Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 1852 (11.4.1924)
- Date
- 1924-04-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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&t. 18R9 Mm, ftwtinfl /eilte. Der $ e t c i u v e i j e u fo o r K u u f l e u1 c biwm eitet den Deratuugeu des Fronldc.iivcr!vbr>a>iÄschusseü bisher urcf;t zugezogen. Es scheint in den Intentionen -er Regiemng gÄegvn zu sein, den Kreis der Teilnehmer m^kichst eng zu zuchen und sich vornchmlich auf die Spitzenikörperschwften von Handel, Gszoertbe und Industrie zu beischränken. Dam gegenüber müsse jedoch der Verein reisender Kuduslcule mit alfcmt SiadförucÜ Ibekwit, daß die Pflege ldrs Reise, und .Fvemdonvevkehres eine seiner wichtigsten Svesialaußgaben bildet und das; daher der Großteil der am Reise-- uud Frcmdenverkchr intcrcssverten kommerziellen und industriellen Kreise dein Verein «Len wogen dieser Zwecke als Mitglieder angehören. AuS diesen Gründen richtet der Verein reisender Kaufleute an das HcrndelSulinisterimn die Bitte, nur Zuziehung zu den Beratungen d'cs Jremdenverk e h x § a u 8'] d) u f f d §. * Die Geslügelhandler gegen die Marktgebiihrenerhöhung. Die Genossenschaft der Wiödprci und GeslügÄ- Händler hielt vorgestern im altem Rachauso i-hve Generali- Versammlung ah bei der unter anderem auch zur geplanten neuerlichen Erhöhung der MarktgeÄchren — um das Sechsfache Stellung genommen wunde. Die Ge.u-osseuschaft wird neuerlich mit schärfstem Protest -bei Den maßgebenden Wktoron der Gemeinde vorsprechen. Ferner wurde der Antrag gestellt und auch anwnaiiFmeu, die AtarrOehärtde fei äufzusordern, ein Verbot zu erlassen, Geflügel, ausgenoi-nnen Gänse und Enten, mit Gedärmen zu vevkaufeu. * Welche Bezüge vo« Familienaugehorigru sind fürsorgeabgabepflichtig? Nach einer Entscheidung der Besch'.vevdeklmimission Wien sind Fam-ilienangchörige daun fürsorgealM-bepflichtig. wenn sie 1. als vollwertige Arbeitskraft, also nicht bloß nebenberuflich etwa in freien Stunden im Betriebe verwendet werden, und 2. wenn die-Entlohnung für d i c im Betriebe geleistete Arbeit erfolgt und nicht in -der Hauptsache nnr^ aus Titel der Alimentation geleitet wird, und 3. wenn diese Entlcchnuwg auch bezüglich ihrer Hohe der o r t sü blich <e n Entlohnung anderer Angestellter entspricht. Es sind daher die im Betriebe tätigen Eltern und Großeltern des Arbeitsgebers, die Gattin (Gatte), seine Kinder (eheliche, uneheliche, Wahlkinder), Kindcskiuder krawkenv-crsicherüngsfrei, die Gattin (Gatte) und die Kinder auch pensionsvevsiche-- rungssvei. Etwa aus früherer Zeit irrtümlich bestehende Annielbuugeu Dieser Personen bei den sozialen Versicheruuasinstituten 'können unter Berufung aaef diese gesetzliche Bestimmung jederzeit storniert werden. * Die Bisamratte. Im niederösterreichischen Landtage wurde in einem Anträge auf die erschreckende Vermehrung der Bilsclimratte namentlich im Viertel unter dem Manhartsberg verwiesen, wodurch besonders die Kinder, die Diesen Tieren gegenüber fast wehrlos sind, aber auch Bahndämme und Uferschutz-bauten gefährdet werden, und rasche Alchilfe verlangt. * Tödliche Fleischvergiftungen in einem Misiionshause. Im Mödling er Missionshaus zu St. Gabriel traten von Sonntag auf Montag Massener-krankungen aus. Von den 600 Missionären erkrankten plötzlich 150 unter Anzeichen schwerer Vergiftungen. Die Aersic stellten fest, daß es sich allem Anscheine nach nm Fleiilck'.