Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-04-09 · Heft 1850 (9.4.1924) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 1850 (9.4.1924)
Date
1924-04-09
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2980933--18494-3005567
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

K Kv. iefeo Men, Mitftvoch Wiens« Morftenzeiturrg. i Ser Prozeß gegen Stto Wer. Kn merkwürdiger Borfihender. - Der Nechtsanwalt als zeuge und Staatsanwalt. LisMinarstrafe für Stto Wer. Aue Auch am gestrigen VerhandlungStage kam es wiederholt zu Ztosammenfftößen zwischen dem AngeKagten einerseits und dom Borifitzendeu uind den Zeugen andererseits. Der Vorsitzende Hofrat Ramsauer ließ einen Zeugen, den Rechtsanwalt Dr. David Frankl, eine förmliche AEagevede halten, und als der Angeklagte gegenüber dem Zeugen den Zwischenruf machte: „Die lugen!" wurde er mit einer SWündigen Disziplinarstrafe belegt. Während die dem Angeblagten ungünstigen Zeugen frechen dürfen» solange und waS sie wollen, wird der Angeklagte bei jeder Bemerkung vom Vorsitzenden unterbrochen und die beiden Verteidiger Dr. Teirich und Dovtor Schlesinger verhalten sich adfichtlich sehr zurückhaltend. Die Angaben des Angeklagten über die SteÜMlgnahme des Robert zu Otto und dessen Benachteiligung durch die Firmenchefs werden, wie alle anderen Behauptungen des Angeklagten Liber das unschöne Verhalten des Robert gegen den Pater des Angeklagten, durch mehrere Zeugen bestätigt. Der Vorsitzende, der als ein überaus strenger Richter bekannt ist, beweist diesen schlechten Ruf auch bei diesem Prozeß. Es macht einen merkwürdigen Eindruck, wenn der Vorsitzende dem Angeklagten das Fragerccht verkürzt und «in direktes Vergnügen daran findet, dem Angeklagten bei jeder Gelegenheit vorynhalten, daß er ein Müßiggänger sei und während seines ganzen Lebens nichts gearbeitet Hobe. Wir gaben nachstehend den Bericht über di-e gestrige Verhandlung wieder: Rechtsanwalt Dr. Artur Kantor, der den Otto Eißler in RechtSangölegenheiten beraten hat, gibt an. daß er von der Richtigkeit des Anspruches OttoS überzeugt war und daß seine Ansicht sei, dein Angeklagten sei materiell großes Unrecht geschehen. Der Buchhalter. ,Der gewesene Oberbuchhalter der Firma, der 70jährige Moritz Nobel, gib: an. daß die Eintragungen in die Bücher stets richtig waren und daß dem Angeklagten die Einsicht nie verweigert wurde. Der Erschossene war ein sehr fleißiger und energischer Mensch, der in einer Stunde mchr geleistet halbe als andere in Tagen. Der Angeklagte bezeichnet die Angaben des Zeugen als faVsch und fügt noch hinzu: Wenn ich schon lüge, muß ich gescheit lügen. Ich nchme das übrigens dem Zeugen gar nicht übel, er ist ein armer Mann und zrttert um seine paar Kreuzer. Bors, (streng): Wen meinen Sie mit dem Lügen? Unterlassen Sie solche Aeußerungen, sonst würde ich mich genötigt sehen, Ihnen eine Disziplinarstrafe zu geben. Dieser alte Mann hat es nicht nötig, sich von Ihnen beschimpfen zu lassen, wenn Sie schon den Toten beschimpft haben. An ge kl.: Ls sind drei Zeugen hier, die bekunden, daß Bücherabschristen nicht aufzutreiben tocnm Und ich behorchte, daß der Zeuge Nobel nur in seiner Abhängigkeit so spricht. Der