die Stelle nachs-chlagen kann, die moinesir Gedächtnis entschwunden ist, und wo ich jemanden finden konnte, mtt dem ich den Disput wieder dort aufnehmen Dann, wo ich ihn vor zwei Jahren unterbrochen habe . . . Erschien ich so urplötzlich, wie aus dem Boden geschossen, in einem Geth-Hamidrasch, so geviet die Kchillah in Aufruhr. „Berl, der besessen« Jluf, ist da!" gsr-ng es von Mund zu Mund, die Leute strömten in die Lehüstube wie zum Feuerwerk eines 'berühmten PyrotechwAerS. Noch Lin ich Nicht der Schnorrer im LaMäufigtzn Sinne der ,Hänsergeher", der die Hand um ein Almosen auMlt. Allerdings bin ich bereits auf der Stufe eines Dorfgshers, oims Handelfudrn oder eines jüdischen Zauberkünstlers angelangt, der auf dem Markt vor zusammengetrommeltem Publikum seine Ware feilhietet oder seine ,Kunststücke zeigt und dann absammeln geht. Aber meine öffentlichen Dispute haben noch Zugkraft, daS Mffen, nicht die Person wird noch respektiert. Du kannst von einem Landjuden in Ungarn, auch vor: den: Geizigsten und dem Aermsten, alles haben, wenn du dich ihm an Wissen überlegen zeigst; und bereitest du ihm gar die Fronde, die heimische Größe, den Rabbiner, in einom Disput, einem Pilpul zu schlagen, daun hast du dir nicht imr seine Bewunderung, sondern auch seine Dankbarkett ertvorben. Deshalb ist schon gar manche dieser Landgvötzen erschrocken, wenn ich in ihrer Gemeinde plötzlich auftauchte und sie zu einem Pilpul herau-Sforderte. Einmal fuhr einem solchen Landvebben bei meinem Erscheinen der Schreck fs sehr in die Glieder, daß mir die Rebbezin ein verlockendes Lösegeld anbot,. wenn ich wieder verschwinde mtd dnv Robbe ungeschoren laste. Eines Tages kam ich.in einen Marktflecken imtt ein-«'' ansehnlichen Judengemeinde, die aber schon sott längerer Zeit kpimn -Rabbiner hatte. Die Mtgliedvr dieser Gemeinde

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