Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1852 (11.4.1924)
- Date
- 1924-04-11
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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■«rar»-- - Men, Sterns jd«t 40 Prozent iwa Äi'rtcs zu entrichten ist, wahrer,1) der Zoll auf fertige Marnrelade nur 20 Prozent beträgt. Ein fachmännischer Artikel ün „M i s ch a r Wetaassia", der diese Frage behandelt, lveist aus den hohen Zuckergeh alt der palästinensischen Früchte hm, er schlägt vor» daS Zuckerrohr im Lande mehr zu Pflegen und regt die Produktion von Glhkost an. Ferner sei eine Aenderung der Steuer- und Zollpolitik erfo rderlich und zur großzügigen Entwicklung der Konserven" und Marmelndenproduktion Sachkenntnis und entsprechendes Krpital. -er valMuensische Preisindex für Februar. Der Großhandelspreisindex 1924 war, wenn dex^Durchschnitt 1923 mit 100»f. angenommen wird, für - Jänner 1924 Februar 1924 Getreide und Fleisch. 87 85*7 Andere Lebensmittel «nb Früchte . 87'7 90*7 Heizmaterial und Diverse» .... 84*7 86*6 DurchschnittSindex.. . 86*8 87*6 Hierzu ist zu bemerken, daß ab Februar die ZSlle für Zucker, Getränke, Zuckerwaren »nd Den- »tu erhöht wurden. Getreide ist derzeit teuerer al» in den letzten vier Ronaten. ebenso inländisches Mehl (176 gegen 160 Piaster pro 100 Kilogramm). Die Fletschpreiie stiegen wegen des verbotenen BiebimporteS ans Syrien. Das Verbot, das wegen der Seuche» «Lasten worden war. ist inzwischen wieder aufgekoben worden. Milch istnm 60«/, gegen Jänner billiger geworden, Eier kästen 100 Stück 46 Piaster. « Die Lebeuskoste« nach de« Indexzahlen für Kleinhandel. ötÄtt sind jene vom Immer 1922 mit 1OO°/, angenommen. 4K Wim ,.fl Otllyuuli Monatliche Ausgabe einer arabk- Index m% schen Familie von fünf Köpfen für 2v wichtige Bedarfsartikel Piaster Jänner 1922 . . .»»».«. 85s 100 DrrrchschuLt 1922 753 88*2 „ 1928 .»«»»». 65o 76*6 Dezember 1923 . 75*8 Jänner 1924 . . ,»»«»»» G55 76*8 Februar 1924. . ••••«* 646 75*7 8toe StatM der Srangrnexportr »atz dm Smllmd. 3<chr Kisten i« Werte von 1920- 21 830.959 200.475 Pfund 1921- 22 1.112.000 283.305 . 1922- 28 1,464.688 374.786 J Die SeghpKfche SrediLaur uud Palästina. Aus Kairo AÄdet I. T. A-: Die Aegyp tische Kreditbank in Kairo wrrd der «nächsten GenerckwevsamMlung eine Resolution vorlegen, betreffend der Ausdehvung der Tatägkeit auf Palästina und Syrien, so daß Hypotheken der Ban? auf produktive larMvirtschafkliche Siedlungen in jenen Ländern bezechen wecken -tonnen. Die Aeqyptisch-e Kreditbank wurde vor etwa 50 Jcchren von einer Anzahl prominenter Jrckerr in Asgyptem gegründet. GrLrSuug einer arabischen Bank in Jerusalem. Die äratbrsche Zeitung ^ijsst-ru-al-arab" mÄdet, daß äu Jerusalem Äne Bank arabischer Kausleute mit einem Kapital von 23 Millionen Pfund, in Mtieu zu je 5 Pfm^, in Gründung begriffen ist. — Bei der bekannten Berkählichkoit der arabischen Presse muß man dieser Nachricht mit der gebotenen Skepsis begegnen. Eine Filiale der „African Eastern" iu Haifa. Die englische GroKhandelsgesellsHuft „African Lastern" hat eine Filiale Ar Palastin-a und Syrien mit dem Sitze Ln Haifa eröffnet. Die Bursaus der Gesellschaft bleiben an Samstagen geschlossen. Der Export von Palästina-PrckukLeu. Wie die Palästinensische Telsgropchen-Agentur erfährt, wird demnächst eine rreue Gesellschaft unter dem Namen „Schamck'ch Ltd." gegründet werben, welche die Organisiemng des Exports palästinensischer Produkte zum Ziele haben iotrb. Die Zionistische ExeEudwe wird die Gesellschaft unterstützen. ~ morn .; Baron Edmond de Rothschild plant uene Bodentmlse. Bawu Edmond de