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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-12 · Heft 1853 (12.4.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1853 (12.4.1924)
Date
1924-04-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wrett, GümMy Mk.jS... & der Manu' lvcr\;;. bei einer anderen Bank verpfänd - hatte. DrsgÄy wurde dem Landesgerichte. eingeliesert. Sin Miger Hauskauf der Gemeinde. Das Haus, 2. Bez., Pvaterftraße 10, ist nunmehr endgültig um den Betrag von L 0 0 M tTX ionen Kronen in den Besitz 'der Gemeinde Wien übergangen. Es handelt sich im Vovligenden Falle um das im Ginne des Gesetzes über die Wertznwachsabagabe geltend ■ gemachte Eintvittsrecht bei Vorliegen des Verdachtes einer Hinterziehung. Der Verkauf erfolgte im Juli 1923 um den angeblichen Preis von 200 Millionen Kronen, der infolge seiner. Niedrigkeit auGiel und zu genauen Erhebungen Anlaß bot. Es stellt sich heraus, daß damit in Verbindung noch eine T r a n 8 a 84 i o n m i t L e d e r im Werte von 860 Millionen Kronen', stand und darin der ergänzende Teil des i-m. Kaufvertrag verschwiegenen Preises zu suchen war. Mit Entscheidung vom 10. März hat der Verwaltungsgerichtshof die Beschwerde der Privatbeteiligten zurückgewiesen. * Die gestrige Wohltätigkeitsvorstellung im Zirkus Hagenbeck, -die . zugunsten des Spitals der Barmherzigen Brüder stattfand, vereinigte ein großes und beifallsfreudiges Publikum, das den Raum in allen Rängen füllte. Das schlechte Wetter konnte es nicht hindern, daß man bis zum Schluß aushielt und alle Darbietungen, insbesondere die Piece der Frau B r i e n von ■ der Berliner Oper, der Frau Fischer von der Volksoper und die gutgelaunten Scherze Turl Wieners, mit Dank anfnahm. Am Klavier waltete Frau .N e w a l d - G r a s s e mit taktvoller Diskretion ihres Amtes. In Vertretung des Ordens dankte P. Wegmann den Veranstaltern, den Künstlern und dem Publikum. Das Flügelhornsolo, das Professor Sostaric im Löwenkäfig in meisterhafter Ausführung vortrug, . brachte ihm und den Löwen stürmischen Beifall. Hoffentlich ist der Gewinn des Spitals ein entsprechender. * Zehnte österreichische Klaffenlotterie. Bei der gestern abgebaltenen Ziehung des 2. Tages der fünften Klasse gewannen: 20 Millionen Kronen das Los Nr. 74.691; 8 Millionen Kronen das Los Nr. 97.994; ie. 6 Millionen Kronen die Lose Nr. 8967 und 74.322; ie 5 Millionen Kronen die Lose Nr. 8977, 48.701. 55.624, 64.290 85.992 und 97.977; je 4 Millionen Kronen die Lose Nr. 31.895. 42.762. 64.992, 65.992 und 99.282; ie 3 Millionen Kronen die Lose Nr. 1142, 9919, 16.290, 10.576. 29.788', 38.992, 53.701, 59.241, 67.732, 68.103. 79,701, 83.767 und 85.895: fe 2 Millionen Krynen die Lose Nr. 967, 8142, 11.788, 12.178, 15.977. 25.701, 27.241, 27.925. 36.979. 33.624, 38.895, 40.046, 40.413, 48.241 56.241, 57.322, 65.994, 68.624, 77,994, 85.979, 86.178, 86.340, 86.732 und 98.767; außerdem wurden- 3948 Gewinne zwischen 1 Million und 300.000 Kronen ausgelost.- _ (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Vereine" sind , entgeltlich.) * Tanzinstitut Hermann Braun, 14. Bez., Reindorfgasse 42. - Ein Besuch in der Mazzothfahrik H. Strmn, .Wien. 2. Be;.. Rotensterugasse 11, die unter strenger Aufsicht des gelehrten Oberrabbiners von Kuty (Kyttor) steht, zeigt uns einen erftklasstaen Betrieb, der in hygienischer Beziehung und in bezug auf Kaschrus j erdermann entsprechen muß. Vereine, FsMöge und Versammlungen. Sephardisch-akademischer Verein Esp eranza. Heute Samstag, 8 Ilhb abends, im Veremstokal, 2; Be;.. Novaragasse 27, Vortrag (in deutscher Sprache) des Herrn Dr. N. M. Gelber über „Emanuel Nocich". Gäste willkommen. ZiomWäsche Frauenorganisation der westlichen Bezirke. Heute Samstag, halb 5 Uhr nachmittags, im Vereinsheim, 8. Bez., Bennoplatz 1, Fünfubrtee mit Vorträgen/ Gäste willkommen. — V erband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Pal ä st i n a s. Montag den 14.. d., halb 8 Uhr abends, im Lokale, 8. Bez., Bennoplatz 1, Vortrag des Herrn itteilungen aus Zem fu&iifm feei TriesS DernnnMir-i.! Palastkotel dss eleganteste Haus der Adria. 