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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-10 · Heft 1851 (10.4.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1851 (10.4.1924)
Date
1924-04-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Mt« Men, Ns rmtzicÄW Moderne Waschtische u. Klosette GEBRÜDER MEDEK III. Ungargasse 47 Tftl«phone 1959,1040, 76197 5011 Polen gegen Litauen. Warschau, 9. April. (P. T. A.) Der Sejm hat einen Dringltchkeit-antrag de» Abg. D e in b 8 k i betreffend die Ergreifung von Maßregeln -ege« die Fortdauer der KriegSdrohunge» seiten- Litauen- und gegen die Beschränkung der bürgerlichen Freiheiten derpolnischen Bevölkerung Litauens ang e « o m m e «. Weiterhat der Sejm die Gesetzentwürfe betreffend die Arbeit der Frauen nnd Minder, jährigen sowie betreffend die Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht auf Ober- ' ch l e f i e n in dritter Lesung angenommen. Horthtzr Juden. Rothschild, Laszlo, Kahn und Strakosch. In der heute erscheinenden Ausgabe der „Neuen Wirtschaft" bestätigt der gewesene ungarische Fmanzminifter Dr. Paul Szende alles, was die „Wr. Morgenzeitung" seit dem Bestände des christlichnationalen Pogrornkmfes über die Verbindungen zwischen Horthh und der jüdischasirmilierten Hochfinanz gesagt hat. Wir entnehmen dem Artikel die folgende Stelle, hie als Mitteilung eines Wissenden für zukünftige Ableugmmgen von hohem Wert ist. «Söet toxnxrt die Gönner, die die ungarische Anleihe tus der Taufe gehoben haben? dieses Verdienst gebührt in erster Reihe den Londoner Rothschilds, die mit imermMichem Eifer und loTenswerier Objektivität Horthh znm Gelbe verhalftn. Es Hai großes Aufsehen erregt, daß der englische König den Grafen B e 1 h l e n während der Anleiheverhandlumgen in Audienz empfing. Nur die Eingeweihten wissen, daß diese Audienz bind) den Maler Philipp Laszlo (einen getauften Juden), der am enHrschen Hofe persona grata ist, erwirkt wurde. Ter Fichrer »des amerikanischen Anleihekonzevns ist der Bankier Kahn, auch kein Arier. Ter Chef der VolkerbuuddeLcga Hon in Budapest war Sir Henry Ftrakosch, der aus dem Samerungsplan sämtliche Bestimmungen nusmerzte, die geeignet gewesen wären, das bestehende Regierungssystem zu erschüttern. Wahrend Oesterreich verpflichtet wurde, -IW.000 staatliche Angestellte zu entlassen, verlangt der liebenswürdige Herr Strakosch in Ungarn, wo die Anzahl der Staatsbeamten nicht kleiner als in Oesterreich ist, mrr die Entlassung von 15.000 Personen. Die große Majorität der ungarischen Staatsbeamten gehört zu den Erwachenden Ungarn, <tlt ihnen darf nicht gerüttelt werden. Mit derselben Freigiebigkeit und Objektivität gestattete Herr Strakosch, daß die militärischen Ausgaben in der Sanierungsperiode auf das Vierfache des jetzigen Betrages erhöht werden können. Die Horthysche Armee ist die Sammelstelle aller Pogromaktionen. Es -klirqgt paradox und dennoch ist es wahr: es besteht eine internationale Verschwörung der jüdischen Hochfinanz zur Verlängerung der Lebensdauer der ungarischen Pogromregienmg." Zeremlah Smith. Paris, 9. April. „New Jork Herold", der Einzelheiten über den dam Völkerbund bestellten Generalkommissor für Ungarn, Jeremiah Smith aus Boston, bringt, teilt mit, dieser stehe mit zahlreichen Finanzhaufern Amerikas in Beziehungen und habe an der Organisation des chinesischen Anleihekonsortiums und an der Regelung der mexikanischen