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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-12 · Heft 1853 (12.4.1924) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1853 (12.4.1924)
Date
1924-04-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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M. MA _Wien, Gamsiag Helfer, Beraber. Es ist auch nicht gut, wenn der Regisseur in die individuelle Eigenart des Schauspielers störend eingreift. Die besten, individuell selbständigsten Regisseure gibt es in Deutschland und Amerika. In Deutschland haben sie ein breite- Feld der Betätigung, um zur Geltung zu gelangen, da sie in zumindest 28 gwß-en Städten und etzwa 300 Theatern GÄsgenhöit haben, sich zu entsalten, zn praktizieren. Ohne solche Gelogenihoit ist eine Entwicklung überhaupt nicht denkbar. Wir können auch feststellen, daß die zwei wichtigsten Thesen der Regie sind: theoretisches und praktisches Wissen. Su cher Volksoper tritt heute» Pasqnale Amato als Scarpia in „Tosca" auf. Das Gastspiel des Kammersängers Peter Raiceff mußte wegen Verhinderung des Künstlers auf ern späteres Datum verlegt werden, und singt heute an seinersi^tt Kammersänger Josef Rijavec vom Nationaltheater in Agram die Partie des Cavaradossi. An der Renaissanecbühne spielt ab Dienstag den 16. d. an Stelle der Frau Werginz, die ihre Reise nach Südamerika antvitt, Frau Gerda Sanda die Baronin Fritzi in dem gleichnamigen Schwanke von Emil und Arnold Gollz, der mit Grünbaum, Lackner und Lovric als Gästen und weiterhin am Repertoire bleibt. Sondervorstellung der Jüdischen Bühne. In der Jüdischen Bühne, 2. Bez., Taborstraße 12, findet heute eine Sondervorstellung statt, welche von Herrn Bernhard Scharrer veranstaltet wird. Zur Darstellung gelangt der mit großem Erfolg aufgenommene Schwank „21 Tage A r r e st" 'von Go l db e r g. Im Prolog wirkt eine Reihe hervorragender Künstler mit, darunter Herr Konzertmeister Zimbler. Das Strauß-Lanner-Denkmal im Badener Kurpark zerstört. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde das oberhalb der Stiege in der Hauptallee des Badener Kurparks vor einigen Jahren errichtete Strauß-Lanner-Denkmal zerstört. Von Lanner wurde die Violine, welche er in der Hand hält, fast vernichtet und der Bogen abgebrochen, auch die Basaltsäulen wurden niedergerissen. Außerdem wurde der Sonnenchronometer, welcher sich daneben befindet, weggerissen und dadurch ein nicht zu ersetzender Schaden angerichtet." Als Täter wurden der Schlossergehilfe Anton Auer, der Chauffeur Karl Windisch und der Fleischhauergehilfe Alois Weber verhaftet. Hagenbnnd. Sonntag wird Herr Maler Anton Trcka in der gegenwärtig im Hagenbnnd veranstalteten Ausstellung von Werken der tschechischen Künstlervereinigung „Die Unentwegten" Führungen abhalten. Die erste'Führung erfolgt um 9 Uhr früh in tschechischer, die zwoite um 11' Uhr in deutscher Sprache. t „Neue Musik." Das österreichische Komitee der Internationalen Gesellschaft für neue Musik veranstaltet gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst zwei Konzerte „Neue Musik" in der Sezession. Dienstag den 15. d. um 7 Uhr: Wiener Abend mit Werken von: Bera,' Hauer, Horwitz, PiSk, Reii, Webern, Wellesz. Dienstag den 29. b. um 7 Ubr: Internationaler Abend mit Werken von: Bloch (U. S. A.), Hallfter-Escriche (Portugal), Milhaud (Frankreich), Salazar (Spanien). Schönberg (Oesterreich), Strawinskh (Rußland), Bycpalek (Tschecho-Slowakei). Mitwirkende: Rnzena Herlinger, Hugo Breuer, Dr. Ernst Bachrich, Rudolf Reti, Prof. Fri'sdr. Wührer, ' Pxof. Jacques van Li er, Prof. Vikt. Pollatschek, Rudolf Kolisch,. das Kolisch-Qnartett. Karten bei Heller, Lanyi und in der Sezession. Kleine Kunstnachrichten. Des berühmten amerikanischen Malers S a r g e n t symbolisches Gemälde „Synagoge" in der Boston Public Library wurde von unbekannter Hand mit einer ätzenden Flüssigkeit derart verletzt, daß die Wiederherstellung kaum möglich sein wird. Bekanntlich hat sich vor einigen Jahren ein lebhafter religiöser Streit um dieses Bild entspannen. — In der Tate-Galery in London wird ein Saal für moderne Kunst angebaut, der in erster Linie moderne französische Meister enthalten wird. — Zur Förderung der Zusammenarbeit von Produzenten und künstlerischen Entwerfern wurde in H a a r l e m (Holland) eine Jntereffenvereinigung gegründet, die ähnlich wie die verschiedenen Werkbünde zugleich das Ziel verfolgt, die künstlerische Qualität der Fabrikserzengnisse zu heben. »wu«.u, Aj^ru» -uo um auciius, vcranstaltet BERNHARD SCHARRER in der Jüdisohen Bühne, II. Taborstrasse 12, eine Sonder - Vorstellung Zur Aufführung gefugt : «ig Komödie In 3 Akten und einem Prolog von A. GOLDBERG Restliche Karten am Schalter der »Wiener Morgenzeitung* und - an der Kasse. 21 Tage Arrest Aus den Theatern. Frau Kammersängerin I e r i tz a nimmt diese Woche ihre Tätigkeit am Operntheater wieder auf und wird das erste Mal Dienstag den 15. d. in „Tose a" auftreten. In den K a m m e r s p i e l e n eröffnet Erika Glaeßner ihr Gastspiel Donnerstag den 17. d. in dem dreiaktigen Lustspiel „G r e t ch e n". Die Rolle der Erlaucht wird von Ralph Artur Roberts dargestellt. Das Lustspiel „D ontiit o" („Ce que komme veut") kann daher nur bis Mittwoch den 16. d. als Abendvorstellung in Szene neben. Maria Orska spielt die von ihr kreierte Rolle der Rose Pompon in Verneuils Lustspiel „D e r F r e ch d a ch s" nur mehr heute Samstag, morgen Sonntag, Montag den 14. und Dienstag den 15. d. Im Theater in derIosefstadt finden heute Samstag, morgen Sonntag und Dienstag den 16. d. Wiederholungen von Schillers Trauerspiel „Kabale u n d L i e b e" statt. Montag den 14. d. gelangt das Lustspiel- -„Der WienerzweierHerren" von Goldoni zur Aufführung. Am Mistwoch den 16. d. um 7 Uhr abends Premiere „D e r Schwierige" von Hugo HoffmannSthal als österrei chische Uraufführung. Im Lustspieltheater gastiert Hansi Niese nur noch in vier Vorstellungen. Heute Samstag im Volksstück ,.Z u m goldenen Segen", morgen nachmittags um 4 Uhr in der Gesangsposse „I h r K o r p o r a l" und morgen Sonntag und Montag abends in dem Lustspiel „Die Löwin u n d i h r Junges". Dienstag eröffnet Toni I nt p ek o v e *• vom Frankfurter Schauspielhaus sein Gastspiel in dem Volksstück „H a m I et im Krähwinke l"' von Toni Impekoven und Karl Mathern. Im Modernen Theater findet morgen nachmittags um 3 Uhr eine Wiederholung von Herbert EulenbergS „A l l e s u m G e l d" zu halben Preisen in der Abendbesetzung statt. Am Montag den 14. d. beginnt das Gastspiel des Grand Gm mol-Theaters in den Nachtvorstellungen Mtener Morgenzettung. Erstklassig« Wiener sowie die bestbekannte erste original orientalische IS TT IJ C •*pt*p qfrtw iVUl^rlCrnPBn währed”r PESSACH-FEIERTAGE * Sederabende unter dem Vorsitz des Oberkantors, Herrn JAKOB WAHRMAMN (nyW' WTID) Anmeldungen täglich von 12 bis 3 Uhr im Restaurant „NATIONAL“ üH Wien, II. Taborstr. 