- nW W"rsiver'>'''vin^en haM«. In den meisten Fällen waren die Erkriankmrgen leichtere^ Natur, doch sind auch drei Todesopfer zu vcxzcichneni * Gesucht. Die Organisation der Eisenbahn-, Post- und Telegraphenarbeiter in Palästina sucht, wie aus einer an uns gerichteten Zuschrift hevvo-vgcht, Herrn Nikolaus Starck aus Ungarn, welcher durch etwa zwei Jahre bei der Eisenbahngefellschuft in Haifa als Kupferschmied gearbeitet hat. Im Februar 1923 ist er zum Zwecke einer Operation nach Wien abgereist. Bekannte oder Verwandte des Herrn Starck werden geibeten, seine Adresse an die Hiffadrnch Poales Harakeiweth, Haifa P. O. B. 308, Palästina, beikanntzngebon. * Der Lenchtbrunnen zu Ostern in Betrieb. Bürgermeister Karl Sertz hat genehmigt, daß der Lenchtbrunnen amt Ostersonntag und Ostermontag von 8 bis 10 Uhr abends zugunsten der Kinderrettungswochr im Betrieb gesetzt wird. Für, die Besichtigung wird ein Betrag von MX)" K. für die Person zugunsten des IugeüdhiilfKwerkes eingchoben. * Lokalfahrten Melk—Krems—Melk. In der gestrigen Sitzung des n'.cderösderreichischen Landtagez teilte Landeshauptmann B u r e s ch mit, daß die Lokaffahrten Mckk—Krems —Melk am 13. d. ausgenommen werden. Der tägliche Postschiffverkchr soll am 15. Mai beginnen, der Stationsgüterdienst am 11. d. Die Abfahrt von Wien wird am 1., 11. und 21. jedes Monats stattsirvdeu. * Zirkus Hagenbeck. Die Wohltätigkertsvorstellung. die heute zugunsten des Spitals der Barmherzigen Brüder im Zirkus Hagonbeck stattfindet, verspricht butd) das reichhaltige Programm, das Flügelhorusolo im Lölvenkäfig durch Pros. Dr. Max S o ch a r i c, die Elefantenvorführung durch Baron v. Nedwitz, Gisela Werbezirk, Mrrgrit Brion, Frau Ioft'sine Fischer von der Volksoper. Herrn Otto Glaser und Frau vom Komödienhcrus, Tuvl Wiener und den Nestor der Clowns des alten Zirkus Renz, Lavater Lee, rnr Verein mit den Zirkusartisten einen Unterhaltungsabend mit einer Elchen Fülle, tvelche selten geboten wurde. AustrMe aus dem Judentum. Dr. Josef Ludwig R a a b e, geb. 23. Dezember 1877, Lemrcrg, Rechtsanwalt, 1. Bez., Tuchlaubeu 7. Jakob Stein- 1) (nie r, geb. 16. Dezember 1868, Zagrabela. Platzvertreter, ('». Bez.,'Bürgerspitalgaffe 13. Helene Taub. geb. 31. Juli 1905, Wien, Private, 2. Be?., Novaragasse 40. Rest Werner, geb. 3. Oktober 1891, Szobotist, Hausbesorgerin, 1. Bez., Passauervlatz 3. Stepban Werner, geb. 1. August 1898, 1. Bez., Passciuerplatz 3. Adolf Singer, geb. 2. Dezember 1883, Wien, Donkbeamter, 4. Bez., Floragasse 6. Berta Freak geb. Weiler, aed. 28. März 1883, Wien, 20. Be»., Passettistraße 16. Therese Pa l l o 8, geb. 6. Jänner 1885, Wien, 2. Aez., .Kleine Pfarr-- gasse 9. Jakob Leiumüller, geb. 5. Mai 1889, Wie«, 20. Bez., Salzachstraße 46. Friedrich Leiumüller, geb. 11 Oktober 1917, Wien. 20. Bez., Salzachstraße 46. Edith Lein m alle r, geb. 12. März 1919, Wien, 20. Bez., Salzachstraße 46. Louise Gerstel, geb. 