Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1852 (11.4.1924)
- Date
- 1924-04-11
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morgerizeitrinü. '•«•»WWIJK'«?»' JW! V. 11. April 1924 M. li;'~£UUIXX Alle Arten von Kommandite derKroatischenEskomptebank,Agram Kredit, «nä Bankgeschäften WI«», I. SoftZerflaSfO 4 'EbÄbLT W”**9csch*fte Telephone: 60-4-82, 60-4-93, 63*4*85, 64-4-42, 68-4-78, 69-4-82 10405 Telegrammadresser Crapobudl JgkTte F Diet:, Freitag Eine neue ^cw,'.chftrug Hans PfitzncrS. In Nur itverg wird onlafjiid) einer Pf t tzu c r- W o ch c. inc vom A/Mai bis 6. Juni statlsindet, Vre Geigerin Alma Mood ie ein' neues Violinkonzert des Misters zur Uraufführuttg bringen. Paul Baratoff am Jüdischen Kunsttheater in Rew-Aork. Aus New-Zork wird uns berichtet: Am 6. d. eröffnctc der bekannte - Tragöd e Paul Baratoff (dem Wiener Publikum durch seine Wirksamkeit an der Freien Jüdischen Volksbühne und durch sein vorjähriges Gastspiel in der Renaissancobühne rühmlichst bekannt. Anm. d. Red.) ein einmonatiges Gastspiel an Morris Schwarz' Jüdischem Knnsttbeater in New-?)ork. Das Eröffnungsstnck des Gastspieles war Bramssons „Die ewige "üge" (der Titel des Schauspiels heißt im Original „Glücks. Baratoff hat gleich bei seinem ersten Auftreten in New-AoÄ bei Publikum und Presse einen großen Erfolg erzielt. Die Presse feiert ihn als einen der größten lebenden Tragöden. Im weiteren Verlause seines Gastspieles tvird Baratoff in Dymows „Schma Jisroel", in Böllers Drama „Das blutige Lachen" und in Jose Echegaraps „Heiligkeit und Leidenschaft" auftreten und außerdem zum ersten Male in jüdischer Sprache Hauptmauns ..Fuhrmann Heutschel" kreieren. Nach Beendigung seines New- Dorker Gastspieles soll der^ Künstler cirfc Europatournee unternehmen, die ihn nach Paris, Berlin und Wien führen dürfte. Neue Kunstbucher. Der bekannte Dichter Johannes V. Jansen hat ein Werk über Därvemarks großen Bildhauer Thorwaldsen geschrieben, welches die Abbildungen aller Büsten Oehletffchlägers enthalt. — Die „A'ltniederländische Malerei" behandelt die Kunsthistoriker Fried. Winkler in einem m: Propyläen-Verlag evschienetren Werk, das mit rund 200 Mbildungei: die Malerei des 16. und '6. Jahrhunderts in Belgien und Holland umfaßt. Aus dm Theatern. Lokksoper. Heute „P e l o p s B r a u t w e r-- b n n g". Morgen erstes Auftreten A m a t o s als Scarpka in „Tose a". Im DeutschenVolkstheater gelangt Montag den 14. d. in neuer Einstudierung E. K a r l w e i s' Wiener Dolksstück „Das g r o b e H e m d" mit Dr. Rudolf T y r o l t in der von ihm kreierten Rolle des alten Schöllhofer zur Aufführung. Johann Strauß-Theater. Sonntag, 3 Ithr nachmittags, „F S r st e r ch r i ft l" mit Raoul % S l an, der sich in dieser Vorstellung verabschiedet, als Kaiser Josef. Ä p o ll o th e a t e r. In der Sonntag. 3 Nbr nachmittags. anläßlich des 50. Geburtsfestes Edmund E y s l e r 8 statifürdenden Jestaufführung „Bruder Straubings r" dirigiert Edmund E y 8 l e r den Zwischenakt v e r s ö n l i <fj, Wiener Komödienhaus. Sonntag den 13. d.. */.3 Uhr nachmittags, findet eine Wiederholung von Halbes „I itften d" statt. Anfangs nächster Woche gelangt die Novität „Das Mädel vom Alsergrund". Wiener VolkSstück mit Gesangseinlagen in vier Akten von Bleyer-Grohmann, unter der Regie Direktor HanS Sonnenthal, mit Mftzi Z w e r e n z nnd Paul O h l m ü h l als Gasten, zur