RoHschÄd, der igegenwärtig in Aegypten tveiü, hat laut „Jöwi'sh Chronicle" die Deputation dar palästineusrschen Mischen Kolonisten, Sic ihn in Kairo aufgesucht hat, drvmr >in Kenntnis gesetzt, daß er g r o ß c Ländereien zn kaufen beabsichtige, besonders in Samaria, mit dem Jveil, die jüdischen Kolonien geographisch «chzurnnden. Er verhaMe zurzeit mit der Regierung über seine Pläne und hoffe, daß er Erfolg haben wird. Cr begrüße die Besserung in den arabffch^üdqchen Bgzichunigen und er appelliere an die Chäluzrm, die jüdischen Traditionen zu respektieren. Er beabsichtige, um den neuen Sicklern der Vorzug -geben zu können, einigen der älteren Sicklungen, die er bisher unterstützte, diese Unterstützimgeri Kl entzichen. Der Import palästinensischer Waren nach de» Bereinigte» Staaten ist, wie der Sekretär des Palästina-Amtes der amerikanisch-zionistischen Exekutive mitteilt, in stetem Wachsen. Hauptsächlich wird Honig, Mandeln, Ovl und Schokolade eingefuhrt. In Anbetracht der guten Qualität der Waren sind die Preise nicht als hoch zu bezeichnen. Leider werden keim Ziffern mitgeteilt, welche ein Bild über den. Umfang dieses Imports zu geben vermöchten Die Palästina-Wanderung aus Amerika. Im Verlauf -der letzten acht Monate sind aus den Vereinigten Staaten 363 Personen nach Palästina gereist, welche sich der Vermittlung des Nsw-Aoriker Palästina-Ämts bedient haben. Davon waren Uv Arbeiter und Kausleute, 128 Frauen und Kinder und 135 Alte chire Beschäftigung. Das Kapital dieser Auswanderer betrug ungefähr L Millionen Dollar. Die amerikanische Kolonie »Herzliah". Di« Arbeit für die amerikanische Kolonie ,Herzliah" schreitet vorwärts. Man kann mit Bestimmtheit annehmen, daß die notigen 750.600 Dollar in der nächsten Zeit aufgebracht sein werden. Der Plan der amerikanischen Kolonie beruht, wie „Das jüdische Volk" schreibt, auf de« persönlichen Jnvsstmentgrundsatz, daß jeder einzelne für sich und seine persönlichen Interessen zu sorgen hat. Das Land, das er kauft, bleibt sein Eigentum und wird im Preis und Wert steigen, weil die Gründergesellschaft »American Zion Commoriwealch" ihren Verdienst für den Ausbau der Kolonie verwendet. Wenn der Besitzer nicht imstande ist, den Bcken allein zu bearbeiten, kann er ihn an andere verpachten. Seit Beginn der Kampagne ist für 230.006 Dollar Land verkauft worden. Außerdem hat im Monat Februar die „American Zion Commonwealth" Boden der Paleftine Land Development Comp, am 100.000 Dollar verkauft. Die Labour Party und di« palästinensische Arbeiterschaft. Auf der letzten Parteibevatung der pÄästinensischeu Arbeiterpartei AchduHaawodah berächrte-ir die Parteiführer Ben. Zwi und Bin Gurion die Frage, was sich das arbeitende Palästina von der zur Herrschcffi göbangtLn Arbeiterpartei erhoffen darf. Bsn Zw>i betonte, daß Achduth Hacvwodah mit besonderer AuftnerKiauckeit darüber wachen müsse, daß die AckeÄerpartei ihr Palästina-Hragramm auch erfülle, rnsbesoindere in der Fv«ge der Staaitsländereien, die teÄweijre den Arckern Mergsben wucken Oskar Strauß Sei den amerrkamschen Missionirven iu Palästina. Nach einer Jettpälamer Meldung des „Daily Expreß" berief der frühere amerikanische Gesandte in der Süritei Oskar Strauß in Nazareth eine Versammlung der dort «Wesenden amerikanischen Missionäre ein. In seiner Ansprache betonte OÄar Strcnrß wiederholt, daß er kern St trotzdem, so fetzte er fort, müste er die christliche 'erung in dringlicher Weise ermahnen, dem Ausbau einer j-üdifchen Heimstätte nicht störend entgegengutreten. Die Versichenmassrage. Cliahu M o u t s ch i k wendet sich in „Mischar Wetaassia^ ges«n