27. August 1692, Wien, 4. Bez., Rechte Wiemeile 19. Oskar W i n t e r n i tz, geb. 17. Dezember 1896, Wien, Beamter, 20. Bez.. Treustraße 40. Rosalia W o h l f e l L, geb. 4. April 1898, Wien. 13. Bez., Hollergasse 40. Josef Hendl, geb. 20. Dtärz 1904, Wien, Zahn- Lechmker, 20. Bez., Pappenheimgasse 60. Herwig R e i ch n e r, geb. 19. Oktober 1905, Wien, Schülerin, 20. Bez., Dresdnerstraße 46. Rudolf Friedrich Troll, geb. 16. Juni 1916, Wien, Schüler, 4. Bez., Beldederegasie 10. Egon Rosenberger, geb. 3. Oktober 1873, Wien, 2. Bez., Obere Donaustraße 37. Geza Weiß, geb. 15. Februar 1877, Budapest, 20. Bez., Hannovergasse 83. Max Weiß, geb. 34.Dezember 1885, Urmeny, Borreiter, 20. Bez., Dresdnerstraße 60. Emannel Fleischnvr, geb. 13. Juni 1896, Brünn. Schildermaler, 20. Dez., Traunfels-- gasse, 5. Marie Berger, aeb. 22. Mai 1809, Ezernowitz, Artistin, 4. Bez., Starhemberggasse 4. Wiener: Morften^Uttnq.. , * Tnirzniftirrrt Hermann Braun. 14. Pez., Reindrrsaasse 42. ^_ (En tgeltlich.) Bereiue, Bortriige und Detsammlungen. B « k o w i u a e t Z e n t r a l v e r b a n d. Sonntag «m 8 Uhr früh im Hotel Stephanie, 2. Dez., Taborstr.iße 12, Mcmattzversammlimg. Ausspeistkarten für <^cureinschottskiichen cu Bedürftige. T e ch n t s ch e s M u s e u m. Morgen SamSlag »m 3 Uhr nachmittags FührnngSvortrag von Kustos Dr. Ing. F. Sedlacek: Die Harzgewinnung und ---Verarbeitung. — EorlNtag den 18. d. um 10 llhr vormittags im großen Hörsaat Lichtbilder- und DemonstrctionSvortrag von Pros. Dr. G. Schwaiger: DaS Senden und Empfangen der Radiotelephonie. — Mittwoch den 16. d. von 9 bis 12 Nhr Schulbesuchstag. (Geöffnet: Erdgeschoß.) » .rvoxa' -MittelstauösKüche. Wie alljährlich, finden auch in diesem Jahre Freitag den 18. und Samstag den 19. d. in den beiden Äüchen, 1. Bez., Olriechengasie 8, und Große Sperlgasse 31. Sederabende statt. Ein reichliches Dtenü, bestehend aus fünf Gängen, wird zum Preise von 12.800 K.. für Gäste der Amerikanisch-österreichischen Mittelstandshilfe 8500 $t., abgegeben. Ueberdies wird wie alliährlich auch in diesem Jahre ein Pesiachadonnement eingeführt nnd betrögt der MenüvreiS für das ^-Menü 8000 K. (für Gäste der A. R. A. 5500 K.), 8°Menü 12.000 St. (für Gäste btt A. R. A. 10.500 «.). Anmeldungen bei den Küchenlcitern oder an der Küchenkasse. Einzahlungen flir die Sederabende als auch für das Osterabonnement Sonntag den 13., Montag den 14. und Dienstag den 15. d. Bühne und Kunst. Pelotzs' Brautwerbung. Erstaufführung in der Volksoper. "iMelodram ist der erste Teil der musiLdramatischeu Trilogie „Hippod ainmcio", welche der tschechische Dichter Jaroslav Brchlicky geschaffen und der tschechischnationale K-omPonist Zdenko Fr bi ch melodramatisch für Orchester untermalt hat. Die Handlung reicht in die dunkle Vorzeit, vor dem trojanischen Kriege zurück, in der Merrschen unter dem Zwange eines dunklen Orakels vergebens gegen ihr Schicksal anrennen. Der Griechensürst Pelops, ein Vorfahre der sagenhaften Atriden, begehrt Hippodammcia, die Tochter des Barbarenkönigs Oinomaos, der bisher alle Freier im Wageurennen besiegt unfe ihre Köpfe auf der Stadtmauer gespießt hat, zur Frau. Durch eine List der ihn