Vertreter der Privatbeteiligten Dr. Braß fragt den nächsten Zeugen, Oberbuchhalter Iso B öhm, wie der verstorbene Robert Eißler im Verkehr mit seinen Beamten war. Der Zeuge antwortet ausweichend. Robert Eißler verlangte Pünktlichkeit und strenge Pflichterfüllung. Das Konto der Mutter deS Robert sei gleichfalls in österreichische Kronen umgevechnet worden. Hier macht der Angeklagte die haMaute Bemerkung: „Warum sollte Robert nicht auch seine Mutter betrügen?" Bureau, wo er ja nur Gast war — —. (Angekl. unterbricht heftig: Oho, mein Vater war protokolliert!) Zeuge: Und Heinrich Eißler sagte zu dem Sachverständigen: Die Bilanzen stich nicht richiig, ich mache Sie aufmerksam, die Firma verdient viel mehr! Dr. Fürst habe damals Otto klavsiemacht, daß ihn die Gefellfchaiftcr nie aufnehmen würden. Plötzlich verlangte Otto, öffentlicher Gcfcllfchafter zu sein, und drängte auf schriftliche Abmachung mit den Worten: „Ihr seid Gauner und Betrüger, ich will einen Vertrag!" Hierauf werden die Verträge verlesen. ■ Dr. Hermann Eißler, ein Vetter Ottos und Roberts, gibt an: Der Angeklagte war immer nur durch ganz kurze Zeit iim Geschäfte tätig gewesen, niemals aber selftändig. Es wäre dies auch nicht gut möglich gewesen, da er immer nur vorübergehend im Geschäft!- anwesend war und daher keine genügende Praxis hatte. Die Entfernung des Vaters des Angeklagten aus -dem Geschäfte war ein dringendes Gebot der Notwendigkeit, da er infolge seines Alters nicht mchr voll arbeitsfähig war und durch seine unberechenbaren Handlungen den Bestand des Geschäftes geradezu gefährdee. Robert und Alfred hatten anfangs den Antrag Ottos, aus dem Geschäfte aus-utrcten, zurückgewiesen, weil sich zu dieser Zeit die Firma in einer kritischen Lage befand. Später ließen sich die Gesellschafter dazu herbei und ersuchten Dr. Fürst, die nöti->n Schritte zu unternehmen. Das Verhältnis des Angeklagten zu seinem Vater war ein sehr gespanntes. Sie müssen energisch dazuschauen, sonst wird Ihr Reissen, Ihr Zipperlein immer unerträglicher Sie bewahren und schützen sich gegen alle Folgen der Erkältung, Sie vermindern Ihre Schmerzen durch ständigen Gebrauch von DIANA Franzbranntwein mit Menthol Auch muss untersucht werden, ob die Flasche nicht schon geöffnet und ob die Flüssigkeit echt ist Ueberall erhältlich! 9. April 1924 ^rrr"v‘!'-■'!r' Seit« 3 Verteidiger Dr. Teirich beantragt die Cinvernahm der Frau Klothilde Benedikt, der Tochter des Professor! Edmund Benedikt, die ihm einen Brief geschrieben habe, wonad sich in den Memoiren ihres Vaters ein Passus gefunden habe daß der Großvaters Ottos geistesgestört war. Dieser Antrag wird abgelehnt, ebenso wie di« weiteren Anträge über Vernehmung von Zeugen über den pshchischen Zustand Ottos, den Charakter des Robert uind den Wert der Verträge. Der Vorsitzende teilt mit, daß in der Wohnung Ottos eiv von ihm eigenhändig geschriebenes Testament gefunden wurde mit Datum 29. August 1933. Der Angeklagte erklärt, er habe jährlich zweimal Testa, mente a-bgefaßt. Es folgt die Beweisaufnahme über die Tat. Der Burcaudiener Josef Kment hatte zur kritische» Zeit die Telcphonverbinduug herzustellen. Er hörte, wie Robert Eißler die Muschel aufnahm