das beständige Klagen über ein« Krise im Lande. Die okonomqchr Lage wecke erst dann besser werden, wenn man lernen wird, das Kapital in den ökonomischen Grenzen zu bewahren und zugleich das tote Kapital belebend für Landwirtsaft, Handel und Industrie im Lande zu verwenden. Es fehlen noch immer Hypothekenbanken, da die bestehenden nicht genügen; weiters fehlt eine aut organisierte Bersicheirungsgesellschaft. Die Hypothekenbanken verlangen von den Gläubigern, daß sie ihr Vermögen und die §äufec versichern, und das arme Palästina zahle tausende Pfund au reiche Versicherungsgesellschaften in die Fremde. Waven-i, Transport- und SpsdltionsversiHeruntzsgelder verschlisst das Ausland. Ein verwundeter Arbeiter bekommt von seinem Arbeitgeber bloß den Tagesilohn, höchstens erhält die Familie eine Kleani^eit dazu. Eine Unfallversicher rng würde das Los der Arbeitenden sehr erleicht-sm. Arbeitern, Lchvern und Beamten fehlt die Altiersversicherrmg. Bon de>m Reserveit April im... M. 185« lepiral der BersicherungögeMschasien lörmte vieles geschaffen werden. Arbeiterviertel, öffentliche Institutionen, Berbrlligmrg des Kredits. Biehversichernng. In Aberiias fand die GearevaLverfirumrlun-a der Ge'ellschaft für gegensertige WchvsvsicheMnjg statt. Die GeiMschaft ist eine Gründung der galiläischeu Ba-uern und hat sich glänzsnid bewährt. Die Zahl der versicherten Bichstücka beträgt 24 67. Palästina-Toirristen aus Polen. Der diesjährige Tonristenstrom in Palästina ist ein »ngewei« reyer. Seiest M die Osterzeit sind Tausende von jüdischen Bchuchern iu Palästina augckündigt. So ist aus Warschau durch BeruntÄung des dortigen Pcrlastina-Amtes am 1. April eine Gruppe von 450 Personen nach Palästina abgereist, 350 Touristen, größten« tsils reiche Kapitalisten, die iu Pailästma geschäftliche Verbindungen anknüpfen wollen, und 200 Emigranten, voir denen ein Teil von der Zionistischen Ovganiisation abgöfertigt wurde, mid der andere auf Grund vorl Affidavits gu Verwandteu in Palästina reist. Eine neue Lehrermnenbildungsaustalt des Misrachi. Der Misrachi eröffnet Lim nächsten Schuljahre eine LchrermuenbildungsLnstalt, nrrt deren Leitung Dr. A. Liebevm^nU aus Berlin betraut wurde. Einweihung eines SSuglingssSrsorgeheünes in Haifa. Dieser Tage faüd die Einweihung des neuen Heimes der Sä-uglingSjÄrsorgeanstalt „Tipath Chalo" 5,Milchtropfen") in -Hadar-HakaMrel statt. Aufgabe der Anstalt ist die Berfovguny Unbenttttelter mit pasteurisierter Milch itrtb Beratung armer Mütter. Die Anstalt wird von der Hadassäh, von ckner Btt-- einigulrg jüdischer -Frauen iu Frankreich und von der Haifa« Ostbevölkerung erhalten. Kartonuageerzeugung. Die KartormatzeweMtatt, die ehedem in Jaffa arVeitete, ist nach Haifa übevsiedclt. Sir stellt täglich 5000 Kartons der vevschlckensten Sorten her. die sie an Firmen in Haifa und Acre liofert. Die Nachfrage übersteigt derzvit die Produktion, fo daß für die Entwicklung der Unternehmens die besten Aussichten bestehen. „Palästina" in Argentinien. Die jüdische Anhänglichkeit an Palästiira manifestiert sich am schlagendsten dort wo Juden als Landleute auf der Scholle leben uck nichtsdestoweniger dieses Gefühl mit besonderem Nachdruck zum Ausdruck brmgen, wie dies in den jüdischen Kolonien von Argentinien der Fall ist. Dort ist es, wie vor Ätonaten in der „Wiener Morgenzeitung" erzählt wurde, zur ständigen Einrichtung geworden, daß die jüdischen Landwirte alljährlich den Ertrag von einern Stück der Kolonien, das sie mit eigenen Händen bearbeiten in seiner Gänze dem Jüdischen Nationalfonds widmen. Der Tag der Aussaat ist ein Festtag geworden. die