liebenden Hippodammeia, welche den königlichen Wagenlenker Mhrtillos besticht, bleibt Pelops nn Turniere Sieger, Oinomaos fällt und Pelops räumt den ihm lästigen Myrtillos aus dem Wege. So zeugt eine Muridat die andere, wie es spater bei den Atriden in Schwang war. Hippi.'idammeia, halb Mythengestolt, halb modernes Weibchen, küßt des Nachts die Köpfe der getöteten Freier, ohne noch von Salome und Richard Strauß etwas zu ahnen. Kommt doch die Musik des im Jahre 1900 verstorbenen Tondichters Fibich über Wagner nicht hinaus, wohl aber immer und überall aus ihn zurück. Neben Wagnerliefert sie auch fleißig Smetana-Reminiszenzen, wie etwa im dritten Akt beim Einzug und Abgang des Königs frei nach Dalrbor, daneben begegnet man geschlossenen R-ummern, die — auch ohne Singstimme — richtig veropert sind und stimmungsvoll weicher, slawischer Lyrik, doch kaum irgendwelchen Stellen, in denen Fibichs Mnsikerprvfil schärfer hervortritt. Das Melodram, diese psycho-. logisch sonderbare Verbindung von Musik und Sprache, war übrigens wiederholt Fibichs besondere Liebhaberei, ohne daß er damit einen künstlerischen Fortschritt erzielen konnte. Im Rahmen einer Oper mag ja das Melodram gelegentlich aus kurze Zeit willkommenen Kontrast und Abwechslung bieten, doch wenn Pelops' melodramatische Brautwerbung vier Akte und zweieinhalb Stunden lang währt, so vermag man die Notwendigkeit dieser Dauersitzung nicht recht einznsehen. Wozu überhaupt diese Preunere, da doch die meisten tschechischen Opern, deren Einstudierung dringender nnd lohnender wäre, im Spielplan der Wiener Opernhäuser schlen. Im Nahmen der von der sozialdemokratischen Kunststelle veranstalteten Aufführung schuf Herr Marr mit seinem markig wuchtigen Oinomaos eine prachtvoll kernige Gestalt, Herr O n n o sprach mit. modulationsreichem, melodischem Organ den Pelops, Frau Maria Gnttmann, zu stark im Oberflächlichem besangen, blieb der Hippodammeia das Zwitterhafte ihrer Weibchenseele schuldig. Das Ensemble, dem auch die Herren S o l t a u und S t r ö h m angchörten, zeigte im Zusanrmengehen mit dem von Herrn Leo Kraus geleiteten Orchester beträchtliche Zlnpassrmg, Reiurtv Mordo als Dpiclleiter bentirhte sich, zwischen den griechischen und skythischen Gesbalten der Heroenzeit, zwischen tschechischer Musik itnö Wiener Statisten einen erträglichen szenischen Ausgleich hcrzultellcn. Erwin Felder. Retuhllrdt-Bghne. ..Kabale und Liebe^' im Josefstadter Theairr. Welch blutvolles, rebellisches Stück! Mehr als volltoertiger Ersatz für alle Bühnendrameu, deren Aufffchrung die Zechur der'jeweilig horvschenden Klaffe unlo Kaste arcs Gründen der Raß'on untersagte. »Heute statt „DK Weber" (oder statt.,Hinfeuuum") das bürgerliche Trauerspiel „Kabale und Liebe" von Friedrich v. Schiller", hätten di< betroffenen ThoaterdiMtoren von viust >nvd jetzt echftchieren nrüfsen. Ms gelte cs, das Wenk eme» 'Dieueti, von dessen Sc'wdimg sie überzeugt smd. in die Hergeil zu hämmern, sprÄttn die Künstler Reinhardt» urch dar Abend wüv herrlich. (lluLrsindlich nur, toariuu ReiniharDt den letzten Auftritt des MusitUZ Miller amputierte, die Szerw, in welcher der Alte dom stcübenden Major die Geldkatze hinwirft.) Einer, mn den sich die Jugend scharen uwge, ist Paul Hartman«. Heller starker WoihMang der Stämme., adeliges Wesen, mitreißende Gtnpörung über Unrecht wnd Bauzeit. heWgar Uaberschwang. — Helrnü Thimig har cs schwer nciberr diesem Srrchldrrden. Ihrer Luisc Milleriu schlen. di« .