300 luxuriöse Zimmer mit’ Balkons. Jeder Komfort. 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Heute Samstag, halb 8 Ubr abends, Vortrag Doktor Lartakower. Pünktliches'Erscheinen Pflicht. — Z i o n i st i s ch e Sektion Zwischenbrücken, 20. Bez., Allerheiligen- Platz 17. Heute Samstag, 4 Uhr nachmittags, Zusammenkunft. Es liegen verschiedene Zeitungen ans. Montag den 14. d., halb "8 Uhr abends Ausschußsitznng. — Zionistischer akademischer Verein Genlah. Heute Samstag, 7 Uhr abends, im Lokale des Zionistischen Landeslomitees, 2. Bez., Taborstraße 20 a, Generalversammlung. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. — Seniorenverb and der Z. M. V. Montag den. 14.. d., 8 Uhr abends, auf der Jedidäabude S. C.—! Folgende Korporationeil haben pünktlich zu erscheinen: Hhrkania, Massada, Hasmonäa, Jung-Juda, Jordania. Nehemia, Awoda, Gamala, Jedidäa, .^eremia! Die Korporationen Giskala, Mattathia, Mattathia (Mödling) wurden aus dem Verbände gestrichen. — Sektion Prate r, 2. Bez., Jungstraße 8. Heute Samstag, 8 Uhr abends, Vortrag über das Thema „Jüdische Völkerbundliga". Referent Tr. Israel Waldmann. Leop oldst ädter Volksheim, 2. Bez.. Zirkusgasse 48. Heute Samstag, 8 Uhr abends: Dr. Friederike Wechsler: Japan, Land und Leute, Märchen und Sagen, zusammengestellt vom Schriftsteller Max Stein. Karten zu 2000 K. * Frauengruppe der Zionistischen Bezirkssektion 9. Montag den 14. d. spricht Frau Esther Napaport -Mieses im Vereinslokale, 9. Bez., Liechtensteinstraße 11, über „D i e B edeutung unseres Passahfestes". Beginn präzise 6 Uhr abends. Gäste willkommen. — Die Frauengruppe schließt mit diesem Vortrage den Vortragszyklus im Wintersemester 1923-24. Im Sommersemester sind mehrere größere Veranstaltungen geplant, darunter gemeinsame Ausflüge in die Umgebung Wiens, zu welchen auch Nichtmitglieoer höflichst eingeladen werden. Nähere Auskünfte an jedem Montag zwizchen 5 und 6 Uhr abends im Vereinslokale. Ein 78jähriger Mann, der durch 54 Jahre im Kommunal dienst als Lehrer in Czernowitz tätig war, jedoch durch den Krieg seine Heimatstadt verlassen mußte, wohnt jetzt mit seiner Fcrmrlie in Wien in den traurigsten Verhältnissen. Fast gänzlich evbliridet, durch Alter gebrechlich, vermag er seinem Berufe nicht nachzugehen, und auch sich den Mühen der Rückreise nicyt auszusetzen. Seit Ende 1922 bezieht er wicht einmal mehr den kargen Ruhegehalt, von dem er bis dahin notdürftig sein Leben fristete, oa er nicht in Rumänien wohnt. Wer nimmt sich dieses alten Mannes, der nach langem schweren Dienste zum Wohle seiner Mitmenschen heute in bitterster Not lebt, an? Spenden nimmt die Wministration der „Wiener Morgenzeitung" entgegen, der auch die näheren Verhältnisse des Bedürftigen bekannt sind. Vühue und Kunst. „Hans Helling" In der Staalsoper. Seit Richard Wagner alle OPernWhnen erolbert hat, gehört Mavfchners „Hans Heilirrg" zu jenen Bühneniwevken, die nicht leiben und nicht sterlben Linnen. Dieser duMte Fürst der Erde, der trotz aller Schätze unglücklich ist und das einizige, das er erschnt, Nicht finden kann — die Liede und Treue eines reinen Mädchens bis in den Tod —, erscheint uns wie eine Vorstufe des „Fliegenden Holländers", die Königin der Erdgeister, die gleich Erda aus den Tiefen der Erde ans Licht steigt und unter dunNen Bläserakkorden die Schauer der „Todesverkündigung" verbreitet, ist etwas gang anderes als eine ,Mnigin der Nacht", und Heilings Erdgeisterreich mutet wie eine Vorahnung von Nibelheim an. Wir blicken hier mittMar in das Werden von Wagners romantischer Geistevwelt und freuen uns gleichzeitig der lieblichen Anna, welche mit Webers Aennchen so manche mnstkalische FamMenähnlichEeit belsitzt, und des schmucken Konrad, welcher mit Webers Max