Arbeitsgeräte sind mit Wimpeln geschmückt mrd die gescnnten Familien nehmen unter Gesang und Tanz. an dieser Arbeit teil. Diese Feier ist so populär geworden, daß die nichtjüdischen Nachbarn das dem Nationalfonds gewidmete Land „Palästina" nennen. Diese „Palöstina"-Böden sind nicht unbedeutend, und es wird von einzelnen Kolonisten berichtet, die 12, von einem, der 50 Hektar dem Nationalfonds widmet Im ganzen wurden heuer 135 Hektar mit Machst 242 mit Weizen und 20 mit Gerste besät. In der Kolonie „Nareiß Leven" wurde ein großes Stück Land für die Arbeiterbank in Palästina gewidmet. Das Villenviertel der Wiener Juden m Palastmo. Vorr den am Westkarmel, veiserviertm 70 Parzellen-für W Wiener Juden wurden innerhalb von zwei Morrrto» .26 Pa rzellen mit einem GösamLflächeumaß von ‘ zirka 3500 Dunam fest verkauft. Dies stellt einen Betrag von 2000 Pfund dar, der größtenteils bereits nach PÄlMira -überwiesen wurde, wodurch die Palestine Land Dckelchnnent pany in die Lage kommt, neuen Boden in Palästina zu er» wevben. Da die besten Parzellen naturgemäß von den or-sten Käufern ausgewählt werden, ist es im Interesse lderjenigen Wiener Juden, die auf die Erwerbung von Bau- und (^rr:cn- Parzellen am Karmel rrfleStieren, ihre diesboMglichM Wünsche ehestens dem Palästina-Referate des Zionisnschen Loirdes' komitses bekanntzugeben, wo Zlnmeldungen' täglich,-mn Ausnahme von Samstag, zwischen 5 bis 7 Uhr.Erchs entgegengerwmmen werden. „Hasiadeh" Bon diesem laudwirtschastlicheu Fächblart. das die larckwirtschaftliche Arbeiterorganisation herausgibt, sind zwei Hefte von Band 4 erschienen. Die Zeitschrift bemüht sich, den Siedlern für die praktische Arbeit durch KrM mW Ratschläge nützlich zu sein und veröffentlicht Auffätze von Fachleuten sowie Informationen aus aller Welt nsw. In Heft 2 spricht der Leiter von Mikweh Israel über den Tabakbau. Er hält die Gefahr einer Ueberprodukt i o n für gegeben, empfiehlt die E i n s ch r ä n k u n g des Anbaues und die Zucht einer bestimmten palästinensischen SDiarEc. indem sie Europas Zivilisation geringschätzeu, auch vorr Kultur nichts wiffen. Die Jungen aus ,Mau-Weiß" und „Schomer" wollen aber die Kultur des Geistes VM der des Lebens nicht trennen. Sie wollen eine harmoni« sche Synthese zwischen Ge iste sbe dürs* nissenuitd dem Leben derArbeit schaffen, was ihnen m ihren ,Kibugim" meist auszuführen gelingt. Und nicht selten hört man während der schwersten Ackert Diskussionen über die höchsten Fragen. Freud und Nietzsche, deren Lehren ihnen sehr nahe stchen, sipd öfter MittelpuEe ihrer Gespräche. Ihre Inszenierung und Aufführung von An—'skis „Dybuk" war die schönste im Lande, sie übertras die der »Habffnah" (hebräisches Theater) in Jerusalem-Jaffa und Hunderte, ja Tausende strömten zu den Baracken in Nuris, um der Aufführitng beizuwohnen. Das Leben in den „Kibuzim" ist dem einer berseinevien, vollauf gemeinschaftlichen Kwuzcch ähnlich. Nur daß hier das Individuum und die Rücksicht ans die Psyche eines jeden einzelnen, einen großen Platz einnehmen. Leider macht sich der Mangel an Frauen im Lande, und besonders an für eine Kwuzah oder einen Kvbuz ge eigneten, bei Aelteren und Rsiseren recht störend -bemerkbar und bereitet diesen jungen Menschen, deren Sehnsucht Schönheit und Reinheit ist neben ihren Mater-iellien Sorgen manche Pein. Ihre Kibu-zim weisen die Praxis der Kwuzoth mit kleiner Mitgliederzahl auf. Kibuz, Ales (1) zählt 100 Mitglieder, von denen jeder Chawer mit einigen anderen völlig zusammeuleben kann, während er den anderen kühler gegenübersteht, -ohne jedoch der Kommune zu schaden. Gleiches Streben