äußeren Mittel. Es sthtt tvcch: auch die Kraft, einer Mll- . 11. Aprit im sond cm gegen puvcn'n nutz zu siegen. Anuru: Seele möd die Gü've, aus inni.N'tvm GMhl sagen zu können, was $u sage» ihr ausigcttageu ist, umchen das Manko wett. UtÄ> als Dulderin. mir grukigler Stirn gewichtslos über die Szene chlvcb'.'wd, ist sie vorchrungtzwürdig. Der alte MarsAuS MNer ist Hugo Thi-niig, sairro berühmten drei Kinder N'.n.) irm ein ansehirliches Stück übcrraMvd. Im urwüchsigen Hunwr, in der-Knust, plastisch ,yu anstÄren nutz vor allem in semer un-> vergleichlickcn Mste surmruer lächelnder Liebe. Meisterlich sein Duett mit dem fUixettbcu Golde, bas im letzten Akt über chttit armseligen Tisch hirÄollcrt. Kamrpf niedriger Instinkte des Klcinbj'nyers mir Manneswürde und Baterstotz, das Durchbrechen naiver, uuschuLdvger Freuide uu.l> die Sänftignug aller DadenÄen durch das rasche Heryählen der Dcugc, die er dem fleiikfcieu Kinde kaufen will — diese EwffchlWcvla wird in kurzer Mirmte unveigkioichlich albsolviert. — Ein KÄbmettstück die Lady Mffoid Maria Fe ins. Die Tragödin von höchster Kultur kann die ^Krücke des Stimmaustvandes entbehren und die wu:Ä»evpollc Akilstik des Joft-sstädter Theaters gestattet ihr \tm gcdämp-sissten Tone, welche die erschütterndsten sind. Gustav Wai>dau mimt einen Hosschranrzen mit ArterienoerkMung und von Possierlichster Eigenart. Gin Kapitel für sich Haltung und bevedte Ausdruckslositzkett der Avme »nd Hände. Elfe Lehmann (man muß st« in der ersten Szene über den Kasfvetopf sichen), Rudolf Förster und Fritz K o r t n e r, der den Wurnr als einen Enterbten spielt, der das Anrecht hat, böse zu sein, woil er von der Liebe ausgeschlossen ward, ergänzen das wirklich evsMasiige Ensemble. Und Maz Reinhardt hat sich die Gpösode des Bedienten vorbchalten, dessen Anklage gegen Herrscherwillvür und Menschenerniedrigung wuchtiger wirkt, als hundert Redolutionsdramen. Er spielte und sprach, daß Reinhardt, der Spielleiter, zufrieden sein konnte. Das Publikum war begeistert. O. A. Die Seneralversammlung des NShnenverelne«. Gestern faub die Generalversammlung der Delegierten des Oesterrcichischen BühnenveremeS statt, zu der auch Delegierte ausländischer Organisationen erschienen waren. Nach den Begrüßungen erstattete Präsident Stärk den Rechenschaftsbericht. Er führte aus, daß allem Anschein nach die Schauspieler vor schweren Kämpfen stünden. Viele Bühnen, besonders die Operettentheater, haben große Defizite, Die Lustbarkeitssteuer im jetzigen Ausmaß könne von den Theatern nicht getragen werden. Redner wendete sich dann gegen das Starunwesen und führte aus, daß dieses unverweigerlich zmn Niedergang Wiens als Knnstzentrum führen muffe. Das Referat hob sodann die ungünstige wirtschaftliche Lage der Schauspieler hervor; 86 Prozent der Bühnenangestellten in Wien besitzen nur die Mindestgage von 1,700.000 St, in der Provinz, zmn