Staatsschuld terlgenormnen. Smith sei auch Mitglied der amerikanischen Friedensdelegation geweseü, wo erals Sachverständiger des Schatzamtes fungierte. Smith war Schüler der Harvard-Universität und betätigte sich zuletzt als Finanzadvokat in Boston. Smith reist in der nächsten Woche aus Amerika ab und wird sein Amt in Budapest unmittelbar nach Ostern antreten. Er wird nicht nur die Pfänder für die Anleihe von 250 Millionen Goldkronen kontrollieren, sondern auch die Ausgabe der Anleihe selbst überwachen. Erste Beratung dev Sanierungsvovlagen. Budapest, 9. April. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Die Nationalversammlung beriet heute in zehnstündiger Sitzung zum ersten Male die Sanierungsvorlagen. Abg. Lukacz (Regierungspartei) sprach für die Vorlagen und bezeichnete das Äblehnen derselben als den Sturz Bethlens. Abg. Payer (Sozialdemokrat) erklärte, daß die Sozialdemokraten gegen die Vorlagen stimmen werden, da sie auf dem Trianoner - Vertrage basieren, den die Partei ablehne. Hellas erhält acht Tage Gefängnis. Budapest, 9. April. Ivan H e j j a s und der Advokat E 5 t v ö s wuvden wegen Vergehens gegen das Duell- Verbot zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. Die UXbtu hoben vm AaxffchrH he* ckkxafc «strcht. Wiener MoratnzeNuM. ~*"*' M* Die HstmeWfche WlMm-Woche. Bom 4. bis 11. Mai 1834. limii ^piiyii.rwrr H Die Vorarbeiten für diese gemeinsame Aktion des P a l ä st i n a - A u f b a u f o n d s (Keren H a j e s s o d) und des Jüdischen N a t i o n a l f o n d S (Keren K a j c m c t h) sind ist vollem Zuge. Eine große Zahl freiwilliger Mitarbeiter hat sich im Bureau des Keren Hajessod (1. Bez., Bauernmarkt 21) bereits gemeldet. Durch Versammlungen, Vorführung des neuen, überaus wirksamen P a l ä st i n a - F i l m s und Aufrufe wird die Aufmerksamkeit der breiten jüdischen Oeffentlichkeit auf diese großzügige Aktion hingelenkt. Es muß durch zielbewußie Anstrengung aller Palästina-Freunde erreicht werden, daß nach dem 11. Mai d. I. die österreichische Judenschast mit ihren Leistungen fiir das jüdische Palästina nicht so beschämenweit hinttt den Inden der meisten Länder zuriicksteht. tuäämuAuä Am dem Ratisnalrat. Der Nationalrat hat ftir die noch vor Ostern stattfindenben Haussitznngen auch einen Bericht betreffend die Pachtverhältnisse von Schrebergärten, ferner zwei vom Ausschuß für soziale Verwaltung beschlossene Gesetzentwürfe, und zwar die 14. Novelle zum Unfallversicherungsgesetz und das Gesetz betreffend Erhöhung dep Zuschüsse zu den Provisionen der Bergwcrksbruderladen, in Aussicht genommen. Diese in den Ausschüssen fertiggestellten Vorlagen werden noch vor Ostern auf die Tagesordnung, und zwar der F r e i t a g s s i tz u n g, gestellt werden. Beide Gesetze wurden gestern vom Ausschuß für soziale Verwaltung angenommen. Tie Handelsverttogsverhandlmrgen mit der Lfchrcho-S»Makei. Der Leiter der tfchecho-slowakifchen Delegation bei den v stc rrei chiff chff che cho-slwrakff cheu .HaudeLsvertraigsverhandluugen, Sektionschef Dvoracek, ist Dienstag zur Berichterstattung in Prag eingetroffen. Er hat sich gestern nach Wien zurück begeben, worauf die VerhaMungen bis Ende dieser Woche weiterigeftihrt und sodann unterbrochen werden sollen, um nach den Osterferien in Prag wieder «mfgenommen zu werden. In der gestrigen Sitzung des niederösterreichischen Landtages lag eine Anfrage der christlichsogialen