und ..Halloh!» rief. Gleich darauf vernahm der Zeuge die Schüsse. Der Kassier Köhler, der gleich nach der Tat das Zinn mer betrat, erzählt, daß Otto Eißler hinter seinem Sessel gestanden sei, die beiden Revolver in der Hand. Er habe ihm die Waffen abgenommen. „Lassen Sie mich," sagte Otto Eißler, „ich werde mich erschießen." Als ich dann mit dem Wachmann kam, stand Otto Eißler noch immer beim Schreibtisch wie vorher. Vors.: Hatte vorher eine Auseinandersetzung zwischen den beiden stattgeistmden? Zeuge: Beide waren ganz ruhig. Staatsanwalt: Wie verhi clt sich der Angeklagte nach der Tat? Zeuge: Vollkommen ruhig. Ws der Wachmann kam sagte er zu ihm: „Schauen Die, ob die Waffen gesichert sind, passen Sie auf." Staatsanwalt: Haben Sie wahvgenommen, daß er gezielt hat? Zeuge: DaS war nicht notwendig, weil ja kerne Distanz war. Staatsanwalt: Zeigen Sie uns an dem Dachverständigen (er deutet auf Prof. Hövel), wo Robert Eißler saß. Der Vorsitzende gibt dem Zeugen die beiden Pistolen in die Hand um) der Zeuge demonstriert, wie Otto auf Robert Eißler geschossen habe. (Bewegung im Saale.) Franziska Rebhan, Comptoiristin der Firma Eißler, erzählt: Ich habe die Schüsse gehört, unmittelbar darauf einen Aufschrei und stürzte nun ins Cheszimmer, wo ich den Robert Eißler auf dem Boden liegen sah. Er sagte: „Meine arme Frau! Ein Arzt! ein Arzt! Ich sterbe!" Vors.: Was hat Otto Eißler gesagt? Zeugin: Er hat gesagt: „Es ist nicht schade um ihn." Ich glaube, er sagte noch: „Ich hätte eS ohnehin getan!" An ge kl.: Das Fräulein hat mich in der Aufregung falsch verstanden. Ich sagte: „Ich hätte mich ohnchin erschossen, trenn man mich nicht behindert hätte." Bors.: Es ist sehr glaubhaft, daß Sie gesagt haben: Ich hätte es ohnehin getan. Der Wachmann Kar! Rudolf, der Otto Eißler dem Kommissariat überstellte, erklärt, der Angeklagte sei sehr ruhig gewesen. Dann werden noch der Polizeiarzt und der journalhabende Polizeikomntissär vernommen, die Eißler nach der Tat verhörten. Die Verhandlung wird heute fortgesetzt. Das Urteil ist in den spaten Abendstunden zu erwarten. _ Der Vorsitzende ermahnte den Angeklagten sehr scharf, derartige Bemerkungen über den Toten zu unterlassen, widrigenfalls sin« Disziplinarstrafe verhängt werden müßte. Die Schwester über die Mutter. Der pstzchiatrische Sachverständige Professor Dr. Hövel stellt einige Fragen an die Schwester des Angeklagten. Frau v. Molnar, über die Kindheft Otto Eißlers. Die Zeugin sagt, daß diaMutter ihn schon als Knaben schlecht behandelte. Er hat oft Schläge bekommen, aber nie ein gutes Wort. Professor Göpel: War die Mutter herzlos? Hat sie überhaupt viel Gemüt gehabt? Die Zeugin beantwortet diese Fragen nicht, sondern bricht in Tränen aus. Schließlich sagt sie: Er hat sich schöner gegen sie benommen als sie gegen ihn. Prof. Hövel:,Halten Sie ihn geisteskrank? Zeugin: Mein seliger Vater hat immer gesagt, er hat „ein Radl zu viel". In dieser Beziehung halte ich ihn für geisteskrank, und obwohl er ein so guter Mensch ist, traue ich ihm zu. daß er mit Moment der größten Verwirrung. . . Alls die Frage des Verteidigers Dr. Teirich gibt die Zeugin an. daß sich auch ihr Vater darüber beklagte, er könne