Aufführung. ' Im Lustspieltheater beginnt Toni J m p ek o v e n, der erste Komiker des Frankfurter Schauspielhauses Dienstag den 1b. d. sein Gastspiel. Der Künstler spielt in der Novität „Hamlet im Krähwinkel" von Toni Impekoven und Karl Mathern. Morgen Ssmntmg den 12 April, 1/s8 Uhr abends, veranstaltet BERNHARD SCHABBEB in der JA etlichen Btthae, ll. Taborstrasse 12, eine Sonder - Vorstellung Zur Aufführung gelangt: 21 Tage Arrest Komödie in 3 Akten und einem Prolog von A. GOLDBERG Karten im Vorverkanf am Schalter der „Wr. Morgenzeitung* Gerichtssaal. Sie Mißhandlung auf der Wachstube. Im vorigen Monat hatte eine Verhandlung beim Strafbezirksgericht 1, in der der Oberwachmann Franz Brandt wegen Mißhandlung des Stockerauer HäMers Komarek auf der Wachstube zu einer Woche Arrest bedingt verurteilt worden war. großes Aufschen erregt. Im Nationalrat hatten Polizeipräsident Sch o b e r und der Kanzler S e i p e l die Angelegenheit besprochen und erklärt, daß die Revisionsverhandlung wohl die Freffprechung Brandts bringen werde. Diese Revisionsverhandlung fand gestern vor einem Senat unter Vorsitz des Hofrates Dr. Ehrenreich statt. Sie endigte damit, daß Brandt wegen Verjährung freigesprochen vurde. Hitlers vefchstftsvertreter. Die vorgeschwindelte Hakeukreuzpropaganda. Die „Prometheus"-Reklame-Gesellschast m. b. H., deren Hauptbeteiligter Ernst Pollak ist, hatte einen geschäftstüchtigen Hcckenkreuzler, den Anton Philipskh zum Gesellschafter und Geschäftsführer. Dieser biedere Wotanssohn veruntreute in der Eile etwa 15 Millionen nnd, um sein „Tätigkeitsgebiet" zu vergrößern, ernannte er sich zusammen mit seinem Vetter, dem pensionierten Stationsmeister Peter Herzog und dem Wehrmann Franz N o h a v a zum Geschäftsvertreter Hitlers. Nohava ernannte sich bei dieser Gelegenheit, dem hakeirkreuzlerischen Trieb nach militärischem Rang folgend, und um „auftreten" zu können, zum Rittmeister und legte sich ein Bankkonto zu, das er nie besaß; dann kam das Trifolium zu Pollak und erklärte, die guten Verbindungen zur Münchner mtionalsozialistischen Partei, vor allem zu Hitler, Erhardt und Roßbach, .rme^ichtcn es ihnen, der Promethensgesellschaft :>te gesamte Propaganda und Reklame der Münchner Nationalsozialisten für den Osten Europas zu verschaffen. Auf diese Weise entlockten sie der Firma große Beträge für die Durchführung des großen Geschäftes, die sie zusammen mit der Geliebten des Herzog, der ehemaligen Telegraphenoffiziantm Leopoldine Gottschalk, welche die Schwester der geschiedenen Frau Herzogs. ist, durchbrachten. Damit das „Geschäft" eine Form habe, legten sie einen Vertrag vor, der die Unterschriften Hitlers, Roßbachs und eines Obersten Wolf als angebliche Vertreter der nationalsozialistischen Partei in München, trug. In diesem Vertrag war davon die Rede, daß 1,2 Milliarden Mark, die zu jener Zeit den Wert von etwa ebensoviel österreichischen Kronen darstellten, zur Verfügung gestellt werden sollten, nnd daß die erste Teilzahlung, und zwar 2000 holländische Gulden, sogleich an den Wiener Bankverein zur Verfügung der Prometheus-Gesellschaft überwiesen werden sollte. Als diese Teilzahlung nicht einging, schickte Pollak den Dr. Heinrich Schwab nach München, dessen Besprechung mit H i t l e r das Ergebnis hatte, daß bei der nationalsozialistischen Partei weder Herzog, noch Philipskh oder Nohava bekannt waren upd daß