18 das Feinste inu. ausländ. Qualitäts- Weine, Sliwowitz und Meth n d d n in b v A p o l l o - T h e a t e r. ' Der neue Pächter des Apollo- Theaters Direktor Wreschinski hat für die künstlerische Oberleitung den Direktor Max Steiner-Kaiser, den gegenwärtigen Leiter des Karl Schulze-Theaters in Hamburg, in die Direktion ausgenommen. SpielplanderStaatsoper. Morgen Sonntag um 5' Uhr (zü besonderen Preisen) „P a r s i s a l". (Kundry: Frau Lilly Hasgren-Dinkela aus Berlin als Gast). Montag um b Uhr (zu besonderen Preisen) „P a r s i f a l". Dienstag um 5 Uhr (zu besonderen Preisen) „Tose a". Mittwoch um 7 Uhr (zu besonderen Preisen) „M i g n o n". Donnerstag um 6 Uhr (zu erhöhten Preisen) „Die Frau ohne Schatte n". (Kaiserin: Frau Lilly Hasgren-Dinkela aus Berlin als Gast; Amme r Frau Marie Olszewska als Gast). . Freitag geschlossen. Samstag um 7 Uhr (zu besonderen Preisen) „Cavalleria rustlcana“, „D e r B a j a z z o". Spielplan im Redoutensaal. Morgen Sonntag um 7 Uhr „Cosi fan tutt e". Montag um l/28 Uhr „DerBarbier vonSevill a". Burgtheater. Sonntag, nachmittags 2 Uhr, „Die versunkene Glocke"; abends 7 Uhr, „Blanche Ca>li,ive". Montag, 7 Uhr, „Die Katakomben". Dienstag, halb 7 Uhr, „Die Räuber". Mittwoch, 7 Uhr, „Blanche Ealine". Donnerstag, 7 Uhr, „CoriolanuS". Freitag geschloffen. Samstag, zu erhöhten Preisen. neneinstudiert, 7 Uhr, „Herodes und Marianne".. Sonntag,, nachmittags 2 Uhr, außer dem Jahresabonnement, „Anna Karenina"; abends 7 Uhr, „Die rote Mühle". Montag, nachmittags 3 Uhr, „Der Richter von Aalamea"; abends 7 Uhr, „Der Mpenkonig und^ der Mnschenfeiriö^ Akademietheuter. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, „Der Bibliothekar": abends halb 8 Uhr, „Das Konzert". Montag. halb 8 Uhr, „Der Biberpelz", kein Kartenverkauf. Dienstag, halb 8 Uhr, „Bunbury". Mittwoch, halb 8 Uhr, „Mittags- Wende". Donnerstag, halb 8 Uhr, zum ersten Male, „Die rechte und die linke Hand". Freitag geschlossen. Samstag, zu erhöhten Preisen, halb 8 Uhr, „Die rechte und die linke Hand". Sonntag, nachmittags 3 Uhr, „Wölfe in der Nacht"; abends halb 8 Uhr, „Die rechte und die linke Hand". Gerichtsfaal. zwei Ramfauer-Urteile abgeändert. Ein Berufungssenat unter Vorsitz des Hofrates Dr. Jakob hat ein Urteil des berüchtigten Hosrates R a m s a n e r, der eine Hebamme zu einem Jahre schweren Kerkers und zwei Frauen zu drei Monaten und einem Monat schweren Kerkers wegen Abtreibung verurteilt hatte, dahin abgeändert, daß die Hebamme Aloisia Sch. zu vier Monaten verurteilt wurde, während die anderen zwei Strafen in bedingte umgewandelt wurden. ‘ Derselbe Senat hat die von Ramsauer über eine Bedienerin verhängte Strafe von drei Monaten in einer ähnlichen Angelegenheit in eine bedingte umgewandelt. Hitler« SeschäftsMrer. Die vorgeschwindelte Hakenkreuzpropaganda. In dem Prozeß gegen die drei Hakenkreuzler, die die Prometheus-Gesellschaft unter dem Vorgeben, Geschäfte mit den reichsdeutschen Hakenkreuzlern durchzuführen, um größere Beträge betrogen haben, schilderte gestern der Zweitaugeklagte, P h i l i p p s k y, daß Herzog zugesagt habe, der Gesellschaft für die Wahlen in Oesterreich die Propaganda der Hakenkreuzler zu verschaffen. Ein Herr Artur Bruckner, der ein Funktionär der bürgerlich-demokratischen Partei sei, habe auch ■ tu Aussicht gestellt. 