Abgeordneten Pflug und Genossen betreffend die Beschlagnahme von Waffen im Keller der Volks- und Bürgerschule in V ö s l a u, ferner betreffend die Beschlagnahme von Waffentransporten in Baden und Leobersdorf vor, die in jüngster Zeit erfolgten. In der Anfrage wird ausgeführt, daß diese Waffen für die sozialdemokratischen Ordnerwehren bestimmt waren, nnd daß in Leobersdorf Versammlungen der sozialdemokratischen Ordnerwehr statifanden, in denen heftig gegen die Beschlagnahme der Waffen protestiert und gegen die bürgerliche Bevölkerung demonstriert wurde. Die Anfragesteller richten än den Landeshauptmann die Bitte, nicht nur die vorliegenden Fälle aufdas strengste untersuchen zu lassen, sondern die ihm unterstehenden Sicherheitsorgane auch anzuweisen, die Angelegenheit auch weiters zu verfolgen, da zu befürchten sei, daß diese Waffenlager nicht die einzigen seien. Der Landtag beschloß ein neues Lehrer dien stgesetz, das die Rechtsverhältnisse des Lchrerstandes qn den öffentlichen Volks- und Bürgerschulen nach ziemlich modernen Grundsätzen regelt, ferner eiy Gesetz über die erhöhte Entlohnung für die Erteilung -des Religionsunterrichtes. Wien — Verhandlungsort. Warschau, 9. April. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitnng".) Me polnische Regierung hat beschlossen, im Sinne des Wunsches des Bölkerbundrates die Vermittlung Ka e k e n b e e k s, des Vorsitzenden -des oberschlesischen Schiedsgerichts, bei den deutsch-polnischem Verhandlungen an zunehmen. Der Schiedsspruch Kaekenbeeks muß bis 1, Juni gefällt werden. Ass Perhandlungsort für die polnisch-deutschen Besprechungen über die A ns i e d l e r s r a g e, die O p t i o n H f r a g e und die Rechtsstellung der Geburtspolen ist Wien in Aussicht geuommen. ""*****■'- M UPM IW tfa im Tagesbericht. Dar Schachturnier i« Rew-Vork. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) New-Aork, 8. APM. Dr. Emanuel L a S k e r, Hesse DurnieÄkraft mwerminidert ist, bezwang in der 16, Runden Besieger CapManeas, Reti, der nach 45 Zügen di Waffen strecken mußte. Dadurch hat Lasker wieder einen Vor sprung von einem halben Zähler vor Capa bla n ca er reicht, der sich m der Partie gegen Mars hall mit re-ntti begnüge»: nmßte (46 Züge). Auch der nächste Protagonij dieses Wettkampfes, A l j e ch i n konnte gegen Eduard Las ker (SS Züge) nur vomiS erreichen. Dr. Tartakowe schlug JanowSki nach 31 Zügen und hat Anschluß an di Vordergruppe gefunden. Bogoljnbow hatte Aates zuv Gegner. Die Pa rtie wurde abgebrochen. Marocgy wa fpieLfrer. Stand nach der 16. Runde: Dr. Emanuel Laske> 10.5, Capablanca 10, Aljechim 9, Reti 8, Marfhall Dr. Tartakowcr je 7^, Bogoljubow 7, Ma roczh 7, AateS, Eduard LaSker je 4^i, Janowskl 3.5. Katastrophaler Brand in Lodz. Aus Warschau wird gemeldet: In Lodz -sind di Textilwerke An gerstein abgebrannt. Der mata rielle Schaden beträgt 300.000 Dollar. Bei den Lo schungsa-rbeiten fanden drei Fmerwehrleute den Tod 600 Arbeiter sind arbeitslos geworden. Feuerftrahlen gegen Flngzenge. Die Wissenschaft als Sklavin des Krieges. Berlin, 9. April. (Tel.-Komp.) Das „Berliner Tageblatt gibt ein Jntewiew wwdcr, das ein Mirarbeiter NinK-ll- Matthews über geheimnisvolle neue Strahlen, mit welchen von der Erde aus feindliche Flugzeuge außer Tätigkeit gesetzt werden können, einem Vertreter des „Star" gewährte. Die neuen Strahlen, so führte der Mitarbeiter Rindells Ms, selien eine Art von Pfad, Ms dem eine Kraft „in che forur of electricith" übermittelt werde. Wir haben, sagte der Physiker, die Erfindung hl? jetzt noch nicht bis zur Grenze ihrer L«isttlNgsfähi,Mt erproben können, da wir »roch keme genügende Kraststaiionen bauen konnten. Unsere Versuche haben uns aber gezeigt, daß die zerstörende Kraft der Slvo-!)