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Wiener Morgenzeitung · 1924-04-09 · Heft 1850 (9.4.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1850 (9.4.1924)
Date
1924-04-09
Page
Seite 6 (sequence 8)
Language
German
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Men, Mittwoch sttzt« Preis wurde von dem Vorstand der Gesellschaft ecm Privatdozenteir Dr. Benjamin Lipschütz und Dr. Karl Na ther (chrvurgdsche Klinik in Wien) zu glieichen Teilen zuerkannt, dem elfteren für seine Untersuchungen über die Entstehung der experimentellen Tcercarcinom -er Maus, Dr. Rather für die Gesamtheit seiner im letzten Jahre veröffentlichten Arbeite,! auf dem Gebiete der KrebSpathalogie und -Therapie. Dif-enrer-elt veröffentlichten Bestimmungen der Ausschreibung beschränken die Zuerkennung deS Preises auf deutschösterreichische Forscher. Der Preis wurde in derselben Höhe und unter denselben Bedingungen auch für das laufende Jahr erneuert. * Ei« internationaler medulnischer Preis. Der Professor der Medizin an der Universität Graz. Dr. Locwi, erhielt.oen internationalen Preis der königlichen Akademie der Wissenschaften in Bologna für seine medizinischen Arbeiten ans dem Gebiete der Herz nerven. La« Schachturnier kn Aew-Vort. (Eigendienst der Wiener Morgeuzeitu:^".) New-Aork, 8. April. Der gestrige Tag war der Erledigung der Hängepartien gewidmet. Ta Dr. Emauuel L a s k e r seine Hängepartie gegen Janowski nach 82 Zügen gewann, hat c, die g l c i ch c P u n k t c z a h l w i e C a p a b l a n c a erreicht. Janowski verlor auch seine zweite Hängepartie gegen A a t c s (83 Züge) und ist datier gegenwärtig Letzter in, Turnier. Maroczy gewann gegen Eduard Losker nach 78 Zügen und hat so mit Bogoljubow und Marlhall den glichen Stand an vierter Stelle erreicht. Der endgültige Stcuw nach der 15. Runde ist demnach nach Austragung sämtlicher Hängepartien folgender: C a p a b l a n c a, Dr. Emanuel L a s k e r je 9,5, A l j e ch i n 8,5, R e i i 8, B o g o l j n b o w, Maroczy, M a r s h a l l je 7, Dr. T a r t a k o w e r 6,5, Dates 4,5, Eduard Laster 4, Janowski 3,5. Es sind noch sieben Partien zu spielen. Der Kampf um den ersten Preis, welcher sich jetzt zwischen dem Exweltmeister und seinem Bezwinger abspielt, ist offen. Dr. Emanuel La8ker hat einen kleinen Vorteil dadurch, daß er noch sieben Partien zu absolvieren hat, während Capablanca nur sechs Spiele zu erledigen hat, da er noch einmal spielfrei sein muß, während Lasker bereits in der 15. Runde spielfrei war. Es kommt natürlich viel darauf an, welcher der beiden Kandidaten die größere Tnrnierzohigkeit an den Tag legen wird, um aus den noch zu absolvierenden Spielen möglichst viel Zähler hcrausznholen. Das Turnier, das sich jetzt zu einem Wettkampf Lasker—Capablanca entwickelt hat, erregt in allen Schachkreisen höchste Spannung. ein Strvßenrmglliil in Berlin. Berlin, 8. April. (Wolfs.) Heute nachmittags streifte nt der Näl^ des Lützow-Platzes ein Lastkraftwagen 'inen vollbesetzten A u k o b u s, der infolge des Anpralles eine Laterne sowie eine Litfaßsäule umriß. Neun Personen wurd-en mehr oder minder schwer .'ersetzt. An dem Aufkommen eines sechsjährigen Mädchens, das ans dem Burgersteig von der urustürzenken Litfaßsäule getroffen worden ist, wird gezwcifclt. Sie Ledeusmittelmärkte. Tic Beschickung der Großmarkthalle mit Fleisch laßt vor tcn Feiertagen nach. Gestern waren im ganzen