die Unterschriften Hitlers und Roßbachs gefälscht seien. Philipskh und Nohava wurden über Atrzeige des Ernst Pollak verhaftet, während Herzog die Flucht ergriff und bei dieser Gelegenheit zusammen mit seiner Geliebten noch etliche Betrügereien verübte. In Hall in Tirol wurden sie wegen Zechprellereien verhaftet. Das Verfahren gegen die Gottschalk wurde vorläufig wegen deren Erkrankung ausgeschieden, die drei Geschäftsvertreter Hitlers, welche der Prometheusgosellschaft insgesamt mchr als 15 Millionen betrügerisch herausgelockt hatten, standen gestern vor dem Schöffengericht. Herzog verantwortete sich dahin, daß seine Angaben, er hätte zu den Hitler-Leuten Verbindungen, wahr seien. Er habe der Brigade Erhardt in München angchört und sei mit den Hitler-Leuten zusammengewesen, die einen großen P r opagandadienst in Wien einzuführen beabsichtigten. Der Propagandaleiter und Financier Hitlers und seiner Anhänger sei in Hamburg, Stein, ein getaufter Jude. Dieser habe chm den Vertrag gegeben, der dann der Gesellschaft übergeben wurde.'Er sei also selbst von Stein getäuscht worden. In: Verlaufe des Verhörs verwickelte er sich in verschiedene Widersprüche. Schließlich stellte er sich trach bewährtem Muster als blöd hin; er sei als Kind als geistig minderwertig betrachtet worden. Er habe gehofft, durch die nationalsozialfftsche Partei sowie durch den Promecheusverlag seine Lage verbessern zu können. Nohava erklärte, er habe sich deshalb als Rittmeister vorgestellt, weil er doch als einfacher Wehrmann mit „Direktor" Philipskh nicht verhandeln konnte. Die Derhandbmg wird heute fortgesetzt, Die Valorisierung von Hypotheken. Zum ersten Avale hat das Zidillandesals B er usun gs g e r i ch t vor wenigen Togen über die Frage foer Valorisierung der Hypothek me ritorisch entschieden und den Parteien im schriftlichen Wage die Entscheidung zugemittelt. Das Latcktesgericht erklärt, daß die Valorisierung im Gesetze nicht begründet erscheint (rat Gegensätze zu der Entschciiidung eines anderen Senates desselben Gerichtes). Es handelt sich um folgenden Fall: Beim Bezirksgerichte Ottakring klagten die Hausbesitzer Rudolf und Anna Trotzberger den Kaufmann Josef Hofmeister anf Löschung des Pfandrechtes betreffend 24.000 Ä. Das Darlehen datiert aus dem Jahre 1911, die ZahlurN erfolgte im Dezember 1922 in Papierkronen, im Ansstemmgsbetrage von 24.000 K. Der Beklagte wendete eiit„ daß die Schuld nicht getilgt sei, da die Tilgung der alten Kronenschuld durch die Zahlung in neuer Wahrung (Papierkronen) nicht erfolgt sei. Der Richter verurteilte den Beklagten, die Loschungsqnittung des einver-lcibten Pfandrechtes zu unterfertögen. Der Berufung des Beklagten wurde vom ZivMandesgerichte keine Folge gegeben uis) das erstrichterliche Urteil bestätigt. Der Gemeinderat als Bahnhosdicb. Der pensionierte Bundesangestellte und ehemalige sozialdemokratische Gemeinderat von Salzburg Jcheff Moritz ist vom Salzburger Schwurgericht wegen einer Reihe seit längerer Zeit hindurch verübter Bahnhofdiebstähle zu drei Jahren schweren Kerkers, seine Frau Marie Moritz wegen Diebstahlsteilnehmung zu acht Monaten einfachen Kerker verurteilt worden. Bom Wohnungsamte zngewiesene Parteien bekommen keinen Haustorschlüffek. Der BuchbindevMhilse Franz Hauser brachte gegen die Besitzerinnen des Haulses, in dom er wohnte, boom Bezirksgerichte -sine Klage anf Ausfcllgnng eines