- len nur durch di« Möglichkeiten der Erzeugu-ng «Saktrischer Kraft begrenzt wird. Um London in einem Umkreise von 50 Meilen zu schützen, würde eine Anlage genügen, die für 3 Millionen Pfund hevgeftellt werden könnte. Luftangriffe gehören dann überhaupt der Vergangenheit an, denn kein einziges Flngzeu>g könnte in die geschützte Zone eindringeiv Wirhaben bereits einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. So haben wir ans eine Entfernung von 64 Fuß ein« Maus getötet, Pulver und andere Dinge in Brand gesteckt, elektrische Lampen entzündet und Motoren und FlrvgKeuge außer Tätigkeit gesetzt. Wir glauben, daß wir auf große Entfernungen Munitionslager znr Explosion bringen und Menschen töten könnten. Einmal geriet einer unserer Assistenten in den Kreis der Strahlen. Obwohl wir damals erst den 500. Teil der Kraft entwickeln konnten, über die wir schon heute verfügen, fiel er sofort nieder und blieb 24 Stunden bewußtlos. Wir hoffen, unsere Versuche in den nächsten Wochen in größerem Maßstabe fortsetzen zu können. Einer der nächsten Versuche wird der Frage gelten, ob wir eine Granate im Fluge znr Explosion bringen können. Re Arbeite« zur KettrWemng der Stadtbahn Die Straßenbahn wird noch in diesem Jahre mit der Stadtbahn verbunden. Wie wir erfuhren, schveften die Arbeiten zur Elektrifizierung der Stadtbahn rüstig vorwärts. Biele Detailproiekte sind bereits ansgearbeitet, be-Machtet und genchmigt worden. N>rnmchr sind, nachdem auch eine Reihe von Lokalkommissiouett an Ort und Stelle den Umfang der Arbeiten festgestellt haben, die Vorarbeiten abgeschlossen, nnd es wird mit der größten Beschleunigung an der Elektriefizierung gvarbeitvt. In kurzer Zeit wird die für die Beschickung der Gürtellinie der Stadtbahn mit ^Straßenbahnwagen vorgesehene Verbindung zwischen den Slraßenbahngeleisen am Währing er Gürtel und den Geleisen der Station M i ch e l b e u e r n eiugchaut sein. Auf dem Bahnhof Heiltgenstadr wurden bereits die überflüssigen Geleffeanlagen entfernt und mit denr Bau der Wagenhalle, der Remisen, Aufnahmsu nd Dienstgebäude sowie der Personentunnels begonnen. Auch die erforderlichen Abänderungen in der Station Brigittabrücke und die in der Station Hauptzollamr notwendigen Bauten sind in Ausfiihrung begriffen. Die Einzelprojekte für die Oberleitung ber Strecke und für die Umformerstalionen liegen ebenfalls bereit und die großen L i e f e r u n g en für die eie!irische Industrie, wie Motoren, Jnstallations- 'material usw., sind bereits vergeben worden, wodurch eine große Anzahl von Arbeitslofen Beschäftigung gefunden hat. Die Stvaßenbahndivekt'ion hofft, daß, den Mgeuwärtigcn günstigen Stand der Witterung vorausgesetzt, die versprochenen Termine betveffend die Eröffnung der elektrifizierten Staidtbohn eingchalten werden können und das; noch in diesem Jahre die Verbindung der Stadtbahn mit der Straßenbahn restlos durchgeführt sein wird. Utfw die Höhe des Fcchrprvifes. di« Form des llmskigverkehrs ift bisher noch keine Entscheidung geirosfcn worden.

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