fünf Waggons Fleiäch der Großmarkthalle zugcsührt. Infolgedessen haben auch im Einklang mir der Tendenz auf dom gestrigen Rindermarkt in St. Marx die Preise für Rindfleisch und Schweinefleisch im Großhandel angezogen. Im Kleinhandel blieben die Preise noch unverändert. Ans den Grünware-nmärkten, die gut beschickt sin-, haben di» Prei'e für Spinat und Salat Rückgänge erfahren. Der Verkam Ivo'.t sich überall in mäßigen Grenzen. f W i c n, 9. April. Proseisor Arnold Pick gestorben. Letzten Freitag «ist in Prag d-r Psnchiawr Pros. Arnold Pick im 74. Lebensjahre einem Blasenleiden erlegen. Er stammle ans Jglau, studierte und promovierte in Prag und bildete sich zuerst in der Psychiatrie bei Meinert (Men) ans, Anfangs der Siübzigerjohre habilitierte er sich in Prag als Dozent, 1886 wurde er außerordentlicher Professor und blieb bis 1921 im Lehramt. Er schrisb eine lange Reihe heworragen-er Werke ans dem Gebiete der Psychiatrie und Psychologie. * Befreiungen von der Wohnbausteuer. Das Wohnbaustcuergesetz enthält eine Bestimmung, nach der Anstalten, Körperschaften und' Unternehmungen für Räumlichkeiten, die für die von dem Land Wien als gemeinnützig anerkannte Zwecke ausschließlich und unmittelbar verwendet werden, über ihr Ansuchen von der' Entrichtung der Steuer befreit werden können. Auf Grund der zahlreichen Gesuche, die seit einem ftabre beim Wiener Magistrat eingokangt sind, wird der Ttadtsenat in seiner nächsten Sitzung seine Entscheidung 31t!rKfan haben. Befreiungen kommen' nur für Eigenhänser in Frage, soweit deren Räumlichkeiten für gemeinnützige Zrvecko verwendet werden. Ms solche waren zu betrachten: Spitäler, Erholnngs- und Rekonvaleszentenheime, Kindergärten, Kinderhorte, Kmderbemähranstalten und andere Wohlfahrtsanstalteu. Befrei: werden ferner auch Greiscnasyle. die unentgeltliche Beherbergung und Verpflegung alter, kriippelhaster, blinder, tauber, obdachloser Personen und Waisen dienen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit soll nur für fünf Jahre erfolgen. * Aenderung bei der Briefaushebung. Di« mit der bisherigen 19 - Uhr - Aushebung in den Wiener Gemciuocbczirken 2 bis 20 eir.aesammelten Briessendnngen können derzeit nur zum geringsten Teile mit den von Wiem äbgchendeu Abeu-zügen abgeleitet werden. Um die Ableitung der nach allgemeinem Geschäftsschlnsse (18 Uhr) anfgelieferten Briesscndnngen mir diesen Zügen zu ermöglichen, wird in den Bezirken 2 bis 20 die bisherige 1 9 - Uh r - E i n s a >u nrlnng mit Wirksamkeit vom 14. d. ans 18 Uhr 30 Min. verlegt. Es empfiehlt sich daher, Sendungen, deren Abl'irnng mit diesen Abendsernzügeu nach stattsiniden soll, spätestens bis 18 Uhr 36 Min. in die Briefkasten zu hinterlegen. * Die Generalversammlung der Wiener Freiwilligen Reltungsgesellfchaft findet Montag de» 28. i>/ um 6 Uhr nachmittags im Ssmorttersü-tttt: 'der Gh'O'cha':. 3. Atzz., Radrtzkystraße 1, 1. Stock, irart. Wiener Morgenzeitung. Mitteilungen aus dem Publikum. Med. Dr. Arnold Brod Leo Brod Oberbearater des Wiener Bankvereines, teilen allen Freunden und Bekannten mit, dass ihre Mutter am 8. A p r 11 d. J. in aller Stille zu Grabe getragen wurde. (Nachfolgende Nolizey bis zu der Rubrik „vereine" find , entgeltlich.) * Ansknnst über Bad Pistya« erteilt Badearzt Doktor Ladislaus Lichtenstein am 10. und 11. d. von 2 bis 4 Uhr im Hotel Regina, Maximilianplatz. * Wiener Mielwäfche-Anslalk, Wien, XX., Wallensteinplatz 7, Tel. 42.125, liefert leihweise hygienisch gereinigte Wäsche an Bpreaus, Fabriken und Geschäftshäuser. * Tanzinstitnt Hermann Braun, 14. Bez., Neindorfgasse 42. die Preise für Leiiieuwaren im Warenhaus Brüder S ch i f f m a n n, 2. B e z., T a b 0 r st r a ß e 48. Web« . ..vro Meter 10.500 K. 8.500 K. ttbiffon.pro Meter 18.500, 11.000 „ 9.800 „ Streifgradl .pro Meter 19.800 „ 17.500 , Damall..pro Meter 22.800 „ 18.500 „ Iirlet.... . pro Meter 14.800 , Molino ............ - ... pro Meter 8.900 „ Bettzeugs ... •.pro Meter 1.5.800 K. 12.800 „ Batistchiffon.. . pro Meter 15.900 „ Matratzengradl.pro Meter 60.000 K. 24.000 Bettücher. 26.500 „ 19.800 „ Tischtücher. 48.000 , Kaffeegarnlturen.. . 98.000 „ Gläsertücher. 8.000 „ Jüdische Tischgesellschaft Landstraße H e u t e Mittwoch, '/-L Uhr abend?, im 15af4 Lovrana, 111. Löwengasse 36 Söttroa Batoi „Wiener Juden iw Vormärz" Gäste willkommen Gäste willkommen! Vereine. VortrSge und Versammlungen. Jüdischer Verein Nord-Ost, Wie«, 2. Bez., Taborstraße 21 a. Heute, 8 Uhr abend?, im DereinSlokale letzter Vortrag dieser Saison r Herr Dr. N. M. G e l b e r r „HaSkala-Vorkampfer in Osteuropa". Gäste willkommen! — Verein Tikwatb Jehuda, 8. Vez., Bennoplatz 1. Heute, 8 Uhr abend?, Vortrag Rabbiner Prof. Dr. Juttu? Dach: „Au? der Geschichte der Inden in England". Franken Grete Bach: Ernste und heitere Rezitationen. Anschließend Tanz. — Die Sitzung der Organisation zionistischerFranen findet beute, 5 Uhr nachmittags, 2. Bez., Taborstraße 20 s, statt. — Jüdische Tischgesellschaft W ä h i in 5. Heute, 7S9 Uhr abends, Turkenschcmzveirk, Roter Saal. Bühne und Kunst. FM«r Bittuer fünfzig Fahre all. Das Jahr 1924 ist überreich au musikalischen Gedenktage», und Jubiläen. Daß auch Ju-lius Bittuer, der Jugendlich-. Rastlose, der stets von Einfällen und Plänen erfüllt ist, die er '.n jugendlicher Elastizität nach ewigen Tagen wieder albändcrt oder verwirft, schon rrntar die Jubilare gegangen ist, wird wohl mattchen überraschen. Fünfzig Jahre liegen hinter ihm; Jahrzehntelang ist er als volkssteundlicher Richter gyaxn manches Unrecht angcrannt und seit bald zwanzig Jahren steht ec im öffentlichen »nusikalischen Getriebe. Gustav Mahler, der so viele Musiker im Stillen förderte, erkannte auch das liebenswürdige, votlstümliche Talent Bittners, das letzten Endes ein Thcatertalei'l ist Ohne besondere musikalische Kniffe und Spitzsrndlgkeii-'.t formt er als sein eigener Dichter Stoffe aus dem Loben und a»rs der österreichischen Vergangenheit, ein echt österreichischer Dichterkomponist, dessen bäuerliche 2lbftam»nunig in seinen unkornpliziert anheimelnden Melodien »:och rrachklingt, ein frisches, umwrbrauchtcs Talent, da8 ans der heimotilichen Erde immer neue mnsikaUsche Kräfte in sich aufsaugt. Ist er auch kc'.'l Schönhcrr der Musik geworden, den inan vielleicht früher einmal von ihm erwarten durste, so zeichnet er -och stark gefühlte und scharf profilierte österreichische Typen in seinen zahlreichen Bühneriwerken, von der „Roten Gred" angefaugsu, tvelche 1907 in der Hofopcr ihren Geburtstag feierte, bis zum „R v f e n g ä r t l e i n", tvelchcs beim Wiener Mus'ksest im Herbst dieses Jahres in die Staatsoper e inst che n dürfte. „Ter Musikant", „T er Ber gs c e", „H ölli sch- G v l d" - »tm höllischen Goldes willen ist Hofrat Bittuer iibr'bgens in das Operettentiefland der „Silbernen T ä