Beispiel in Graz, nur 1,200.000 Ä. An den Staatstheatern liegen die Verhältmffe noch traumger. So bekommt der prominenteste Schauspieler am Burgcheater eine Gage von 6,000.000 St. Noch schlechter sicht es an der Oper. Die Zustände im Ballett erheischen baldigste Abhilfe. Die Prnmaballerina echAt eine Monatsgage von 6.1 Millionen, der erste Solotänzer 4,9, die Koryphäen und der Chortänzer 1,9 und die Chortänzerinnen 1,7 Millionen Kronen. Hierzu' kommt ein Spielhonorar in der Höhe von 8000 bis 10.000 K. DcKei ist zu bemerken, daß der jetzt bevorzugte trikotlose Tanz die Tänzerinnen pw Abend eine Schachtel Puder zum Preise von 20.000 K. kostet. Am Schluffe seiner Ausführungen kündigte Stärk den Bundestheatern den Beginn einer neuen Lohnbewegung an. Der Anwalt des Dähnenvereines, Herr Dr. Herbert F n r st, gab einen längeren Bericht über die Tätigkeit des Rechtsschutzbureaus. Er üble heftige Kritik an dem Mhnenschiedsgericht. Fast alle dem Bühnenschiedsgericht vorgelogten Rollenstreitigkeiten werden abgewiesen. Man müffe die Frage aufwerfer:, ob die Dühuenangestellten ein Jntereffe daran haben, daß dieses Buhneuschiedsgericht weiter bestcht. Aus dem Rechenschaftsbericht ergibt sich ein Uebevschuß von 233 Millimen Kronen. Ein Antrag des Vorstandes des Bschirendereines gcht dahin, 200 Millionen Krone» dem Widerstandsfonds zu überweisen. In der Nachmittag-sitzung wurden c me Reihe von Anträgen, die zumeist von Lokalverbänden aus Graz, Linz ntf Klageirsurt eingebracht wurden, erledigt. Die Verhandlungen.werden heute sorlgesetzt. Auguste Hauschuer gestorben. In der Nacht aus a-'ü ' - ' ist in Berlin die Romanschriftstellerin Auguste H a u s ch n e r im 73. Lebensjahre gestorben.' Sie war in Prag geboren n\t> ist vor etwa 15 Jahren durch den jüdischen Roman „Die Familie Lowositz" bekarmt geworden. Die Arbeit für das Palästina-Theater. 20 Mitglieder des palästinensischen hebräffchen Theaters weilen gegenwärtig zu Studienzwecken in Berlin, um den Unterricht saä-vcrjtändigcr Lehrer zu genießen. An der Spitze dieser Gruppe siebt M. G n e s s r u, einer der Schöpfer der Moskauer H a b i m a h, ein Schüler von Stanislawski uird Wochtingow. Stmrmuuter richt gibt Pros. Daniel, Plastik und Tanzunterricht Jutta Klampf, und W. Jabot in ski lehrt richtige Aussprache des Hebräischen. Zahlreiche Schriftsteller und Bühnenkünstler, darunter der berühmte Regisseur des Staatscheatertz L. I c ßn e r bringen dem Palästina-Theater großes Interesse entgegen. Richard Strauß und Felix Weingartner in Berlin. Richard Strauß dirigierte in der B e r t in e t Philharmonie feine Tondichtungen „Also sprach Zarathustra" nnb sc me „Symphonia bomcftica^ und wurde vom. Publikum entimsiastisch gefeiert. — Felix Weingartner wird im Mai als Gastdirigent am B e r l: n e r Deutschen Opernhaus einige Aufführungen der Opern „Die Meistersinger", „Tristan". „Der Ring der Nibelungen" und anderer Werke leiten. Bernhard SchriftLrü' kölnische. Oper „Der Dieb des Glücks", die irr Wiesbaden ihre erfolgreiche Nwnfföhrnng r.r; 'lebte, ist für die nächste Spielzeit vom Opernhaus in Franki furt a. M. und vom Stadtthoater in Düsseldorf zur Ansi ffchnmg angenommen worden.