50 Millionen aus der Propaganda für die bürgerlichdemokratische Partei zu verschaffen. Der Hauptchef P o l l a k habe erklärt, daß er auch 200 Millionen für das Geschäft zur Verfügung stelle. Philippsky sei mit Herzog nach Deutschland gefahren, habe jedoch Hitler nicht angetrosfen und in Hamburg von einem Herrn Stein den Vertrag, der die Propaganda betraf, erhalten. Herzog habe ihm dann zwei Herren als Hitler und Roßbach vorgestellt, doch habe es sich später herausgestellt, daß es sich um vorgetäuschte Personen handelte. Es sei dann zu den Reisen im Automobil gekommen, das er für das P a r t e i a u t o m o b i l der Hitler-Gruppe gehalten habe. Da kein Geld eingelanfen sei, wurde die Anzeige erstattet. ' Uober Antrag des Verteidigers Herzogs, Dr. Siegfried F l e i 1 ch m a n n, wird der Vater des Herzog vernommen, der seinen Sohn als einen Phanlasten und nicht normal bezeichnet. 12. April 1824_GM 7^ Der Zeuge Rcchisanwaltsanwärter Tr. Heinrich Schwab, der den angeblich von Hitler und Roßbach unterfertigten Vertrag über Wunsch des Pollak dem Hitler vorlegte, teilt mit, daß Hitler die Unterschriften als falsch bezeichnete und sagte: Ta haben wieder ein paar Juden ihr Vergnügen dabei. Der Sekretär Hitlers,. Ros ent&I (Heiterkeit im Zuschaucrraum) — iedensalls hatte er keinen arischen Namen —, sei dann in München zur Polizei gegangen^ um den Tatbestand mitzuteilen. Der Vertreter des Privatbcteiligten, Tr. Edmund Schlesinger, fragt den Herzog, wieso es komme, daß keine Anzeige der M n n ch c n e r Hakenkreuzler gegen ihn eingetroffen sei. - Herzog: H'tler geht über Leichen. Er hätte einmal einen Parteieftnossen durch eine Aussage bei Gericht retten können. Er hat dies nicht getan and der Mann wurde zu drei Jahren Kerker verurteilt, d a Hitler eine falsche Aussage machte. In ^..ezvrem Falle hat er absichtlich keine Anzeige erstattet. - Das Beweisverfahren wird hierauf geschlossen. .Ter Verteidiger Dr Siegfried Fl ei sch mann führt unter anderem ans, die Verteidigung Halle die Unterschriften für echt oder -nmindest in i t W i s s e n von Hitler und Roßbach aus den Vertrag gesetzt. Es sei beabsichtigt gewesen, die jüdischen Teilhaber der Geseltictzas! anszuscheiden. sobald der Vertrag zur Turchsübrnng gelangt sei. Es sei .nicht zu glauben, daß die Juden Heniritb Pollak und Artur Bruckner selbst die hakenkreuzleriscben Plakate verfassen solltent dies würde von Herzog und den anderen besorgt worden sein. Auch die Sixtus-Briefe seien als falsch bszeichnet, hernach jedoch ihre Echtheit zugegeben worden. Der Verteidiger des Philippsky, Dr. Heinrich G: n $* berg, legte dar, daß sein Klient selbst getäuscht worden sei Der Staatsanwalt trat bezüglich Philippslvs von der Anklage wegen Veruntreung zurück. Nach längerer Beratung wurde Herzog wegeit Berrnges und Falschmeldung zu zehn Monaten sch w c r e .t Kerkers verurteilt, wobei fünf Monate der Untersuchungshaft eingerechnet wurden. Von der Anklage, Betrug durchVorlage eines angeblich falschen Vertrages mit Hitler und Roßbach behufs Prop aganda für die Hakenkreuzler in Oesterreich begangenzuhaben, wurd eHerzogfrei gesprochen. Philippsky und Nohava wurden fr ei ge sprachen In der Begründung des Urteils wurde darauf verwiesen, das Beweisverfahren habe nicht mit Sicherheit ergeben, daß der erwähnte Vertrag mit der Hitler-Gruppe eine Fälschung sei. insbesondere auch nicht, ob diese von den Angeklagten her ruh re. 8in Prozeß gegen ingendiiche Kommunisten in Warschau. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 11. April. Durch zehn Tage wurde gegen eint. Gruppe von jugendlichen Personen im Mer von 16 bis höchstens LI Jahren verhandelt, die beschuldigt waren, einer kommunistischen U mst u r z o r ga n if a t i o n augehört zu haben. Bis auf einen Angeklagten bestritten sämtliche die Beschuldigung und erklärten, daß sie nie einer kommnmsti- , scheu Organisation angehört hätten. Das Gericht schenkte ihrer! Verantwortung keinen Glauben und verurteilte den Ißjährigen Angeklagten Jakob Z i t h e r s p i e le r, welcher ' zttgab, einer Klmtmunistengrnppe angehört zn haben, zu sechs Jahren schweren Kerkers, zwei 17 beziehungsweise 18 Jahre alte Angeklagte zu fünf Jahren, zwei 16jährige Biirschen zu je ,v i e r. Jahren schweren Kerkers. Gegen . sechs Angeklagte lautete das Urteil auf drei Jahre schweren Kerkers, die übrigen erhielten zwischen e i n und drei Jahre Festung. Nur vier wurden fr ei gesprochen. Ein Erpreffungsprozeß. Der gewesene Leutnant Bela K. und seine Geliebte Antome G. wurden wegen Erpressung zu fünf Monaten, bezw. zwei Monaten schweren Kerker?; verurteilt. Die Anzeige ging von einem Kaufmann ans, der mit dem Paare m a s o ch i st i s ch e Beziehungen unterhalten hatte, . wobei der Kaufmann die Rölle eines Hundes barst eilte. Die Beiden hatten eine Abfertigung von 10.000 Goldkronen verlangt und gedroht, den Verkehr der Gattin des Kaufmannes bekanntzugeben. Die Wuchergeschäfte einer deutscharischen Bank. Die Deutsche Kreditanstalt, eine arische Bank, wurde von deren Direktor Ludwig Heim auf Zahlung von anderthalb M i l l i a r d e n' geklagt, weil sie ihn grundlos entlassen habe. Heim hatte für die Bank die Umwandlung des der Familie Hopfner gehörigen Parkhotels in Hietzing in eine Aktiengesellschaft dürchgeführt, wobei ein Architekt fünf Milliarden zur Verfügung stellte, die durch die Deutsche Kreditanstalt ausgezählt wurden. Als Hopfner den Rest in der Höhe von 700 Millionen beheben wollte, verlangte die Bank als Kosten für die Durchführung des Geschäftes 69 5 Milli o n e n. Hopfner ch roh te mit der Wirtschaftspolizei, worauf die Deutsche Kreditanstalt das Geld sofort freigab. Heim wurde deshalb entlassen, tveil er dem Hopfner abgeraten hatte, auf eine zu niedrige Schätzung seines Besitzes einzugehen. Als dies in der gestrigen Verhandlung erörtert wurde, sagte der Vertreter des Klagers: Die Ehrlichkeit scheint eben der Entlassungsgrund zu sein'! Die Verhandlung wurde zur Vernehmung von Zeugen vertagt. Ein Polizeirat wegen Schnellfahrens verurteilt. Der Polizeirat i. R. Alexander Stcphanowitzi wurde gestern vom Bezirksgericht Funfhaus tvegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit zn 150.000 K. verurteilt. Er war mit einem Wagen in denkbar schnellstem Tempo gefahren, sodaß sich ein Wachmann nur durch einen raschen Sprnng zur Seite vor dem Niedergestoßenwerden bewahren konnte. Als erschwerend wurde angenommen, daß der Angeklagte 15 Juhre das Berkehrsreserat innegehabt hatte und sämtliche einschlägigen. Bestimmungen und Verordnungen kannte, gegen die er sich mm selbst w'r- ' gangen hat. ' Die Rückkehr Cipruts. Wie berichtet, wurde kürzlich der Rennstallbesitzer und Finanzmann Emil Ciprnt vom Strafbezirksgerichte wegen verbotener Rückkehr zn einer Geldstrase von fünf Mlllone« verurteilt. Ciprnt hat gegen.dieses Ur- M* •••»»**’*»

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