nz c r i n" hcrabgestiegen —, und „Die K 0 h l h e i m e r i n", sind gewichtige Beken»rtnisse des Biihucukontponisten. Am nieisten plaiidert Bittuer übrigens im „Liebelt Llugnstin" aus der eigenen Schrlle, wert»: er die Geschichte dieses starken Wiener Talents erzählt, das doch zu »richts kommt. Ein hach- 'beaabte-r, genialer Dilettant, der mit der Verachtnug des ursl-riniallch Starken, auf die gelahrten Mnsikkünstler herabblickt, das ist uns vcr liebe Bittuer, bei dem jede Musik ein schönes. Lir» stin vlöchtc, und welcher der polyphonen Satzweisheit contfr al finu ist »nie modernen Erperimenten. In sich gefestigt n»td doch wieder n»,ausgeglichen, e»vig »vcchselnd »r»d doch in nch beharrend experinrentierfeindüch »ind doch auf der Stiche nach Reuew, so lebt er in seinen KvnfliÄtn ei»: acht ösi^rrKth sches Sch'cksal, ß'in eiu.a.ewnrzelt österreichisches Talent, ein frohcr Mturmekrfch, von dessen draumtischen tzähiHk«it«n v. «PE1SS4 M. tm mau noch manche Ueberraschung erwarten darf, der aber auch in zahlreichen, durchaus volkstümlichen Liedern vatCb Kammer- Musikwerken der Mitwelt Schöner und Lieber gescheM' _ füb, „Sie Wege nach Rom." (Komödie von Rudolf Eger. — Deutsche- Lolksthaater.) Die Gvundvdee des Gardeoffizie-rS, rrur fchwerfDliig, aus« gewalzt, brutal, bis zur letzte:: Konfeqrtenz durchgefÄhrt, ohne den Scharm und Witz, oh-n^e die ferne Psychologie und überlegen« Menschenkenntnis, die bei Molnars KomMe zwischen allen Unwahioscheinlichkeiten hindurch lächelt. Die Grazie deS Deutijchen ist bekanntlich die Gründlichkeit, mild so muffen wir es uns bieten lassen, daß zwar auch in diesem Kall« für die junge Frau, die sich zu langweilen und zu vernachläff-igen beginnt, ein Anbeter erfunden wird, der aber erst in dunkler Nacht tu Erscheinung tritt, indem er über das Geländer der Dey^affe klettert und die Dame wortloS-wild tu ihr Schlafzimmer trägt. Selbstverstäuidlich ist der galante Einbrecher der «chtmäßige Gatte, der sich über seinen gelungenen Streich t:tg Fäustchen lacht und der reuigen Sünderin großmütig verzecht. Er muß sich dann allerdings von seiner eigenen Geliebten sagen lassen, daß er eine Riesendummheit gemacht hat Ge kaum nicht anders, die Gute, ist sie vom Autor doch einzig und allein zu dem Zwecke in die Villa lvsiellt, um dem GhÄnann Gelegenheit zu geben, dein PMikum seine Plane mitzutellen und mn den Titel auszii sprechen), denn wenn eine Frau einmal angofangen hat, sich ihrer Slubeter zu «erbarmen, dann führen alle Wege nach Rom, das heißt zum Hahwrerschicksal. Damit nicht genug, läßt sich der Gatte von Nonuy (ungelöst bleibt das Rätsel dieses Kosenamens) in einer Szene, deren Geschmacklosigkeit Saum zu überbieten ist, ausführlich alle ihre Sensationen während deS verrneintlichen Ehebruches darstellen. Bon dem Versuch, daS Schäferstündchen auf dem bereitstehenden Sofa zu wiederholen, wird er durch die Dazwischenbunft eines weiteren AieichaberS verhindert. Im dritten Akt bekennt der Mann dann oll-eS, daß der Anbeter seine Erfindung und daß er selbst der herrliche junge Geliebte gewesen, worauf die Frau die Eiriladung an den Geliebten Nummer drei zur Post befoÄ^r« laßt. Der ganze Witz de- Stückes erschöpft sich in der Idee (deren bessere Hälfte kaum als Eigenbau gelten darf), für den Dialog ist herzlich wenig übrig geblieben. Aber da nicht nur olle Wege nach Rom, sondern in so ziemlich allen gut gespielten Stücken in Wien auch zu einem Premierenerfolg führen, hatte der Autor Gelegenheit, sich mehrmals dankend zu verneigen. Die AuWhrumg vortrefflich, Frau Larlsen, die Herren Werner-Kahl«, Sima und Iw ald boten ihr Bestes. — Gegen den Unfug des derspäte^n Beginnes und der endlosen Pausen wurde vom PuAikum nachdrücklich proiestiert. K. M „Sie ftittolitaigbt.