verbunden mit ähnlicher GvisteSbildung, ettfc* gegenkommendes Verträum sind für die Kammmre germgende Gewähr. Ser Kibuz. Von R. Ben Shem. Cs genüg: nicht, nach Palästina zu gehen, dort früher oder später Arbeit zu bekommen, sich einzuordnen, und wenn man dann zufällig bei der Verteidigung des eigenen Lebens oder aus dem Hinterhalt erschossen wick, als Heiliger gepriesen zu werden. Das war und ist der Gedankengang der frischesten Jugendorganisationen inr Galuth, des „S ch o m e r" und des „B lau - We i ß". Es muß eine Regenerierung des jüdischen Volkes, die Regeneration des jungen Juden erfolgen, um dann für Palästina geeignet zu sein. Man muß ein ganzer Mensch sein, will man ein ganzer Jude werden. Die nationale Gesundung und Normalität wird nur bei vollständigen, vollkommenen Menschen möglich sein. Dem Juden müsse zu- <rst Jugend, Frische und Freiheitssinn eingeimpft werden, bevor er zur Verwurzelung im Lande fähig sei. JugeMiche dieser Richtung, meistens vom ,-I ch o- -mer" die na^> Palästina gingen, schloffen sich den dort arbeiienden Chaluzim und den älteren Arbeitern an. Aber iricht lange währt der Anschluß. Ihr rdeenerfüllter Geist, ihre überentwickelte Phantasie und die Suche nach schönem, > 7!iüändigem Zusammenleben konnte nicht befriedigt wer-- In der Kwuzah leben die „Chatverim" in Arbeit und - '.-.'nwinschast zusammen; jeder einzelne kennt den zwoiten .>d interessiert sich für den Teil seiner Seele, der zu der nn.une in irgendwelcher Beziehung steht. Die weiteren .;?nte und dos Leben des Nächsten ist für die Kwuzcch . , weiter Linie wichtig. Tos konnten und wollten jene, die vom „Blau-Weiß" - T r „Schomer" kamen, nicht ertragen. Sie wollten bei Respektierung und Individualisierung des eigenen v-; eine o oslr Gemeinschaft. Zn jung, um das I reale Leben zu kennen, warfen sie vieles Nutzbringende des GalnH weg, um in der Schönheit der Natur und der Gemeinschaft der Arbeit aufzugehm. Sie wollten eine volle Kommune in ihren Kwnzoch. Sie wußten, daß das nur möglich sei bei vollem Vertrauen und Glauben an den zweiten, nur möglich bei der Auswahl eines jeden Individuums, das die Gemeinschaft teilt. Das bloße Ideal der Arbeit genüge noch nicht. So teilte sich eine große Gruppe der „Schomtim" von den ChaluZim ab und gründete nach dem Bockilde der Kwuzoch Gmreiuschaften, die sich „Kibuzim" nennen. Durch das'-vollste Vertrauen, das sie einander «ntgogenbrachten, die alle außer Palästina und der Arbeit dasselbe Jugendleben, dasselbe Organisations-Wesen verband, haben sie es zustande gebracht, die schönsten Gemeinschaftsgruppen im Lande zu schaffen. Für viele erwies sich die Methode des Kibuz, nur Leute von einem Schlag und Niveau in ihre Mitte zu nehmen, vorteilhaft. Die Genoffen der Jugendorganisationen, speziell die aus dem Osten, können sich einer gewissen Romantik und Sentimentalität (Einwirkung der slawischen Kulturen) nicht erwehren, dies äußert sich im Leben häufig und beeinflußt ihr Tun und Lassen. Wahrend sie nun in den Kwuzoth von den anderen Genoffen, meist reiferen und realer gerichteteren, etwas höhnisch behandelt wurden, herrscht im ^ki-buz" gegenseitiges Verstehen und volle Harmonie. Nicht zuletzt war es die Verschiedenheit des Bildungsgrades und der Intelligenz, welche die Mitglieder der Jugendorganisationen sich zueinaMr scharen ließen. Tie Genossen der Kwuzoth und die Arbeiter überhaupt gehören im Lande zu den höchsten Jntelligenzschichten. Ihre Zeitungen und Schriftsteller (zum Beispiel Brenner) sind die höchststehenden im Lande. Aber die Arbeiter, die sich in die Dörfer und Kwuzoth zurückzie-hen, wollen meistens,