keine Büchereinfrcht bekommen und vertrage sich mit der Firma nur in der Weise, daß er alles hinnnt-erschlucke. Das Riesenvermögen des Hauses. Eines der größten Auskunftbureaus der Welt hat ein Gutachten abgegeben, wonach die Schätzung des Firmenvermögens durch den Angeklagten noch viel zu gering sei. Die Auskunftei gibt dieses Vermögen mit dreißig bis vierzig Millionen Goldkronen bereits im Jahve 1911 an! Der Verteidiger beantragt die Vorlage der Geschäftsbücher und Bilanzen soiwohl der Hauptfirma als auch der Tochtergesellschaften, um festzp,stellen, vb die Abschreibungen richtig berechnet wurden. Die Angaben des Notars. . Als nächster Zeuge erscheint Dr. Ferdmaitzd Gaffeueder, Notar, der GerichtJkommissär bei der Nachlaßverhandlung nach Heinrich Eißler war. Er bestätigt auf eine Frage des Angeklagten, daß ihm eine dertartige NnteMlanz noch nie vorgekommen sei. Weitere Fragen des Angeklaigten läßt der Vorsitzende nicht zu! Auf sine Bemerkung des Angeklagten, der wieder auf seine Notlage zu sprechen kommt, sagt'Hoftrat Ramfauer: „Da hätten Sie sich eben mehr einschrmÄen sollen!" Die Verteidiger des Robert Eißler. MechtSaMvalt Dr. Max Fürst schildert den Seniorchef Heinrich Eißler als ehrenwerter Mann mit außerovdenMchen Heuzenscigeufchalsten. Als er alt wurde, hätten bte übrigen Gesellschafter gewünscht, daß er aus der Firma scheide. Ich sagt« damals den beiden Herren Moritz und Robert: Das macht keinen guten Eindruck. „Aber," erwiderten mir diese, ,Mr streiten ja nicht bei Gericht, das mit dem Vertrag untevliegt einein kaufmännischen Schiedsgericht. Solche Gesellschafter kann man doch nicht in der Firma halten." Als Begründung des Vertrages verweise ich auf die unmöglichen Sachen, die Heimrich Eißler aufgefübrt hat. Da gab es zum Beispiel eines Dages eine Bückerrwision über das bosnische Geschäft. Ein Sachverstün-'.g-r r'.r; f. d, r,':. .‘a?*.m H.ünr'ch Eißler ins. bosnische viMS-krMr!irWlllvei!l-?roAMoi!-kll. WIEN, II. PRAG, VIII. EngerfthStraße 169 Lieben, Drahobeijova 1073 Der Zeuge als Staatsanwalt. Rechtsanwalt Dr. David Frankl, der allem Anscheine nach schuld an dem ungünstigen Vertrage ist, versucht in längeren Ausführungen nachzuweisen. daß keine Verpflichtung der Firma bestand. Otto als Gefellfchaiftcr außzunehmen. Zeuge hatte das Gutachten erstattet, wonach Otto nicht ausgenommen werden müsse. Dr, Frankl gibt feine Aussage in einer direkt gehäsfi gen Art und Weife ab, indem er erzählt, daß sich der Angeklagte in scheußlicher Weife Wer den Vater Heinrichs geäußert habe, daß er Robert gedroht habe, mftzu teilen. daß falsche Bilanzen gemacht wenden, daß der Vater des Otto unfähi>g gewesen sei uffw. Robert Eißler dagegen sei einer der korrektesten Menschen gewesen. Der Vorsitzende läßt -den Zeugen verschiedene Dinge Vorbringen, die er sel'bst nur von anderen gehört hatte, ohne ihn zu unterbrechen. Als Zeuge erzählt, er habe dem Otto vorgeworlfen, daß er Zeit seines Lebens nicht goaNbertet und nur gestänkert halbe, unterbricht ihn der Angeklagte erregt mit den Worten-: Unerhörte Luge, das brauche ich mir bei Gericht nicht gefallen zu lassen! Dorf.: ,Mie werden sich noch mehr gefallen lassen müssen." Zeuge: „Ich lüge