* Es ist das Los aller sentimentalen Dchevetten, nach einem kurzen Bühnewvallen an der Zuckerkvancheit zu verscheiden und alle Wiederbelebungsversuche müssen an der Untauglichkeit des Objektes scheitern, mögen (ftc auch mit besseren Mitelr: untcrnvmmwen werden, als sw gestern dem Carl-Theater zu Gebote standen. Denn in der ganzen Operette „Die Kinokönigin", die vor Fahren ein Haupttreffer Jean Gilberts war, find nur ein Lied vom Film, «in Walzer, ein One-step und ein Männerquartett als musikalische Einfälle ztt buchen, während der Text, eine Verspottung der Kinosouche, vermengt mit einer Ehe- und LiebesplÄtkeles, nur durch das Aufgebot allererster Kräfte erträglich zu gestalten ist. Fvau Mizst Frei Hardt als Filmdiva hat sich zwar gesangliche und darstellerische Fähigkeiten bewahrt, ist aber doch schon ein wenig zu reif für bisse Ralle. Fritz I mH off als Baron — „und wie er räuspert und wie er spuckt, das hat er dem König abgeguckt". Fräulein Mmi Vesc ly bst sin Soulbreitentalent von der Sorte, von der Awvif aus ein Dutzend gehen, und Herr Ernst Arnold als stotternder Filmregisseur ist von einer Armut an Aus-dr-uMnitteln, der nur ein tüchtiger Opera ttenregifseur abhelfeu könnte. So bleibt als eintzige Leistung des Abend da§ Zbustreten des Herrn Oskar Sachs in der Rolle de's Präsidenten der Elekirizitätstvusts hervorzuhe'ben, dessen fugeMicher Humor, leicht und flüssig hervorsprudelnd, alle Zuhörer erwärmte; sein Frohsinn setzte selbst dort nicht aus, wo die Stimme gesanglich nicht me.hr recht mitkonnte. Das Publikum aber sagte allen Mitlvirkenden lauten Tank. dt. Die AreMonsIrkse in der Bolksoper. Scheidet Weingartner von Wien? Wie wir crfahren, hat sich Direktor We ing a r tu c 1 endgültig entschlossen, dem Verbände der Volksoper ir, d-er nächsten Spielzeit nicht mehr an.zugehöreit. Der Vorvertrag mit Dr. Fritz -Stiedry, welcher ihn für den Fall von Weingartners Rücktritt zum Direktor der Volksoper bestellt, tritt hiermit in Kraft. Dr. Fritz Stiedry, ein gebürtiger Wiener uufo Sohn des verstorbenen Prokuristen des Bankhauses Rothschild, hat an verschiedenen denbschen Bühnen als Kapellmeister gewirkt, zuletzt an leitender Stelle des Berliner staatlichen Opernhauses. Aus dieser Stellung schied er bekanntlich vor mehreren Monaten, da er sich den: neue man nteit Generalmusikdirektor Erich Kleiber— ebenfalls ein Wie-ner — nicht nnlerordne-n wollte. Dr. Stiedry gilt als tüchtiger, energischer Musiker, welcher der Al'nsitnroderne sympathisch gegenüber steht. Erst vor einigen Wochen bat er in einem Wiener Aribcitcr-Swulphoniekonzcr! mit Mahlers „L'-ed von der Erde" einen schönen Erfolg erzielt. Hoffentlich c-,-möglichen ihn: seine Geldgeber die materielle Sa-niconug der Pollsoper und er kommt in die Lage, ein zeitgemäßes Arlbeitöprogranun aufzusk-ll-en und endlich eine Epoche küinstlerischer Arhettz tu der Bolksoper zu eröffnen. Gas die Ltilung der philha rmon ischcn Konzerte cui'belar^t, so hofft Weingartner, im nächsten Wim er

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