Haustorschlüffels ein, der ihm seit einem Jahre gruMos verweigert werde. Die Beiklagten wendeten ein, die Wohnung sei dem Klüger durch das Wohnungsamt zngewwHn worden, er sei also den Hauseigentümern gegenüber nicht „Mieter", der Hanstovschbüssel sei aber nach dran Gesetze vom Hauseigenttimer nur den „Mietern" ausznfolgeu. Das Bezirksgericht schloß sich dieser Anschauung au und wies die Klage ab. In der Begrünung wurde hsrvorgchvben, daß höchstens das Wohnungsamt, welches die Wohnung angefordert hat, berechtigt wäre, gegenüber dem Hauseigentümer das Recht anf den Haustorschbüssel geltend zu machen, keinesfalls sei aber der vom Wohnungsamt« zugewiesene Mieter legitimiert, den Hcmstorschbüsse'l vom Hauseigentümer zu Vevlangeit. Bei der über die Berufung des Klägers vor dem ZivMandesgerichte stattgehabten Verhandlung würde entschieden, daß wegen U nzuläfsigkei't das Rechtsweges das ganze biHerilge Bevfahreu als Nichtig anfgeihoben und L ic Klage zur ü ckgowiesen werde. In der Bsgvündurtg hob der Vorsitzende hervor, der Kläger nehme den Hanstivrschlüssel nicht auf Grund eines privatrechtlichen Titels, sondern aus einen: öffentlichrechtlichen Dechältms (Anforderung und WohnungszuweMug) in Anspruch, der ordentliche Rechtsweg sei daher ansgöschklofferr. So wre er in den Besitz der Wohnung gelangt ist, könne der Kläger nur durch Vermittlung der Gemeinde zu seinem Rechte auf den Haustorschlüssel gelangen. Die Gemeinde wäre vielleicht in der Lage, als Wohnungsinhaberin das - langen nach dem Haustorschlüssel zu stellen, Volkswirt. Hugo Stdme». Der reichste Mann Deutschlands, der größte Raffke Emm Pas tu einer an Raffern so reichen Zeit ist vom Tode böSjrn* gerafft worden. Der künftige Wirftchaftshistoriker Deutschlands wird den: unseligen Wirken dieses Mamtes für die Nachkriegswirtschaft seines Vaterlandes einen schr großen Raum widmen müsset:. ES kann ruhig behauptet werden, wenn die Währung Dentschlattds zcrtrünnnert, tvctu: die Großindustrie dieses Staates trab ihr Reichtum dem Reparationen fordernden Frankreich ein Dorn im Auge war und eine Berftändignng verhinderte, so ist es nicht zum geringsten dem Wirken dieses, sich teutsch gebärdenden, unsozial und unvölkisch empfindenden Mannes zu verdanket:. Wie auf der Walstatt die Aasgeier die Reste der verbluteten Menschenleiber verschlingen, so hat er die Trüumter der Wirtschaft Deutschlands wie ein Mtwarenhändler znsammengerafft, hat möglichst viele Unternehmungen in seinen Händen vereinigt, hat den Reichtum, ärger wie ein Schieber, innner stärker anwachsen laffen und dabei sich ans sein nationales Gefühl berufen. Die Neuzeit ketmt Wirtschastsmagrtaten wie Morgan, Rockeseller, Banderbilts, Harryman und andere. Es waren dies Leute, die mit eiserner Energie, weit ausschauendam Blicke und tüchtigen: Äaufmannsgeiste begäbt, sich zu den Wirft'chaftsimperialistet: der Neuzeit aufgerafft habem Jeder vor: ihnen hat nur in eitrem eittzelnen Gebiete sein großes Reich geschaffen. Harryman wurde EffenbcchtUönig, Rockefeller fft der Vater des Petroleumtrusts, Morgan hat ein gewaltiges Bankengebilde geschaffen. Doch Stinnes hat in seinem Raffen kein System gekannt. Kohle und Erze, Schiffe und Elektrizitätswerke, Handelsgesellschaften und Petrolenmgrulben hat er znsammengerafft. Er hat sich tücht eimnal auf ein einziges L«ü beschränkt. Wo die Gelegenheit war, dorchin streckte er seine