nicht!" Bors.: Da Sie auch diesen Zeugen der Lüge beschuldigen, verhänge ich über Sie eine Mündige Disziplinarstrafe. Sie dürfen nicht glaulben, daß Sie auif diese Weise Ihren Standpunkt bchanpten werden, daß jeder Zeuge lügt, dcr ettvas sagt, was Ihnen unangenehm ist. Daß' Sie .Müßiggänger waren, daß Sie nichts gearbeitet haben, haben mehrere Zeugen bestätigt. Der Verteidiger macht den Zeugen darauf auf" merUam, daß nach Angabe des Angeklagten, Robert Eißler gesagt habe: „Von mir aus könnt Ihr alle krepieren!" Zeuge: Das ist eine i nfame Lüge! Hier wäre zu bemerken, daß der Zeuge von dieser Aeußerung nichts wissen kann, da bei der Szene zwischen Otto und Robert niemand anwesend war! Trotzdem darf der Zeuge, aber nicht der Angeklagte, die Bemerkung' „Unverschämte Lüge" machen. Dev Zeuge stellt schließlich in Abrede, daß Robert despektierlich von 'dem Vater Ottos gesprochen habe. tz WerbetAbonnentenfürdie I I „Mmer NsMMitMg" I Schließung der religiösen Schulen in der Mer. Konstantinopel, 8. April. (Havas.) Die türkischen Be» Hörden haben die französischen und italienischen religiösen Schulen geschlossen, obwohl sie sich bereit erklärt hatten, die religiösen Symbole, mit Ausnahme des Kruzifixes, zu entfernen. Der GenerallommWk für Ungarn. Genf, 8. April. (Wolfs.) Der Völkerbundrat hat nach erfolgter Zustimmung der ungarischen Regierung und der kleinen Entente den amerikanischen Juristen und Finanzmawn I. Smits zum Gen eralkommissär detz Völkerbundes in Budapest ernannt. Smits war früher Sekretär eines Richters 'des Obersten Gerichtshofes der Beveinigten Staaten und Advokat in Boston, später -Finauzraj im Finanzministerium und während der Pariser Friedensvevhandlungen Finanzsachverftänd''- ger in der amerikanischen Delegation. Die Sanierung vor dem Parlament. .Budapest, 8. April. (U. T.-K.--B.) In der Nationalversammlung wurde heute die Debatte über die Sanierung'svorlagen fortgesetzt. Abgeordneter Marschall (Regierungspartei) hält es für wünschenswert, wenn für die Dauer der Sanierungsaktion nach ö ft e r r e i ch i f ch e m Muster ein Staats rat eingesetzt würde. Abgeordneter Graf Julius Andrassh (parteilos) führt aus, die Regierung habe dort um Hilfe angesucht, wo sie dies nie hätte tlln dürfen. Ungarn dürfe von jenen, die ihm zwei Drittel feines Gebietes genommen und die Auflieferung des gekrönten Königs an den Feind erzwungeir haben, nichts verlangen. (Großer Lärm auf den Bänken der Regierungspartei.) Es müsse eine Realpolitik 'befolgt werden, aber ohne Erniedrigung vor >der kleinen Entente. Redner erklärt weiter, er halte den Anleihebetrag von WO Millionen Goldkronen zur Durchführung der SauiemMg für u n g e n ü g e n d. Ungarn hätte die Sanierung auch aus eigener Kraft durchführen können. Im Vergleich zu Oesterreich befinde sich Ungarn in einer ungünstigeren Lage. Redner erachte die Verpflichtungen Ungarns für viel schwerer als jene Oesterreichs. Insbesondere die auf die militärische Kontrolle bezüglichen Abmachungen seien sehr fchvur. Redner erklärt schließlich, daß er die Vorlage ablehne, jedoch des Gesetzw-erden der Sanierungsvorlagen nicht U".'b':-.d:ri-. ro'Ü'e

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.