verwandte Züge hat. So weckt die Oper allerlei , traute Erinnerung und doch nicht den Eindruck wirDsamer Dheatergegenwart. Wie vor drei Jahren sang auS diesmal — angMich handelt es sich um eine Neueinstudierung — Herr Doktor Schipper den Heiling überlebensgroß, dämonisch, finsterdrohend in Spiel und Stimme, kein geeigneter Lebensgefährte für die — auch stimmlich — zage, verschüchterte Anna der Frau Born. Sehr gut Herr Gal los als Jägersmann, ganz ausgezeichnet Frau Kittel in ihrem Liede am Spinnrad, recht drastisch Herr Z e c. Neu war Frau Oksz ew ska als Königin der Erdgeister, eine edle Gestalt voll Wohllaut in ihrer edlen Stimme. Das Orchester leitete Direktor Schalk mit gewohnter Begeisterung, Regie und Szene wahrten die alter herkömmlichen Bühnenbilder. , sxh. Eine Ausstellung für moderne TheatertechM. (Im Rahmen des Wiener Musik- und Theatersestes.) Ueber Antrag des ständigen Referenten Dr. B a ch wurde in der letzten Sitzung des gemeinderätlichen Komitees beschlossen, anläßlich des Wiener Musik- und Dheaterfestes eine Ausstellung für morderne Theatertechnit zu veranstalten. Sie wird nach dem Projekte angelegt sein, welches die Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst vorgelegt hat. Ueiber das P r o g r a m m des Musik- und Dheaterfestes verlautet gleichzeitig: Die Staatsoperbringt ein Fsftspisl Hugo H o f m a n n t h a l 8 zur Aufführung, welches zur Musik der „Ruinen von Athen" und der „Geschöpfe des PromvtheuS" gedichtet wurde. Am selben Abend geht Mucks „Don Juan" in Szene. Ferner gelangt die Oper Intermezzo" von Richard Strauß zur Urauffthrung,^ und zwar durch^'SäNger^ der Staatsope'r im Bürgertheater. Im Burgtheater wird eine neue Komödie von Artur Schnitzler, im Raimund-Theater eine neue Bühnendichtung von Franz Werfel anfgeführt. Max Reinhardt wird wahrscheinlich das Apostelspiel von Max Mell herausbringen. Zonntag den 18. April «m '/-8 Uhr abends ini großen Saale des Ingenieur- und Architektenvereines, l. Eschenbachgaffe 9 Vorlesung Uriel Birnbaum aus eigenen Werken (ln Gottes Krieg* Leben ln Liebe, Biblische Sonette) Karten bei Richard L a n h i, 1. Karntnerstr. 44, N. L ö iv i t, I. Notenturmstr.-19, und im Kartenburean „Basar", 1. Rotenturmstraße 19 Franz Molnar über die Regieknnst. Der Dheaterreferent des Budapester Tagblattrs „Dilag". hatte dieiscr Tage mit dem Dichter Franz Molnar eine interessante Unterredung über Ragiekunst. Molnar sagte unter anderem: Alte und neue Regie gibt es nicht. Man kann von guter und schlechter Regie sprechen, wie es gute und schlechte Stücke gibt. Jeder, der etwas weiß, möge kommen. Daß unter ihnen der eine oder der andere die Bühne vervollkommnet, ist nur natürlich. B r a h m verwendete zum ersten Male bei Zimmevdekorationen den Plosonb und Antoine war der erste, der daraus kam, daß es gestattet sei, während des Spiels dem Publikum auch den Rücken zu kehren. Heute kann Jeßner, der in der Anwendung individueller Farben auch den klassischen Reinhardt übertraf, ein „neuer" Regisseur genannt werden. Er hat znm Beispiel Rick)ard den Dritten so eingestellt, daß die Bühne aus lauter mächtigen roten Stufen bestand. Die Dekoration, die heute die Regie bcherrischt, ist bloß Modesache. Daß man in deni einen Jahrhundert den Shakchpeare vollständig genau nach dem Manuskript gilbt, in einem anderen mit Auslassungen, Szenenstrichen, auch das ist - nur Mode. Die Ausgabe-des Regisseurs ist, ein gutes Zusammen spiel zu schassen. Der Schauspieler ist dem Regisseur nur daun untergeordnet, wenn jener kein gutes Material ist. Im anderen Fall ist der Regisseur dem Schauspieler bloß Rieslet*, Mohrer,Tokajer und n°o SfadtgutkeBBer, 11. Gr. Stadtgutgasse 36 Samstag gesperrt nns -WD Weine und Sliwowitz befindet sich je^t El. Haidgasse 7«« der Firma M. KEICII, Weiukellerei, II. Taborstr. 59 Telephon 4*52 Erstklassige Qualitäten und billigste Preise

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