Fangarme aus. Nach Hollattd und Schweden, nach Rnstland und dem Balkatt, nach Portugal und Bolivien, »ach Palästina und Rumänien. Ueberall hat er Unternehmungen ansgekauft. Nach allen möglichen nnd unuwglichen europäischen und Ueberseestaateu hat er seine Fangarme ausgeftreckt. Es war nichts Großzügiges in diesen Gründungen von Tochterunternehmungen nnd Nied-erlassungm, in diesem Auskauf von EwMffoments. Wie ein AlteisenwarenhäMer nicht darauf sicht, ob er Lokomotiven oder Schaufeln, verrostete Blechdcsen oder attsgeschoffene Granaten in seinen Lagern anshäuft, >so hat StiMes regellos, ohne jeden weffsichtiigon Gedanken:, nur möglichst viel errwfft. Es ist rticht tvahr, wem: behauptet wird, daß er all diese verzUreigte-n Untertrehtunngen verwalten konnte. Im Gegenteil, er hat ziemlich stümperhaft sich Lei all diesem benommen, wie ein Greisler, >der in enrem Großkaushaus nicht aus jutfc ein weiß. Alle diese auÄÄütischen Unternchmnngen hat er doch nur dazu geschaffen, um die aus der deutschen Jnffiation zusammengerafften Gelder und Vermögen nach dem Auslände zu verschleppen. Er, der Deuftchtrationale, deffen Partei nicht gmujg über die jüdischen Schieber Haß und Unflat ansgießen konnte, er war der größte Schieber der Welt, er, der einen große» Teil des deutschen Reichtums nach dein Auslande geschmwggM hat. Allerdings, schmugAel« haben die Stinwes-Lente seit jeher verstanden. War doch schon vor hundert Jahren ein Bruder des Großvaters des Stinnes ein berüchtigter Schmuggler Nordostdeutschilands. Und was die Men im klenven getan, das hat der Großneffe im modernen Stille durchgesAhrt. So hat er den Reichtum des deutschen Volkes verringert, doch zur persönlichen Bereicherung alles boiKetragen. Wenn itmt in den ReparatiimsverhandknnMN von deutscher Seite ünmer darauf hinwies, Deutschland ftnnc nicht zahlen, sein Volk sei verarmt, der Staatssäckel sei leer, wurde von franzosffcher Seite jederzeit nur das eine Schlagwort entgogengchalten: Stinnes. Nnd niemand kann die Berechtigung des Vorwurfes versagen, daß die deutsche Regierung cs zuge- 'lassen hat, daß dieser Mann so gewaltige Reichtmner in seiner Hand vereinigt hat. Sie hat es zngelassen, daß er der deutschen Mark das Grab gegvabet: und damit eine UtHckhl deutscher Existenzen, die an der Jnftatim: zugrunde Mgmrget:. vertrichtet hat. Wurde es doch Stinnes öffentlich vovgeworfen, daß <r cö war, der in den kritischesten Zeiten, als die Reichsbatrk chr Gold zur Stützung der Mark verwendete, unter bet« Bortvande, für die Ruhritwnstrie Devisezu verlo-^aen. muner mchr Devisen aus Deutschland hevauszog und sie ftn ncc ausländischen Unternehmungen verwendete. Stinnes war mchr als reich. Er hat durch sein Raffen den Reichtum der amerikanischen Multimillionäre übertragen. Nnd doch hat er für WoMtätigkeit tn:r wenig übrilg gchabt. Er, der sich mit seinem deutschm Natiotralismus gebrüstet und den extremen illationalisnms gefordert hat, er, der angeblich aus vaterländischen Interessen regelmäßig gegen eine Verständigung Deutschlands mit Frankreich war, dieser Mann hat einmal, als man ihn ftagte, für wen er die großen Reichtmner sammle, wie ein kleiner Biedermann geantwortet: „Für meine Frau und meine Kinder." Der kleinste deutsche Spießer könnte nicht anders antwortet:. . . Und Stinnes war ein Spießer in seiner gange:: wipt- [ schaftlichen Denkart. Er hat die Eigentümlichkeiten des